Kapitel 113: Ṛśyaśṛṅgopākhyānam - Samāptiḥ
Die Erzählung von Ṛśyaśṛṅga: Abschluss
Lomaśas Ṛśyaśṛṅga-Erzählung (offen seit Kapitel 110) findet ihren Abschluss: Vibhāṇḍaka warnt seinen Sohn vor Rākṣasas, sucht sie vergeblich und kehrt zurück; die Kurtisanentochter lockt Ṛśyaśṛṅga daraufhin endgültig auf das Boot und in das Reich der Aṅgas, wo mit seiner Ankunft sogleich der ersehnte Regen fällt. König Lomapāda gibt ihm seine Tochter Śāntā zur Frau und trifft Vorkehrungen, um den zornigen Vibhāṇḍaka zu besänftigen, der schließlich, durch Geschenke unterwegs milde gestimmt, seinen glücklich verheirateten Sohn segnet. Nach der Geburt eines Sohnes kehrt Ṛśyaśṛṅga mit Śāntā - verglichen mit den treuesten Gattinnen der Überlieferung wie Arundhatī, Lopāmudrā und Damayantī - in den Wald zurück. Lomaśa schließt mit der Anweisung an Yudhiṣṭhira, an dieser heiligen Stätte zu baden und weiterzuziehen.
Vibhāṇḍaka sprach: 'Rākṣasas sind es, die so umherstreifen, mein Sohn, in jener wunderbar anzusehenden Gestalt; von unvergleichlicher, überaus furchtbarer Gestalt, sinnen sie beständig auf die Störung der Buße.
Vibhāṇḍaka sprach: 'Rākṣasas sind es, die so umherstreifen, mein Sohn, in jener wunderbar anzusehenden Gestalt; von unvergleichlicher, überaus furchtbarer Gestalt, sinnen sie beständig auf die Störung der Buße.
surūparūpāṇi ca tāni tāta; pralobhayante vividhair upāyaiḥ sukhāc ca lokāc ca nipātayanti; tāny ugrakarmāṇi munīn vaneṣu
Und von schöner Gestalt verlocken sie, mein Teurer, mit mancherlei Mitteln; und sie stürzen die Weisen, jene von schrecklichen Taten, in den Wäldern aus Glück und höherer Welt.
Wort für Wort
surūparūpāṇi ca tāni tāta; pralobhayante vividhair upāyaiḥ sukhāc ca lokāc ca nipātayanti; tāny ugrakarmāṇi munīn vaneṣu
Und von schöner Gestalt verlocken sie, mein Teurer, mit mancherlei Mitteln; und sie stürzen die Weisen, jene von schrecklichen Taten, in den Wäldern aus Glück und höherer Welt.
Ihnen soll sich der Weise, der sich beherrscht, keinesfalls hingeben, wenn er die Welten der Guten erstrebt; nachdem sie ein Hindernis für die Büßer geschaffen haben, freuen sie sich, von böser Handlungsweise, an der Zerstörung der Buße, mein Sündloser.
Ihnen soll sich der Weise, der sich beherrscht, keinesfalls hingeben, wenn er die Welten der Guten erstrebt; nachdem sie ein Hindernis für die Büßer geschaffen haben, freuen sie sich, von böser Handlungsweise, an der Zerstörung der Buße, mein Sündloser.
asajjanenācaritāni putra; pāpāny apeyāni madhūni tāni mālyāni caitāni na vai munīnāṃ; smṛtāni citrojjvalagandhavanti
Von keinem guten Menschen werden solche Dinge betrieben, mein Sohn - sündig sind jene, ungenießbar jene süßen Getränke; und auch jene bunten, glänzenden, duftenden Blumenkränze gelten nicht als für Weise geziemend.'
Wort für Wort
asajjanenācaritāni putra; pāpāny apeyāni madhūni tāni mālyāni caitāni na vai munīnāṃ; smṛtāni citrojjvalagandhavanti
Von keinem guten Menschen werden solche Dinge betrieben, mein Sohn - sündig sind jene, ungenießbar jene süßen Getränke; und auch jene bunten, glänzenden, duftenden Blumenkränze gelten nicht als für Weise geziemend.'
Lomaśa sprach: Nachdem Vibhāṇḍaka seinen Sohn so gewarnt hatte, es seien Rākṣasas, machte er sich auf die Suche nach ihnen; als er sie auch nach drei Tagen nicht fand, kehrte er da zur Einsiedelei zurück.
Lomaśa sprach: Nachdem Vibhāṇḍaka seinen Sohn so gewarnt hatte, es seien Rākṣasas, machte er sich auf die Suche nach ihnen; als er sie auch nach drei Tagen nicht fand, kehrte er da zur Einsiedelei zurück.
Als aber Kāśyapa wieder fortging, um in gebührender Weise Büßerfrüchte zu holen, da ging jene Kurtisanentochter wieder, um den Weisen Ṛśyaśṛṅga zu verlocken.
Als aber Kāśyapa wieder fortging, um in gebührender Weise Büßerfrüchte zu holen, da ging jene Kurtisanentochter wieder, um den Weisen Ṛśyaśṛṅga zu verlocken.
dṛṣṭvaiva tām ṛśyaśṛṅgaḥ prahṛṣṭaḥ; saṃbhrāntarūpo 'bhyapatat tadānīm provāca caināṃ bhavato 'śramāya; gacchāva yāvan na pitā mamaiti
Sobald Ṛśyaśṛṅga sie erblickte, hocherfreut, mit verwirrter Gestalt, eilte er da auf sie zu und sprach zu ihr: 'Lass uns zu deiner Einsiedelei gehen, solange mein Vater noch nicht gekommen ist.'
Wort für Wort
dṛṣṭvaiva tām ṛśyaśṛṅgaḥ prahṛṣṭaḥ; saṃbhrāntarūpo 'bhyapatat tadānīm provāca caināṃ bhavato 'śramāya; gacchāva yāvan na pitā mamaiti
Sobald Ṛśyaśṛṅga sie erblickte, hocherfreut, mit verwirrter Gestalt, eilte er da auf sie zu und sprach zu ihr: 'Lass uns zu deiner Einsiedelei gehen, solange mein Vater noch nicht gekommen ist.'
Da, o König, führten sie, nachdem sie den einzigen Sohn des Kāśyapa mit List an Bord gebracht und das Boot losgemacht hatten, ihn mit mancherlei Mitteln verlockend, in die Nähe des Herrschers der Aṅgas.
Da, o König, führten sie, nachdem sie den einzigen Sohn des Kāśyapa mit List an Bord gebracht und das Boot losgemacht hatten, ihn mit mancherlei Mitteln verlockend, in die Nähe des Herrschers der Aṅgas.
Nachdem sie jenes überaus glänzende Boot, das den Anschein einer Einsiedelei bot, übergesetzt hatte, und es vom Ufer weggenommen hatte, ließ der König ebenso einen prächtigen Wald errichten, genannt 'Königs-Einsiedelei'.
Nachdem sie jenes überaus glänzende Boot, das den Anschein einer Einsiedelei bot, übergesetzt hatte, und es vom Ufer weggenommen hatte, ließ der König ebenso einen prächtigen Wald errichten, genannt 'Königs-Einsiedelei'.
antaḥpure taṃ tu niveśya rājā; vibhāṇḍakasyātmajam ekaputram dadarśa devaṃ sahasā pravṛṣṭam; āpūryamāṇaṃ ca jagaj jalena
Nachdem der König ihn, den einzigen Sohn Vibhāṇḍakas, in den Frauengemächern untergebracht hatte, sah er den Regengott plötzlich regnen, und die Welt sich mit Wasser füllen.
Wort für Wort
antaḥpure taṃ tu niveśya rājā; vibhāṇḍakasyātmajam ekaputram dadarśa devaṃ sahasā pravṛṣṭam; āpūryamāṇaṃ ca jagaj jalena
Nachdem der König ihn, den einzigen Sohn Vibhāṇḍakas, in den Frauengemächern untergebracht hatte, sah er den Regengott plötzlich regnen, und die Welt sich mit Wasser füllen.
sa lomapādaḥ paripūrṇakāmaḥ; sutāṃ dadāv ṛśyaśṛṅgāya śāntām krodhapratīkārakaraṃ ca cakre; gobhiś ca mārgeṣv abhikarṣaṇaṃ ca
Jener Lomapāda, seinen Wunsch erfüllt, gab dem Ṛśyaśṛṅga seine Tochter Śāntā zur Frau; und er traf Vorkehrungen, um den zu erwartenden Zorn Vibhāṇḍakas zu besänftigen, und ließ auf den Wegen Rinder heranführen.
Wort für Wort
sa lomapādaḥ paripūrṇakāmaḥ; sutāṃ dadāv ṛśyaśṛṅgāya śāntām krodhapratīkārakaraṃ ca cakre; gobhiś ca mārgeṣv abhikarṣaṇaṃ ca
Jener Lomapāda, seinen Wunsch erfüllt, gab dem Ṛśyaśṛṅga seine Tochter Śāntā zur Frau; und er traf Vorkehrungen, um den zu erwartenden Zorn Vibhāṇḍakas zu besänftigen, und ließ auf den Wegen Rinder heranführen.
vibhāṇḍakasyāvrajataḥ sa rājā; paśūn prabhūtān paśupāṃś ca vīrān samādiśat putragṛddhī maharṣir; vibhāṇḍakaḥ paripṛcched yadā vaḥ
Für den Fall, dass Vibhāṇḍaka herannahen sollte, ordnete jener König zahlreiches Vieh und tapfere Hirten an: 'Wenn der nach seinem Sohn verlangende große Weise Vibhāṇḍaka euch befragen sollte,
Wort für Wort
vibhāṇḍakasyāvrajataḥ sa rājā; paśūn prabhūtān paśupāṃś ca vīrān samādiśat putragṛddhī maharṣir; vibhāṇḍakaḥ paripṛcched yadā vaḥ
Für den Fall, dass Vibhāṇḍaka herannahen sollte, ordnete jener König zahlreiches Vieh und tapfere Hirten an: 'Wenn der nach seinem Sohn verlangende große Weise Vibhāṇḍaka euch befragen sollte,
sa vaktavyaḥ prāñjalibhir bhavadbhiḥ; putrasya te paśavaḥ karṣaṇaṃ ca kiṃ te priyaṃ vai kriyatāṃ maharṣe; dāsāḥ sma sarve tava vāci baddhāḥ
dann soll ihm von euch mit gefalteten Händen gesagt werden: Dies Vieh und diese Herbeiführung gehören deinem Sohn; was dir lieb ist, o großer Weiser, das werde getan - wir alle sind Diener, an dein Wort gebunden.'
Wort für Wort
sa vaktavyaḥ prāñjalibhir bhavadbhiḥ; putrasya te paśavaḥ karṣaṇaṃ ca kiṃ te priyaṃ vai kriyatāṃ maharṣe; dāsāḥ sma sarve tava vāci baddhāḥ
dann soll ihm von euch mit gefalteten Händen gesagt werden: Dies Vieh und diese Herbeiführung gehören deinem Sohn; was dir lieb ist, o großer Weiser, das werde getan - wir alle sind Diener, an dein Wort gebunden.'
athopāyāt sa muniś caṇḍakopaḥ; svam āśramaṃ mūlaphalāni gṛhya anveṣamāṇaś ca na tatra putraṃ; dadarśa cukrodha tato bhṛśaṃ saḥ
Da kam jener Weise, von heftigem Jähzorn, zu seiner eigenen Einsiedelei zurück, Wurzeln und Früchte tragend; und da er, suchend, seinen Sohn dort nicht fand, wurde er überaus zornig.
Wort für Wort
athopāyāt sa muniś caṇḍakopaḥ; svam āśramaṃ mūlaphalāni gṛhya anveṣamāṇaś ca na tatra putraṃ; dadarśa cukrodha tato bhṛśaṃ saḥ
Da kam jener Weise, von heftigem Jähzorn, zu seiner eigenen Einsiedelei zurück, Wurzeln und Früchte tragend; und da er, suchend, seinen Sohn dort nicht fand, wurde er überaus zornig.
sa vai śrāntaḥ kṣudhitaḥ kāśyapas tān; ghoṣān samāsāditavān samṛddhān gopaiś ca tair vidhivat pūjyamāno; rājeva tāṃ rātrim uvāsa tatra
Er, Kāśyapa, ermüdet und hungrig, erreichte jene wohlhabenden Weidesiedlungen; von jenen Hirten gebührend geehrt, verbrachte er wie ein König jene Nacht dort.
Wort für Wort
sa vai śrāntaḥ kṣudhitaḥ kāśyapas tān; ghoṣān samāsāditavān samṛddhān gopaiś ca tair vidhivat pūjyamāno; rājeva tāṃ rātrim uvāsa tatra
Er, Kāśyapa, ermüdet und hungrig, erreichte jene wohlhabenden Weidesiedlungen; von jenen Hirten gebührend geehrt, verbrachte er wie ein König jene Nacht dort.
Nachdem er von ihnen überaus große Ehrerbietung empfangen hatte, sprach er: 'Wessen Leute seid ihr, ihr Freundlichen?' Da traten sie alle heran und sprachen: 'Dieser Reichtum hier ist von deinem Sohn für dich bestimmt worden.'
Nachdem er von ihnen überaus große Ehrerbietung empfangen hatte, sprach er: 'Wessen Leute seid ihr, ihr Freundlichen?' Da traten sie alle heran und sprachen: 'Dieser Reichtum hier ist von deinem Sohn für dich bestimmt worden.'
deśe tu deśe tu sa pūjyamānas; tāṃś caiva śṛṇvan madhurān pralāpān praśāntabhūyiṣṭharajāḥ prahṛṣṭaḥ; samāsasādāṅgapatiṃ purastham
In jeder Gegend so geehrt, und jene süßen Reden hörend, mit größtenteils besänftigter Leidenschaft, hocherfreut, erreichte er den vor ihm liegenden Herrscher der Aṅgas.
Wort für Wort
deśe tu deśe tu sa pūjyamānas; tāṃś caiva śṛṇvan madhurān pralāpān praśāntabhūyiṣṭharajāḥ prahṛṣṭaḥ; samāsasādāṅgapatiṃ purastham
In jeder Gegend so geehrt, und jene süßen Reden hörend, mit größtenteils besänftigter Leidenschaft, hocherfreut, erreichte er den vor ihm liegenden Herrscher der Aṅgas.
saṃpūjitas tena nararṣabheṇa; dadarśa putraṃ divi devaṃ yathendram śāntāṃ snuṣāṃ caiva dadarśa tatra; saudāminīm uccarantīṃ yathaiva
Von jenem Stier der Menschen geehrt, sah er seinen Sohn, wie Indra, den Gott, am Himmel; und er sah dort auch seine Schwiegertochter Śāntā, wie den am Himmel aufsteigenden Blitz.
Wort für Wort
saṃpūjitas tena nararṣabheṇa; dadarśa putraṃ divi devaṃ yathendram śāntāṃ snuṣāṃ caiva dadarśa tatra; saudāminīm uccarantīṃ yathaiva
Von jenem Stier der Menschen geehrt, sah er seinen Sohn, wie Indra, den Gott, am Himmel; und er sah dort auch seine Schwiegertochter Śāntā, wie den am Himmel aufsteigenden Blitz.
grāmāṃś ca ghoṣāṃś ca sutaṃ ca dṛṣṭvā; śāntāṃ ca śānto 'sya paraḥ sa kopaḥ cakāra tasmai paramaṃ prasādaṃ; vibhāṇḍako bhūmipater narendra
Als er die Dörfer und Weidesiedlungen und seinen Sohn erblickte, und Śāntā, wurde sein höchster Zorn besänftigt; und Vibhāṇḍaka erwies jenem Herrscher der Erde höchste Gnade, o Herrscher der Menschen.
Wort für Wort
grāmāṃś ca ghoṣāṃś ca sutaṃ ca dṛṣṭvā; śāntāṃ ca śānto 'sya paraḥ sa kopaḥ cakāra tasmai paramaṃ prasādaṃ; vibhāṇḍako bhūmipater narendra
Als er die Dörfer und Weidesiedlungen und seinen Sohn erblickte, und Śāntā, wurde sein höchster Zorn besänftigt; und Vibhāṇḍaka erwies jenem Herrscher der Erde höchste Gnade, o Herrscher der Menschen.
sa tatra nikṣipya sutaṃ maharṣir; uvāca sūryāgnisamaprabhāvam jāte putre vanam evāvrajethā; rājñaḥ priyāṇy asya sarvāṇi kṛtvā
Er, der große Weise, seinen Sohn dort zurücklassend, von sonnen- und feuergleicher Macht, sprach zu ihm: 'Sobald ein Sohn geboren ist, sollst du in den Wald zurückkehren, nachdem du alles, was diesem König lieb ist, getan hast.'
Wort für Wort
sa tatra nikṣipya sutaṃ maharṣir; uvāca sūryāgnisamaprabhāvam jāte putre vanam evāvrajethā; rājñaḥ priyāṇy asya sarvāṇi kṛtvā
Er, der große Weise, seinen Sohn dort zurücklassend, von sonnen- und feuergleicher Macht, sprach zu ihm: 'Sobald ein Sohn geboren ist, sollst du in den Wald zurückkehren, nachdem du alles, was diesem König lieb ist, getan hast.'
und wie Indrasenā, die Nāḍāyana-Tochter, beständig dem Mudgala aus dem Geschlecht des Ajamīḍha ergeben war - so bediente Śāntā, von Liebe erfüllt, den im Wald weilenden Ṛśyaśṛṅga, o Herrscher der Menschen.
und wie Indrasenā, die Nāḍāyana-Tochter, beständig dem Mudgala aus dem Geschlecht des Ajamīḍha ergeben war - so bediente Śāntā, von Liebe erfüllt, den im Wald weilenden Ṛśyaśṛṅga, o Herrscher der Menschen.
Seine Einsiedelei, diese heilige hier, erstrahlt, den großen See des heiligen Ruhmes schmückend; hier gebadet, sein Ziel erreicht und geläutert, ziehe weiter zu den anderen Tīrthas, o König.“
Seine Einsiedelei, diese heilige hier, erstrahlt, den großen See des heiligen Ruhmes schmückend; hier gebadet, sein Ziel erreicht und geläutert, ziehe weiter zu den anderen Tīrthas, o König.“
[Anm.: Mit diesem Vers schließt Lomaśas seit Kapitel 110 andauernde Ṛśyaśṛṅga-Erzählung; das folgende Kapitel kehrt zur Rahmenerzählung Vaiśaṃpāyanas zurück.]