Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 250: Draupadīpratyuttaram Draupadīs Antwort

Draupadī antwortet Koṭikāśya mit höflicher Zurückhaltung, erklärt, warum sie ausnahmsweise allein mit ihm spricht, und nennt ihm ihre Herkunft (Tochter Drupadas), ihren Namen Kṛṣṇā und ihre fünf Gatten, die Pāṇḍavas, die gerade in die vier Himmelsrichtungen zur Jagd aufgebrochen sind und bald zurückkehren werden. Sie lädt die Ankömmlinge zur Gastfreundschaft ein und zieht sich in die Laubhütte zurück.

vaiśaṃpāyana uvāca athābravīd draupadī rājaputrī; pṛṣṭā śibīnāṃ pravareṇa tena avekṣya mandaṃ pravimucya śākhāṃ; saṃgṛhṇatī kauśikam uttarīyam

Vaiśaṃpāyana sprach: „Da sprach Draupadī, die Königstochter, von jenem Besten der Śibis befragt, ihn sanft betrachtend, den Zweig loslassend, ihr seidenes Obergewand zusammenraffend:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca athābravīd draupadī rājaputrī; pṛṣṭā śibīnāṃ pravareṇa tena avekṣya mandaṃ pravimucya śākhāṃ; saṃgṛhṇatī kauśikam uttarīyam
Vaiśaṃpāyana sprach: „Da sprach Draupadī, die Königstochter, von jenem Besten der Śibis befragt, ihn sanft betrachtend, den Zweig loslassend, ihr seidenes Obergewand zusammenraffend:

buddhyābhijānāmi narendraputra; na mādṛśī tvām abhibhāṣṭum arhā na tveha vaktāsti taveha vākyam; anyo naro vāpy atha vāpi nārī

‚Ich erkenne wohl mit Verstand, Königssohn, dass es sich für eine wie mich nicht geziemt, dich anzusprechen; doch es gibt hier sonst niemanden, der dir Rede und Antwort stehen könnte, weder ein anderer Mann noch eine Frau.

Wort für Wort
buddhyābhijānāmi narendraputra; na mādṛśī tvām abhibhāṣṭum arhā na tveha vaktāsti taveha vākyam; anyo naro vāpy atha vāpi nārī
‚Ich erkenne wohl mit Verstand, Königssohn, dass es sich für eine wie mich nicht geziemt, dich anzusprechen; doch es gibt hier sonst niemanden, der dir Rede und Antwort stehen könnte, weder ein anderer Mann noch eine Frau.

ekā hy ahaṃ saṃprati tena vācaṃ; dadāni vai bhadra nibodha cedam ahaṃ hy araṇye katham ekam ekā; tvām ālapeyaṃ niratā svadharme

Allein bin ich jetzt, deshalb will ich dir Rede stehen, Gütiger - vernimm dies: Wie sollte ich, allein im Wald, allein zu dir, einem Einzelnen, sprechen, wenn ich meinem Dharma treu bin?

Wort für Wort
ekā hy ahaṃ saṃprati tena vācaṃ; dadāni vai bhadra nibodha cedam ahaṃ hy araṇye katham ekam ekā; tvām ālapeyaṃ niratā svadharme
Allein bin ich jetzt, deshalb will ich dir Rede stehen, Gütiger - vernimm dies: Wie sollte ich, allein im Wald, allein zu dir, einem Einzelnen, sprechen, wenn ich meinem Dharma treu bin?

jānāmi ca tvāṃ surathasya putraṃ; yaṃ koṭikāśyeti vidur manuṣyāḥ tasmād ahaṃ śaibya tathaiva tubhyam; ākhyāmi bandhūn prati tan nibodha

Und ich weiß, dass du der Sohn Surathas bist, den die Menschen als Koṭikāśya kennen; darum werde ich, Śaibya, dir ebenso über meine Verwandten Auskunft geben - vernimm dies.

Wort für Wort
jānāmi ca tvāṃ surathasya putraṃ; yaṃ koṭikāśyeti vidur manuṣyāḥ tasmād ahaṃ śaibya tathaiva tubhyam; ākhyāmi bandhūn prati tan nibodha
Und ich weiß, dass du der Sohn Surathas bist, den die Menschen als Koṭikāśya kennen; darum werde ich, Śaibya, dir ebenso über meine Verwandten Auskunft geben - vernimm dies.

apatyam asmi drupadasya rājñaḥ; kṛṣṇeti māṃ śaibya vidur manuṣyāḥ sāhaṃ vṛṇe pañca janān patitve; ye khāṇḍavaprasthagatāḥ śrutās te

Ich bin das Kind des Königs Drupada; Kṛṣṇā nennen mich die Menschen, Śaibya. Ich habe fünf Männer zu Gatten erwählt, die, wie du gehört haben wirst, nach Khāṇḍavaprastha gezogen sind.

Wort für Wort
apatyam asmi drupadasya rājñaḥ; kṛṣṇeti māṃ śaibya vidur manuṣyāḥ sāhaṃ vṛṇe pañca janān patitve; ye khāṇḍavaprasthagatāḥ śrutās te
Ich bin das Kind des Königs Drupada; Kṛṣṇā nennen mich die Menschen, Śaibya. Ich habe fünf Männer zu Gatten erwählt, die, wie du gehört haben wirst, nach Khāṇḍavaprastha gezogen sind.

yudhiṣṭhiro bhīmasenārjunau ca; mādryāś ca putrau puruṣapravīrau te māṃ niveśyeha diśaś catasro; vibhajya pārthā mṛgayāṃ prayātāḥ

Yudhiṣṭhira, Bhīmasena und Arjuna, sowie die beiden Söhne der Mādrī, die vortrefflichen Helden unter den Männern - sie haben mich hier zurückgelassen und sind, die vier Himmelsrichtungen unter sich aufteilend, die Söhne Pṛthās, zur Jagd gezogen.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiro bhīmasenārjunau ca; mādryāś ca putrau puruṣapravīrau te māṃ niveśyeha diśaś catasro; vibhajya pārthā mṛgayāṃ prayātāḥ
Yudhiṣṭhira, Bhīmasena und Arjuna, sowie die beiden Söhne der Mādrī, die vortrefflichen Helden unter den Männern - sie haben mich hier zurückgelassen und sind, die vier Himmelsrichtungen unter sich aufteilend, die Söhne Pṛthās, zur Jagd gezogen.

prācīṃ rājā dakṣiṇāṃ bhīmaseno; jayaḥ pratīcīṃ yamajāv udīcīm manye tu teṣāṃ rathasattamānāṃ; kālo 'bhitaḥ prāpta ihopayātum

Der König [zog] nach Osten, Bhīmasena nach Süden, Jaya nach Westen, die Zwillingssöhne nach Norden; ich glaube aber, dass für jene besten Wagenkämpfer die Zeit gekommen ist, von allen Seiten hierher zurückzukehren.

Wort für Wort
prācīṃ rājā dakṣiṇāṃ bhīmaseno; jayaḥ pratīcīṃ yamajāv udīcīm manye tu teṣāṃ rathasattamānāṃ; kālo 'bhitaḥ prāpta ihopayātum
Der König [zog] nach Osten, Bhīmasena nach Süden, Jaya nach Westen, die Zwillingssöhne nach Norden; ich glaube aber, dass für jene besten Wagenkämpfer die Zeit gekommen ist, von allen Seiten hierher zurückzukehren.

saṃmānitā yāsyatha tair yatheṣṭaṃ; vimucya vāhān avagāhayadhvam priyātithir dharmasuto mahātmā; prīto bhaviṣyaty abhivīkṣya yuṣmān

Von ihnen geehrt, werdet ihr nach Belieben weiterziehen; spannt eure Zugtiere aus und lasst sie sich baden - der hochherzige Sohn des Dharma, dem Gast lieb und teuer, wird sich freuen, euch zu erblicken.‘

Wort für Wort
saṃmānitā yāsyatha tair yatheṣṭaṃ; vimucya vāhān avagāhayadhvam priyātithir dharmasuto mahātmā; prīto bhaviṣyaty abhivīkṣya yuṣmān
Von ihnen geehrt, werdet ihr nach Belieben weiterziehen; spannt eure Zugtiere aus und lasst sie sich baden - der hochherzige Sohn des Dharma, dem Gast lieb und teuer, wird sich freuen, euch zu erblicken.‘

etāvad uktvā drupadātmajā sā; śaibyātmajaṃ candramukhī pratītā viveśa tāṃ parṇakuṭīṃ praśastāṃ; saṃcintya teṣām atithisvadharmam

Nachdem sie dies zum Sohn des Śaibya-Königs gesagt hatte, die Tochter Drupadas, die Mondgesichtige, zuversichtlich, betrat sie jene vortreffliche Laubhütte, an die Gastpflicht gegenüber jenen [Königen] denkend.“

Wort für Wort
etāvad uktvā drupadātmajā sā; śaibyātmajaṃ candramukhī pratītā viveśa tāṃ parṇakuṭīṃ praśastāṃ; saṃcintya teṣām atithisvadharmam
Nachdem sie dies zum Sohn des Śaibya-Königs gesagt hatte, die Tochter Drupadas, die Mondgesichtige, zuversichtlich, betrat sie jene vortreffliche Laubhütte, an die Gastpflicht gegenüber jenen [Königen] denkend.“

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