Kapitel 98: Vṛtravadhopākhyānam - Dadhīcasya Vajradānam
Die Erzählung von Vṛtras Tötung: Dadhīcas Knochengabe
Auf Yudhiṣṭhiras erneute Bitte um mehr von Agastya beginnt Lomaśa (Rede offen) eine Erzählung, die zunächst von den furchtbaren Kāleya-Dānavas und ihrem Anführer Vṛtra handelt, welche die Götter bedrängten. Brahmā weist die Götter an, den Weisen Dadhīca um seine Knochen zu bitten, aus denen der Schmied Tvaṣṭṛ den todbringenden Vajra für Indra fertigen soll. Dadhīca gibt freiwillig sein Leben und seine Knochen zum Wohl der drei Welten; Tvaṣṭṛ schmiedet daraus den furchtbaren Vajra und übergibt ihn Indra zur Vernichtung Vṛtras.
Yudhiṣṭhira sprach: „Noch mehr wünsche ich, die ausführliche Erzählung der Taten jenes weisen großen Weisen Agastya zu hören, o Bester der Zweifachgeborenen.“
Yudhiṣṭhira sprach: „Noch mehr wünsche ich, die ausführliche Erzählung der Taten jenes weisen großen Weisen Agastya zu hören, o Bester der Zweifachgeborenen.“
Lomaśa sprach: „Höre, o König, eine göttliche, wunderbare, übermenschliche Erzählung, o Großkönig, von der Macht des Agastya, dessen Wesen unermesslich ist.
Lomaśa sprach: „Höre, o König, eine göttliche, wunderbare, übermenschliche Erzählung, o Großkönig, von der Macht des Agastya, dessen Wesen unermesslich ist.
[Anm.: Die folgende Erzählung handelt zunächst nicht direkt von Agastya, sondern von Dadhīca und dem Ursprung von Indras Vajra; der Zusammenhang mit Agastya erschließt sich möglicherweise erst später oder ist assoziativ überliefert.
sa vācyaḥ sahitaiḥ sarvair bhavadbhir jayakāṅkṣibhiḥ svāny asthīni prayaccheti trailokyasya hitāya vai sa śarīraṃ samutsṛjya svāny asthīni pradāsyati
Zu ihm sollt ihr, alle vereint, ihr, die ihr den Sieg begehrt, sprechen: 'Gib uns deine eigenen Knochen!' Zum Wohl der drei Welten wird er, seinen Körper aufgebend, seine eigenen Knochen geben.
Wort für Wort
sa vācyaḥ sahitaiḥ sarvair bhavadbhir jayakāṅkṣibhiḥ svāny asthīni prayaccheti trailokyasya hitāya vai sa śarīraṃ samutsṛjya svāny asthīni pradāsyati
Zu ihm sollt ihr, alle vereint, ihr, die ihr den Sieg begehrt, sprechen: 'Gib uns deine eigenen Knochen!' Zum Wohl der drei Welten wird er, seinen Körper aufgebend, seine eigenen Knochen geben.
sarasvatyāḥ pare pāre nānādrumalatāvṛtam ṣaṭpadodgītaninadair vighuṣṭaṃ sāmagair iva puṃskokilaravonmiśraṃ jīvaṃjīvakanāditam
die am fernen Ufer der Sarasvatī lag, von mancherlei Bäumen und Ranken umhüllt, vom Summen der Bienen widerhallend wie von Sāma-Sängern, vermischt mit dem Ruf der männlichen Kokila-Vögel, vom Ruf der Jīvaṃjīvaka-Vögel erfüllt,
Wort für Wort
sarasvatyāḥ pare pāre nānādrumalatāvṛtam ṣaṭpadodgītaninadair vighuṣṭaṃ sāmagair iva puṃskokilaravonmiśraṃ jīvaṃjīvakanāditam
die am fernen Ufer der Sarasvatī lag, von mancherlei Bäumen und Ranken umhüllt, vom Summen der Bienen widerhallend wie von Sāma-Sängern, vermischt mit dem Ruf der männlichen Kokila-Vögel, vom Ruf der Jīvaṃjīvaka-Vögel erfüllt,
tato dadhīcaḥ paramapratītaḥ; surottamāṃs tān idam abhyuvāca karomi yad vo hitam adya devāḥ; svaṃ cāpi dehaṃ tv aham utsṛjāmi
Da sprach Dadhīca, höchst erfreut, zu jenen besten der Götter dieses Wort: 'Ich werde tun, was euch heute frommt, ihr Götter; auch meinen eigenen Leib gebe ich auf.'
Wort für Wort
tato dadhīcaḥ paramapratītaḥ; surottamāṃs tān idam abhyuvāca karomi yad vo hitam adya devāḥ; svaṃ cāpi dehaṃ tv aham utsṛjāmi
Da sprach Dadhīca, höchst erfreut, zu jenen besten der Götter dieses Wort: 'Ich werde tun, was euch heute frommt, ihr Götter; auch meinen eigenen Leib gebe ich auf.'
sa evam uktvā dvipadāṃ variṣṭhaḥ; prāṇān vaśī svān sahasotsasarja tataḥ surās te jagṛhuḥ parāsor; asthīni tasyātha yathopadeśam
Nachdem er so gesprochen hatte, der Beste der Zweifüßler, gab er, der Selbstbeherrschte, sogleich seine eigenen Lebensgeister auf; da nahmen jene Götter, gemäß der Unterweisung, die Knochen des Verstorbenen.
Wort für Wort
sa evam uktvā dvipadāṃ variṣṭhaḥ; prāṇān vaśī svān sahasotsasarja tataḥ surās te jagṛhuḥ parāsor; asthīni tasyātha yathopadeśam
Nachdem er so gesprochen hatte, der Beste der Zweifüßler, gab er, der Selbstbeherrschte, sogleich seine eigenen Lebensgeister auf; da nahmen jene Götter, gemäß der Unterweisung, die Knochen des Verstorbenen.
prahṛṣṭarūpāś ca jayāya devās; tvaṣṭāram āgamya tam artham ūcuḥ tvaṣṭā tu teṣāṃ vacanaṃ niśamya; prahṛṣṭarūpaḥ prayataḥ prayatnāt
Und die Götter, voller Freude, gingen um des Sieges willen zu Tvaṣṭṛ und trugen ihm die Angelegenheit vor; Tvaṣṭṛ aber, nachdem er ihr Wort vernommen hatte, machte sich, voller Freude, geläutert, mit größter Anstrengung ans Werk,
Wort für Wort
prahṛṣṭarūpāś ca jayāya devās; tvaṣṭāram āgamya tam artham ūcuḥ tvaṣṭā tu teṣāṃ vacanaṃ niśamya; prahṛṣṭarūpaḥ prayataḥ prayatnāt
Und die Götter, voller Freude, gingen um des Sieges willen zu Tvaṣṭṛ und trugen ihm die Angelegenheit vor; Tvaṣṭṛ aber, nachdem er ihr Wort vernommen hatte, machte sich, voller Freude, geläutert, mit größter Anstrengung ans Werk,
cakāra vajraṃ bhṛśam ugrarūpaṃ; kṛtvā ca śakraṃ sa uvāca hṛṣṭaḥ anena vajrapravareṇa deva; bhasmīkuruṣvādya surārim ugram
und fertigte den Vajra, von überaus furchtbarer Gestalt; und nachdem er ihn gefertigt hatte, sprach er, erfreut, zu Śakra: 'Mit diesem vortrefflichen Vajra, o Gott, verbrenne heute zu Asche den furchtbaren Feind der Götter.
Wort für Wort
cakāra vajraṃ bhṛśam ugrarūpaṃ; kṛtvā ca śakraṃ sa uvāca hṛṣṭaḥ anena vajrapravareṇa deva; bhasmīkuruṣvādya surārim ugram
und fertigte den Vajra, von überaus furchtbarer Gestalt; und nachdem er ihn gefertigt hatte, sprach er, erfreut, zu Śakra: 'Mit diesem vortrefflichen Vajra, o Gott, verbrenne heute zu Asche den furchtbaren Feind der Götter.
tato hatāriḥ sagaṇaḥ sukhaṃ vai; praśādhi kṛtsnaṃ tridivaṃ diviṣṭhaḥ tvaṣṭrā tathoktaḥ sa puraṃdaras tu; vajraṃ prahṛṣṭaḥ prayato 'bhyagṛhṇāt
Dann, nachdem du den Feind getötet hast, herrsche glücklich, mitsamt deinem Gefolge, über den ganzen Himmel, im Himmel weilend.' So von Tvaṣṭṛ angesprochen, ergriff jener Puraṃdara, erfreut und geläutert, den Vajra.
Wort für Wort
tato hatāriḥ sagaṇaḥ sukhaṃ vai; praśādhi kṛtsnaṃ tridivaṃ diviṣṭhaḥ tvaṣṭrā tathoktaḥ sa puraṃdaras tu; vajraṃ prahṛṣṭaḥ prayato 'bhyagṛhṇāt
Dann, nachdem du den Feind getötet hast, herrsche glücklich, mitsamt deinem Gefolge, über den ganzen Himmel, im Himmel weilend.' So von Tvaṣṭṛ angesprochen, ergriff jener Puraṃdara, erfreut und geläutert, den Vajra.