Kapitel 26: Mārkaṇḍeyāgamanam
Das Leben am Dvaitavana-See und der Besuch des Sehers Mārkaṇḍeya
Die Pāṇḍavas richten sich am Dvaitavana-See ein; Dhaumya versorgt sie mit Opfern und Ahnenriten. Der uralte Seher Mārkaṇḍeya besucht sie und lächelt beim Anblick ihres Elends, da er sich an Rāmas eigenes Waldexil erinnert. Er tröstet Yudhiṣṭhira mit dem Beispiel Rāmas und weiterer machtvoller, doch dem Dharma treu bleibender Gestalten - der Könige Nābhāga, Bhagīratha und Alarka, der sieben Ṛṣis, selbst der mächtigen Elefanten - mit dem wiederkehrenden Lehrsatz, dass Macht allein niemals zu Unrecht berechtigt. Er verheißt Yudhiṣṭhira die Rückgewinnung seines Glanzes nach Ablauf des Waldaufenthalts und zieht dann gen Norden.
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem sie jenen Wald erreicht hatten, verbrachten die Söhne des Herrschers der Menschen, an Behagen gewöhnt, nunmehr ein mühevolles Leben; die Indra gleichenden Helden weilten in jenen heilsamen Śāla-Wäldern an der Sarasvatī.
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem sie jenen Wald erreicht hatten, verbrachten die Söhne des Herrschers der Menschen, an Behagen gewöhnt, nunmehr ein mühevolles Leben; die Indra gleichenden Helden weilten in jenen heilsamen Śāla-Wäldern an der Sarasvatī.
yatīṃś ca sarvān sa munīṃś ca rājā tasmin vane mūlaphalair udagraiḥ dvijātimukhyān ṛṣabhaḥ kurūṇāṃ saṃtarpayām āsa mahānubhāvaḥ
Der hochherzige König, der Stier der Kurus, erquickte in jenem Wald alle Asketen und Weisen, die Vornehmsten der Zweifachgeborenen, mit erlesenen Wurzeln und Früchten.
Wort für Wort
yatīṃś ca sarvān sa munīṃś ca rājā tasmin vane mūlaphalair udagraiḥ dvijātimukhyān ṛṣabhaḥ kurūṇāṃ saṃtarpayām āsa mahānubhāvaḥ
Der hochherzige König, der Stier der Kurus, erquickte in jenem Wald alle Asketen und Weisen, die Vornehmsten der Zweifachgeborenen, mit erlesenen Wurzeln und Früchten.
Und die Opfer sowie die vorzüglichen Ahnenriten für die im großen Wald weilenden Pāṇḍavas vollzog der Hauspriester Dhaumya, von allseits gedeihender Glut, wie ein Vater für die Kurus.
Und die Opfer sowie die vorzüglichen Ahnenriten für die im großen Wald weilenden Pāṇḍavas vollzog der Hauspriester Dhaumya, von allseits gedeihender Glut, wie ein Vater für die Kurus.
apetya rāṣṭrād vasatāṃ tu teṣām ṛṣiḥ purāṇo 'tithir ājagāma tam āśramaṃ tīvrasamṛddhatejā mārkaṇḍeyaḥ śrīmatāṃ pāṇḍavānām
Während sie, aus dem Reich vertrieben, dort weilten, kam der uralte Seher, von starker, gedeihender Glut, Mārkaṇḍeya, als Gast zu jener Einsiedelei der glanzvollen Pāṇḍavas.
Wort für Wort
apetya rāṣṭrād vasatāṃ tu teṣām ṛṣiḥ purāṇo 'tithir ājagāma tam āśramaṃ tīvrasamṛddhatejā mārkaṇḍeyaḥ śrīmatāṃ pāṇḍavānām
Während sie, aus dem Reich vertrieben, dort weilten, kam der uralte Seher, von starker, gedeihender Glut, Mārkaṇḍeya, als Gast zu jener Einsiedelei der glanzvollen Pāṇḍavas.
sa sarvavid draupadīṃ prekṣya kṛṣṇāṃ yudhiṣṭhiraṃ bhīmasenārjunau ca saṃsmṛtya rāmaṃ manasā mahātmā tapasvimadhye 'smayatāmitaujāḥ
Er, allwissend, der hochherzige, unermesslich Kraftvolle, lächelte, als er Draupadī Kṛṣṇā, Yudhiṣṭhira, Bhīmasena und Arjuna erblickte, inmitten der Asketen, während er sich in Gedanken an Rāma erinnerte.
Wort für Wort
sa sarvavid draupadīṃ prekṣya kṛṣṇāṃ yudhiṣṭhiraṃ bhīmasenārjunau ca saṃsmṛtya rāmaṃ manasā mahātmā tapasvimadhye 'smayatāmitaujāḥ
Er, allwissend, der hochherzige, unermesslich Kraftvolle, lächelte, als er Draupadī Kṛṣṇā, Yudhiṣṭhira, Bhīmasena und Arjuna erblickte, inmitten der Asketen, während er sich in Gedanken an Rāma erinnerte.
Zu ihm sprach der Dharma-König, wie bekümmert: „Alle diese Asketen sind von Scham erfüllt - warum lächelst du, gleichsam erfreut, während die Asketen mich anblicken, indem du mich betrachtest?
Zu ihm sprach der Dharma-König, wie bekümmert: „Alle diese Asketen sind von Scham erfüllt - warum lächelst du, gleichsam erfreut, während die Asketen mich anblicken, indem du mich betrachtest?
mārkaṇḍeya uvāca na tāta hṛṣyāmi na ca smayāmi praharṣajo māṃ bhajate na darpaḥ tavāpadaṃ tv adya samīkṣya rāmaṃ satyavrataṃ dāśarathiṃ smarāmi
Mārkaṇḍeya sprach: „Nicht, mein Sohn, freue ich mich, noch lächle ich aus Spott; nicht ergreift mich aus Freude entstandener Hochmut; doch als ich heute dein Missgeschick betrachtete, erinnerte ich mich an Rāma, den wahrhaft gelobten Sohn des Daśaratha.
Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca na tāta hṛṣyāmi na ca smayāmi praharṣajo māṃ bhajate na darpaḥ tavāpadaṃ tv adya samīkṣya rāmaṃ satyavrataṃ dāśarathiṃ smarāmi
Mārkaṇḍeya sprach: „Nicht, mein Sohn, freue ich mich, noch lächle ich aus Spott; nicht ergreift mich aus Freude entstandener Hochmut; doch als ich heute dein Missgeschick betrachtete, erinnerte ich mich an Rāma, den wahrhaft gelobten Sohn des Daśaratha.
sa cāpi rājā saha lakṣmaṇena vane nivāsaṃ pitur eva śāsanāt dhanvī caran pārtha purā mayaiva dṛṣṭo girer ṛṣyamūkasya sānau
Auch jener König nahm einst, zusammen mit Lakṣmaṇa, auf Geheiß seines Vaters, seinen Wohnsitz im Wald; ich selbst sah ihn einst, o Pārtha, wie er, den Bogen tragend, auf dem Gipfel des Berges Ṛṣyamūka umherzog.
Wort für Wort
sa cāpi rājā saha lakṣmaṇena vane nivāsaṃ pitur eva śāsanāt dhanvī caran pārtha purā mayaiva dṛṣṭo girer ṛṣyamūkasya sānau
Auch jener König nahm einst, zusammen mit Lakṣmaṇa, auf Geheiß seines Vaters, seinen Wohnsitz im Wald; ich selbst sah ihn einst, o Pārtha, wie er, den Bogen tragend, auf dem Gipfel des Berges Ṛṣyamūka umherzog.
Der Hochherzige, gleich dem Tausendäugigen, dem Bezwinger Mayas und dem Töter Namucis - der makellose Sohn des Daśaratha nahm, seinem eigenen Dharma folgend, auf Geheiß seines Vaters, seinen Wohnsitz im Wald.
Der Hochherzige, gleich dem Tausendäugigen, dem Bezwinger Mayas und dem Töter Namucis - der makellose Sohn des Daśaratha nahm, seinem eigenen Dharma folgend, auf Geheiß seines Vaters, seinen Wohnsitz im Wald.
[Anm.: Die Beinamen „Bezwinger Mayas“ und „Töter Namucis“ gehören eigentlich zu Indra (dem „Tausendäugigen“); sie werden hier vergleichend auf Rāmas Größe übertragen.]
Und auch er, von gleicher Macht wie Śakra, der Hochherzige, im Kampf Unbesiegbare, gab alle Genüsse auf und wandelte in den Wäldern - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Und auch er, von gleicher Macht wie Śakra, der Hochherzige, im Kampf Unbesiegbare, gab alle Genüsse auf und wandelte in den Wäldern - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
[Anm.: Der Kehrreim „neśe balasyeti cared adharmam“ ist grammatisch dicht und wird hier sinngemäß wiedergegeben als: Macht allein berechtigt nicht zu Unrecht.]
nṛpāś ca nābhāgabhagīrathādayo mahīm imāṃ sāgarāntāṃ vijitya satyena te 'py ajayaṃs tāta lokān neśe balasyeti cared adharmam
Und die Könige, angefangen mit Nābhāga und Bhagīratha, die diese meerumgürtete Erde erobert hatten, gewannen durch Wahrhaftigkeit auch die himmlischen Welten, mein Sohn - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Wort für Wort
nṛpāś ca nābhāgabhagīrathādayo mahīm imāṃ sāgarāntāṃ vijitya satyena te 'py ajayaṃs tāta lokān neśe balasyeti cared adharmam
Und die Könige, angefangen mit Nābhāga und Bhagīratha, die diese meerumgürtete Erde erobert hatten, gewannen durch Wahrhaftigkeit auch die himmlischen Welten, mein Sohn - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Man erzählt von Alarka, dem Besten der Männer, dem wahrhaft gelobten König von Kāśi und Karūṣa, dass er seine Reiche und Schätze aufgab - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Man erzählt von Alarka, dem Besten der Männer, dem wahrhaft gelobten König von Kāśi und Karūṣa, dass er seine Reiche und Schätze aufgab - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
dhātrā vidhir yo vihitaḥ purāṇas taṃ pūjayanto naravarya santaḥ saptarṣayaḥ pārtha divi prabhānti neśe balasyeti cared adharmam
Die Ordnung, die vom Schöpfer von alters her festgesetzt wurde, ehrend, erstrahlen die Guten, die sieben Ṛṣis, am Himmel, o Bester der Männer, o Pārtha - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Wort für Wort
dhātrā vidhir yo vihitaḥ purāṇas taṃ pūjayanto naravarya santaḥ saptarṣayaḥ pārtha divi prabhānti neśe balasyeti cared adharmam
Die Ordnung, die vom Schöpfer von alters her festgesetzt wurde, ehrend, erstrahlen die Guten, die sieben Ṛṣis, am Himmel, o Bester der Männer, o Pārtha - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Sieh, o Herrscher der Menschen, die gewaltigen, bergesgipfelgleichen, stoßzahntragenden Elefanten, die dem Gebot des Schöpfers gehorchen, o Bester der Männer - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Sieh, o Herrscher der Menschen, die gewaltigen, bergesgipfelgleichen, stoßzahntragenden Elefanten, die dem Gebot des Schöpfers gehorchen, o Bester der Männer - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Sieh, o Herrscher der Menschen, wie alle Wesen das tun, was vom Schöpfer entsprechend ihrer eigenen Herkunft festgesetzt wurde, trotz ihrer Macht - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
Sieh, o Herrscher der Menschen, wie alle Wesen das tun, was vom Schöpfer entsprechend ihrer eigenen Herkunft festgesetzt wurde, trotz ihrer Macht - denn nicht soll man, im Vertrauen auf seine Macht, unrecht handeln.
satyena dharmeṇa yathārhavṛttyā hriyā tathā sarvabhūtāny atītya yaśaś ca tejaś ca tavāpi dīptaṃ vibhāvasor bhāskarasyeva pārtha
Durch Wahrhaftigkeit, durch Dharma, durch angemessenes Verhalten und durch rechte Scham wirst auch du, alle Wesen übertreffend, o Pārtha, an Ruhm und Glanz erstrahlen, wie der leuchtende Feuer- und Sonnengott.
Wort für Wort
satyena dharmeṇa yathārhavṛttyā hriyā tathā sarvabhūtāny atītya yaśaś ca tejaś ca tavāpi dīptaṃ vibhāvasor bhāskarasyeva pārtha
Durch Wahrhaftigkeit, durch Dharma, durch angemessenes Verhalten und durch rechte Scham wirst auch du, alle Wesen übertreffend, o Pārtha, an Ruhm und Glanz erstrahlen, wie der leuchtende Feuer- und Sonnengott.
Und, deinem Gelübde gemäß, o Hochherziger, wirst du, nachdem du diesen mühevollen Aufenthalt im Wald vollendet hast, mit deiner eigenen, leuchtenden Glut den Glanz von den Kauravas zurückgewinnen, o Herrscher.“
Und, deinem Gelübde gemäß, o Hochherziger, wirst du, nachdem du diesen mühevollen Aufenthalt im Wald vollendet hast, mit deiner eigenen, leuchtenden Glut den Glanz von den Kauravas zurückgewinnen, o Herrscher.“
vaiśaṃpāyana uvāca tam evam uktvā vacanaṃ maharṣis tapasvimadhye sahitaṃ suhṛdbhiḥ āmantrya dhaumyaṃ sahitāṃś ca pārthāṃs tataḥ pratasthe diśam uttarāṃ saḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem der große Seher so dieses Wort inmitten der Asketen, zusammen mit den Freunden, gesprochen hatte, nahm er von Dhaumya und den versammelten Söhnen der Pṛthā Abschied und zog darauf in die nördliche Richtung.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tam evam uktvā vacanaṃ maharṣis tapasvimadhye sahitaṃ suhṛdbhiḥ āmantrya dhaumyaṃ sahitāṃś ca pārthāṃs tataḥ pratasthe diśam uttarāṃ saḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem der große Seher so dieses Wort inmitten der Asketen, zusammen mit den Freunden, gesprochen hatte, nahm er von Dhaumya und den versammelten Söhnen der Pṛthā Abschied und zog darauf in die nördliche Richtung.