Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 248: Jayadrathāgamanam Jayadrathas Ankunft und der Anblick Draupadīs

Während die Pāṇḍavas im Kāmyaka-Wald jagen und Draupadī, mit Erlaubnis des Sehers Tṛṇabindu und des Hauspriesters Dhaumya, allein im Āśrama zurückbleibt, kommt der zur Heirat aufgebrochene König der Sindhus, Jayadratha, mit großem Gefolge vorbei. Beim Anblick der schönen, einsam am Āśrama stehenden Draupadī - die die Umstehenden zunächst für eine Apsaras oder Göttertochter halten - entbrennt Jayadratha in Begierde und trägt seinem Begleiter Koṭikāśya auf, herauszufinden, wer sie ist und wem sie gehört.

vaiśaṃpāyana uvāca tasmin bahumṛge 'raṇye ramamāṇā mahārathāḥ kāmyake bharataśreṣṭhā vijahrus te yathāmarāḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: „In jenem wildreichen Wald sich vergnügend, die großen Wagenkämpfer, im Kāmyaka, die besten der Bharatas, vergnügten sie sich dort wie die Unsterblichen,

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tasmin bahumṛge 'raṇye ramamāṇā mahārathāḥ kāmyake bharataśreṣṭhā vijahrus te yathāmarāḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: „In jenem wildreichen Wald sich vergnügend, die großen Wagenkämpfer, im Kāmyaka, die besten der Bharatas, vergnügten sie sich dort wie die Unsterblichen,

prekṣamāṇā bahuvidhān vanoddeśān samantataḥ yathartukālaramyāś ca vanarājīḥ supuṣpitāḥ

indem sie ringsum die mannigfachen Waldgegenden betrachteten, sowie die der Jahreszeit entsprechend lieblichen, reichblühenden Waldreihen.

Wort für Wort
prekṣamāṇā bahuvidhān vanoddeśān samantataḥ yathartukālaramyāś ca vanarājīḥ supuṣpitāḥ
indem sie ringsum die mannigfachen Waldgegenden betrachteten, sowie die der Jahreszeit entsprechend lieblichen, reichblühenden Waldreihen.

pāṇḍavā mṛgayāśīlāś carantas tan mahāvanam vijahrur indrapratimāḥ kaṃ cit kālam ariṃdamāḥ

Die Pāṇḍavas, der Jagd zugetan, durch jenen großen Wald streifend, vergnügten sich, Indra gleich, eine gewisse Zeit, die Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
pāṇḍavā mṛgayāśīlāś carantas tan mahāvanam vijahrur indrapratimāḥ kaṃ cit kālam ariṃdamāḥ
Die Pāṇḍavas, der Jagd zugetan, durch jenen großen Wald streifend, vergnügten sich, Indra gleich, eine gewisse Zeit, die Bezwinger der Feinde.

tatas te yaugapadyena yayuḥ sarve caturdiśam mṛgayāṃ puruṣavyāghrā brāhmaṇārthe paraṃtapāḥ

Darauf zogen sie alle gleichzeitig zur Jagd in die vier Himmelsrichtungen aus, die Tiger unter den Männern, um der Brahmanen willen, die Bezwinger der Feinde,

Wort für Wort
tatas te yaugapadyena yayuḥ sarve caturdiśam mṛgayāṃ puruṣavyāghrā brāhmaṇārthe paraṃtapāḥ
Darauf zogen sie alle gleichzeitig zur Jagd in die vier Himmelsrichtungen aus, die Tiger unter den Männern, um der Brahmanen willen, die Bezwinger der Feinde,

draupadīm āśrame nyasya tṛṇabindor anujñayā maharṣer dīptatapaso dhaumyasya ca purodhasaḥ

nachdem sie Draupadī im Āśrama zurückgelassen hatten, mit Erlaubnis des Tṛṇabindu, des großen Sehers von leuchtender Askese, sowie des Hauspriesters Dhaumya.

Wort für Wort
draupadīm āśrame nyasya tṛṇabindor anujñayā maharṣer dīptatapaso dhaumyasya ca purodhasaḥ
nachdem sie Draupadī im Āśrama zurückgelassen hatten, mit Erlaubnis des Tṛṇabindu, des großen Sehers von leuchtender Askese, sowie des Hauspriesters Dhaumya.

tatas tu rājā sindhūnāṃ vārddhakṣatrir mahāyaśāḥ vivāhakāmaḥ śālveyān prayātaḥ so 'bhavat tadā

Da aber war der überaus ruhmreiche König der Sindhus, der Sohn Vṛddhakṣatras, heiratslustig zu den Śālveyas aufgebrochen.

Wort für Wort
tatas tu rājā sindhūnāṃ vārddhakṣatrir mahāyaśāḥ vivāhakāmaḥ śālveyān prayātaḥ so 'bhavat tadā
Da aber war der überaus ruhmreiche König der Sindhus, der Sohn Vṛddhakṣatras, heiratslustig zu den Śālveyas aufgebrochen.

mahatā paribarheṇa rājayogyena saṃvṛtaḥ rājabhir bahubhiḥ sārdham upāyāt kāmyakaṃ ca saḥ

Mit großem, königsgemäßem Gefolge umgeben, kam er, zusammen mit vielen Königen, auch zum Kāmyaka.

Wort für Wort
mahatā paribarheṇa rājayogyena saṃvṛtaḥ rājabhir bahubhiḥ sārdham upāyāt kāmyakaṃ ca saḥ
Mit großem, königsgemäßem Gefolge umgeben, kam er, zusammen mit vielen Königen, auch zum Kāmyaka.

tatrāpaśyat priyāṃ bhāryāṃ pāṇḍavānāṃ yaśasvinīm tiṣṭhantīm āśramadvāri draupadīṃ nirjane vane

Dort erblickte er die geliebte Gattin der Pāṇḍavas, die ruhmvolle Draupadī, an der Tür des Āśrama stehend, im einsamen Wald,

Wort für Wort
tatrāpaśyat priyāṃ bhāryāṃ pāṇḍavānāṃ yaśasvinīm tiṣṭhantīm āśramadvāri draupadīṃ nirjane vane
Dort erblickte er die geliebte Gattin der Pāṇḍavas, die ruhmvolle Draupadī, an der Tür des Āśrama stehend, im einsamen Wald,

vibhrājamānāṃ vapuṣā bibhratīṃ rūpam uttamam bhrājayantīṃ vanoddeśaṃ nīlābhram iva vidyutam

erstrahlend durch ihre Gestalt, höchste Schönheit tragend, die Waldgegend erleuchtend wie der Blitz eine dunkle Wolke.

Wort für Wort
vibhrājamānāṃ vapuṣā bibhratīṃ rūpam uttamam bhrājayantīṃ vanoddeśaṃ nīlābhram iva vidyutam
erstrahlend durch ihre Gestalt, höchste Schönheit tragend, die Waldgegend erleuchtend wie der Blitz eine dunkle Wolke.

apsarā devakanyā vā māyā vā devanirmitā iti kṛtvāñjaliṃ sarve dadṛśus tām aninditām

‚Eine Apsaras, oder eine Göttertochter, oder ein von den Göttern geschaffenes Trugbild‘ - so denkend, betrachteten alle, die Hände gefaltet, jene Tadellose.

Wort für Wort
apsarā devakanyā vā māyā vā devanirmitā iti kṛtvāñjaliṃ sarve dadṛśus tām aninditām
‚Eine Apsaras, oder eine Göttertochter, oder ein von den Göttern geschaffenes Trugbild‘ - so denkend, betrachteten alle, die Hände gefaltet, jene Tadellose.

tataḥ sa rājā sindhūnāṃ vārddhakṣatrir jayadrathaḥ vismitas tām anindyāṅgīṃ dṛṣṭvāsīd dhṛṣṭamānasaḥ

Darauf, erstaunt, wurde jener König der Sindhus, der Sohn Vṛddhakṣatras, Jayadratha, als er sie, die von tadellosen Gliedern, erblickte, kühnen Sinnes.

Wort für Wort
tataḥ sa rājā sindhūnāṃ vārddhakṣatrir jayadrathaḥ vismitas tām anindyāṅgīṃ dṛṣṭvāsīd dhṛṣṭamānasaḥ
Darauf, erstaunt, wurde jener König der Sindhus, der Sohn Vṛddhakṣatras, Jayadratha, als er sie, die von tadellosen Gliedern, erblickte, kühnen Sinnes.

sa koṭikāśyaṃ rājānam abravīt kāmamohitaḥ kasya tv eṣānavadyāṅgī yadi vāpi na mānuṣī

Er sprach, von Begehren verwirrt, zum König Koṭikāśya: ‚Wessen [Gattin] wohl ist diese, von makellosen Gliedern - oder ist sie vielleicht gar keine Menschenfrau?

Wort für Wort
sa koṭikāśyaṃ rājānam abravīt kāmamohitaḥ kasya tv eṣānavadyāṅgī yadi vāpi na mānuṣī
Er sprach, von Begehren verwirrt, zum König Koṭikāśya: ‚Wessen [Gattin] wohl ist diese, von makellosen Gliedern - oder ist sie vielleicht gar keine Menschenfrau?

vivāhārtho na me kaś cid imāṃ dṛṣṭvātisundarīm etām evāham ādāya gamiṣyāmi svam ālayam

Ich verlange nach keiner [anderen] Heirat mehr, seit ich diese überaus Schöne erblickt habe; eben diese werde ich mitnehmen und zu meiner eigenen Wohnstatt gehen.

Wort für Wort
vivāhārtho na me kaś cid imāṃ dṛṣṭvātisundarīm etām evāham ādāya gamiṣyāmi svam ālayam
Ich verlange nach keiner [anderen] Heirat mehr, seit ich diese überaus Schöne erblickt habe; eben diese werde ich mitnehmen und zu meiner eigenen Wohnstatt gehen.

gaccha jānīhi saumyaināṃ kasya kā ca kuto 'pi vā kimartham āgatā subhrūr idaṃ kaṇṭakitaṃ vanam

Geh, mein Lieber, finde heraus, wessen sie ist, wer sie ist und woher; weshalb ist die Schönbraue in diesen dornigen Wald gekommen?

Wort für Wort
gaccha jānīhi saumyaināṃ kasya kā ca kuto 'pi vā kimartham āgatā subhrūr idaṃ kaṇṭakitaṃ vanam
Geh, mein Lieber, finde heraus, wessen sie ist, wer sie ist und woher; weshalb ist die Schönbraue in diesen dornigen Wald gekommen?

api nāma varārohā mām eṣā lokasundarī bhajed adyāyatāpāṅgī sudatī tanumadhyamā

Möge sie doch, die Schönhüftige, diese Weltschöne mit den langgezogenen Augenwinkeln, den schönen Zähnen, der schlanken Taille, sich mir heute zuwenden.

Wort für Wort
api nāma varārohā mām eṣā lokasundarī bhajed adyāyatāpāṅgī sudatī tanumadhyamā
Möge sie doch, die Schönhüftige, diese Weltschöne mit den langgezogenen Augenwinkeln, den schönen Zähnen, der schlanken Taille, sich mir heute zuwenden.

apy ahaṃ kṛtakāmaḥ syām imāṃ prāpya varastriyam gaccha jānīhi ko nv asyā nātha ity eva koṭika

Möge ich doch meinen Wunsch erfüllt sehen, indem ich diese vortreffliche Frau gewinne. Geh, finde heraus, wer wohl ihr Herr ist, Koṭika.‘

Wort für Wort
apy ahaṃ kṛtakāmaḥ syām imāṃ prāpya varastriyam gaccha jānīhi ko nv asyā nātha ity eva koṭika
Möge ich doch meinen Wunsch erfüllt sehen, indem ich diese vortreffliche Frau gewinne. Geh, finde heraus, wer wohl ihr Herr ist, Koṭika.‘

sa koṭikāśyas tac chrutvā rathāt praskandya kuṇḍalī upetya papraccha tadā kroṣṭā vyāghravadhūm iva

Jener Koṭikāśya, dies gehört habend, sprang, der Ohrringträger, vom Wagen herab, trat heran und fragte da - wie ein Schakal die Gattin eines Tigers fragen würde.“

Wort für Wort
sa koṭikāśyas tac chrutvā rathāt praskandya kuṇḍalī upetya papraccha tadā kroṣṭā vyāghravadhūm iva
Jener Koṭikāśya, dies gehört habend, sprang, der Ohrringträger, vom Wagen herab, trat heran und fragte da - wie ein Schakal die Gattin eines Tigers fragen würde.“

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