Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 203: Vyādhagītā (ṣaṣṭho bhāgaḥ) Die Lehre des Jägers (Vyādha-Gītā), sechster und letzter Teil: Die drei Guṇas, die inneren Lebensatem-Ströme und die Erlösung

Der Jäger erklärt die Merkmale der drei Guṇas (Tamas, Rajas, Sattva) am Menschen und wie reine Aufrichtigkeit selbst niederer Geburt zum Brahmanentum verhilft. Auf die Frage nach dem körperlichen Feuer legt er eine detaillierte innere Physiologie dar: die fünf Lebensatem-Ströme (Prāṇa, Apāna, Samāna, Udāna, Vyāna), das im Körper wohnende Feuer der Verdauung, den Puruṣa als Selbst aller Wesen, und den Kṣetrajña (Feldkenner) als die im Leib wie ein Wassertropfen auf dem Lotosblatt weilende Gottheit, verschieden von der bloßen Einzelseele (jīva). Die Lehre gipfelt in der abschließenden Ethik der Vyādha-Gītā: Bezähmung von Zorn und Habgier, Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit, Besitzlosigkeit und Unanhaftung als der Weg zur endgültigen Vereinigung mit dem Brahman – damit endet die große Lehrrede des Jägers von Mithilā.

mārkaṇḍeya uvāca evaṃ tu sūkṣme kathite dharmavyādhena bhārata brāhmaṇaḥ sa punaḥ sūkṣmaṃ papraccha susamāhitaḥ

Mārkaṇḍeya sprach: „Nachdem so Feines vom Dharma-Jäger dargelegt worden war, o Bhārata, fragte jener Brahmane, wohlgesammelten Geistes, abermals nach etwas Feinem:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evaṃ tu sūkṣme kathite dharmavyādhena bhārata brāhmaṇaḥ sa punaḥ sūkṣmaṃ papraccha susamāhitaḥ
Mārkaṇḍeya sprach: „Nachdem so Feines vom Dharma-Jäger dargelegt worden war, o Bhārata, fragte jener Brahmane, wohlgesammelten Geistes, abermals nach etwas Feinem:

brāhmaṇa uvāca sattvasya rajasaś caiva tamasaś ca yathātatham guṇāṃs tattvena me brūhi yathāvad iha pṛcchataḥ

Der Brahmane sprach: ‚Verkünde mir wahrheitsgemäß, wie es sich der Reihe nach verhält, die Eigenschaften von Sattva, Rajas und Tamas, so wie es sich gebührt, da ich hier frage.‘

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca sattvasya rajasaś caiva tamasaś ca yathātatham guṇāṃs tattvena me brūhi yathāvad iha pṛcchataḥ
Der Brahmane sprach: ‚Verkünde mir wahrheitsgemäß, wie es sich der Reihe nach verhält, die Eigenschaften von Sattva, Rajas und Tamas, so wie es sich gebührt, da ich hier frage.‘

vyādha uvāca hanta te kathayiṣyāmi yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi eṣāṃ guṇān pṛthaktvena nibodha gadato mama

Der Jäger sprach: ‚Wohlan, ich will dir verkünden, wonach du mich fragst; vernimm von mir, wie ich die Eigenschaften dieser drei einzeln darlege.

Wort für Wort
vyādha uvāca hanta te kathayiṣyāmi yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi eṣāṃ guṇān pṛthaktvena nibodha gadato mama
Der Jäger sprach: ‚Wohlan, ich will dir verkünden, wonach du mich fragst; vernimm von mir, wie ich die Eigenschaften dieser drei einzeln darlege.

mohātmakaṃ tamas teṣāṃ raja eṣāṃ pravartakam prakāśabahulatvāc ca sattvaṃ jyāya ihocyate

Von diesen ist Tamas von Wesen der Verblendung, Rajas ist ihr Antrieb; und wegen seines reichen Anteils an Klarheit gilt Sattva hier als das Höherwertige.

Wort für Wort
mohātmakaṃ tamas teṣāṃ raja eṣāṃ pravartakam prakāśabahulatvāc ca sattvaṃ jyāya ihocyate
Von diesen ist Tamas von Wesen der Verblendung, Rajas ist ihr Antrieb; und wegen seines reichen Anteils an Klarheit gilt Sattva hier als das Höherwertige.

avidyābahulo mūḍhaḥ svapnaśīlo vicetanaḥ durdṛśīkas tamodhvastaḥ sakrodhas tāmaso 'lasaḥ

Reich an Unwissenheit, verblendet, schlafsüchtig, unbewusst, von trübem Blick, von Tamas überwältigt, zornig und träge – so ist der Tamas-geprägte Mensch.

Wort für Wort
avidyābahulo mūḍhaḥ svapnaśīlo vicetanaḥ durdṛśīkas tamodhvastaḥ sakrodhas tāmaso 'lasaḥ
Reich an Unwissenheit, verblendet, schlafsüchtig, unbewusst, von trübem Blick, von Tamas überwältigt, zornig und träge – so ist der Tamas-geprägte Mensch.

pravṛttavākyo mantrī ca yo 'nurāgy abhyasūyakaḥ vivitsamāno viprarṣe stabdho mānī sa rājasaḥ

Wortreich, ein Ränkeschmied, anhänglich an Dinge, missgünstig, stets nach neuer Erkenntnis strebend, o weiser Seher, starrsinnig und stolz – so ist der Rajas-geprägte Mensch.

Wort für Wort
pravṛttavākyo mantrī ca yo 'nurāgy abhyasūyakaḥ vivitsamāno viprarṣe stabdho mānī sa rājasaḥ
Wortreich, ein Ränkeschmied, anhänglich an Dinge, missgünstig, stets nach neuer Erkenntnis strebend, o weiser Seher, starrsinnig und stolz – so ist der Rajas-geprägte Mensch.

prakāśabahulo dhīro nirvivitso 'nasūyakaḥ akrodhano naro dhīmān dāntaś caiva sa sāttvikaḥ

Reich an Klarheit, standhaft, ohne unruhiges Streben nach immer neuer Erkenntnis, frei von Missgunst, frei von Zorn, weise und selbstbeherrscht – so ist der Sattva-geprägte Mensch.

Wort für Wort
prakāśabahulo dhīro nirvivitso 'nasūyakaḥ akrodhano naro dhīmān dāntaś caiva sa sāttvikaḥ
Reich an Klarheit, standhaft, ohne unruhiges Streben nach immer neuer Erkenntnis, frei von Missgunst, frei von Zorn, weise und selbstbeherrscht – so ist der Sattva-geprägte Mensch.

sāttvikas tv atha saṃbuddho lokavṛttena kliśyate yadā budhyati boddhavyaṃ lokavṛttaṃ jugupsate

Der Sattva-geprägte Mensch aber, sobald er erwacht ist, leidet am Treiben der Welt; wenn er das zu Erkennende erkennt, verabscheut er das Treiben der Welt.

Wort für Wort
sāttvikas tv atha saṃbuddho lokavṛttena kliśyate yadā budhyati boddhavyaṃ lokavṛttaṃ jugupsate
Der Sattva-geprägte Mensch aber, sobald er erwacht ist, leidet am Treiben der Welt; wenn er das zu Erkennende erkennt, verabscheut er das Treiben der Welt.

vairāgyasya hi rūpaṃ tu pūrvam eva pravartate mṛdur bhavaty ahaṃkāraḥ prasīdaty ārjavaṃ ca yat

Denn die Gestalt der Leidenschaftslosigkeit zeigt sich schon zuvor: das Ich-Bewusstsein wird sanft, und die Aufrichtigkeit wird heiter.

Wort für Wort
vairāgyasya hi rūpaṃ tu pūrvam eva pravartate mṛdur bhavaty ahaṃkāraḥ prasīdaty ārjavaṃ ca yat
Denn die Gestalt der Leidenschaftslosigkeit zeigt sich schon zuvor: das Ich-Bewusstsein wird sanft, und die Aufrichtigkeit wird heiter.

tato 'sya sarvadvaṃdvāni praśāmyanti parasparam na cāsya saṃyamo nāma kva cid bhavati kaś cana

Danach kommen alle Gegensatzpaare bei ihm wechselseitig zur Ruhe, und es gibt für ihn nirgends mehr irgendeine erzwungene Selbstbezähmung, da sie ihm zur zweiten Natur geworden ist.

Wort für Wort
tato 'sya sarvadvaṃdvāni praśāmyanti parasparam na cāsya saṃyamo nāma kva cid bhavati kaś cana
Danach kommen alle Gegensatzpaare bei ihm wechselseitig zur Ruhe, und es gibt für ihn nirgends mehr irgendeine erzwungene Selbstbezähmung, da sie ihm zur zweiten Natur geworden ist.

śūdrayonau hi jātasya sadguṇān upatiṣṭhataḥ vaiśyatvaṃ bhavati brahman kṣatriyatvaṃ tathaiva ca

Denn wer in einem Śūdra-Mutterschoß geboren wurde und sich guten Eigenschaften zuwendet, dem wird, o Brahmane, der Vaiśya-Stand zuteil, und ebenso der Kṣatriya-Stand.

Wort für Wort
śūdrayonau hi jātasya sadguṇān upatiṣṭhataḥ vaiśyatvaṃ bhavati brahman kṣatriyatvaṃ tathaiva ca
Denn wer in einem Śūdra-Mutterschoß geboren wurde und sich guten Eigenschaften zuwendet, dem wird, o Brahmane, der Vaiśya-Stand zuteil, und ebenso der Kṣatriya-Stand.

ārjave vartamānasya brāhmaṇyam abhijāyate guṇās te kīrtitāḥ sarve kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi

Wer in Aufrichtigkeit verharrt, dem entsteht das Brahmanentum. Alle diese Eigenschaften wurden dir verkündet; was möchtest du weiter hören?‘

Wort für Wort
ārjave vartamānasya brāhmaṇyam abhijāyate guṇās te kīrtitāḥ sarve kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi
Wer in Aufrichtigkeit verharrt, dem entsteht das Brahmanentum. Alle diese Eigenschaften wurden dir verkündet; was möchtest du weiter hören?‘

brāhmaṇa uvāca pārthivaṃ dhātum āsādya śārīro 'gniḥ kathaṃ bhavet avakāśaviśeṣeṇa kathaṃ vartayate 'nilaḥ

Der Brahmane sprach: ‚Wie verhält sich das körperliche Feuer, wenn es auf den erdhaften Grundstoff trifft? Wie wirkt der Wind durch die besonderen Hohlräume des Körpers?‘

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca pārthivaṃ dhātum āsādya śārīro 'gniḥ kathaṃ bhavet avakāśaviśeṣeṇa kathaṃ vartayate 'nilaḥ
Der Brahmane sprach: ‚Wie verhält sich das körperliche Feuer, wenn es auf den erdhaften Grundstoff trifft? Wie wirkt der Wind durch die besonderen Hohlräume des Körpers?‘

mārkaṇḍeya uvāca praśnam etaṃ samuddiṣṭaṃ brāhmaṇena yudhiṣṭhira vyādhaḥ sa kathayām āsa brāhmaṇāya mahātmane

Mārkaṇḍeya sprach: Diese vom Brahmanen gestellte Frage, o Yudhiṣṭhira, beantwortete der Jäger dem großherzigen Brahmanen so:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca praśnam etaṃ samuddiṣṭaṃ brāhmaṇena yudhiṣṭhira vyādhaḥ sa kathayām āsa brāhmaṇāya mahātmane
Mārkaṇḍeya sprach: Diese vom Brahmanen gestellte Frage, o Yudhiṣṭhira, beantwortete der Jäger dem großherzigen Brahmanen so:

vyādha uvāca mūrdhānam āśrito vahniḥ śarīraṃ paripālayan prāṇo mūrdhani cāgnau ca vartamāno viceṣṭate bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca sarvaṃ prāṇe pratiṣṭhitam

Der Jäger sprach: ‚Im Haupt weilend, schützt das Feuer den Körper; der Lebensatem (prāṇa), im Haupt und im Feuer wirkend, regt sich; Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges, alles ist im Prāṇa gegründet.

Wort für Wort
vyādha uvāca mūrdhānam āśrito vahniḥ śarīraṃ paripālayan prāṇo mūrdhani cāgnau ca vartamāno viceṣṭate bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca sarvaṃ prāṇe pratiṣṭhitam
Der Jäger sprach: ‚Im Haupt weilend, schützt das Feuer den Körper; der Lebensatem (prāṇa), im Haupt und im Feuer wirkend, regt sich; Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges, alles ist im Prāṇa gegründet.

śreṣṭhaṃ tad eva bhūtānāṃ brahmajyotir upāsmahe sa jantuḥ sarvabhūtātmā puruṣaḥ sa sanātanaḥ mano buddhir ahaṃkāro bhūtānāṃ viṣayaś ca saḥ

Dies eben ist das Höchste der Wesen; wir verehren es als das Brahman-Licht; dieses Wesen ist das Selbst aller Wesen, der ewige Puruṣa; er ist Denksinn, Verstand, Ich-Bewusstsein und der Gegenstand der Wesen.

Wort für Wort
śreṣṭhaṃ tad eva bhūtānāṃ brahmajyotir upāsmahe sa jantuḥ sarvabhūtātmā puruṣaḥ sa sanātanaḥ mano buddhir ahaṃkāro bhūtānāṃ viṣayaś ca saḥ
Dies eben ist das Höchste der Wesen; wir verehren es als das Brahman-Licht; dieses Wesen ist das Selbst aller Wesen, der ewige Puruṣa; er ist Denksinn, Verstand, Ich-Bewusstsein und der Gegenstand der Wesen.

evaṃ tv iha sa sarvatra prāṇena paripālyate pṛṣṭhatas tu samānena svāṃ svāṃ gatim upāśritaḥ

So wird er hier überall durch den Prāṇa (den Einatem) geschützt; von hinten aber durch den Samāna, indem jeder Atem seinem eigenen Wirkungsbereich folgt.

Wort für Wort
evaṃ tv iha sa sarvatra prāṇena paripālyate pṛṣṭhatas tu samānena svāṃ svāṃ gatim upāśritaḥ
So wird er hier überall durch den Prāṇa (den Einatem) geschützt; von hinten aber durch den Samāna, indem jeder Atem seinem eigenen Wirkungsbereich folgt.

bastimūle gude caiva pāvakaḥ samupāśritaḥ vahan mūtraṃ purīṣaṃ cāpy apānaḥ parivartate

An der Blasenwurzel und im After weilt das Feuer; Urin und Kot fortführend, wirkt dort der Apāna (der Abwärtsatem).

Wort für Wort
bastimūle gude caiva pāvakaḥ samupāśritaḥ vahan mūtraṃ purīṣaṃ cāpy apānaḥ parivartate
An der Blasenwurzel und im After weilt das Feuer; Urin und Kot fortführend, wirkt dort der Apāna (der Abwärtsatem).

prayatne karmaṇi bale ya ekas triṣu vartate udāna iti taṃ prāhur adhyātmaviduṣo janāḥ

Der eine Atem, der in Anstrengung, Tätigkeit und Kraft zugleich wirkt, den nennen die der Selbsterkenntnis Kundigen den Udāna (den Aufwärtsatem).

Wort für Wort
prayatne karmaṇi bale ya ekas triṣu vartate udāna iti taṃ prāhur adhyātmaviduṣo janāḥ
Der eine Atem, der in Anstrengung, Tätigkeit und Kraft zugleich wirkt, den nennen die der Selbsterkenntnis Kundigen den Udāna (den Aufwärtsatem).

saṃdhau saṃdhau saṃniviṣṭaḥ sarveṣv api tathānilaḥ śarīreṣu manuṣyāṇāṃ vyāna ity upadiṣyate

Der Wind, der in jedem Gelenk der Körper der Menschen zugleich wohnt, wird der Vyāna (der Durchdringungsatem) genannt.

Wort für Wort
saṃdhau saṃdhau saṃniviṣṭaḥ sarveṣv api tathānilaḥ śarīreṣu manuṣyāṇāṃ vyāna ity upadiṣyate
Der Wind, der in jedem Gelenk der Körper der Menschen zugleich wohnt, wird der Vyāna (der Durchdringungsatem) genannt.

dhātuṣv agnis tu vitataḥ sa tu vāyusamīritaḥ rasān dhātūṃś ca doṣāṃś ca vartayan paridhāvati

Das Feuer aber, ausgebreitet in den Körpersäften, vom Wind angetrieben, durchläuft den Körper, indem es die Säfte, die Grundstoffe und die drei Fehlerhaftigkeiten wirken lässt.

Wort für Wort
dhātuṣv agnis tu vitataḥ sa tu vāyusamīritaḥ rasān dhātūṃś ca doṣāṃś ca vartayan paridhāvati
Das Feuer aber, ausgebreitet in den Körpersäften, vom Wind angetrieben, durchläuft den Körper, indem es die Säfte, die Grundstoffe und die drei Fehlerhaftigkeiten wirken lässt.

prāṇānāṃ saṃnipātāt tu saṃnipātaḥ prajāyate ūṣmā cāgnir iti jñeyo yo 'nnaṃ pacati dehinām

Aus dem Zusammentreffen der Atem-Ströme entsteht ein weiteres Zusammentreffen; und die Hitze, die die Speise der Verkörperten verdaut, ist als Feuer zu erkennen.

Wort für Wort
prāṇānāṃ saṃnipātāt tu saṃnipātaḥ prajāyate ūṣmā cāgnir iti jñeyo yo 'nnaṃ pacati dehinām
Aus dem Zusammentreffen der Atem-Ströme entsteht ein weiteres Zusammentreffen; und die Hitze, die die Speise der Verkörperten verdaut, ist als Feuer zu erkennen.

apānodānayor madhye prāṇavyānau samāhitau samanvitas tv adhiṣṭhānaṃ samyak pacati pāvakaḥ

Zwischen Apāna und Udāna, mit Prāṇa und Vyāna vereint, verdaut das Feuer, an seinem Sitz verweilend, die Speise recht.

Wort für Wort
apānodānayor madhye prāṇavyānau samāhitau samanvitas tv adhiṣṭhānaṃ samyak pacati pāvakaḥ
Zwischen Apāna und Udāna, mit Prāṇa und Vyāna vereint, verdaut das Feuer, an seinem Sitz verweilend, die Speise recht.

tasyāpi pāyuparyantas tathā syād gudasaṃjñitaḥ srotāṃsi tasmāj jāyante sarvaprāṇeṣu dehinām

Dessen Bereich reicht bis zum After, der so ‚Guda‘ (Darmausgang) genannt wird; daraus entstehen die Kanäle in allen Lebensströmen der Verkörperten.

Wort für Wort
tasyāpi pāyuparyantas tathā syād gudasaṃjñitaḥ srotāṃsi tasmāj jāyante sarvaprāṇeṣu dehinām
Dessen Bereich reicht bis zum After, der so ‚Guda‘ (Darmausgang) genannt wird; daraus entstehen die Kanäle in allen Lebensströmen der Verkörperten.

agnivegavahaḥ prāṇo gudānte pratihanyate sa ūrdhvam āgamya punaḥ samutkṣipati pāvakam

Der Prāṇa, der die Kraft des Feuers trägt, wird am Ende des Afters zurückgeworfen; er steigt wieder nach oben und facht das Feuer von neuem an.

Wort für Wort
agnivegavahaḥ prāṇo gudānte pratihanyate sa ūrdhvam āgamya punaḥ samutkṣipati pāvakam
Der Prāṇa, der die Kraft des Feuers trägt, wird am Ende des Afters zurückgeworfen; er steigt wieder nach oben und facht das Feuer von neuem an.

pakvāśayas tv adho nābhyā ūrdhvam āmāśayaḥ sthitaḥ nābhimadhye śarīrasya prāṇāḥ sarve pratiṣṭhitāḥ

Der Ort der verdauten Speise liegt unterhalb des Nabels, der Ort der unverdauten Speise oberhalb; in der Mitte des Körpers, beim Nabel, sind alle Atem-Ströme gegründet.

Wort für Wort
pakvāśayas tv adho nābhyā ūrdhvam āmāśayaḥ sthitaḥ nābhimadhye śarīrasya prāṇāḥ sarve pratiṣṭhitāḥ
Der Ort der verdauten Speise liegt unterhalb des Nabels, der Ort der unverdauten Speise oberhalb; in der Mitte des Körpers, beim Nabel, sind alle Atem-Ströme gegründet.

pravṛttā hṛdayāt sarvās tiryag ūrdhvam adhas tathā vahanty annarasān nāḍyo daśa prāṇapracoditāḥ

Vom Herzen ausgehend, quer, nach oben und ebenso nach unten, tragen alle zehn, vom Prāṇa angetriebenen Kanäle (Nāḍīs) die Nahrungssäfte.

Wort für Wort
pravṛttā hṛdayāt sarvās tiryag ūrdhvam adhas tathā vahanty annarasān nāḍyo daśa prāṇapracoditāḥ
Vom Herzen ausgehend, quer, nach oben und ebenso nach unten, tragen alle zehn, vom Prāṇa angetriebenen Kanäle (Nāḍīs) die Nahrungssäfte.

yoginām eṣa mārgas tu yena gacchanti tatparam jitaklamāsanā dhīrā mūrdhany ātmānam ādadhuḥ evaṃ sarveṣu vitatau prāṇāpānau hi dehiṣu

Dies ist der Pfad der Yogins, auf dem sie zu jenem Höchsten gelangen; standhaft, die Ermüdung durch ihre Sitzhaltung überwunden, setzen sie ihr Selbst im Haupt fest; so sind Prāṇa und Apāna bei allen Verkörperten ausgebreitet.

Wort für Wort
yoginām eṣa mārgas tu yena gacchanti tatparam jitaklamāsanā dhīrā mūrdhany ātmānam ādadhuḥ evaṃ sarveṣu vitatau prāṇāpānau hi dehiṣu
Dies ist der Pfad der Yogins, auf dem sie zu jenem Höchsten gelangen; standhaft, die Ermüdung durch ihre Sitzhaltung überwunden, setzen sie ihr Selbst im Haupt fest; so sind Prāṇa und Apāna bei allen Verkörperten ausgebreitet.

ekādaśavikārātmā kalāsaṃbhārasaṃbhṛtaḥ mūrtimantaṃ hi taṃ viddhi nityaṃ karmajitātmakam

Wisse, dass dieser Leib, von elffacher Abwandlung, aus der Zusammenfügung der Sinnesteile zusammengesetzt, das verkörperte, stets durch Taten bezwungene Selbst ist.

Wort für Wort
ekādaśavikārātmā kalāsaṃbhārasaṃbhṛtaḥ mūrtimantaṃ hi taṃ viddhi nityaṃ karmajitātmakam
Wisse, dass dieser Leib, von elffacher Abwandlung, aus der Zusammenfügung der Sinnesteile zusammengesetzt, das verkörperte, stets durch Taten bezwungene Selbst ist.

tasmin yaḥ saṃsthito hy agnir nityaṃ sthālyām ivāhitaḥ ātmānaṃ taṃ vijānīhi nityaṃ yogajitātmakam

Wisse, dass das Feuer, das in ihm beständig weilt, wie in einem Topf entzündet, das Selbst ist, das stets durch Yoga bezwungen wird.

Wort für Wort
tasmin yaḥ saṃsthito hy agnir nityaṃ sthālyām ivāhitaḥ ātmānaṃ taṃ vijānīhi nityaṃ yogajitātmakam
Wisse, dass das Feuer, das in ihm beständig weilt, wie in einem Topf entzündet, das Selbst ist, das stets durch Yoga bezwungen wird.

devo yaḥ saṃsthitas tasminn abbindur iva puṣkare kṣetrajñaṃ taṃ vijānīhi nityaṃ tyāgajitātmakam

Wisse, dass die Gottheit, die darin weilt wie ein Wassertropfen auf einem Lotosblatt, der Kṣetrajña (der Feldkenner) ist, stets durch Entsagung bezwungen.

Wort für Wort
devo yaḥ saṃsthitas tasminn abbindur iva puṣkare kṣetrajñaṃ taṃ vijānīhi nityaṃ tyāgajitātmakam
Wisse, dass die Gottheit, die darin weilt wie ein Wassertropfen auf einem Lotosblatt, der Kṣetrajña (der Feldkenner) ist, stets durch Entsagung bezwungen.

jīvātmakāni jānīhi rajaḥ sattvaṃ tamas tathā jīvam ātmaguṇaṃ viddhi tathātmānaṃ parātmakam

Wisse, dass Rajas, Sattva und ebenso Tamas dem Wesen der Einzelseele (jīva) angehören; erkenne die Einzelseele als Eigenschaft des Selbst, und ebenso das Selbst als von höherem Selbst-Wesen.

Wort für Wort
jīvātmakāni jānīhi rajaḥ sattvaṃ tamas tathā jīvam ātmaguṇaṃ viddhi tathātmānaṃ parātmakam
Wisse, dass Rajas, Sattva und ebenso Tamas dem Wesen der Einzelseele (jīva) angehören; erkenne die Einzelseele als Eigenschaft des Selbst, und ebenso das Selbst als von höherem Selbst-Wesen.

sacetanaṃ jīvaguṇaṃ vadanti sa ceṣṭate ceṣṭayate ca sarvam tataḥ paraṃ kṣetravido vadanti prākalpayad yo bhuvanāni sapta

Sie nennen die Einzelseele mit Bewusstsein begabt; sie regt sich und bringt alles andere in Bewegung; darüber hinaus gebe es ein noch Höheres, sagen die Feldkenner – das, was die sieben Welten erschaffen hat.

Wort für Wort
sacetanaṃ jīvaguṇaṃ vadanti sa ceṣṭate ceṣṭayate ca sarvam tataḥ paraṃ kṣetravido vadanti prākalpayad yo bhuvanāni sapta
Sie nennen die Einzelseele mit Bewusstsein begabt; sie regt sich und bringt alles andere in Bewegung; darüber hinaus gebe es ein noch Höheres, sagen die Feldkenner – das, was die sieben Welten erschaffen hat.

evaṃ sarveṣu bhūteṣu bhūtātmā na prakāśate dṛśyate tv agryayā buddhyā sūkṣmayā jñānavedibhiḥ

So offenbart sich das Selbst der Wesen nicht ohne weiteres in allen Wesen; es wird aber durch höchsten, feinen Verstand von den Erkenntniskundigen geschaut.

Wort für Wort
evaṃ sarveṣu bhūteṣu bhūtātmā na prakāśate dṛśyate tv agryayā buddhyā sūkṣmayā jñānavedibhiḥ
So offenbart sich das Selbst der Wesen nicht ohne weiteres in allen Wesen; es wird aber durch höchsten, feinen Verstand von den Erkenntniskundigen geschaut.

cittasya hi prasādena hanti karma śubhāśubham prasannātmātmani sthitvā sukham ānantyam aśnute

Denn durch die Heiterkeit des Geistes vernichtet man heilvolles wie unheilvolles Karma; heiteren Selbstes, im Selbst verweilend, genießt man endloses Glück.

Wort für Wort
cittasya hi prasādena hanti karma śubhāśubham prasannātmātmani sthitvā sukham ānantyam aśnute
Denn durch die Heiterkeit des Geistes vernichtet man heilvolles wie unheilvolles Karma; heiteren Selbstes, im Selbst verweilend, genießt man endloses Glück.

lakṣaṇaṃ tu prasādasya yathā tṛptaḥ sukhaṃ svapet nivāte vā yathā dīpo dīpyet kuśaladīpitaḥ

Das Kennzeichen dieser Heiterkeit ist: wie ein Gesättigter glücklich schläft, oder wie eine Lampe an windstillem Ort ruhig brennt, kunstvoll entzündet.

Wort für Wort
lakṣaṇaṃ tu prasādasya yathā tṛptaḥ sukhaṃ svapet nivāte vā yathā dīpo dīpyet kuśaladīpitaḥ
Das Kennzeichen dieser Heiterkeit ist: wie ein Gesättigter glücklich schläft, oder wie eine Lampe an windstillem Ort ruhig brennt, kunstvoll entzündet.

pūrvarātre pare caiva yuñjānaḥ satataṃ manaḥ laghvāhāro viśuddhātmā paśyann ātmānam ātmani

In der ersten wie in der letzten Nachtwache stets den Geist in Meditation einend, mäßig an Speise, geläuterten Selbstes, das Selbst im Selbst erblickend –

Wort für Wort
pūrvarātre pare caiva yuñjānaḥ satataṃ manaḥ laghvāhāro viśuddhātmā paśyann ātmānam ātmani
In der ersten wie in der letzten Nachtwache stets den Geist in Meditation einend, mäßig an Speise, geläuterten Selbstes, das Selbst im Selbst erblickend –

pradīpteneva dīpena manodīpena paśyati dṛṣṭvātmānaṃ nirātmānaṃ tadā sa tu vimucyate

wie mit einer entzündeten Lampe sieht er mit der Lampe des Geistes; und hat er das Selbst als das Nicht-Selbst erblickt, dann wird er erlöst.

Wort für Wort
pradīpteneva dīpena manodīpena paśyati dṛṣṭvātmānaṃ nirātmānaṃ tadā sa tu vimucyate
wie mit einer entzündeten Lampe sieht er mit der Lampe des Geistes; und hat er das Selbst als das Nicht-Selbst erblickt, dann wird er erlöst.

sarvopāyais tu lobhasya krodhasya ca vinigrahaḥ etat pavitraṃ yajñānāṃ tapo vai saṃkramo mataḥ

Die Bezähmung von Habgier und Zorn mit allen Mitteln – dies gilt als das reinigende Element der Opfer, als Askese, ja als der wahre Übergang zum Höchsten.

Wort für Wort
sarvopāyais tu lobhasya krodhasya ca vinigrahaḥ etat pavitraṃ yajñānāṃ tapo vai saṃkramo mataḥ
Die Bezähmung von Habgier und Zorn mit allen Mitteln – dies gilt als das reinigende Element der Opfer, als Askese, ja als der wahre Übergang zum Höchsten.

nityaṃ krodhāt tapo rakṣec chriyaṃ rakṣeta matsarāt vidyāṃ mānāpamānābhyām ātmānaṃ tu pramādataḥ

Man schütze stets die Askese vor dem Zorn, den Glanz vor dem Neid, das Wissen vor Ehre und Unehre, und das Selbst vor der Unachtsamkeit.

Wort für Wort
nityaṃ krodhāt tapo rakṣec chriyaṃ rakṣeta matsarāt vidyāṃ mānāpamānābhyām ātmānaṃ tu pramādataḥ
Man schütze stets die Askese vor dem Zorn, den Glanz vor dem Neid, das Wissen vor Ehre und Unehre, und das Selbst vor der Unachtsamkeit.

ānṛśaṃsyaṃ paro dharmaḥ kṣamā ca paramaṃ balam ātmajñānaṃ paraṃ jñānaṃ paraṃ satyavrataṃ vratam

Milde ist der höchste Dharma, Geduld die höchste Kraft, Selbsterkenntnis die höchste Erkenntnis, und das Gelübde der Wahrhaftigkeit das höchste Gelübde.

Wort für Wort
ānṛśaṃsyaṃ paro dharmaḥ kṣamā ca paramaṃ balam ātmajñānaṃ paraṃ jñānaṃ paraṃ satyavrataṃ vratam
Milde ist der höchste Dharma, Geduld die höchste Kraft, Selbsterkenntnis die höchste Erkenntnis, und das Gelübde der Wahrhaftigkeit das höchste Gelübde.

satyasya vacanaṃ śreyaḥ satyaṃ jñānaṃ hitaṃ bhavet yad bhūtahitam atyantaṃ tad vai satyaṃ paraṃ matam

Das Sprechen der Wahrheit ist heilsam; Wahrheit sollte zum Wohl der Erkenntnis dienen; was den Wesen zum höchsten Wohl gereicht, das gilt als die höchste Wahrheit.

Wort für Wort
satyasya vacanaṃ śreyaḥ satyaṃ jñānaṃ hitaṃ bhavet yad bhūtahitam atyantaṃ tad vai satyaṃ paraṃ matam
Das Sprechen der Wahrheit ist heilsam; Wahrheit sollte zum Wohl der Erkenntnis dienen; was den Wesen zum höchsten Wohl gereicht, das gilt als die höchste Wahrheit.

yasya sarve samārambhāḥ nirāśīrbandhanāḥ sadā tyāge yasya hutaṃ sarvaṃ sa tyāgī sa ca buddhimān

Wessen Unternehmungen alle stets frei von Wunsch-Bindung sind, wer alles der Entsagung geopfert hat, der ist ein wahrer Entsager und ein Weiser.

Wort für Wort
yasya sarve samārambhāḥ nirāśīrbandhanāḥ sadā tyāge yasya hutaṃ sarvaṃ sa tyāgī sa ca buddhimān
Wessen Unternehmungen alle stets frei von Wunsch-Bindung sind, wer alles der Entsagung geopfert hat, der ist ein wahrer Entsager und ein Weiser.

yato na gurur apy enaṃ cyāvayed upapādayan taṃ vidyād brahmaṇo yogaṃ viyogaṃ yogasaṃjñitam

Wovon ihn selbst ein Lehrer nicht mehr abbringen kann, auch wenn er Gegengründe vorbringt – das erkenne als die Vereinigung mit dem Brahman, die als ‚Trennung‘ bezeichnete wahre Vereinigung.

Wort für Wort
yato na gurur apy enaṃ cyāvayed upapādayan taṃ vidyād brahmaṇo yogaṃ viyogaṃ yogasaṃjñitam
Wovon ihn selbst ein Lehrer nicht mehr abbringen kann, auch wenn er Gegengründe vorbringt – das erkenne als die Vereinigung mit dem Brahman, die als ‚Trennung‘ bezeichnete wahre Vereinigung.

na hiṃsyāt sarvabhūtāni maitrāyaṇagataś caret nedaṃ jīvitam āsādya vairaṃ kurvīta kena cit

Man verletze keines der Wesen, sondern wandle in Freundschaft mit allen; man hege, da man dieses Leben erlangt hat, mit niemandem Feindschaft.

Wort für Wort
na hiṃsyāt sarvabhūtāni maitrāyaṇagataś caret nedaṃ jīvitam āsādya vairaṃ kurvīta kena cit
Man verletze keines der Wesen, sondern wandle in Freundschaft mit allen; man hege, da man dieses Leben erlangt hat, mit niemandem Feindschaft.

ākiṃcanyaṃ susaṃtoṣo nirāśitvam acāpalam etad eva paraṃ jñānaṃ sadātmajñānam uttamam

Besitzlosigkeit, vollkommene Zufriedenheit, Wunschlosigkeit und Unerschütterlichkeit – eben dies ist die höchste Erkenntnis, die beständige, oberste Selbsterkenntnis.

Wort für Wort
ākiṃcanyaṃ susaṃtoṣo nirāśitvam acāpalam etad eva paraṃ jñānaṃ sadātmajñānam uttamam
Besitzlosigkeit, vollkommene Zufriedenheit, Wunschlosigkeit und Unerschütterlichkeit – eben dies ist die höchste Erkenntnis, die beständige, oberste Selbsterkenntnis.

parigrahaṃ parityajya bhava buddhyā yatavrataḥ aśokaṃ sthānam ātiṣṭhen niścalaṃ pretya ceha ca

Gib allen Besitz auf und werde durch Einsicht ein Mensch festen Gelübdes; erreiche die kummerlose, unerschütterliche Stätte, hier wie im Jenseits.

Wort für Wort
parigrahaṃ parityajya bhava buddhyā yatavrataḥ aśokaṃ sthānam ātiṣṭhen niścalaṃ pretya ceha ca
Gib allen Besitz auf und werde durch Einsicht ein Mensch festen Gelübdes; erreiche die kummerlose, unerschütterliche Stätte, hier wie im Jenseits.

taponityena dāntena muninā saṃyatātmanā ajitaṃ jetukāmena bhāvyaṃ saṅgeṣv asaṅginā

Man sollte, stets der Askese ergeben, selbstbeherrscht, ein schweigsamer Weiser von gezügeltem Selbst sein, der das Unbezwungene zu bezwingen wünscht, unangehaftet inmitten der Anhaftungen.

Wort für Wort
taponityena dāntena muninā saṃyatātmanā ajitaṃ jetukāmena bhāvyaṃ saṅgeṣv asaṅginā
Man sollte, stets der Askese ergeben, selbstbeherrscht, ein schweigsamer Weiser von gezügeltem Selbst sein, der das Unbezwungene zu bezwingen wünscht, unangehaftet inmitten der Anhaftungen.

guṇāguṇam anāsaṅgam ekakāryam anantaram etad brāhmaṇa te vṛttam āhur ekapadaṃ sukham

Frei von Anhaftung an Tugend und Untugend, unangehaftet, nur einem Ziel zugewandt, ohne Unterbrechung – dies, o Brahmane, nennt man den wahren Wandel, das eine, wahrhaft glückliche Wort.

Wort für Wort
guṇāguṇam anāsaṅgam ekakāryam anantaram etad brāhmaṇa te vṛttam āhur ekapadaṃ sukham
Frei von Anhaftung an Tugend und Untugend, unangehaftet, nur einem Ziel zugewandt, ohne Unterbrechung – dies, o Brahmane, nennt man den wahren Wandel, das eine, wahrhaft glückliche Wort.

parityajati yo duḥkhaṃ sukhaṃ cāpy ubhayaṃ naraḥ brahma prāpnoti so 'tyantam asaṅgena ca gacchati

Der Mensch, der Leid wie Glück, beides, aufgibt, erlangt das Brahman gänzlich und geht dorthin durch Unanhaftung.

Wort für Wort
parityajati yo duḥkhaṃ sukhaṃ cāpy ubhayaṃ naraḥ brahma prāpnoti so 'tyantam asaṅgena ca gacchati
Der Mensch, der Leid wie Glück, beides, aufgibt, erlangt das Brahman gänzlich und geht dorthin durch Unanhaftung.

yathāśrutam idaṃ sarvaṃ samāsena dvijottama etat te sarvam ākhyātaṃ kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi

Dies alles, wie ich es vernommen habe, habe ich dir in Kürze dargelegt, o Bester der Zweifachgeborenen; dies alles wurde dir verkündet; was möchtest du weiter hören?‘“

Wort für Wort
yathāśrutam idaṃ sarvaṃ samāsena dvijottama etat te sarvam ākhyātaṃ kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi
Dies alles, wie ich es vernommen habe, habe ich dir in Kürze dargelegt, o Bester der Zweifachgeborenen; dies alles wurde dir verkündet; was möchtest du weiter hören?‘“

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