Kapitel 77: Nalasya Rājyapunarlābhaḥ
Nala gewinnt sein Königreich zurück
Nala zieht mit kleinem Gefolge zu seinem Bruder Puṣkara und fordert ihn zu einem entscheidenden Würfelspiel um Königreich und Leben heraus. Trotz Puṣkaras hochmütiger Prahlerei, Damayantī als Siegespreis zu gewinnen, gewinnt Nala - nun im Besitz des von Ṛtuparṇa erlernten Würfelgeheimnisses - mit einem einzigen Wurf. Statt Rache zu üben, vergibt Nala seinem Bruder großmütig, erklärt ihm, dass allein Kali für die einstige Niederlage verantwortlich war, und entlässt ihn reich beschenkt und in Frieden. Nala kehrt triumphierend in seine Hauptstadt zurück.
bṛhadaśva uvāca sa māsam uṣya kaunteya bhīmam āmantrya naiṣadhaḥ purād alpaparīvāro jagāma niṣadhān prati
Bṛhadaśva sprach: Nachdem er einen Monat verweilt hatte, o Kaunteya, verabschiedete sich der Naiṣadha von Bhīma und zog mit geringem Gefolge von der Stadt aus in Richtung der Niṣadhas.
Wort für Wort
bṛhadaśva uvāca sa māsam uṣya kaunteya bhīmam āmantrya naiṣadhaḥ purād alpaparīvāro jagāma niṣadhān prati
Bṛhadaśva sprach: Nachdem er einen Monat verweilt hatte, o Kaunteya, verabschiedete sich der Naiṣadha von Bhīma und zog mit geringem Gefolge von der Stadt aus in Richtung der Niṣadhas.
punaḥ pravartatāṃ dyūtam iti me niścitā matiḥ ekapāṇena bhadraṃ te prāṇayoś ca paṇāvahe
soll wiederum in einem Würfelspiel eingesetzt werden - das ist mein fester Entschluss. Mit einem einzigen Wurf, Heil sei dir, wollen wir spielen, und auch unsere Leben setzen wir ein.
Wort für Wort
punaḥ pravartatāṃ dyūtam iti me niścitā matiḥ ekapāṇena bhadraṃ te prāṇayoś ca paṇāvahe
soll wiederum in einem Würfelspiel eingesetzt werden - das ist mein fester Entschluss. Mit einem einzigen Wurf, Heil sei dir, wollen wir spielen, und auch unsere Leben setzen wir ein.
Wer den Besitz des anderen gewinnt und an sich bringt, Königreich oder Reichtum, dem soll ein Gegeneinsatz gegeben werden; denn das gilt als höchster Reichtum.
Wer den Besitz des anderen gewinnt und an sich bringt, Königreich oder Reichtum, dem soll ein Gegeneinsatz gegeben werden; denn das gilt als höchster Reichtum.
na ced vāñchasi tad dyūtaṃ yuddhadyūtaṃ pravartatām dvairathenāstu vai śāntis tava vā mama vā nṛpa
Wenn du dieses Würfelspiel nicht wünschst, so soll das Würfelspiel des Kampfes stattfinden; im Zweikampf der Wagen soll Friede gestiftet werden, sei es zu deinen oder zu meinen Gunsten, o König.
Wort für Wort
na ced vāñchasi tad dyūtaṃ yuddhadyūtaṃ pravartatām dvairathenāstu vai śāntis tava vā mama vā nṛpa
Wenn du dieses Würfelspiel nicht wünschst, so soll das Würfelspiel des Kampfes stattfinden; im Zweikampf der Wagen soll Friede gestiftet werden, sei es zu deinen oder zu meinen Gunsten, o König.
Dieses Königreich, das dem Geschlecht zusteht, soll auf die eine oder andere Weise zurückgewonnen werden, mit welchem Mittel auch immer - so lautet die Lehre der Alten.
Dieses Königreich, das dem Geschlecht zusteht, soll auf die eine oder andere Weise zurückgewonnen werden, mit welchem Mittel auch immer - so lautet die Lehre der Alten.
diṣṭyā tvayārjitaṃ vittaṃ pratipāṇāya naiṣadha diṣṭyā ca duṣkṛtaṃ karma damayantyāḥ kṣayaṃ gatam diṣṭyā ca dhriyase rājan sadāro 'rinibarhaṇa
„Zum Glück hast du, Naiṣadha, Reichtum erworben, den du als Gegeneinsatz setzen kannst; zum Glück ist die üble Tat gegen Damayantī zunichtegeworden; zum Glück lebst du noch, o König, mit deiner Gattin, du Feindevernichter.
Wort für Wort
diṣṭyā tvayārjitaṃ vittaṃ pratipāṇāya naiṣadha diṣṭyā ca duṣkṛtaṃ karma damayantyāḥ kṣayaṃ gatam diṣṭyā ca dhriyase rājan sadāro 'rinibarhaṇa
„Zum Glück hast du, Naiṣadha, Reichtum erworben, den du als Gegeneinsatz setzen kannst; zum Glück ist die üble Tat gegen Damayantī zunichtegeworden; zum Glück lebst du noch, o König, mit deiner Gattin, du Feindevernichter.
smayaṃs tu roṣatāmrākṣas tam uvāca tato nṛpaḥ paṇāvaḥ kiṃ vyāharase jitvā vai vyāhariṣyasi
Doch lächelnd, mit vor Zorn geröteten Augen, sprach der König da zu ihm: „Was schwatzt du daher, ehe du gewonnen hast? Wenn du gewonnen hast, magst du reden.“
Wort für Wort
smayaṃs tu roṣatāmrākṣas tam uvāca tato nṛpaḥ paṇāvaḥ kiṃ vyāharase jitvā vai vyāhariṣyasi
Doch lächelnd, mit vor Zorn geröteten Augen, sprach der König da zu ihm: „Was schwatzt du daher, ehe du gewonnen hast? Wenn du gewonnen hast, magst du reden.“
tataḥ prāvartata dyūtaṃ puṣkarasya nalasya ca ekapāṇena bhadraṃ te nalena sa parājitaḥ saratnakośanicayaḥ prāṇena paṇito 'pi ca
Da begann das Würfelspiel zwischen Puṣkara und Nala; mit einem einzigen Wurf, Heil sei dir, wurde jener von Nala besiegt, samt seinem Schatz an Juwelen, obwohl auch das Leben mit eingesetzt war.
Wort für Wort
tataḥ prāvartata dyūtaṃ puṣkarasya nalasya ca ekapāṇena bhadraṃ te nalena sa parājitaḥ saratnakośanicayaḥ prāṇena paṇito 'pi ca
Da begann das Würfelspiel zwischen Puṣkara und Nala; mit einem einzigen Wurf, Heil sei dir, wurde jener von Nala besiegt, samt seinem Schatz an Juwelen, obwohl auch das Leben mit eingesetzt war.
Die Vaidarbhī zu erblicken, wirst du, du Auswurf der Könige, nicht mehr imstande sein; du bist, du Tor, samt deinem Gefolge in die Knechtschaft geraten.
Die Vaidarbhī zu erblicken, wirst du, du Auswurf der Könige, nicht mehr imstande sein; du bist, du Tor, samt deinem Gefolge in die Knechtschaft geraten.
na tat tvayā kṛtaṃ karma yenāhaṃ nirjitaḥ purā kalinā tat kṛtaṃ karma tvaṃ tu mūḍha na budhyase nāhaṃ parakṛtaṃ doṣaṃ tvayy ādhāsye kathaṃ cana
Nicht du hast jene Tat vollbracht, durch die ich einst besiegt wurde; Kalis Werk war jene Tat, doch du, Tor, begreifst es nicht. Ich werde dir keineswegs die von einem anderen begangene Schuld anlasten.
Wort für Wort
na tat tvayā kṛtaṃ karma yenāhaṃ nirjitaḥ purā kalinā tat kṛtaṃ karma tvaṃ tu mūḍha na budhyase nāhaṃ parakṛtaṃ doṣaṃ tvayy ādhāsye kathaṃ cana
Nicht du hast jene Tat vollbracht, durch die ich einst besiegt wurde; Kalis Werk war jene Tat, doch du, Tor, begreifst es nicht. Ich werde dir keineswegs die von einem anderen begangene Schuld anlasten.
sāntvito naiṣadhenaivaṃ puṣkaraḥ pratyuvāca tam puṇyaślokaṃ tadā rājann abhivādya kṛtāñjaliḥ
So vom Naiṣadha besänftigt, erwiderte Puṣkara ihm, dem von makellosem Ruhm, o König, nachdem er ihn mit gefalteten Händen ehrfurchtsvoll gegrüßt hatte:
Wort für Wort
sāntvito naiṣadhenaivaṃ puṣkaraḥ pratyuvāca tam puṇyaślokaṃ tadā rājann abhivādya kṛtāñjaliḥ
So vom Naiṣadha besänftigt, erwiderte Puṣkara ihm, dem von makellosem Ruhm, o König, nachdem er ihn mit gefalteten Händen ehrfurchtsvoll gegrüßt hatte:
Nachdem König Nala Puṣkara, reich beschenkt und wohlbehalten, entlassen hatte, betrat der Glanzvolle die überaus prächtig geschmückte Stadt; und nach seinem Einzug beruhigte der Herrscher der Niṣadhas auch die Stadtbewohner.
Nachdem König Nala Puṣkara, reich beschenkt und wohlbehalten, entlassen hatte, betrat der Glanzvolle die überaus prächtig geschmückte Stadt; und nach seinem Einzug beruhigte der Herrscher der Niṣadhas auch die Stadtbewohner.