Kapitel 194: Madhukaiṭabhavadhaḥ
Die Tötung von Madhu und Kaiṭabha
Bṛhadaśva verspricht Uttaṅka, dass sein Sohn Kuvalāśva den Wunsch erfüllen werde, und zieht in den Wald. Auf Yudhiṣṭhiras Frage nach der Herkunft des Dānava Dhundhu erzählt Mārkaṇḍeya die berühmte Urgeschichte: Wie aus dem Nabel des auf der Schlange Śeṣa im Urmeer schlafenden Viṣṇu der Lotus mit dem Urahn Brahmā entsprang, wie die Dämonen Madhu und Kaiṭabha Brahmā erschreckten und dadurch Viṣṇu weckten, und wie dieser sie, nachdem sie sich selbst als Gabe seinen Tod und die Sohnschaft bei ihm erbeten hatten, auf seinen einzigen unverhüllten Schenkeln mit der Diskusscheibe enthauptete.
tathāstv iti ca tenokto munināmitatejasā sa tam ādiśya tanayam uttaṅkāya mahātmane kriyatām iti rājarṣir jagāma vanam uttamam
Nachdem der Weise von unermesslichem Glanz sein Einverständnis erklärt hatte, wies jener seinen Sohn an, dies für den hochgesinnten Uttaṅka zu vollbringen, und der königliche Weise zog in den erhabenen Wald.“
Wort für Wort
tathāstv iti ca tenokto munināmitatejasā sa tam ādiśya tanayam uttaṅkāya mahātmane kriyatām iti rājarṣir jagāma vanam uttamam
Nachdem der Weise von unermesslichem Glanz sein Einverständnis erklärt hatte, wies jener seinen Sohn an, dies für den hochgesinnten Uttaṅka zu vollbringen, und der königliche Weise zog in den erhabenen Wald.“
evaṃ mahābalo daityo na śruto me tapodhana etad icchāmi bhagavan yāthātathyena veditum sarvam eva mahāprājña vistareṇa tapodhana
Von einem so gewaltig starken Daitya habe ich noch nichts gehört, du Asket; dies möchte ich, Erhabener, der Wahrheit gemäß erfahren, alles ausführlich, du hochweiser Asket.“
Wort für Wort
evaṃ mahābalo daityo na śruto me tapodhana etad icchāmi bhagavan yāthātathyena veditum sarvam eva mahāprājña vistareṇa tapodhana
Von einem so gewaltig starken Daitya habe ich noch nichts gehört, du Asket; dies möchte ich, Erhabener, der Wahrheit gemäß erfahren, alles ausführlich, du hochweiser Asket.“
Mārkaṇḍeya sprach: „Höre, o König, dies alles, wie es sich zugetragen hat, du Herrscher der Menschen: Als einst in der einzigen, furchtbaren Flut alles Bewegliche und Unbewegliche untergegangen war und alle Wesen vernichtet waren, o Stier der Bharatas,
Mārkaṇḍeya sprach: „Höre, o König, dies alles, wie es sich zugetragen hat, du Herrscher der Menschen: Als einst in der einzigen, furchtbaren Flut alles Bewegliche und Unbewegliche untergegangen war und alle Wesen vernichtet waren, o Stier der Bharatas,
prabhavaḥ sarvabhūtānāṃ śāśvataḥ puruṣo 'vyayaḥ suṣvāpa bhagavān viṣṇur apśayyām eka eva ha nāgasya bhoge mahati śeṣasyāmitatejasaḥ
da schlief der Ursprung aller Wesen, der ewige, unvergängliche Urmensch, der Erhabene Viṣṇu, ganz allein auf einem Wasserlager, auf den gewaltigen Windungen der Schlange Śeṣa von unermesslichem Glanz.
Wort für Wort
prabhavaḥ sarvabhūtānāṃ śāśvataḥ puruṣo 'vyayaḥ suṣvāpa bhagavān viṣṇur apśayyām eka eva ha nāgasya bhoge mahati śeṣasyāmitatejasaḥ
da schlief der Ursprung aller Wesen, der ewige, unvergängliche Urmensch, der Erhabene Viṣṇu, ganz allein auf einem Wasserlager, auf den gewaltigen Windungen der Schlange Śeṣa von unermesslichem Glanz.
Während jener Gott schlief, entsprang aus seinem Nabel ein Lotus, sonnengleich an Glanz, aus dem dort der Urahn hervorging – leibhaftig der Lehrer der Welt, Brahmā, in dem Lotus, der an Glanz Sonne und Mond glich,
Während jener Gott schlief, entsprang aus seinem Nabel ein Lotus, sonnengleich an Glanz, aus dem dort der Urahn hervorging – leibhaftig der Lehrer der Welt, Brahmā, in dem Lotus, der an Glanz Sonne und Mond glich,
wie er schlummerte auf einem himmlischen Lager, auf den Windungen der Schlange, von großem Glanz, viele Yojanas breit und viele Yojanas lang ausgedehnt,
wie er schlummerte auf einem himmlischen Lager, auf den Windungen der Schlange, von großem Glanz, viele Yojanas breit und viele Yojanas lang ausgedehnt,
geschmückt mit Diadem und dem Kaustubha-Juwel, in gelbseidenem Gewand, strahlend, o König, durch Glanz und Gestalt, tausend Sonnen gleich, von wunderbarem, staunenerregendem Anblick.
geschmückt mit Diadem und dem Kaustubha-Juwel, in gelbseidenem Gewand, strahlend, o König, durch Glanz und Gestalt, tausend Sonnen gleich, von wunderbarem, staunenerregendem Anblick.
vitrāsayetām atha tau brahmāṇam amitaujasam vitrāsyamāno bahuśo brahmā tābhyāṃ mahāyaśāḥ akampayat padmanālaṃ tato 'budhyata keśavaḥ
Da versetzten die beiden den Brahmā von unermesslicher Kraft wiederholt in Schrecken; und Brahmā, der Vielberühmte, von ihnen wiederholt geängstigt, ließ den Lotusstiel erzittern, worauf Keśava erwachte.
Wort für Wort
vitrāsayetām atha tau brahmāṇam amitaujasam vitrāsyamāno bahuśo brahmā tābhyāṃ mahāyaśāḥ akampayat padmanālaṃ tato 'budhyata keśavaḥ
Da versetzten die beiden den Brahmā von unermesslicher Kraft wiederholt in Schrecken; und Brahmā, der Vielberühmte, von ihnen wiederholt geängstigt, ließ den Lotusstiel erzittern, worauf Keśava erwachte.
athāpaśyata govindo dānavau vīryavattarau dṛṣṭvā tāv abravīd devaḥ svāgataṃ vāṃ mahābalau dadāni vāṃ varaṃ śreṣṭhaṃ prītir hi mama jāyate
Da erblickte Govinda die beiden überaus mächtigen Dānavas; sie erblickend, sprach der Gott zu ihnen: ‚Willkommen seid ihr beiden, ihr Starken; ich will euch eine vorzügliche Gabe gewähren, denn Freude erwächst mir dabei.‘
Wort für Wort
athāpaśyata govindo dānavau vīryavattarau dṛṣṭvā tāv abravīd devaḥ svāgataṃ vāṃ mahābalau dadāni vāṃ varaṃ śreṣṭhaṃ prītir hi mama jāyate
Da erblickte Govinda die beiden überaus mächtigen Dānavas; sie erblickend, sprach der Gott zu ihnen: ‚Willkommen seid ihr beiden, ihr Starken; ich will euch eine vorzügliche Gabe gewähren, denn Freude erwächst mir dabei.‘
bhagavān uvāca pratigṛhṇe varaṃ vīrāv īpsitaś ca varo mama yuvāṃ hi vīryasaṃpannau na vām asti samaḥ pumān
Der Erhabene sprach: ‚Ich nehme die Gabe an, ihr Helden; und dies ist die Gabe, die ich mir wünsche: Ihr beide seid von vollendeter Kraft, keinen Mann gibt es, der euch gleicht.
Wort für Wort
bhagavān uvāca pratigṛhṇe varaṃ vīrāv īpsitaś ca varo mama yuvāṃ hi vīryasaṃpannau na vām asti samaḥ pumān
Der Erhabene sprach: ‚Ich nehme die Gabe an, ihr Helden; und dies ist die Gabe, die ich mir wünsche: Ihr beide seid von vollendeter Kraft, keinen Mann gibt es, der euch gleicht.
vadhyatvam upagacchetāṃ mama satyaparākramau etad icchāmy ahaṃ kāmaṃ prāptuṃ lokahitāya vai
Möget ihr beide meiner Hand des Todes anheimfallen, ihr von wahrhaftiger Kraft; dies wünsche ich mir zu erlangen, aus freiem Willen, zum Wohle der Welten.‘
Wort für Wort
vadhyatvam upagacchetāṃ mama satyaparākramau etad icchāmy ahaṃ kāmaṃ prāptuṃ lokahitāya vai
Möget ihr beide meiner Hand des Todes anheimfallen, ihr von wahrhaftiger Kraft; dies wünsche ich mir zu erlangen, aus freiem Willen, zum Wohle der Welten.‘
madhukaiṭabhāv ūcatuḥ anṛtaṃ noktapūrvaṃ nau svaireṣv api kuto 'nyathā satye dharme ca niratau viddhy āvāṃ puruṣottama
Madhu und Kaiṭabha sprachen: ‚Nie zuvor haben wir eine Unwahrheit gesagt, selbst nicht im Scherz – wie sollte es da anders sein? An Wahrheit und Dharma festhaltend, wisse uns, du Bester der Männer.
Wort für Wort
madhukaiṭabhāv ūcatuḥ anṛtaṃ noktapūrvaṃ nau svaireṣv api kuto 'nyathā satye dharme ca niratau viddhy āvāṃ puruṣottama
Madhu und Kaiṭabha sprachen: ‚Nie zuvor haben wir eine Unwahrheit gesagt, selbst nicht im Scherz – wie sollte es da anders sein? An Wahrheit und Dharma festhaltend, wisse uns, du Bester der Männer.
bale rūpe ca vīrye ca śame ca na samo 'sti nau dharme tapasi dāne ca śīlasattvadameṣu ca
An Kraft, Schönheit, Heldenmut und Gelassenheit ist uns beiden keiner gleich, ebenso wenig an Dharma, Askese, Freigebigkeit, gutem Wandel, Wesensgüte und Selbstbeherrschung.
Wort für Wort
bale rūpe ca vīrye ca śame ca na samo 'sti nau dharme tapasi dāne ca śīlasattvadameṣu ca
An Kraft, Schönheit, Heldenmut und Gelassenheit ist uns beiden keiner gleich, ebenso wenig an Dharma, Askese, Freigebigkeit, gutem Wandel, Wesensgüte und Selbstbeherrschung.
Da erblickte der Beste der Götter seine eigenen unverhüllten Schenkel, und mit einer scharfschneidigen Scheibe schnitt der vielberühmte Madhusūdana damals, o König, die Häupter von Madhu und Kaiṭabha ab.“
Da erblickte der Beste der Götter seine eigenen unverhüllten Schenkel, und mit einer scharfschneidigen Scheibe schnitt der vielberühmte Madhusūdana damals, o König, die Häupter von Madhu und Kaiṭabha ab.“