Kapitel 207: Agnyaṅgirasopākhyānam
Die Erzählung von Agni und Aṅgiras
Yudhiṣṭhira fragt Mārkaṇḍeya nach dem Mythos, wie Agni einst zornig in den Wald ging, um Askese zu üben, und wie der Seher Aṅgiras an seiner Stelle zum Opferfeuer wurde – als Ursprung der Vielfalt der Feuer und Riten – sowie nach der Geburt Skandas (Kumāras). Mārkaṇḍeya erzählt: Agni, durch seine Askese von der eigenen Glut erschöpft, erkennt bestürzt, dass ein anderes Feuer (Aṅgiras) seine Stelle eingenommen hat; nach einem Wortwechsel überträgt er Aṅgiras endgültig seine Feuer-Funktion, wird selbst zu dessen ‚zweitem‘, als Sohn des Prajāpati wiedergeborenem Wesen, und macht Aṅgiras' Sohn Bṛhaspati zu seinem Erstgeborenen. Das Kapitel leitet damit in einen Katalog der verschiedenen, unter den Brahmanen bekannten Feuer über.
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er diese heilsame, dharmaverbundene Erzählung gehört hatte, fragte der Dharma-König abermals jenen asketischen Seher Mārkaṇḍeya:
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er diese heilsame, dharmaverbundene Erzählung gehört hatte, fragte der Dharma-König abermals jenen asketischen Seher Mārkaṇḍeya:
Yudhiṣṭhira sprach: „Wie ist Agni einst in den Wald gegangen, und wie hat Aṅgiras, als Agni verschwunden war, einst die Opferspende getragen, indem der große Seher selbst zu Agni wurde?
Yudhiṣṭhira sprach: „Wie ist Agni einst in den Wald gegangen, und wie hat Aṅgiras, als Agni verschwunden war, einst die Opferspende getragen, indem der große Seher selbst zu Agni wurde?
tapaś caraṃś ca hutabhuk saṃtaptas tasya tejasā bhṛśaṃ glānaś ca tejasvī na sa kiṃ cit prajajñivān
Er, der Opferverzehrer, der Askese übte, von der eigenen Glutkraft verbrannt, wurde heftig erschöpft; obgleich glutvoll, erkannte er nichts mehr von sich selbst.
Wort für Wort
tapaś caraṃś ca hutabhuk saṃtaptas tasya tejasā bhṛśaṃ glānaś ca tejasvī na sa kiṃ cit prajajñivān
Er, der Opferverzehrer, der Askese übte, von der eigenen Glutkraft verbrannt, wurde heftig erschöpft; obgleich glutvoll, erkannte er nichts mehr von sich selbst.
atha saṃcintayām āsa bhagavān havyavāhanaḥ anyo 'gnir iha lokānāṃ brahmaṇā saṃpravartitaḥ agnitvaṃ vipranaṣṭaṃ hi tapyamānasya me tapaḥ
Da dachte der erhabene Opferträger nach: ‚Ein anderes Feuer wurde hier von Brahmā für die Welten in Gang gesetzt; mein Feuer-Wesen ist ja verloren gegangen, während ich Askese übe –
Wort für Wort
atha saṃcintayām āsa bhagavān havyavāhanaḥ anyo 'gnir iha lokānāṃ brahmaṇā saṃpravartitaḥ agnitvaṃ vipranaṣṭaṃ hi tapyamānasya me tapaḥ
Da dachte der erhabene Opferträger nach: ‚Ein anderes Feuer wurde hier von Brahmā für die Welten in Gang gesetzt; mein Feuer-Wesen ist ja verloren gegangen, während ich Askese übe –
sopāsarpac chanair bhītas tam uvāca tadāṅgirāḥ śīghram eva bhavasvāgnis tvaṃ punar lokabhāvanaḥ vijñātaś cāsi lokeṣu triṣu saṃsthānacāriṣu
Er näherte sich ihm leise, ängstlich. Aṅgiras aber sprach damals zu ihm: ‚Werde rasch wieder Agni, der Weltenerhalter; du bist ja in den drei Welten, allen ihren fest angesiedelten Wesen, bekannt.
Wort für Wort
sopāsarpac chanair bhītas tam uvāca tadāṅgirāḥ śīghram eva bhavasvāgnis tvaṃ punar lokabhāvanaḥ vijñātaś cāsi lokeṣu triṣu saṃsthānacāriṣu
Er näherte sich ihm leise, ängstlich. Aṅgiras aber sprach damals zu ihm: ‚Werde rasch wieder Agni, der Weltenerhalter; du bist ja in den drei Welten, allen ihren fest angesiedelten Wesen, bekannt.
Du, o Agni, wurdest zuerst von Brahmā erschaffen, als Vertreiber der Finsternis; nimm rasch deine eigene Stätte wieder ein, du Finsternis-Verscheucher.‘
Du, o Agni, wurdest zuerst von Brahmā erschaffen, als Vertreiber der Finsternis; nimm rasch deine eigene Stätte wieder ein, du Finsternis-Verscheucher.‘
agnir uvāca naṣṭakīrtir ahaṃ loke bhavāñ jāto hutāśanaḥ bhavantam eva jñāsyanti pāvakaṃ na tu māṃ janāḥ
Agni sprach: ‚Verloren ist mein Ruhm in der Welt; du bist zum Opferverzehrer geworden; dich allein werden die Menschen als das reinigende Feuer erkennen, nicht mich.
Wort für Wort
agnir uvāca naṣṭakīrtir ahaṃ loke bhavāñ jāto hutāśanaḥ bhavantam eva jñāsyanti pāvakaṃ na tu māṃ janāḥ
Agni sprach: ‚Verloren ist mein Ruhm in der Welt; du bist zum Opferverzehrer geworden; dich allein werden die Menschen als das reinigende Feuer erkennen, nicht mich.
aṅgirā uvāca kuru puṇyaṃ prajāsvargyaṃ bhavāgnis timirāpahaḥ māṃ ca deva kuruṣvāgne prathamaṃ putram añjasā
Aṅgiras sprach: ‚Vollbringe Heilsames, das den Nachkommen den Himmel bringt; sei du der Finsternis-vertreibende Agni; und mach mich, o Gott Agni, geradewegs zu deinem erstgeborenen Sohn.‘
Wort für Wort
aṅgirā uvāca kuru puṇyaṃ prajāsvargyaṃ bhavāgnis timirāpahaḥ māṃ ca deva kuruṣvāgne prathamaṃ putram añjasā
Aṅgiras sprach: ‚Vollbringe Heilsames, das den Nachkommen den Himmel bringt; sei du der Finsternis-vertreibende Agni; und mach mich, o Gott Agni, geradewegs zu deinem erstgeborenen Sohn.‘
Hierbei will ich dir die mannigfaltigen, glanzvollen Feuer verkünden, die durch viele Riten berühmt sind, und ihre Vielfalt unter den Brahmanen erklären.“
Hierbei will ich dir die mannigfaltigen, glanzvollen Feuer verkünden, die durch viele Riten berühmt sind, und ihre Vielfalt unter den Brahmanen erklären.“