Kapitel 210: Pāñcajanyopākhyānam
Die Erzählung von Pāñcajanya
Mārkaṇḍeya setzt den Feuer-Katalog fort: sechs Asketen (Kāśyapa, Vāsiṣṭha, Prāṇa, Prāṇaputraka, Agni Āṅgirasa und Cyavana Triṣuvarcaka) üben gemeinsam jahrelange Askese um eines Sohnes willen und bringen durch Meditation über die fünf großen Vyāhṛtis den fünffarbigen, glutvollen Pāñcajanya hervor. Aus dessen Körperteilen entstehen weitere Gestalten (Sāman-Melodien, Götter, die Ahnen-Söhne), darunter auch fünfzehn opferraubende Dämonen-Götter, die den rechten Opferfeuern nachstellen, aber durch Mantras und das ordnungsgemäß errichtete Feuer abgewehrt werden. Das Kapitel schließt mit der Freude der Asketen über ihre so erlangten Söhne. Mehrere Stellen (v.7, v.18) sind sprachlich stark verdichtet und bleiben in Einzelheiten unsicher; dies wird jeweils gekennzeichnet.
sie übten viele Jahre lang strenge Askese, um einen Sohn zu erlangen: ‚Einen so rechtschaffenen Sohn mögen wir erlangen, an Ruhm der heiligen Kraft (Brahman) gleich!‘
sie übten viele Jahre lang strenge Askese, um einen Sohn zu erlangen: ‚Einen so rechtschaffenen Sohn mögen wir erlangen, an Ruhm der heiligen Kraft (Brahman) gleich!‘
Aus seinem Haupt entstanden Bṛhat und Rathaṃtara; aus dem Mund, mit Kraft, [entstand] Ahar [?]; aus dem Nabel, mit Macht, Śiva und Indra; aus dem Atem erschuf er Vāyu und Agni.
Aus seinem Haupt entstanden Bṛhat und Rathaṃtara; aus dem Mund, mit Kraft, [entstand] Ahar [?]; aus dem Nabel, mit Macht, Śiva und Indra; aus dem Atem erschuf er Vāyu und Agni.
Die genaue Zuordnung von Körperteil zu erschaffener Gestalt ist in diesem knappen Aufzählungsvers nicht in jedem Fall eindeutig (insbesondere die Wendung ‚tarasāharau‘); die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Wortanalyse, ohne die Unsicherheit zu verbergen.
bāhubhyām anudāttau ca viśve bhūtāni caiva ha etān sṛṣṭvā tataḥ pañca pitṝṇām asṛjat sutān
Aus den Armen die beiden Anudātta-Töne, und die Viśvedevas nebst allen Wesen; nachdem er dies alles erschaffen hatte, zeugte er darauf fünf Söhne der Ahnen (Pitṛs).
Wort für Wort
bāhubhyām anudāttau ca viśve bhūtāni caiva ha etān sṛṣṭvā tataḥ pañca pitṝṇām asṛjat sutān
Aus den Armen die beiden Anudātta-Töne, und die Viśvedevas nebst allen Wesen; nachdem er dies alles erschaffen hatte, zeugte er darauf fünf Söhne der Ahnen (Pitṛs).
Das aufgeschichtete Feuer, das Opfer emportragend, hält sie mit seinen beiden Seiten fern; durch Mantras besänftigt, rauben sie die geopferte Gabe des Opfers nicht.
Das aufgeschichtete Feuer, das Opfer emportragend, hält sie mit seinen beiden Seiten fern; durch Mantras besänftigt, rauben sie die geopferte Gabe des Opfers nicht.
Der Sohn eben des Bṛhaduktha-Tapas [?], auf der Erde weilend, wird beim Agnihotra-Opfer, wenn geopfert wird, auf der Erde von den Rechtschaffenen verehrt.
Der Sohn eben des Bṛhaduktha-Tapas [?], auf der Erde weilend, wird beim Agnihotra-Opfer, wenn geopfert wird, auf der Erde von den Rechtschaffenen verehrt.
Die Zusammensetzung ‚bṛhadukthatapasyaiva putro‘ lässt offen, ob ein Sohn namens Bṛhaduktha, der durch Tapas entstand, gemeint ist, oder eine andere Verbindung; die Übersetzung bleibt bewusst nah am Wortlaut.
rathaṃtaraś ca tapasaḥ putro 'gniḥ paripaṭhyate mitravindāya vai tasya havir adhvaryavo viduḥ mumude paramaprītaḥ saha putrair mahāyaśāḥ
Und Rathaṃtara, der Sohn der Askese, wird als Feuer aufgezählt; für Mitravinda, so wissen die Adhvaryu-Priester, ist seine Opfergabe bestimmt. Höchst erfreut frohlockte der hochberühmte [Asket] zusammen mit seinen Söhnen.“
Wort für Wort
rathaṃtaraś ca tapasaḥ putro 'gniḥ paripaṭhyate mitravindāya vai tasya havir adhvaryavo viduḥ mumude paramaprītaḥ saha putrair mahāyaśāḥ
Und Rathaṃtara, der Sohn der Askese, wird als Feuer aufgezählt; für Mitravinda, so wissen die Adhvaryu-Priester, ist seine Opfergabe bestimmt. Höchst erfreut frohlockte der hochberühmte [Asket] zusammen mit seinen Söhnen.“