Kapitel 132: Aṣṭāvakropākhyānasyārambhaḥ
Beginn der Erzählung von Aṣṭāvakra
Auf Yudhiṣṭhiras Frage erzählt Lomaśa die Vorgeschichte des Weisen Aṣṭāvakra: Sein Vater Kahoḍa, ein ergebener Schüler Uddālakas, erhält dessen Tochter Sujātā zur Frau; die noch ungeborene Leibesfrucht korrigiert nachts die fehlerhafte Rezitation des Vaters und wird von diesem im Zorn mit achtfacher Verkrümmung verflucht - daher der Name Aṣṭāvakra. Nachdem Kahoḍa im Wortstreit gegen den Debattierer Bandin bei König Janakas Opfer unterliegt und ertränkt wird, wächst Aṣṭāvakra in Unkenntnis seiner wahren Herkunft bei Uddālaka auf, bis ihn sein vermeintlicher Bruder Śvetaketu im zwölften Jahr schmerzlich aufklärt. Nach der Wahrheit von seiner Mutter beschließt Aṣṭāvakra, mit Śvetaketu zu Janakas Opfer aufzubrechen, um Bandin herauszufordern.
Lomaśa sprach: Wer da genannt wird als der Zauberspruchkundige, von vorzüglichem Verstand, auf Erden, der Sohn des Uddālaka, Śvetaketu - sieh seine heilige Einsiedelei, o Herrscher der Menschen, mit immerfruchttragenden, aus der Erde entsprossenen Bäumen versehen.
Lomaśa sprach: Wer da genannt wird als der Zauberspruchkundige, von vorzüglichem Verstand, auf Erden, der Sohn des Uddālaka, Śvetaketu - sieh seine heilige Einsiedelei, o Herrscher der Menschen, mit immerfruchttragenden, aus der Erde entsprossenen Bäumen versehen.
Hier erblickte Śvetaketu die Sarasvatī leibhaftig in menschlicher Körpergestalt; 'Ich werde die Stimme erkennen', so sprach Śvetaketu, sich an die so auftretende Sarasvatī wendend.
Hier erblickte Śvetaketu die Sarasvatī leibhaftig in menschlicher Körpergestalt; 'Ich werde die Stimme erkennen', so sprach Śvetaketu, sich an die so auftretende Sarasvatī wendend.
[?] Der genaue Sinn dieses stark verdichteten Verses bleibt unklar.
Zu jener Zeit gab es die beiden Vorzüglichsten unter den Brahman-Kennern, Onkel mütterlicherseits und Neffe: Aṣṭāvakra, der Sohn des Kahoḍa, und Śvetaketu, der Sohn des Uddālaka, o König.
Zu jener Zeit gab es die beiden Vorzüglichsten unter den Brahman-Kennern, Onkel mütterlicherseits und Neffe: Aṣṭāvakra, der Sohn des Kahoḍa, und Śvetaketu, der Sohn des Uddālaka, o König.
Jene beiden Brahmanen, Onkel und Neffe, betraten die Opferstätte des Königs von Videha, des Erdenherrn, und besiegten im Wortstreit den unermesslichen Bandin.“
Jene beiden Brahmanen, Onkel und Neffe, betraten die Opferstätte des Königs von Videha, des Erdenherrn, und besiegten im Wortstreit den unermesslichen Bandin.“
yudhiṣṭhira uvāca kathaṃprabhāvaḥ sa babhūva vipras tathāyuktaṃ yo nijagrāha bandim aṣṭāvakraḥ kena cāsau babhūva tat sarvaṃ me lomaśa śaṃsa tattvam
Yudhiṣṭhira sprach: „Von welcher Macht war jener Brahmane, der so den ebenbürtigen Bandin im Streit bezwang? Und wodurch wurde jener Aṣṭāvakra so verkrümmt? Dies alles verkünde mir wahrheitsgemäß, o Lomaśa.“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca kathaṃprabhāvaḥ sa babhūva vipras tathāyuktaṃ yo nijagrāha bandim aṣṭāvakraḥ kena cāsau babhūva tat sarvaṃ me lomaśa śaṃsa tattvam
Yudhiṣṭhira sprach: „Von welcher Macht war jener Brahmane, der so den ebenbürtigen Bandin im Streit bezwang? Und wodurch wurde jener Aṣṭāvakra so verkrümmt? Dies alles verkünde mir wahrheitsgemäß, o Lomaśa.“
Lomaśa sprach: „Des Uddālaka gab es einen ergebenen Schüler, mit Namen Kahoḍa, o König, gehorsam, dem Willen seines Lehrers folgend; lange Zeit betrieb er das Studium.
Lomaśa sprach: „Des Uddālaka gab es einen ergebenen Schüler, mit Namen Kahoḍa, o König, gehorsam, dem Willen seines Lehrers folgend; lange Zeit betrieb er das Studium.
taṃ vai viprāḥ paryabhavaṃś ca śiṣyās taṃ ca jñātvā viprakāraṃ guruḥ saḥ tasmai prādāt sadya eva śrutaṃ ca bhāryāṃ ca vai duhitaraṃ svāṃ sujātām
Ihn aber verspotteten die anderen brahmanischen Schüler; und als jener Guru diese Missachtung ihm gegenüber erkannte, verlieh er ihm sogleich die volle heilige Gelehrsamkeit, sowie seine eigene Tochter Sujātā zur Gattin.
Wort für Wort
taṃ vai viprāḥ paryabhavaṃś ca śiṣyās taṃ ca jñātvā viprakāraṃ guruḥ saḥ tasmai prādāt sadya eva śrutaṃ ca bhāryāṃ ca vai duhitaraṃ svāṃ sujātām
Ihn aber verspotteten die anderen brahmanischen Schüler; und als jener Guru diese Missachtung ihm gegenüber erkannte, verlieh er ihm sogleich die volle heilige Gelehrsamkeit, sowie seine eigene Tochter Sujātā zur Gattin.
Ihr Leib wurde von einer feuergleichen Leibesfrucht erfüllt; diese wandte sich, während der Vater rezitierte, an ihren Vater: 'Die ganze Nacht hindurch rezitierst du; dies, Vater, gerät nicht recht.'
Ihr Leib wurde von einer feuergleichen Leibesfrucht erfüllt; diese wandte sich, während der Vater rezitierte, an ihren Vater: 'Die ganze Nacht hindurch rezitierst du; dies, Vater, gerät nicht recht.'
Inmitten seiner Schüler zurechtgewiesen, verfluchte jener große Weise, von Zorn ergriffen, ihn, der noch im Mutterleib war: 'Da du, im Schoß weilend, sprichst, sollst du deshalb an acht Stellen verkrümmt sein.'
Inmitten seiner Schüler zurechtgewiesen, verfluchte jener große Weise, von Zorn ergriffen, ihn, der noch im Mutterleib war: 'Da du, im Schoß weilend, sprichst, sollst du deshalb an acht Stellen verkrümmt sein.'
sa vai tathā vakra evābhyajāyad aṣṭāvakraḥ prathito vai maharṣiḥ tasyāsīd vai mātulaḥ śvetaketuḥ sa tena tulyo vayasā babhūva
Er wurde tatsächlich so verkrümmt geboren, als Aṣṭāvakra bekannt, der große Weise; sein Onkel mütterlicherseits war Śvetaketu, der mit ihm gleichaltrig war.
Wort für Wort
sa vai tathā vakra evābhyajāyad aṣṭāvakraḥ prathito vai maharṣiḥ tasyāsīd vai mātulaḥ śvetaketuḥ sa tena tulyo vayasā babhūva
Er wurde tatsächlich so verkrümmt geboren, als Aṣṭāvakra bekannt, der große Weise; sein Onkel mütterlicherseits war Śvetaketu, der mit ihm gleichaltrig war.
Sujātā aber, damals von dem in ihrem Leib heranwachsenden Sohn bedrängt, sprach dies zu ihrem Gatten, sich heimlich an ihn wendend, ihn besänftigend, nach Reichtum verlangend, da sie mittellos war:
Sujātā aber, damals von dem in ihrem Leib heranwachsenden Sohn bedrängt, sprach dies zu ihrem Gatten, sich heimlich an ihn wendend, ihn besänftigend, nach Reichtum verlangend, da sie mittellos war:
kathaṃ kariṣyāmy adhanā maharṣe māsaś cāyaṃ daśamo vartate me na cāsti te vasu kiṃ cit prajātā yenāham etām āpadaṃ nistareyam
'Was soll ich tun, ohne Vermögen, o großer Weiser? Dies ist nun mein zehnter Monat, und du hast überhaupt kein Vermögen, wodurch ich, sobald ich geboren habe, diese Notlage überwinden könnte.'
Wort für Wort
kathaṃ kariṣyāmy adhanā maharṣe māsaś cāyaṃ daśamo vartate me na cāsti te vasu kiṃ cit prajātā yenāham etām āpadaṃ nistareyam
'Was soll ich tun, ohne Vermögen, o großer Weiser? Dies ist nun mein zehnter Monat, und du hast überhaupt kein Vermögen, wodurch ich, sobald ich geboren habe, diese Notlage überwinden könnte.'
uktas tv evaṃ bhāryayā vai kahoḍo vittasyārthe janakam athābhyagacchat sa vai tadā vādavidā nigṛhya nimajjito bandinehāpsu vipraḥ
So von seiner Gattin angesprochen, begab sich Kahoḍa um des Reichtums willen zu Janaka; er aber, jener Brahmane, wurde damals vom streitkundigen Bandin besiegt und dort im Wasser versenkt.
Wort für Wort
uktas tv evaṃ bhāryayā vai kahoḍo vittasyārthe janakam athābhyagacchat sa vai tadā vādavidā nigṛhya nimajjito bandinehāpsu vipraḥ
So von seiner Gattin angesprochen, begab sich Kahoḍa um des Reichtums willen zu Janaka; er aber, jener Brahmane, wurde damals vom streitkundigen Bandin besiegt und dort im Wasser versenkt.
uddālakas taṃ tu tadā niśamya sūtena vāde 'psu tathā nimajjitam uvāca tāṃ tatra tataḥ sujātām aṣṭāvakre gūhitavyo 'yam arthaḥ
Uddālaka aber, als er dies vernahm, dass jener vom Sūta im Wortstreit besiegt und so im Wasser versenkt worden war, sprach damals dort zu Sujātā: 'Diese Angelegenheit ist vor Aṣṭāvakra zu verbergen.'
Wort für Wort
uddālakas taṃ tu tadā niśamya sūtena vāde 'psu tathā nimajjitam uvāca tāṃ tatra tataḥ sujātām aṣṭāvakre gūhitavyo 'yam arthaḥ
Uddālaka aber, als er dies vernahm, dass jener vom Sūta im Wortstreit besiegt und so im Wasser versenkt worden war, sprach damals dort zu Sujātā: 'Diese Angelegenheit ist vor Aṣṭāvakra zu verbergen.'
rarakṣa sā cāpy ati taṃ sumantraṃ jāto 'py evaṃ na sa śuśrāva vipraḥ uddālakaṃ pitṛvac cāpi mene aṣṭāvakro bhrātṛvac chvetaketum
Und sie bewahrte jenes gute Geheimnis sorgsam; und obwohl geboren, vernahm jener Brahmane es so nicht; er betrachtete Uddālaka wie einen Vater, und Aṣṭāvakra betrachtete Śvetaketu wie einen Bruder.
Wort für Wort
rarakṣa sā cāpy ati taṃ sumantraṃ jāto 'py evaṃ na sa śuśrāva vipraḥ uddālakaṃ pitṛvac cāpi mene aṣṭāvakro bhrātṛvac chvetaketum
Und sie bewahrte jenes gute Geheimnis sorgsam; und obwohl geboren, vernahm jener Brahmane es so nicht; er betrachtete Uddālaka wie einen Vater, und Aṣṭāvakra betrachtete Śvetaketu wie einen Bruder.
tato varṣe dvādaśe śvetaketur aṣṭāvakraṃ pitur aṅke nisannam apākarṣad gṛhya pāṇau rudantaṃ nāyaṃ tavāṅkaḥ pitur ity uktavāṃś ca
Da, im zwölften Jahr, zog Śvetaketu den Aṣṭāvakra, der im Schoß seines vermeintlichen Vaters saß, an der Hand fort, während er weinte, und sprach: 'Dies ist nicht der Schoß deines Vaters.'
Wort für Wort
tato varṣe dvādaśe śvetaketur aṣṭāvakraṃ pitur aṅke nisannam apākarṣad gṛhya pāṇau rudantaṃ nāyaṃ tavāṅkaḥ pitur ity uktavāṃś ca
Da, im zwölften Jahr, zog Śvetaketu den Aṣṭāvakra, der im Schoß seines vermeintlichen Vaters saß, an der Hand fort, während er weinte, und sprach: 'Dies ist nicht der Schoß deines Vaters.'
yat tenoktaṃ duruktaṃ tat tadānīṃ hṛdi sthitaṃ tasya suduḥkham āsīt gṛhaṃ gatvā mātaraṃ rodamānaḥ papracchedaṃ kva nu tāto mameti
Jenes harte Wort, das von ihm gesprochen wurde, blieb damals in seinem Herzen haften, überaus schmerzlich; nach Hause gehend, weinend, fragte er seine Mutter dies: 'Wo nur ist mein Vater?'
Wort für Wort
yat tenoktaṃ duruktaṃ tat tadānīṃ hṛdi sthitaṃ tasya suduḥkham āsīt gṛhaṃ gatvā mātaraṃ rodamānaḥ papracchedaṃ kva nu tāto mameti
Jenes harte Wort, das von ihm gesprochen wurde, blieb damals in seinem Herzen haften, überaus schmerzlich; nach Hause gehend, weinend, fragte er seine Mutter dies: 'Wo nur ist mein Vater?'
tataḥ sujātā paramārtarūpā śāpād bhītā sarvam evācacakṣe tad vai tattvaṃ sarvam ājñāya mātur ity abravīc chvetaketuṃ sa vipraḥ
Da erzählte Sujātā, in höchster Bestürzung, aus Furcht vor dem Fluch, ihm alles; und nachdem er von seiner Mutter jene ganze Wahrheit erfahren hatte, sprach jener Brahmane zu Śvetaketu dies:
Wort für Wort
tataḥ sujātā paramārtarūpā śāpād bhītā sarvam evācacakṣe tad vai tattvaṃ sarvam ājñāya mātur ity abravīc chvetaketuṃ sa vipraḥ
Da erzählte Sujātā, in höchster Bestürzung, aus Furcht vor dem Fluch, ihm alles; und nachdem er von seiner Mutter jene ganze Wahrheit erfahren hatte, sprach jener Brahmane zu Śvetaketu dies:
gacchāva yajñaṃ janakasya rājño bahvāścaryaḥ śrūyate tasya yajñaḥ śroṣyāvo 'tra brāhmaṇānāṃ vivādam annaṃ cāgryaṃ tatra bhokṣyāvahe ca vicakṣaṇatvaṃ ca bhaviṣyate nau śivaś ca saumyaś ca hi brahmaghoṣaḥ
'Lass uns zum Opfer des Königs Janaka gehen; von vielen Wundern, so hört man, ist sein Opfer erfüllt. Wir werden dort den Wortstreit der Brahmanen hören, und die vorzüglichste Speise dort genießen; und uns wird Scharfsinn zuteilwerden, denn heilsam und mild ist dort der Veda-Klang.'
Wort für Wort
gacchāva yajñaṃ janakasya rājño bahvāścaryaḥ śrūyate tasya yajñaḥ śroṣyāvo 'tra brāhmaṇānāṃ vivādam annaṃ cāgryaṃ tatra bhokṣyāvahe ca vicakṣaṇatvaṃ ca bhaviṣyate nau śivaś ca saumyaś ca hi brahmaghoṣaḥ
'Lass uns zum Opfer des Königs Janaka gehen; von vielen Wundern, so hört man, ist sein Opfer erfüllt. Wir werden dort den Wortstreit der Brahmanen hören, und die vorzüglichste Speise dort genießen; und uns wird Scharfsinn zuteilwerden, denn heilsam und mild ist dort der Veda-Klang.'
Die beiden, Onkel und Neffe, zogen zum prächtigen Opfer des Königs Janaka; Aṣṭāvakra, unterwegs dem König begegnend, beiseite gedrängt, sprach dieses Wort:
Die beiden, Onkel und Neffe, zogen zum prächtigen Opfer des Königs Janaka; Aṣṭāvakra, unterwegs dem König begegnend, beiseite gedrängt, sprach dieses Wort: