Kapitel 148: Yugadharmakathanam
Die Erzählung von den Pflichten der Zeitalter
Bhīma bittet Hanumān, ihm die gewaltige Gestalt zu zeigen, die er einst beim Sprung über den Ozean annahm; Hanumān erklärt, dass diese Gestalt an das damalige Zeitalter gebunden war und heute nicht mehr besteht, da alles Wesen der Zeit folgt. Auf Bhīmas Bitte hin gibt Hanumān eine ausführliche Lehrrede über die vier Weltzeitalter (Yugas): das vollkommene Kṛtayuga ohne Standesunterschiede oder Leiden, in dem ein einziger Veda genügte; die Tretā mit beginnendem Opferwesen; das Dvāpara mit gespaltenem Wissen und aufkommenden Krankheiten und Begierden; und schließlich das nahende, nur noch zu einem Viertel rechtschaffene Kaliyuga mit seinem allgemeinen Verfall. Er schließt mit einem Segenswunsch und entlässt Bhīma.
Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, verneigte sich der starkarmige, mächtige Bhīmasena darauf voller Zuneigung vor seinem Bruder, erfreuten Herzens, und sprach mit sanfter Stimme zu Hanumān, dem Herrn der Affen:
Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, verneigte sich der starkarmige, mächtige Bhīmasena darauf voller Zuneigung vor seinem Bruder, erfreuten Herzens, und sprach mit sanfter Stimme zu Hanumān, dem Herrn der Affen:
mayā dhanyataro nāsti yad āryaṃ dṛṣṭavān aham anugraho me sumahāṃs tṛptiś ca tava darśanāt
„Niemand ist glücklicher als ich, da ich den Edlen erblickt habe; überaus groß ist die mir erwiesene Gnade, und Befriedigung erlangte ich durch deinen Anblick.
Wort für Wort
mayā dhanyataro nāsti yad āryaṃ dṛṣṭavān aham anugraho me sumahāṃs tṛptiś ca tava darśanāt
„Niemand ist glücklicher als ich, da ich den Edlen erblickt habe; überaus groß ist die mir erwiesene Gnade, und Befriedigung erlangte ich durch deinen Anblick.
evaṃ tu kṛtam icchāmi tvayāryādya priyaṃ mama yat te tadāsīt plavataḥ sāgaraṃ makarālayam rūpam apratimaṃ vīra tad icchāmi nirīkṣitum
Doch dies wünsche ich, dass du mir, o Edler, heute einen Gefallen tust: jene unvergleichliche Gestalt, die du damals hattest, als du über den von Krokodilen bewohnten Ozean sprangst, o Held - die möchte ich erblicken.
Wort für Wort
evaṃ tu kṛtam icchāmi tvayāryādya priyaṃ mama yat te tadāsīt plavataḥ sāgaraṃ makarālayam rūpam apratimaṃ vīra tad icchāmi nirīkṣitum
Doch dies wünsche ich, dass du mir, o Edler, heute einen Gefallen tust: jene unvergleichliche Gestalt, die du damals hattest, als du über den von Krokodilen bewohnten Ozean sprangst, o Held - die möchte ich erblicken.
evaṃ tuṣṭo bhaviṣyāmi śraddhāsyāmi ca te vacaḥ evam uktaḥ sa tejasvī prahasya harir abravīt
Dadurch werde ich zufrieden sein, und ich werde deinem Wort Glauben schenken.“ Vaiśaṃpāyana sprach: Als dies gesagt war, sprach der glutvolle Hari, lachend:
Wort für Wort
evaṃ tuṣṭo bhaviṣyāmi śraddhāsyāmi ca te vacaḥ evam uktaḥ sa tejasvī prahasya harir abravīt
Dadurch werde ich zufrieden sein, und ich werde deinem Wort Glauben schenken.“ Vaiśaṃpāyana sprach: Als dies gesagt war, sprach der glutvolle Hari, lachend:
na tac chakyaṃ tvayā draṣṭuṃ rūpaṃ nānyena kena cit kālāvasthā tadā hy anyā vartate sā na sāṃpratam
„Jene Gestalt kann von dir nicht erblickt werden, noch von irgendeinem anderen; denn jener Zustand der Zeit war ein anderer - er besteht jetzt nicht mehr.
Wort für Wort
na tac chakyaṃ tvayā draṣṭuṃ rūpaṃ nānyena kena cit kālāvasthā tadā hy anyā vartate sā na sāṃpratam
„Jene Gestalt kann von dir nicht erblickt werden, noch von irgendeinem anderen; denn jener Zustand der Zeit war ein anderer - er besteht jetzt nicht mehr.
anyaḥ kṛtayuge kālas tretāyāṃ dvāpare 'paraḥ ayaṃ pradhvaṃsanaḥ kālo nādya tad rūpam asti me
Anders ist die Zeit im Kṛtayuga, anders in der Tretā, wieder anders im Dvāpara; diese Zeit hier ist die des Verfalls - jene Gestalt besitze ich heute nicht mehr.
Wort für Wort
anyaḥ kṛtayuge kālas tretāyāṃ dvāpare 'paraḥ ayaṃ pradhvaṃsanaḥ kālo nādya tad rūpam asti me
Anders ist die Zeit im Kṛtayuga, anders in der Tretā, wieder anders im Dvāpara; diese Zeit hier ist die des Verfalls - jene Gestalt besitze ich heute nicht mehr.
bhūmir nadyo nagāḥ śailāḥ siddhā devā maharṣayaḥ kālaṃ samanuvartante yathā bhāvā yuge yuge balavarṣmaprabhāvā hi prahīyanty udbhavanti ca
Die Erde, die Flüsse, die Bäume, die Berge, die Siddhas, die Götter, die großen Weisen - sie alle folgen der Zeit, so wie die Wesen in jedem Zeitalter; denn Kraft, Gestalt und Macht schwinden und entstehen von neuem.
Wort für Wort
bhūmir nadyo nagāḥ śailāḥ siddhā devā maharṣayaḥ kālaṃ samanuvartante yathā bhāvā yuge yuge balavarṣmaprabhāvā hi prahīyanty udbhavanti ca
Die Erde, die Flüsse, die Bäume, die Berge, die Siddhas, die Götter, die großen Weisen - sie alle folgen der Zeit, so wie die Wesen in jedem Zeitalter; denn Kraft, Gestalt und Macht schwinden und entstehen von neuem.
bhīma uvāca yugasaṃkhyāṃ samācakṣva ācāraṃ ca yuge yuge dharmakāmārthabhāvāṃś ca varṣma vīryaṃ bhavābhavau
Bhīma sprach: „Erkläre mir die Zahl der Zeitalter, und das Verhalten in jedem Zeitalter, und die Wesenheiten von Recht, Verlangen und Gewinn, und Gestalt, Kraft, Entstehen und Vergehen.“
Wort für Wort
bhīma uvāca yugasaṃkhyāṃ samācakṣva ācāraṃ ca yuge yuge dharmakāmārthabhāvāṃś ca varṣma vīryaṃ bhavābhavau
Bhīma sprach: „Erkläre mir die Zahl der Zeitalter, und das Verhalten in jedem Zeitalter, und die Wesenheiten von Recht, Verlangen und Gewinn, und Gestalt, Kraft, Entstehen und Vergehen.“
hanūmān uvāca kṛtaṃ nāma yugaṃ tāta yatra dharmaḥ sanātanaḥ kṛtam eva na kartavyaṃ tasmin kāle yugottame
Hanumān sprach: „Kṛta heißt das Zeitalter, mein Sohn, in dem die Rechtschaffenheit ewig ist; 'getan' ist da alles, nichts ist mehr zu tun in jener Zeit, dem vorzüglichsten Zeitalter.
Wort für Wort
hanūmān uvāca kṛtaṃ nāma yugaṃ tāta yatra dharmaḥ sanātanaḥ kṛtam eva na kartavyaṃ tasmin kāle yugottame
Hanumān sprach: „Kṛta heißt das Zeitalter, mein Sohn, in dem die Rechtschaffenheit ewig ist; 'getan' ist da alles, nichts ist mehr zu tun in jener Zeit, dem vorzüglichsten Zeitalter.
na sāmayajuṛgvarṇāḥ kriyā nāsīc ca mānavī abhidhyāya phalaṃ tatra dharmaḥ saṃnyāsa eva ca
Es gab keine Einteilungen von Sāman, Yajus und Ṛc, und es gab keine menschlichen Riten; durch bloßes Nachsinnen wurde dort die Frucht erlangt; die Rechtschaffenheit bestand eben im Verzicht.
Wort für Wort
na sāmayajuṛgvarṇāḥ kriyā nāsīc ca mānavī abhidhyāya phalaṃ tatra dharmaḥ saṃnyāsa eva ca
Es gab keine Einteilungen von Sāman, Yajus und Ṛc, und es gab keine menschlichen Riten; durch bloßes Nachsinnen wurde dort die Frucht erlangt; die Rechtschaffenheit bestand eben im Verzicht.
samāśramaṃ samācāraṃ samajñānamatībalam tadā hi samakarmāṇo varṇā dharmān avāpnuvan
Von gleicher Lebensstufe, gleichem Verhalten, gleichem Wissen, gleicher Kraft; denn damals erlangten die Stände, von gleichem Wirken, die Rechtschaffenheit.
Wort für Wort
samāśramaṃ samācāraṃ samajñānamatībalam tadā hi samakarmāṇo varṇā dharmān avāpnuvan
Von gleicher Lebensstufe, gleichem Verhalten, gleichem Wissen, gleicher Kraft; denn damals erlangten die Stände, von gleichem Wirken, die Rechtschaffenheit.
ekavedasamāyuktā ekamantravidhikriyāḥ pṛthagdharmās tv ekavedā dharmam ekam anuvratāḥ
Verbunden mit einem einzigen Veda, mit einem einzigen Mantra, einer einzigen Ritualhandlung; obwohl von getrennten Pflichten, doch einem einzigen Veda, einer einzigen Rechtschaffenheit ergeben,
Wort für Wort
ekavedasamāyuktā ekamantravidhikriyāḥ pṛthagdharmās tv ekavedā dharmam ekam anuvratāḥ
Verbunden mit einem einzigen Veda, mit einem einzigen Mantra, einer einzigen Ritualhandlung; obwohl von getrennten Pflichten, doch einem einzigen Veda, einer einzigen Rechtschaffenheit ergeben,
erlangten sie durch das mit den vier Lebensstufen verbundene, der Zeit gemäße Wirken, durch die Verbindung ihrer Werke ohne Verlangen nach Frucht, das höchste Ziel.
erlangten sie durch das mit den vier Lebensstufen verbundene, der Zeit gemäße Wirken, durch die Verbindung ihrer Werke ohne Verlangen nach Frucht, das höchste Ziel.
Diese, mit der Vereinigung mit dem Selbst verbundene Rechtschaffenheit, mit den vollkommenen Merkmalen, war im Kṛtayuga vierfüßig und für die vier Stände ewig.
Diese, mit der Vereinigung mit dem Selbst verbundene Rechtschaffenheit, mit den vollkommenen Merkmalen, war im Kṛtayuga vierfüßig und für die vier Stände ewig.
pādena hrasate dharmo raktatāṃ yāti cācyutaḥ satyapravṛttāś ca narāḥ kriyādharmaparāyaṇāḥ
Um ein Viertel schwindet die Rechtschaffenheit, und der Unvergängliche nimmt eine rötliche Färbung an; die Menschen aber sind der Wahrheit zugetan, dem Recht der rituellen Handlung ergeben.
Wort für Wort
pādena hrasate dharmo raktatāṃ yāti cācyutaḥ satyapravṛttāś ca narāḥ kriyādharmaparāyaṇāḥ
Um ein Viertel schwindet die Rechtschaffenheit, und der Unvergängliche nimmt eine rötliche Färbung an; die Menschen aber sind der Wahrheit zugetan, dem Recht der rituellen Handlung ergeben.
tato yajñāḥ pravartante dharmāś ca vividhāḥ kriyāḥ tretāyāṃ bhāvasaṃkalpāḥ kriyādānaphalodayāḥ
Da beginnen die Opfer, und mannigfaltige rechtschaffene Handlungen; in der Tretā entstehen aus dem Vorsatz des Herzens die Früchte von Handlung und Gabe.
Wort für Wort
tato yajñāḥ pravartante dharmāś ca vividhāḥ kriyāḥ tretāyāṃ bhāvasaṃkalpāḥ kriyādānaphalodayāḥ
Da beginnen die Opfer, und mannigfaltige rechtschaffene Handlungen; in der Tretā entstehen aus dem Vorsatz des Herzens die Früchte von Handlung und Gabe.
pracalanti na vai dharmāt tapodānaparāyaṇāḥ svadharmasthāḥ kriyāvanto janās tretāyuge 'bhavan
Sie weichen nicht von der Rechtschaffenheit ab, der Buße und der Freigebigkeit ergeben; in ihrer eigenen Pflicht stehend, der Handlung zugetan, waren die Menschen im Tretāyuga.
Wort für Wort
pracalanti na vai dharmāt tapodānaparāyaṇāḥ svadharmasthāḥ kriyāvanto janās tretāyuge 'bhavan
Sie weichen nicht von der Rechtschaffenheit ab, der Buße und der Freigebigkeit ergeben; in ihrer eigenen Pflicht stehend, der Handlung zugetan, waren die Menschen im Tretāyuga.
tato 'nye ca caturvedās trivedāś ca tathāpare dvivedāś caikavedāś cāpy anṛcaś ca tathāpare
Da gibt es manche, die alle vier Veden kennen, und andere, die drei kennen, und wieder andere zwei, und manche nur einen, und wieder andere gar keine Ṛcs.
Wort für Wort
tato 'nye ca caturvedās trivedāś ca tathāpare dvivedāś caikavedāś cāpy anṛcaś ca tathāpare
Da gibt es manche, die alle vier Veden kennen, und andere, die drei kennen, und wieder andere zwei, und manche nur einen, und wieder andere gar keine Ṛcs.
So werden, da die Schriften zersplittert sind, die Riten auf vielfache Weise vollzogen; der Buße und Freigebigkeit zugetan, wird das Volk von der Rajas-Eigenschaft geprägt.
So werden, da die Schriften zersplittert sind, die Riten auf vielfache Weise vollzogen; der Buße und Freigebigkeit zugetan, wird das Volk von der Rajas-Eigenschaft geprägt.
Und aus Unkenntnis des einen Veda wurden jene vielen Veden geschaffen; und durch das Abweichen von der Wahrheit hier steht nur noch mancher fest in der Wahrheit.
Und aus Unkenntnis des einen Veda wurden jene vielen Veden geschaffen; und durch das Abweichen von der Wahrheit hier steht nur noch mancher fest in der Wahrheit.
yugeṣv āvartamāneṣu dharmo vyāvartate punaḥ dharme vyāvartamāne tu loko vyāvartate punaḥ
Während die Zeitalter sich wandeln, wandelt sich auch wiederum die Rechtschaffenheit; und während sich die Rechtschaffenheit wandelt, wandelt sich wiederum die Welt.
Wort für Wort
yugeṣv āvartamāneṣu dharmo vyāvartate punaḥ dharme vyāvartamāne tu loko vyāvartate punaḥ
Während die Zeitalter sich wandeln, wandelt sich auch wiederum die Rechtschaffenheit; und während sich die Rechtschaffenheit wandelt, wandelt sich wiederum die Welt.
Wenn die Welt schwindet, schwinden auch die weltbewegenden Wesenheiten; die durch den Verfall der Zeitalter verursachten Rechtsordnungen verkehren die ursprünglichen Bestrebungen.
Wenn die Welt schwindet, schwinden auch die weltbewegenden Wesenheiten; die durch den Verfall der Zeitalter verursachten Rechtsordnungen verkehren die ursprünglichen Bestrebungen.