Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 71: Damayantyāḥ Saṃśayaḥ Damayantīs Zweifel

Ṛtuparṇa trifft mit dröhnendem Wagen in Vidarbha ein - Damayantī, die Tiere und selbst Nalas eigene Rosse erkennen im Klang den unverwechselbaren Wagenlenker Nala wieder. Doch als sie zum Palasthof eilt, findet sie nur Ṛtuparṇa, Vārṣṇeya und den missgestalteten Bāhuka; von einer Svayaṃvara, die es ja nie gegeben hat, weiß niemand etwas, und Bhīma wie Ṛtuparṇa rätseln ratlos über den wahren Grund des Besuchs. Verwirrt erwägt Damayantī, ob Vārṣṇeya die Wagenlenkkunst erlernt habe oder gar Ṛtuparṇa selbst Nala gleiche, und sendet eine Botin aus, um der Sache auf den Grund zu gehen.

bṛhadaśva uvāca tato vidarbhān saṃprāptaṃ sāyāhne satyavikramam ṛtuparṇaṃ janā rājñe bhīmāya pratyavedayan

Bṛhadaśva sprach: Da meldeten die Leute dem König Bhīma, dass Ṛtuparṇa, der von wahrhafter Tatkraft, am Abend in Vidarbha angekommen sei.

Wort für Wort
bṛhadaśva uvāca tato vidarbhān saṃprāptaṃ sāyāhne satyavikramam ṛtuparṇaṃ janā rājñe bhīmāya pratyavedayan
Bṛhadaśva sprach: Da meldeten die Leute dem König Bhīma, dass Ṛtuparṇa, der von wahrhafter Tatkraft, am Abend in Vidarbha angekommen sei.

sa bhīmavacanād rājā kuṇḍinaṃ prāviśat puram nādayan rathaghoṣeṇa sarvāḥ sopadiśo daśa

Auf Bhīmas Geheiß betrat jener König die Stadt Kuṇḍina, mit dem Dröhnen seines Wagens alle zehn Himmelsrichtungen samt ihren Unterrichtungen erfüllend.

Wort für Wort
sa bhīmavacanād rājā kuṇḍinaṃ prāviśat puram nādayan rathaghoṣeṇa sarvāḥ sopadiśo daśa
Auf Bhīmas Geheiß betrat jener König die Stadt Kuṇḍina, mit dem Dröhnen seines Wagens alle zehn Himmelsrichtungen samt ihren Unterrichtungen erfüllend.

tatas taṃ rathanirghoṣaṃ nalāśvās tatra śuśruvuḥ śrutvā ca samahṛṣyanta pureva nalasaṃnidhau

Da hörten Nalas eigene Rosse dort jenes Rollen des Wagens, und als sie es hörten, wurden sie froh, wie einst in Nalas Gegenwart in der Stadt.

Wort für Wort
tatas taṃ rathanirghoṣaṃ nalāśvās tatra śuśruvuḥ śrutvā ca samahṛṣyanta pureva nalasaṃnidhau
Da hörten Nalas eigene Rosse dort jenes Rollen des Wagens, und als sie es hörten, wurden sie froh, wie einst in Nalas Gegenwart in der Stadt.

damayantī ca śuśrāva rathaghoṣaṃ nalasya tam yathā meghasya nadato gambhīraṃ jaladāgame

Auch Damayantī hörte jenes Rollen von Nalas Wagen, wie das tiefe Donnern einer Wolke bei der Ankunft der Regenzeit.

Wort für Wort
damayantī ca śuśrāva rathaghoṣaṃ nalasya tam yathā meghasya nadato gambhīraṃ jaladāgame
Auch Damayantī hörte jenes Rollen von Nalas Wagen, wie das tiefe Donnern einer Wolke bei der Ankunft der Regenzeit.

nalena saṃgṛhīteṣu pureva nalavājiṣu sadṛśaṃ rathanirghoṣaṃ mene bhaimī tathā hayāḥ

Wie einst, als die Rosse von Nala selbst gelenkt wurden, hielt die Bhaimī das Rollen des Wagens für ebenso, und auch die Rosse selbst empfanden es so.

Wort für Wort
nalena saṃgṛhīteṣu pureva nalavājiṣu sadṛśaṃ rathanirghoṣaṃ mene bhaimī tathā hayāḥ
Wie einst, als die Rosse von Nala selbst gelenkt wurden, hielt die Bhaimī das Rollen des Wagens für ebenso, und auch die Rosse selbst empfanden es so.

prāsādasthāś ca śikhinaḥ śālāsthāś caiva vāraṇāḥ hayāś ca śuśruvus tatra rathaghoṣaṃ mahīpateḥ

Die Pfauen, die auf den Terrassen weilten, und die Elefanten in den Ställen, und die Pferde hörten dort das Rollen des Wagens des Herrschers.

Wort für Wort
prāsādasthāś ca śikhinaḥ śālāsthāś caiva vāraṇāḥ hayāś ca śuśruvus tatra rathaghoṣaṃ mahīpateḥ
Die Pfauen, die auf den Terrassen weilten, und die Elefanten in den Ställen, und die Pferde hörten dort das Rollen des Wagens des Herrschers.

te śrutvā rathanirghoṣaṃ vāraṇāḥ śikhinas tathā praṇedur unmukhā rājan meghodayam ivekṣya ha

Als sie das Rollen des Wagens hörten, stießen die Elefanten und ebenso die Pfauen, die Häupter erhoben, laute Rufe aus, o König, als sähen sie den Aufzug einer Gewitterwolke.

Wort für Wort
te śrutvā rathanirghoṣaṃ vāraṇāḥ śikhinas tathā praṇedur unmukhā rājan meghodayam ivekṣya ha
Als sie das Rollen des Wagens hörten, stießen die Elefanten und ebenso die Pfauen, die Häupter erhoben, laute Rufe aus, o König, als sähen sie den Aufzug einer Gewitterwolke.

damayanty uvāca yathāsau rathanirghoṣaḥ pūrayann iva medinīm mama hlādayate ceto nala eṣa mahīpatiḥ

Damayantī sprach: „Wie jenes Rollen des Wagens, das die Erde förmlich erfüllt, mein Herz erfreut - das ist Nala, dieser Herrscher der Erde!

Wort für Wort
damayanty uvāca yathāsau rathanirghoṣaḥ pūrayann iva medinīm mama hlādayate ceto nala eṣa mahīpatiḥ
Damayantī sprach: „Wie jenes Rollen des Wagens, das die Erde förmlich erfüllt, mein Herz erfreut - das ist Nala, dieser Herrscher der Erde!

adya candrābhavaktraṃ taṃ na paśyāmi nalaṃ yadi asaṃkhyeyaguṇaṃ vīraṃ vinaśiṣyāmy asaṃśayam

Wenn ich heute nicht jenen Nala erblicke, den mit dem Antlitz wie der Mond, den Helden von unzähligen Vorzügen, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

Wort für Wort
adya candrābhavaktraṃ taṃ na paśyāmi nalaṃ yadi asaṃkhyeyaguṇaṃ vīraṃ vinaśiṣyāmy asaṃśayam
Wenn ich heute nicht jenen Nala erblicke, den mit dem Antlitz wie der Mond, den Helden von unzähligen Vorzügen, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

yadi vai tasya vīrasya bāhvor nādyāham antaram praviśāmi sukhasparśaṃ vinaśiṣyāmy asaṃśayam

Wenn ich heute nicht in die Umarmung jenes Helden, dessen Berührung so wohltuend ist, eintrete, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

Wort für Wort
yadi vai tasya vīrasya bāhvor nādyāham antaram praviśāmi sukhasparśaṃ vinaśiṣyāmy asaṃśayam
Wenn ich heute nicht in die Umarmung jenes Helden, dessen Berührung so wohltuend ist, eintrete, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

yadi māṃ meghanirghoṣo nopagacchati naiṣadhaḥ adya cāmīkaraprakhyo vinaśiṣyāmy asaṃśayam

Wenn der Naiṣadha, dessen Stimme wie das Donnern einer Wolke ist, der wie Gold Glänzende, heute nicht zu mir kommt, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

Wort für Wort
yadi māṃ meghanirghoṣo nopagacchati naiṣadhaḥ adya cāmīkaraprakhyo vinaśiṣyāmy asaṃśayam
Wenn der Naiṣadha, dessen Stimme wie das Donnern einer Wolke ist, der wie Gold Glänzende, heute nicht zu mir kommt, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

yadi māṃ siṃhavikrānto mattavāraṇavāraṇaḥ nābhigacchati rājendro vinaśiṣyāmy asaṃśayam

Wenn der Fürst der Könige, der wie ein Löwe an Kraft, der Bezwinger brünstiger Elefanten, nicht zu mir kommt, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

Wort für Wort
yadi māṃ siṃhavikrānto mattavāraṇavāraṇaḥ nābhigacchati rājendro vinaśiṣyāmy asaṃśayam
Wenn der Fürst der Könige, der wie ein Löwe an Kraft, der Bezwinger brünstiger Elefanten, nicht zu mir kommt, so werde ich ohne Zweifel zugrunde gehen.

na smarāmy anṛtaṃ kiṃ cin na smarāmy anupākṛtam na ca paryuṣitaṃ vākyaṃ svaireṣv api mahātmanaḥ

Ich erinnere mich an keine Unwahrheit von ihm, ich erinnere mich an keine Kränkung, noch an ein zurückgehaltenes Wort des Hochgesinnten, selbst in vertrauten Gesprächen.

Wort für Wort
na smarāmy anṛtaṃ kiṃ cin na smarāmy anupākṛtam na ca paryuṣitaṃ vākyaṃ svaireṣv api mahātmanaḥ
Ich erinnere mich an keine Unwahrheit von ihm, ich erinnere mich an keine Kränkung, noch an ein zurückgehaltenes Wort des Hochgesinnten, selbst in vertrauten Gesprächen.

prabhuḥ kṣamāvān vīraś ca mṛdur dānto jitendriyaḥ raho 'nīcānuvartī ca klībavan mama naiṣadhaḥ

Herrschaftlich, geduldig und heldenhaft, sanft, beherrscht, seiner Sinne mächtig - so war mir der Naiṣadha, selbst im Verborgenen niemals einem Niedrigen folgend [?].

Wort für Wort
prabhuḥ kṣamāvān vīraś ca mṛdur dānto jitendriyaḥ raho 'nīcānuvartī ca klībavan mama naiṣadhaḥ
Herrschaftlich, geduldig und heldenhaft, sanft, beherrscht, seiner Sinne mächtig - so war mir der Naiṣadha, selbst im Verborgenen niemals einem Niedrigen folgend [?].

[Anm.: Das Wort 'klībavat' ('wie ein Unmännlicher/Eunuch') an dieser Stelle ist im Sanskrit dunkel und lässt sich nicht sicher in die Reihe der Lobpreisungen einordnen; möglicherweise ist eine Verneinung oder ein Vergleich verloren gegangen.]

guṇāṃs tasya smarantyā me tatparāyā divāniśam hṛdayaṃ dīryata idaṃ śokāt priyavinākṛtam

Während ich mich Tag und Nacht, ihm ganz hingegeben, seiner Vorzüge erinnere, zerreißt mir dieses Herz vor Kummer, meines Geliebten beraubt.“

Wort für Wort
guṇāṃs tasya smarantyā me tatparāyā divāniśam hṛdayaṃ dīryata idaṃ śokāt priyavinākṛtam
Während ich mich Tag und Nacht, ihm ganz hingegeben, seiner Vorzüge erinnere, zerreißt mir dieses Herz vor Kummer, meines Geliebten beraubt.“

bṛhadaśva uvāca evaṃ vilapamānā sā naṣṭasaṃjñeva bhārata āruroha mahad veśma puṇyaślokadidṛkṣayā

Bṛhadaśva sprach: So klagend, wie ihrer Sinne beraubt, o Bhārata, stieg sie zu dem großen Palastgemach hinauf, aus Verlangen, den von makellosem Ruhm zu sehen.

Wort für Wort
bṛhadaśva uvāca evaṃ vilapamānā sā naṣṭasaṃjñeva bhārata āruroha mahad veśma puṇyaślokadidṛkṣayā
Bṛhadaśva sprach: So klagend, wie ihrer Sinne beraubt, o Bhārata, stieg sie zu dem großen Palastgemach hinauf, aus Verlangen, den von makellosem Ruhm zu sehen.

tato madhyamakakṣāyāṃ dadarśa ratham āsthitam ṛtuparṇaṃ mahīpālaṃ sahavārṣṇeyabāhukam

Da erblickte sie im mittleren Hof den auf dem Wagen stehenden Herrscher der Erde Ṛtuparṇa, zusammen mit Vārṣṇeya und Bāhuka.

Wort für Wort
tato madhyamakakṣāyāṃ dadarśa ratham āsthitam ṛtuparṇaṃ mahīpālaṃ sahavārṣṇeyabāhukam
Da erblickte sie im mittleren Hof den auf dem Wagen stehenden Herrscher der Erde Ṛtuparṇa, zusammen mit Vārṣṇeya und Bāhuka.

tato 'vatīrya vārṣṇeyo bāhukaś ca rathottamāt hayāṃs tān avamucyātha sthāpayām āsatū ratham

Dann stiegen Vārṣṇeya und Bāhuka von dem vortrefflichen Wagen herab, spannten die Rosse aus und stellten den Wagen ab.

Wort für Wort
tato 'vatīrya vārṣṇeyo bāhukaś ca rathottamāt hayāṃs tān avamucyātha sthāpayām āsatū ratham
Dann stiegen Vārṣṇeya und Bāhuka von dem vortrefflichen Wagen herab, spannten die Rosse aus und stellten den Wagen ab.

so 'vatīrya rathopasthād ṛtuparṇo narādhipaḥ upatasthe mahārāja bhīmaṃ bhīmaparākramam

Er, vom Wagensitz herabgestiegen, der Herrscher der Menschen Ṛtuparṇa, trat, o Großkönig, vor Bhīma von furchtbarer Tatkraft.

Wort für Wort
so 'vatīrya rathopasthād ṛtuparṇo narādhipaḥ upatasthe mahārāja bhīmaṃ bhīmaparākramam
Er, vom Wagensitz herabgestiegen, der Herrscher der Menschen Ṛtuparṇa, trat, o Großkönig, vor Bhīma von furchtbarer Tatkraft.

taṃ bhīmaḥ pratijagrāha pūjayā parayā tataḥ akasmāt sahasā prāptaṃ strīmantraṃ na sma vindati

Bhīma empfing ihn da mit höchster Ehrerbietung; doch von dem plötzlichen, unerwarteten Erscheinen kannte er den geheimen Ratschluss der Frauen nicht.

Wort für Wort
taṃ bhīmaḥ pratijagrāha pūjayā parayā tataḥ akasmāt sahasā prāptaṃ strīmantraṃ na sma vindati
Bhīma empfing ihn da mit höchster Ehrerbietung; doch von dem plötzlichen, unerwarteten Erscheinen kannte er den geheimen Ratschluss der Frauen nicht.

kiṃ kāryaṃ svāgataṃ te 'stu rājñā pṛṣṭaś ca bhārata nābhijajñe sa nṛpatir duhitrarthe samāgatam

„Was ist dein Anliegen? Willkommen sei dir!“, so wurde er vom König gefragt, o Bhārata; doch jener Herrscher erkannte nicht, dass er um seiner Tochter willen gekommen war.

Wort für Wort
kiṃ kāryaṃ svāgataṃ te 'stu rājñā pṛṣṭaś ca bhārata nābhijajñe sa nṛpatir duhitrarthe samāgatam
„Was ist dein Anliegen? Willkommen sei dir!“, so wurde er vom König gefragt, o Bhārata; doch jener Herrscher erkannte nicht, dass er um seiner Tochter willen gekommen war.

ṛtuparṇo 'pi rājā sa dhīmān satyaparākramaḥ rājānaṃ rājaputraṃ vā na sma paśyati kaṃ cana naiva svayaṃvarakathāṃ na ca viprasamāgamam

Auch der König Ṛtuparṇa, der Weise, von wahrhafter Tatkraft, sah dort weder einen König noch einen Königssohn, noch irgendein Gerede von einer Svayaṃvara, noch eine Versammlung von Brahmanen.

Wort für Wort
ṛtuparṇo 'pi rājā sa dhīmān satyaparākramaḥ rājānaṃ rājaputraṃ vā na sma paśyati kaṃ cana naiva svayaṃvarakathāṃ na ca viprasamāgamam
Auch der König Ṛtuparṇa, der Weise, von wahrhafter Tatkraft, sah dort weder einen König noch einen Königssohn, noch irgendein Gerede von einer Svayaṃvara, noch eine Versammlung von Brahmanen.

tato vigaṇayan rājā manasā kosalādhipaḥ āgato 'smīty uvācainaṃ bhavantam abhivādakaḥ

Da, im Geiste überlegend, sprach der Herrscher von Kosala zu ihm: „Ich bin gekommen, um dir meine Ehrerbietung zu erweisen.“

Wort für Wort
tato vigaṇayan rājā manasā kosalādhipaḥ āgato 'smīty uvācainaṃ bhavantam abhivādakaḥ
Da, im Geiste überlegend, sprach der Herrscher von Kosala zu ihm: „Ich bin gekommen, um dir meine Ehrerbietung zu erweisen.“

rājāpi ca smayan bhīmo manasābhivicintayat adhikaṃ yojanaśataṃ tasyāgamanakāraṇam

Auch König Bhīma, lächelnd, überlegte bei sich den Grund seines Kommens über mehr als hundert Yojanas hinweg.

Wort für Wort
rājāpi ca smayan bhīmo manasābhivicintayat adhikaṃ yojanaśataṃ tasyāgamanakāraṇam
Auch König Bhīma, lächelnd, überlegte bei sich den Grund seines Kommens über mehr als hundert Yojanas hinweg.

grāmān bahūn atikramya nādhyagacchad yathātatham alpakāryaṃ vinirdiṣṭaṃ tasyāgamanakāraṇam

Er fand, obwohl er über viele Dörfer hinweg nachdachte, nicht den wahren Grund heraus; kein geringfügiges Anliegen konnte er als Ursache seines Kommens ausmachen.

Wort für Wort
grāmān bahūn atikramya nādhyagacchad yathātatham alpakāryaṃ vinirdiṣṭaṃ tasyāgamanakāraṇam
Er fand, obwohl er über viele Dörfer hinweg nachdachte, nicht den wahren Grund heraus; kein geringfügiges Anliegen konnte er als Ursache seines Kommens ausmachen.

naitad evaṃ sa nṛpatis taṃ satkṛtya vyasarjayat viśrāmyatām iti vadan klānto 'sīti punaḥ punaḥ

„Es verhält sich wohl nicht so einfach“, dachte jener Herrscher, ehrte ihn und entließ ihn, indem er immer wieder sagte: „Ruhe dich aus, du bist gewiss ermüdet.“

Wort für Wort
naitad evaṃ sa nṛpatis taṃ satkṛtya vyasarjayat viśrāmyatām iti vadan klānto 'sīti punaḥ punaḥ
„Es verhält sich wohl nicht so einfach“, dachte jener Herrscher, ehrte ihn und entließ ihn, indem er immer wieder sagte: „Ruhe dich aus, du bist gewiss ermüdet.“

sa satkṛtaḥ prahṛṣṭātmā prītaḥ prītena pārthivaḥ rājapreṣyair anugato diṣṭaṃ veśma samāviśat

Er, geehrt, hocherfreuten Herzens, zufrieden mit dem zufriedenen Herrscher, begleitet von den Dienern des Königs, betrat das ihm zugewiesene Gemach.

Wort für Wort
sa satkṛtaḥ prahṛṣṭātmā prītaḥ prītena pārthivaḥ rājapreṣyair anugato diṣṭaṃ veśma samāviśat
Er, geehrt, hocherfreuten Herzens, zufrieden mit dem zufriedenen Herrscher, begleitet von den Dienern des Königs, betrat das ihm zugewiesene Gemach.

ṛtuparṇe gate rājan vārṣṇeyasahite nṛpe bāhuko ratham āsthāya rathaśālām upāgamat

Als der König Ṛtuparṇa, o König, zusammen mit Vārṣṇeya fortgegangen war, fuhr Bāhuka mit dem Wagen zum Wagenschuppen.

Wort für Wort
ṛtuparṇe gate rājan vārṣṇeyasahite nṛpe bāhuko ratham āsthāya rathaśālām upāgamat
Als der König Ṛtuparṇa, o König, zusammen mit Vārṣṇeya fortgegangen war, fuhr Bāhuka mit dem Wagen zum Wagenschuppen.

sa mocayitvā tān aśvān paricārya ca śāstrataḥ svayaṃ caitān samāśvāsya rathopastha upāviśat

Nachdem er jene Rosse ausgespannt, sie den Vorschriften gemäß gepflegt und selbst beruhigt hatte, setzte er sich auf den Wagensitz.

Wort für Wort
sa mocayitvā tān aśvān paricārya ca śāstrataḥ svayaṃ caitān samāśvāsya rathopastha upāviśat
Nachdem er jene Rosse ausgespannt, sie den Vorschriften gemäß gepflegt und selbst beruhigt hatte, setzte er sich auf den Wagensitz.

damayantī tu śokārtā dṛṣṭvā bhāṅgasvariṃ nṛpam sūtaputraṃ ca vārṣṇeyaṃ bāhukaṃ ca tathāvidham

Damayantī aber, von Kummer gequält, hatte den König Bhāṅgāsvari gesehen, und den Wagenlenkersohn Vārṣṇeya, und Bāhuka von solcher Gestalt,

Wort für Wort
damayantī tu śokārtā dṛṣṭvā bhāṅgasvariṃ nṛpam sūtaputraṃ ca vārṣṇeyaṃ bāhukaṃ ca tathāvidham
Damayantī aber, von Kummer gequält, hatte den König Bhāṅgāsvari gesehen, und den Wagenlenkersohn Vārṣṇeya, und Bāhuka von solcher Gestalt,

cintayām āsa vaidarbhī kasyaiṣa rathanisvanaḥ nalasyeva mahān āsīn na ca paśyāmi naiṣadham

und die Vaidarbhī überlegte: „Wessen war wohl jenes gewaltige Rollen des Wagens, das dem Nalas glich? Doch den Naiṣadha erblicke ich nicht.

Wort für Wort
cintayām āsa vaidarbhī kasyaiṣa rathanisvanaḥ nalasyeva mahān āsīn na ca paśyāmi naiṣadham
und die Vaidarbhī überlegte: „Wessen war wohl jenes gewaltige Rollen des Wagens, das dem Nalas glich? Doch den Naiṣadha erblicke ich nicht.

vārṣṇeyena bhaven nūnaṃ vidyā saivopaśikṣitā tenāsya rathanirghoṣo nalasyeva mahān abhūt

Gewiss hat Vārṣṇeya eben diese Kunst erlernt; deshalb war sein Rollen des Wagens so gewaltig wie das von Nala.

Wort für Wort
vārṣṇeyena bhaven nūnaṃ vidyā saivopaśikṣitā tenāsya rathanirghoṣo nalasyeva mahān abhūt
Gewiss hat Vārṣṇeya eben diese Kunst erlernt; deshalb war sein Rollen des Wagens so gewaltig wie das von Nala.

āho svid ṛtuparṇo 'pi yathā rājā nalas tathā tato 'yaṃ rathanirghoṣo naiṣadhasyeva lakṣyate

Oder ist etwa auch König Ṛtuparṇa dem Nala gleich, sodass sich dieses Rollen des Wagens wie das des Naiṣadha erkennen lässt?“

Wort für Wort
āho svid ṛtuparṇo 'pi yathā rājā nalas tathā tato 'yaṃ rathanirghoṣo naiṣadhasyeva lakṣyate
Oder ist etwa auch König Ṛtuparṇa dem Nala gleich, sodass sich dieses Rollen des Wagens wie das des Naiṣadha erkennen lässt?“

evaṃ vitarkayitvā tu damayantī viśāṃ pate dūtīṃ prasthāpayām āsa naiṣadhānveṣaṇe nṛpa

Nachdem sie so nachgedacht hatte, o Herr der Völker, sandte Damayantī, o König, eine Botin aus, um nach dem Naiṣadha zu forschen.

Wort für Wort
evaṃ vitarkayitvā tu damayantī viśāṃ pate dūtīṃ prasthāpayām āsa naiṣadhānveṣaṇe nṛpa
Nachdem sie so nachgedacht hatte, o Herr der Völker, sandte Damayantī, o König, eine Botin aus, um nach dem Naiṣadha zu forschen.

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