Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 148: Yugadharmakathanam Die Erzählung von den Pflichten der Zeitalter

Bhīma bittet Hanumān, ihm die gewaltige Gestalt zu zeigen, die er einst beim Sprung über den Ozean annahm; Hanumān erklärt, dass diese Gestalt an das damalige Zeitalter gebunden war und heute nicht mehr besteht, da alles Wesen der Zeit folgt. Auf Bhīmas Bitte hin gibt Hanumān eine ausführliche Lehrrede über die vier Weltzeitalter (Yugas): das vollkommene Kṛtayuga ohne Standesunterschiede oder Leiden, in dem ein einziger Veda genügte; die Tretā mit beginnendem Opferwesen; das Dvāpara mit gespaltenem Wissen und aufkommenden Krankheiten und Begierden; und schließlich das nahende, nur noch zu einem Viertel rechtschaffene Kaliyuga mit seinem allgemeinen Verfall. Er schließt mit einem Segenswunsch und entlässt Bhīma.

vaiśaṃpāyana uvāca evam ukto mahābāhur bhīmasenaḥ pratāpavān praṇipatya tataḥ prītyā bhrātaraṃ hṛṣṭamānasaḥ uvāca ślakṣṇayā vācā hanūmantaṃ kapīśvaram

Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, verneigte sich der starkarmige, mächtige Bhīmasena darauf voller Zuneigung vor seinem Bruder, erfreuten Herzens, und sprach mit sanfter Stimme zu Hanumān, dem Herrn der Affen:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam ukto mahābāhur bhīmasenaḥ pratāpavān praṇipatya tataḥ prītyā bhrātaraṃ hṛṣṭamānasaḥ uvāca ślakṣṇayā vācā hanūmantaṃ kapīśvaram
Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, verneigte sich der starkarmige, mächtige Bhīmasena darauf voller Zuneigung vor seinem Bruder, erfreuten Herzens, und sprach mit sanfter Stimme zu Hanumān, dem Herrn der Affen:

mayā dhanyataro nāsti yad āryaṃ dṛṣṭavān aham anugraho me sumahāṃs tṛptiś ca tava darśanāt

„Niemand ist glücklicher als ich, da ich den Edlen erblickt habe; überaus groß ist die mir erwiesene Gnade, und Befriedigung erlangte ich durch deinen Anblick.

Wort für Wort
mayā dhanyataro nāsti yad āryaṃ dṛṣṭavān aham anugraho me sumahāṃs tṛptiś ca tava darśanāt
„Niemand ist glücklicher als ich, da ich den Edlen erblickt habe; überaus groß ist die mir erwiesene Gnade, und Befriedigung erlangte ich durch deinen Anblick.

evaṃ tu kṛtam icchāmi tvayāryādya priyaṃ mama yat te tadāsīt plavataḥ sāgaraṃ makarālayam rūpam apratimaṃ vīra tad icchāmi nirīkṣitum

Doch dies wünsche ich, dass du mir, o Edler, heute einen Gefallen tust: jene unvergleichliche Gestalt, die du damals hattest, als du über den von Krokodilen bewohnten Ozean sprangst, o Held - die möchte ich erblicken.

Wort für Wort
evaṃ tu kṛtam icchāmi tvayāryādya priyaṃ mama yat te tadāsīt plavataḥ sāgaraṃ makarālayam rūpam apratimaṃ vīra tad icchāmi nirīkṣitum
Doch dies wünsche ich, dass du mir, o Edler, heute einen Gefallen tust: jene unvergleichliche Gestalt, die du damals hattest, als du über den von Krokodilen bewohnten Ozean sprangst, o Held - die möchte ich erblicken.

evaṃ tuṣṭo bhaviṣyāmi śraddhāsyāmi ca te vacaḥ evam uktaḥ sa tejasvī prahasya harir abravīt

Dadurch werde ich zufrieden sein, und ich werde deinem Wort Glauben schenken.“ Vaiśaṃpāyana sprach: Als dies gesagt war, sprach der glutvolle Hari, lachend:

Wort für Wort
evaṃ tuṣṭo bhaviṣyāmi śraddhāsyāmi ca te vacaḥ evam uktaḥ sa tejasvī prahasya harir abravīt
Dadurch werde ich zufrieden sein, und ich werde deinem Wort Glauben schenken.“ Vaiśaṃpāyana sprach: Als dies gesagt war, sprach der glutvolle Hari, lachend:

na tac chakyaṃ tvayā draṣṭuṃ rūpaṃ nānyena kena cit kālāvasthā tadā hy anyā vartate sā na sāṃpratam

„Jene Gestalt kann von dir nicht erblickt werden, noch von irgendeinem anderen; denn jener Zustand der Zeit war ein anderer - er besteht jetzt nicht mehr.

Wort für Wort
na tac chakyaṃ tvayā draṣṭuṃ rūpaṃ nānyena kena cit kālāvasthā tadā hy anyā vartate sā na sāṃpratam
„Jene Gestalt kann von dir nicht erblickt werden, noch von irgendeinem anderen; denn jener Zustand der Zeit war ein anderer - er besteht jetzt nicht mehr.

anyaḥ kṛtayuge kālas tretāyāṃ dvāpare 'paraḥ ayaṃ pradhvaṃsanaḥ kālo nādya tad rūpam asti me

Anders ist die Zeit im Kṛtayuga, anders in der Tretā, wieder anders im Dvāpara; diese Zeit hier ist die des Verfalls - jene Gestalt besitze ich heute nicht mehr.

Wort für Wort
anyaḥ kṛtayuge kālas tretāyāṃ dvāpare 'paraḥ ayaṃ pradhvaṃsanaḥ kālo nādya tad rūpam asti me
Anders ist die Zeit im Kṛtayuga, anders in der Tretā, wieder anders im Dvāpara; diese Zeit hier ist die des Verfalls - jene Gestalt besitze ich heute nicht mehr.

bhūmir nadyo nagāḥ śailāḥ siddhā devā maharṣayaḥ kālaṃ samanuvartante yathā bhāvā yuge yuge balavarṣmaprabhāvā hi prahīyanty udbhavanti ca

Die Erde, die Flüsse, die Bäume, die Berge, die Siddhas, die Götter, die großen Weisen - sie alle folgen der Zeit, so wie die Wesen in jedem Zeitalter; denn Kraft, Gestalt und Macht schwinden und entstehen von neuem.

Wort für Wort
bhūmir nadyo nagāḥ śailāḥ siddhā devā maharṣayaḥ kālaṃ samanuvartante yathā bhāvā yuge yuge balavarṣmaprabhāvā hi prahīyanty udbhavanti ca
Die Erde, die Flüsse, die Bäume, die Berge, die Siddhas, die Götter, die großen Weisen - sie alle folgen der Zeit, so wie die Wesen in jedem Zeitalter; denn Kraft, Gestalt und Macht schwinden und entstehen von neuem.

tad alaṃ tava tad rūpaṃ draṣṭuṃ kurukulodvaha yugaṃ samanuvartāmi kālo hi duratikramaḥ

Darum genug damit, jene Gestalt zu sehen, o Zierde des Kuru-Geschlechts; ich folge dem Zeitalter, denn die Zeit ist unüberwindlich.“

Wort für Wort
tad alaṃ tava tad rūpaṃ draṣṭuṃ kurukulodvaha yugaṃ samanuvartāmi kālo hi duratikramaḥ
Darum genug damit, jene Gestalt zu sehen, o Zierde des Kuru-Geschlechts; ich folge dem Zeitalter, denn die Zeit ist unüberwindlich.“

bhīma uvāca yugasaṃkhyāṃ samācakṣva ācāraṃ ca yuge yuge dharmakāmārthabhāvāṃś ca varṣma vīryaṃ bhavābhavau

Bhīma sprach: „Erkläre mir die Zahl der Zeitalter, und das Verhalten in jedem Zeitalter, und die Wesenheiten von Recht, Verlangen und Gewinn, und Gestalt, Kraft, Entstehen und Vergehen.“

Wort für Wort
bhīma uvāca yugasaṃkhyāṃ samācakṣva ācāraṃ ca yuge yuge dharmakāmārthabhāvāṃś ca varṣma vīryaṃ bhavābhavau
Bhīma sprach: „Erkläre mir die Zahl der Zeitalter, und das Verhalten in jedem Zeitalter, und die Wesenheiten von Recht, Verlangen und Gewinn, und Gestalt, Kraft, Entstehen und Vergehen.“

hanūmān uvāca kṛtaṃ nāma yugaṃ tāta yatra dharmaḥ sanātanaḥ kṛtam eva na kartavyaṃ tasmin kāle yugottame

Hanumān sprach: „Kṛta heißt das Zeitalter, mein Sohn, in dem die Rechtschaffenheit ewig ist; 'getan' ist da alles, nichts ist mehr zu tun in jener Zeit, dem vorzüglichsten Zeitalter.

Wort für Wort
hanūmān uvāca kṛtaṃ nāma yugaṃ tāta yatra dharmaḥ sanātanaḥ kṛtam eva na kartavyaṃ tasmin kāle yugottame
Hanumān sprach: „Kṛta heißt das Zeitalter, mein Sohn, in dem die Rechtschaffenheit ewig ist; 'getan' ist da alles, nichts ist mehr zu tun in jener Zeit, dem vorzüglichsten Zeitalter.

na tatra dharmāḥ sīdanti na kṣīyante ca vai prajāḥ tataḥ kṛtayugaṃ nāma kālena guṇatāṃ gatam

Dort schwinden weder die Rechtsordnungen, noch nehmen die Geschöpfe ab; darum heißt es das Kṛtayuga, durch die Zeit zur Vollkommenheit gelangt.

Wort für Wort
na tatra dharmāḥ sīdanti na kṣīyante ca vai prajāḥ tataḥ kṛtayugaṃ nāma kālena guṇatāṃ gatam
Dort schwinden weder die Rechtsordnungen, noch nehmen die Geschöpfe ab; darum heißt es das Kṛtayuga, durch die Zeit zur Vollkommenheit gelangt.

devadānavagandharvayakṣarākṣasapannagāḥ nāsan kṛtayuge tāta tadā na krayavikrayāḥ

Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangenwesen gab es im Kṛtayuga nicht, mein Sohn; damals gab es auch keinen Kauf und Verkauf.

Wort für Wort
devadānavagandharvayakṣarākṣasapannagāḥ nāsan kṛtayuge tāta tadā na krayavikrayāḥ
Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangenwesen gab es im Kṛtayuga nicht, mein Sohn; damals gab es auch keinen Kauf und Verkauf.

na sāmayajuṛgvarṇāḥ kriyā nāsīc ca mānavī abhidhyāya phalaṃ tatra dharmaḥ saṃnyāsa eva ca

Es gab keine Einteilungen von Sāman, Yajus und Ṛc, und es gab keine menschlichen Riten; durch bloßes Nachsinnen wurde dort die Frucht erlangt; die Rechtschaffenheit bestand eben im Verzicht.

Wort für Wort
na sāmayajuṛgvarṇāḥ kriyā nāsīc ca mānavī abhidhyāya phalaṃ tatra dharmaḥ saṃnyāsa eva ca
Es gab keine Einteilungen von Sāman, Yajus und Ṛc, und es gab keine menschlichen Riten; durch bloßes Nachsinnen wurde dort die Frucht erlangt; die Rechtschaffenheit bestand eben im Verzicht.

na tasmin yugasaṃsarge vyādhayo nendriyakṣayaḥ nāsūyā nāpi ruditaṃ na darpo nāpi paiśunam

In jener Zeitalter-Ordnung gab es keine Krankheiten, keinen Verfall der Sinne, keinen Neid, kein Weinen, keinen Hochmut, keine Verleumdung,

Wort für Wort
na tasmin yugasaṃsarge vyādhayo nendriyakṣayaḥ nāsūyā nāpi ruditaṃ na darpo nāpi paiśunam
In jener Zeitalter-Ordnung gab es keine Krankheiten, keinen Verfall der Sinne, keinen Neid, kein Weinen, keinen Hochmut, keine Verleumdung,

na vigrahaḥ kutas tandrī na dveṣo nāpi vaikṛtam na bhayaṃ na ca saṃtāpo na cerṣyā na ca matsaraḥ

keinen Streit, geschweige denn Trägheit, keinen Hass, keine Verderbtheit, keine Furcht, keine Qual, keine Eifersucht und keinen Neid.

Wort für Wort
na vigrahaḥ kutas tandrī na dveṣo nāpi vaikṛtam na bhayaṃ na ca saṃtāpo na cerṣyā na ca matsaraḥ
keinen Streit, geschweige denn Trägheit, keinen Hass, keine Verderbtheit, keine Furcht, keine Qual, keine Eifersucht und keinen Neid.

tataḥ paramakaṃ brahma yā gatir yogināṃ parā ātmā ca sarvabhūtānāṃ śuklo nārāyaṇas tadā

Damals war das höchste Brahman, das höchste Ziel der Yogins, die Seele aller Wesen, der weiße Nārāyaṇa.

Wort für Wort
tataḥ paramakaṃ brahma yā gatir yogināṃ parā ātmā ca sarvabhūtānāṃ śuklo nārāyaṇas tadā
Damals war das höchste Brahman, das höchste Ziel der Yogins, die Seele aller Wesen, der weiße Nārāyaṇa.

brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrāś ca kṛtalakṣaṇāḥ kṛte yuge samabhavan svakarmaniratāḥ prajāḥ

Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas und Śūdras, mit vollkommenen Merkmalen, waren im Kṛtayuga Geschöpfe, ihren eigenen Pflichten zugetan.

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrāś ca kṛtalakṣaṇāḥ kṛte yuge samabhavan svakarmaniratāḥ prajāḥ
Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas und Śūdras, mit vollkommenen Merkmalen, waren im Kṛtayuga Geschöpfe, ihren eigenen Pflichten zugetan.

samāśramaṃ samācāraṃ samajñānamatībalam tadā hi samakarmāṇo varṇā dharmān avāpnuvan

Von gleicher Lebensstufe, gleichem Verhalten, gleichem Wissen, gleicher Kraft; denn damals erlangten die Stände, von gleichem Wirken, die Rechtschaffenheit.

Wort für Wort
samāśramaṃ samācāraṃ samajñānamatībalam tadā hi samakarmāṇo varṇā dharmān avāpnuvan
Von gleicher Lebensstufe, gleichem Verhalten, gleichem Wissen, gleicher Kraft; denn damals erlangten die Stände, von gleichem Wirken, die Rechtschaffenheit.

ekavedasamāyuktā ekamantravidhikriyāḥ pṛthagdharmās tv ekavedā dharmam ekam anuvratāḥ

Verbunden mit einem einzigen Veda, mit einem einzigen Mantra, einer einzigen Ritualhandlung; obwohl von getrennten Pflichten, doch einem einzigen Veda, einer einzigen Rechtschaffenheit ergeben,

Wort für Wort
ekavedasamāyuktā ekamantravidhikriyāḥ pṛthagdharmās tv ekavedā dharmam ekam anuvratāḥ
Verbunden mit einem einzigen Veda, mit einem einzigen Mantra, einer einzigen Ritualhandlung; obwohl von getrennten Pflichten, doch einem einzigen Veda, einer einzigen Rechtschaffenheit ergeben,

cāturāśramyayuktena karmaṇā kālayoginā akāmaphalasaṃyogāt prāpnuvanti parāṃ gatim

erlangten sie durch das mit den vier Lebensstufen verbundene, der Zeit gemäße Wirken, durch die Verbindung ihrer Werke ohne Verlangen nach Frucht, das höchste Ziel.

Wort für Wort
cāturāśramyayuktena karmaṇā kālayoginā akāmaphalasaṃyogāt prāpnuvanti parāṃ gatim
erlangten sie durch das mit den vier Lebensstufen verbundene, der Zeit gemäße Wirken, durch die Verbindung ihrer Werke ohne Verlangen nach Frucht, das höchste Ziel.

ātmayogasamāyukto dharmo 'yaṃ kṛtalakṣaṇaḥ kṛte yuge catuṣpādaś cāturvarṇyasya śāśvataḥ

Diese, mit der Vereinigung mit dem Selbst verbundene Rechtschaffenheit, mit den vollkommenen Merkmalen, war im Kṛtayuga vierfüßig und für die vier Stände ewig.

Wort für Wort
ātmayogasamāyukto dharmo 'yaṃ kṛtalakṣaṇaḥ kṛte yuge catuṣpādaś cāturvarṇyasya śāśvataḥ
Diese, mit der Vereinigung mit dem Selbst verbundene Rechtschaffenheit, mit den vollkommenen Merkmalen, war im Kṛtayuga vierfüßig und für die vier Stände ewig.

etat kṛtayugaṃ nāma traiguṇyaparivarjitam tretām api nibodha tvaṃ yasmin satraṃ pravartate

Dies ist das sogenannte Kṛtayuga, frei von den drei Eigenschaften; vernimm nun auch von der Tretā, in der die Opfersitzung ihren Anfang nimmt.

Wort für Wort
etat kṛtayugaṃ nāma traiguṇyaparivarjitam tretām api nibodha tvaṃ yasmin satraṃ pravartate
Dies ist das sogenannte Kṛtayuga, frei von den drei Eigenschaften; vernimm nun auch von der Tretā, in der die Opfersitzung ihren Anfang nimmt.

pādena hrasate dharmo raktatāṃ yāti cācyutaḥ satyapravṛttāś ca narāḥ kriyādharmaparāyaṇāḥ

Um ein Viertel schwindet die Rechtschaffenheit, und der Unvergängliche nimmt eine rötliche Färbung an; die Menschen aber sind der Wahrheit zugetan, dem Recht der rituellen Handlung ergeben.

Wort für Wort
pādena hrasate dharmo raktatāṃ yāti cācyutaḥ satyapravṛttāś ca narāḥ kriyādharmaparāyaṇāḥ
Um ein Viertel schwindet die Rechtschaffenheit, und der Unvergängliche nimmt eine rötliche Färbung an; die Menschen aber sind der Wahrheit zugetan, dem Recht der rituellen Handlung ergeben.

tato yajñāḥ pravartante dharmāś ca vividhāḥ kriyāḥ tretāyāṃ bhāvasaṃkalpāḥ kriyādānaphalodayāḥ

Da beginnen die Opfer, und mannigfaltige rechtschaffene Handlungen; in der Tretā entstehen aus dem Vorsatz des Herzens die Früchte von Handlung und Gabe.

Wort für Wort
tato yajñāḥ pravartante dharmāś ca vividhāḥ kriyāḥ tretāyāṃ bhāvasaṃkalpāḥ kriyādānaphalodayāḥ
Da beginnen die Opfer, und mannigfaltige rechtschaffene Handlungen; in der Tretā entstehen aus dem Vorsatz des Herzens die Früchte von Handlung und Gabe.

pracalanti na vai dharmāt tapodānaparāyaṇāḥ svadharmasthāḥ kriyāvanto janās tretāyuge 'bhavan

Sie weichen nicht von der Rechtschaffenheit ab, der Buße und der Freigebigkeit ergeben; in ihrer eigenen Pflicht stehend, der Handlung zugetan, waren die Menschen im Tretāyuga.

Wort für Wort
pracalanti na vai dharmāt tapodānaparāyaṇāḥ svadharmasthāḥ kriyāvanto janās tretāyuge 'bhavan
Sie weichen nicht von der Rechtschaffenheit ab, der Buße und der Freigebigkeit ergeben; in ihrer eigenen Pflicht stehend, der Handlung zugetan, waren die Menschen im Tretāyuga.

dvāpare 'pi yuge dharmo dvibhāgonaḥ pravartate viṣṇur vai pītatāṃ yāti caturdhā veda eva ca

Auch im Dvāparayuga besteht die Rechtschaffenheit nur noch zu zwei Vierteln; Viṣṇu nimmt eine gelbe Färbung an, und ebenso wird der Veda vierfach.

Wort für Wort
dvāpare 'pi yuge dharmo dvibhāgonaḥ pravartate viṣṇur vai pītatāṃ yāti caturdhā veda eva ca
Auch im Dvāparayuga besteht die Rechtschaffenheit nur noch zu zwei Vierteln; Viṣṇu nimmt eine gelbe Färbung an, und ebenso wird der Veda vierfach.

tato 'nye ca caturvedās trivedāś ca tathāpare dvivedāś caikavedāś cāpy anṛcaś ca tathāpare

Da gibt es manche, die alle vier Veden kennen, und andere, die drei kennen, und wieder andere zwei, und manche nur einen, und wieder andere gar keine Ṛcs.

Wort für Wort
tato 'nye ca caturvedās trivedāś ca tathāpare dvivedāś caikavedāś cāpy anṛcaś ca tathāpare
Da gibt es manche, die alle vier Veden kennen, und andere, die drei kennen, und wieder andere zwei, und manche nur einen, und wieder andere gar keine Ṛcs.

evaṃ śāstreṣu bhinneṣu bahudhā nīyate kriyā tapodānapravṛttā ca rājasī bhavati prajā

So werden, da die Schriften zersplittert sind, die Riten auf vielfache Weise vollzogen; der Buße und Freigebigkeit zugetan, wird das Volk von der Rajas-Eigenschaft geprägt.

Wort für Wort
evaṃ śāstreṣu bhinneṣu bahudhā nīyate kriyā tapodānapravṛttā ca rājasī bhavati prajā
So werden, da die Schriften zersplittert sind, die Riten auf vielfache Weise vollzogen; der Buße und Freigebigkeit zugetan, wird das Volk von der Rajas-Eigenschaft geprägt.

ekavedasya cājñānād vedās te bahavaḥ kṛtāḥ satyasya ceha vibhraṃśāt satye kaś cid avasthitaḥ

Und aus Unkenntnis des einen Veda wurden jene vielen Veden geschaffen; und durch das Abweichen von der Wahrheit hier steht nur noch mancher fest in der Wahrheit.

Wort für Wort
ekavedasya cājñānād vedās te bahavaḥ kṛtāḥ satyasya ceha vibhraṃśāt satye kaś cid avasthitaḥ
Und aus Unkenntnis des einen Veda wurden jene vielen Veden geschaffen; und durch das Abweichen von der Wahrheit hier steht nur noch mancher fest in der Wahrheit.

satyāt pracyavamānānāṃ vyādhayo bahavo 'bhavan kāmāś copadravāś caiva tadā daivatakāritāḥ

Bei denen, die von der Wahrheit abweichen, entstehen viele Krankheiten; auch Begierden und Plagen, damals von den Göttern verursacht.

Wort für Wort
satyāt pracyavamānānāṃ vyādhayo bahavo 'bhavan kāmāś copadravāś caiva tadā daivatakāritāḥ
Bei denen, die von der Wahrheit abweichen, entstehen viele Krankheiten; auch Begierden und Plagen, damals von den Göttern verursacht.

yair ardyamānāḥ subhṛśaṃ tapas tapyanti mānavāḥ kāmakāmāḥ svargakāmā yajñāṃs tanvanti cāpare

Von diesen heftig gequält, üben die Menschen Buße; und manche, nach Genüssen begehrend, nach dem Himmel begehrend, vollziehen Opfer.

Wort für Wort
yair ardyamānāḥ subhṛśaṃ tapas tapyanti mānavāḥ kāmakāmāḥ svargakāmā yajñāṃs tanvanti cāpare
Von diesen heftig gequält, üben die Menschen Buße; und manche, nach Genüssen begehrend, nach dem Himmel begehrend, vollziehen Opfer.

evaṃ dvāparam āsādya prajāḥ kṣīyanty adharmataḥ pādenaikena kaunteya dharmaḥ kaliyuge sthitaḥ

So, das Dvāpara erreichend, schwinden die Geschöpfe durch Unrecht; nur zu einem Viertel, o Sohn der Kuntī, besteht die Rechtschaffenheit im Kaliyuga.

Wort für Wort
evaṃ dvāparam āsādya prajāḥ kṣīyanty adharmataḥ pādenaikena kaunteya dharmaḥ kaliyuge sthitaḥ
So, das Dvāpara erreichend, schwinden die Geschöpfe durch Unrecht; nur zu einem Viertel, o Sohn der Kuntī, besteht die Rechtschaffenheit im Kaliyuga.

tāmasaṃ yugam āsādya kṛṣṇo bhavati keśavaḥ vedācārāḥ praśāmyanti dharmayajñakriyās tathā

Das von Dunkelheit geprägte Zeitalter erreichend, wird Keśava dunkel; die Vedenriten erlöschen, und ebenso die Handlungen von Recht und Opfer.

Wort für Wort
tāmasaṃ yugam āsādya kṛṣṇo bhavati keśavaḥ vedācārāḥ praśāmyanti dharmayajñakriyās tathā
Das von Dunkelheit geprägte Zeitalter erreichend, wird Keśava dunkel; die Vedenriten erlöschen, und ebenso die Handlungen von Recht und Opfer.

ītayo vyādhayas tandrī doṣāḥ krodhādayas tathā upadravāś ca vartante ādhayo vyādhayas tathā

Plagen, Krankheiten, Trägheit, Fehler wie Zorn und dergleichen, sowie Unglücksfälle bestehen, und ebenso seelische wie körperliche Leiden.

Wort für Wort
ītayo vyādhayas tandrī doṣāḥ krodhādayas tathā upadravāś ca vartante ādhayo vyādhayas tathā
Plagen, Krankheiten, Trägheit, Fehler wie Zorn und dergleichen, sowie Unglücksfälle bestehen, und ebenso seelische wie körperliche Leiden.

yugeṣv āvartamāneṣu dharmo vyāvartate punaḥ dharme vyāvartamāne tu loko vyāvartate punaḥ

Während die Zeitalter sich wandeln, wandelt sich auch wiederum die Rechtschaffenheit; und während sich die Rechtschaffenheit wandelt, wandelt sich wiederum die Welt.

Wort für Wort
yugeṣv āvartamāneṣu dharmo vyāvartate punaḥ dharme vyāvartamāne tu loko vyāvartate punaḥ
Während die Zeitalter sich wandeln, wandelt sich auch wiederum die Rechtschaffenheit; und während sich die Rechtschaffenheit wandelt, wandelt sich wiederum die Welt.

loke kṣīṇe kṣayaṃ yānti bhāvā lokapravartakāḥ yugakṣayakṛtā dharmāḥ prārthanāni vikurvate

Wenn die Welt schwindet, schwinden auch die weltbewegenden Wesenheiten; die durch den Verfall der Zeitalter verursachten Rechtsordnungen verkehren die ursprünglichen Bestrebungen.

Wort für Wort
loke kṣīṇe kṣayaṃ yānti bhāvā lokapravartakāḥ yugakṣayakṛtā dharmāḥ prārthanāni vikurvate
Wenn die Welt schwindet, schwinden auch die weltbewegenden Wesenheiten; die durch den Verfall der Zeitalter verursachten Rechtsordnungen verkehren die ursprünglichen Bestrebungen.

etat kaliyugaṃ nāma acirād yat pravartate yugānuvartanaṃ tv etat kurvanti cirajīvinaḥ

Dies ist das sogenannte Kaliyuga, das bald anbricht; diesem Verlauf der Zeitalter aber fügen sich die Langlebigen.

Wort für Wort
etat kaliyugaṃ nāma acirād yat pravartate yugānuvartanaṃ tv etat kurvanti cirajīvinaḥ
Dies ist das sogenannte Kaliyuga, das bald anbricht; diesem Verlauf der Zeitalter aber fügen sich die Langlebigen.

yac ca te matparijñāne kautūhalam ariṃdama anarthakeṣu ko bhāvaḥ puruṣasya vijānataḥ

Und was dein Verlangen war, mich zu erkennen, o Feindebezwinger - welchen Sinn hat es für einen erkennenden Mann, sich mit Nutzlosem zu befassen?

Wort für Wort
yac ca te matparijñāne kautūhalam ariṃdama anarthakeṣu ko bhāvaḥ puruṣasya vijānataḥ
Und was dein Verlangen war, mich zu erkennen, o Feindebezwinger - welchen Sinn hat es für einen erkennenden Mann, sich mit Nutzlosem zu befassen?

etat te sarvam ākhyātaṃ yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi yugasaṃkhyāṃ mahābāho svasti prāpnuhi gamyatām

Dies alles ist dir verkündet, was du mich gefragt hast, die Zahl der Zeitalter, o Starkarmiger; erlange Wohlergehen - geh nun.“

Wort für Wort
etat te sarvam ākhyātaṃ yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi yugasaṃkhyāṃ mahābāho svasti prāpnuhi gamyatām
Dies alles ist dir verkündet, was du mich gefragt hast, die Zahl der Zeitalter, o Starkarmiger; erlange Wohlergehen - geh nun.“

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