Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 212: Agnervāraṇapraveśaḥ Agnis Flucht ins Meer und der Abschluss der Feuer-Genealogie

Mārkaṇḍeya schließt den langen Feuer-Katalog (Kap. 207-212) ab. Nach weiteren, durch Volksetymologie erklärten Feuergestalten (Gṛhapati, Bhūpati/Bhuvabhartṛ u.a.) erzählt er die berühmte Episode von Agnis Verschwinden: aus Furcht (bzw. Erschöpfung von seiner Opferlast) taucht Agni ins Meer, entsendet Atharvan als Vertreter, wird von verräterischen Fischen aufgespürt (die er daraufhin zur vielfältigen Speise der Menschen verflucht), gibt schließlich seinen Körper auf, wobei aus dessen Teilen Metalle und Edelsteine entstehen (Zeder, Bergkristall, Smaragd, Eisen, Glimmer, Koralle u.a.), wird durch die Askese Bhṛgus und Aṅgiras' neu erweckt, verschwindet ein zweites Mal aus Furcht vor den Sehern, und wird schließlich von Atharvan endgültig aus dem Meer geholt. Es folgen eine Liste der als ‚Mütter der Feuerstätten‘ geltenden Flüsse Nordindiens sowie ein kurzer Verweis auf die Nachkommen des Atri. Das Kapitel endet mit der zusammenfassenden Lehre, dass alle diese zahllosen Feuer letztlich eine einzige, ungeteilte Gottheit sind – der erste Aṅgiras, vielfach hervorgetreten wie die vielen Riten eines einzigen großen Opfers. Mehrere Verse (v.1, v.7, v.8, v.21, v.26) enthalten sprachlich verdichtete oder unsicher überlieferte Stellen, die einzeln gekennzeichnet sind.

mārkaṇḍeya uvāca āpasya muditā bhāryā sahasya paramā priyā bhūpatir bhuvabhartā ca janayat pāvakaṃ param

Mārkaṇḍeya sprach: „Muditā, die Gattin des Āpa und zugleich die höchst geliebte des Sahas, gebar Bhūpati und Bhuvabhartṛ, ein überragendes Feuer.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca āpasya muditā bhāryā sahasya paramā priyā bhūpatir bhuvabhartā ca janayat pāvakaṃ param
Mārkaṇḍeya sprach: „Muditā, die Gattin des Āpa und zugleich die höchst geliebte des Sahas, gebar Bhūpati und Bhuvabhartṛ, ein überragendes Feuer.

Das genaue Verhältnis der Muditā zu Āpa und Sahas (zwei Gatten? zwei Namen desselben Wesens?) bleibt im knappen Vers unausgeführt.

bhūtānāṃ cāpi sarveṣāṃ yaṃ prāhuḥ pāvakaṃ patim ātmā bhuvanabharteti sānvayeṣu dvijātiṣu

Und das Feuer, das man den Herrn aller Wesen nennt, wird bei den Zweifachgeborenen mit ihren Geschlechtern als ‚die Seele, der Welten-Erhalter‘ bezeichnet.

Wort für Wort
bhūtānāṃ cāpi sarveṣāṃ yaṃ prāhuḥ pāvakaṃ patim ātmā bhuvanabharteti sānvayeṣu dvijātiṣu
Und das Feuer, das man den Herrn aller Wesen nennt, wird bei den Zweifachgeborenen mit ihren Geschlechtern als ‚die Seele, der Welten-Erhalter‘ bezeichnet.

mahatāṃ caiva bhūtānāṃ sarveṣām iha yaḥ patiḥ bhagavān sa mahātejā nityaṃ carati pāvakaḥ

Und das Feuer, das der Herr aller großen Wesen hier ist, jener erhabene, überaus glutvolle, wandelt beständig umher.

Wort für Wort
mahatāṃ caiva bhūtānāṃ sarveṣām iha yaḥ patiḥ bhagavān sa mahātejā nityaṃ carati pāvakaḥ
Und das Feuer, das der Herr aller großen Wesen hier ist, jener erhabene, überaus glutvolle, wandelt beständig umher.

agnir gṛhapatir nāma nityaṃ yajñeṣu pūjyate hutaṃ vahati yo havyam asya lokasya pāvakaḥ

Das Feuer namens Gṛhapati, der Hausherr, wird beständig bei den Opfern verehrt; es trägt die dargebrachte Opfergabe dieser Welt.

Wort für Wort
agnir gṛhapatir nāma nityaṃ yajñeṣu pūjyate hutaṃ vahati yo havyam asya lokasya pāvakaḥ
Das Feuer namens Gṛhapati, der Hausherr, wird beständig bei den Opfern verehrt; es trägt die dargebrachte Opfergabe dieser Welt.

apāṃ garbho mahābhāgaḥ sahaputro mahādbhutaḥ bhūpatir bhuvabhartā ca mahataḥ patir ucyate

Der hochbeglückte Keim der Wasser, der überaus wunderbare Sohn des Sahas, wird Bhūpati und Bhuvabhartṛ genannt, der Herr des Großen (Mahat).

Wort für Wort
apāṃ garbho mahābhāgaḥ sahaputro mahādbhutaḥ bhūpatir bhuvabhartā ca mahataḥ patir ucyate
Der hochbeglückte Keim der Wasser, der überaus wunderbare Sohn des Sahas, wird Bhūpati und Bhuvabhartṛ genannt, der Herr des Großen (Mahat).

dahan mṛtāni bhūtāni tasyāgnir bharato 'bhavat agniṣṭome ca niyataḥ kratuśreṣṭho bharasya tu

Die toten Wesen verbrennend, wurde sein Feuer zu Bharata; und im Agniṣṭoma, dem besten der Opferriten, ist Bharata fest verankert.

Wort für Wort
dahan mṛtāni bhūtāni tasyāgnir bharato 'bhavat agniṣṭome ca niyataḥ kratuśreṣṭho bharasya tu
Die toten Wesen verbrennend, wurde sein Feuer zu Bharata; und im Agniṣṭoma, dem besten der Opferriten, ist Bharata fest verankert.

āyāntaṃ niyataṃ dṛṣṭvā praviveśārṇavaṃ bhayāt devās taṃ nādhigacchanti mārgamāṇā yathādiśam

Da er sah, dass er unweigerlich gefunden werden würde, tauchte er aus Furcht in das Meer; die Götter, die ihn allenthalben suchten, konnten ihn nicht finden.

Wort für Wort
āyāntaṃ niyataṃ dṛṣṭvā praviveśārṇavaṃ bhayāt devās taṃ nādhigacchanti mārgamāṇā yathādiśam
Da er sah, dass er unweigerlich gefunden werden würde, tauchte er aus Furcht in das Meer; die Götter, die ihn allenthalben suchten, konnten ihn nicht finden.

Was genau Agni hier ‚unweigerlich kommen‘ sieht (eine Bedrohung, seine Pflicht, die Suche der Götter), lässt der knappe Sanskrittext offen.

dṛṣṭvā tv agnir atharvāṇaṃ tato vacanam abravīt devānāṃ vaha havyaṃ tvam ahaṃ vīra sudurbalaḥ atharvan gaccha madhvakṣaṃ priyam etat kuruṣva me

Als aber Agni den Atharvan erblickte, sprach er darauf die Worte: ‚Trage du die Opfergabe der Götter, denn ich, o Held, bin gänzlich erschöpft. Geh, Atharvan, nach Madhvakṣa [?] – tu mir diesen Gefallen!‘

Wort für Wort
dṛṣṭvā tv agnir atharvāṇaṃ tato vacanam abravīt devānāṃ vaha havyaṃ tvam ahaṃ vīra sudurbalaḥ atharvan gaccha madhvakṣaṃ priyam etat kuruṣva me
Als aber Agni den Atharvan erblickte, sprach er darauf die Worte: ‚Trage du die Opfergabe der Götter, denn ich, o Held, bin gänzlich erschöpft. Geh, Atharvan, nach Madhvakṣa [?] – tu mir diesen Gefallen!‘

‚Madhvakṣa‘ ist unklar überliefert; es könnte ein Ortsname oder eine verderbte Lesart sein. Die Übersetzung übernimmt die Form unverändert und kennzeichnet die Unsicherheit.

preṣya cāgnir atharvāṇam anyaṃ deśaṃ tato 'gamat matsyās tasya samācakhyuḥ kruddhas tān agnir abravīt

Und nachdem Agni den Atharvan so entsandt hatte, begab er sich in ein anderes Land; die Fische aber verrieten ihn; zornig sprach Agni zu ihnen:

Wort für Wort
preṣya cāgnir atharvāṇam anyaṃ deśaṃ tato 'gamat matsyās tasya samācakhyuḥ kruddhas tān agnir abravīt
Und nachdem Agni den Atharvan so entsandt hatte, begab er sich in ein anderes Land; die Fische aber verrieten ihn; zornig sprach Agni zu ihnen:

bhakṣyā vai vividhair bhāvair bhaviṣyatha śarīriṇām atharvāṇaṃ tathā cāpi havyavāho 'bravīd vacaḥ

‚Auf mannigfaltige Weise sollt ihr zur Speise der verkörperten Wesen werden!‘ Und ebenso sprach der Opferträger auch zu Atharvan die Worte:

Wort für Wort
bhakṣyā vai vividhair bhāvair bhaviṣyatha śarīriṇām atharvāṇaṃ tathā cāpi havyavāho 'bravīd vacaḥ
‚Auf mannigfaltige Weise sollt ihr zur Speise der verkörperten Wesen werden!‘ Und ebenso sprach der Opferträger auch zu Atharvan die Worte:

anunīyamāno 'pi bhṛśaṃ devavākyād dhi tena saḥ naicchad voḍhuṃ haviḥ sarvaṃ śarīraṃ ca samatyajat

Obwohl er von diesem, gemäß dem Wort der Götter, heftig gebeten wurde, wollte Agni die gesamte Opfergabe nicht mehr tragen und gab seinen Körper gänzlich auf.

Wort für Wort
anunīyamāno 'pi bhṛśaṃ devavākyād dhi tena saḥ naicchad voḍhuṃ haviḥ sarvaṃ śarīraṃ ca samatyajat
Obwohl er von diesem, gemäß dem Wort der Götter, heftig gebeten wurde, wollte Agni die gesamte Opfergabe nicht mehr tragen und gab seinen Körper gänzlich auf.

sa tac charīraṃ saṃtyajya praviveśa dharāṃ tadā bhūmiṃ spṛṣṭvāsṛjad dhātūn pṛthak pṛthag atīva hi

Nachdem er jenen Körper aufgegeben hatte, ging er da in die Erde ein; die Erde berührend, erschuf er die Elemente, ein jedes für sich, in großer Fülle.

Wort für Wort
sa tac charīraṃ saṃtyajya praviveśa dharāṃ tadā bhūmiṃ spṛṣṭvāsṛjad dhātūn pṛthak pṛthag atīva hi
Nachdem er jenen Körper aufgegeben hatte, ging er da in die Erde ein; die Erde berührend, erschuf er die Elemente, ein jedes für sich, in großer Fülle.

āsyāt sugandhi tejaś ca asthibhyo devadāru ca śleṣmaṇaḥ sphaṭikaṃ tasya pittān marakataṃ tathā

Aus seinem Mund entstand wohlriechender Glanz, aus seinen Knochen die Zeder; aus seinem Schleim der Bergkristall, aus seiner Galle der Smaragd.

Wort für Wort
āsyāt sugandhi tejaś ca asthibhyo devadāru ca śleṣmaṇaḥ sphaṭikaṃ tasya pittān marakataṃ tathā
Aus seinem Mund entstand wohlriechender Glanz, aus seinen Knochen die Zeder; aus seinem Schleim der Bergkristall, aus seiner Galle der Smaragd.

yakṛt kṛṣṇāyasaṃ tasya tribhir eva babhuḥ prajāḥ nakhās tasyābhrapaṭalaṃ śirājālāni vidrumam śarīrād vividhāś cānye dhātavo 'syābhavan nṛpa

Aus seiner Leber entstand das schwarze Eisen; durch diese drei Stoffe entstanden gewisse Geschöpfe; aus seinen Nägeln die Wolkenschicht, aus seinen Adergeflechten die Koralle; aus seinem Körper entstanden noch andere, mannigfaltige Elemente, o König.

Wort für Wort
yakṛt kṛṣṇāyasaṃ tasya tribhir eva babhuḥ prajāḥ nakhās tasyābhrapaṭalaṃ śirājālāni vidrumam śarīrād vividhāś cānye dhātavo 'syābhavan nṛpa
Aus seiner Leber entstand das schwarze Eisen; durch diese drei Stoffe entstanden gewisse Geschöpfe; aus seinen Nägeln die Wolkenschicht, aus seinen Adergeflechten die Koralle; aus seinem Körper entstanden noch andere, mannigfaltige Elemente, o König.

evaṃ tyaktvā śarīraṃ tu parame tapasi sthitaḥ bhṛgvaṅgirādibhir bhūyas tapasotthāpitas tadā

Nachdem er so seinen Körper aufgegeben hatte, verharrte er in höchster Askese; da wurde er von Bhṛgu, Aṅgiras und anderen durch ihre Askese wieder emporgehoben.

Wort für Wort
evaṃ tyaktvā śarīraṃ tu parame tapasi sthitaḥ bhṛgvaṅgirādibhir bhūyas tapasotthāpitas tadā
Nachdem er so seinen Körper aufgegeben hatte, verharrte er in höchster Askese; da wurde er von Bhṛgu, Aṅgiras und anderen durch ihre Askese wieder emporgehoben.

bhṛśaṃ jajvāla tejasvī tapasāpyāyitaḥ śikhī dṛṣṭvā ṛṣīn bhayāc cāpi praviveśa mahārṇavam

Heftig loderte der Glutvolle, der Flammengekrönte, durch die Askese gestärkt auf; doch als er die Seher erblickte, tauchte er aus Furcht wieder in das große Meer.

Wort für Wort
bhṛśaṃ jajvāla tejasvī tapasāpyāyitaḥ śikhī dṛṣṭvā ṛṣīn bhayāc cāpi praviveśa mahārṇavam
Heftig loderte der Glutvolle, der Flammengekrönte, durch die Askese gestärkt auf; doch als er die Seher erblickte, tauchte er aus Furcht wieder in das große Meer.

tasmin naṣṭe jagad bhītam atharvāṇam athāśritam arcayām āsur evainam atharvāṇaṃ surarṣayaḥ

Als er so wieder verschwunden war, wandte sich die erschrockene Welt an Atharvan als Zuflucht; die Götter-Seher verehrten eben diesen Atharvan.

Wort für Wort
tasmin naṣṭe jagad bhītam atharvāṇam athāśritam arcayām āsur evainam atharvāṇaṃ surarṣayaḥ
Als er so wieder verschwunden war, wandte sich die erschrockene Welt an Atharvan als Zuflucht; die Götter-Seher verehrten eben diesen Atharvan.

atharvā tv asṛjal lokān ātmanālokya pāvakam miṣatāṃ sarvabhūtānām unmamātha mahārṇavam

Atharvan aber, nachdem er selbst das Feuer erblickt hatte, ließ die Welten [wieder] entstehen; vor den Augen aller Wesen durchwühlte er das große Meer.

Wort für Wort
atharvā tv asṛjal lokān ātmanālokya pāvakam miṣatāṃ sarvabhūtānām unmamātha mahārṇavam
Atharvan aber, nachdem er selbst das Feuer erblickt hatte, ließ die Welten [wieder] entstehen; vor den Augen aller Wesen durchwühlte er das große Meer.

evam agnir bhagavatā naṣṭaḥ pūrvam atharvaṇā āhūtaḥ sarvabhūtānāṃ havyaṃ vahati sarvadā

So wurde Agni, der zuvor verschwunden war, vom erhabenen Atharvan herbeigerufen; seither trägt er allezeit die Opfergabe aller Wesen.

Wort für Wort
evam agnir bhagavatā naṣṭaḥ pūrvam atharvaṇā āhūtaḥ sarvabhūtānāṃ havyaṃ vahati sarvadā
So wurde Agni, der zuvor verschwunden war, vom erhabenen Atharvan herbeigerufen; seither trägt er allezeit die Opfergabe aller Wesen.

evaṃ tv ajanayad dhiṣṇyān vedoktān vibudhān bahūn vicaran vividhān deśān bhramamāṇas tu tatra vai

So zeugte er, in mannigfaltigen Ländern umherziehend und wandernd, die im Veda genannten zahlreichen Feuerstätten (Dhiṣṇyas) der Weisen.

Wort für Wort
evaṃ tv ajanayad dhiṣṇyān vedoktān vibudhān bahūn vicaran vividhān deśān bhramamāṇas tu tatra vai
So zeugte er, in mannigfaltigen Ländern umherziehend und wandernd, die im Veda genannten zahlreichen Feuerstätten (Dhiṣṇyas) der Weisen.

sindhuvarjaṃ pañca nadyo devikātha sarasvatī gaṅgā ca śatakumbhā ca śarayūr gaṇḍasāhvayā

Außer dem Sindhu die fünf Ströme, dazu Devikā, Sarasvatī, Gaṅgā, Śatakumbhā, Sarayū und Gaṇḍasāhvayā [Gaṇḍakī],

Wort für Wort
sindhuvarjaṃ pañca nadyo devikātha sarasvatī gaṅgā ca śatakumbhā ca śarayūr gaṇḍasāhvayā
Außer dem Sindhu die fünf Ströme, dazu Devikā, Sarasvatī, Gaṅgā, Śatakumbhā, Sarayū und Gaṇḍasāhvayā [Gaṇḍakī],

Die Zahl ‚fünf Ströme‘ deckt sich nicht genau mit der Anzahl der anschließend aufgezählten Namen; vermutlich bezeichnet sie die klassischen fünf Ströme des Pañjab als eigene Gruppe, der die folgende, weit längere Flussliste angefügt wird.

carmaṇvatī mahī caiva medhyā medhātithis tathā tāmrāvatī vetravatī nadyas tisro 'tha kauśikī

Carmaṇvatī und Mahī, ebenso Medhyā und Medhātithi, und drei Flüsse: Tāmrāvatī, Vetravatī und Kauśikī,

Wort für Wort
carmaṇvatī mahī caiva medhyā medhātithis tathā tāmrāvatī vetravatī nadyas tisro 'tha kauśikī
Carmaṇvatī und Mahī, ebenso Medhyā und Medhātithi, und drei Flüsse: Tāmrāvatī, Vetravatī und Kauśikī,

tamasā narmadā caiva nadī godāvarī tathā veṇṇā praveṇī bhīmā ca medrathā caiva bhārata

Tamasā und Narmadā, sowie der Fluss Godāvarī, Veṇṇā, Praveṇī und Bhīmā, und auch Medrathā, o Bhārata,

Wort für Wort
tamasā narmadā caiva nadī godāvarī tathā veṇṇā praveṇī bhīmā ca medrathā caiva bhārata
Tamasā und Narmadā, sowie der Fluss Godāvarī, Veṇṇā, Praveṇī und Bhīmā, und auch Medrathā, o Bhārata,

bhāratī suprayogā ca kāverī murmurā tathā kṛṣṇā ca kṛṣṇaveṇṇā ca kapilā śoṇa eva ca etā nadyas tu dhiṣṇyānāṃ mātaro yāḥ prakīrtitāḥ

Bhāratī und Suprayogā, Kāverī und Murmurā, Kṛṣṇā und Kṛṣṇaveṇṇā, Kapilā und auch Śoṇa – dies sind die Flüsse, die als Mütter der Feuerstätten gepriesen werden.

Wort für Wort
bhāratī suprayogā ca kāverī murmurā tathā kṛṣṇā ca kṛṣṇaveṇṇā ca kapilā śoṇa eva ca etā nadyas tu dhiṣṇyānāṃ mātaro yāḥ prakīrtitāḥ
Bhāratī und Suprayogā, Kāverī und Murmurā, Kṛṣṇā und Kṛṣṇaveṇṇā, Kapilā und auch Śoṇa – dies sind die Flüsse, die als Mütter der Feuerstätten gepriesen werden.

adbhutasya priyā bhāryā tasyāḥ putro viḍūrathaḥ yāvantaḥ pāvakāḥ proktāḥ somās tāvanta eva ca

Des Adbhuta geliebte Gattin – ihr Sohn ist Viḍūratha; so viele Feuer genannt wurden, ebenso viele Somas gibt es.

Wort für Wort
adbhutasya priyā bhāryā tasyāḥ putro viḍūrathaḥ yāvantaḥ pāvakāḥ proktāḥ somās tāvanta eva ca
Des Adbhuta geliebte Gattin – ihr Sohn ist Viḍūratha; so viele Feuer genannt wurden, ebenso viele Somas gibt es.

atreś cāpy anvaye jātā brahmaṇo mānasāḥ prajāḥ atriḥ putrān sraṣṭukāmas tān evātmany adhārayat tasya tad brahmaṇaḥ kāyān nirharanti hutāśanāḥ

Und auch in der Linie des Atri wurden geistgeborene Nachkommen Brahmās geboren; Atri, der Söhne erschaffen wollte, hielt eben diese in sich selbst; aus jenem Leib des Brahman bringen die Feuer sie hervor.

Wort für Wort
atreś cāpy anvaye jātā brahmaṇo mānasāḥ prajāḥ atriḥ putrān sraṣṭukāmas tān evātmany adhārayat tasya tad brahmaṇaḥ kāyān nirharanti hutāśanāḥ
Und auch in der Linie des Atri wurden geistgeborene Nachkommen Brahmās geboren; Atri, der Söhne erschaffen wollte, hielt eben diese in sich selbst; aus jenem Leib des Brahman bringen die Feuer sie hervor.

Die genaue Vorstellung hinter ‚aus jenem Leib des Brahman bringen die Feuer sie hervor‘ bleibt im knappen Sanskrittext unausgeführt.

evam ete mahātmānaḥ kīrtitās te 'gnayo mayā aprameyā yathotpannāḥ śrīmantas timirāpahāḥ

So sind diese hochherzigen Feuer von mir genannt worden, unermesslich, wie sie entstanden, glanzvoll, die Finsternis vertreibend.

Wort für Wort
evam ete mahātmānaḥ kīrtitās te 'gnayo mayā aprameyā yathotpannāḥ śrīmantas timirāpahāḥ
So sind diese hochherzigen Feuer von mir genannt worden, unermesslich, wie sie entstanden, glanzvoll, die Finsternis vertreibend.

adbhutasya tu māhātmyaṃ yathā vedeṣu kīrtitam tādṛśaṃ viddhi sarveṣām eko hy eṣa hutāśanaḥ

Die Erhabenheit des Adbhuta aber, wie sie in den Veden gepriesen wird – wisse, dass ebenso auch die aller übrigen [Feuer ist]; denn dieser eine ist der wahre Opferverzehrer.

Wort für Wort
adbhutasya tu māhātmyaṃ yathā vedeṣu kīrtitam tādṛśaṃ viddhi sarveṣām eko hy eṣa hutāśanaḥ
Die Erhabenheit des Adbhuta aber, wie sie in den Veden gepriesen wird – wisse, dass ebenso auch die aller übrigen [Feuer ist]; denn dieser eine ist der wahre Opferverzehrer.

eka evaiṣa bhagavān vijñeyaḥ prathamo 'ṅgirāḥ bahudhā niḥsṛtaḥ kāyāj jyotiṣṭomaḥ kratur yathā

Als ein Einziger ist dieser erhabene, erste Aṅgiras zu erkennen; vielfach ist er aus seinem Leib hervorgegangen, wie das Jyotiṣṭoma-Opfer vielfältige Riten in sich vereint.

Wort für Wort
eka evaiṣa bhagavān vijñeyaḥ prathamo 'ṅgirāḥ bahudhā niḥsṛtaḥ kāyāj jyotiṣṭomaḥ kratur yathā
Als ein Einziger ist dieser erhabene, erste Aṅgiras zu erkennen; vielfach ist er aus seinem Leib hervorgegangen, wie das Jyotiṣṭoma-Opfer vielfältige Riten in sich vereint.

ity eṣa vaṃśaḥ sumahān agnīnāṃ kīrtito mayā pāvito vividhair mantrair havyaṃ vahati dehinām

So ist diese überaus große Abstammungslinie der Feuer von mir verkündet worden; gereinigt durch mannigfaltige Mantras, trägt sie die Opfergabe der verkörperten Wesen.“

Wort für Wort
ity eṣa vaṃśaḥ sumahān agnīnāṃ kīrtito mayā pāvito vividhair mantrair havyaṃ vahati dehinām
So ist diese überaus große Abstammungslinie der Feuer von mir verkündet worden; gereinigt durch mannigfaltige Mantras, trägt sie die Opfergabe der verkörperten Wesen.“

Dieses Kapitel in der Leseansicht