Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 186: Mārkaṇḍeyadarśanam Mārkaṇḍeyas Vision der Weltauflösung und des kosmischen Kindes

Auf Yudhiṣṭhiras Frage nach seiner unermesslichen Lebensdauer erzählt Mārkaṇḍeya zunächst die Lehre von den vier Weltzeitaltern (Kṛta, Tretā, Dvāpara, Kali) und schildert eindringlich den sittlichen Verfall am Ende des Kaliyuga, dann den kosmischen Weltenbrand und die zwölfjährige Sintflut, die alle Welten auslöscht. Als einziger Überlebender in der Urflut findet er einen riesigen Banyanbaum, auf dessen Zweig ein göttliches Kind ruht – der im Höchsten Weilende (Nārāyaṇa/Viṣṇu) in kindlicher Gestalt, mit dem Zeichen des Śrīvatsa. Auf dessen Einladung tritt Mārkaṇḍeya in den Körper des Kindes ein und durchwandert dort über hundert Jahre lang die gesamte, in dessen Leib enthaltene Welt mit allen Flüssen, Bergen, Wesen und Göttern, bevor er wieder ausgestoßen wird. Das Kapitel endet mit Mārkaṇḍeyas ehrfürchtiger Frage nach dem Sinn dieser Vision, auf die der Gott zu antworten beginnt.

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ sa punar evātha mārkaṇḍeyaṃ yaśasvinam papraccha vinayopeto dharmarājo yudhiṣṭhiraḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Da befragte der Dharmakönig Yudhiṣṭhira, von Demut erfüllt, wiederum den ruhmreichen Mārkaṇḍeya:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ sa punar evātha mārkaṇḍeyaṃ yaśasvinam papraccha vinayopeto dharmarājo yudhiṣṭhiraḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Da befragte der Dharmakönig Yudhiṣṭhira, von Demut erfüllt, wiederum den ruhmreichen Mārkaṇḍeya:

naike yugasahasrāntās tvayā dṛṣṭā mahāmune na cāpīha samaḥ kaś cid āyuṣā tava vidyate varjayitvā mahātmānaṃ brāhmaṇaṃ parameṣṭhinam

„Nicht nur eines der Enden von tausend Weltzeitaltern hast du gesehen, o großer Weiser; und niemand ist hier an Lebensdauer dir gleich, abgesehen von dem hochgesinnten Brahmanen, dem im Höchsten Weilenden.

Wort für Wort
naike yugasahasrāntās tvayā dṛṣṭā mahāmune na cāpīha samaḥ kaś cid āyuṣā tava vidyate varjayitvā mahātmānaṃ brāhmaṇaṃ parameṣṭhinam
„Nicht nur eines der Enden von tausend Weltzeitaltern hast du gesehen, o großer Weiser; und niemand ist hier an Lebensdauer dir gleich, abgesehen von dem hochgesinnten Brahmanen, dem im Höchsten Weilenden.

anantarikṣe loke 'smin devadānavavarjite tvam eva pralaye vipra brahmāṇam upatiṣṭhasi

In dieser Welt des Luftraums, frei von Göttern und Dānavas, wartest du allein, o Weiser, bei der Auflösung Brahmā auf.

Wort für Wort
anantarikṣe loke 'smin devadānavavarjite tvam eva pralaye vipra brahmāṇam upatiṣṭhasi
In dieser Welt des Luftraums, frei von Göttern und Dānavas, wartest du allein, o Weiser, bei der Auflösung Brahmā auf.

pralaye cāpi nirvṛtte prabuddhe ca pitāmahe tvam eva sṛjyamānāni bhūtānīha prapaśyasi

Und nach vollendeter Auflösung, wenn der Großvater wieder erwacht ist, siehst du allein hier die Geschöpfe, die wieder erschaffen werden,

Wort für Wort
pralaye cāpi nirvṛtte prabuddhe ca pitāmahe tvam eva sṛjyamānāni bhūtānīha prapaśyasi
Und nach vollendeter Auflösung, wenn der Großvater wieder erwacht ist, siehst du allein hier die Geschöpfe, die wieder erschaffen werden,

caturvidhāni viprarṣe yathāvat parameṣṭhinā vāyubhūtā diśaḥ kṛtvā vikṣipyāpas tatas tataḥ

vierfach, o Weiser, wie es sich gehört, durch den im Höchsten Weilenden, nachdem er die Himmelsrichtungen zu Wind gemacht und die Wasser hierhin und dorthin verstreut hat.

Wort für Wort
caturvidhāni viprarṣe yathāvat parameṣṭhinā vāyubhūtā diśaḥ kṛtvā vikṣipyāpas tatas tataḥ
vierfach, o Weiser, wie es sich gehört, durch den im Höchsten Weilenden, nachdem er die Himmelsrichtungen zu Wind gemacht und die Wasser hierhin und dorthin verstreut hat.

tvayā lokaguruḥ sākṣāt sarvalokapitāmahaḥ ārādhito dvijaśreṣṭha tatpareṇa samādhinā

Von dir wurde der Weltenlehrer selbst, der Großvater aller Welten, verehrt, o Bester der Zweifachgeborenen, mit jener höchsten Sammlung.

Wort für Wort
tvayā lokaguruḥ sākṣāt sarvalokapitāmahaḥ ārādhito dvijaśreṣṭha tatpareṇa samādhinā
Von dir wurde der Weltenlehrer selbst, der Großvater aller Welten, verehrt, o Bester der Zweifachgeborenen, mit jener höchsten Sammlung.

tasmāt sarvāntako mṛtyur jarā vā dehanāśinī na tvā viśati viprarṣe prasādāt parameṣṭhinaḥ

Darum dringt weder der alles beendende Tod noch das körperzerstörende Alter in dich ein, o Weiser, durch die Gnade des im Höchsten Weilenden.

Wort für Wort
tasmāt sarvāntako mṛtyur jarā vā dehanāśinī na tvā viśati viprarṣe prasādāt parameṣṭhinaḥ
Darum dringt weder der alles beendende Tod noch das körperzerstörende Alter in dich ein, o Weiser, durch die Gnade des im Höchsten Weilenden.

yadā naiva ravir nāgnir na vāyur na ca candramāḥ naivāntarikṣaṃ naivorvī śeṣaṃ bhavati kiṃ cana

Wenn weder die Sonne noch das Feuer, weder der Wind noch der Mond, weder der Luftraum noch die Erde – nichts mehr übrig bleibt,

Wort für Wort
yadā naiva ravir nāgnir na vāyur na ca candramāḥ naivāntarikṣaṃ naivorvī śeṣaṃ bhavati kiṃ cana
Wenn weder die Sonne noch das Feuer, weder der Wind noch der Mond, weder der Luftraum noch die Erde – nichts mehr übrig bleibt,

tasminn ekārṇave loke naṣṭe sthāvarajaṅgame naṣṭe devāsuragaṇe samutsannamahorage

wenn in jener einen Wasserflut die Welt vergangen ist, das Bewegliche und Unbewegliche, wenn die Scharen der Götter und Asuras vergangen sind, die großen Schlangen ausgelöscht,

Wort für Wort
tasminn ekārṇave loke naṣṭe sthāvarajaṅgame naṣṭe devāsuragaṇe samutsannamahorage
wenn in jener einen Wasserflut die Welt vergangen ist, das Bewegliche und Unbewegliche, wenn die Scharen der Götter und Asuras vergangen sind, die großen Schlangen ausgelöscht,

śayānam amitātmānaṃ padme padmaniketanam tvam ekaḥ sarvabhūteśaṃ brahmāṇam upatiṣṭhasi

dann wartest du allein dem Schlafenden auf, dem Unermesslichen, dem Herrn aller Wesen, der auf dem Lotos ruht, im Lotos wohnt, dem Brahmā.

Wort für Wort
śayānam amitātmānaṃ padme padmaniketanam tvam ekaḥ sarvabhūteśaṃ brahmāṇam upatiṣṭhasi
dann wartest du allein dem Schlafenden auf, dem Unermesslichen, dem Herrn aller Wesen, der auf dem Lotos ruht, im Lotos wohnt, dem Brahmā.

etat pratyakṣataḥ sarvaṃ pūrvavṛttaṃ dvijottama tasmād icchāmahe śrotuṃ sarvahetvātmikāṃ kathām

All dies Vergangene, o Bester der Zweifachgeborenen, hast du mit eigenen Augen gesehen; darum möchten wir die Erzählung hören, die den Grund von allem in sich trägt.

Wort für Wort
etat pratyakṣataḥ sarvaṃ pūrvavṛttaṃ dvijottama tasmād icchāmahe śrotuṃ sarvahetvātmikāṃ kathām
All dies Vergangene, o Bester der Zweifachgeborenen, hast du mit eigenen Augen gesehen; darum möchten wir die Erzählung hören, die den Grund von allem in sich trägt.

anubhūtaṃ hi bahuśas tvayaikena dvijottama na te 'sty aviditaṃ kiṃ cit sarvalokeṣu nityadā

Denn du allein, o Bester der Zweifachgeborenen, hast es vielfach selbst erfahren; nichts gibt es, das dir in allen Welten je unbekannt wäre.“

Wort für Wort
anubhūtaṃ hi bahuśas tvayaikena dvijottama na te 'sty aviditaṃ kiṃ cit sarvalokeṣu nityadā
Denn du allein, o Bester der Zweifachgeborenen, hast es vielfach selbst erfahren; nichts gibt es, das dir in allen Welten je unbekannt wäre.“

mārkaṇḍeya uvāca hanta te kathayiṣyāmi namaskṛtvā svayambhuve puruṣāya purāṇāya śāśvatāyāvyayāya ca

„Wohlan, ich will es dir erzählen, nachdem ich mich vor dem Selbstentstandenen verneigt habe, dem uralten, ewigen, unvergänglichen Puruṣa.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca hanta te kathayiṣyāmi namaskṛtvā svayambhuve puruṣāya purāṇāya śāśvatāyāvyayāya ca
„Wohlan, ich will es dir erzählen, nachdem ich mich vor dem Selbstentstandenen verneigt habe, dem uralten, ewigen, unvergänglichen Puruṣa.

ya eṣa pṛthudīrghākṣaḥ pītavāsā janārdanaḥ eṣa kartā vikartā ca sarvabhāvanabhūtakṛt

Er, der Breit- und Langäugige, gelbgewandet, Janārdana, er ist der Schöpfer und der Zerstörer, der Hervorbringer aller Wesen und aller Geschöpfe,

Wort für Wort
ya eṣa pṛthudīrghākṣaḥ pītavāsā janārdanaḥ eṣa kartā vikartā ca sarvabhāvanabhūtakṛt
Er, der Breit- und Langäugige, gelbgewandet, Janārdana, er ist der Schöpfer und der Zerstörer, der Hervorbringer aller Wesen und aller Geschöpfe,

acintyaṃ mahad āścaryaṃ pavitram api cottamam anādinidhanaṃ bhūtaṃ viśvam akṣayam avyayam

unvorstellbar, ein großes Wunder, auch das höchste Reinigende, ohne Anfang und Ende, das Seiende, das All, unvergänglich, unwandelbar.

Wort für Wort
acintyaṃ mahad āścaryaṃ pavitram api cottamam anādinidhanaṃ bhūtaṃ viśvam akṣayam avyayam
unvorstellbar, ein großes Wunder, auch das höchste Reinigende, ohne Anfang und Ende, das Seiende, das All, unvergänglich, unwandelbar.

eṣa kartā na kriyate kāraṇaṃ cāpi pauruṣe yo hy enaṃ puruṣaṃ vetti devā api na taṃ viduḥ

Er, der Schöpfer, wird nicht geschaffen; er ist auch die Ursache im Bereich des Menschlichen. Wer diesen Puruṣa kennt – nicht einmal die Götter kennen ihn.

Wort für Wort
eṣa kartā na kriyate kāraṇaṃ cāpi pauruṣe yo hy enaṃ puruṣaṃ vetti devā api na taṃ viduḥ
Er, der Schöpfer, wird nicht geschaffen; er ist auch die Ursache im Bereich des Menschlichen. Wer diesen Puruṣa kennt – nicht einmal die Götter kennen ihn.

sarvam āścaryam evaitan nirvṛttaṃ rājasattama ādito manujavyāghra kṛtsnasya jagataḥ kṣaye

All dies Wunderbare geschah, o Bester der Könige, von Anfang an, o Tiger unter den Menschen, beim Vergehen der gesamten Welt.

Wort für Wort
sarvam āścaryam evaitan nirvṛttaṃ rājasattama ādito manujavyāghra kṛtsnasya jagataḥ kṣaye
All dies Wunderbare geschah, o Bester der Könige, von Anfang an, o Tiger unter den Menschen, beim Vergehen der gesamten Welt.

catvāry āhuḥ sahasrāṇi varṣāṇāṃ tat kṛtaṃ yugam tasya tāvac chatī saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param

Viertausend Jahre nennen sie, das ist das Kṛta-Zeitalter; ihm entspricht eine Morgendämmerung von hundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung.

Wort für Wort
catvāry āhuḥ sahasrāṇi varṣāṇāṃ tat kṛtaṃ yugam tasya tāvac chatī saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param
Viertausend Jahre nennen sie, das ist das Kṛta-Zeitalter; ihm entspricht eine Morgendämmerung von hundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung.

trīṇi varṣasahasrāṇi tretāyugam ihocyate tasya tāvac chatī saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param

Dreitausend Jahre wird hier das Tretā-Zeitalter genannt; ihm entspricht eine Morgendämmerung von hundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung.

Wort für Wort
trīṇi varṣasahasrāṇi tretāyugam ihocyate tasya tāvac chatī saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param
Dreitausend Jahre wird hier das Tretā-Zeitalter genannt; ihm entspricht eine Morgendämmerung von hundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung.

tathā varṣasahasre dve dvāparaṃ parimāṇataḥ tasyāpi dviśatī saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param

Ebenso, zweitausend Jahre dem Maß nach, das Dvāpara-Zeitalter; auch ihm entspricht eine Morgendämmerung von zweihundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung.

Wort für Wort
tathā varṣasahasre dve dvāparaṃ parimāṇataḥ tasyāpi dviśatī saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param
Ebenso, zweitausend Jahre dem Maß nach, das Dvāpara-Zeitalter; auch ihm entspricht eine Morgendämmerung von zweihundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung.

sahasram ekaṃ varṣāṇāṃ tataḥ kaliyugaṃ smṛtam tasya varṣaśataṃ saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param saṃdhyāsaṃdhyāṃśayos tulyaṃ pramāṇam upadhāraya

Eintausend Jahre, danach wird es das Kaliyuga genannt; ihm entspricht eine Morgendämmerung von hundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung; wisse, dass Dämmerung und Dämmerungsanteil gleich bemessen sind.

Wort für Wort
sahasram ekaṃ varṣāṇāṃ tataḥ kaliyugaṃ smṛtam tasya varṣaśataṃ saṃdhyā saṃdhyāṃśaś ca tataḥ param saṃdhyāsaṃdhyāṃśayos tulyaṃ pramāṇam upadhāraya
Eintausend Jahre, danach wird es das Kaliyuga genannt; ihm entspricht eine Morgendämmerung von hundert Jahren und ebenso eine Abenddämmerung; wisse, dass Dämmerung und Dämmerungsanteil gleich bemessen sind.

kṣīṇe kaliyuge caiva pravartati kṛtaṃ yugam eṣā dvādaśasāhasrī yugākhyā parikīrtitā

Wenn das Kaliyuga vergangen ist, beginnt wieder das Kṛta-Zeitalter; dies wird als das Zwölftausend-Jahre-Zeitalter bezeichnet.

Wort für Wort
kṣīṇe kaliyuge caiva pravartati kṛtaṃ yugam eṣā dvādaśasāhasrī yugākhyā parikīrtitā
Wenn das Kaliyuga vergangen ist, beginnt wieder das Kṛta-Zeitalter; dies wird als das Zwölftausend-Jahre-Zeitalter bezeichnet.

etat sahasraparyantam aho brāhmam udāhṛtam viśvaṃ hi brahmabhavane sarvaśaḥ parivartate lokānāṃ manujavyāghra pralayaṃ taṃ vidur budhāḥ

Dies, bis zum Ende der Tausend solcher Zeitalter, wird ein Tag des Brahman genannt; das All nämlich kehrt in der Wohnstatt Brahmās gänzlich wieder um; dies erkennen die Weisen als die Auflösung der Welten, o Tiger unter den Menschen.

Wort für Wort
etat sahasraparyantam aho brāhmam udāhṛtam viśvaṃ hi brahmabhavane sarvaśaḥ parivartate lokānāṃ manujavyāghra pralayaṃ taṃ vidur budhāḥ
Dies, bis zum Ende der Tausend solcher Zeitalter, wird ein Tag des Brahman genannt; das All nämlich kehrt in der Wohnstatt Brahmās gänzlich wieder um; dies erkennen die Weisen als die Auflösung der Welten, o Tiger unter den Menschen.

alpāvaśiṣṭe tu tadā yugānte bharatarṣabha sahasrānte narāḥ sarve prāyaśo 'nṛtavādinaḥ

Wenn zum Ende jenes Weltzeitalters nur wenig übrig bleibt, o Stier der Bharatas, am Ende der Tausend, dann sind die Menschen meist Lügenredner.

Wort für Wort
alpāvaśiṣṭe tu tadā yugānte bharatarṣabha sahasrānte narāḥ sarve prāyaśo 'nṛtavādinaḥ
Wenn zum Ende jenes Weltzeitalters nur wenig übrig bleibt, o Stier der Bharatas, am Ende der Tausend, dann sind die Menschen meist Lügenredner.

yajñapratinidhiḥ pārtha dānapratinidhis tathā vratapratinidhiś caiva tasmin kāle pravartate

Ein Ersatz für das Opfer, o Sohn der Pṛthā, ein Ersatz für die Gabe, und ebenso ein Ersatz für das Gelübde treten zu jener Zeit auf.

Wort für Wort
yajñapratinidhiḥ pārtha dānapratinidhis tathā vratapratinidhiś caiva tasmin kāle pravartate
Ein Ersatz für das Opfer, o Sohn der Pṛthā, ein Ersatz für die Gabe, und ebenso ein Ersatz für das Gelübde treten zu jener Zeit auf.

brāhmaṇāḥ śūdrakarmāṇas tathā śūdrā dhanārjakāḥ kṣatradharmeṇa vāpy atra vartayanti gate yuge

Brahmanen üben die Tätigkeit der Śūdras aus, Śūdras erwerben Reichtum, oder auch betätigen sie sich nach dem Dharma der Krieger, wenn das Zeitalter vergangen ist.

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ śūdrakarmāṇas tathā śūdrā dhanārjakāḥ kṣatradharmeṇa vāpy atra vartayanti gate yuge
Brahmanen üben die Tätigkeit der Śūdras aus, Śūdras erwerben Reichtum, oder auch betätigen sie sich nach dem Dharma der Krieger, wenn das Zeitalter vergangen ist.

nivṛttayajñasvādhyāyāḥ piṇḍodakavivarjitāḥ brāhmaṇāḥ sarvabhakṣāś ca bhaviṣyanti kalau yuge

Vom Opfer und vom vedischen Studium abgekehrt, ohne Totenspende und Wasserspende, allesfressend werden die Brahmanen im Kaliyuga sein.

Wort für Wort
nivṛttayajñasvādhyāyāḥ piṇḍodakavivarjitāḥ brāhmaṇāḥ sarvabhakṣāś ca bhaviṣyanti kalau yuge
Vom Opfer und vom vedischen Studium abgekehrt, ohne Totenspende und Wasserspende, allesfressend werden die Brahmanen im Kaliyuga sein.

ajapā brāhmaṇās tāta śūdrā japaparāyaṇāḥ viparīte tadā loke pūrvarūpaṃ kṣayasya tat

Ohne Murmelgebet werden die Brahmanen sein, mein Sohn, die Śūdras dem Murmelgebet ergeben; wenn die Welt so verkehrt ist, ist dies das Vorzeichen des Verfalls.

Wort für Wort
ajapā brāhmaṇās tāta śūdrā japaparāyaṇāḥ viparīte tadā loke pūrvarūpaṃ kṣayasya tat
Ohne Murmelgebet werden die Brahmanen sein, mein Sohn, die Śūdras dem Murmelgebet ergeben; wenn die Welt so verkehrt ist, ist dies das Vorzeichen des Verfalls.

bahavo mleccharājānaḥ pṛthivyāṃ manujādhipa mithyānuśāsinaḥ pāpā mṛṣāvādaparāyaṇāḥ

Viele Mleccha-Könige wird es dann auf Erden geben, Herr der Menschen, falsch herrschend, sündig, dem Lügenreden ergeben,

Wort für Wort
bahavo mleccharājānaḥ pṛthivyāṃ manujādhipa mithyānuśāsinaḥ pāpā mṛṣāvādaparāyaṇāḥ
Viele Mleccha-Könige wird es dann auf Erden geben, Herr der Menschen, falsch herrschend, sündig, dem Lügenreden ergeben,

āndhrāḥ śakāḥ pulindāś ca yavanāś ca narādhipāḥ kāmbojā aurṇikāḥ śūdrās tathābhīrā narottama

Āndhras, Śakas, Pulindas und Yavanas, o Herrscher der Menschen, Kāmbojas, Aurṇikas, Śūdras und ebenso Ābhīras, o Bester der Menschen.

Wort für Wort
āndhrāḥ śakāḥ pulindāś ca yavanāś ca narādhipāḥ kāmbojā aurṇikāḥ śūdrās tathābhīrā narottama
Āndhras, Śakas, Pulindas und Yavanas, o Herrscher der Menschen, Kāmbojas, Aurṇikas, Śūdras und ebenso Ābhīras, o Bester der Menschen.

na tadā brāhmaṇaḥ kaś cit svadharmam upajīvati kṣatriyā api vaiśyāś ca vikarmasthā narādhipa

Kein Brahmane wird dann von seinem eigenen Dharma leben, auch Kṣatriyas und Vaiśyas werden verbotenen Tätigkeiten nachgehen, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
na tadā brāhmaṇaḥ kaś cit svadharmam upajīvati kṣatriyā api vaiśyāś ca vikarmasthā narādhipa
Kein Brahmane wird dann von seinem eigenen Dharma leben, auch Kṣatriyas und Vaiśyas werden verbotenen Tätigkeiten nachgehen, o Herr der Menschen.

alpāyuṣaḥ svalpabalā alpatejaḥparākramāḥ alpadehālpasārāś ca tathā satyālpabhāṣiṇaḥ

Von kurzer Lebensdauer, von geringer Kraft, von geringer Glut und Tapferkeit, von geringem Leib und geringer Substanz, ebenso von geringer Wahrhaftigkeit im Reden,

Wort für Wort
alpāyuṣaḥ svalpabalā alpatejaḥparākramāḥ alpadehālpasārāś ca tathā satyālpabhāṣiṇaḥ
Von kurzer Lebensdauer, von geringer Kraft, von geringer Glut und Tapferkeit, von geringem Leib und geringer Substanz, ebenso von geringer Wahrhaftigkeit im Reden,

bahuśūnyā janapadā mṛgavyālāvṛtā diśaḥ yugānte samanuprāpte vṛthā ca brahmacāriṇaḥ bhovādinas tathā śūdrā brāhmaṇāś cāryavādinaḥ

voll verödeter Landstriche, von Wild und wilden Tieren umgeben werden die Himmelsrichtungen sein, wenn das Zeitalter zu Ende geht, und nutzlos werden die Brahmacārins sein, gering redende Śūdras und arisch redende Brahmanen.

Wort für Wort
bahuśūnyā janapadā mṛgavyālāvṛtā diśaḥ yugānte samanuprāpte vṛthā ca brahmacāriṇaḥ bhovādinas tathā śūdrā brāhmaṇāś cāryavādinaḥ
voll verödeter Landstriche, von Wild und wilden Tieren umgeben werden die Himmelsrichtungen sein, wenn das Zeitalter zu Ende geht, und nutzlos werden die Brahmacārins sein, gering redende Śūdras und arisch redende Brahmanen.

yugānte manujavyāghra bhavanti bahujantavaḥ na tathā ghrāṇayuktāś ca sarvagandhā viśāṃ pate rasāś ca manujavyāghra na tathā svāduyoginaḥ

Am Ende des Zeitalters, o Tiger unter den Menschen, wird es viele Geschöpfe geben, doch nicht so mit gutem Geruchssinn versehene, Herr der Völker, und die Geschmäcker, o Tiger unter den Menschen, werden nicht mehr so wohlschmeckend sein.

Wort für Wort
yugānte manujavyāghra bhavanti bahujantavaḥ na tathā ghrāṇayuktāś ca sarvagandhā viśāṃ pate rasāś ca manujavyāghra na tathā svāduyoginaḥ
Am Ende des Zeitalters, o Tiger unter den Menschen, wird es viele Geschöpfe geben, doch nicht so mit gutem Geruchssinn versehene, Herr der Völker, und die Geschmäcker, o Tiger unter den Menschen, werden nicht mehr so wohlschmeckend sein.

bahuprajā hrasvadehāḥ śīlācāravivarjitāḥ mukhebhagāḥ striyo rājan bhaviṣyanti yugakṣaye

Viele Nachkommen, kleinwüchsige Leiber, ohne guten Wandel und Sitte, von zügellosem Verlangen [?] werden die Frauen, o König, beim Vergehen des Zeitalters sein.

Wort für Wort
bahuprajā hrasvadehāḥ śīlācāravivarjitāḥ mukhebhagāḥ striyo rājan bhaviṣyanti yugakṣaye
Viele Nachkommen, kleinwüchsige Leiber, ohne guten Wandel und Sitte, von zügellosem Verlangen [?] werden die Frauen, o König, beim Vergehen des Zeitalters sein.

„mukhebhagāḥ“ ist ein derber, in seiner genauen Bedeutung unsicherer Ausdruck für zügellose Sittenlosigkeit der Frauen; die Übersetzung gibt den vermuteten Sinn sinngemäß wieder.

aṭṭaśūlā janapadāḥ śivaśūlāś catuṣpathāḥ keśaśūlāḥ striyo rājan bhaviṣyanti yugakṣaye

Landstriche mit spießbewehrten Wachtürmen, Kreuzungen mit Śiva-Steinen [?], Frauen mit sträubendem Haar [?] wird es geben, o König, beim Vergehen des Zeitalters.

Wort für Wort
aṭṭaśūlā janapadāḥ śivaśūlāś catuṣpathāḥ keśaśūlāḥ striyo rājan bhaviṣyanti yugakṣaye
Landstriche mit spießbewehrten Wachtürmen, Kreuzungen mit Śiva-Steinen [?], Frauen mit sträubendem Haar [?] wird es geben, o König, beim Vergehen des Zeitalters.

Die Bildworte aṭṭaśūlā (spießbewehrte Wachtürme/Zinnen), śivaśūlāḥ (Śiva-Steinsäulen an Kreuzungen) und keśaśūlāḥ (Frauen mit ‚Haar-Spießen‘, wohl eine ungeordnete, sträubende Frisur als Verfallszeichen) sind im Sanskrit-Text knapp und bildhaft; die Übersetzung gibt den vermuteten Sinn wieder.

alpakṣīrās tathā gāvo bhaviṣyanti janādhipa alpapuṣpaphalāś cāpi pādapā bahuvāyasāḥ

Auch die Kühe werden wenig Milch geben, Herr der Völker, und die Bäume wenig Blüten und Früchte tragen, voller Krähen.

Wort für Wort
alpakṣīrās tathā gāvo bhaviṣyanti janādhipa alpapuṣpaphalāś cāpi pādapā bahuvāyasāḥ
Auch die Kühe werden wenig Milch geben, Herr der Völker, und die Bäume wenig Blüten und Früchte tragen, voller Krähen.

brahmavadhyāvaliptānāṃ tathā mithyābhiśaṃsinām nṛpāṇāṃ pṛthivīpāla pratigṛhṇanti vai dvijāḥ

Von Brahmanenmord Befleckten und ebenso von Falschbeschuldigung Behafteten Königen, Hüter der Erde, nehmen die Zweifachgeborenen dann Gaben an.

Wort für Wort
brahmavadhyāvaliptānāṃ tathā mithyābhiśaṃsinām nṛpāṇāṃ pṛthivīpāla pratigṛhṇanti vai dvijāḥ
Von Brahmanenmord Befleckten und ebenso von Falschbeschuldigung Behafteten Königen, Hüter der Erde, nehmen die Zweifachgeborenen dann Gaben an.

lobhamohaparītāś ca mithyādharmadhvajāvṛtāḥ bhikṣārthaṃ pṛthivīpāla cañcūryante dvijair diśaḥ

Von Gier und Verblendung ergriffen, mit falschen Dharma-Fahnen umgeben, streifen sie, o Hüter der Erde, um Almosen durch die Himmelsrichtungen, mitsamt den Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
lobhamohaparītāś ca mithyādharmadhvajāvṛtāḥ bhikṣārthaṃ pṛthivīpāla cañcūryante dvijair diśaḥ
Von Gier und Verblendung ergriffen, mit falschen Dharma-Fahnen umgeben, streifen sie, o Hüter der Erde, um Almosen durch die Himmelsrichtungen, mitsamt den Zweifachgeborenen.

karabhārabhayāt puṃso gṛhasthāḥ parimoṣakāḥ municchadmākṛticchannā vāṇijyam upajīvate

Aus Furcht vor der Steuerlast werden Hausväter zu Räubern; unter dem Deckmantel der Gestalt von Asketen verborgen, betreiben sie Handel.

Wort für Wort
karabhārabhayāt puṃso gṛhasthāḥ parimoṣakāḥ municchadmākṛticchannā vāṇijyam upajīvate
Aus Furcht vor der Steuerlast werden Hausväter zu Räubern; unter dem Deckmantel der Gestalt von Asketen verborgen, betreiben sie Handel.

mithyā ca nakharomāṇi dhārayanti narās tadā arthalobhān naravyāghra vṛthā ca brahmacāriṇaḥ

Fälschlich tragen die Menschen dann Nägel und Körperhaare als Zeichen der Askese, aus Gewinnsucht, o Tiger unter den Männern, und nutzlos werden die Brahmacārins sein.

Wort für Wort
mithyā ca nakharomāṇi dhārayanti narās tadā arthalobhān naravyāghra vṛthā ca brahmacāriṇaḥ
Fälschlich tragen die Menschen dann Nägel und Körperhaare als Zeichen der Askese, aus Gewinnsucht, o Tiger unter den Männern, und nutzlos werden die Brahmacārins sein.

āśrameṣu vṛthācārāḥ pānapā gurutalpagāḥ aihalaukikam īhante māṃsaśoṇitavardhanam

In den Einsiedeleien mit nutzlosem Wandel, Trinker, das Lager des Lehrers schändend, streben sie nach diesseitigem Gewinn, nach Vermehrung von Fleisch und Blut.

Wort für Wort
āśrameṣu vṛthācārāḥ pānapā gurutalpagāḥ aihalaukikam īhante māṃsaśoṇitavardhanam
In den Einsiedeleien mit nutzlosem Wandel, Trinker, das Lager des Lehrers schändend, streben sie nach diesseitigem Gewinn, nach Vermehrung von Fleisch und Blut.

bahupāṣaṇḍasaṃkīrṇāḥ parānnaguṇavādinaḥ āśramā manujavyāghra na bhavanti yugakṣaye

Voll vieler Irrlehren vermischt, das Gut anderer lobend, werden die Einsiedeleien, o Tiger unter den Menschen, beim Vergehen des Zeitalters nicht mehr das sein, was sie waren.

Wort für Wort
bahupāṣaṇḍasaṃkīrṇāḥ parānnaguṇavādinaḥ āśramā manujavyāghra na bhavanti yugakṣaye
Voll vieler Irrlehren vermischt, das Gut anderer lobend, werden die Einsiedeleien, o Tiger unter den Menschen, beim Vergehen des Zeitalters nicht mehr das sein, was sie waren.

yathartuvarṣī bhagavān na tathā pākaśāsanaḥ na tadā sarvabījāni samyag rohanti bhārata adharmaphalam atyarthaṃ tadā bhavati cānagha

Wie der erhabene Gott nicht mehr zur rechten Jahreszeit regnet, so waltet auch der Bestrafer Pāka (Indra) nicht mehr recht; nicht wachsen dann alle Samenkörner recht heran, o Bhārata, und die Frucht des Unrechts wird dann überaus groß, Makelloser.

Wort für Wort
yathartuvarṣī bhagavān na tathā pākaśāsanaḥ na tadā sarvabījāni samyag rohanti bhārata adharmaphalam atyarthaṃ tadā bhavati cānagha
Wie der erhabene Gott nicht mehr zur rechten Jahreszeit regnet, so waltet auch der Bestrafer Pāka (Indra) nicht mehr recht; nicht wachsen dann alle Samenkörner recht heran, o Bhārata, und die Frucht des Unrechts wird dann überaus groß, Makelloser.

tathā ca pṛthivīpāla yo bhaved dharmasaṃyutaḥ alpāyuḥ sa hi mantavyo na hi dharmo 'sti kaś cana

Und ebenso, Hüter der Erde, wer dem Dharma zugetan ist, der gilt dann als kurzlebig; denn es gibt dann keinen wahren Dharma mehr.

Wort für Wort
tathā ca pṛthivīpāla yo bhaved dharmasaṃyutaḥ alpāyuḥ sa hi mantavyo na hi dharmo 'sti kaś cana
Und ebenso, Hüter der Erde, wer dem Dharma zugetan ist, der gilt dann als kurzlebig; denn es gibt dann keinen wahren Dharma mehr.

bhūyiṣṭhaṃ kūṭamānaiś ca paṇyaṃ vikrīṇate janāḥ vaṇijaś ca naravyāghra bahumāyā bhavanty uta

Mit betrügerischen Maßen verkaufen die Menschen meist ihre Ware, und die Händler, Tiger unter den Menschen, werden voller Trug sein.

Wort für Wort
bhūyiṣṭhaṃ kūṭamānaiś ca paṇyaṃ vikrīṇate janāḥ vaṇijaś ca naravyāghra bahumāyā bhavanty uta
Mit betrügerischen Maßen verkaufen die Menschen meist ihre Ware, und die Händler, Tiger unter den Menschen, werden voller Trug sein.

dharmiṣṭhāḥ parihīyante pāpīyān vardhate janaḥ dharmasya balahāniḥ syād adharmaś ca balī tathā

Die Rechtschaffenen kommen zu kurz, die Sündigen mehren sich; der Dharma verliert an Kraft, und das Unrecht wird kraftvoll.

Wort für Wort
dharmiṣṭhāḥ parihīyante pāpīyān vardhate janaḥ dharmasya balahāniḥ syād adharmaś ca balī tathā
Die Rechtschaffenen kommen zu kurz, die Sündigen mehren sich; der Dharma verliert an Kraft, und das Unrecht wird kraftvoll.

alpāyuṣo daridrāś ca dharmiṣṭhā mānavās tadā dīrghāyuṣaḥ samṛddhāś ca vidharmāṇo yugakṣaye

Kurzlebig und arm werden die dharmatreuen Menschen dann sein, langlebig und wohlhabend die vom Dharma Abgewichenen, beim Vergehen des Zeitalters.

Wort für Wort
alpāyuṣo daridrāś ca dharmiṣṭhā mānavās tadā dīrghāyuṣaḥ samṛddhāś ca vidharmāṇo yugakṣaye
Kurzlebig und arm werden die dharmatreuen Menschen dann sein, langlebig und wohlhabend die vom Dharma Abgewichenen, beim Vergehen des Zeitalters.

adharmiṣṭhair upāyaiś ca prajā vyavaharanty uta saṃcayenāpi cālpena bhavanty āḍhyā madānvitāḥ

Mit unrechten Mitteln verkehren die Geschöpfe miteinander, und durch nur geringe Ansammlung werden sie reich und vom Rausch erfüllt.

Wort für Wort
adharmiṣṭhair upāyaiś ca prajā vyavaharanty uta saṃcayenāpi cālpena bhavanty āḍhyā madānvitāḥ
Mit unrechten Mitteln verkehren die Geschöpfe miteinander, und durch nur geringe Ansammlung werden sie reich und vom Rausch erfüllt.

dhanaṃ viśvāsato nyastaṃ mitho bhūyiṣṭhaśo narāḥ hartuṃ vyavasitā rājan māyācārasamanvitāḥ

Anvertrautes Gut, vertrauensvoll hinterlegt, stehlen die Menschen einander meist, o König, dem Betrug ergeben und fest dazu entschlossen.

Wort für Wort
dhanaṃ viśvāsato nyastaṃ mitho bhūyiṣṭhaśo narāḥ hartuṃ vyavasitā rājan māyācārasamanvitāḥ
Anvertrautes Gut, vertrauensvoll hinterlegt, stehlen die Menschen einander meist, o König, dem Betrug ergeben und fest dazu entschlossen.

puruṣādāni sattvāni pakṣiṇo 'tha mṛgās tathā nagarāṇāṃ vihāreṣu caityeṣv api ca śerate

Menschenfressende Wesen, Vögel und wilde Tiere lagern in den Vergnügungsstätten und Heiligtümern der Städte.

Wort für Wort
puruṣādāni sattvāni pakṣiṇo 'tha mṛgās tathā nagarāṇāṃ vihāreṣu caityeṣv api ca śerate
Menschenfressende Wesen, Vögel und wilde Tiere lagern in den Vergnügungsstätten und Heiligtümern der Städte.

saptavarṣāṣṭavarṣāś ca striyo garbhadharā nṛpa daśadvādaśavarṣāṇāṃ puṃsāṃ putraḥ prajāyate

Siebenjährige und achtjährige Frauen werden schwanger, König, und zehn- bis zwölfjährigen Männern wird ein Sohn geboren.

Wort für Wort
saptavarṣāṣṭavarṣāś ca striyo garbhadharā nṛpa daśadvādaśavarṣāṇāṃ puṃsāṃ putraḥ prajāyate
Siebenjährige und achtjährige Frauen werden schwanger, König, und zehn- bis zwölfjährigen Männern wird ein Sohn geboren.

bhavanti ṣoḍaśe varṣe narāḥ palitinas tathā āyuḥkṣayo manuṣyāṇāṃ kṣipram eva prapadyate

Im sechzehnten Jahr werden die Menschen dann bereits grauhaarig, und das Lebensende der Menschen tritt rasch ein.

Wort für Wort
bhavanti ṣoḍaśe varṣe narāḥ palitinas tathā āyuḥkṣayo manuṣyāṇāṃ kṣipram eva prapadyate
Im sechzehnten Jahr werden die Menschen dann bereits grauhaarig, und das Lebensende der Menschen tritt rasch ein.

kṣīṇe yuge mahārāja taruṇā vṛddhaśīlinaḥ taruṇānāṃ ca yac chīlaṃ tad vṛddheṣu prajāyate

Wenn das Zeitalter zu Ende geht, o Großkönig, sind die Jungen von der Wesensart der Alten, und was die Sitte der Jungen ist, das findet sich dann bei den Alten.

Wort für Wort
kṣīṇe yuge mahārāja taruṇā vṛddhaśīlinaḥ taruṇānāṃ ca yac chīlaṃ tad vṛddheṣu prajāyate
Wenn das Zeitalter zu Ende geht, o Großkönig, sind die Jungen von der Wesensart der Alten, und was die Sitte der Jungen ist, das findet sich dann bei den Alten.

viparītās tadā nāryo vañcayitvā rahaḥ patīn vyuccaranty api duḥśīlā dāsaiḥ paśubhir eva ca

Verkehrt werden dann die Frauen, täuschen im Verborgenen ihre Gatten, und, von schlechter Sitte, verkehren sie sogar mit Dienern und mit Tieren.

Wort für Wort
viparītās tadā nāryo vañcayitvā rahaḥ patīn vyuccaranty api duḥśīlā dāsaiḥ paśubhir eva ca
Verkehrt werden dann die Frauen, täuschen im Verborgenen ihre Gatten, und, von schlechter Sitte, verkehren sie sogar mit Dienern und mit Tieren.

tasmin yugasahasrānte saṃprāpte cāyuṣaḥ kṣaye anāvṛṣṭir mahārāja jāyate bahuvārṣikī

Am Ende jener Tausend Zeitalter, wenn das Ende der Lebensdauer erreicht ist, o Großkönig, entsteht eine langjährige Dürre.

Wort für Wort
tasmin yugasahasrānte saṃprāpte cāyuṣaḥ kṣaye anāvṛṣṭir mahārāja jāyate bahuvārṣikī
Am Ende jener Tausend Zeitalter, wenn das Ende der Lebensdauer erreicht ist, o Großkönig, entsteht eine langjährige Dürre.

tatas tāny alpasārāṇi sattvāni kṣudhitāni ca pralayaṃ yānti bhūyiṣṭhaṃ pṛthivyāṃ pṛthivīpate

Da gehen jene an Substanz geringen, hungernden Wesen größtenteils auf der Erde zugrunde, Herr der Erde.

Wort für Wort
tatas tāny alpasārāṇi sattvāni kṣudhitāni ca pralayaṃ yānti bhūyiṣṭhaṃ pṛthivyāṃ pṛthivīpate
Da gehen jene an Substanz geringen, hungernden Wesen größtenteils auf der Erde zugrunde, Herr der Erde.

tato dinakarair dīptaiḥ saptabhir manujādhipa pīyate salilaṃ sarvaṃ samudreṣu saritsu ca

Dann wird von sieben lodernden Sonnen, Herr der Menschen, alles Wasser in den Ozeanen und Flüssen ausgetrunken.

Wort für Wort
tato dinakarair dīptaiḥ saptabhir manujādhipa pīyate salilaṃ sarvaṃ samudreṣu saritsu ca
Dann wird von sieben lodernden Sonnen, Herr der Menschen, alles Wasser in den Ozeanen und Flüssen ausgetrunken.

yac ca kāṣṭhaṃ tṛṇaṃ cāpi śuṣkaṃ cārdraṃ ca bhārata sarvaṃ tad bhasmasād bhūtaṃ dṛśyate bharatarṣabha

Und was an Holz und Gras da ist, trocken oder feucht, o Bhārata, alles davon erscheint dann zu Asche geworden, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
yac ca kāṣṭhaṃ tṛṇaṃ cāpi śuṣkaṃ cārdraṃ ca bhārata sarvaṃ tad bhasmasād bhūtaṃ dṛśyate bharatarṣabha
Und was an Holz und Gras da ist, trocken oder feucht, o Bhārata, alles davon erscheint dann zu Asche geworden, Stier der Bharatas.

tataḥ saṃvartako vahnir vāyunā saha bhārata lokam āviśate pūrvam ādityair upaśoṣitam

Dann dringt, o Bhārata, das Verzehrfeuer mit dem Wind zusammen in die Welt ein, die zuvor von den Sonnen ausgetrocknet wurde.

Wort für Wort
tataḥ saṃvartako vahnir vāyunā saha bhārata lokam āviśate pūrvam ādityair upaśoṣitam
Dann dringt, o Bhārata, das Verzehrfeuer mit dem Wind zusammen in die Welt ein, die zuvor von den Sonnen ausgetrocknet wurde.

tataḥ sa pṛthivīṃ bhittvā samāviśya rasātalam devadānavayakṣāṇāṃ bhayaṃ janayate mahat

Dann spaltet es die Erde und dringt in die Unterwelt Rasātala ein und erzeugt große Furcht bei Göttern, Dānavas und Yakṣas.

Wort für Wort
tataḥ sa pṛthivīṃ bhittvā samāviśya rasātalam devadānavayakṣāṇāṃ bhayaṃ janayate mahat
Dann spaltet es die Erde und dringt in die Unterwelt Rasātala ein und erzeugt große Furcht bei Göttern, Dānavas und Yakṣas.

nirdahan nāgalokaṃ ca yac ca kiṃ cit kṣitāv iha adhastāt pṛthivīpāla sarvaṃ nāśayate kṣaṇāt

Die Welt der Schlangen verbrennend, und was auch immer sich auf der Erde befindet, unterhalb, Hüter der Erde, vernichtet es alles im Augenblick.

Wort für Wort
nirdahan nāgalokaṃ ca yac ca kiṃ cit kṣitāv iha adhastāt pṛthivīpāla sarvaṃ nāśayate kṣaṇāt
Die Welt der Schlangen verbrennend, und was auch immer sich auf der Erde befindet, unterhalb, Hüter der Erde, vernichtet es alles im Augenblick.

tato yojanaviṃśānāṃ sahasrāṇi śatāni ca nirdahaty aśivo vāyuḥ sa ca saṃvartako 'nalaḥ

Dann verbrennt der unheilvolle Wind, zusammen mit jenem Verzehrfeuer, hunderte und tausende von zwanzig Yojanas.

Wort für Wort
tato yojanaviṃśānāṃ sahasrāṇi śatāni ca nirdahaty aśivo vāyuḥ sa ca saṃvartako 'nalaḥ
Dann verbrennt der unheilvolle Wind, zusammen mit jenem Verzehrfeuer, hunderte und tausende von zwanzig Yojanas.

sadevāsuragandharvaṃ sayakṣoragarākṣasam tato dahati dīptaḥ sa sarvam eva jagad vibhuḥ

Samt Göttern, Asuras und Gandharvas, samt Yakṣas, Schlangen und Rākṣasas verbrennt dann jener lodernde, mächtige die ganze Welt.

Wort für Wort
sadevāsuragandharvaṃ sayakṣoragarākṣasam tato dahati dīptaḥ sa sarvam eva jagad vibhuḥ
Samt Göttern, Asuras und Gandharvas, samt Yakṣas, Schlangen und Rākṣasas verbrennt dann jener lodernde, mächtige die ganze Welt.

tato gajakulaprakhyās taḍinmālāvibhūṣitāḥ uttiṣṭhanti mahāmeghā nabhasy adbhutadarśanāḥ

Dann erheben sich am Himmel, Elefantenherden gleich, mit Blitzesketten geschmückt, gewaltige Wolken, von wunderbarem Anblick.

Wort für Wort
tato gajakulaprakhyās taḍinmālāvibhūṣitāḥ uttiṣṭhanti mahāmeghā nabhasy adbhutadarśanāḥ
Dann erheben sich am Himmel, Elefantenherden gleich, mit Blitzesketten geschmückt, gewaltige Wolken, von wunderbarem Anblick.

ke cin nīlotpalaśyāmāḥ ke cit kumudasaṃnibhāḥ ke cit kiñjalkasaṃkāśāḥ ke cit pītāḥ payodharāḥ

Manche sind dunkel wie blaue Lotosblüten, manche dem weißen Lotos gleich, manche wie Blütenstaub, manche gelbe Wolken,

Wort für Wort
ke cin nīlotpalaśyāmāḥ ke cit kumudasaṃnibhāḥ ke cit kiñjalkasaṃkāśāḥ ke cit pītāḥ payodharāḥ
Manche sind dunkel wie blaue Lotosblüten, manche dem weißen Lotos gleich, manche wie Blütenstaub, manche gelbe Wolken,

ke cid dhāridrasaṃkāśāḥ kākāṇḍakanibhās tathā ke cit kamalapatrābhāḥ ke cid dhiṅgulakaprabhāḥ

manche kurkumafarben, manche wie Krähenmuscheln, manche wie Lotosblätter, manche in Zinnoberfarbe,

Wort für Wort
ke cid dhāridrasaṃkāśāḥ kākāṇḍakanibhās tathā ke cit kamalapatrābhāḥ ke cid dhiṅgulakaprabhāḥ
manche kurkumafarben, manche wie Krähenmuscheln, manche wie Lotosblätter, manche in Zinnoberfarbe,

ke cit puravarākārāḥ ke cid gajakulopamāḥ ke cid añjanasaṃkāśāḥ ke cin makarasaṃsthitāḥ vidyunmālāpinaddhāṅgāḥ samuttiṣṭhanti vai ghanāḥ

manche in Gestalt vortrefflicher Städte, manche Elefantenherden gleich, manche wie Augensalbe, manche in Krokodilsgestalt – mit Blitzesketten umgürteten Gliedern erheben sich die dichten Wolken.

Wort für Wort
ke cit puravarākārāḥ ke cid gajakulopamāḥ ke cid añjanasaṃkāśāḥ ke cin makarasaṃsthitāḥ vidyunmālāpinaddhāṅgāḥ samuttiṣṭhanti vai ghanāḥ
manche in Gestalt vortrefflicher Städte, manche Elefantenherden gleich, manche wie Augensalbe, manche in Krokodilsgestalt – mit Blitzesketten umgürteten Gliedern erheben sich die dichten Wolken.

ghorarūpā mahārāja ghorasvananināditāḥ tato jaladharāḥ sarve vyāpnuvanti nabhastalam

Furchtbar an Gestalt, o Großkönig, mit furchtbarem Donnergetön, füllen dann alle Wolken das ganze Himmelsgewölbe.

Wort für Wort
ghorarūpā mahārāja ghorasvananināditāḥ tato jaladharāḥ sarve vyāpnuvanti nabhastalam
Furchtbar an Gestalt, o Großkönig, mit furchtbarem Donnergetön, füllen dann alle Wolken das ganze Himmelsgewölbe.

tair iyaṃ pṛthivī sarvā saparvatavanākarā āpūryate mahārāja salilaughapariplutā

Von ihnen wird diese ganze Erde, samt Bergen, Wäldern und Minen, o Großkönig, erfüllt, von Wasserfluten überschwemmt.

Wort für Wort
tair iyaṃ pṛthivī sarvā saparvatavanākarā āpūryate mahārāja salilaughapariplutā
Von ihnen wird diese ganze Erde, samt Bergen, Wäldern und Minen, o Großkönig, erfüllt, von Wasserfluten überschwemmt.

tatas te jaladā ghorā rāviṇaḥ puruṣarṣabha sarvataḥ plāvayanty āśu coditāḥ parameṣṭhinā

Dann überschwemmen jene furchtbaren, tosenden Wolken, o Stier unter den Männern, rasch von allen Seiten, angetrieben vom im Höchsten Weilenden,

Wort für Wort
tatas te jaladā ghorā rāviṇaḥ puruṣarṣabha sarvataḥ plāvayanty āśu coditāḥ parameṣṭhinā
Dann überschwemmen jene furchtbaren, tosenden Wolken, o Stier unter den Männern, rasch von allen Seiten, angetrieben vom im Höchsten Weilenden,

varṣamāṇā mahat toyaṃ pūrayanto vasuṃdharām sughoram aśivaṃ raudraṃ nāśayanti ca pāvakam

regnend gewaltiges Wasser, die Erde erfüllend, löschen sie das überaus furchtbare, unheilvolle, grimmige Feuer.

Wort für Wort
varṣamāṇā mahat toyaṃ pūrayanto vasuṃdharām sughoram aśivaṃ raudraṃ nāśayanti ca pāvakam
regnend gewaltiges Wasser, die Erde erfüllend, löschen sie das überaus furchtbare, unheilvolle, grimmige Feuer.

tato dvādaśa varṣāṇi payodās ta upaplave dhārābhiḥ pūrayanto vai codyamānā mahātmanā

Dann, zwölf Jahre lang, füllen jene Wolken bei der Überflutung mit ihren Regenströmen alles, angetrieben vom Hochgesinnten.

Wort für Wort
tato dvādaśa varṣāṇi payodās ta upaplave dhārābhiḥ pūrayanto vai codyamānā mahātmanā
Dann, zwölf Jahre lang, füllen jene Wolken bei der Überflutung mit ihren Regenströmen alles, angetrieben vom Hochgesinnten.

tataḥ samudraḥ svāṃ velām atikrāmati bhārata parvatāś ca viśīryante mahī cāpi viśīryate

Da übersteigt der Ozean, o Bhārata, sein eigenes Ufer, und die Berge zerbrechen, und auch die Erde zerbricht.

Wort für Wort
tataḥ samudraḥ svāṃ velām atikrāmati bhārata parvatāś ca viśīryante mahī cāpi viśīryate
Da übersteigt der Ozean, o Bhārata, sein eigenes Ufer, und die Berge zerbrechen, und auch die Erde zerbricht.

sarvataḥ sahasā bhrāntās te payodā nabhastalam saṃveṣṭayitvā naśyanti vāyuvegaparāhatāḥ

Von allen Seiten jäh umhergetrieben, jene Wolken, den Luftraum umhüllend, vergehen sie, von der Wucht des Windes zerschlagen.

Wort für Wort
sarvataḥ sahasā bhrāntās te payodā nabhastalam saṃveṣṭayitvā naśyanti vāyuvegaparāhatāḥ
Von allen Seiten jäh umhergetrieben, jene Wolken, den Luftraum umhüllend, vergehen sie, von der Wucht des Windes zerschlagen.

tatas taṃ mārutaṃ ghoraṃ svayambhūr manujādhipa ādipadmālayo devaḥ pītvā svapiti bhārata

Dann, o Herr der Menschen, trinkt der Selbstentstandene, der Gott, der erste Lotosbewohner, jenen furchtbaren Wind, und schläft, o Bhārata.

Wort für Wort
tatas taṃ mārutaṃ ghoraṃ svayambhūr manujādhipa ādipadmālayo devaḥ pītvā svapiti bhārata
Dann, o Herr der Menschen, trinkt der Selbstentstandene, der Gott, der erste Lotosbewohner, jenen furchtbaren Wind, und schläft, o Bhārata.

tasminn ekārṇave ghore naṣṭe sthāvarajaṅgame naṣṭe devāsuragaṇe yakṣarākṣasavarjite

In jenem einen furchtbaren Wasserozean, als das Bewegliche und Unbewegliche vergangen war, als die Scharen der Götter und Asuras vergangen waren, frei von Yakṣas und Rākṣasas,

Wort für Wort
tasminn ekārṇave ghore naṣṭe sthāvarajaṅgame naṣṭe devāsuragaṇe yakṣarākṣasavarjite
In jenem einen furchtbaren Wasserozean, als das Bewegliche und Unbewegliche vergangen war, als die Scharen der Götter und Asuras vergangen waren, frei von Yakṣas und Rākṣasas,

nirmanuṣye mahīpāla niḥśvāpadamahīruhe anantarikṣe loke 'smin bhramāmy eko 'ham ādṛtaḥ

menschenleer, Hüter der Erde, ohne wilde Tiere und Bäume, wanderte ich allein umher in dieser Welt des Luftraums, geachtet.

Wort für Wort
nirmanuṣye mahīpāla niḥśvāpadamahīruhe anantarikṣe loke 'smin bhramāmy eko 'ham ādṛtaḥ
menschenleer, Hüter der Erde, ohne wilde Tiere und Bäume, wanderte ich allein umher in dieser Welt des Luftraums, geachtet.

ekārṇave jale ghore vicaran pārthivottama apaśyan sarvabhūtāni vaiklavyam agamaṃ param

In jenem einen furchtbaren Wasserozean umherziehend, o Bester der Könige, sah ich keine Wesen mehr und geriet in höchste Verzweiflung.

Wort für Wort
ekārṇave jale ghore vicaran pārthivottama apaśyan sarvabhūtāni vaiklavyam agamaṃ param
In jenem einen furchtbaren Wasserozean umherziehend, o Bester der Könige, sah ich keine Wesen mehr und geriet in höchste Verzweiflung.

tataḥ sudīrghaṃ gatvā tu plavamāno narādhipa śrāntaḥ kva cin na śaraṇaṃ labhāmy aham atandritaḥ

Dann, nachdem ich überaus lange geschwommen war, o Herr der Menschen, erschöpft, fand ich, unermüdlich, doch nirgends Zuflucht.

Wort für Wort
tataḥ sudīrghaṃ gatvā tu plavamāno narādhipa śrāntaḥ kva cin na śaraṇaṃ labhāmy aham atandritaḥ
Dann, nachdem ich überaus lange geschwommen war, o Herr der Menschen, erschöpft, fand ich, unermüdlich, doch nirgends Zuflucht.

tataḥ kadā cit paśyāmi tasmin salilasaṃplave nyagrodhaṃ sumahāntaṃ vai viśālaṃ pṛthivīpate

Da erblickte ich einst, in jener Wasserflut, einen überaus großen, weiten Banyanbaum, Herr der Erde.

Wort für Wort
tataḥ kadā cit paśyāmi tasmin salilasaṃplave nyagrodhaṃ sumahāntaṃ vai viśālaṃ pṛthivīpate
Da erblickte ich einst, in jener Wasserflut, einen überaus großen, weiten Banyanbaum, Herr der Erde.

śākhāyāṃ tasya vṛkṣasya vistīrṇāyāṃ narādhipa paryaṅke pṛthivīpāla divyāstaraṇasaṃstṛte

Auf einem Zweig jenes Baumes, einem weitausgebreiteten, Herr der Menschen, auf einem Lager, Hüter der Erde, mit göttlichem Bettzeug bedeckt,

Wort für Wort
śākhāyāṃ tasya vṛkṣasya vistīrṇāyāṃ narādhipa paryaṅke pṛthivīpāla divyāstaraṇasaṃstṛte
Auf einem Zweig jenes Baumes, einem weitausgebreiteten, Herr der Menschen, auf einem Lager, Hüter der Erde, mit göttlichem Bettzeug bedeckt,

upaviṣṭaṃ mahārāja pūrṇendusadṛśānanam phullapadmaviśālākṣaṃ bālaṃ paśyāmi bhārata

sitzend, o Großkönig, mit einem Gesicht wie der volle Mond, mit weiten, wie aufgeblühten Lotosblüten gleichenden Augen, sah ich ein Kind, o Bhārata.

Wort für Wort
upaviṣṭaṃ mahārāja pūrṇendusadṛśānanam phullapadmaviśālākṣaṃ bālaṃ paśyāmi bhārata
sitzend, o Großkönig, mit einem Gesicht wie der volle Mond, mit weiten, wie aufgeblühten Lotosblüten gleichenden Augen, sah ich ein Kind, o Bhārata.

tato me pṛthivīpāla vismayaḥ sumahān abhūt kathaṃ tv ayaṃ śiśuḥ śete loke nāśam upāgate

Da erfasste mich, Hüter der Erde, ein überaus großes Staunen: Wie kann dieses Kind schlafen, während die Welt dem Untergang verfallen ist?

Wort für Wort
tato me pṛthivīpāla vismayaḥ sumahān abhūt kathaṃ tv ayaṃ śiśuḥ śete loke nāśam upāgate
Da erfasste mich, Hüter der Erde, ein überaus großes Staunen: Wie kann dieses Kind schlafen, während die Welt dem Untergang verfallen ist?

tapasā cintayaṃś cāpi taṃ śiśuṃ nopalakṣaye bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca jānann api narādhipa

Durch Askese nachsinnend, vermochte ich das Kind dennoch nicht zu erkennen, obwohl ich das Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige kannte, Herr der Menschen.

Wort für Wort
tapasā cintayaṃś cāpi taṃ śiśuṃ nopalakṣaye bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca jānann api narādhipa
Durch Askese nachsinnend, vermochte ich das Kind dennoch nicht zu erkennen, obwohl ich das Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige kannte, Herr der Menschen.

atasīpuṣpavarṇābhaḥ śrīvatsakṛtalakṣaṇaḥ sākṣāl lakṣmyā ivāvāsaḥ sa tadā pratibhāti me

Von der Farbe der Leinblüte, mit dem Zeichen des Śrīvatsa versehen, gleichsam die Wohnstatt der Glücksgöttin selbst, so erschien es mir damals.

Wort für Wort
atasīpuṣpavarṇābhaḥ śrīvatsakṛtalakṣaṇaḥ sākṣāl lakṣmyā ivāvāsaḥ sa tadā pratibhāti me
Von der Farbe der Leinblüte, mit dem Zeichen des Śrīvatsa versehen, gleichsam die Wohnstatt der Glücksgöttin selbst, so erschien es mir damals.

tato mām abravīd bālaḥ sa padmanibhalocanaḥ śrīvatsadhārī dyutimān vākyaṃ śrutisukhāvaham

Da sprach zu mir das Kind, mit lotosgleichen Augen, das Zeichen des Śrīvatsa tragend, glanzvoll, ein dem Ohr wohltuendes Wort:

Wort für Wort
tato mām abravīd bālaḥ sa padmanibhalocanaḥ śrīvatsadhārī dyutimān vākyaṃ śrutisukhāvaham
Da sprach zu mir das Kind, mit lotosgleichen Augen, das Zeichen des Śrīvatsa tragend, glanzvoll, ein dem Ohr wohltuendes Wort:

jānāmi tvā pariśrāntaṃ tāta viśrāmakāṅkṣiṇam mārkaṇḍeya ihāssva tvaṃ yāvad icchasi bhārgava

‚Ich weiß, dass du erschöpft bist, mein Sohn, und nach Ruhe verlangst; verweile hier, o Bhārgava, Mārkaṇḍeya, solange du willst.

Wort für Wort
jānāmi tvā pariśrāntaṃ tāta viśrāmakāṅkṣiṇam mārkaṇḍeya ihāssva tvaṃ yāvad icchasi bhārgava
‚Ich weiß, dass du erschöpft bist, mein Sohn, und nach Ruhe verlangst; verweile hier, o Bhārgava, Mārkaṇḍeya, solange du willst.

abhyantaraṃ śarīraṃ me praviśya munisattama āssva bho vihito vāsaḥ prasādas te kṛto mayā

Tritt ein in meinen Leib, Bester der Weisen, und verweile dort; eine Wohnstatt ist dir bereitet, meine Gnade ist dir erwiesen.‘

Wort für Wort
abhyantaraṃ śarīraṃ me praviśya munisattama āssva bho vihito vāsaḥ prasādas te kṛto mayā
Tritt ein in meinen Leib, Bester der Weisen, und verweile dort; eine Wohnstatt ist dir bereitet, meine Gnade ist dir erwiesen.‘

tato bālena tenaivam uktasyāsīt tadā mama nirvedo jīvite dīrghe manuṣyatve ca bhārata

Als ich so von dem Kind angesprochen wurde, da erfasste mich, o Bhārata, ein Überdruss am langen Leben und am Menschsein.

Wort für Wort
tato bālena tenaivam uktasyāsīt tadā mama nirvedo jīvite dīrghe manuṣyatve ca bhārata
Als ich so von dem Kind angesprochen wurde, da erfasste mich, o Bhārata, ein Überdruss am langen Leben und am Menschsein.

tato bālena tenāsyaṃ sahasā vivṛtaṃ kṛtam tasyāham avaśo vaktraṃ daivayogāt praveśitaḥ

Dann öffnete das Kind jäh seinen Mund, und ich wurde, willenlos, durch göttliche Fügung in ihn hineingebracht.

Wort für Wort
tato bālena tenāsyaṃ sahasā vivṛtaṃ kṛtam tasyāham avaśo vaktraṃ daivayogāt praveśitaḥ
Dann öffnete das Kind jäh seinen Mund, und ich wurde, willenlos, durch göttliche Fügung in ihn hineingebracht.

tataḥ praviṣṭas tatkukṣiṃ sahasā manujādhipa sarāṣṭranagarākīrṇāṃ kṛtsnāṃ paśyāmi medinīm

Dann, in seinen Leib eingetreten, o Herr der Menschen, sah ich jäh die ganze Erde, mit Reichen und Städten erfüllt.

Wort für Wort
tataḥ praviṣṭas tatkukṣiṃ sahasā manujādhipa sarāṣṭranagarākīrṇāṃ kṛtsnāṃ paśyāmi medinīm
Dann, in seinen Leib eingetreten, o Herr der Menschen, sah ich jäh die ganze Erde, mit Reichen und Städten erfüllt.

gaṅgāṃ śatadruṃ sītāṃ ca yamunām atha kauśikīm carmaṇvatīṃ vetravatīṃ candrabhāgāṃ sarasvatīm

Die Gaṅgā, die Śatadru, die Sītā, die Yamunā, auch die Kauśikī, die Carmaṇvatī, die Vetravatī, die Candrabhāgā, die Sarasvatī,

Wort für Wort
gaṅgāṃ śatadruṃ sītāṃ ca yamunām atha kauśikīm carmaṇvatīṃ vetravatīṃ candrabhāgāṃ sarasvatīm
Die Gaṅgā, die Śatadru, die Sītā, die Yamunā, auch die Kauśikī, die Carmaṇvatī, die Vetravatī, die Candrabhāgā, die Sarasvatī,

sindhuṃ caiva vipāśāṃ ca nadīṃ godāvarīm api vasvokasārāṃ nalinīṃ narmadāṃ caiva bhārata

die Sindhu und die Vipāśā, ebenso den Fluss Godāvarī, die Vasvokasārā, die Nalinī und die Narmadā, o Bhārata,

Wort für Wort
sindhuṃ caiva vipāśāṃ ca nadīṃ godāvarīm api vasvokasārāṃ nalinīṃ narmadāṃ caiva bhārata
die Sindhu und die Vipāśā, ebenso den Fluss Godāvarī, die Vasvokasārā, die Nalinī und die Narmadā, o Bhārata,

nadīṃ tāmrāṃ ca veṇṇāṃ ca puṇyatoyāṃ śubhāvahām suveṇāṃ kṛṣṇaveṇāṃ ca irāmāṃ ca mahānadīm śoṇaṃ ca puruṣavyāghra viśalyāṃ kampunām api

den Fluss Tāmrā und die Veṇṇā, von heiligem, glückverheißendem Wasser, die Suveṇā, die Kṛṣṇaveṇā, die Irāmā, die große Strömung, den Śoṇa, o Tiger unter den Männern, die Viśalyā und die Kampunā,

Wort für Wort
nadīṃ tāmrāṃ ca veṇṇāṃ ca puṇyatoyāṃ śubhāvahām suveṇāṃ kṛṣṇaveṇāṃ ca irāmāṃ ca mahānadīm śoṇaṃ ca puruṣavyāghra viśalyāṃ kampunām api
den Fluss Tāmrā und die Veṇṇā, von heiligem, glückverheißendem Wasser, die Suveṇā, die Kṛṣṇaveṇā, die Irāmā, die große Strömung, den Śoṇa, o Tiger unter den Männern, die Viśalyā und die Kampunā,

etāś cānyāś ca nadyo 'haṃ pṛthivyāṃ yā narottama parikrāman prapaśyāmi tasya kukṣau mahātmanaḥ

diese und andere Flüsse der Erde, o Bester der Menschen, sah ich, umherwandernd im Leibe jenes Hochgesinnten.

Wort für Wort
etāś cānyāś ca nadyo 'haṃ pṛthivyāṃ yā narottama parikrāman prapaśyāmi tasya kukṣau mahātmanaḥ
diese und andere Flüsse der Erde, o Bester der Menschen, sah ich, umherwandernd im Leibe jenes Hochgesinnten.

tataḥ samudraṃ paśyāmi yādogaṇaniṣevitam ratnākaram amitraghna nidhānaṃ payaso mahat

Dann sah ich den Ozean, von Wasserwesen belebt, o Feindevernichter, den Edelsteinschatz, das große Behältnis der Wasser.

Wort für Wort
tataḥ samudraṃ paśyāmi yādogaṇaniṣevitam ratnākaram amitraghna nidhānaṃ payaso mahat
Dann sah ich den Ozean, von Wasserwesen belebt, o Feindevernichter, den Edelsteinschatz, das große Behältnis der Wasser.

tataḥ paśyāmi gaganaṃ candrasūryavirājitam jājvalyamānaṃ tejobhiḥ pāvakārkasamaprabhaiḥ paśyāmi ca mahīṃ rājan kānanair upaśobhitām

Dann sah ich den Himmel, von Mond und Sonne erleuchtet, lodernd von Glanz, dem Feuer und der Sonne gleichkommend; und ich sah die Erde, König, von Wäldern geschmückt.

Wort für Wort
tataḥ paśyāmi gaganaṃ candrasūryavirājitam jājvalyamānaṃ tejobhiḥ pāvakārkasamaprabhaiḥ paśyāmi ca mahīṃ rājan kānanair upaśobhitām
Dann sah ich den Himmel, von Mond und Sonne erleuchtet, lodernd von Glanz, dem Feuer und der Sonne gleichkommend; und ich sah die Erde, König, von Wäldern geschmückt.

yajante hi tadā rājan brāhmaṇā bahubhiḥ savaiḥ kṣatriyāś ca pravartante sarvavarṇānurañjane

Da opferten damals, König, die Brahmanen mit vielen Sāvitrī-Riten, und die Kṣatriyas walteten, alle Stände erfreuend.

Wort für Wort
yajante hi tadā rājan brāhmaṇā bahubhiḥ savaiḥ kṣatriyāś ca pravartante sarvavarṇānurañjane
Da opferten damals, König, die Brahmanen mit vielen Sāvitrī-Riten, und die Kṣatriyas walteten, alle Stände erfreuend.

vaiśyāḥ kṛṣiṃ yathānyāyaṃ kārayanti narādhipa śuśrūṣāyāṃ ca niratā dvijānāṃ vṛṣalās tathā

Die Vaiśyas betrieben den Ackerbau nach der rechten Ordnung, Herr der Menschen, und die Śūdras waren dem Dienst an den Zweifachgeborenen zugetan.

Wort für Wort
vaiśyāḥ kṛṣiṃ yathānyāyaṃ kārayanti narādhipa śuśrūṣāyāṃ ca niratā dvijānāṃ vṛṣalās tathā
Die Vaiśyas betrieben den Ackerbau nach der rechten Ordnung, Herr der Menschen, und die Śūdras waren dem Dienst an den Zweifachgeborenen zugetan.

tataḥ paripatan rājaṃs tasya kukṣau mahātmanaḥ himavantaṃ ca paśyāmi hemakūṭaṃ ca parvatam

Dann, umherfliegend, König, im Leib jenes Hochgesinnten, sah ich den Himālaya und den Hemakūṭa-Berg,

Wort für Wort
tataḥ paripatan rājaṃs tasya kukṣau mahātmanaḥ himavantaṃ ca paśyāmi hemakūṭaṃ ca parvatam
Dann, umherfliegend, König, im Leib jenes Hochgesinnten, sah ich den Himālaya und den Hemakūṭa-Berg,

niṣadhaṃ cāpi paśyāmi śvetaṃ ca rajatācitam paśyāmi ca mahīpāla parvataṃ gandhamādanam

und ich sah den Niṣadha und den Śveta, mit Silber übersät, und ich sah, Hüter der Erde, den Berg Gandhamādana,

Wort für Wort
niṣadhaṃ cāpi paśyāmi śvetaṃ ca rajatācitam paśyāmi ca mahīpāla parvataṃ gandhamādanam
und ich sah den Niṣadha und den Śveta, mit Silber übersät, und ich sah, Hüter der Erde, den Berg Gandhamādana,

mandaraṃ manujavyāghra nīlaṃ cāpi mahāgirim paśyāmi ca mahārāja meruṃ kanakaparvatam

den Mandara, Tiger unter den Menschen, und den großen Berg Nīla, und ich sah, Großkönig, den Meru, den goldenen Berg,

Wort für Wort
mandaraṃ manujavyāghra nīlaṃ cāpi mahāgirim paśyāmi ca mahārāja meruṃ kanakaparvatam
den Mandara, Tiger unter den Menschen, und den großen Berg Nīla, und ich sah, Großkönig, den Meru, den goldenen Berg,

mahendraṃ caiva paśyāmi vindhyaṃ ca girim uttamam malayaṃ cāpi paśyāmi pāriyātraṃ ca parvatam

und ich sah den Mahendra und den Vindhya, den vortrefflichen Berg, und ich sah den Malaya und den Berg Pāriyātra.

Wort für Wort
mahendraṃ caiva paśyāmi vindhyaṃ ca girim uttamam malayaṃ cāpi paśyāmi pāriyātraṃ ca parvatam
und ich sah den Mahendra und den Vindhya, den vortrefflichen Berg, und ich sah den Malaya und den Berg Pāriyātra.

ete cānye ca bahavo yāvantaḥ pṛthivīdharāḥ tasyodare mayā dṛṣṭāḥ sarvaratnavibhūṣitāḥ

Diese und viele andere, so viele es an Erdträgern gibt, sah ich in seinem Innern, mit allen Edelsteinen geschmückt.

Wort für Wort
ete cānye ca bahavo yāvantaḥ pṛthivīdharāḥ tasyodare mayā dṛṣṭāḥ sarvaratnavibhūṣitāḥ
Diese und viele andere, so viele es an Erdträgern gibt, sah ich in seinem Innern, mit allen Edelsteinen geschmückt.

siṃhān vyāghrān varāhāṃś ca nāgāṃś ca manujādhipa pṛthivyāṃ yāni cānyāni sattvāni jagatīpate tāni sarvāṇy ahaṃ tatra paśyan paryacaraṃ tadā

Löwen, Tiger, Eber und Schlangen, Herr der Menschen, und was es sonst an Wesen auf der Erde gibt, Herr der Welt – all diese sah ich dort und durchwanderte sie damals.

Wort für Wort
siṃhān vyāghrān varāhāṃś ca nāgāṃś ca manujādhipa pṛthivyāṃ yāni cānyāni sattvāni jagatīpate tāni sarvāṇy ahaṃ tatra paśyan paryacaraṃ tadā
Löwen, Tiger, Eber und Schlangen, Herr der Menschen, und was es sonst an Wesen auf der Erde gibt, Herr der Welt – all diese sah ich dort und durchwanderte sie damals.

kukṣau tasya naravyāghra praviṣṭaḥ saṃcaran diśaḥ śakrādīṃś cāpi paśyāmi kṛtsnān devagaṇāṃs tathā

In seinen Leib eingetreten, Tiger unter den Menschen, die Himmelsrichtungen durchwandernd, sah ich auch Śakra und alle anderen, alle Götterscharen,

Wort für Wort
kukṣau tasya naravyāghra praviṣṭaḥ saṃcaran diśaḥ śakrādīṃś cāpi paśyāmi kṛtsnān devagaṇāṃs tathā
In seinen Leib eingetreten, Tiger unter den Menschen, die Himmelsrichtungen durchwandernd, sah ich auch Śakra und alle anderen, alle Götterscharen,

gandharvāpsaraso yakṣān ṛṣīṃś caiva mahīpate daityadānavasaṃghāṃś ca kāleyāṃś ca narādhipa siṃhikātanayāṃś cāpi ye cānye suraśatravaḥ

Gandharvas und Apsaras, Yakṣas, ebenso die Weisen, Herr der Erde, die Scharen der Daityas und Dānavas, die Kāleyas, Herr der Menschen, und die Söhne der Siṃhikā, und die anderen Feinde der Götter.

Wort für Wort
gandharvāpsaraso yakṣān ṛṣīṃś caiva mahīpate daityadānavasaṃghāṃś ca kāleyāṃś ca narādhipa siṃhikātanayāṃś cāpi ye cānye suraśatravaḥ
Gandharvas und Apsaras, Yakṣas, ebenso die Weisen, Herr der Erde, die Scharen der Daityas und Dānavas, die Kāleyas, Herr der Menschen, und die Söhne der Siṃhikā, und die anderen Feinde der Götter.

yac ca kiṃ cin mayā loke dṛṣṭaṃ sthāvarajaṅgamam tad apaśyam ahaṃ sarvaṃ tasya kukṣau mahātmanaḥ phalāhāraḥ pravicaran kṛtsnaṃ jagad idaṃ tadā

Und was ich sonst in der Welt gesehen hatte, Bewegliches und Unbewegliches, all das sah ich im Leib jenes Hochgesinnten; von Früchten lebend, durchwanderte ich damals diese ganze Welt.

Wort für Wort
yac ca kiṃ cin mayā loke dṛṣṭaṃ sthāvarajaṅgamam tad apaśyam ahaṃ sarvaṃ tasya kukṣau mahātmanaḥ phalāhāraḥ pravicaran kṛtsnaṃ jagad idaṃ tadā
Und was ich sonst in der Welt gesehen hatte, Bewegliches und Unbewegliches, all das sah ich im Leib jenes Hochgesinnten; von Früchten lebend, durchwanderte ich damals diese ganze Welt.

antaḥ śarīre tasyāhaṃ varṣāṇām adhikaṃ śatam na ca paśyāmi tasyāham antaṃ dehasya kutra cit

Über hundert Jahre lang war ich im Innern seines Leibes, und nirgends fand ich ein Ende dieses seines Körpers.

Wort für Wort
antaḥ śarīre tasyāhaṃ varṣāṇām adhikaṃ śatam na ca paśyāmi tasyāham antaṃ dehasya kutra cit
Über hundert Jahre lang war ich im Innern seines Leibes, und nirgends fand ich ein Ende dieses seines Körpers.

satataṃ dhāvamānaś ca cintayāno viśāṃ pate āsādayāmi naivāntaṃ tasya rājan mahātmanaḥ

Stets laufend und nachsinnend, Herr der Völker, erreichte ich kein Ende von ihm, dem Hochgesinnten, König.

Wort für Wort
satataṃ dhāvamānaś ca cintayāno viśāṃ pate āsādayāmi naivāntaṃ tasya rājan mahātmanaḥ
Stets laufend und nachsinnend, Herr der Völker, erreichte ich kein Ende von ihm, dem Hochgesinnten, König.

tatas tam eva śaraṇaṃ gato 'smi vidhivat tadā vareṇyaṃ varadaṃ devaṃ manasā karmaṇaiva ca

Da nahm ich meine Zuflucht zu eben ihm, vorschriftsmäßig, dem Erwählenswerten, dem Gabenspender, dem Gott, mit Sinn und Tat zugleich.

Wort für Wort
tatas tam eva śaraṇaṃ gato 'smi vidhivat tadā vareṇyaṃ varadaṃ devaṃ manasā karmaṇaiva ca
Da nahm ich meine Zuflucht zu eben ihm, vorschriftsmäßig, dem Erwählenswerten, dem Gabenspender, dem Gott, mit Sinn und Tat zugleich.

tato 'haṃ sahasā rājan vāyuvegena niḥsṛtaḥ mahātmano mukhāt tasya vivṛtāt puruṣottama

Da wurde ich, König, jäh mit der Kraft des Windes aus dem geöffneten Munde jenes Hochgesinnten herausgeschleudert, Bester der Männer.

Wort für Wort
tato 'haṃ sahasā rājan vāyuvegena niḥsṛtaḥ mahātmano mukhāt tasya vivṛtāt puruṣottama
Da wurde ich, König, jäh mit der Kraft des Windes aus dem geöffneten Munde jenes Hochgesinnten herausgeschleudert, Bester der Männer.

tatas tasyaiva śākhāyāṃ nyagrodhasya viśāṃ pate āste manujaśārdūla kṛtsnam ādāya vai jagat

Dann, auf eben jenem Zweig des Banyanbaums, Herr der Völker, weilt er, Tiger unter den Menschen, nachdem er die ganze Welt in sich aufgenommen hat.

Wort für Wort
tatas tasyaiva śākhāyāṃ nyagrodhasya viśāṃ pate āste manujaśārdūla kṛtsnam ādāya vai jagat
Dann, auf eben jenem Zweig des Banyanbaums, Herr der Völker, weilt er, Tiger unter den Menschen, nachdem er die ganze Welt in sich aufgenommen hat.

tenaiva bālaveṣeṇa śrīvatsakṛtalakṣaṇam āsīnaṃ taṃ naravyāghra paśyāmy amitatejasam

In eben jener Kindergestalt, mit dem Zeichen des Śrīvatsa versehen, sitzend, Tiger unter den Menschen, sah ich ihn, von unermesslicher Glut.

Wort für Wort
tenaiva bālaveṣeṇa śrīvatsakṛtalakṣaṇam āsīnaṃ taṃ naravyāghra paśyāmy amitatejasam
In eben jener Kindergestalt, mit dem Zeichen des Śrīvatsa versehen, sitzend, Tiger unter den Menschen, sah ich ihn, von unermesslicher Glut.

tato mām abravīt vīra sa bālaḥ prahasann iva śrīvatsadhārī dyutimān pītavāsā mahādyutiḥ

Da sprach zu mir, Held, jenes Kind, gleichsam lächelnd, das Zeichen des Śrīvatsa tragend, glanzvoll, gelbgewandet, von großem Glanz:

Wort für Wort
tato mām abravīt vīra sa bālaḥ prahasann iva śrīvatsadhārī dyutimān pītavāsā mahādyutiḥ
Da sprach zu mir, Held, jenes Kind, gleichsam lächelnd, das Zeichen des Śrīvatsa tragend, glanzvoll, gelbgewandet, von großem Glanz:

apīdānīṃ śarīre 'smin māmake munisattama uṣitas tvaṃ suviśrānto mārkaṇḍeya bravīhi me

‚Hast du dich nun, Bester der Weisen, in diesem meinem Leib gut ausgeruht, Mārkaṇḍeya? Sprich zu mir.‘

Wort für Wort
apīdānīṃ śarīre 'smin māmake munisattama uṣitas tvaṃ suviśrānto mārkaṇḍeya bravīhi me
‚Hast du dich nun, Bester der Weisen, in diesem meinem Leib gut ausgeruht, Mārkaṇḍeya? Sprich zu mir.‘

muhūrtād atha me dṛṣṭiḥ prādurbhūtā punar navā yayā nirmuktam ātmānam apaśyaṃ labdhacetasam

Nach einem Augenblick erwachte mein Blick wieder neu, durch den ich mich selbst als befreit sah, meinen Geist wiedererlangt.

Wort für Wort
muhūrtād atha me dṛṣṭiḥ prādurbhūtā punar navā yayā nirmuktam ātmānam apaśyaṃ labdhacetasam
Nach einem Augenblick erwachte mein Blick wieder neu, durch den ich mich selbst als befreit sah, meinen Geist wiedererlangt.

tasya tāmratalau tāta caraṇau supratiṣṭhitau sujātau mṛduraktābhir aṅgulībhir alaṃkṛtau

Seine kupferfarbenen, wohlgegründeten Füße, mein Sohn, wohlgebildet, mit weichen, geröteten Zehen geschmückt,

Wort für Wort
tasya tāmratalau tāta caraṇau supratiṣṭhitau sujātau mṛduraktābhir aṅgulībhir alaṃkṛtau
Seine kupferfarbenen, wohlgegründeten Füße, mein Sohn, wohlgebildet, mit weichen, geröteten Zehen geschmückt,

prayatena mayā mūrdhnā gṛhītvā hy abhivanditau dṛṣṭvāparimitaṃ tasya prabhāvam amitaujasaḥ

ergriff ich mit dem Haupt, ehrerbietig, und verneigte mich, nachdem ich seine unermessliche Macht, seine grenzenlose Kraft gesehen hatte.

Wort für Wort
prayatena mayā mūrdhnā gṛhītvā hy abhivanditau dṛṣṭvāparimitaṃ tasya prabhāvam amitaujasaḥ
ergriff ich mit dem Haupt, ehrerbietig, und verneigte mich, nachdem ich seine unermessliche Macht, seine grenzenlose Kraft gesehen hatte.

vinayenāñjaliṃ kṛtvā prayatnenopagamya ca dṛṣṭo mayā sa bhūtātmā devaḥ kamalalocanaḥ

Mit Demut die Hände gefaltet, mit Anstrengung herangetreten, sah ich ihn, den Wesens-Selbst-Gott, mit Lotosaugen.

Wort für Wort
vinayenāñjaliṃ kṛtvā prayatnenopagamya ca dṛṣṭo mayā sa bhūtātmā devaḥ kamalalocanaḥ
Mit Demut die Hände gefaltet, mit Anstrengung herangetreten, sah ich ihn, den Wesens-Selbst-Gott, mit Lotosaugen.

tam ahaṃ prāñjalir bhūtvā namaskṛtyedam abruvam jñātum icchāmi deva tvāṃ māyāṃ cemāṃ tavottamām

Zu ihm sprach ich, mit gefalteten Händen, nach der Verneigung, dieses: ‚Ich möchte erkennen, Gott, dich und diese deine höchste Māyā.

Wort für Wort
tam ahaṃ prāñjalir bhūtvā namaskṛtyedam abruvam jñātum icchāmi deva tvāṃ māyāṃ cemāṃ tavottamām
Zu ihm sprach ich, mit gefalteten Händen, nach der Verneigung, dieses: ‚Ich möchte erkennen, Gott, dich und diese deine höchste Māyā.

āsyenānupraviṣṭo 'haṃ śarīraṃ bhagavaṃs tava dṛṣṭavān akhilāṃl lokān samastāñ jaṭhare tava

Durch deinen Mund bin ich in deinen Leib eingetreten, Erhabener, und habe alle Welten insgesamt in deinem Bauch gesehen.

Wort für Wort
āsyenānupraviṣṭo 'haṃ śarīraṃ bhagavaṃs tava dṛṣṭavān akhilāṃl lokān samastāñ jaṭhare tava
Durch deinen Mund bin ich in deinen Leib eingetreten, Erhabener, und habe alle Welten insgesamt in deinem Bauch gesehen.

tava deva śarīrasthā devadānavarākṣasāḥ yakṣagandharvanāgāś ca jagat sthāvarajaṅgamam

In deinem Leib, Gott, weilen die Götter, Dānavas, Rākṣasas, Yakṣas, Gandharvas und Schlangen, die Welt, das Bewegliche und Unbewegliche.

Wort für Wort
tava deva śarīrasthā devadānavarākṣasāḥ yakṣagandharvanāgāś ca jagat sthāvarajaṅgamam
In deinem Leib, Gott, weilen die Götter, Dānavas, Rākṣasas, Yakṣas, Gandharvas und Schlangen, die Welt, das Bewegliche und Unbewegliche.

tvatprasādāc ca me deva smṛtir na parihīyate drutam antaḥ śarīre te satataṃ paridhāvataḥ

Durch deine Gnade, Gott, bin ich meiner Erinnerung nicht beraubt, während ich rasch, stets, in deinem Leibe umherlief.

Wort für Wort
tvatprasādāc ca me deva smṛtir na parihīyate drutam antaḥ śarīre te satataṃ paridhāvataḥ
Durch deine Gnade, Gott, bin ich meiner Erinnerung nicht beraubt, während ich rasch, stets, in deinem Leibe umherlief.

icchāmi puṇḍarīkākṣa jñātuṃ tvāham anindita iha bhūtvā śiśuḥ sākṣāt kiṃ bhavān avatiṣṭhate pītvā jagad idaṃ viśvam etad ākhyātum arhasi

Ich möchte, Lotosäugiger, Makelloser, erkennen: Warum verweilst du selbst, hier als Kind geworden, nachdem du diese ganze Welt, dieses All, in dich getrunken hast? Dies mögest du mir verkünden.

Wort für Wort
icchāmi puṇḍarīkākṣa jñātuṃ tvāham anindita iha bhūtvā śiśuḥ sākṣāt kiṃ bhavān avatiṣṭhate pītvā jagad idaṃ viśvam etad ākhyātum arhasi
Ich möchte, Lotosäugiger, Makelloser, erkennen: Warum verweilst du selbst, hier als Kind geworden, nachdem du diese ganze Welt, dieses All, in dich getrunken hast? Dies mögest du mir verkünden.

kimarthaṃ ca jagat sarvaṃ śarīrasthaṃ tavānagha kiyantaṃ ca tvayā kālam iha stheyam ariṃdama

Aus welchem Grund die ganze Welt in deinem Leib weilt, Makelloser, und wie lange du hier verweilen wirst, Bezwinger der Feinde,

Wort für Wort
kimarthaṃ ca jagat sarvaṃ śarīrasthaṃ tavānagha kiyantaṃ ca tvayā kālam iha stheyam ariṃdama
Aus welchem Grund die ganze Welt in deinem Leib weilt, Makelloser, und wie lange du hier verweilen wirst, Bezwinger der Feinde,

etad icchāmi deveśa śrotuṃ brāhmaṇakāmyayā tvattaḥ kamalapatrākṣa vistareṇa yathātatham mahad dhy etad acintyaṃ ca yad ahaṃ dṛṣṭavān prabho

dies möchte ich wissen, Gott der Götter, aus brahmanischem Verlangen zu hören, von dir, Lotosblättriger, ausführlich, wie es sich wirklich verhält; denn groß und unvorstellbar ist dies, was ich gesehen habe, Herr.‘

Wort für Wort
etad icchāmi deveśa śrotuṃ brāhmaṇakāmyayā tvattaḥ kamalapatrākṣa vistareṇa yathātatham mahad dhy etad acintyaṃ ca yad ahaṃ dṛṣṭavān prabho
dies möchte ich wissen, Gott der Götter, aus brahmanischem Verlangen zu hören, von dir, Lotosblättriger, ausführlich, wie es sich wirklich verhält; denn groß und unvorstellbar ist dies, was ich gesehen habe, Herr.‘

ity uktaḥ sa mayā śrīmān devadevo mahādyutiḥ sāntvayan mām idaṃ vākyam uvāca vadatāṃ varaḥ

So von mir angesprochen, sprach jener glanzvolle, ruhmreiche Gott der Götter, mich besänftigend, dieses Wort, er, der Beste der Redner:“

Wort für Wort
ity uktaḥ sa mayā śrīmān devadevo mahādyutiḥ sāntvayan mām idaṃ vākyam uvāca vadatāṃ varaḥ
So von mir angesprochen, sprach jener glanzvolle, ruhmreiche Gott der Götter, mich besänftigend, dieses Wort, er, der Beste der Redner:“

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