Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 2: Śaunakopadeśaḥ Śaunakas Lehrrede an Yudhiṣṭhira über Zuneigung, Gier und den achtfachen Pfad des Rechts

Yudhiṣṭhira bittet die ihm gefolgten Brahmanen vergeblich, umzukehren, da er sie im Wald nicht versorgen könne; der weise Śaunaka tröstet ihn mit einer ausführlichen philosophischen Lehrrede (im Stile der 'Janaka-Verse'): über die Wurzel allen seelischen Leids in der Zuneigung (sneha), die Gefahren der Gier (tṛṣṇā) und des Reichtums, das Lob der Genügsamkeit, die Pflichten eines Hausvaters gegenüber Gästen und Bedürftigen, den Kreislauf der Wiedergeburten durch Unwissenheit und schließlich den achtgliedrigen Pfad des Rechts (Opfer, Studium, Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit, Geduld, Selbstbeherrschung, Gierlosigkeit), der in den 'Pfad der Väter' und den höheren 'Pfad der Götter' unterteilt wird. Er ermutigt Yudhiṣṭhira, durch Askese im Wald neue Vollkommenheit zu erlangen, um weiterhin für die Brahmanen sorgen zu können.

vaiśaṃpāyana uvāca prabhātāyāṃ tu śarvaryāṃ teṣām akliṣṭakarmaṇām vanaṃ yiyāsatāṃ viprās tasthur bhikṣābhujo 'grataḥ tān uvāca tato rājā kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Als die Nacht dem Morgen wich für sie, die unermüdlich Handelnden, die in den Wald ziehen wollten, standen die von Almosen lebenden Brahmanen vor ihnen; da sprach zu ihnen König Yudhiṣṭhira, der Sohn der Kuntī:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca prabhātāyāṃ tu śarvaryāṃ teṣām akliṣṭakarmaṇām vanaṃ yiyāsatāṃ viprās tasthur bhikṣābhujo 'grataḥ tān uvāca tato rājā kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Als die Nacht dem Morgen wich für sie, die unermüdlich Handelnden, die in den Wald ziehen wollten, standen die von Almosen lebenden Brahmanen vor ihnen; da sprach zu ihnen König Yudhiṣṭhira, der Sohn der Kuntī:

vayaṃ hi hṛtasarvasvā hṛtarājyā hṛtaśriyaḥ phalamūlāmiṣāhārā vanaṃ yāsyāma duḥkhitāḥ

'Wir, all unseres Besitzes beraubt, unseres Reiches beraubt, unseres Glanzes beraubt, von Früchten, Wurzeln und Fleisch lebend, werden bekümmert in den Wald ziehen.'

Wort für Wort
vayaṃ hi hṛtasarvasvā hṛtarājyā hṛtaśriyaḥ phalamūlāmiṣāhārā vanaṃ yāsyāma duḥkhitāḥ
'Wir, all unseres Besitzes beraubt, unseres Reiches beraubt, unseres Glanzes beraubt, von Früchten, Wurzeln und Fleisch lebend, werden bekümmert in den Wald ziehen.'

vanaṃ ca doṣabahulaṃ bahuvyālasarīsṛpam parikleśaś ca vo manye dhruvaṃ tatra bhaviṣyati

'Und der Wald ist voller Gefahren, voller wilder Tiere und kriechender Wesen; ich glaube, dass euch dort gewiss große Drangsal widerfahren wird.'

Wort für Wort
vanaṃ ca doṣabahulaṃ bahuvyālasarīsṛpam parikleśaś ca vo manye dhruvaṃ tatra bhaviṣyati
'Und der Wald ist voller Gefahren, voller wilder Tiere und kriechender Wesen; ich glaube, dass euch dort gewiss große Drangsal widerfahren wird.'

brāhmaṇānāṃ parikleśo daivatāny api sādayet kiṃ punar mām ito viprā nivartadhvaṃ yatheṣṭataḥ

'Die Drangsal von Brahmanen könnte sogar die Götter zu Fall bringen - wie sehr erst mich! Kehrt daher um, ihr Brahmanen, wie es euch beliebt.'

Wort für Wort
brāhmaṇānāṃ parikleśo daivatāny api sādayet kiṃ punar mām ito viprā nivartadhvaṃ yatheṣṭataḥ
'Die Drangsal von Brahmanen könnte sogar die Götter zu Fall bringen - wie sehr erst mich! Kehrt daher um, ihr Brahmanen, wie es euch beliebt.'

brāhmaṇā ūcuḥ gatir yā bhavatāṃ rājaṃs tāṃ vayaṃ gantum udyatāḥ nārhathāsmān parityaktuṃ bhaktān saddharmadarśinaḥ

Die Brahmanen sprachen: Wohin auch immer ihr geht, o König, dorthin sind auch wir bereit zu gehen; du solltest uns, deine ergebenen Anhänger, nicht verlassen, du, der du das rechte Recht erkennst.

Wort für Wort
brāhmaṇā ūcuḥ gatir yā bhavatāṃ rājaṃs tāṃ vayaṃ gantum udyatāḥ nārhathāsmān parityaktuṃ bhaktān saddharmadarśinaḥ
Die Brahmanen sprachen: Wohin auch immer ihr geht, o König, dorthin sind auch wir bereit zu gehen; du solltest uns, deine ergebenen Anhänger, nicht verlassen, du, der du das rechte Recht erkennst.

anukampāṃ hi bhakteṣu daivatāny api kurvate viśeṣato brāhmaṇeṣu sadācārāvalambiṣu

Denn selbst die Götter erweisen ihren Anhängern Mitleid, besonders den Brahmanen, die sich an rechtes Verhalten halten.

Wort für Wort
anukampāṃ hi bhakteṣu daivatāny api kurvate viśeṣato brāhmaṇeṣu sadācārāvalambiṣu
Denn selbst die Götter erweisen ihren Anhängern Mitleid, besonders den Brahmanen, die sich an rechtes Verhalten halten.

yudhiṣṭhira uvāca mamāpi paramā bhaktir brāhmaṇeṣu sadā dvijāḥ sahāyaviparibhraṃśas tv ayaṃ sādayatīva mām

Yudhiṣṭhira sprach: Auch ich hege stets höchste Verehrung für die Brahmanen, ihr Zweifachgeborenen; doch dieser Verlust an Gefährten quält mich geradezu.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca mamāpi paramā bhaktir brāhmaṇeṣu sadā dvijāḥ sahāyaviparibhraṃśas tv ayaṃ sādayatīva mām
Yudhiṣṭhira sprach: Auch ich hege stets höchste Verehrung für die Brahmanen, ihr Zweifachgeborenen; doch dieser Verlust an Gefährten quält mich geradezu.

āhareyur hi me ye 'pi phalamūlamṛgāṃs tathā ta ime śokajair duḥkhair bhrātaro me vimohitāḥ

Denn selbst diejenigen, die mir Früchte, Wurzeln und Wild herbeischaffen könnten, meine Brüder, sind von den durch Kummer entstandenen Leiden benommen.

Wort für Wort
āhareyur hi me ye 'pi phalamūlamṛgāṃs tathā ta ime śokajair duḥkhair bhrātaro me vimohitāḥ
Denn selbst diejenigen, die mir Früchte, Wurzeln und Wild herbeischaffen könnten, meine Brüder, sind von den durch Kummer entstandenen Leiden benommen.

draupadyā viprakarṣeṇa rājyāpaharaṇena ca duḥkhānvitān imān kleśair nāhaṃ yoktum ihotsahe

Durch das Wegschleppen Draupadīs und den Raub des Reiches sind diese hier von Kummer erfüllt; ich wage es nicht, sie hier noch mit weiterer Mühsal zu belasten.

Wort für Wort
draupadyā viprakarṣeṇa rājyāpaharaṇena ca duḥkhānvitān imān kleśair nāhaṃ yoktum ihotsahe
Durch das Wegschleppen Draupadīs und den Raub des Reiches sind diese hier von Kummer erfüllt; ich wage es nicht, sie hier noch mit weiterer Mühsal zu belasten.

brāhmaṇā ūcuḥ asmatpoṣaṇajā cintā mā bhūt te hṛdi pārthiva svayam āhṛtya vanyāni anuyāsyāmahe vayam

Die Brahmanen sprachen: Die Sorge um unsere Versorgung soll dir nicht im Herzen liegen, o Fürst; wir werden selbst Waldfrüchte herbeischaffen und dir folgen.

Wort für Wort
brāhmaṇā ūcuḥ asmatpoṣaṇajā cintā mā bhūt te hṛdi pārthiva svayam āhṛtya vanyāni anuyāsyāmahe vayam
Die Brahmanen sprachen: Die Sorge um unsere Versorgung soll dir nicht im Herzen liegen, o Fürst; wir werden selbst Waldfrüchte herbeischaffen und dir folgen.

anudhyānena japyena vidhāsyāmaḥ śivaṃ tava kathābhiś cānukūlābhiḥ saha raṃsyāmahe vane

Durch Andacht und stille Rezitation werden wir dir Heil bereiten, und mit erbaulichen Erzählungen werden wir uns gemeinsam im Wald ergötzen.

Wort für Wort
anudhyānena japyena vidhāsyāmaḥ śivaṃ tava kathābhiś cānukūlābhiḥ saha raṃsyāmahe vane
Durch Andacht und stille Rezitation werden wir dir Heil bereiten, und mit erbaulichen Erzählungen werden wir uns gemeinsam im Wald ergötzen.

yudhiṣṭhira uvāca evam etan na saṃdeho rameyaṃ brāhmaṇaiḥ saha nyūnabhāvāt tu paśyāmi pratyādeśam ivātmanaḥ

Yudhiṣṭhira sprach: So ist es gewiss, kein Zweifel - ich würde mich gern mit Brahmanen erfreuen; doch aus meinem gegenwärtigen Mangel heraus sehe ich darin gleichsam eine Zurückweisung meiner selbst.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca evam etan na saṃdeho rameyaṃ brāhmaṇaiḥ saha nyūnabhāvāt tu paśyāmi pratyādeśam ivātmanaḥ
Yudhiṣṭhira sprach: So ist es gewiss, kein Zweifel - ich würde mich gern mit Brahmanen erfreuen; doch aus meinem gegenwärtigen Mangel heraus sehe ich darin gleichsam eine Zurückweisung meiner selbst.

kathaṃ drakṣyāmi vaḥ sarvān svayam āhṛtabhojanān madbhaktyā kliśyato 'narhān dhik pāpān dhṛtarāṣṭrajān

Wie soll ich euch alle ansehen, wie ihr euch selbst Nahrung beschafft, aus Ergebenheit zu mir Mühsal erduldend, obwohl ihr es nicht verdient - Schande über die bösen Söhne Dhṛtarāṣṭras!

Wort für Wort
kathaṃ drakṣyāmi vaḥ sarvān svayam āhṛtabhojanān madbhaktyā kliśyato 'narhān dhik pāpān dhṛtarāṣṭrajān
Wie soll ich euch alle ansehen, wie ihr euch selbst Nahrung beschafft, aus Ergebenheit zu mir Mühsal erduldend, obwohl ihr es nicht verdient - Schande über die bösen Söhne Dhṛtarāṣṭras!

vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā sa nṛpaḥ śocan niṣasāda mahītale tam adhyātmaratir vidvāñ śaunako nāma vai dvijaḥ yoge sāṃkhye ca kuśalo rājānam idam abravīt

Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, setzte sich der König, trauernd, auf den Erdboden; da sprach zu ihm ein weiser Zweifachgeborener namens Śaunaka, der Freude an der Selbstbetrachtung fand und in Yoga und Sāṃkhya bewandert war, folgendes:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā sa nṛpaḥ śocan niṣasāda mahītale tam adhyātmaratir vidvāñ śaunako nāma vai dvijaḥ yoge sāṃkhye ca kuśalo rājānam idam abravīt
Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, setzte sich der König, trauernd, auf den Erdboden; da sprach zu ihm ein weiser Zweifachgeborener namens Śaunaka, der Freude an der Selbstbetrachtung fand und in Yoga und Sāṃkhya bewandert war, folgendes:

śokasthānasahasrāṇi bhayasthānaśatāni ca divase divase mūḍham āviśanti na paṇḍitam

Tausend Anlässe zur Trauer und hundert Anlässe zur Furcht befallen Tag für Tag den Toren, nicht aber den Weisen.

Wort für Wort
śokasthānasahasrāṇi bhayasthānaśatāni ca divase divase mūḍham āviśanti na paṇḍitam
Tausend Anlässe zur Trauer und hundert Anlässe zur Furcht befallen Tag für Tag den Toren, nicht aber den Weisen.

na hi jñānaviruddheṣu bahudoṣeṣu karmasu śreyoghātiṣu sajjante buddhimanto bhavadvidhāḥ

Denn an Handlungen, die dem Wissen zuwiderlaufen, voller Mängel sind und das Heil zerstören, haften Verständige wie du nicht.

Wort für Wort
na hi jñānaviruddheṣu bahudoṣeṣu karmasu śreyoghātiṣu sajjante buddhimanto bhavadvidhāḥ
Denn an Handlungen, die dem Wissen zuwiderlaufen, voller Mängel sind und das Heil zerstören, haften Verständige wie du nicht.

aṣṭāṅgāṃ buddhim āhur yāṃ sarvāśreyovighātinīm śrutismṛtisamāyuktāṃ sā rājaṃs tvayy avasthitā

Jene achtgliedrige Einsicht, von der man sagt, sie zerstöre alles Unheil, verbunden mit Śruti und Smṛti - diese, o König, ist in dir vorhanden.

Wort für Wort
aṣṭāṅgāṃ buddhim āhur yāṃ sarvāśreyovighātinīm śrutismṛtisamāyuktāṃ sā rājaṃs tvayy avasthitā
Jene achtgliedrige Einsicht, von der man sagt, sie zerstöre alles Unheil, verbunden mit Śruti und Smṛti - diese, o König, ist in dir vorhanden.

arthakṛcchreṣu durgeṣu vyāpatsu svajanasya ca śārīramānasair duḥkhair na sīdanti bhavadvidhāḥ

In Notlagen der Bedürftigkeit, in Gefahren, in Unglücksfällen der eigenen Angehörigen verzagen Menschen deinesgleichen nicht durch körperliche und seelische Leiden.

Wort für Wort
arthakṛcchreṣu durgeṣu vyāpatsu svajanasya ca śārīramānasair duḥkhair na sīdanti bhavadvidhāḥ
In Notlagen der Bedürftigkeit, in Gefahren, in Unglücksfällen der eigenen Angehörigen verzagen Menschen deinesgleichen nicht durch körperliche und seelische Leiden.

śrūyatāṃ cābhidhāsyāmi janakena yathā purā ātmavyavasthānakarā gītāḥ ślokā mahātmanā

So höre, ich will dir die Verse vortragen, die einst vom hochherzigen Janaka gesungen wurden, die die Festigung des Selbst bewirken.

Wort für Wort
śrūyatāṃ cābhidhāsyāmi janakena yathā purā ātmavyavasthānakarā gītāḥ ślokā mahātmanā
So höre, ich will dir die Verse vortragen, die einst vom hochherzigen Janaka gesungen wurden, die die Festigung des Selbst bewirken.

manodehasamutthābhyāṃ duḥkhābhyām arditaṃ jagat tayor vyāsasamāsābhyāṃ śamopāyam imaṃ śṛṇu

Die Welt wird von den beiden aus Geist und Körper entstehenden Leiden gequält; höre nun dieses Mittel zu ihrer Befriedung, ausführlich und zusammengefasst.

Wort für Wort
manodehasamutthābhyāṃ duḥkhābhyām arditaṃ jagat tayor vyāsasamāsābhyāṃ śamopāyam imaṃ śṛṇu
Die Welt wird von den beiden aus Geist und Körper entstehenden Leiden gequält; höre nun dieses Mittel zu ihrer Befriedung, ausführlich und zusammengefasst.

vyādher aniṣṭasaṃsparśāc chramād iṣṭavivarjanāt duḥkhaṃ caturbhiḥ śārīraṃ kāraṇaiḥ saṃpravartate

Das körperliche Leid entsteht aus vier Ursachen: durch Krankheit, durch Berührung mit Unerwünschtem, durch Anstrengung und durch die Trennung vom Erwünschten.

Wort für Wort
vyādher aniṣṭasaṃsparśāc chramād iṣṭavivarjanāt duḥkhaṃ caturbhiḥ śārīraṃ kāraṇaiḥ saṃpravartate
Das körperliche Leid entsteht aus vier Ursachen: durch Krankheit, durch Berührung mit Unerwünschtem, durch Anstrengung und durch die Trennung vom Erwünschten.

tad āśupratikārāc ca satataṃ cāvicintanāt ādhivyādhipraśamanaṃ kriyāyogadvayena tu

Dessen Linderung, sowohl des seelischen als auch des körperlichen Leidens, geschieht durch rasche Abhilfe und durch beständiges Nicht-Nachdenken darüber - durch diese zwei Mittel der Anwendung.

Wort für Wort
tad āśupratikārāc ca satataṃ cāvicintanāt ādhivyādhipraśamanaṃ kriyāyogadvayena tu
Dessen Linderung, sowohl des seelischen als auch des körperlichen Leidens, geschieht durch rasche Abhilfe und durch beständiges Nicht-Nachdenken darüber - durch diese zwei Mittel der Anwendung.

matimanto hy ato vaidyāḥ śamaṃ prāg eva kurvate mānasasya priyākhyānaiḥ saṃbhogopanayair nṛṇām

Deshalb bewirken kluge Ärzte zuerst die Beruhigung des Geistes bei den Menschen, durch angenehme Erzählungen und durch das Herbeiführen von Genuss.

Wort für Wort
matimanto hy ato vaidyāḥ śamaṃ prāg eva kurvate mānasasya priyākhyānaiḥ saṃbhogopanayair nṛṇām
Deshalb bewirken kluge Ärzte zuerst die Beruhigung des Geistes bei den Menschen, durch angenehme Erzählungen und durch das Herbeiführen von Genuss.

mānasena hi duḥkhena śarīram upatapyate ayaḥpiṇḍena taptena kumbhasaṃstham ivodakam

Denn durch seelisches Leid wird der Körper erhitzt, wie Wasser in einem Gefäß durch einen erhitzten Eisenklumpen.

Wort für Wort
mānasena hi duḥkhena śarīram upatapyate ayaḥpiṇḍena taptena kumbhasaṃstham ivodakam
Denn durch seelisches Leid wird der Körper erhitzt, wie Wasser in einem Gefäß durch einen erhitzten Eisenklumpen.

mānasaṃ śamayet tasmāj jñānenāgnim ivāmbunā praśānte mānase duḥkhe śārīram upaśāmyati

Deshalb soll man das seelische Leid durch Wissen beruhigen, wie Feuer durch Wasser; ist das seelische Leid beruhigt, kommt auch das körperliche zur Ruhe.

Wort für Wort
mānasaṃ śamayet tasmāj jñānenāgnim ivāmbunā praśānte mānase duḥkhe śārīram upaśāmyati
Deshalb soll man das seelische Leid durch Wissen beruhigen, wie Feuer durch Wasser; ist das seelische Leid beruhigt, kommt auch das körperliche zur Ruhe.

manaso duḥkhamūlaṃ tu sneha ity upalabhyate snehāt tu sajjate jantur duḥkhayogam upaiti ca

Als Wurzel des seelischen Leides aber erkennt man die Zuneigung; durch Zuneigung haftet das Lebewesen an den Dingen und gerät in Verbindung mit Leid.

Wort für Wort
manaso duḥkhamūlaṃ tu sneha ity upalabhyate snehāt tu sajjate jantur duḥkhayogam upaiti ca
Als Wurzel des seelischen Leides aber erkennt man die Zuneigung; durch Zuneigung haftet das Lebewesen an den Dingen und gerät in Verbindung mit Leid.

snehamūlāni duḥkhāni snehajāni bhayāni ca śokaharṣau tathāyāsaḥ sarvaṃ snehāt pravartate

Die Leiden haben ihre Wurzel in der Zuneigung, und auch die Ängste entstehen aus der Zuneigung; Kummer und Freude, ebenso Mühsal - alles entsteht aus der Zuneigung.

Wort für Wort
snehamūlāni duḥkhāni snehajāni bhayāni ca śokaharṣau tathāyāsaḥ sarvaṃ snehāt pravartate
Die Leiden haben ihre Wurzel in der Zuneigung, und auch die Ängste entstehen aus der Zuneigung; Kummer und Freude, ebenso Mühsal - alles entsteht aus der Zuneigung.

snehāt karaṇarāgaś ca prajajñe vaiṣayas tathā aśreyaskāv ubhāv etau pūrvas tatra guruḥ smṛtaḥ

Aus der Zuneigung entstehen sowohl die Leidenschaft der Sinnesorgane als auch die auf die Sinnesobjekte bezogene Leidenschaft; beide sind unheilvoll, doch die erstere gilt dabei als die schwerwiegendere.

Wort für Wort
snehāt karaṇarāgaś ca prajajñe vaiṣayas tathā aśreyaskāv ubhāv etau pūrvas tatra guruḥ smṛtaḥ
Aus der Zuneigung entstehen sowohl die Leidenschaft der Sinnesorgane als auch die auf die Sinnesobjekte bezogene Leidenschaft; beide sind unheilvoll, doch die erstere gilt dabei als die schwerwiegendere.

koṭarāgnir yathāśeṣaṃ samūlaṃ pādapaṃ dahet dharmārthinaṃ tathālpo 'pi rāgadoṣo vināśayet

Wie ein Feuer in einer Baumhöhle den ganzen Baum samt seiner Wurzel verbrennt, so vernichtet selbst ein geringer Fehler der Leidenschaft den nach Recht Strebenden.

Wort für Wort
koṭarāgnir yathāśeṣaṃ samūlaṃ pādapaṃ dahet dharmārthinaṃ tathālpo 'pi rāgadoṣo vināśayet
Wie ein Feuer in einer Baumhöhle den ganzen Baum samt seiner Wurzel verbrennt, so vernichtet selbst ein geringer Fehler der Leidenschaft den nach Recht Strebenden.

viprayoge na tu tyāgī doṣadarśī samāgamāt virāgaṃ bhajate jantur nirvairo niṣparigrahaḥ

Wer aber, den Fehler schon im Zusammensein selbst erkennend, nicht erst bei der Trennung zum Entsagenden wird, sondern schon dort Nicht-Anhaftung übt, jenes Lebewesen wird frei von Feindschaft und frei von Besitzdenken.

Wort für Wort
viprayoge na tu tyāgī doṣadarśī samāgamāt virāgaṃ bhajate jantur nirvairo niṣparigrahaḥ
Wer aber, den Fehler schon im Zusammensein selbst erkennend, nicht erst bei der Trennung zum Entsagenden wird, sondern schon dort Nicht-Anhaftung übt, jenes Lebewesen wird frei von Feindschaft und frei von Besitzdenken.

tasmāt snehaṃ svapakṣebhyo mitrebhyo dhanasaṃcayāt svaśarīrasamutthaṃ tu jñānena vinivartayet

Deshalb soll man die Zuneigung zu den eigenen Angehörigen, zu Freunden, zum angehäuften Reichtum und die aus dem eigenen Körper entspringende Zuneigung durch Wissen zurückweisen.

Wort für Wort
tasmāt snehaṃ svapakṣebhyo mitrebhyo dhanasaṃcayāt svaśarīrasamutthaṃ tu jñānena vinivartayet
Deshalb soll man die Zuneigung zu den eigenen Angehörigen, zu Freunden, zum angehäuften Reichtum und die aus dem eigenen Körper entspringende Zuneigung durch Wissen zurückweisen.

jñānānviteṣu mukhyeṣu śāstrajñeṣu kṛtātmasu na teṣu sajjate snehaḥ padmapatreṣv ivodakam

Bei den mit Wissen Begabten, den Vorzüglichen, den Schriftkundigen, den in sich Vollendeten haftet die Zuneigung nicht, wie Wasser nicht an Lotosblättern haftet.

Wort für Wort
jñānānviteṣu mukhyeṣu śāstrajñeṣu kṛtātmasu na teṣu sajjate snehaḥ padmapatreṣv ivodakam
Bei den mit Wissen Begabten, den Vorzüglichen, den Schriftkundigen, den in sich Vollendeten haftet die Zuneigung nicht, wie Wasser nicht an Lotosblättern haftet.

rāgābhibhūtaḥ puruṣaḥ kāmena parikṛṣyate icchā saṃjāyate tasya tatas tṛṣṇā pravartate

Der von Leidenschaft überwältigte Mensch wird von Begierde fortgezogen; in ihm entsteht Wunsch, und daraus entwickelt sich Gier.

Wort für Wort
rāgābhibhūtaḥ puruṣaḥ kāmena parikṛṣyate icchā saṃjāyate tasya tatas tṛṣṇā pravartate
Der von Leidenschaft überwältigte Mensch wird von Begierde fortgezogen; in ihm entsteht Wunsch, und daraus entwickelt sich Gier.

tṛṣṇā hi sarvapāpiṣṭhā nityodvegakarī nṛṇām adharmabahulā caiva ghorā pāpānubandhinī

Die Gier ist wahrlich das Schlimmste von allem, stets Unruhe stiftend bei den Menschen, voller Unrecht und schrecklich, an Sünde gebunden.

Wort für Wort
tṛṣṇā hi sarvapāpiṣṭhā nityodvegakarī nṛṇām adharmabahulā caiva ghorā pāpānubandhinī
Die Gier ist wahrlich das Schlimmste von allem, stets Unruhe stiftend bei den Menschen, voller Unrecht und schrecklich, an Sünde gebunden.

yā dustyajā durmatibhir yā na jīryati jīryataḥ yo 'sau prāṇāntiko rogas tāṃ tṛṣṇāṃ tyajataḥ sukham

Sie, die von den Übelgesinnten schwer abzulegen ist, die nicht altert, während der Mensch altert - sie ist jene bis zum Tod währende Krankheit; wer diese Gier ablegt, dem wird Glück zuteil.

Wort für Wort
yā dustyajā durmatibhir yā na jīryati jīryataḥ yo 'sau prāṇāntiko rogas tāṃ tṛṣṇāṃ tyajataḥ sukham
Sie, die von den Übelgesinnten schwer abzulegen ist, die nicht altert, während der Mensch altert - sie ist jene bis zum Tod währende Krankheit; wer diese Gier ablegt, dem wird Glück zuteil.

anādyantā tu sā tṛṣṇā antardehagatā nṛṇām vināśayati saṃbhūtā ayonija ivānalaḥ

Ohne Anfang und Ende ist jene Gier, im Innern des Körpers der Menschen wohnend; einmal entstanden, vernichtet sie, wie ein nicht aus einem Mutterschoß entstandenes Feuer.

Wort für Wort
anādyantā tu sā tṛṣṇā antardehagatā nṛṇām vināśayati saṃbhūtā ayonija ivānalaḥ
Ohne Anfang und Ende ist jene Gier, im Innern des Körpers der Menschen wohnend; einmal entstanden, vernichtet sie, wie ein nicht aus einem Mutterschoß entstandenes Feuer.

yathaidhaḥ svasamutthena vahninā nāśam ṛcchati tathākṛtātmā lobhena sahajena vinaśyati

Wie Brennholz durch das ihm selbst entsprungene Feuer zugrunde geht, so geht der Ungeläuterte durch die ihm angeborene Gier zugrunde.

Wort für Wort
yathaidhaḥ svasamutthena vahninā nāśam ṛcchati tathākṛtātmā lobhena sahajena vinaśyati
Wie Brennholz durch das ihm selbst entsprungene Feuer zugrunde geht, so geht der Ungeläuterte durch die ihm angeborene Gier zugrunde.

rājataḥ salilād agneś corataḥ svajanād api bhayam arthavatāṃ nityaṃ mṛtyoḥ prāṇabhṛtām iva

Vor dem König, vor Wasser, vor Feuer, vor Dieben, ja sogar vor den eigenen Angehörigen besteht für den Besitzenden stets Furcht, wie für Lebewesen vor dem Tod.

Wort für Wort
rājataḥ salilād agneś corataḥ svajanād api bhayam arthavatāṃ nityaṃ mṛtyoḥ prāṇabhṛtām iva
Vor dem König, vor Wasser, vor Feuer, vor Dieben, ja sogar vor den eigenen Angehörigen besteht für den Besitzenden stets Furcht, wie für Lebewesen vor dem Tod.

yathā hy āmiṣam ākāśe pakṣibhiḥ śvāpadair bhuvi bhakṣyate salile matsyais tathā sarveṇa vittavān

Denn wie Fleisch in der Luft von Vögeln, auf der Erde von Raubtieren, im Wasser von Fischen gefressen wird, so wird der Besitzende von allen verzehrt.

Wort für Wort
yathā hy āmiṣam ākāśe pakṣibhiḥ śvāpadair bhuvi bhakṣyate salile matsyais tathā sarveṇa vittavān
Denn wie Fleisch in der Luft von Vögeln, auf der Erde von Raubtieren, im Wasser von Fischen gefressen wird, so wird der Besitzende von allen verzehrt.

artha eva hi keṣāṃ cid anartho bhavitā nṛṇām arthaśreyasi cāsakto na śreyo vindate naraḥ tasmād arthāgamāḥ sarve manomohavivardhanāḥ

Für manche Menschen wird gerade der Reichtum zum Unheil; und wer am vermeintlichen Nutzen des Reichtums haftet, erlangt kein wahres Heil - deshalb mehren alle Formen des Reichtumserwerbs nur die Verblendung des Geistes.

Wort für Wort
artha eva hi keṣāṃ cid anartho bhavitā nṛṇām arthaśreyasi cāsakto na śreyo vindate naraḥ tasmād arthāgamāḥ sarve manomohavivardhanāḥ
Für manche Menschen wird gerade der Reichtum zum Unheil; und wer am vermeintlichen Nutzen des Reichtums haftet, erlangt kein wahres Heil - deshalb mehren alle Formen des Reichtumserwerbs nur die Verblendung des Geistes.

kārpaṇyaṃ darpamānau ca bhayam udvega eva ca arthajāni viduḥ prājñā duḥkhāny etāni dehinām

Erbärmlichkeit, Hochmut und Stolz, Furcht und Unruhe - diese Leiden der verkörperten Wesen, so wissen die Weisen, entspringen dem Reichtum.

Wort für Wort
kārpaṇyaṃ darpamānau ca bhayam udvega eva ca arthajāni viduḥ prājñā duḥkhāny etāni dehinām
Erbärmlichkeit, Hochmut und Stolz, Furcht und Unruhe - diese Leiden der verkörperten Wesen, so wissen die Weisen, entspringen dem Reichtum.

arthasyopārjane duḥkhaṃ pālane ca kṣaye tathā nāśe duḥkhaṃ vyaye duḥkhaṃ ghnanti caivārthakāraṇāt

Im Erwerb des Reichtums liegt Leid, ebenso in seiner Bewahrung und seinem Schwinden; im Verlust liegt Leid, im Verbrauch liegt Leid, und man tötet sogar um des Reichtums willen.

Wort für Wort
arthasyopārjane duḥkhaṃ pālane ca kṣaye tathā nāśe duḥkhaṃ vyaye duḥkhaṃ ghnanti caivārthakāraṇāt
Im Erwerb des Reichtums liegt Leid, ebenso in seiner Bewahrung und seinem Schwinden; im Verlust liegt Leid, im Verbrauch liegt Leid, und man tötet sogar um des Reichtums willen.

arthā duḥkhaṃ parityaktuṃ pālitāś cāpi te 'sukhāḥ duḥkhena cādhigamyante teṣāṃ nāśaṃ na cintayet

Der Reichtum ist schmerzlich aufzugeben, und auch bewahrt bereitet er kein Glück; mit Mühsal wird er erworben - man sollte nicht nur an seinen Verlust denken, sondern an das ihm innewohnende Leid selbst.

Wort für Wort
arthā duḥkhaṃ parityaktuṃ pālitāś cāpi te 'sukhāḥ duḥkhena cādhigamyante teṣāṃ nāśaṃ na cintayet
Der Reichtum ist schmerzlich aufzugeben, und auch bewahrt bereitet er kein Glück; mit Mühsal wird er erworben - man sollte nicht nur an seinen Verlust denken, sondern an das ihm innewohnende Leid selbst.

asaṃtoṣaparā mūḍhāḥ saṃtoṣaṃ yānti paṇḍitāḥ anto nāsti pipāsāyāḥ saṃtoṣaḥ paramaṃ sukham

Die Toren sind der Unzufriedenheit ergeben, die Weisen aber gelangen zur Zufriedenheit; es gibt kein Ende der Gier - Zufriedenheit ist das höchste Glück.

Wort für Wort
asaṃtoṣaparā mūḍhāḥ saṃtoṣaṃ yānti paṇḍitāḥ anto nāsti pipāsāyāḥ saṃtoṣaḥ paramaṃ sukham
Die Toren sind der Unzufriedenheit ergeben, die Weisen aber gelangen zur Zufriedenheit; es gibt kein Ende der Gier - Zufriedenheit ist das höchste Glück.

tasmāt saṃtoṣam eveha dhanaṃ paśyanti paṇḍitāḥ anityaṃ yauvanaṃ rūpaṃ jīvitaṃ dravyasaṃcayaḥ aiśvaryaṃ priyasaṃvāso gṛdhyed eṣu na paṇḍitaḥ

Deshalb betrachten die Weisen allein die Zufriedenheit hier als Reichtum; vergänglich sind Jugend, Schönheit, Leben, angehäufter Besitz, Herrschaft und das Zusammensein mit Lieben - der Weise sollte nicht danach gieren.

Wort für Wort
tasmāt saṃtoṣam eveha dhanaṃ paśyanti paṇḍitāḥ anityaṃ yauvanaṃ rūpaṃ jīvitaṃ dravyasaṃcayaḥ aiśvaryaṃ priyasaṃvāso gṛdhyed eṣu na paṇḍitaḥ
Deshalb betrachten die Weisen allein die Zufriedenheit hier als Reichtum; vergänglich sind Jugend, Schönheit, Leben, angehäufter Besitz, Herrschaft und das Zusammensein mit Lieben - der Weise sollte nicht danach gieren.

tyajeta saṃcayāṃs tasmāt tajjaṃ kleśaṃ saheta kaḥ na hi saṃcayavān kaś cid dṛśyate nirupadravaḥ

Man sollte deshalb Anhäufungen aufgeben - wer würde die daraus entstehende Mühsal ertragen wollen? Denn niemand, der Besitz angehäuft hat, erscheint frei von Bedrängnis.

Wort für Wort
tyajeta saṃcayāṃs tasmāt tajjaṃ kleśaṃ saheta kaḥ na hi saṃcayavān kaś cid dṛśyate nirupadravaḥ
Man sollte deshalb Anhäufungen aufgeben - wer würde die daraus entstehende Mühsal ertragen wollen? Denn niemand, der Besitz angehäuft hat, erscheint frei von Bedrängnis.

ataś ca dharmibhiḥ pumbhir anīhārthaḥ praśasyate prakṣālanād dhi paṅkasya dūrād asparśanaṃ varam

Deshalb wird von rechtschaffenen Männern das Nicht-Streben nach Reichtum gepriesen; besser als das Abwaschen des Schlamms ist es, ihn von vornherein gar nicht zu berühren.

Wort für Wort
ataś ca dharmibhiḥ pumbhir anīhārthaḥ praśasyate prakṣālanād dhi paṅkasya dūrād asparśanaṃ varam
Deshalb wird von rechtschaffenen Männern das Nicht-Streben nach Reichtum gepriesen; besser als das Abwaschen des Schlamms ist es, ihn von vornherein gar nicht zu berühren.

yudhiṣṭhiraivam artheṣu na spṛhāṃ kartum arhasi dharmeṇa yadi te kāryaṃ vimukteccho bhavārthataḥ

Yudhiṣṭhira, so solltest du nach Reichtum kein Verlangen hegen; wenn du dem Recht verpflichtet handeln willst, sei frei von dem Wunsch nach weltlichem Nutzen.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraivam artheṣu na spṛhāṃ kartum arhasi dharmeṇa yadi te kāryaṃ vimukteccho bhavārthataḥ
Yudhiṣṭhira, so solltest du nach Reichtum kein Verlangen hegen; wenn du dem Recht verpflichtet handeln willst, sei frei von dem Wunsch nach weltlichem Nutzen.

yudhiṣṭhira uvāca nārthopabhogalipsārtham iyam arthepsutā mama bharaṇārthaṃ tu viprāṇāṃ brahman kāṅkṣe na lobhataḥ

Yudhiṣṭhira sprach: Nicht um des Genusses von Reichtum willen ist dieses mein Verlangen nach Reichtum; nur um der Versorgung der Brahmanen willen begehre ich ihn, o Brahmane, nicht aus Gier.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca nārthopabhogalipsārtham iyam arthepsutā mama bharaṇārthaṃ tu viprāṇāṃ brahman kāṅkṣe na lobhataḥ
Yudhiṣṭhira sprach: Nicht um des Genusses von Reichtum willen ist dieses mein Verlangen nach Reichtum; nur um der Versorgung der Brahmanen willen begehre ich ihn, o Brahmane, nicht aus Gier.

kathaṃ hy asmadvidho brahman vartamāno gṛhāśrame bharaṇaṃ pālanaṃ cāpi na kuryād anuyāyinām

Wie könnte denn jemand meinesgleichen, o Brahmane, im Hausvaterstand lebend, nicht für die Versorgung und den Schutz seiner Gefolgsleute sorgen?

Wort für Wort
kathaṃ hy asmadvidho brahman vartamāno gṛhāśrame bharaṇaṃ pālanaṃ cāpi na kuryād anuyāyinām
Wie könnte denn jemand meinesgleichen, o Brahmane, im Hausvaterstand lebend, nicht für die Versorgung und den Schutz seiner Gefolgsleute sorgen?

saṃvibhāgo hi bhūtānāṃ sarveṣām eva śiṣyate tathaivāpacamānebhyaḥ pradeyaṃ gṛhamedhinā

Denn die Verteilung an alle Wesen ist geboten; ebenso soll der Hausvater denen geben, die noch übrig essen, den Bedürftigen.

Wort für Wort
saṃvibhāgo hi bhūtānāṃ sarveṣām eva śiṣyate tathaivāpacamānebhyaḥ pradeyaṃ gṛhamedhinā
Denn die Verteilung an alle Wesen ist geboten; ebenso soll der Hausvater denen geben, die noch übrig essen, den Bedürftigen.

tṛṇāni bhūmir udakaṃ vāk caturthī ca sūnṛtā satām etāni geheṣu nocchidyante kadā cana

Gras als Sitzgelegenheit, Boden, Wasser und, als viertes, ein freundliches Wort - diese vier sollten in den Häusern der Guten niemals fehlen.

Wort für Wort
tṛṇāni bhūmir udakaṃ vāk caturthī ca sūnṛtā satām etāni geheṣu nocchidyante kadā cana
Gras als Sitzgelegenheit, Boden, Wasser und, als viertes, ein freundliches Wort - diese vier sollten in den Häusern der Guten niemals fehlen.

deyam ārtasya śayanaṃ sthitaśrāntasya cāsanam tṛṣitasya ca pānīyaṃ kṣudhitasya ca bhojanam

Dem Leidenden soll man ein Lager geben, dem stehend Ermüdeten einen Sitz, dem Durstigen Trinkwasser und dem Hungrigen Speise.

Wort für Wort
deyam ārtasya śayanaṃ sthitaśrāntasya cāsanam tṛṣitasya ca pānīyaṃ kṣudhitasya ca bhojanam
Dem Leidenden soll man ein Lager geben, dem stehend Ermüdeten einen Sitz, dem Durstigen Trinkwasser und dem Hungrigen Speise.

cakṣur dadyān mano dadyād vācaṃ dadyāc ca sūnṛtām pratyudgamyābhigamanaṃ kuryān nyāyena cārcanam

Man soll dem Gast seinen Blick schenken, seinen Sinn schenken, ein freundliches Wort schenken; man soll ihm entgegengehen, ihn empfangen und ihn gebührend ehren.

Wort für Wort
cakṣur dadyān mano dadyād vācaṃ dadyāc ca sūnṛtām pratyudgamyābhigamanaṃ kuryān nyāyena cārcanam
Man soll dem Gast seinen Blick schenken, seinen Sinn schenken, ein freundliches Wort schenken; man soll ihm entgegengehen, ihn empfangen und ihn gebührend ehren.

aghihotram anaḍvāṃś ca jñātayo 'tithibāndhavāḥ putradārabhṛtāś caiva nirdaheyur apūjitāḥ

Das Feueropfer, der Zugochse, die Verwandten, Gäste und Freunde, sowie Sohn, Gattin und die Unterhaltsberechtigten - sie alle würden, wenn unverehrt vernachlässigt, den Hausvater verzehren.

Wort für Wort
aghihotram anaḍvāṃś ca jñātayo 'tithibāndhavāḥ putradārabhṛtāś caiva nirdaheyur apūjitāḥ
Das Feueropfer, der Zugochse, die Verwandten, Gäste und Freunde, sowie Sohn, Gattin und die Unterhaltsberechtigten - sie alle würden, wenn unverehrt vernachlässigt, den Hausvater verzehren.

nātmārthaṃ pācayed annaṃ na vṛthā ghātayet paśūn na ca tat svayam aśnīyād vidhivad yan na nirvapet

Man soll nicht nur für sich selbst Speise kochen, nicht ohne Grund Tiere töten, und man soll nicht selbst essen, was man nicht vorschriftsmäßig den Göttern dargebracht hat.

Wort für Wort
nātmārthaṃ pācayed annaṃ na vṛthā ghātayet paśūn na ca tat svayam aśnīyād vidhivad yan na nirvapet
Man soll nicht nur für sich selbst Speise kochen, nicht ohne Grund Tiere töten, und man soll nicht selbst essen, was man nicht vorschriftsmäßig den Göttern dargebracht hat.

śvabhyaś ca śvapacebhyaś ca vayobhyaś cāvaped bhuvi vaiśvadevaṃ hi nāmaitat sāyaṃprātar vidhīyate

Man soll etwas für Hunde, für Caṇḍālas und für Vögel auf den Boden legen; dies nämlich heißt das Vaiśvadeva-Opfer, das morgens und abends vorgeschrieben ist.

Wort für Wort
śvabhyaś ca śvapacebhyaś ca vayobhyaś cāvaped bhuvi vaiśvadevaṃ hi nāmaitat sāyaṃprātar vidhīyate
Man soll etwas für Hunde, für Caṇḍālas und für Vögel auf den Boden legen; dies nämlich heißt das Vaiśvadeva-Opfer, das morgens und abends vorgeschrieben ist.

vighasāśī bhavet tasmān nityaṃ cāmṛtabhojanaḥ vighasaṃ bhṛtyaśeṣaṃ tu yajñaśeṣaṃ tathāmṛtam

Man soll deshalb ein Esser der Speisereste sein und stets von 'Unsterblichem' essen; Rest der Speise ist der, den die Dienerschaft übrig lässt, 'Unsterbliches' aber der Opferrest.

Wort für Wort
vighasāśī bhavet tasmān nityaṃ cāmṛtabhojanaḥ vighasaṃ bhṛtyaśeṣaṃ tu yajñaśeṣaṃ tathāmṛtam
Man soll deshalb ein Esser der Speisereste sein und stets von 'Unsterblichem' essen; Rest der Speise ist der, den die Dienerschaft übrig lässt, 'Unsterbliches' aber der Opferrest.

etāṃ yo vartate vṛttiṃ vartamāno gṛhāśrame tasya dharmaṃ paraṃ prāhuḥ kathaṃ vā vipra manyase

Wer, im Hausvaterstand lebend, diese Lebensweise befolgt, von dem sagt man, sein Recht sei das höchste - oder was meinst du dazu, Brahmane?

Wort für Wort
etāṃ yo vartate vṛttiṃ vartamāno gṛhāśrame tasya dharmaṃ paraṃ prāhuḥ kathaṃ vā vipra manyase
Wer, im Hausvaterstand lebend, diese Lebensweise befolgt, von dem sagt man, sein Recht sei das höchste - oder was meinst du dazu, Brahmane?

śaunaka uvāca aho bata mahat kaṣṭaṃ viparītam idaṃ jagat yenāpatrapate sādhur asādhus tena tuṣyati

Śaunaka sprach: Ach, welch großes Elend - verkehrt ist diese Welt, in der sich der Gute dessen schämt, worüber sich der Schlechte freut!

Wort für Wort
śaunaka uvāca aho bata mahat kaṣṭaṃ viparītam idaṃ jagat yenāpatrapate sādhur asādhus tena tuṣyati
Śaunaka sprach: Ach, welch großes Elend - verkehrt ist diese Welt, in der sich der Gute dessen schämt, worüber sich der Schlechte freut!

śiśnodarakṛte 'prājñaḥ karoti vighasaṃ bahu moharāgasamākrānta indriyārthavaśānugaḥ

Um der Geschlechtsteile und des Bauches willen tut der Unweise viel Verwerfliches, von Verblendung und Leidenschaft überwältigt, den Sinnesobjekten unterworfen.

Wort für Wort
śiśnodarakṛte 'prājñaḥ karoti vighasaṃ bahu moharāgasamākrānta indriyārthavaśānugaḥ
Um der Geschlechtsteile und des Bauches willen tut der Unweise viel Verwerfliches, von Verblendung und Leidenschaft überwältigt, den Sinnesobjekten unterworfen.

hriyate budhyamāno 'pi naro hāribhir indriyaiḥ vimūḍhasaṃjño duṣṭāśvair udbhrāntair iva sārathiḥ

Der Mensch wird, obwohl er es erkennt, von seinen fortreißenden Sinnen davongetragen, seines Bewusstseins beraubt, wie ein Wagenlenker von durchgehenden, bösartigen Pferden.

Wort für Wort
hriyate budhyamāno 'pi naro hāribhir indriyaiḥ vimūḍhasaṃjño duṣṭāśvair udbhrāntair iva sārathiḥ
Der Mensch wird, obwohl er es erkennt, von seinen fortreißenden Sinnen davongetragen, seines Bewusstseins beraubt, wie ein Wagenlenker von durchgehenden, bösartigen Pferden.

ṣaḍindriyāṇi viṣayaṃ samāgacchanti vai yadā tadā prādurbhavaty eṣāṃ pūrvasaṃkalpajaṃ manaḥ

Wenn die sechs Sinnesorgane mit ihrem Objekt zusammenkommen, dann entsteht bei ihnen der aus früherer Vorstellung entsprungene, begehrende Geist.

Wort für Wort
ṣaḍindriyāṇi viṣayaṃ samāgacchanti vai yadā tadā prādurbhavaty eṣāṃ pūrvasaṃkalpajaṃ manaḥ
Wenn die sechs Sinnesorgane mit ihrem Objekt zusammenkommen, dann entsteht bei ihnen der aus früherer Vorstellung entsprungene, begehrende Geist.

mano yasyendriyagrāmaviṣayaṃ prati coditam tasyautsukyaṃ saṃbhavati pravṛttiś copajāyate

Wessen Geist auf das Objekt der Sinnesgesamtheit hingelenkt ist, bei dem entsteht Sehnsucht, und daraus entsteht Betätigung danach.

Wort für Wort
mano yasyendriyagrāmaviṣayaṃ prati coditam tasyautsukyaṃ saṃbhavati pravṛttiś copajāyate
Wessen Geist auf das Objekt der Sinnesgesamtheit hingelenkt ist, bei dem entsteht Sehnsucht, und daraus entsteht Betätigung danach.

tataḥ saṃkalpavīryeṇa kāmena viṣayeṣubhiḥ viddhaḥ patati lobhāgnau jyotir lobhāt pataṃgavat

Dann, von der Kraft der Vorstellung getroffen, von den Pfeilen der Begierde nach den Sinnesobjekten durchbohrt, fällt er in das Feuer der Gier, wie eine Motte aus Gier ins Licht fällt.

Wort für Wort
tataḥ saṃkalpavīryeṇa kāmena viṣayeṣubhiḥ viddhaḥ patati lobhāgnau jyotir lobhāt pataṃgavat
Dann, von der Kraft der Vorstellung getroffen, von den Pfeilen der Begierde nach den Sinnesobjekten durchbohrt, fällt er in das Feuer der Gier, wie eine Motte aus Gier ins Licht fällt.

tato vihārair āhārair mohitaś ca viśāṃ pate mahāmohamukhe magno nātmānam avabudhyate

Dann, durch Vergnügungen und Speisen betört, o Herrscher der Untertanen, in den Rachen der großen Verblendung versunken, erkennt er sich selbst nicht mehr.

Wort für Wort
tato vihārair āhārair mohitaś ca viśāṃ pate mahāmohamukhe magno nātmānam avabudhyate
Dann, durch Vergnügungen und Speisen betört, o Herrscher der Untertanen, in den Rachen der großen Verblendung versunken, erkennt er sich selbst nicht mehr.

evaṃ patati saṃsāre tāsu tāsv iha yoniṣu avidyākarmatṛṣṇābhir bhrāmyamāṇo 'tha cakravat

So fällt er im Kreislauf der Wiedergeburten in diese und jene Mutterschöße hinein, von Unwissenheit, Tat und Gier umhergetrieben wie ein Rad.

Wort für Wort
evaṃ patati saṃsāre tāsu tāsv iha yoniṣu avidyākarmatṛṣṇābhir bhrāmyamāṇo 'tha cakravat
So fällt er im Kreislauf der Wiedergeburten in diese und jene Mutterschöße hinein, von Unwissenheit, Tat und Gier umhergetrieben wie ein Rad.

brahmādiṣu tṛṇānteṣu hūteṣu parivartate jale bhuvi tathākāśe jāyamānaḥ punaḥ punaḥ

Von Brahmā bis hinab zum Grashalm wandert er unter den Geschöpfen umher, immer wieder geboren im Wasser, auf der Erde und im Luftraum.

Wort für Wort
brahmādiṣu tṛṇānteṣu hūteṣu parivartate jale bhuvi tathākāśe jāyamānaḥ punaḥ punaḥ
Von Brahmā bis hinab zum Grashalm wandert er unter den Geschöpfen umher, immer wieder geboren im Wasser, auf der Erde und im Luftraum.

abudhānāṃ gatis tv eṣā budhānām api me śṛṇu ye dharme śreyasi ratā vimokṣaratayo janāḥ

Dies ist der Weg der Unwissenden; höre nun von mir auch den der Wissenden, jener Menschen, die am Recht und Heil, an der Freude an der Erlösung Gefallen finden.

Wort für Wort
abudhānāṃ gatis tv eṣā budhānām api me śṛṇu ye dharme śreyasi ratā vimokṣaratayo janāḥ
Dies ist der Weg der Unwissenden; höre nun von mir auch den der Wissenden, jener Menschen, die am Recht und Heil, an der Freude an der Erlösung Gefallen finden.

yad idaṃ vedavacanaṃ kuru karma tyajeti ca tasmād dharmān imān sarvān nābhimānāt samācaret

Dieses vedische Wort: 'Handle!' und 'Entsage!' - deshalb soll man alle diese Rechtspflichten nicht aus Stolz ausüben.

Wort für Wort
yad idaṃ vedavacanaṃ kuru karma tyajeti ca tasmād dharmān imān sarvān nābhimānāt samācaret
Dieses vedische Wort: 'Handle!' und 'Entsage!' - deshalb soll man alle diese Rechtspflichten nicht aus Stolz ausüben.

ijyādhyayanadānāni tapaḥ satyaṃ kṣamā damaḥ alobha iti mārgo 'yaṃ dharmasyāṣṭavidhaḥ smṛtaḥ

Opfer, Studium und Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit, Geduld, Selbstbeherrschung und Freiheit von Gier - dies gilt als der achtfache Pfad des Rechts.

Wort für Wort
ijyādhyayanadānāni tapaḥ satyaṃ kṣamā damaḥ alobha iti mārgo 'yaṃ dharmasyāṣṭavidhaḥ smṛtaḥ
Opfer, Studium und Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit, Geduld, Selbstbeherrschung und Freiheit von Gier - dies gilt als der achtfache Pfad des Rechts.

tatra pūrvaś caturvargaḥ pitṛyānapathe sthitaḥ kartavyam iti yat kāryaṃ nābhimānāt samācaret

Von diesen steht die erste Vierergruppe auf dem Pfad der Väter; was als Pflicht zu tun ist, soll man nicht aus Eigendünkel ausüben.

Wort für Wort
tatra pūrvaś caturvargaḥ pitṛyānapathe sthitaḥ kartavyam iti yat kāryaṃ nābhimānāt samācaret
Von diesen steht die erste Vierergruppe auf dem Pfad der Väter; was als Pflicht zu tun ist, soll man nicht aus Eigendünkel ausüben.

uttaro devayānas tu sadbhir ācaritaḥ sadā aṣṭāṅgenaiva mārgeṇa viśuddhātmā samācaret

Die spätere Vierergruppe aber ist der Götterpfad, stets von den Guten begangen; auf ihm soll der geläuterte Mensch nur mittels des achtgliedrigen Pfades wandeln.

Wort für Wort
uttaro devayānas tu sadbhir ācaritaḥ sadā aṣṭāṅgenaiva mārgeṇa viśuddhātmā samācaret
Die spätere Vierergruppe aber ist der Götterpfad, stets von den Guten begangen; auf ihm soll der geläuterte Mensch nur mittels des achtgliedrigen Pfades wandeln.

samyak saṃkalpasaṃbandhāt samyak cendriyanigrahāt samyag vrataviśeṣāc ca samyak ca gurusevanāt

Durch rechte Verbindung des Entschlusses, durch rechte Bezähmung der Sinne, durch rechte besondere Gelübde und durch rechten Dienst am Lehrer -

Wort für Wort
samyak saṃkalpasaṃbandhāt samyak cendriyanigrahāt samyag vrataviśeṣāc ca samyak ca gurusevanāt
Durch rechte Verbindung des Entschlusses, durch rechte Bezähmung der Sinne, durch rechte besondere Gelübde und durch rechten Dienst am Lehrer -

samyag āhārayogāc ca samyak cādhyayanāgamāt samyak karmopasaṃnyāsāt samyak cittanirodhanāt evaṃ karmāṇi kurvanti saṃsāravijigīṣavaḥ

- durch rechte Verbindung der Nahrung, durch rechte Aneignung des Studiums, durch rechte Entsagung der Handlung und durch rechte Zügelung des Geistes: So vollbringen ihre Werke jene, die den Kreislauf der Wiedergeburten zu überwinden trachten.

Wort für Wort
samyag āhārayogāc ca samyak cādhyayanāgamāt samyak karmopasaṃnyāsāt samyak cittanirodhanāt evaṃ karmāṇi kurvanti saṃsāravijigīṣavaḥ
- durch rechte Verbindung der Nahrung, durch rechte Aneignung des Studiums, durch rechte Entsagung der Handlung und durch rechte Zügelung des Geistes: So vollbringen ihre Werke jene, die den Kreislauf der Wiedergeburten zu überwinden trachten.

rāgadveṣavinirmuktā aiśvaryaṃ devatā gatāḥ rudrāḥ sādhyās tathādityā vasavo 'thāśvināv api yogaiśvaryeṇa saṃyuktā dhārayanti prajā imāḥ

Frei von Leidenschaft und Hass, zur Herrschaft der Gottheit gelangt, tragen die Rudras, die Sādhyas, die Ādityas, die Vasus und auch die beiden Aśvins, mit der Herrschermacht des Yoga ausgestattet, diese Geschöpfe.

Wort für Wort
rāgadveṣavinirmuktā aiśvaryaṃ devatā gatāḥ rudrāḥ sādhyās tathādityā vasavo 'thāśvināv api yogaiśvaryeṇa saṃyuktā dhārayanti prajā imāḥ
Frei von Leidenschaft und Hass, zur Herrschaft der Gottheit gelangt, tragen die Rudras, die Sādhyas, die Ādityas, die Vasus und auch die beiden Aśvins, mit der Herrschermacht des Yoga ausgestattet, diese Geschöpfe.

tathā tvam api kaunteya śamam āsthāya puṣkalam tapasā siddhim anviccha yogasiddhiṃ ca bhārata

So strebe auch du, Sohn der Kuntī, nachdem du dich in vollkommenem Gleichmut gefestigt hast, durch Askese nach Vollendung, und nach der Vollendung des Yoga, o Bhārata.

Wort für Wort
tathā tvam api kaunteya śamam āsthāya puṣkalam tapasā siddhim anviccha yogasiddhiṃ ca bhārata
So strebe auch du, Sohn der Kuntī, nachdem du dich in vollkommenem Gleichmut gefestigt hast, durch Askese nach Vollendung, und nach der Vollendung des Yoga, o Bhārata.

pitṛmātṛmayī siddhiḥ prāptā karmamayī ca te tapasā siddhim anviccha dvijānāṃ bharaṇāya vai

Die von Vater und Mutter herrührende Vollendung und die aus früherem Handeln entstandene hast du bereits erlangt; strebe nun durch Askese nach weiterer Vollendung, um der Versorgung der Zweifachgeborenen willen.

Wort für Wort
pitṛmātṛmayī siddhiḥ prāptā karmamayī ca te tapasā siddhim anviccha dvijānāṃ bharaṇāya vai
Die von Vater und Mutter herrührende Vollendung und die aus früherem Handeln entstandene hast du bereits erlangt; strebe nun durch Askese nach weiterer Vollendung, um der Versorgung der Zweifachgeborenen willen.

siddhā hi yad yad icchanti kurvate tad anugrahāt tasmāt tapaḥ samāsthāya kuruṣvātmamanoratham

Denn die Vollendeten bewirken, was immer sie wünschen, aus eigener Machtvollkommenheit; deshalb widme dich der Askese und erfülle dir deinen eigenen Herzenswunsch.

Wort für Wort
siddhā hi yad yad icchanti kurvate tad anugrahāt tasmāt tapaḥ samāsthāya kuruṣvātmamanoratham
Denn die Vollendeten bewirken, was immer sie wünschen, aus eigener Machtvollkommenheit; deshalb widme dich der Askese und erfülle dir deinen eigenen Herzenswunsch.

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