Kapitel 2: Śaunakopadeśaḥ
Śaunakas Lehrrede an Yudhiṣṭhira über Zuneigung, Gier und den achtfachen Pfad des Rechts
Yudhiṣṭhira bittet die ihm gefolgten Brahmanen vergeblich, umzukehren, da er sie im Wald nicht versorgen könne; der weise Śaunaka tröstet ihn mit einer ausführlichen philosophischen Lehrrede (im Stile der 'Janaka-Verse'): über die Wurzel allen seelischen Leids in der Zuneigung (sneha), die Gefahren der Gier (tṛṣṇā) und des Reichtums, das Lob der Genügsamkeit, die Pflichten eines Hausvaters gegenüber Gästen und Bedürftigen, den Kreislauf der Wiedergeburten durch Unwissenheit und schließlich den achtgliedrigen Pfad des Rechts (Opfer, Studium, Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit, Geduld, Selbstbeherrschung, Gierlosigkeit), der in den 'Pfad der Väter' und den höheren 'Pfad der Götter' unterteilt wird. Er ermutigt Yudhiṣṭhira, durch Askese im Wald neue Vollkommenheit zu erlangen, um weiterhin für die Brahmanen sorgen zu können.
vaiśaṃpāyana uvāca prabhātāyāṃ tu śarvaryāṃ teṣām akliṣṭakarmaṇām vanaṃ yiyāsatāṃ viprās tasthur bhikṣābhujo 'grataḥ tān uvāca tato rājā kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Als die Nacht dem Morgen wich für sie, die unermüdlich Handelnden, die in den Wald ziehen wollten, standen die von Almosen lebenden Brahmanen vor ihnen; da sprach zu ihnen König Yudhiṣṭhira, der Sohn der Kuntī:
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca prabhātāyāṃ tu śarvaryāṃ teṣām akliṣṭakarmaṇām vanaṃ yiyāsatāṃ viprās tasthur bhikṣābhujo 'grataḥ tān uvāca tato rājā kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Als die Nacht dem Morgen wich für sie, die unermüdlich Handelnden, die in den Wald ziehen wollten, standen die von Almosen lebenden Brahmanen vor ihnen; da sprach zu ihnen König Yudhiṣṭhira, der Sohn der Kuntī:
vayaṃ hi hṛtasarvasvā hṛtarājyā hṛtaśriyaḥ phalamūlāmiṣāhārā vanaṃ yāsyāma duḥkhitāḥ
'Wir, all unseres Besitzes beraubt, unseres Reiches beraubt, unseres Glanzes beraubt, von Früchten, Wurzeln und Fleisch lebend, werden bekümmert in den Wald ziehen.'
Wort für Wort
vayaṃ hi hṛtasarvasvā hṛtarājyā hṛtaśriyaḥ phalamūlāmiṣāhārā vanaṃ yāsyāma duḥkhitāḥ
'Wir, all unseres Besitzes beraubt, unseres Reiches beraubt, unseres Glanzes beraubt, von Früchten, Wurzeln und Fleisch lebend, werden bekümmert in den Wald ziehen.'
Die Brahmanen sprachen: Wohin auch immer ihr geht, o König, dorthin sind auch wir bereit zu gehen; du solltest uns, deine ergebenen Anhänger, nicht verlassen, du, der du das rechte Recht erkennst.
Die Brahmanen sprachen: Wohin auch immer ihr geht, o König, dorthin sind auch wir bereit zu gehen; du solltest uns, deine ergebenen Anhänger, nicht verlassen, du, der du das rechte Recht erkennst.
Yudhiṣṭhira sprach: Auch ich hege stets höchste Verehrung für die Brahmanen, ihr Zweifachgeborenen; doch dieser Verlust an Gefährten quält mich geradezu.
Yudhiṣṭhira sprach: Auch ich hege stets höchste Verehrung für die Brahmanen, ihr Zweifachgeborenen; doch dieser Verlust an Gefährten quält mich geradezu.
āhareyur hi me ye 'pi phalamūlamṛgāṃs tathā ta ime śokajair duḥkhair bhrātaro me vimohitāḥ
Denn selbst diejenigen, die mir Früchte, Wurzeln und Wild herbeischaffen könnten, meine Brüder, sind von den durch Kummer entstandenen Leiden benommen.
Wort für Wort
āhareyur hi me ye 'pi phalamūlamṛgāṃs tathā ta ime śokajair duḥkhair bhrātaro me vimohitāḥ
Denn selbst diejenigen, die mir Früchte, Wurzeln und Wild herbeischaffen könnten, meine Brüder, sind von den durch Kummer entstandenen Leiden benommen.
draupadyā viprakarṣeṇa rājyāpaharaṇena ca duḥkhānvitān imān kleśair nāhaṃ yoktum ihotsahe
Durch das Wegschleppen Draupadīs und den Raub des Reiches sind diese hier von Kummer erfüllt; ich wage es nicht, sie hier noch mit weiterer Mühsal zu belasten.
Wort für Wort
draupadyā viprakarṣeṇa rājyāpaharaṇena ca duḥkhānvitān imān kleśair nāhaṃ yoktum ihotsahe
Durch das Wegschleppen Draupadīs und den Raub des Reiches sind diese hier von Kummer erfüllt; ich wage es nicht, sie hier noch mit weiterer Mühsal zu belasten.
Die Brahmanen sprachen: Die Sorge um unsere Versorgung soll dir nicht im Herzen liegen, o Fürst; wir werden selbst Waldfrüchte herbeischaffen und dir folgen.
Die Brahmanen sprachen: Die Sorge um unsere Versorgung soll dir nicht im Herzen liegen, o Fürst; wir werden selbst Waldfrüchte herbeischaffen und dir folgen.
yudhiṣṭhira uvāca evam etan na saṃdeho rameyaṃ brāhmaṇaiḥ saha nyūnabhāvāt tu paśyāmi pratyādeśam ivātmanaḥ
Yudhiṣṭhira sprach: So ist es gewiss, kein Zweifel - ich würde mich gern mit Brahmanen erfreuen; doch aus meinem gegenwärtigen Mangel heraus sehe ich darin gleichsam eine Zurückweisung meiner selbst.
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca evam etan na saṃdeho rameyaṃ brāhmaṇaiḥ saha nyūnabhāvāt tu paśyāmi pratyādeśam ivātmanaḥ
Yudhiṣṭhira sprach: So ist es gewiss, kein Zweifel - ich würde mich gern mit Brahmanen erfreuen; doch aus meinem gegenwärtigen Mangel heraus sehe ich darin gleichsam eine Zurückweisung meiner selbst.
Wie soll ich euch alle ansehen, wie ihr euch selbst Nahrung beschafft, aus Ergebenheit zu mir Mühsal erduldend, obwohl ihr es nicht verdient - Schande über die bösen Söhne Dhṛtarāṣṭras!
Wie soll ich euch alle ansehen, wie ihr euch selbst Nahrung beschafft, aus Ergebenheit zu mir Mühsal erduldend, obwohl ihr es nicht verdient - Schande über die bösen Söhne Dhṛtarāṣṭras!
vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā sa nṛpaḥ śocan niṣasāda mahītale tam adhyātmaratir vidvāñ śaunako nāma vai dvijaḥ yoge sāṃkhye ca kuśalo rājānam idam abravīt
Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, setzte sich der König, trauernd, auf den Erdboden; da sprach zu ihm ein weiser Zweifachgeborener namens Śaunaka, der Freude an der Selbstbetrachtung fand und in Yoga und Sāṃkhya bewandert war, folgendes:
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā sa nṛpaḥ śocan niṣasāda mahītale tam adhyātmaratir vidvāñ śaunako nāma vai dvijaḥ yoge sāṃkhye ca kuśalo rājānam idam abravīt
Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, setzte sich der König, trauernd, auf den Erdboden; da sprach zu ihm ein weiser Zweifachgeborener namens Śaunaka, der Freude an der Selbstbetrachtung fand und in Yoga und Sāṃkhya bewandert war, folgendes:
arthakṛcchreṣu durgeṣu vyāpatsu svajanasya ca śārīramānasair duḥkhair na sīdanti bhavadvidhāḥ
In Notlagen der Bedürftigkeit, in Gefahren, in Unglücksfällen der eigenen Angehörigen verzagen Menschen deinesgleichen nicht durch körperliche und seelische Leiden.
Wort für Wort
arthakṛcchreṣu durgeṣu vyāpatsu svajanasya ca śārīramānasair duḥkhair na sīdanti bhavadvidhāḥ
In Notlagen der Bedürftigkeit, in Gefahren, in Unglücksfällen der eigenen Angehörigen verzagen Menschen deinesgleichen nicht durch körperliche und seelische Leiden.
Die Welt wird von den beiden aus Geist und Körper entstehenden Leiden gequält; höre nun dieses Mittel zu ihrer Befriedung, ausführlich und zusammengefasst.
Die Welt wird von den beiden aus Geist und Körper entstehenden Leiden gequält; höre nun dieses Mittel zu ihrer Befriedung, ausführlich und zusammengefasst.
Das körperliche Leid entsteht aus vier Ursachen: durch Krankheit, durch Berührung mit Unerwünschtem, durch Anstrengung und durch die Trennung vom Erwünschten.
Das körperliche Leid entsteht aus vier Ursachen: durch Krankheit, durch Berührung mit Unerwünschtem, durch Anstrengung und durch die Trennung vom Erwünschten.
tad āśupratikārāc ca satataṃ cāvicintanāt ādhivyādhipraśamanaṃ kriyāyogadvayena tu
Dessen Linderung, sowohl des seelischen als auch des körperlichen Leidens, geschieht durch rasche Abhilfe und durch beständiges Nicht-Nachdenken darüber - durch diese zwei Mittel der Anwendung.
Wort für Wort
tad āśupratikārāc ca satataṃ cāvicintanāt ādhivyādhipraśamanaṃ kriyāyogadvayena tu
Dessen Linderung, sowohl des seelischen als auch des körperlichen Leidens, geschieht durch rasche Abhilfe und durch beständiges Nicht-Nachdenken darüber - durch diese zwei Mittel der Anwendung.
Deshalb soll man das seelische Leid durch Wissen beruhigen, wie Feuer durch Wasser; ist das seelische Leid beruhigt, kommt auch das körperliche zur Ruhe.
Deshalb soll man das seelische Leid durch Wissen beruhigen, wie Feuer durch Wasser; ist das seelische Leid beruhigt, kommt auch das körperliche zur Ruhe.
snehamūlāni duḥkhāni snehajāni bhayāni ca śokaharṣau tathāyāsaḥ sarvaṃ snehāt pravartate
Die Leiden haben ihre Wurzel in der Zuneigung, und auch die Ängste entstehen aus der Zuneigung; Kummer und Freude, ebenso Mühsal - alles entsteht aus der Zuneigung.
Wort für Wort
snehamūlāni duḥkhāni snehajāni bhayāni ca śokaharṣau tathāyāsaḥ sarvaṃ snehāt pravartate
Die Leiden haben ihre Wurzel in der Zuneigung, und auch die Ängste entstehen aus der Zuneigung; Kummer und Freude, ebenso Mühsal - alles entsteht aus der Zuneigung.
snehāt karaṇarāgaś ca prajajñe vaiṣayas tathā aśreyaskāv ubhāv etau pūrvas tatra guruḥ smṛtaḥ
Aus der Zuneigung entstehen sowohl die Leidenschaft der Sinnesorgane als auch die auf die Sinnesobjekte bezogene Leidenschaft; beide sind unheilvoll, doch die erstere gilt dabei als die schwerwiegendere.
Wort für Wort
snehāt karaṇarāgaś ca prajajñe vaiṣayas tathā aśreyaskāv ubhāv etau pūrvas tatra guruḥ smṛtaḥ
Aus der Zuneigung entstehen sowohl die Leidenschaft der Sinnesorgane als auch die auf die Sinnesobjekte bezogene Leidenschaft; beide sind unheilvoll, doch die erstere gilt dabei als die schwerwiegendere.
Wie ein Feuer in einer Baumhöhle den ganzen Baum samt seiner Wurzel verbrennt, so vernichtet selbst ein geringer Fehler der Leidenschaft den nach Recht Strebenden.
Wie ein Feuer in einer Baumhöhle den ganzen Baum samt seiner Wurzel verbrennt, so vernichtet selbst ein geringer Fehler der Leidenschaft den nach Recht Strebenden.
viprayoge na tu tyāgī doṣadarśī samāgamāt virāgaṃ bhajate jantur nirvairo niṣparigrahaḥ
Wer aber, den Fehler schon im Zusammensein selbst erkennend, nicht erst bei der Trennung zum Entsagenden wird, sondern schon dort Nicht-Anhaftung übt, jenes Lebewesen wird frei von Feindschaft und frei von Besitzdenken.
Wort für Wort
viprayoge na tu tyāgī doṣadarśī samāgamāt virāgaṃ bhajate jantur nirvairo niṣparigrahaḥ
Wer aber, den Fehler schon im Zusammensein selbst erkennend, nicht erst bei der Trennung zum Entsagenden wird, sondern schon dort Nicht-Anhaftung übt, jenes Lebewesen wird frei von Feindschaft und frei von Besitzdenken.
tasmāt snehaṃ svapakṣebhyo mitrebhyo dhanasaṃcayāt svaśarīrasamutthaṃ tu jñānena vinivartayet
Deshalb soll man die Zuneigung zu den eigenen Angehörigen, zu Freunden, zum angehäuften Reichtum und die aus dem eigenen Körper entspringende Zuneigung durch Wissen zurückweisen.
Wort für Wort
tasmāt snehaṃ svapakṣebhyo mitrebhyo dhanasaṃcayāt svaśarīrasamutthaṃ tu jñānena vinivartayet
Deshalb soll man die Zuneigung zu den eigenen Angehörigen, zu Freunden, zum angehäuften Reichtum und die aus dem eigenen Körper entspringende Zuneigung durch Wissen zurückweisen.
jñānānviteṣu mukhyeṣu śāstrajñeṣu kṛtātmasu na teṣu sajjate snehaḥ padmapatreṣv ivodakam
Bei den mit Wissen Begabten, den Vorzüglichen, den Schriftkundigen, den in sich Vollendeten haftet die Zuneigung nicht, wie Wasser nicht an Lotosblättern haftet.
Wort für Wort
jñānānviteṣu mukhyeṣu śāstrajñeṣu kṛtātmasu na teṣu sajjate snehaḥ padmapatreṣv ivodakam
Bei den mit Wissen Begabten, den Vorzüglichen, den Schriftkundigen, den in sich Vollendeten haftet die Zuneigung nicht, wie Wasser nicht an Lotosblättern haftet.
yā dustyajā durmatibhir yā na jīryati jīryataḥ yo 'sau prāṇāntiko rogas tāṃ tṛṣṇāṃ tyajataḥ sukham
Sie, die von den Übelgesinnten schwer abzulegen ist, die nicht altert, während der Mensch altert - sie ist jene bis zum Tod währende Krankheit; wer diese Gier ablegt, dem wird Glück zuteil.
Wort für Wort
yā dustyajā durmatibhir yā na jīryati jīryataḥ yo 'sau prāṇāntiko rogas tāṃ tṛṣṇāṃ tyajataḥ sukham
Sie, die von den Übelgesinnten schwer abzulegen ist, die nicht altert, während der Mensch altert - sie ist jene bis zum Tod währende Krankheit; wer diese Gier ablegt, dem wird Glück zuteil.
anādyantā tu sā tṛṣṇā antardehagatā nṛṇām vināśayati saṃbhūtā ayonija ivānalaḥ
Ohne Anfang und Ende ist jene Gier, im Innern des Körpers der Menschen wohnend; einmal entstanden, vernichtet sie, wie ein nicht aus einem Mutterschoß entstandenes Feuer.
Wort für Wort
anādyantā tu sā tṛṣṇā antardehagatā nṛṇām vināśayati saṃbhūtā ayonija ivānalaḥ
Ohne Anfang und Ende ist jene Gier, im Innern des Körpers der Menschen wohnend; einmal entstanden, vernichtet sie, wie ein nicht aus einem Mutterschoß entstandenes Feuer.
Vor dem König, vor Wasser, vor Feuer, vor Dieben, ja sogar vor den eigenen Angehörigen besteht für den Besitzenden stets Furcht, wie für Lebewesen vor dem Tod.
Vor dem König, vor Wasser, vor Feuer, vor Dieben, ja sogar vor den eigenen Angehörigen besteht für den Besitzenden stets Furcht, wie für Lebewesen vor dem Tod.
artha eva hi keṣāṃ cid anartho bhavitā nṛṇām arthaśreyasi cāsakto na śreyo vindate naraḥ tasmād arthāgamāḥ sarve manomohavivardhanāḥ
Für manche Menschen wird gerade der Reichtum zum Unheil; und wer am vermeintlichen Nutzen des Reichtums haftet, erlangt kein wahres Heil - deshalb mehren alle Formen des Reichtumserwerbs nur die Verblendung des Geistes.
Wort für Wort
artha eva hi keṣāṃ cid anartho bhavitā nṛṇām arthaśreyasi cāsakto na śreyo vindate naraḥ tasmād arthāgamāḥ sarve manomohavivardhanāḥ
Für manche Menschen wird gerade der Reichtum zum Unheil; und wer am vermeintlichen Nutzen des Reichtums haftet, erlangt kein wahres Heil - deshalb mehren alle Formen des Reichtumserwerbs nur die Verblendung des Geistes.
Im Erwerb des Reichtums liegt Leid, ebenso in seiner Bewahrung und seinem Schwinden; im Verlust liegt Leid, im Verbrauch liegt Leid, und man tötet sogar um des Reichtums willen.
Im Erwerb des Reichtums liegt Leid, ebenso in seiner Bewahrung und seinem Schwinden; im Verlust liegt Leid, im Verbrauch liegt Leid, und man tötet sogar um des Reichtums willen.
arthā duḥkhaṃ parityaktuṃ pālitāś cāpi te 'sukhāḥ duḥkhena cādhigamyante teṣāṃ nāśaṃ na cintayet
Der Reichtum ist schmerzlich aufzugeben, und auch bewahrt bereitet er kein Glück; mit Mühsal wird er erworben - man sollte nicht nur an seinen Verlust denken, sondern an das ihm innewohnende Leid selbst.
Wort für Wort
arthā duḥkhaṃ parityaktuṃ pālitāś cāpi te 'sukhāḥ duḥkhena cādhigamyante teṣāṃ nāśaṃ na cintayet
Der Reichtum ist schmerzlich aufzugeben, und auch bewahrt bereitet er kein Glück; mit Mühsal wird er erworben - man sollte nicht nur an seinen Verlust denken, sondern an das ihm innewohnende Leid selbst.
Die Toren sind der Unzufriedenheit ergeben, die Weisen aber gelangen zur Zufriedenheit; es gibt kein Ende der Gier - Zufriedenheit ist das höchste Glück.
Die Toren sind der Unzufriedenheit ergeben, die Weisen aber gelangen zur Zufriedenheit; es gibt kein Ende der Gier - Zufriedenheit ist das höchste Glück.
Deshalb betrachten die Weisen allein die Zufriedenheit hier als Reichtum; vergänglich sind Jugend, Schönheit, Leben, angehäufter Besitz, Herrschaft und das Zusammensein mit Lieben - der Weise sollte nicht danach gieren.
Deshalb betrachten die Weisen allein die Zufriedenheit hier als Reichtum; vergänglich sind Jugend, Schönheit, Leben, angehäufter Besitz, Herrschaft und das Zusammensein mit Lieben - der Weise sollte nicht danach gieren.
tyajeta saṃcayāṃs tasmāt tajjaṃ kleśaṃ saheta kaḥ na hi saṃcayavān kaś cid dṛśyate nirupadravaḥ
Man sollte deshalb Anhäufungen aufgeben - wer würde die daraus entstehende Mühsal ertragen wollen? Denn niemand, der Besitz angehäuft hat, erscheint frei von Bedrängnis.
Wort für Wort
tyajeta saṃcayāṃs tasmāt tajjaṃ kleśaṃ saheta kaḥ na hi saṃcayavān kaś cid dṛśyate nirupadravaḥ
Man sollte deshalb Anhäufungen aufgeben - wer würde die daraus entstehende Mühsal ertragen wollen? Denn niemand, der Besitz angehäuft hat, erscheint frei von Bedrängnis.
Deshalb wird von rechtschaffenen Männern das Nicht-Streben nach Reichtum gepriesen; besser als das Abwaschen des Schlamms ist es, ihn von vornherein gar nicht zu berühren.
Deshalb wird von rechtschaffenen Männern das Nicht-Streben nach Reichtum gepriesen; besser als das Abwaschen des Schlamms ist es, ihn von vornherein gar nicht zu berühren.
yudhiṣṭhiraivam artheṣu na spṛhāṃ kartum arhasi dharmeṇa yadi te kāryaṃ vimukteccho bhavārthataḥ
Yudhiṣṭhira, so solltest du nach Reichtum kein Verlangen hegen; wenn du dem Recht verpflichtet handeln willst, sei frei von dem Wunsch nach weltlichem Nutzen.
Wort für Wort
yudhiṣṭhiraivam artheṣu na spṛhāṃ kartum arhasi dharmeṇa yadi te kāryaṃ vimukteccho bhavārthataḥ
Yudhiṣṭhira, so solltest du nach Reichtum kein Verlangen hegen; wenn du dem Recht verpflichtet handeln willst, sei frei von dem Wunsch nach weltlichem Nutzen.
yudhiṣṭhira uvāca nārthopabhogalipsārtham iyam arthepsutā mama bharaṇārthaṃ tu viprāṇāṃ brahman kāṅkṣe na lobhataḥ
Yudhiṣṭhira sprach: Nicht um des Genusses von Reichtum willen ist dieses mein Verlangen nach Reichtum; nur um der Versorgung der Brahmanen willen begehre ich ihn, o Brahmane, nicht aus Gier.
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca nārthopabhogalipsārtham iyam arthepsutā mama bharaṇārthaṃ tu viprāṇāṃ brahman kāṅkṣe na lobhataḥ
Yudhiṣṭhira sprach: Nicht um des Genusses von Reichtum willen ist dieses mein Verlangen nach Reichtum; nur um der Versorgung der Brahmanen willen begehre ich ihn, o Brahmane, nicht aus Gier.
cakṣur dadyān mano dadyād vācaṃ dadyāc ca sūnṛtām pratyudgamyābhigamanaṃ kuryān nyāyena cārcanam
Man soll dem Gast seinen Blick schenken, seinen Sinn schenken, ein freundliches Wort schenken; man soll ihm entgegengehen, ihn empfangen und ihn gebührend ehren.
Wort für Wort
cakṣur dadyān mano dadyād vācaṃ dadyāc ca sūnṛtām pratyudgamyābhigamanaṃ kuryān nyāyena cārcanam
Man soll dem Gast seinen Blick schenken, seinen Sinn schenken, ein freundliches Wort schenken; man soll ihm entgegengehen, ihn empfangen und ihn gebührend ehren.
aghihotram anaḍvāṃś ca jñātayo 'tithibāndhavāḥ putradārabhṛtāś caiva nirdaheyur apūjitāḥ
Das Feueropfer, der Zugochse, die Verwandten, Gäste und Freunde, sowie Sohn, Gattin und die Unterhaltsberechtigten - sie alle würden, wenn unverehrt vernachlässigt, den Hausvater verzehren.
Wort für Wort
aghihotram anaḍvāṃś ca jñātayo 'tithibāndhavāḥ putradārabhṛtāś caiva nirdaheyur apūjitāḥ
Das Feueropfer, der Zugochse, die Verwandten, Gäste und Freunde, sowie Sohn, Gattin und die Unterhaltsberechtigten - sie alle würden, wenn unverehrt vernachlässigt, den Hausvater verzehren.
nātmārthaṃ pācayed annaṃ na vṛthā ghātayet paśūn na ca tat svayam aśnīyād vidhivad yan na nirvapet
Man soll nicht nur für sich selbst Speise kochen, nicht ohne Grund Tiere töten, und man soll nicht selbst essen, was man nicht vorschriftsmäßig den Göttern dargebracht hat.
Wort für Wort
nātmārthaṃ pācayed annaṃ na vṛthā ghātayet paśūn na ca tat svayam aśnīyād vidhivad yan na nirvapet
Man soll nicht nur für sich selbst Speise kochen, nicht ohne Grund Tiere töten, und man soll nicht selbst essen, was man nicht vorschriftsmäßig den Göttern dargebracht hat.
śvabhyaś ca śvapacebhyaś ca vayobhyaś cāvaped bhuvi vaiśvadevaṃ hi nāmaitat sāyaṃprātar vidhīyate
Man soll etwas für Hunde, für Caṇḍālas und für Vögel auf den Boden legen; dies nämlich heißt das Vaiśvadeva-Opfer, das morgens und abends vorgeschrieben ist.
Wort für Wort
śvabhyaś ca śvapacebhyaś ca vayobhyaś cāvaped bhuvi vaiśvadevaṃ hi nāmaitat sāyaṃprātar vidhīyate
Man soll etwas für Hunde, für Caṇḍālas und für Vögel auf den Boden legen; dies nämlich heißt das Vaiśvadeva-Opfer, das morgens und abends vorgeschrieben ist.
vighasāśī bhavet tasmān nityaṃ cāmṛtabhojanaḥ vighasaṃ bhṛtyaśeṣaṃ tu yajñaśeṣaṃ tathāmṛtam
Man soll deshalb ein Esser der Speisereste sein und stets von 'Unsterblichem' essen; Rest der Speise ist der, den die Dienerschaft übrig lässt, 'Unsterbliches' aber der Opferrest.
Wort für Wort
vighasāśī bhavet tasmān nityaṃ cāmṛtabhojanaḥ vighasaṃ bhṛtyaśeṣaṃ tu yajñaśeṣaṃ tathāmṛtam
Man soll deshalb ein Esser der Speisereste sein und stets von 'Unsterblichem' essen; Rest der Speise ist der, den die Dienerschaft übrig lässt, 'Unsterbliches' aber der Opferrest.
Um der Geschlechtsteile und des Bauches willen tut der Unweise viel Verwerfliches, von Verblendung und Leidenschaft überwältigt, den Sinnesobjekten unterworfen.
Um der Geschlechtsteile und des Bauches willen tut der Unweise viel Verwerfliches, von Verblendung und Leidenschaft überwältigt, den Sinnesobjekten unterworfen.
Der Mensch wird, obwohl er es erkennt, von seinen fortreißenden Sinnen davongetragen, seines Bewusstseins beraubt, wie ein Wagenlenker von durchgehenden, bösartigen Pferden.
Der Mensch wird, obwohl er es erkennt, von seinen fortreißenden Sinnen davongetragen, seines Bewusstseins beraubt, wie ein Wagenlenker von durchgehenden, bösartigen Pferden.
Dann, von der Kraft der Vorstellung getroffen, von den Pfeilen der Begierde nach den Sinnesobjekten durchbohrt, fällt er in das Feuer der Gier, wie eine Motte aus Gier ins Licht fällt.
Dann, von der Kraft der Vorstellung getroffen, von den Pfeilen der Begierde nach den Sinnesobjekten durchbohrt, fällt er in das Feuer der Gier, wie eine Motte aus Gier ins Licht fällt.
tato vihārair āhārair mohitaś ca viśāṃ pate mahāmohamukhe magno nātmānam avabudhyate
Dann, durch Vergnügungen und Speisen betört, o Herrscher der Untertanen, in den Rachen der großen Verblendung versunken, erkennt er sich selbst nicht mehr.
Wort für Wort
tato vihārair āhārair mohitaś ca viśāṃ pate mahāmohamukhe magno nātmānam avabudhyate
Dann, durch Vergnügungen und Speisen betört, o Herrscher der Untertanen, in den Rachen der großen Verblendung versunken, erkennt er sich selbst nicht mehr.
abudhānāṃ gatis tv eṣā budhānām api me śṛṇu ye dharme śreyasi ratā vimokṣaratayo janāḥ
Dies ist der Weg der Unwissenden; höre nun von mir auch den der Wissenden, jener Menschen, die am Recht und Heil, an der Freude an der Erlösung Gefallen finden.
Wort für Wort
abudhānāṃ gatis tv eṣā budhānām api me śṛṇu ye dharme śreyasi ratā vimokṣaratayo janāḥ
Dies ist der Weg der Unwissenden; höre nun von mir auch den der Wissenden, jener Menschen, die am Recht und Heil, an der Freude an der Erlösung Gefallen finden.
Opfer, Studium und Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit, Geduld, Selbstbeherrschung und Freiheit von Gier - dies gilt als der achtfache Pfad des Rechts.
Opfer, Studium und Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit, Geduld, Selbstbeherrschung und Freiheit von Gier - dies gilt als der achtfache Pfad des Rechts.
uttaro devayānas tu sadbhir ācaritaḥ sadā aṣṭāṅgenaiva mārgeṇa viśuddhātmā samācaret
Die spätere Vierergruppe aber ist der Götterpfad, stets von den Guten begangen; auf ihm soll der geläuterte Mensch nur mittels des achtgliedrigen Pfades wandeln.
Wort für Wort
uttaro devayānas tu sadbhir ācaritaḥ sadā aṣṭāṅgenaiva mārgeṇa viśuddhātmā samācaret
Die spätere Vierergruppe aber ist der Götterpfad, stets von den Guten begangen; auf ihm soll der geläuterte Mensch nur mittels des achtgliedrigen Pfades wandeln.
- durch rechte Verbindung der Nahrung, durch rechte Aneignung des Studiums, durch rechte Entsagung der Handlung und durch rechte Zügelung des Geistes: So vollbringen ihre Werke jene, die den Kreislauf der Wiedergeburten zu überwinden trachten.
- durch rechte Verbindung der Nahrung, durch rechte Aneignung des Studiums, durch rechte Entsagung der Handlung und durch rechte Zügelung des Geistes: So vollbringen ihre Werke jene, die den Kreislauf der Wiedergeburten zu überwinden trachten.
Frei von Leidenschaft und Hass, zur Herrschaft der Gottheit gelangt, tragen die Rudras, die Sādhyas, die Ādityas, die Vasus und auch die beiden Aśvins, mit der Herrschermacht des Yoga ausgestattet, diese Geschöpfe.
Frei von Leidenschaft und Hass, zur Herrschaft der Gottheit gelangt, tragen die Rudras, die Sādhyas, die Ādityas, die Vasus und auch die beiden Aśvins, mit der Herrschermacht des Yoga ausgestattet, diese Geschöpfe.
tathā tvam api kaunteya śamam āsthāya puṣkalam tapasā siddhim anviccha yogasiddhiṃ ca bhārata
So strebe auch du, Sohn der Kuntī, nachdem du dich in vollkommenem Gleichmut gefestigt hast, durch Askese nach Vollendung, und nach der Vollendung des Yoga, o Bhārata.
Wort für Wort
tathā tvam api kaunteya śamam āsthāya puṣkalam tapasā siddhim anviccha yogasiddhiṃ ca bhārata
So strebe auch du, Sohn der Kuntī, nachdem du dich in vollkommenem Gleichmut gefestigt hast, durch Askese nach Vollendung, und nach der Vollendung des Yoga, o Bhārata.
pitṛmātṛmayī siddhiḥ prāptā karmamayī ca te tapasā siddhim anviccha dvijānāṃ bharaṇāya vai
Die von Vater und Mutter herrührende Vollendung und die aus früherem Handeln entstandene hast du bereits erlangt; strebe nun durch Askese nach weiterer Vollendung, um der Versorgung der Zweifachgeborenen willen.
Wort für Wort
pitṛmātṛmayī siddhiḥ prāptā karmamayī ca te tapasā siddhim anviccha dvijānāṃ bharaṇāya vai
Die von Vater und Mutter herrührende Vollendung und die aus früherem Handeln entstandene hast du bereits erlangt; strebe nun durch Askese nach weiterer Vollendung, um der Versorgung der Zweifachgeborenen willen.
siddhā hi yad yad icchanti kurvate tad anugrahāt tasmāt tapaḥ samāsthāya kuruṣvātmamanoratham
Denn die Vollendeten bewirken, was immer sie wünschen, aus eigener Machtvollkommenheit; deshalb widme dich der Askese und erfülle dir deinen eigenen Herzenswunsch.
Wort für Wort
siddhā hi yad yad icchanti kurvate tad anugrahāt tasmāt tapaḥ samāsthāya kuruṣvātmamanoratham
Denn die Vollendeten bewirken, was immer sie wünschen, aus eigener Machtvollkommenheit; deshalb widme dich der Askese und erfülle dir deinen eigenen Herzenswunsch.