Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 188: Kaliyugavarṇanam / Kalkyavatāropākhyānam Die Schilderung des Kaliyuga und die Ankündigung Kalkis

Yudhiṣṭhira befragt Mārkaṇḍeya erneut nach dem künftigen Lauf der Welt. Mārkaṇḍeya schildert ausführlich den fortschreitenden Verfall von Wahrheit, Dharma, Familienbanden und Naturordnung bis zum Tiefpunkt des Kaliyuga, gefolgt von kosmischen Schreckenszeichen und einer großen Verwüstung, bevor sich das Rad der Zeit wieder wendet und die Geburt des Brahmanen Kalki Viṣṇuyaśas im Dorf Saṃbhala angekündigt wird, der als Weltenherrscher die Mleccha-Horden vernichten und das Kṛtayuga wieder heraufführen wird.

evam uktās tu te pārthā yamau ca puruṣarṣabhau draupadyā kṛṣṇayā sārdhaṃ namaścakrur janārdanam

Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, verneigten sich die Pārthas und die beiden Zwillinge, die Stiere unter den Männern, zusammen mit Draupadī Kṛṣṇā vor Janārdana.

Wort für Wort
evam uktās tu te pārthā yamau ca puruṣarṣabhau draupadyā kṛṣṇayā sārdhaṃ namaścakrur janārdanam
Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, verneigten sich die Pārthas und die beiden Zwillinge, die Stiere unter den Männern, zusammen mit Draupadī Kṛṣṇā vor Janārdana.

sa caitān puruṣavyāghra sāmnā paramavalgunā sāntvayām āsa mānārhān manyamāno yathāvidhi

Er, der Tiger unter den Männern, tröstete sie, die Ehre verdienten, mit überaus lieblichen, versöhnlichen Worten, wie es sich gebührte.

Wort für Wort
sa caitān puruṣavyāghra sāmnā paramavalgunā sāntvayām āsa mānārhān manyamāno yathāvidhi
Er, der Tiger unter den Männern, tröstete sie, die Ehre verdienten, mit überaus lieblichen, versöhnlichen Worten, wie es sich gebührte.

yudhiṣṭhiras tu kaunteyo mārkaṇḍeyaṃ mahāmunim punaḥ papraccha sāmrājye bhaviṣyāṃ jagato gatim

Yudhiṣṭhira aber, der Sohn der Kuntī, fragte den großen Weisen Mārkaṇḍeya von neuem nach dem künftigen Lauf der Welt in Bezug auf die Weltherrschaft.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiras tu kaunteyo mārkaṇḍeyaṃ mahāmunim punaḥ papraccha sāmrājye bhaviṣyāṃ jagato gatim
Yudhiṣṭhira aber, der Sohn der Kuntī, fragte den großen Weisen Mārkaṇḍeya von neuem nach dem künftigen Lauf der Welt in Bezug auf die Weltherrschaft.

āścaryabhūtaṃ bhavataḥ śrutaṃ no vadatāṃ vara mune bhārgava yad vṛttaṃ yugādau prabhavāpyayau

„Wundersam war es, was wir von dir hörten, du Bester der Redenden, o Bhārgava-Weiser, das Geschehen von Entstehung und Vergehen am Anfang des Zeitalters.

Wort für Wort
āścaryabhūtaṃ bhavataḥ śrutaṃ no vadatāṃ vara mune bhārgava yad vṛttaṃ yugādau prabhavāpyayau
„Wundersam war es, was wir von dir hörten, du Bester der Redenden, o Bhārgava-Weiser, das Geschehen von Entstehung und Vergehen am Anfang des Zeitalters.

asmin kaliyuge 'py asti punaḥ kautūhalaṃ mama samākuleṣu dharmeṣu kiṃ nu śeṣaṃ bhaviṣyati

Auch über dieses Kaliyuga habe ich wiederum Neugier: Was wird wohl übrigbleiben, wenn die Dharmas ineinander verwirrt sind?

Wort für Wort
asmin kaliyuge 'py asti punaḥ kautūhalaṃ mama samākuleṣu dharmeṣu kiṃ nu śeṣaṃ bhaviṣyati
Auch über dieses Kaliyuga habe ich wiederum Neugier: Was wird wohl übrigbleiben, wenn die Dharmas ineinander verwirrt sind?

kiṃvīryā mānavās tatra kimāhāravihāriṇaḥ kimāyuṣaḥ kiṃvasanā bhaviṣyanti yugakṣaye

Von welcher Kraft werden die Menschen dann sein, wovon werden sie sich ernähren und wie leben, wie lange wird ihr Leben dauern, welche Kleidung werden sie tragen, wenn das Zeitalter untergeht?

Wort für Wort
kiṃvīryā mānavās tatra kimāhāravihāriṇaḥ kimāyuṣaḥ kiṃvasanā bhaviṣyanti yugakṣaye
Von welcher Kraft werden die Menschen dann sein, wovon werden sie sich ernähren und wie leben, wie lange wird ihr Leben dauern, welche Kleidung werden sie tragen, wenn das Zeitalter untergeht?

kāṃ ca kāṣṭhāṃ samāsādya punaḥ saṃpatsyate kṛtam vistareṇa mune brūhi vicitrāṇīha bhāṣase

Und welchen äußersten Punkt erreichend wird das Kṛtayuga wieder entstehen? Sprich ausführlich davon, o Weiser, denn du redest hier von wunderbaren Dingen.“

Wort für Wort
kāṃ ca kāṣṭhāṃ samāsādya punaḥ saṃpatsyate kṛtam vistareṇa mune brūhi vicitrāṇīha bhāṣase
Und welchen äußersten Punkt erreichend wird das Kṛtayuga wieder entstehen? Sprich ausführlich davon, o Weiser, denn du redest hier von wunderbaren Dingen.“

ity uktaḥ sa muniśreṣṭhaḥ punar evābhyabhāṣata ramayan vṛṣṇiśārdūlaṃ pāṇḍavāṃś ca mahāmuniḥ

So angesprochen, begann der beste der Weisen, der große Muni, von neuem zu sprechen, den Tiger der Vṛṣṇis und die Pāṇḍavas erfreuend.

Wort für Wort
ity uktaḥ sa muniśreṣṭhaḥ punar evābhyabhāṣata ramayan vṛṣṇiśārdūlaṃ pāṇḍavāṃś ca mahāmuniḥ
So angesprochen, begann der beste der Weisen, der große Muni, von neuem zu sprechen, den Tiger der Vṛṣṇis und die Pāṇḍavas erfreuend.

mārkaṇḍeya uvāca bhaviṣyaṃ sarvalokasya vṛttāntaṃ bharatarṣabha kaluṣaṃ kālam āsādya kathyamānaṃ nibodha me

Mārkaṇḍeya sprach: „Vernimm von mir, o Stier der Bharatas, den zu erzählenden künftigen Bericht über alle Welten, wenn die trübe Zeit erreicht ist.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca bhaviṣyaṃ sarvalokasya vṛttāntaṃ bharatarṣabha kaluṣaṃ kālam āsādya kathyamānaṃ nibodha me
Mārkaṇḍeya sprach: „Vernimm von mir, o Stier der Bharatas, den zu erzählenden künftigen Bericht über alle Welten, wenn die trübe Zeit erreicht ist.

kṛte catuṣpāt sakalo nirvyājopādhivarjitaḥ vṛṣaḥ pratiṣṭhito dharmo manuṣyeṣv abhavat purā

Im Kṛtayuga stand der Dharma, der Stier, vollständig auf vier Füßen, frei von Täuschung und falschem Schein, einst fest unter den Menschen gegründet.

Wort für Wort
kṛte catuṣpāt sakalo nirvyājopādhivarjitaḥ vṛṣaḥ pratiṣṭhito dharmo manuṣyeṣv abhavat purā
Im Kṛtayuga stand der Dharma, der Stier, vollständig auf vier Füßen, frei von Täuschung und falschem Schein, einst fest unter den Menschen gegründet.

Der Dharma wird traditionell als Stier mit vier Beinen gedacht, die in den vier Zeitaltern nacheinander wegbrechen.

adharmapādaviddhas tu tribhir aṃśaiḥ pratiṣṭhitaḥ tretāyāṃ dvāpare 'rdhena vyāmiśro dharma ucyate

Von einem Fuß des Unrechts durchbohrt, steht er im Tretāyuga auf drei Teilen; im Dvāparayuga, so heißt es, ist der Dharma zur Hälfte vermischt.

Wort für Wort
adharmapādaviddhas tu tribhir aṃśaiḥ pratiṣṭhitaḥ tretāyāṃ dvāpare 'rdhena vyāmiśro dharma ucyate
Von einem Fuß des Unrechts durchbohrt, steht er im Tretāyuga auf drei Teilen; im Dvāparayuga, so heißt es, ist der Dharma zur Hälfte vermischt.

tribhir aṃśair adharmas tu lokān ākramya tiṣṭhati caturthāṃśena dharmas tu manuṣyān upatiṣṭhati

Mit drei Teilen überschreitet das Unrecht die Welten und besteht; mit dem vierten Teil nur steht der Dharma den Menschen noch bei.

Wort für Wort
tribhir aṃśair adharmas tu lokān ākramya tiṣṭhati caturthāṃśena dharmas tu manuṣyān upatiṣṭhati
Mit drei Teilen überschreitet das Unrecht die Welten und besteht; mit dem vierten Teil nur steht der Dharma den Menschen noch bei.

āyur vīryam atho buddhir balaṃ tejaś ca pāṇḍava manuṣyāṇām anuyugaṃ hrasatīti nibodha me

Lebensdauer, Kraft, Verstand, Stärke und Glanz der Menschen nehmen mit jedem Zeitalter ab – wisse das von mir, o Pāṇḍava.

Wort für Wort
āyur vīryam atho buddhir balaṃ tejaś ca pāṇḍava manuṣyāṇām anuyugaṃ hrasatīti nibodha me
Lebensdauer, Kraft, Verstand, Stärke und Glanz der Menschen nehmen mit jedem Zeitalter ab – wisse das von mir, o Pāṇḍava.

rājāno brāhmaṇā vaiśyāḥ śūdrāś caiva yudhiṣṭhira vyājair dharmaṃ cariṣyanti dharmavaitaṃsikā narāḥ

Könige, Brahmanen, Vaiśyas und ebenso Śūdras, o Yudhiṣṭhira, werden den Dharma nur zum Schein üben, Menschen, die den Dharma verfälschen.

Wort für Wort
rājāno brāhmaṇā vaiśyāḥ śūdrāś caiva yudhiṣṭhira vyājair dharmaṃ cariṣyanti dharmavaitaṃsikā narāḥ
Könige, Brahmanen, Vaiśyas und ebenso Śūdras, o Yudhiṣṭhira, werden den Dharma nur zum Schein üben, Menschen, die den Dharma verfälschen.

satyaṃ saṃkṣepsyate loke naraiḥ paṇḍitamānibhiḥ satyahānyā tatas teṣām āyur alpaṃ bhaviṣyati

Die Wahrheit wird in der Welt von Männern, die sich für gelehrt halten, verkürzt werden; durch den Verlust der Wahrheit wird ihr Leben dann kurz sein.

Wort für Wort
satyaṃ saṃkṣepsyate loke naraiḥ paṇḍitamānibhiḥ satyahānyā tatas teṣām āyur alpaṃ bhaviṣyati
Die Wahrheit wird in der Welt von Männern, die sich für gelehrt halten, verkürzt werden; durch den Verlust der Wahrheit wird ihr Leben dann kurz sein.

āyuṣaḥ prakṣayād vidyāṃ na śakṣyanty upaśikṣitum vidyāhīnān avijñānāl lobho 'py abhibhaviṣyati

Wegen der Verkürzung der Lebensdauer werden sie nicht imstande sein, das Wissen vollständig zu erlernen; und die des Wissens Entbehrenden wird aus Unwissenheit auch die Gier überwältigen.

Wort für Wort
āyuṣaḥ prakṣayād vidyāṃ na śakṣyanty upaśikṣitum vidyāhīnān avijñānāl lobho 'py abhibhaviṣyati
Wegen der Verkürzung der Lebensdauer werden sie nicht imstande sein, das Wissen vollständig zu erlernen; und die des Wissens Entbehrenden wird aus Unwissenheit auch die Gier überwältigen.

lobhakrodhaparā mūḍhāḥ kāmasaktāś ca mānavāḥ vairabaddhā bhaviṣyanti parasparavadhepsavaḥ

Von Gier und Zorn beherrscht, verblendet und an Begierde hängend, werden die Menschen in Feindschaft verstrickt sein und einander zu töten trachten.

Wort für Wort
lobhakrodhaparā mūḍhāḥ kāmasaktāś ca mānavāḥ vairabaddhā bhaviṣyanti parasparavadhepsavaḥ
Von Gier und Zorn beherrscht, verblendet und an Begierde hängend, werden die Menschen in Feindschaft verstrickt sein und einander zu töten trachten.

brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ saṃkīryantaḥ parasparam śūdratulyā bhaviṣyanti tapaḥsatyavivarjitāḥ

Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas werden sich untereinander vermischen und, bar der Askese und der Wahrheit, den Śūdras gleich werden.

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ saṃkīryantaḥ parasparam śūdratulyā bhaviṣyanti tapaḥsatyavivarjitāḥ
Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas werden sich untereinander vermischen und, bar der Askese und der Wahrheit, den Śūdras gleich werden.

antyā madhyā bhaviṣyanti madhyāś cāntāvasāyinaḥ īdṛśo bhavitā loko yugānte paryupasthite

Die Letzten werden zu Mittleren, die Mittleren aber zu den Niedrigsten der Niedrigen werden – so wird die Welt sein, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
antyā madhyā bhaviṣyanti madhyāś cāntāvasāyinaḥ īdṛśo bhavitā loko yugānte paryupasthite
Die Letzten werden zu Mittleren, die Mittleren aber zu den Niedrigsten der Niedrigen werden – so wird die Welt sein, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

vastrāṇāṃ pravarā śāṇī dhānyānāṃ koradūṣakāḥ bhāryāmitrāś ca puruṣā bhaviṣyanti yugakṣaye

Hanftuch wird als das vorzüglichste unter den Gewändern gelten, minderwertige Hirse als das beste Korn; und die Männer werden ihre Ehefrauen zu Feinden haben, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
vastrāṇāṃ pravarā śāṇī dhānyānāṃ koradūṣakāḥ bhāryāmitrāś ca puruṣā bhaviṣyanti yugakṣaye
Hanftuch wird als das vorzüglichste unter den Gewändern gelten, minderwertige Hirse als das beste Korn; und die Männer werden ihre Ehefrauen zu Feinden haben, wenn das Zeitalter untergeht.

matsyāmiṣeṇa jīvanto duhantaś cāpy ajaiḍakam goṣu naṣṭāsu puruṣā bhaviṣyanti yugakṣaye

Von Fischfleisch lebend und Ziegen und Schafe melkend, werden die Menschen sein, wenn die Rinder verschwunden sind, am Ende des Zeitalters.

Wort für Wort
matsyāmiṣeṇa jīvanto duhantaś cāpy ajaiḍakam goṣu naṣṭāsu puruṣā bhaviṣyanti yugakṣaye
Von Fischfleisch lebend und Ziegen und Schafe melkend, werden die Menschen sein, wenn die Rinder verschwunden sind, am Ende des Zeitalters.

anyonyaṃ parimuṣṇanto hiṃsayantaś ca mānavāḥ ajapā nāstikāḥ stenā bhaviṣyanti yugakṣaye

Einander bestehlend und Gewalt übend, werden die Menschen ohne Gebet, gottlos und diebisch sein, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
anyonyaṃ parimuṣṇanto hiṃsayantaś ca mānavāḥ ajapā nāstikāḥ stenā bhaviṣyanti yugakṣaye
Einander bestehlend und Gewalt übend, werden die Menschen ohne Gebet, gottlos und diebisch sein, wenn das Zeitalter untergeht.

sarittīreṣu kuddālair vāpayiṣyanti cauṣadhīḥ tāś cāpy alpaphalās teṣāṃ bhaviṣyanti yugakṣaye

An den Flussufern werden sie mit Spaten Heilkräuter anpflanzen, doch diese werden ihnen nur geringe Frucht bringen, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
sarittīreṣu kuddālair vāpayiṣyanti cauṣadhīḥ tāś cāpy alpaphalās teṣāṃ bhaviṣyanti yugakṣaye
An den Flussufern werden sie mit Spaten Heilkräuter anpflanzen, doch diese werden ihnen nur geringe Frucht bringen, wenn das Zeitalter untergeht.

śrāddhe daive ca puruṣā ye ca nityaṃ dhṛtavratāḥ te 'pi lobhasamāyuktā bhokṣyantīha parasparam

Selbst die Männer, die bei den Totenopfern und Götteropfern stets ihre Gelübde einhielten, werden, von Gier ergriffen, sich hier gegenseitig übervorteilen.

Wort für Wort
śrāddhe daive ca puruṣā ye ca nityaṃ dhṛtavratāḥ te 'pi lobhasamāyuktā bhokṣyantīha parasparam
Selbst die Männer, die bei den Totenopfern und Götteropfern stets ihre Gelübde einhielten, werden, von Gier ergriffen, sich hier gegenseitig übervorteilen.

pitā putrasya bhoktā ca pituḥ putras tathaiva ca atikrāntāni bhojyāni bhaviṣyanti yugakṣaye

Der Vater wird den Besitz des Sohnes verzehren, und ebenso der Sohn den des Vaters; die rechten Speisevorschriften werden übertreten werden, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
pitā putrasya bhoktā ca pituḥ putras tathaiva ca atikrāntāni bhojyāni bhaviṣyanti yugakṣaye
Der Vater wird den Besitz des Sohnes verzehren, und ebenso der Sohn den des Vaters; die rechten Speisevorschriften werden übertreten werden, wenn das Zeitalter untergeht.

na vratāni cariṣyanti brāhmaṇā vedanindakāḥ na yakṣyanti na hoṣyanti hetuvādavilobhitāḥ

Die Brahmanen, die den Veda schmähen, werden keine Gelübde mehr einhalten; verführt durch bloße Vernunftskünstelei, werden sie weder opfern noch das Feueropfer darbringen.

Wort für Wort
na vratāni cariṣyanti brāhmaṇā vedanindakāḥ na yakṣyanti na hoṣyanti hetuvādavilobhitāḥ
Die Brahmanen, die den Veda schmähen, werden keine Gelübde mehr einhalten; verführt durch bloße Vernunftskünstelei, werden sie weder opfern noch das Feueropfer darbringen.

nimne kṛṣiṃ kariṣyanti yokṣyanti dhuri dhenukāḥ ekahāyanavatsāṃś ca vāhayiṣyanti mānavāḥ

Sie werden den Ackerbau in Niederungen betreiben, Milchkühe vor den Pflug spannen, und die Menschen werden einjährige Kälber als Zugtiere nutzen.

Wort für Wort
nimne kṛṣiṃ kariṣyanti yokṣyanti dhuri dhenukāḥ ekahāyanavatsāṃś ca vāhayiṣyanti mānavāḥ
Sie werden den Ackerbau in Niederungen betreiben, Milchkühe vor den Pflug spannen, und die Menschen werden einjährige Kälber als Zugtiere nutzen.

putraḥ pitṛvadhaṃ kṛtvā pitā putravadhaṃ tathā nirudvego bṛhadvādī na nindām upalapsyate

Hat der Sohn den Vater erschlagen oder der Vater den Sohn, so wird der Täter, unbekümmert und großsprecherisch, keinen Tadel dafür erfahren.

Wort für Wort
putraḥ pitṛvadhaṃ kṛtvā pitā putravadhaṃ tathā nirudvego bṛhadvādī na nindām upalapsyate
Hat der Sohn den Vater erschlagen oder der Vater den Sohn, so wird der Täter, unbekümmert und großsprecherisch, keinen Tadel dafür erfahren.

mlecchabhūtaṃ jagat sarvaṃ niśkriyaṃ yajñavarjitam bhaviṣyati nirānandam anutsavam atho tathā

Die ganze Welt wird zu Mleccha-Land werden, ohne rechte Riten, der Opfer beraubt, freudlos und ohne Feste.

Wort für Wort
mlecchabhūtaṃ jagat sarvaṃ niśkriyaṃ yajñavarjitam bhaviṣyati nirānandam anutsavam atho tathā
Die ganze Welt wird zu Mleccha-Land werden, ohne rechte Riten, der Opfer beraubt, freudlos und ohne Feste.

prāyaśaḥ kṛpaṇānāṃ hi tathā bandhumatām api vidhavānāṃ ca vittāni hariṣyantīha mānavāḥ

Meist werden die Menschen hier den Besitz der Elenden rauben, ebenso den der von Verwandten Umgebenen und den der Witwen.

Wort für Wort
prāyaśaḥ kṛpaṇānāṃ hi tathā bandhumatām api vidhavānāṃ ca vittāni hariṣyantīha mānavāḥ
Meist werden die Menschen hier den Besitz der Elenden rauben, ebenso den der von Verwandten Umgebenen und den der Witwen.

alpavīryabalāḥ stabdhā lobhamohaparāyaṇāḥ tatkathādānasaṃtuṣṭā duṣṭānām api mānavāḥ parigrahaṃ kariṣyanti pāpācāraparigrahāḥ

Von geringer Kraft und Stärke, hochmütig, der Gier und Verblendung ergeben, zufrieden mit bloßem Gerede über Freigebigkeit, werden die Menschen sich sogar mit Bösewichten einlassen und einen Umgang von sündigem Wandel pflegen.

Wort für Wort
alpavīryabalāḥ stabdhā lobhamohaparāyaṇāḥ tatkathādānasaṃtuṣṭā duṣṭānām api mānavāḥ parigrahaṃ kariṣyanti pāpācāraparigrahāḥ
Von geringer Kraft und Stärke, hochmütig, der Gier und Verblendung ergeben, zufrieden mit bloßem Gerede über Freigebigkeit, werden die Menschen sich sogar mit Bösewichten einlassen und einen Umgang von sündigem Wandel pflegen.

saṃghātayantaḥ kaunteya rājānaḥ pāpabuddhayaḥ parasparavadhodyuktā mūrkhāḥ paṇḍitamāninaḥ bhaviṣyanti yugasyānte kṣatriyā lokakaṇṭakāḥ

Die Könige, o Sohn der Kuntī, von sündigem Sinn, werden gegenseitige Gemetzel anstiften; die Kṣatriyas, töricht und sich doch für gelehrt haltend, auf gegenseitiges Töten bedacht, werden am Ende des Zeitalters zu Dornen der Welt werden.

Wort für Wort
saṃghātayantaḥ kaunteya rājānaḥ pāpabuddhayaḥ parasparavadhodyuktā mūrkhāḥ paṇḍitamāninaḥ bhaviṣyanti yugasyānte kṣatriyā lokakaṇṭakāḥ
Die Könige, o Sohn der Kuntī, von sündigem Sinn, werden gegenseitige Gemetzel anstiften; die Kṣatriyas, töricht und sich doch für gelehrt haltend, auf gegenseitiges Töten bedacht, werden am Ende des Zeitalters zu Dornen der Welt werden.

arakṣitāro lubdhāś ca mānāhaṃkāradarpitāḥ kevalaṃ daṇḍarucayo bhaviṣyanti yugakṣaye

Ohne Schutz zu gewähren, gierig, aufgeblasen von Stolz und Eigendünkel, werden sie am Ende des Zeitalters nur noch Gefallen an Strafe und Gewalt finden.

Wort für Wort
arakṣitāro lubdhāś ca mānāhaṃkāradarpitāḥ kevalaṃ daṇḍarucayo bhaviṣyanti yugakṣaye
Ohne Schutz zu gewähren, gierig, aufgeblasen von Stolz und Eigendünkel, werden sie am Ende des Zeitalters nur noch Gefallen an Strafe und Gewalt finden.

ākramyākramya sādhūnāṃ dārāṃś caiva dhanāni ca bhokṣyante niranukrośā rudatām api bhārata

Immer wieder werden sie die Frauen und Güter der Rechtschaffenen überfallen und, ohne Mitleid, sie genießen, selbst wenn diese weinen, o Bhārata.

Wort für Wort
ākramyākramya sādhūnāṃ dārāṃś caiva dhanāni ca bhokṣyante niranukrośā rudatām api bhārata
Immer wieder werden sie die Frauen und Güter der Rechtschaffenen überfallen und, ohne Mitleid, sie genießen, selbst wenn diese weinen, o Bhārata.

na kanyāṃ yācate kaś cin nāpi kanyā pradīyate svayaṃgrāhā bhaviṣyanti yugānte paryupasthite

Niemand wird um eine Jungfrau werben, noch wird eine Jungfrau gegeben werden; von selbst wird man sich seine Frau nehmen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
na kanyāṃ yācate kaś cin nāpi kanyā pradīyate svayaṃgrāhā bhaviṣyanti yugānte paryupasthite
Niemand wird um eine Jungfrau werben, noch wird eine Jungfrau gegeben werden; von selbst wird man sich seine Frau nehmen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

rājānaś cāpy asaṃtuṣṭāḥ parārthān mūḍhacetasaḥ sarvopāyair hariṣyanti yugānte paryupasthite

Auch die Könige, unzufrieden und verblendeten Sinnes, werden fremdes Eigentum mit allen Mitteln an sich reißen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
rājānaś cāpy asaṃtuṣṭāḥ parārthān mūḍhacetasaḥ sarvopāyair hariṣyanti yugānte paryupasthite
Auch die Könige, unzufrieden und verblendeten Sinnes, werden fremdes Eigentum mit allen Mitteln an sich reißen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

mlecchībhūtaṃ jagat sarvaṃ bhaviṣyati ca bhārata hasto hastaṃ parimuṣed yugānte paryupasthite

Die ganze Welt wird zu Mleccha-Land werden, o Bhārata; eine Hand wird die andere bestehlen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
mlecchībhūtaṃ jagat sarvaṃ bhaviṣyati ca bhārata hasto hastaṃ parimuṣed yugānte paryupasthite
Die ganze Welt wird zu Mleccha-Land werden, o Bhārata; eine Hand wird die andere bestehlen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

satyaṃ saṃkṣipyate loke naraiḥ paṇḍitamānibhiḥ sthavirā bālamatayo bālāḥ sthavirabuddhayaḥ

Die Wahrheit wird in der Welt von Männern, die sich für gelehrt halten, beschnitten; die Alten werden kindischen Sinnes sein, die Kinder aber von der Klugheit der Alten.

Wort für Wort
satyaṃ saṃkṣipyate loke naraiḥ paṇḍitamānibhiḥ sthavirā bālamatayo bālāḥ sthavirabuddhayaḥ
Die Wahrheit wird in der Welt von Männern, die sich für gelehrt halten, beschnitten; die Alten werden kindischen Sinnes sein, die Kinder aber von der Klugheit der Alten.

bhīravaḥ śūramānīnaḥ śūrā bhīruviṣādinaḥ na viśvasanti cānyonyaṃ yugānte paryupasthite

Feiglinge werden sich für Helden halten, Helden aber verzagt wie Feiglinge sein; einander werden sie nicht mehr vertrauen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
bhīravaḥ śūramānīnaḥ śūrā bhīruviṣādinaḥ na viśvasanti cānyonyaṃ yugānte paryupasthite
Feiglinge werden sich für Helden halten, Helden aber verzagt wie Feiglinge sein; einander werden sie nicht mehr vertrauen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

ekāhāryaṃ jagat sarvaṃ lobhamohavyavasthitam adharmo vardhati mahān na ca dharmaḥ pravartate

Die ganze Welt wird sich nur noch von Hand zu Mund ernähren, in Gier und Verblendung befangen; das Unrecht wird mächtig anwachsen, der Dharma aber nicht mehr wirken.

Wort für Wort
ekāhāryaṃ jagat sarvaṃ lobhamohavyavasthitam adharmo vardhati mahān na ca dharmaḥ pravartate
Die ganze Welt wird sich nur noch von Hand zu Mund ernähren, in Gier und Verblendung befangen; das Unrecht wird mächtig anwachsen, der Dharma aber nicht mehr wirken.

brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyā na śiṣyanti janādhipa ekavarṇas tadā loko bhaviṣyati yugakṣaye

Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas werden nicht mehr fortbestehen, o Herrscher der Menschen; zu einer einzigen Kaste wird die Welt dann werden, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyā na śiṣyanti janādhipa ekavarṇas tadā loko bhaviṣyati yugakṣaye
Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas werden nicht mehr fortbestehen, o Herrscher der Menschen; zu einer einzigen Kaste wird die Welt dann werden, wenn das Zeitalter untergeht.

na kṣaṃsyati pitā putraṃ putraś ca pitaraṃ tathā bhāryā ca patiśuśrūṣāṃ na kariṣyati kā cana

Der Vater wird dem Sohn nicht verzeihen, noch der Sohn dem Vater; und keine Ehefrau wird ihrem Gatten mehr dienen.

Wort für Wort
na kṣaṃsyati pitā putraṃ putraś ca pitaraṃ tathā bhāryā ca patiśuśrūṣāṃ na kariṣyati kā cana
Der Vater wird dem Sohn nicht verzeihen, noch der Sohn dem Vater; und keine Ehefrau wird ihrem Gatten mehr dienen.

ye yavānnā janapadā godhūmānnās tathaiva ca tān deśān saṃśrayiṣyanti yugānte paryupasthite

Die Länder, deren Nahrung Gerste ist, und die, deren Nahrung Weizen ist, werden sie als Zuflucht aufsuchen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
ye yavānnā janapadā godhūmānnās tathaiva ca tān deśān saṃśrayiṣyanti yugānte paryupasthite
Die Länder, deren Nahrung Gerste ist, und die, deren Nahrung Weizen ist, werden sie als Zuflucht aufsuchen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

svairāhārāś ca puruṣā yoṣitaś ca viśāṃ pate anyonyaṃ na sahiṣyanti yugānte paryupasthite

Die Männer, die sich nach eigenem Belieben ernähren, ebenso die Frauen, o Herr der Untertanen, werden einander nicht mehr ertragen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
svairāhārāś ca puruṣā yoṣitaś ca viśāṃ pate anyonyaṃ na sahiṣyanti yugānte paryupasthite
Die Männer, die sich nach eigenem Belieben ernähren, ebenso die Frauen, o Herr der Untertanen, werden einander nicht mehr ertragen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

mlecchabhūtaṃ jagat sarvaṃ bhaviṣyati yudhiṣṭhira na śrāddhair hi pitṝṃś cāpi tarpayiṣyanti mānavāḥ

Die ganze Welt wird zu Mleccha-Land werden, o Yudhiṣṭhira; die Menschen werden ihre Vorfahren nicht einmal mehr durch Totenopfer erquicken.

Wort für Wort
mlecchabhūtaṃ jagat sarvaṃ bhaviṣyati yudhiṣṭhira na śrāddhair hi pitṝṃś cāpi tarpayiṣyanti mānavāḥ
Die ganze Welt wird zu Mleccha-Land werden, o Yudhiṣṭhira; die Menschen werden ihre Vorfahren nicht einmal mehr durch Totenopfer erquicken.

na kaś cit kasya cic chrotā na kaś cit kasya cid guruḥ tamograstas tadā loko bhaviṣyati narādhipa

Niemand wird mehr jemandes Zuhörer sein, niemand mehr jemandes Lehrer; von Finsternis verschlungen wird die Welt dann sein, o Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
na kaś cit kasya cic chrotā na kaś cit kasya cid guruḥ tamograstas tadā loko bhaviṣyati narādhipa
Niemand wird mehr jemandes Zuhörer sein, niemand mehr jemandes Lehrer; von Finsternis verschlungen wird die Welt dann sein, o Herrscher der Menschen.

paramāyuś ca bhavitā tadā varṣāṇi ṣoḍaśa tataḥ prāṇān vimokṣyanti yugānte paryupasthite

Die höchste Lebensdauer wird dann sechzehn Jahre betragen; danach werden sie ihr Leben aushauchen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
paramāyuś ca bhavitā tadā varṣāṇi ṣoḍaśa tataḥ prāṇān vimokṣyanti yugānte paryupasthite
Die höchste Lebensdauer wird dann sechzehn Jahre betragen; danach werden sie ihr Leben aushauchen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

pañcame vātha ṣaṣṭhe vā varṣe kanyā prasūyate saptavarṣāṣṭavarṣāś ca prajāsyanti narās tadā

Im fünften oder sechsten Lebensjahr wird ein Mädchen gebären, und Männer von sieben oder acht Jahren werden dann zeugen.

Wort für Wort
pañcame vātha ṣaṣṭhe vā varṣe kanyā prasūyate saptavarṣāṣṭavarṣāś ca prajāsyanti narās tadā
Im fünften oder sechsten Lebensjahr wird ein Mädchen gebären, und Männer von sieben oder acht Jahren werden dann zeugen.

patyau strī tu tadā rājan puruṣo vā striyaṃ prati yugānte rājaśārdūla na toṣam upayāsyati

Weder wird die Frau dann mit ihrem Gatten zufrieden sein, o König, noch der Mann mit seiner Frau, wenn das Zeitalter zu Ende geht, du Tiger unter den Königen.

Wort für Wort
patyau strī tu tadā rājan puruṣo vā striyaṃ prati yugānte rājaśārdūla na toṣam upayāsyati
Weder wird die Frau dann mit ihrem Gatten zufrieden sein, o König, noch der Mann mit seiner Frau, wenn das Zeitalter zu Ende geht, du Tiger unter den Königen.

alpadravyā vṛthāliṅgā hiṃsā ca prabhaviṣyati na kaś cit kasya cid dātā bhaviṣyati yugakṣaye

Arm an Besitz, mit eitlen äußeren Zeichen der Frömmigkeit, wird die Gewalt überhandnehmen; niemand wird mehr irgendjemandem ein Geber sein, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
alpadravyā vṛthāliṅgā hiṃsā ca prabhaviṣyati na kaś cit kasya cid dātā bhaviṣyati yugakṣaye
Arm an Besitz, mit eitlen äußeren Zeichen der Frömmigkeit, wird die Gewalt überhandnehmen; niemand wird mehr irgendjemandem ein Geber sein, wenn das Zeitalter untergeht.

aṭṭaśūlā janapadāḥ śivaśūlāś catuṣpathāḥ keśaśūlāḥ striyaś cāpi bhaviṣyanti yugakṣaye

Die Landstriche werden von Pfählen an ihren Stadttoren, die Kreuzungen von Śiva-Lanzen gekennzeichnet sein, und auch die Frauen werden ihr Haar spießartig zu einem einzigen Schopf tragen, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
aṭṭaśūlā janapadāḥ śivaśūlāś catuṣpathāḥ keśaśūlāḥ striyaś cāpi bhaviṣyanti yugakṣaye
Die Landstriche werden von Pfählen an ihren Stadttoren, die Kreuzungen von Śiva-Lanzen gekennzeichnet sein, und auch die Frauen werden ihr Haar spießartig zu einem einzigen Schopf tragen, wenn das Zeitalter untergeht.

Der Vers ist bildhaft-dunkel; gemeint sind wohl Zeichen des Verfalls von Recht und Sitte: Strafpfähle an den Toren, Kultmale an den Wegkreuzungen und eine als unziemlich empfundene Haartracht der Frauen.

mlecchāḥ krūrāḥ sarvabhakṣā dāruṇāḥ sarvakarmasu bhāvinaḥ paścime kāle manuṣyā nātra saṃśayaḥ

Barbarisch, grausam, alles verzehrend und in allem Tun roh werden die Menschen in der letzten Zeit sein – daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
mlecchāḥ krūrāḥ sarvabhakṣā dāruṇāḥ sarvakarmasu bhāvinaḥ paścime kāle manuṣyā nātra saṃśayaḥ
Barbarisch, grausam, alles verzehrend und in allem Tun roh werden die Menschen in der letzten Zeit sein – daran besteht kein Zweifel.

krayavikrayakāle ca sarvaḥ sarvasya vañcanam yugānte bharataśreṣṭha vṛttilobhāt kariṣyati

Beim Kaufen und Verkaufen wird jeder jeden betrügen, wenn das Zeitalter endet, o Bester der Bharatas, aus Gier nach dem eigenen Unterhalt.

Wort für Wort
krayavikrayakāle ca sarvaḥ sarvasya vañcanam yugānte bharataśreṣṭha vṛttilobhāt kariṣyati
Beim Kaufen und Verkaufen wird jeder jeden betrügen, wenn das Zeitalter endet, o Bester der Bharatas, aus Gier nach dem eigenen Unterhalt.

jñānāni cāpy avijñāya kariṣyanti kriyās tathā ātmacchandena vartante yugānte paryupasthite

Auch ohne die rechten Kenntnisse zu besitzen, werden sie die heiligen Handlungen ausführen; sie werden nach eigenem Gutdünken leben, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
jñānāni cāpy avijñāya kariṣyanti kriyās tathā ātmacchandena vartante yugānte paryupasthite
Auch ohne die rechten Kenntnisse zu besitzen, werden sie die heiligen Handlungen ausführen; sie werden nach eigenem Gutdünken leben, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

svabhāvāt krūrakarmāṇaś cānyonyam abhiśaṅkinaḥ bhavitāro janāḥ sarve saṃprāpte yugasaṃkṣaye

Von Natur aus grausamen Taten ergeben und einander misstrauend werden alle Menschen sein, wenn der Untergang des Zeitalters erreicht ist.

Wort für Wort
svabhāvāt krūrakarmāṇaś cānyonyam abhiśaṅkinaḥ bhavitāro janāḥ sarve saṃprāpte yugasaṃkṣaye
Von Natur aus grausamen Taten ergeben und einander misstrauend werden alle Menschen sein, wenn der Untergang des Zeitalters erreicht ist.

ārāmāṃś caiva vṛkṣāṃś ca nāśayiṣyanti nirvyathāḥ bhavitā saṃkṣayo loke jīvitasya ca dehinām

Gärten und Bäume werden sie ohne Reue vernichten; ein Schwund wird in der Welt eintreten, auch in der Lebensdauer der verkörperten Wesen.

Wort für Wort
ārāmāṃś caiva vṛkṣāṃś ca nāśayiṣyanti nirvyathāḥ bhavitā saṃkṣayo loke jīvitasya ca dehinām
Gärten und Bäume werden sie ohne Reue vernichten; ein Schwund wird in der Welt eintreten, auch in der Lebensdauer der verkörperten Wesen.

tathā lobhābhibhūtāś ca cariṣyanti mahīm imām brāhmaṇāś ca bhaviṣyanti brahmasvāni ca bhuñjate

So werden sie, von Gier überwältigt, über diese Erde wandeln; und es wird Brahmanen geben, die das Eigentum der Brahmanen selbst verzehren.

Wort für Wort
tathā lobhābhibhūtāś ca cariṣyanti mahīm imām brāhmaṇāś ca bhaviṣyanti brahmasvāni ca bhuñjate
So werden sie, von Gier überwältigt, über diese Erde wandeln; und es wird Brahmanen geben, die das Eigentum der Brahmanen selbst verzehren.

hāhākṛtā dvijāś caiva bhayārtā vṛṣalārditāḥ trātāram alabhanto vai bhramiṣyanti mahīm imām

Wehklagend werden die Zweifachgeborenen sein, von Furcht gequält, von den Niedriggeborenen bedrängt; ohne einen Retter zu finden, werden sie über diese Erde umherirren.

Wort für Wort
hāhākṛtā dvijāś caiva bhayārtā vṛṣalārditāḥ trātāram alabhanto vai bhramiṣyanti mahīm imām
Wehklagend werden die Zweifachgeborenen sein, von Furcht gequält, von den Niedriggeborenen bedrängt; ohne einen Retter zu finden, werden sie über diese Erde umherirren.

jīvitāntakarā raudrāḥ krūrāḥ prāṇivihiṃsakāḥ yadā bhaviṣyanti narās tadā saṃkṣepsyate yugam

Wenn die Menschen zu Lebensvernichtern werden, wild, grausam und den Geschöpfen Gewalt antuend, dann wird sich das Zeitalter dem Ende zuneigen.

Wort für Wort
jīvitāntakarā raudrāḥ krūrāḥ prāṇivihiṃsakāḥ yadā bhaviṣyanti narās tadā saṃkṣepsyate yugam
Wenn die Menschen zu Lebensvernichtern werden, wild, grausam und den Geschöpfen Gewalt antuend, dann wird sich das Zeitalter dem Ende zuneigen.

āśrayiṣyanti ca nadīḥ parvatān viṣamāṇi ca pradhāvamānā vitrastā dvijāḥ kurukulodvaha

Zu Flüssen, Bergen und unwegsamem Gelände werden die Zweifachgeborenen fliehen, entsetzt davonlaufend, o Spross des Kuru-Geschlechts.

Wort für Wort
āśrayiṣyanti ca nadīḥ parvatān viṣamāṇi ca pradhāvamānā vitrastā dvijāḥ kurukulodvaha
Zu Flüssen, Bergen und unwegsamem Gelände werden die Zweifachgeborenen fliehen, entsetzt davonlaufend, o Spross des Kuru-Geschlechts.

dasyuprapīḍitā rājan kākā iva dvijottamāḥ kurājabhiś ca satataṃ karabhāraprapīḍitāḥ

Von Räubern bedrängt, o König, werden die besten der Zweifachgeborenen wie Krähen sein, und von schlechten Königen stets durch Steuerlast gequält.

Wort für Wort
dasyuprapīḍitā rājan kākā iva dvijottamāḥ kurājabhiś ca satataṃ karabhāraprapīḍitāḥ
Von Räubern bedrängt, o König, werden die besten der Zweifachgeborenen wie Krähen sein, und von schlechten Königen stets durch Steuerlast gequält.

dhairyaṃ tyaktvā mahīpāla dāruṇe yugasaṃkṣaye vikarmāṇi kariṣyanti śūdrāṇāṃ paricārakāḥ

Nachdem sie ihre Standhaftigkeit aufgegeben haben, o Herrscher der Erde, werden sie in dem schrecklichen Untergang des Zeitalters verbotene Taten begehen und zu Dienern der Śūdras werden.

Wort für Wort
dhairyaṃ tyaktvā mahīpāla dāruṇe yugasaṃkṣaye vikarmāṇi kariṣyanti śūdrāṇāṃ paricārakāḥ
Nachdem sie ihre Standhaftigkeit aufgegeben haben, o Herrscher der Erde, werden sie in dem schrecklichen Untergang des Zeitalters verbotene Taten begehen und zu Dienern der Śūdras werden.

śūdrā dharmaṃ pravakṣyanti brāhmaṇāḥ paryupāsakāḥ śrotāraś ca bhaviṣyanti prāmāṇyena vyavasthitāḥ

Śūdras werden den Dharma verkünden, während Brahmanen zu ihren Aufwärtern und Zuhörern werden, den Śūdras Autorität zuerkennend.

Wort für Wort
śūdrā dharmaṃ pravakṣyanti brāhmaṇāḥ paryupāsakāḥ śrotāraś ca bhaviṣyanti prāmāṇyena vyavasthitāḥ
Śūdras werden den Dharma verkünden, während Brahmanen zu ihren Aufwärtern und Zuhörern werden, den Śūdras Autorität zuerkennend.

viparītaś ca loko 'yaṃ bhaviṣyaty adharottaraḥ eḍūkān pūjayiṣyanti varjayiṣyanti devatāḥ śūdrāḥ paricariṣyanti na dvijān yugasaṃkṣaye

Verkehrt wird diese Welt sein, das Untere zuoberst; man wird Grabhügel verehren und die Gottheiten meiden; die Śūdras werden nicht mehr den Zweifachgeborenen dienen, wenn das Zeitalter untergeht.

Wort für Wort
viparītaś ca loko 'yaṃ bhaviṣyaty adharottaraḥ eḍūkān pūjayiṣyanti varjayiṣyanti devatāḥ śūdrāḥ paricariṣyanti na dvijān yugasaṃkṣaye
Verkehrt wird diese Welt sein, das Untere zuoberst; man wird Grabhügel verehren und die Gottheiten meiden; die Śūdras werden nicht mehr den Zweifachgeborenen dienen, wenn das Zeitalter untergeht.

„Eḍūka“ bezeichnet ein grabhügel- oder stupaartiges Bauwerk; seine Verehrung anstelle der Götterschreine gilt hier als Kennzeichen des Verfalls.

āśrameṣu maharṣīṇāṃ brāhmaṇāvasatheṣu ca devasthāneṣu caityeṣu nāgānām ālayeṣu ca

In den Einsiedeleien der großen Weisen, in den Wohnstätten der Brahmanen, an den Stätten der Götter, den Kultstätten und den Wohnsitzen der Schlangenwesen –

Wort für Wort
āśrameṣu maharṣīṇāṃ brāhmaṇāvasatheṣu ca devasthāneṣu caityeṣu nāgānām ālayeṣu ca
In den Einsiedeleien der großen Weisen, in den Wohnstätten der Brahmanen, an den Stätten der Götter, den Kultstätten und den Wohnsitzen der Schlangenwesen –

eḍūkacihnā pṛthivī na devagṛhabhūṣitā bhaviṣyati yuge kṣīṇe tad yugāntasya lakṣaṇam

– überall wird die Erde von den Zeichen der Grabhügel gekennzeichnet sein, nicht mehr von Götterhäusern geschmückt, wenn das Zeitalter schwindet; das ist das Kennzeichen des Zeitalterendes.

Wort für Wort
eḍūkacihnā pṛthivī na devagṛhabhūṣitā bhaviṣyati yuge kṣīṇe tad yugāntasya lakṣaṇam
– überall wird die Erde von den Zeichen der Grabhügel gekennzeichnet sein, nicht mehr von Götterhäusern geschmückt, wenn das Zeitalter schwindet; das ist das Kennzeichen des Zeitalterendes.

yadā raudrā dharmahīnā māṃsādāḥ pānapās tathā bhaviṣyanti narā nityaṃ tadā saṃkṣepsyate yugam

Wenn die Menschen wild, dharmlos, stets Fleischesser und Trinker sein werden, dann wird sich das Zeitalter dem Ende zuneigen.

Wort für Wort
yadā raudrā dharmahīnā māṃsādāḥ pānapās tathā bhaviṣyanti narā nityaṃ tadā saṃkṣepsyate yugam
Wenn die Menschen wild, dharmlos, stets Fleischesser und Trinker sein werden, dann wird sich das Zeitalter dem Ende zuneigen.

puṣpe puṣpaṃ yadā rājan phale phalam upāśritam prajāsyati mahārāja tadā saṃkṣepsyate yugam

Wenn, o König, aus einer Blüte sogleich eine neue Blüte, aus einer Frucht sogleich eine neue Frucht hervorgeht, o Großkönig, dann wird sich das Zeitalter dem Ende zuneigen.

Wort für Wort
puṣpe puṣpaṃ yadā rājan phale phalam upāśritam prajāsyati mahārāja tadā saṃkṣepsyate yugam
Wenn, o König, aus einer Blüte sogleich eine neue Blüte, aus einer Frucht sogleich eine neue Frucht hervorgeht, o Großkönig, dann wird sich das Zeitalter dem Ende zuneigen.

akālavarṣī parjanyo bhaviṣyati gate yuge akrameṇa manuṣyāṇāṃ bhaviṣyati tadā kriyā virodham atha yāsyanti vṛṣalā brāhmaṇaiḥ saha

Zur Unzeit regnend wird der Regengott sein, wenn das Zeitalter vergeht; ohne rechte Ordnung wird dann das Tun der Menschen sein, und die Niedriggeborenen werden in Widerstreit mit den Brahmanen geraten.

Wort für Wort
akālavarṣī parjanyo bhaviṣyati gate yuge akrameṇa manuṣyāṇāṃ bhaviṣyati tadā kriyā virodham atha yāsyanti vṛṣalā brāhmaṇaiḥ saha
Zur Unzeit regnend wird der Regengott sein, wenn das Zeitalter vergeht; ohne rechte Ordnung wird dann das Tun der Menschen sein, und die Niedriggeborenen werden in Widerstreit mit den Brahmanen geraten.

mahī mlecchasamākīrṇā bhaviṣyati tato 'cirāt karabhārabhayād viprā bhajiṣyanti diśo daśa

Die Erde wird bald von Mlecchas überschwemmt sein; aus Furcht vor der Steuerlast werden die Brahmanen sich in die zehn Himmelsrichtungen zerstreuen.

Wort für Wort
mahī mlecchasamākīrṇā bhaviṣyati tato 'cirāt karabhārabhayād viprā bhajiṣyanti diśo daśa
Die Erde wird bald von Mlecchas überschwemmt sein; aus Furcht vor der Steuerlast werden die Brahmanen sich in die zehn Himmelsrichtungen zerstreuen.

nirviśeṣā janapadā narāvṛṣṭibhir arditāḥ āśramān abhipatsyanti phalamūlopajīvinaḥ

Die Länder, allesamt ohne Unterschied, von Regenmangel geplagt, werden ihre Bewohner in Einsiedeleien treiben, wo sie von Früchten und Wurzeln leben.

Wort für Wort
nirviśeṣā janapadā narāvṛṣṭibhir arditāḥ āśramān abhipatsyanti phalamūlopajīvinaḥ
Die Länder, allesamt ohne Unterschied, von Regenmangel geplagt, werden ihre Bewohner in Einsiedeleien treiben, wo sie von Früchten und Wurzeln leben.

evaṃ paryākule loke maryādā na bhaviṣyati na sthāsyanty upadeśe ca śiṣyā vipriyakāriṇaḥ

So wird in der verwirrten Welt keine rechte Grenze mehr bestehen; und die Schüler, Unliebsames tuend, werden nicht mehr bei der Lehre bleiben.

Wort für Wort
evaṃ paryākule loke maryādā na bhaviṣyati na sthāsyanty upadeśe ca śiṣyā vipriyakāriṇaḥ
So wird in der verwirrten Welt keine rechte Grenze mehr bestehen; und die Schüler, Unliebsames tuend, werden nicht mehr bei der Lehre bleiben.

ācāryopanidhiś caiva vatsyate tadanantaram arthayuktyā pravatsyanti mitrasaṃbandhibāndhavāḥ abhāvaḥ sarvabhūtānāṃ yugānte ca bhaviṣyati

Das dem Lehrer anvertraute Gut wird danach veruntreut werden; aus bloßem Eigennutz werden Freunde, Verwandte und Angehörige sich voneinander trennen; und ein Schwinden aller Geschöpfe wird am Ende des Zeitalters eintreten.

Wort für Wort
ācāryopanidhiś caiva vatsyate tadanantaram arthayuktyā pravatsyanti mitrasaṃbandhibāndhavāḥ abhāvaḥ sarvabhūtānāṃ yugānte ca bhaviṣyati
Das dem Lehrer anvertraute Gut wird danach veruntreut werden; aus bloßem Eigennutz werden Freunde, Verwandte und Angehörige sich voneinander trennen; und ein Schwinden aller Geschöpfe wird am Ende des Zeitalters eintreten.

diśaḥ prajvalitāḥ sarvā nakṣatrāṇi calāni ca jyotīṃṣi pratikūlāni vātāḥ paryākulās tathā ulkāpātāś ca bahavo mahābhayanidarśakāḥ

Alle Himmelsrichtungen werden in Flammen stehen, die Sternbilder werden wanken, die Lichter widrig sein, ebenso die Winde verwirrt, und zahlreiche Meteore werden fallen, große Schreckenszeichen kündend.

Wort für Wort
diśaḥ prajvalitāḥ sarvā nakṣatrāṇi calāni ca jyotīṃṣi pratikūlāni vātāḥ paryākulās tathā ulkāpātāś ca bahavo mahābhayanidarśakāḥ
Alle Himmelsrichtungen werden in Flammen stehen, die Sternbilder werden wanken, die Lichter widrig sein, ebenso die Winde verwirrt, und zahlreiche Meteore werden fallen, große Schreckenszeichen kündend.

ṣaḍbhir anyaiś ca sahito bhāskaraḥ pratapiṣyati tumulāś cāpi nirhrādā digdāhāś cāpi sarvaśaḥ kabandhāntarhito bhānur udayāstamaye tadā

Begleitet von sechs weiteren Sonnen wird die Sonne glühen; tosender Lärm wird erschallen, überall werden Feuerbrände am Horizont lodern, und die Sonne wird dann bei Auf- und Untergang von einem rumpflosen Schattenwesen verhüllt sein.

Wort für Wort
ṣaḍbhir anyaiś ca sahito bhāskaraḥ pratapiṣyati tumulāś cāpi nirhrādā digdāhāś cāpi sarvaśaḥ kabandhāntarhito bhānur udayāstamaye tadā
Begleitet von sechs weiteren Sonnen wird die Sonne glühen; tosender Lärm wird erschallen, überall werden Feuerbrände am Horizont lodern, und die Sonne wird dann bei Auf- und Untergang von einem rumpflosen Schattenwesen verhüllt sein.

Das Bild mehrerer Sonnen und eines „rumpflosen Schattenwesens“ (Kabandha) beim Sonnenauf- und -untergang gehört zum festen Bestand apokalyptischer Vorzeichen im Epos.

akālavarṣī ca tadā bhaviṣyati sahasradṛk sasyāni ca na rokṣyanti yugānte paryupasthite

Der Tausendäugige wird dann zur Unzeit regnen, und die Saaten werden nicht mehr gedeihen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
akālavarṣī ca tadā bhaviṣyati sahasradṛk sasyāni ca na rokṣyanti yugānte paryupasthite
Der Tausendäugige wird dann zur Unzeit regnen, und die Saaten werden nicht mehr gedeihen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

„Der Tausendäugige“ ist Indra als Regengott.

abhīkṣṇaṃ krūravādinyaḥ paruṣā ruditapriyāḥ bhartṝṇāṃ vacane caiva na sthāsyanti tadā striyaḥ

Ständig grausame Worte redend, schroff und dem Weinen zugetan, werden die Frauen dann den Worten ihrer Gatten nicht mehr gehorchen.

Wort für Wort
abhīkṣṇaṃ krūravādinyaḥ paruṣā ruditapriyāḥ bhartṝṇāṃ vacane caiva na sthāsyanti tadā striyaḥ
Ständig grausame Worte redend, schroff und dem Weinen zugetan, werden die Frauen dann den Worten ihrer Gatten nicht mehr gehorchen.

putrāś ca mātāpitarau haniṣyanti yugakṣaye sūdayiṣyanti ca patīn striyaḥ putrān apāśritāḥ

Söhne werden Mutter und Vater töten, wenn das Zeitalter untergeht, und Frauen werden ihre Gatten vernichten, sich stattdessen an ihre Söhne haltend.

Wort für Wort
putrāś ca mātāpitarau haniṣyanti yugakṣaye sūdayiṣyanti ca patīn striyaḥ putrān apāśritāḥ
Söhne werden Mutter und Vater töten, wenn das Zeitalter untergeht, und Frauen werden ihre Gatten vernichten, sich stattdessen an ihre Söhne haltend.

aparvaṇi mahārāja sūryaṃ rāhur upaiṣyati yugānte hutabhuk cāpi sarvataḥ prajvaliṣyati

Zur Unzeit, o Großkönig, wird Rāhu die Sonne verschlingen, und am Ende des Zeitalters wird das Feuer überall lodern.

Wort für Wort
aparvaṇi mahārāja sūryaṃ rāhur upaiṣyati yugānte hutabhuk cāpi sarvataḥ prajvaliṣyati
Zur Unzeit, o Großkönig, wird Rāhu die Sonne verschlingen, und am Ende des Zeitalters wird das Feuer überall lodern.

pānīyaṃ bhojanaṃ caiva yācamānās tadādhvagāḥ na lapsyante nivāsaṃ ca nirastāḥ pathi śerate

Um Wasser und Speise bittend, werden die Wanderer damals nichts erhalten, auch keine Unterkunft; verstoßen werden sie auf dem Weg liegen bleiben.

Wort für Wort
pānīyaṃ bhojanaṃ caiva yācamānās tadādhvagāḥ na lapsyante nivāsaṃ ca nirastāḥ pathi śerate
Um Wasser und Speise bittend, werden die Wanderer damals nichts erhalten, auch keine Unterkunft; verstoßen werden sie auf dem Weg liegen bleiben.

nirghātavāyasā nāgāḥ śakunāḥ samṛgadvijāḥ rūkṣā vāco vimokṣyanti yugānte paryupasthite

Schlangen bei Donnerschlägen, Krähen, Vögel samt Wild und anderem Getier werden raue Laute von sich geben, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
nirghātavāyasā nāgāḥ śakunāḥ samṛgadvijāḥ rūkṣā vāco vimokṣyanti yugānte paryupasthite
Schlangen bei Donnerschlägen, Krähen, Vögel samt Wild und anderem Getier werden raue Laute von sich geben, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

mitrasaṃbandhinaś cāpi saṃtyakṣyanti narās tadā janaṃ parijanaṃ cāpi yugānte paryupasthite

Auch Freunde und Verwandte werden die Menschen dann verlassen, ebenso Gefolge und Dienerschaft, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
mitrasaṃbandhinaś cāpi saṃtyakṣyanti narās tadā janaṃ parijanaṃ cāpi yugānte paryupasthite
Auch Freunde und Verwandte werden die Menschen dann verlassen, ebenso Gefolge und Dienerschaft, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

atha deśān diśaś cāpi pattanāni purāṇi ca kramaśaḥ saṃśrayiṣyanti yugānte paryupasthite

Dann werden sie nacheinander andere Länder, Himmelsrichtungen, Handelsstädte und Städte aufsuchen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

Wort für Wort
atha deśān diśaś cāpi pattanāni purāṇi ca kramaśaḥ saṃśrayiṣyanti yugānte paryupasthite
Dann werden sie nacheinander andere Länder, Himmelsrichtungen, Handelsstädte und Städte aufsuchen, wenn das Ende des Zeitalters bevorsteht.

hā tāta hā sutety evaṃ tadā vācaḥ sudāruṇāḥ vikrośamānaś cānyonyaṃ jano gāṃ paryaṭiṣyati

Mit überaus schrecklichen Wehklagen um Vater und Sohn wird das Volk, gegeneinander schreiend, über die Erde wandern.

Wort für Wort
hā tāta hā sutety evaṃ tadā vācaḥ sudāruṇāḥ vikrośamānaś cānyonyaṃ jano gāṃ paryaṭiṣyati
Mit überaus schrecklichen Wehklagen um Vater und Sohn wird das Volk, gegeneinander schreiend, über die Erde wandern.

tatas tumulasaṃghāte vartamāne yugakṣaye dvijātipūrvako lokaḥ krameṇa prabhaviṣyati

Danach, wenn inmitten des tosenden Zusammenstoßes das Zeitalter untergeht, wird eine Welt, angeführt von den Zweifachgeborenen, sich allmählich wieder erheben.

Wort für Wort
tatas tumulasaṃghāte vartamāne yugakṣaye dvijātipūrvako lokaḥ krameṇa prabhaviṣyati
Danach, wenn inmitten des tosenden Zusammenstoßes das Zeitalter untergeht, wird eine Welt, angeführt von den Zweifachgeborenen, sich allmählich wieder erheben.

tataḥ kālāntare 'nyasmin punar lokavivṛddhaye bhaviṣyati punar daivam anukūlaṃ yadṛcchayā

Dann, zu einer anderen Zeit, wird sich zum erneuten Gedeihen der Welt das Schicksal von selbst wieder günstig wenden.

Wort für Wort
tataḥ kālāntare 'nyasmin punar lokavivṛddhaye bhaviṣyati punar daivam anukūlaṃ yadṛcchayā
Dann, zu einer anderen Zeit, wird sich zum erneuten Gedeihen der Welt das Schicksal von selbst wieder günstig wenden.

yadā candraś ca sūryaś ca tathā tiṣyabṛhaspatī ekarāśau sameṣyanti prapatsyati tadā kṛtam

Wenn Mond und Sonne sowie das Mondhaus Tiṣya und Bṛhaspati im selben Tierkreiszeichen zusammentreffen, dann wird das Kṛtayuga anbrechen.

Wort für Wort
yadā candraś ca sūryaś ca tathā tiṣyabṛhaspatī ekarāśau sameṣyanti prapatsyati tadā kṛtam
Wenn Mond und Sonne sowie das Mondhaus Tiṣya und Bṛhaspati im selben Tierkreiszeichen zusammentreffen, dann wird das Kṛtayuga anbrechen.

Bṛhaspati steht hier zugleich für den Planeten Jupiter.

kālavarṣī ca parjanyo nakṣatrāṇi śubhāni ca pradakṣiṇā grahāś cāpi bhaviṣyanty anulomagāḥ kṣemaṃ subhikṣam ārogyaṃ bhaviṣyati nirāmayam

Zur rechten Zeit wird der Regengott regnen, die Sternbilder werden günstig, und die Planeten werden rechtsläufig und in geordneter Bahn ziehen; Sicherheit, reiche Ernte und Gesundheit, frei von Krankheit, werden herrschen.

Wort für Wort
kālavarṣī ca parjanyo nakṣatrāṇi śubhāni ca pradakṣiṇā grahāś cāpi bhaviṣyanty anulomagāḥ kṣemaṃ subhikṣam ārogyaṃ bhaviṣyati nirāmayam
Zur rechten Zeit wird der Regengott regnen, die Sternbilder werden günstig, und die Planeten werden rechtsläufig und in geordneter Bahn ziehen; Sicherheit, reiche Ernte und Gesundheit, frei von Krankheit, werden herrschen.

kalkir viṣṇuyaśā nāma dvijaḥ kālapracoditaḥ utpatsyate mahāvīryo mahābuddhiparākramaḥ

Kalki mit Namen Viṣṇuyaśas, ein Brahmane, von der Zeit selbst angetrieben, wird geboren werden, von großer Kraft, großer Weisheit und großem Mut.

Wort für Wort
kalkir viṣṇuyaśā nāma dvijaḥ kālapracoditaḥ utpatsyate mahāvīryo mahābuddhiparākramaḥ
Kalki mit Namen Viṣṇuyaśas, ein Brahmane, von der Zeit selbst angetrieben, wird geboren werden, von großer Kraft, großer Weisheit und großem Mut.

saṃbhūtaḥ saṃbhalagrāme brāhmaṇāvasathe śubhe manasā tasya sarvāṇi vāhanāny āyudhāni ca upasthāsyanti yodhāś ca śastrāṇi kavacāni ca

Geboren im Dorf Saṃbhala, in einer glückverheißenden Brahmanensiedlung, werden ihm allein durch seinen Willen alle Reittiere und Waffen zu Diensten stehen, ebenso Krieger, Geschosse und Rüstungen.

Wort für Wort
saṃbhūtaḥ saṃbhalagrāme brāhmaṇāvasathe śubhe manasā tasya sarvāṇi vāhanāny āyudhāni ca upasthāsyanti yodhāś ca śastrāṇi kavacāni ca
Geboren im Dorf Saṃbhala, in einer glückverheißenden Brahmanensiedlung, werden ihm allein durch seinen Willen alle Reittiere und Waffen zu Diensten stehen, ebenso Krieger, Geschosse und Rüstungen.

sa dharmavijayī rājā cakravartī bhaviṣyati sa cemaṃ saṃkulaṃ lokaṃ prasādam upaneṣyati

Er wird als König, durch den Dharma siegreich, zum Weltenherrscher werden; und er wird diese in Aufruhr geratene Welt wieder zur Klarheit und zum Frieden führen.

Wort für Wort
sa dharmavijayī rājā cakravartī bhaviṣyati sa cemaṃ saṃkulaṃ lokaṃ prasādam upaneṣyati
Er wird als König, durch den Dharma siegreich, zum Weltenherrscher werden; und er wird diese in Aufruhr geratene Welt wieder zur Klarheit und zum Frieden führen.

utthito brāhmaṇo dīptaḥ kṣayāntakṛd udāradhīḥ sa saṃkṣepo hi sarvasya yugasya parivartakaḥ

Erstanden als strahlender Brahmane, der dem Verfall ein Ende setzt, von hochherzigem Sinn, wird er der Abschluss von allem und der Erneuerer des Zeitalters sein.

Wort für Wort
utthito brāhmaṇo dīptaḥ kṣayāntakṛd udāradhīḥ sa saṃkṣepo hi sarvasya yugasya parivartakaḥ
Erstanden als strahlender Brahmane, der dem Verfall ein Ende setzt, von hochherzigem Sinn, wird er der Abschluss von allem und der Erneuerer des Zeitalters sein.

sa sarvatra gatān kṣudrān brāhmaṇaiḥ parivāritaḥ utsādayiṣyati tadā sarvān mlecchagaṇān dvijaḥ

Von Brahmanen umgeben, wird dieser Zweifachgeborene dann alle überallhin verstreuten, niederträchtigen Scharen der Mlecchas vernichten.“

Wort für Wort
sa sarvatra gatān kṣudrān brāhmaṇaiḥ parivāritaḥ utsādayiṣyati tadā sarvān mlecchagaṇān dvijaḥ
Von Brahmanen umgeben, wird dieser Zweifachgeborene dann alle überallhin verstreuten, niederträchtigen Scharen der Mlecchas vernichten.“

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