Kapitel 59: Damayantyāḥ Parityāgaḥ
Nala verlässt die schlafende Damayantī
Nala weigert sich, verarmt zu Damayantīs Vater zu gehen. Erschöpft schlafen beide in einer verlassenen Halle ein. Von Kali getrieben, ringt Nala innerlich, ob er Damayantī verlassen soll, damit sie ohne ihn vielleicht Rettung finden kann. Er schneidet mit einem gefundenen Schwert die Hälfte ihres Gewandes ab, kehrt weinend noch einmal zurück, kämpft mit sich - und läuft schließlich, von Kali fortgezogen, davon und lässt die schlafende Damayantī allein im Wald zurück.
Die beiden, mit einem einzigen Gewand bekleidet, hierhin und dorthin wandernd, von Hunger und Durst erschöpft, gelangten zu einer gewissen Versammlungshalle.
Die beiden, mit einem einzigen Gewand bekleidet, hierhin und dorthin wandernd, von Hunger und Durst erschöpft, gelangten zu einer gewissen Versammlungshalle.
sa tad rājyāpaharaṇaṃ suhṛttyāgaṃ ca sarvaśaḥ vane ca taṃ paridhvaṃsaṃ prekṣya cintām upeyivān
Er, an jenen Verlust des Königreichs denkend, und die gänzliche Verlassenheit durch seine Freunde, und diesen Untergang im Wald vor Augen, verfiel in Grübeln.
Wort für Wort
sa tad rājyāpaharaṇaṃ suhṛttyāgaṃ ca sarvaśaḥ vane ca taṃ paridhvaṃsaṃ prekṣya cintām upeyivān
Er, an jenen Verlust des Königreichs denkend, und die gänzliche Verlassenheit durch seine Freunde, und diesen Untergang im Wald vor Augen, verfiel in Grübeln.
mayā niḥsaṃśayaṃ duḥkham iyaṃ prāpsyaty anuttamā utsarge saṃśayaḥ syāt tu vindetāpi sukhaṃ kva cit
Mit mir wird diese Unvergleichliche ohne Zweifel Leid erfahren; verließe ich sie aber, so bestünde zwar Ungewissheit, doch könnte sie vielleicht irgendwo Glück finden.“
Wort für Wort
mayā niḥsaṃśayaṃ duḥkham iyaṃ prāpsyaty anuttamā utsarge saṃśayaḥ syāt tu vindetāpi sukhaṃ kva cit
Mit mir wird diese Unvergleichliche ohne Zweifel Leid erfahren; verließe ich sie aber, so bestünde zwar Ungewissheit, doch könnte sie vielleicht irgendwo Glück finden.“
so 'vastratām ātmanaś ca tasyāś cāpy ekavastratām cintayitvādhyagād rājā vastrārdhasyāvakartanam
Nachdem er über seine eigene Gewandlosigkeit und ihr einziges Gewand nachgedacht hatte, kam der König auf den Gedanken, die Hälfte ihres Gewandes abzuschneiden.
Wort für Wort
so 'vastratām ātmanaś ca tasyāś cāpy ekavastratām cintayitvādhyagād rājā vastrārdhasyāvakartanam
Nachdem er über seine eigene Gewandlosigkeit und ihr einziges Gewand nachgedacht hatte, kam der König auf den Gedanken, die Hälfte ihres Gewandes abzuschneiden.
Mit diesem schnitt der Feindebezwinger die Hälfte des Gewandes ab, kleidete sich damit, und, seines Verstandes beraubt, ließ er die schlafende Vaidarbhī zurück und lief davon.
Mit diesem schnitt der Feindebezwinger die Hälfte des Gewandes ab, kleidete sich damit, und, seines Verstandes beraubt, ließ er die schlafende Vaidarbhī zurück und lief davon.
yāṃ na vāyur na cādityaḥ purā paśyati me priyām seyam adya sabhāmadhye śete bhūmāv anāthavat
„Sie, meine Geliebte, die früher weder der Wind noch die Sonne erblickte - eben sie liegt heute inmitten einer Halle auf dem Boden, wie eine Herrenlose.
Wort für Wort
yāṃ na vāyur na cādityaḥ purā paśyati me priyām seyam adya sabhāmadhye śete bhūmāv anāthavat
„Sie, meine Geliebte, die früher weder der Wind noch die Sonne erblickte - eben sie liegt heute inmitten einer Halle auf dem Boden, wie eine Herrenlose.
Wie wird die tugendhafte, holde Tochter Bhīmas, allein, von mir getrennt, im schrecklichen Wald umherziehen, der von wilden Tieren und Schlangen bewohnt ist?“
Wie wird die tugendhafte, holde Tochter Bhīmas, allein, von mir getrennt, im schrecklichen Wald umherziehen, der von wilden Tieren und Schlangen bewohnt ist?“
so 'pakṛṣṭas tu kalinā mohitaḥ prādravan nalaḥ suptām utsṛjya tāṃ bhāryāṃ vilapya karuṇaṃ bahu
Von Kali fortgezogen, verwirrt, lief Nala schließlich davon, nachdem er, viel und mitleiderregend klagend, seine schlafende Gattin zurückgelassen hatte.
Wort für Wort
so 'pakṛṣṭas tu kalinā mohitaḥ prādravan nalaḥ suptām utsṛjya tāṃ bhāryāṃ vilapya karuṇaṃ bahu
Von Kali fortgezogen, verwirrt, lief Nala schließlich davon, nachdem er, viel und mitleiderregend klagend, seine schlafende Gattin zurückgelassen hatte.