Kapitel 279: Sāvitryupākhyānam (3)
Die Vermählung mit Satyavant
Aśvapati reist zu Dyumatsenas Waldeinsiedelei und bietet ihm Sāvitrī als Schwiegertochter an; Dyumatsena zögert zunächst mit Verweis auf das entbehrungsreiche Waldleben, gibt aber der beharrlichen Bitte nach. Die Hochzeit wird vorschriftsmäßig vollzogen, Sāvitrī legt allen Schmuck ab, kleidet sich asketisch und dient Schwiegereltern und Gatten mit Hingabe. Während die Zeit verstreicht, bleibt ihr Nāradas Prophezeiung vom nahenden Tod Satyavants unablässig gegenwärtig. Der seit Kap.277 offene Erzählrahmen Mārkaṇḍeyas setzt sich fort.
mārkaṇḍeya uvāca atha kanyāpradāne sa tam evārthaṃ vicintayan samāninye ca tat sarvaṃ bhāṇḍaṃ vaivāhikaṃ nṛpaḥ
Da nun, im Hinblick auf die Übergabe der Tochter eben diese Angelegenheit bedenkend, ließ der König alles für die Hochzeit nötige Gerät zusammentragen.
Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca atha kanyāpradāne sa tam evārthaṃ vicintayan samāninye ca tat sarvaṃ bhāṇḍaṃ vaivāhikaṃ nṛpaḥ
Da nun, im Hinblick auf die Übergabe der Tochter eben diese Angelegenheit bedenkend, ließ der König alles für die Hochzeit nötige Gerät zusammentragen.
tato vṛddhān dvijān sarvān ṛtvijaḥ sapurohitān samāhūya tithau puṇye prayayau saha kanyayā
Darauf, nachdem er alle altgedienten Brahmanen, die Opferpriester samt dem Hauspriester zusammengerufen hatte, zog er an einem günstigen Tag mit seiner Tochter aus.
Wort für Wort
tato vṛddhān dvijān sarvān ṛtvijaḥ sapurohitān samāhūya tithau puṇye prayayau saha kanyayā
Darauf, nachdem er alle altgedienten Brahmanen, die Opferpriester samt dem Hauspriester zusammengerufen hatte, zog er an einem günstigen Tag mit seiner Tochter aus.
tasyārghyam āsanaṃ caiva gāṃ cāvedya sa dharmavit kim āgamanam ity evaṃ rājā rājānam abravīt
Nachdem er ihm Ehrenwasser, einen Sitz und eine Kuh dargeboten hatte, sprach jener Kenner des Dharma, der König, zu dem anderen König: ‚Was führt dich her?‘
Wort für Wort
tasyārghyam āsanaṃ caiva gāṃ cāvedya sa dharmavit kim āgamanam ity evaṃ rājā rājānam abravīt
Nachdem er ihm Ehrenwasser, einen Sitz und eine Kuh dargeboten hatte, sprach jener Kenner des Dharma, der König, zu dem anderen König: ‚Was führt dich her?‘
aśvapatir uvāca sāvitrī nāma rājarṣe kanyeyaṃ mama śobhanā tāṃ svadharmeṇa dharmajña snuṣārthe tvaṃ gṛhāṇa me
Aśvapati sprach: ‚Sāvitrī heißt, o Königsweiser, diese meine schöne Tochter; nimm sie, Kenner des Dharma, gemäß dem dir eigenen Dharma, als Schwiegertochter für mich an.‘
Wort für Wort
aśvapatir uvāca sāvitrī nāma rājarṣe kanyeyaṃ mama śobhanā tāṃ svadharmeṇa dharmajña snuṣārthe tvaṃ gṛhāṇa me
Aśvapati sprach: ‚Sāvitrī heißt, o Königsweiser, diese meine schöne Tochter; nimm sie, Kenner des Dharma, gemäß dem dir eigenen Dharma, als Schwiegertochter für mich an.‘
Dyumatsena sprach: ‚Von unserem Reich gestürzt, haben wir Zuflucht zum Waldleben genommen; als Büßer, unseren Gelübden treu, wandeln wir dem Dharma gemäß - wie aber sollte deine für solches nicht geeignete Tochter das Waldleben in der Einsiedelei, diese Mühsal, ertragen können?‘
Dyumatsena sprach: ‚Von unserem Reich gestürzt, haben wir Zuflucht zum Waldleben genommen; als Büßer, unseren Gelübden treu, wandeln wir dem Dharma gemäß - wie aber sollte deine für solches nicht geeignete Tochter das Waldleben in der Einsiedelei, diese Mühsal, ertragen können?‘
aśvapatir uvāca sukhaṃ ca duḥkhaṃ ca bhavābhavātmakaṃ yadā vijānāti sutāham eva ca na madvidhe yujyati vākyam īdṛśaṃ viniścayenābhigato 'smi te nṛpa
Aśvapati sprach: ‚Glück und Leid, die im Wechsel von Werden und Vergehen bestehen, kennt meine Tochter ebenso gut wie ich selbst; einem wie mir geziemt ein solches Wort des Zweifels nicht - nach reiflicher Entscheidung bin ich zu dir gekommen, König.
Wort für Wort
aśvapatir uvāca sukhaṃ ca duḥkhaṃ ca bhavābhavātmakaṃ yadā vijānāti sutāham eva ca na madvidhe yujyati vākyam īdṛśaṃ viniścayenābhigato 'smi te nṛpa
Aśvapati sprach: ‚Glück und Leid, die im Wechsel von Werden und Vergehen bestehen, kennt meine Tochter ebenso gut wie ich selbst; einem wie mir geziemt ein solches Wort des Zweifels nicht - nach reiflicher Entscheidung bin ich zu dir gekommen, König.
āśāṃ nārhasi me hantuṃ sauhṛdād praṇayena ca abhitaś cāgataṃ premṇā pratyākhyātuṃ na mārhasi
Du sollst meine Hoffnung nicht zunichtemachen, aus Freundschaft und Zuneigung; und den, der aus Liebe von weither zu dir gekommen ist, sollst du nicht zurückweisen.
Wort für Wort
āśāṃ nārhasi me hantuṃ sauhṛdād praṇayena ca abhitaś cāgataṃ premṇā pratyākhyātuṃ na mārhasi
Du sollst meine Hoffnung nicht zunichtemachen, aus Freundschaft und Zuneigung; und den, der aus Liebe von weither zu dir gekommen ist, sollst du nicht zurückweisen.
dyumatsena uvāca pūrvam evābhilaṣitaḥ saṃbandho me tvayā saha bhraṣṭarājyas tv aham iti tata etad vicāritam
Dyumatsena sprach: ‚Schon zuvor habe ich mir diese Verbindung mit dir gewünscht; doch da ich meines Reiches beraubt bin, wurde eben darum diese Zurückhaltung wohlbedacht.
Wort für Wort
dyumatsena uvāca pūrvam evābhilaṣitaḥ saṃbandho me tvayā saha bhraṣṭarājyas tv aham iti tata etad vicāritam
Dyumatsena sprach: ‚Schon zuvor habe ich mir diese Verbindung mit dir gewünscht; doch da ich meines Reiches beraubt bin, wurde eben darum diese Zurückhaltung wohlbedacht.
dattvā tv aśvapatiḥ kanyāṃ yathārhaṃ ca paricchadam yayau svam eva bhavanaṃ yuktaḥ paramayā mudā
Nachdem Aśvapati seine Tochter samt einer angemessenen Ausstattung übergeben hatte, kehrte er, von höchster Freude erfüllt, in sein eigenes Haus zurück.
Wort für Wort
dattvā tv aśvapatiḥ kanyāṃ yathārhaṃ ca paricchadam yayau svam eva bhavanaṃ yuktaḥ paramayā mudā
Nachdem Aśvapati seine Tochter samt einer angemessenen Ausstattung übergeben hatte, kehrte er, von höchster Freude erfüllt, in sein eigenes Haus zurück.
satyavān api bhāryāṃ tāṃ labdhvā sarvaguṇānvitām mumude sā ca taṃ labdhvā bhartāraṃ manasepsitam
Auch Satyavant, der jene mit allen Tugenden begabte Gattin gewonnen hatte, freute sich; und auch sie freute sich, den im Herzen ersehnten Gatten gewonnen zu haben.
Wort für Wort
satyavān api bhāryāṃ tāṃ labdhvā sarvaguṇānvitām mumude sā ca taṃ labdhvā bhartāraṃ manasepsitam
Auch Satyavant, der jene mit allen Tugenden begabte Gattin gewonnen hatte, freute sich; und auch sie freute sich, den im Herzen ersehnten Gatten gewonnen zu haben.
paricārair guṇaiś caiva praśrayeṇa damena ca sarvakāmakriyābhiś ca sarveṣāṃ tuṣṭim āvahat
Durch Dienstleistungen und Tugenden, durch Bescheidenheit und Selbstbeherrschung sowie durch die Erfüllung aller Wünsche gewann sie die Zufriedenheit aller.
Wort für Wort
paricārair guṇaiś caiva praśrayeṇa damena ca sarvakāmakriyābhiś ca sarveṣāṃ tuṣṭim āvahat
Durch Dienstleistungen und Tugenden, durch Bescheidenheit und Selbstbeherrschung sowie durch die Erfüllung aller Wünsche gewann sie die Zufriedenheit aller.
śvaśrūṃ śarīrasatkāraiḥ sarvair ācchādanādibhiḥ śvaśuraṃ devakāryaiś ca vācaḥ saṃyamanena ca
Die Schwiegermutter erfreute sie durch Körperpflege und alle Arten der Fürsorge wie Bekleidung und dergleichen, den Schwiegervater durch die Verrichtung der Gottesdienste und durch Zügelung ihrer Rede,
Wort für Wort
śvaśrūṃ śarīrasatkāraiḥ sarvair ācchādanādibhiḥ śvaśuraṃ devakāryaiś ca vācaḥ saṃyamanena ca
Die Schwiegermutter erfreute sie durch Körperpflege und alle Arten der Fürsorge wie Bekleidung und dergleichen, den Schwiegervater durch die Verrichtung der Gottesdienste und durch Zügelung ihrer Rede,
tathaiva priyavādena naipuṇena śamena ca rahaś caivopacāreṇa bhartāraṃ paryatoṣayat
ebenso durch liebliche Rede, Geschicklichkeit und Gelassenheit sowie durch Aufmerksamkeit auch in der Abgeschiedenheit erfreute sie ihren Gatten vollends.
Wort für Wort
tathaiva priyavādena naipuṇena śamena ca rahaś caivopacāreṇa bhartāraṃ paryatoṣayat
ebenso durch liebliche Rede, Geschicklichkeit und Gelassenheit sowie durch Aufmerksamkeit auch in der Abgeschiedenheit erfreute sie ihren Gatten vollends.