Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)
Kapitel 110: Ṛśyaśṛṅgopākhyānam
Die Erzählung von Ṛśyaśṛṅga (Beginn)
Lomaśas kurze Erwähnung von Ṛśyaśṛṅga bei der Kauśikī weckt Yudhiṣṭhiras Neugier; auf seine Nachfrage erzählt Lomaśa ausführlich: Der Weise Kāśyapa (Vibhāṇḍaka) zeugt, durch den Anblick der Apsaras Urvaśī abgelenkt, einen Sohn mit einer Hirschkuh - Ṛśyaśṛṅga, benannt nach dem Antilopenhorn auf seinem Haupt, der, nie einem anderen Menschen als seinem Vater begegnet, gänzlich keusch aufwächst. Zugleich verursacht König Lomapāda von Aṅga durch eine Verfehlung gegen seinen Hauspriester eine große Dürre; auf den Rat eines Weisen hin lässt er Kurtisanen aussenden, um den frauenunkundigen Ṛśyaśṛṅga listig in sein Reich zu locken - eine alte Frau erklärt sich gegen eigene Bedingungen dazu bereit.
eṣā devanadī puṇyā kauśikī bharatarṣabha viśvāmitrāśramo ramya eṣa cātra prakāśate
Lomaśa sprach: „Dies ist der heilige Götterfluss Kauśikī, o Stier der Bharatas; und hier erstrahlt auch die anmutige Einsiedelei des Viśvāmitra.
Wort für Wort eṣā devanadī puṇyā kauśikī bharatarṣabha viśvāmitrāśramo ramya eṣa cātra prakāśate Lomaśa sprach: „Dies ist der heilige Götterfluss Kauśikī, o Stier der Bharatas; und hier erstrahlt auch die anmutige Einsiedelei des Viśvāmitra. āśramaś caiva puṇyākhyaḥ kāśyapasya mahātmanaḥ ṛśyaśṛṅgaḥ suto yasya tapasvī saṃyatendriyaḥ
Und dies ist die als heilig bekannte Einsiedelei des hochgesinnten Kāśyapa, dessen Sohn Ṛśyaśṛṅga war, ein Büßer mit gezügelten Sinnen,
Wort für Wort āśramaś caiva puṇyākhyaḥ kāśyapasya mahātmanaḥ ṛśyaśṛṅgaḥ suto yasya tapasvī saṃyatendriyaḥ Und dies ist die als heilig bekannte Einsiedelei des hochgesinnten Kāśyapa, dessen Sohn Ṛśyaśṛṅga war, ein Büßer mit gezügelten Sinnen, tapaso yaḥ prabhāvena varṣayām āsa vāsavam anāvṛṣṭyāṃ bhayād yasya vavarṣa balavṛtrahā
durch dessen Bußkraft der Töter von Bala und Vṛtra, Vāsava, aus Furcht vor ihm, während einer Dürre, Regen fallen ließ.
Wort für Wort tapaso yaḥ prabhāvena varṣayām āsa vāsavam anāvṛṣṭyāṃ bhayād yasya vavarṣa balavṛtrahā durch dessen Bußkraft der Töter von Bala und Vṛtra, Vāsava, aus Furcht vor ihm, während einer Dürre, Regen fallen ließ. mṛgyāṃ jātaḥ sa tejasvī kāśyapasya sutaḥ prabhuḥ viṣaye lomapādasya yaś cakārādbhutaṃ mahat
Er, geboren von einer Hirschkuh, der glutvolle Sohn und Herr des Kāśyapa, vollbrachte im Reich des Lomapāda eine gewaltige Wundertat,
Wort für Wort mṛgyāṃ jātaḥ sa tejasvī kāśyapasya sutaḥ prabhuḥ viṣaye lomapādasya yaś cakārādbhutaṃ mahat Er, geboren von einer Hirschkuh, der glutvolle Sohn und Herr des Kāśyapa, vollbrachte im Reich des Lomapāda eine gewaltige Wundertat, nivartiteṣu sasyeṣu yasmai śāntāṃ dadau nṛpaḥ lomapādo duhitaraṃ sāvitrīṃ savitā yathā
nachdem die Feldfrüchte wiederhergestellt waren, wem der König Lomapāda seine Tochter Śāntā gab, wie Savitṛ die Sāvitrī gab.“
Wort für Wort nivartiteṣu sasyeṣu yasmai śāntāṃ dadau nṛpaḥ lomapādo duhitaraṃ sāvitrīṃ savitā yathā nachdem die Feldfrüchte wiederhergestellt waren, wem der König Lomapāda seine Tochter Śāntā gab, wie Savitṛ die Sāvitrī gab.“ yudhiṣṭhira uvāca ṛśyaśṛṅgaḥ kathaṃ mṛgyām utpannaḥ kāśyapātmajaḥ viruddhe yonisaṃsarge kathaṃ ca tapasā yutaḥ
Yudhiṣṭhira sprach: „Wie wurde Ṛśyaśṛṅga, der Sohn des Kāśyapa, von einer Hirschkuh geboren, bei einer widernatürlichen Vereinigung der Herkunft, und wie kam er zu solcher Buße?
Wort für Wort yudhiṣṭhira uvāca ṛśyaśṛṅgaḥ kathaṃ mṛgyām utpannaḥ kāśyapātmajaḥ viruddhe yonisaṃsarge kathaṃ ca tapasā yutaḥ Yudhiṣṭhira sprach: „Wie wurde Ṛśyaśṛṅga, der Sohn des Kāśyapa, von einer Hirschkuh geboren, bei einer widernatürlichen Vereinigung der Herkunft, und wie kam er zu solcher Buße? kimarthaṃ ca bhayāc chakras tasya bālasya dhīmataḥ anāvṛṣṭyāṃ pravṛttāyāṃ vavarṣa balavṛtrahā
Und weshalb ließ Śakra, der Töter von Bala und Vṛtra, aus Furcht vor jenem weisen Knaben, als eine Dürre eingetreten war, Regen fallen?
Wort für Wort kimarthaṃ ca bhayāc chakras tasya bālasya dhīmataḥ anāvṛṣṭyāṃ pravṛttāyāṃ vavarṣa balavṛtrahā Und weshalb ließ Śakra, der Töter von Bala und Vṛtra, aus Furcht vor jenem weisen Knaben, als eine Dürre eingetreten war, Regen fallen? kathaṃrūpā ca śāntābhūd rājaputrī yatavratā lobhayām āsa yā ceto mṛgabhūtasya tasya vai
Und wie war die Königstochter Śāntā beschaffen, die enthaltsame, die den Sinn jenes zum Hirsch Gewordenen betörte?
Wort für Wort kathaṃrūpā ca śāntābhūd rājaputrī yatavratā lobhayām āsa yā ceto mṛgabhūtasya tasya vai Und wie war die Königstochter Śāntā beschaffen, die enthaltsame, die den Sinn jenes zum Hirsch Gewordenen betörte? lomapādaś ca rājarṣir yadāśrūyata dhārmikaḥ kathaṃ vai viṣaye tasya nāvarṣat pākaśāsanaḥ
Und wie kam es, dass in dem Reich des königlichen Weisen Lomapāda, von dem man hört, er sei rechtschaffen, der Zermalmer Pākas nicht regnen ließ?
Wort für Wort lomapādaś ca rājarṣir yadāśrūyata dhārmikaḥ kathaṃ vai viṣaye tasya nāvarṣat pākaśāsanaḥ Und wie kam es, dass in dem Reich des königlichen Weisen Lomapāda, von dem man hört, er sei rechtschaffen, der Zermalmer Pākas nicht regnen ließ? etan me bhagavan sarvaṃ vistareṇa yathātatham vaktum arhasi śuśrūṣor ṛṣyaśṛṅgasya ceṣṭitam
Dies alles, o Erhabener, sollst du mir ausführlich, der Wahrheit gemäß erzählen, mir, der ich Ṛśyaśṛṅgas Tun zu hören begierig bin.“
Wort für Wort etan me bhagavan sarvaṃ vistareṇa yathātatham vaktum arhasi śuśrūṣor ṛṣyaśṛṅgasya ceṣṭitam Dies alles, o Erhabener, sollst du mir ausführlich, der Wahrheit gemäß erzählen, mir, der ich Ṛśyaśṛṅgas Tun zu hören begierig bin.“ vibhāṇḍakasya brahmarṣes tapasā bhāvitātmanaḥ amoghavīryasya sataḥ prajāpatisamadyuteḥ
Lomaśa sprach: „Des brahmanischen Weisen Vibhāṇḍaka, durch Buße geläuterten Wesens, von unfehlbarer Zeugungskraft, an Glanz einem Prajāpati gleich -
Wort für Wort vibhāṇḍakasya brahmarṣes tapasā bhāvitātmanaḥ amoghavīryasya sataḥ prajāpatisamadyuteḥ Lomaśa sprach: „Des brahmanischen Weisen Vibhāṇḍaka, durch Buße geläuterten Wesens, von unfehlbarer Zeugungskraft, an Glanz einem Prajāpati gleich - śṛṇu putro yathā jāta ṛśyaśṛṅgaḥ pratāpavān mahāhrade mahātejā bālaḥ sthavirasaṃmataḥ
höre, wie ihm ein Sohn geboren wurde, der mächtige Ṛśyaśṛṅga, von großer Glut, ein Knabe, der von Alten wie ein Greis geachtet wurde, am großen See.
Wort für Wort śṛṇu putro yathā jāta ṛśyaśṛṅgaḥ pratāpavān mahāhrade mahātejā bālaḥ sthavirasaṃmataḥ höre, wie ihm ein Sohn geboren wurde, der mächtige Ṛśyaśṛṅga, von großer Glut, ein Knabe, der von Alten wie ein Greis geachtet wurde, am großen See. mahāhradaṃ samāsādya kāśyapas tapasi sthitaḥ dīrghakālaṃ pariśrānta ṛṣir devarṣisaṃmataḥ
Nachdem er den großen See erreicht hatte, verharrte Kāśyapa in Buße, lange Zeit ermüdet, der von den Götterweisen geachtete Weise.
Wort für Wort mahāhradaṃ samāsādya kāśyapas tapasi sthitaḥ dīrghakālaṃ pariśrānta ṛṣir devarṣisaṃmataḥ Nachdem er den großen See erreicht hatte, verharrte Kāśyapa in Buße, lange Zeit ermüdet, der von den Götterweisen geachtete Weise. tasya retaḥ pracaskanda dṛṣṭvāpsarasam urvaśīm apsūpaspṛśato rājan mṛgī tac cāpibat tadā
Sein Same entfiel ihm, als er die Apsaras Urvaśī erblickte, während er das Wasser berührte, o König; und eine Hirschkuh trank ihn da.
Wort für Wort tasya retaḥ pracaskanda dṛṣṭvāpsarasam urvaśīm apsūpaspṛśato rājan mṛgī tac cāpibat tadā Sein Same entfiel ihm, als er die Apsaras Urvaśī erblickte, während er das Wasser berührte, o König; und eine Hirschkuh trank ihn da. saha toyena tṛṣitā sā garbhiṇy abhavan nṛpa amoghatvād vidheś caiva bhāvitvād daivanirmitāt
Zusammen mit dem Wasser, durstig, wurde sie schwanger, o König, wegen der Unfehlbarkeit der Fügung und wegen der göttlich bestimmten Vorherbestimmung.
Wort für Wort saha toyena tṛṣitā sā garbhiṇy abhavan nṛpa amoghatvād vidheś caiva bhāvitvād daivanirmitāt Zusammen mit dem Wasser, durstig, wurde sie schwanger, o König, wegen der Unfehlbarkeit der Fügung und wegen der göttlich bestimmten Vorherbestimmung. tasyāṃ mṛgyāṃ samabhavat tasya putro mahān ṛṣiḥ ṛśyaśṛṅgas taponityo vana eva vyavardhata
Von jener Hirschkuh wurde sein Sohn geboren, der große Weise Ṛśyaśṛṅga, beständig in Buße, und er wuchs eben im Wald heran.
Wort für Wort tasyāṃ mṛgyāṃ samabhavat tasya putro mahān ṛṣiḥ ṛśyaśṛṅgas taponityo vana eva vyavardhata Von jener Hirschkuh wurde sein Sohn geboren, der große Weise Ṛśyaśṛṅga, beständig in Buße, und er wuchs eben im Wald heran. tasyarśyaśṛṅgaṃ śirasi rājann āsīn mahātmanaḥ tenarśyaśṛṅga ity evaṃ tadā sa prathito 'bhavat
Er, der Hochgesinnte, trug ein Antilopenhorn auf dem Kopf, o König; deshalb wurde er da als 'Ṛśyaśṛṅga' (Antilopenhorn) bekannt.
Wort für Wort tasyarśyaśṛṅgaṃ śirasi rājann āsīn mahātmanaḥ tenarśyaśṛṅga ity evaṃ tadā sa prathito 'bhavat Er, der Hochgesinnte, trug ein Antilopenhorn auf dem Kopf, o König; deshalb wurde er da als 'Ṛśyaśṛṅga' (Antilopenhorn) bekannt. na tena dṛṣṭapūrvo 'nyaḥ pitur anyatra mānuṣaḥ tasmāt tasya mano nityaṃ brahmacarye 'bhavan nṛpa
Von ihm war zuvor kein anderer Mensch außer seinem Vater gesehen worden; deshalb war sein Sinn beständig auf Keuschheit gerichtet, o König.
Wort für Wort na tena dṛṣṭapūrvo 'nyaḥ pitur anyatra mānuṣaḥ tasmāt tasya mano nityaṃ brahmacarye 'bhavan nṛpa Von ihm war zuvor kein anderer Mensch außer seinem Vater gesehen worden; deshalb war sein Sinn beständig auf Keuschheit gerichtet, o König. etasminn eva kāle tu sakhā daśarathasya vai lomapāda iti khyāto aṅgānām īśvaro 'bhavat
Zu eben dieser Zeit aber gab es einen Freund des Daśaratha, als Lomapāda bekannt, den Herrscher der Aṅgas.
Wort für Wort etasminn eva kāle tu sakhā daśarathasya vai lomapāda iti khyāto aṅgānām īśvaro 'bhavat Zu eben dieser Zeit aber gab es einen Freund des Daśaratha, als Lomapāda bekannt, den Herrscher der Aṅgas. tena kāmaḥ kṛto mithyā brāhmaṇebhya iti śrutiḥ sa brāhmaṇaiḥ parityaktas tadā vai jagatīpatiḥ
Von ihm wurde, so lautet die Überlieferung, gegenüber den Brahmanen ein Versprechen gebrochen; da wurde jener Herrscher der Erde von den Brahmanen verlassen.
Wort für Wort tena kāmaḥ kṛto mithyā brāhmaṇebhya iti śrutiḥ sa brāhmaṇaiḥ parityaktas tadā vai jagatīpatiḥ Von ihm wurde, so lautet die Überlieferung, gegenüber den Brahmanen ein Versprechen gebrochen; da wurde jener Herrscher der Erde von den Brahmanen verlassen. [Anm.: 'tena kāmaḥ kṛto mithyā brāhmaṇebhyaḥ' bleibt kompakt/andeutend - gemeint ist wohl, dass Lomapāda ein den Brahmanen gegebenes Versprechen (oder eine ihnen gebührende Ehre) gebrochen hat, worauf sie sein Reich verließen.]
purohitāpacārāc ca tasya rājño yadṛcchayā na vavarṣa sahasrākṣas tato 'pīḍyanta vai prajāḥ
Und wegen der Verfehlung gegen seinen Hauspriester ließ der Tausendäugige jenem König gegenüber nach eigenem Willen keinen Regen fallen; da wurden die Untertanen bedrängt.
Wort für Wort purohitāpacārāc ca tasya rājño yadṛcchayā na vavarṣa sahasrākṣas tato 'pīḍyanta vai prajāḥ Und wegen der Verfehlung gegen seinen Hauspriester ließ der Tausendäugige jenem König gegenüber nach eigenem Willen keinen Regen fallen; da wurden die Untertanen bedrängt. sa brāhmaṇān paryapṛcchat tapoyuktān manīṣiṇaḥ pravarṣaṇe surendrasya samarthān pṛthivīpatiḥ
Der Herr der Erde befragte die mit Buße ausgestatteten, weisen Brahmanen, die fähig waren, den Herrn der Götter zum Regnen zu bewegen:
Wort für Wort sa brāhmaṇān paryapṛcchat tapoyuktān manīṣiṇaḥ pravarṣaṇe surendrasya samarthān pṛthivīpatiḥ Der Herr der Erde befragte die mit Buße ausgestatteten, weisen Brahmanen, die fähig waren, den Herrn der Götter zum Regnen zu bewegen: kathaṃ pravarṣet parjanya upāyaḥ paridṛśyatām tam ūcuś coditās tena svamatāni manīṣiṇaḥ
'Wie könnte Parjanya regnen lassen? Ein Mittel möge gefunden werden.' Von ihm dazu aufgefordert, äußerten die weisen Brahmanen ihre eigenen Ansichten.
Wort für Wort kathaṃ pravarṣet parjanya upāyaḥ paridṛśyatām tam ūcuś coditās tena svamatāni manīṣiṇaḥ 'Wie könnte Parjanya regnen lassen? Ein Mittel möge gefunden werden.' Von ihm dazu aufgefordert, äußerten die weisen Brahmanen ihre eigenen Ansichten. tatra tv eko munivaras taṃ rājānam uvāca ha kupitās tava rājendra brāhmaṇā niskṛtiṃ cara
Da aber sprach einer der besten Weisen zu jenem König: 'Erzürnt sind deine Brahmanen, o Herrscher der Könige; vollziehe eine Sühne.
Wort für Wort tatra tv eko munivaras taṃ rājānam uvāca ha kupitās tava rājendra brāhmaṇā niskṛtiṃ cara Da aber sprach einer der besten Weisen zu jenem König: 'Erzürnt sind deine Brahmanen, o Herrscher der Könige; vollziehe eine Sühne. ṛśyaśṛṅgaṃ munisutam ānayasva ca pārthiva vāneyam anabhijñaṃ ca nārīṇām ārjave ratam
Bringe den Sohn des Weisen, Ṛśyaśṛṅga, mittels eines Verfahrens her, o König - den Waldbewohner, der von Frauen nichts weiß, der Aufrichtigkeit ergeben ist.
Wort für Wort ṛśyaśṛṅgaṃ munisutam ānayasva ca pārthiva vāneyam anabhijñaṃ ca nārīṇām ārjave ratam Bringe den Sohn des Weisen, Ṛśyaśṛṅga, mittels eines Verfahrens her, o König - den Waldbewohner, der von Frauen nichts weiß, der Aufrichtigkeit ergeben ist. sa ced avatared rājan viṣayaṃ te mahātapāḥ sadyaḥ pravarṣet parjanya iti me nātra saṃśayaḥ
Wenn er, der große Büßer, in dein Reich herabsteigt, o König, wird sogleich Parjanya regnen - daran habe ich keinen Zweifel.'
Wort für Wort sa ced avatared rājan viṣayaṃ te mahātapāḥ sadyaḥ pravarṣet parjanya iti me nātra saṃśayaḥ Wenn er, der große Büßer, in dein Reich herabsteigt, o König, wird sogleich Parjanya regnen - daran habe ich keinen Zweifel.' etac chrutvā vaco rājan kṛtvā niskṛtim ātmanaḥ sa gatvā punar āgacchat prasanneṣu dvijātiṣu rājānam āgataṃ dṛṣṭvā pratisaṃjagṛhuḥ prajāḥ
Nachdem er dieses Wort gehört hatte, o König, vollzog er seine Sühne; er ging fort und kehrte wieder zurück, nachdem die Zweifachgeborenen besänftigt waren; als sie den zurückgekehrten König sahen, nahmen die Untertanen ihn wieder auf.
Wort für Wort etac chrutvā vaco rājan kṛtvā niskṛtim ātmanaḥ sa gatvā punar āgacchat prasanneṣu dvijātiṣu rājānam āgataṃ dṛṣṭvā pratisaṃjagṛhuḥ prajāḥ Nachdem er dieses Wort gehört hatte, o König, vollzog er seine Sühne; er ging fort und kehrte wieder zurück, nachdem die Zweifachgeborenen besänftigt waren; als sie den zurückgekehrten König sahen, nahmen die Untertanen ihn wieder auf. tato 'ṅgapatir āhūya sacivān mantrakovidān ṛśyaśṛṅgāgame yatnam akaron mantraniścaye
Da rief der Herr der Aṅgas seine im Ratschlagen kundigen Minister herbei und unternahm eine Anstrengung, in einer Beratung, wie man Ṛśyaśṛṅgas Ankunft erreichen könnte.
Wort für Wort tato 'ṅgapatir āhūya sacivān mantrakovidān ṛśyaśṛṅgāgame yatnam akaron mantraniścaye Da rief der Herr der Aṅgas seine im Ratschlagen kundigen Minister herbei und unternahm eine Anstrengung, in einer Beratung, wie man Ṛśyaśṛṅgas Ankunft erreichen könnte. so 'dhyagacchad upāyaṃ tu tair amātyaiḥ sahācyutaḥ śāstrajñair alam arthajñair nītyāṃ ca pariniṣṭhitaiḥ
Er, der Unwandelbare, fand mit jenen Ministern zusammen ein Mittel, die schriftkundig, überaus sachkundig und in der Staatskunst bewandert waren.
Wort für Wort so 'dhyagacchad upāyaṃ tu tair amātyaiḥ sahācyutaḥ śāstrajñair alam arthajñair nītyāṃ ca pariniṣṭhitaiḥ Er, der Unwandelbare, fand mit jenen Ministern zusammen ein Mittel, die schriftkundig, überaus sachkundig und in der Staatskunst bewandert waren. tata ānāyayām āsa vāramukhyā mahīpatiḥ veśyāḥ sarvatra niṣṇātās tā uvāca sa pārthivaḥ
Da ließ der Herr der Erde vornehme Kurtisanen herbeibringen, überall bewanderte Freudenmädchen; zu ihnen sprach jener König:
Wort für Wort tata ānāyayām āsa vāramukhyā mahīpatiḥ veśyāḥ sarvatra niṣṇātās tā uvāca sa pārthivaḥ Da ließ der Herr der Erde vornehme Kurtisanen herbeibringen, überall bewanderte Freudenmädchen; zu ihnen sprach jener König: ṛśyaśṛṅgam ṛṣeḥ putram ānayadhvam upāyataḥ lobhayitvābhiviśvāsya viṣayaṃ mama śobhanāḥ
'Bringt Ṛśyaśṛṅga, den Sohn des Weisen, mittels eines Mittels her, indem ihr ihn verlockt und sein Vertrauen gewinnt, in mein Reich, ihr Schönen.'
Wort für Wort ṛśyaśṛṅgam ṛṣeḥ putram ānayadhvam upāyataḥ lobhayitvābhiviśvāsya viṣayaṃ mama śobhanāḥ 'Bringt Ṛśyaśṛṅga, den Sohn des Weisen, mittels eines Mittels her, indem ihr ihn verlockt und sein Vertrauen gewinnt, in mein Reich, ihr Schönen.' tā rājabhayabhītāś ca śāpabhītāś ca yoṣitaḥ aśakyam ūcus tat kāryaṃ vivarṇā gatacetasaḥ
Sie, die Frauen, aus Furcht vor dem König und aus Furcht vor einem Fluch, erklärten jene Aufgabe für unmöglich, erbleicht und mutlos.
Wort für Wort tā rājabhayabhītāś ca śāpabhītāś ca yoṣitaḥ aśakyam ūcus tat kāryaṃ vivarṇā gatacetasaḥ Sie, die Frauen, aus Furcht vor dem König und aus Furcht vor einem Fluch, erklärten jene Aufgabe für unmöglich, erbleicht und mutlos. tatra tv ekā jaradyoṣā rājānam idam abravīt prayatiṣye mahārāja tam ānetuṃ tapodhanam
Da aber sprach eine alte Frau zu dem König dies: 'Ich werde mich bemühen, Großkönig, ihn herzubringen, den Schatz der Buße,
Wort für Wort tatra tv ekā jaradyoṣā rājānam idam abravīt prayatiṣye mahārāja tam ānetuṃ tapodhanam Da aber sprach eine alte Frau zu dem König dies: 'Ich werde mich bemühen, Großkönig, ihn herzubringen, den Schatz der Buße, abhipretāṃs tu me kāmān samanujñātum arhasi tataḥ śakṣye lobhayitum ṛśyaśṛṅgam ṛṣeḥ sutam
doch du sollst meinen gewünschten Wünschen zustimmen; dann werde ich imstande sein, Ṛśyaśṛṅga, den Sohn des Weisen, zu verlocken.'
Wort für Wort abhipretāṃs tu me kāmān samanujñātum arhasi tataḥ śakṣye lobhayitum ṛśyaśṛṅgam ṛṣeḥ sutam doch du sollst meinen gewünschten Wünschen zustimmen; dann werde ich imstande sein, Ṛśyaśṛṅga, den Sohn des Weisen, zu verlocken.' tasyāḥ sarvam abhiprāyam anvajānāt sa pārthivaḥ dhanaṃ ca pradadau bhūri ratnāni vividhāni ca
Jener König stimmte all ihrem Vorhaben zu und gab ihr reichlich Reichtum und mancherlei Juwelen.
Wort für Wort tasyāḥ sarvam abhiprāyam anvajānāt sa pārthivaḥ dhanaṃ ca pradadau bhūri ratnāni vividhāni ca Jener König stimmte all ihrem Vorhaben zu und gab ihr reichlich Reichtum und mancherlei Juwelen. tato rūpeṇa saṃpannā vayasā ca mahīpate striya ādāya kāś cit sā jagāma vanam añjasā
Da, mit Schönheit und dem rechten Alter ausgestattet, o Herrscher der Erde, nahm sie einige Frauen mit sich und ging geradewegs in den Wald.
Wort für Wort tato rūpeṇa saṃpannā vayasā ca mahīpate striya ādāya kāś cit sā jagāma vanam añjasā Da, mit Schönheit und dem rechten Alter ausgestattet, o Herrscher der Erde, nahm sie einige Frauen mit sich und ging geradewegs in den Wald.
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