Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 184: Tārkṣyasarasvatīsaṃvādaḥ Das Gespräch zwischen Tārkṣya und Sarasvatī

Mārkaṇḍeya erzählt ein weiteres, hier eingefügtes Lehrgespräch: Der Weise Tārkṣya befragt die Göttin Sarasvatī nach dem höchsten Gut des Menschen, dem rechten Feueropfer und dessen Lohn (Gabenkatalog: Kuh, Zugochse, Gewand, Gold), den Voraussetzungen eines gültigen Opfers (Reinheit, Schriftkenntnis, Glauben) sowie schließlich nach dem höchsten, kummerlosen Erlösungsziel. Sarasvatī offenbart sich als die aus dem Feueropfer selbst hervorgegangene Kraft und beschreibt abschließend den paradiesischen Ort jenseits allen Leids, an dem einst die Götter mit Indra opferten.

mārkaṇḍeya uvāca atraiva ca sarasvatyā gītaṃ parapuraṃjaya pṛṣṭayā muninā vīra śṛṇu tārkṣyeṇa dhīmatā

„Auch dies wurde eben hier von Sarasvatī gesungen, o Bezwinger feindlicher Städte, als sie von dem weisen Tārkṣya befragt wurde; höre es, Held.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca atraiva ca sarasvatyā gītaṃ parapuraṃjaya pṛṣṭayā muninā vīra śṛṇu tārkṣyeṇa dhīmatā
„Auch dies wurde eben hier von Sarasvatī gesungen, o Bezwinger feindlicher Städte, als sie von dem weisen Tārkṣya befragt wurde; höre es, Held.

tārkṣya uvāca kiṃ nu śreyaḥ puruṣasyeha bhadre kathaṃ kurvan na cyavate svadharmāt ācakṣva me cārusarvāṅgi sarvaṃ tvayānuśiṣṭo na cyaveyaṃ svadharmāt

Tārkṣya sprach: ‚Was ist für den Menschen hier das Beste, o Holde? Wie handelnd weicht er nicht vom eigenen Dharma ab? Sage mir dies alles, du Schönumgliederte; von dir unterwiesen, möge ich nicht vom eigenen Dharma abweichen.

Wort für Wort
tārkṣya uvāca kiṃ nu śreyaḥ puruṣasyeha bhadre kathaṃ kurvan na cyavate svadharmāt ācakṣva me cārusarvāṅgi sarvaṃ tvayānuśiṣṭo na cyaveyaṃ svadharmāt
Tārkṣya sprach: ‚Was ist für den Menschen hier das Beste, o Holde? Wie handelnd weicht er nicht vom eigenen Dharma ab? Sage mir dies alles, du Schönumgliederte; von dir unterwiesen, möge ich nicht vom eigenen Dharma abweichen.

kathaṃ cāgniṃ juhuyāṃ pūjaye vā kasmin kāle kena dharmo na naśyet etat sarvaṃ subhage prabravīhi yathā lokān virajāḥ saṃcareyam

Wie soll ich das Feuer opfern oder verehren? Zu welcher Zeit vergeht durch welche Handlung der Dharma nicht? Dies alles verkünde mir, Holde, auf dass ich makellos durch die Welten wandeln möge.‘

Wort für Wort
kathaṃ cāgniṃ juhuyāṃ pūjaye vā kasmin kāle kena dharmo na naśyet etat sarvaṃ subhage prabravīhi yathā lokān virajāḥ saṃcareyam
Wie soll ich das Feuer opfern oder verehren? Zu welcher Zeit vergeht durch welche Handlung der Dharma nicht? Dies alles verkünde mir, Holde, auf dass ich makellos durch die Welten wandeln möge.‘

mārkaṇḍeya uvāca evaṃ pṛṣṭā prītiyuktena tena śuśrūṣum īkṣyottamabuddhiyuktam tārkṣyaṃ vipraṃ dharmayuktaṃ hitaṃ ca sarasvatī vākyam idaṃ babhāṣe

So von ihm befragt, dem Liebevollen, der hörbegierig war, von erhabenem Verstand erfüllt, sah Sarasvatī den Brahmanen Tārkṣya, dem Dharma zugetan und wohlgesinnt, und sprach zu ihm dieses Wort:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evaṃ pṛṣṭā prītiyuktena tena śuśrūṣum īkṣyottamabuddhiyuktam tārkṣyaṃ vipraṃ dharmayuktaṃ hitaṃ ca sarasvatī vākyam idaṃ babhāṣe
So von ihm befragt, dem Liebevollen, der hörbegierig war, von erhabenem Verstand erfüllt, sah Sarasvatī den Brahmanen Tārkṣya, dem Dharma zugetan und wohlgesinnt, und sprach zu ihm dieses Wort:

sarasvaty uvāca yo brahma jānāti yathāpradeśaṃ svādhyāyanityaḥ śucir apramattaḥ sa vai puro devapurasya gantā sahāmaraiḥ prāpnuyāt prītiyogam

Sarasvatī sprach: ‚Wer das Brahman kennt, wie es sich gehört, dem Studium stets ergeben, rein, niemals unachtsam, der gelangt vor die Stadt der Götter und erlangt zusammen mit den Unsterblichen das Glück der Liebe.

Wort für Wort
sarasvaty uvāca yo brahma jānāti yathāpradeśaṃ svādhyāyanityaḥ śucir apramattaḥ sa vai puro devapurasya gantā sahāmaraiḥ prāpnuyāt prītiyogam
Sarasvatī sprach: ‚Wer das Brahman kennt, wie es sich gehört, dem Studium stets ergeben, rein, niemals unachtsam, der gelangt vor die Stadt der Götter und erlangt zusammen mit den Unsterblichen das Glück der Liebe.

tatra sma ramyā vipulā viśokāḥ supuṣpitāḥ puṣkariṇyaḥ supuṇyāḥ akardamā mīnavatyaḥ sutīrthā hiraṇmayair āvṛtāḥ puṇḍarīkaiḥ

Dort gibt es liebliche, weite, kummerlose, schönblühende, heilige Lotosteiche, schlammlos, fischreich, mit guten Badestellen, von goldfarbenen weißen Lotosblüten umgeben.

Wort für Wort
tatra sma ramyā vipulā viśokāḥ supuṣpitāḥ puṣkariṇyaḥ supuṇyāḥ akardamā mīnavatyaḥ sutīrthā hiraṇmayair āvṛtāḥ puṇḍarīkaiḥ
Dort gibt es liebliche, weite, kummerlose, schönblühende, heilige Lotosteiche, schlammlos, fischreich, mit guten Badestellen, von goldfarbenen weißen Lotosblüten umgeben.

tāsāṃ tīreṣv āsate puṇyakarmā mahīyamānaḥ pṛthag apsarobhiḥ supuṇyagandhābhir alaṃkṛtābhir hiraṇyavarṇābhir atīva hṛṣṭaḥ

An ihren Ufern weilen die, welche verdienstvolle Werke vollbracht haben, hochgeehrt, einzeln von Apsaras umgeben, geschmückt mit wohlriechenden Düften, goldfarben, überaus froh.

Wort für Wort
tāsāṃ tīreṣv āsate puṇyakarmā mahīyamānaḥ pṛthag apsarobhiḥ supuṇyagandhābhir alaṃkṛtābhir hiraṇyavarṇābhir atīva hṛṣṭaḥ
An ihren Ufern weilen die, welche verdienstvolle Werke vollbracht haben, hochgeehrt, einzeln von Apsaras umgeben, geschmückt mit wohlriechenden Düften, goldfarben, überaus froh.

paraṃ lokaṃ gopradās tv āpnuvanti dattvānaḍvāhaṃ sūryalokaṃ vrajanti vāso dattvā candramasaḥ sa lokaṃ dattvā hiraṇyam amṛtatvam eti

Wer eine Kuh schenkt, erlangt die höchste Welt; wer einen Zugochsen schenkt, geht zur Sonnenwelt ein; wer ein Gewand schenkt, erlangt die Welt des Mondes; wer Gold schenkt, erlangt die Unsterblichkeit.

Wort für Wort
paraṃ lokaṃ gopradās tv āpnuvanti dattvānaḍvāhaṃ sūryalokaṃ vrajanti vāso dattvā candramasaḥ sa lokaṃ dattvā hiraṇyam amṛtatvam eti
Wer eine Kuh schenkt, erlangt die höchste Welt; wer einen Zugochsen schenkt, geht zur Sonnenwelt ein; wer ein Gewand schenkt, erlangt die Welt des Mondes; wer Gold schenkt, erlangt die Unsterblichkeit.

dhenuṃ dattvā suvratāṃ sādhudohāṃ kalyāṇavat sāmapalāyinīṃ ca yāvanti romāṇi bhavanti tasyās tāvad varṣāṇy aśnute svargalokam

Wer eine gutfolgsame, leicht zu melkende, glückverheißende, folgsame Kuh schenkt – so viele Haare an ihr sind, so viele Jahre genießt er die Himmelswelt.

Wort für Wort
dhenuṃ dattvā suvratāṃ sādhudohāṃ kalyāṇavat sāmapalāyinīṃ ca yāvanti romāṇi bhavanti tasyās tāvad varṣāṇy aśnute svargalokam
Wer eine gutfolgsame, leicht zu melkende, glückverheißende, folgsame Kuh schenkt – so viele Haare an ihr sind, so viele Jahre genießt er die Himmelswelt.

anaḍvāhaṃ suvrataṃ yo dadāti halasya voḍhāram anantavīryam dhuraṃdharaṃ balavantaṃ yuvānaṃ prāpnoti lokān daśa dhenudasya

Wer einen gutfolgsamen Zugochsen schenkt, den Träger des Pfluges, von unbegrenzter Kraft, den Lastenträger, den kräftigen, jungen – der erlangt zehn Welten, ebenso wie der Kuhschenker.

Wort für Wort
anaḍvāhaṃ suvrataṃ yo dadāti halasya voḍhāram anantavīryam dhuraṃdharaṃ balavantaṃ yuvānaṃ prāpnoti lokān daśa dhenudasya
Wer einen gutfolgsamen Zugochsen schenkt, den Träger des Pfluges, von unbegrenzter Kraft, den Lastenträger, den kräftigen, jungen – der erlangt zehn Welten, ebenso wie der Kuhschenker.

yaḥ sapta varṣāṇi juhoti tārkṣya havyaṃ tv agnau suvrataḥ sādhuśīlaḥ saptāvarān sapta pūrvān punāti pitāmahān ātmanaḥ karmabhiḥ svaiḥ

Wer sieben Jahre lang, o Tārkṣya, das Opfer dem Feuer darbringt, wohlgelobt, guten Wandels, der reinigt sieben spätere und sieben frühere Ahnen seiner selbst durch seine eigenen Taten.‘

Wort für Wort
yaḥ sapta varṣāṇi juhoti tārkṣya havyaṃ tv agnau suvrataḥ sādhuśīlaḥ saptāvarān sapta pūrvān punāti pitāmahān ātmanaḥ karmabhiḥ svaiḥ
Wer sieben Jahre lang, o Tārkṣya, das Opfer dem Feuer darbringt, wohlgelobt, guten Wandels, der reinigt sieben spätere und sieben frühere Ahnen seiner selbst durch seine eigenen Taten.‘

tārkṣya uvāca kim agnihotrasya vrataṃ purāṇam ācakṣva me pṛcchataś cārurūpe tvayānuśiṣṭo 'ham ihādya vidyāṃ yad agnihotrasya vrataṃ purāṇam

Tārkṣya sprach: ‚Welches ist das uralte Gelübde des Feueropfers? Sage es mir, der ich frage, du Schönstgestaltete; von dir heute unterwiesen, möge ich die Erkenntnis erlangen, welches das uralte Gelübde des Feueropfers ist.‘

Wort für Wort
tārkṣya uvāca kim agnihotrasya vrataṃ purāṇam ācakṣva me pṛcchataś cārurūpe tvayānuśiṣṭo 'ham ihādya vidyāṃ yad agnihotrasya vrataṃ purāṇam
Tārkṣya sprach: ‚Welches ist das uralte Gelübde des Feueropfers? Sage es mir, der ich frage, du Schönstgestaltete; von dir heute unterwiesen, möge ich die Erkenntnis erlangen, welches das uralte Gelübde des Feueropfers ist.‘

sarasvaty uvāca na cāśucir nāpy anirṇiktapāṇir nābrahmavij juhuyān nāvipaścit bubhukṣavaḥ śucikāmā hi devā nāśraddadhānād dhi havir juṣanti

Sarasvatī sprach: ‚Nicht der Unreine, nicht wer ungewaschene Hände hat, nicht wer das Brahman nicht kennt, nicht wer ohne Gelehrsamkeit ist, soll opfern; denn die Götter sind hungrig nach Reinheit und nehmen keine Opfergabe von einem Ungläubigen an.

Wort für Wort
sarasvaty uvāca na cāśucir nāpy anirṇiktapāṇir nābrahmavij juhuyān nāvipaścit bubhukṣavaḥ śucikāmā hi devā nāśraddadhānād dhi havir juṣanti
Sarasvatī sprach: ‚Nicht der Unreine, nicht wer ungewaschene Hände hat, nicht wer das Brahman nicht kennt, nicht wer ohne Gelehrsamkeit ist, soll opfern; denn die Götter sind hungrig nach Reinheit und nehmen keine Opfergabe von einem Ungläubigen an.

nāśrotriyaṃ devahavye niyuñjyān moghaṃ parā siñcati tādṛśo hi apūrṇam aśrotriyam āha tārkṣya na vai tādṛg juhuyād agnihotram

Man soll keinen Nicht-Schriftkundigen zum Götteropfer heranziehen; vergeblich gießt ein solcher die Spende aus; einen solchen Nicht-Schriftkundigen nennt man unvollständig, o Tārkṣya; ein solcher soll das Feueropfer nicht darbringen.

Wort für Wort
nāśrotriyaṃ devahavye niyuñjyān moghaṃ parā siñcati tādṛśo hi apūrṇam aśrotriyam āha tārkṣya na vai tādṛg juhuyād agnihotram
Man soll keinen Nicht-Schriftkundigen zum Götteropfer heranziehen; vergeblich gießt ein solcher die Spende aus; einen solchen Nicht-Schriftkundigen nennt man unvollständig, o Tārkṣya; ein solcher soll das Feueropfer nicht darbringen.

kṛśānuṃ ye juhvati śraddadhānāḥ satyavratā hutaśiṣṭāśinaś ca gavāṃ lokaṃ prāpya te puṇyagandhaṃ paśyanti devaṃ paramaṃ cāpi satyam

Die, welche gläubig dem Kṛśānu opfern, wahrhaftigen Gelübdes, von den Opferresten lebend, erlangen die wohlriechende Welt der Kühe und schauen den höchsten Gott, der auch die Wahrheit selbst ist.‘

Wort für Wort
kṛśānuṃ ye juhvati śraddadhānāḥ satyavratā hutaśiṣṭāśinaś ca gavāṃ lokaṃ prāpya te puṇyagandhaṃ paśyanti devaṃ paramaṃ cāpi satyam
Die, welche gläubig dem Kṛśānu opfern, wahrhaftigen Gelübdes, von den Opferresten lebend, erlangen die wohlriechende Welt der Kühe und schauen den höchsten Gott, der auch die Wahrheit selbst ist.‘

tārkṣya uvāca kṣetrajñabhūtāṃ paralokabhāve karmodaye buddhim atipraviṣṭām prajñāṃ ca devīṃ subhage vimṛśya pṛcchāmi tvāṃ kā hy asi cārurūpe

Tārkṣya sprach: ‚Wenn ich über das Feldkenner-Wesen im Hinblick auf das Jenseits nachsinne, über den in das Entstehen der Tat tief eingedrungenen Verstand, und über die göttliche Weisheit selbst, o Holde, so frage ich dich: Wer bist du, Schönstgestaltete?‘

Wort für Wort
tārkṣya uvāca kṣetrajñabhūtāṃ paralokabhāve karmodaye buddhim atipraviṣṭām prajñāṃ ca devīṃ subhage vimṛśya pṛcchāmi tvāṃ kā hy asi cārurūpe
Tārkṣya sprach: ‚Wenn ich über das Feldkenner-Wesen im Hinblick auf das Jenseits nachsinne, über den in das Entstehen der Tat tief eingedrungenen Verstand, und über die göttliche Weisheit selbst, o Holde, so frage ich dich: Wer bist du, Schönstgestaltete?‘

sarasvaty uvāca agnihotrād aham abhyāgatāsmi viprarṣabhāṇāṃ saṃśayacchedanāya tvatsaṃyogād aham etad abruvaṃ bhāve sthitā tathyam arthaṃ yathāvat

Sarasvatī sprach: ‚Vom Feueropfer bin ich hergekommen, um den Zweifel der besten der Weisen zu zerschneiden; durch die Begegnung mit dir habe ich dies gesagt, im Zustand verweilend, den wahren Sinn, wie er sich gehört.‘

Wort für Wort
sarasvaty uvāca agnihotrād aham abhyāgatāsmi viprarṣabhāṇāṃ saṃśayacchedanāya tvatsaṃyogād aham etad abruvaṃ bhāve sthitā tathyam arthaṃ yathāvat
Sarasvatī sprach: ‚Vom Feueropfer bin ich hergekommen, um den Zweifel der besten der Weisen zu zerschneiden; durch die Begegnung mit dir habe ich dies gesagt, im Zustand verweilend, den wahren Sinn, wie er sich gehört.‘

tārkṣya uvāca na hi tvayā sadṛśī kā cid asti vibhrājase hy atimātraṃ yathā śrīḥ rūpaṃ ca te divyam atyantakāntaṃ prajñāṃ ca devīṃ subhage bibharṣi

Tārkṣya sprach: ‚Es gibt wahrlich niemanden, der dir gleicht; du erstrahlst über die Maßen wie die Glücksgöttin selbst; deine göttliche, überaus liebliche Gestalt und die göttliche Weisheit trägst du in dir, Holde.‘

Wort für Wort
tārkṣya uvāca na hi tvayā sadṛśī kā cid asti vibhrājase hy atimātraṃ yathā śrīḥ rūpaṃ ca te divyam atyantakāntaṃ prajñāṃ ca devīṃ subhage bibharṣi
Tārkṣya sprach: ‚Es gibt wahrlich niemanden, der dir gleicht; du erstrahlst über die Maßen wie die Glücksgöttin selbst; deine göttliche, überaus liebliche Gestalt und die göttliche Weisheit trägst du in dir, Holde.‘

sarasvaty uvāca śreṣṭhāni yāni dvipadāṃ variṣṭha yajñeṣu vidvann upapādayanti tair evāhaṃ saṃpravṛddhā bhavāmi āpyāyitā rūpavatī ca vipra

Sarasvatī sprach: ‚Was die Besten der Zweifüßler bei den Opfern darbringen, o Kundiger, dadurch wachse ich, werde genährt und schön, o Weiser.

Wort für Wort
sarasvaty uvāca śreṣṭhāni yāni dvipadāṃ variṣṭha yajñeṣu vidvann upapādayanti tair evāhaṃ saṃpravṛddhā bhavāmi āpyāyitā rūpavatī ca vipra
Sarasvatī sprach: ‚Was die Besten der Zweifüßler bei den Opfern darbringen, o Kundiger, dadurch wachse ich, werde genährt und schön, o Weiser.

yac cāpi dravyam upayujyate ha vānaspatyam āyasaṃ pārthivaṃ vā divyena rūpeṇa ca prajñayā ca tenaiva siddhir iti viddhi vidvan

Und welches Ding auch immer verwendet wird, sei es aus Holz, aus Eisen oder aus Erde, durch die göttliche Gestalt und durch die Weisheit eben dadurch kommt die Vollendung zustande – wisse dies, Kundiger.‘

Wort für Wort
yac cāpi dravyam upayujyate ha vānaspatyam āyasaṃ pārthivaṃ vā divyena rūpeṇa ca prajñayā ca tenaiva siddhir iti viddhi vidvan
Und welches Ding auch immer verwendet wird, sei es aus Holz, aus Eisen oder aus Erde, durch die göttliche Gestalt und durch die Weisheit eben dadurch kommt die Vollendung zustande – wisse dies, Kundiger.‘

tārkṣya uvāca idaṃ śreyaḥ paramaṃ manyamānā vyāyacchante munayaḥ saṃpratītāḥ ācakṣva me taṃ paramaṃ viśokaṃ mokṣaṃ paraṃ yaṃ praviśanti dhīrāḥ

Tārkṣya sprach: ‚Dies als das höchste Gut erachtend, streben die Weisen danach, vertrauensvoll; sage mir jenes höchste, kummerlose Erlösungsziel, in das die Standhaften eingehen.‘

Wort für Wort
tārkṣya uvāca idaṃ śreyaḥ paramaṃ manyamānā vyāyacchante munayaḥ saṃpratītāḥ ācakṣva me taṃ paramaṃ viśokaṃ mokṣaṃ paraṃ yaṃ praviśanti dhīrāḥ
Tārkṣya sprach: ‚Dies als das höchste Gut erachtend, streben die Weisen danach, vertrauensvoll; sage mir jenes höchste, kummerlose Erlösungsziel, in das die Standhaften eingehen.‘

sarasvaty uvāca taṃ vai paraṃ vedavidaḥ prapannāḥ paraṃ parebhyaḥ prathitaṃ purāṇam svādhyāyadānavratapuṇyayogais tapodhanā vītaśokā vimuktāḥ

Sarasvatī sprach: ‚Zu jenem Höchsten gelangen die Vedenkenner, dem Höchsten der Höchsten, dem uralten, weitbekannten – durch die verdienstvollen Bindungen von Studium, Gabe und Gelübde sind die an Askese Reichen, vom Kummer Befreiten, erlöst.

Wort für Wort
sarasvaty uvāca taṃ vai paraṃ vedavidaḥ prapannāḥ paraṃ parebhyaḥ prathitaṃ purāṇam svādhyāyadānavratapuṇyayogais tapodhanā vītaśokā vimuktāḥ
Sarasvatī sprach: ‚Zu jenem Höchsten gelangen die Vedenkenner, dem Höchsten der Höchsten, dem uralten, weitbekannten – durch die verdienstvollen Bindungen von Studium, Gabe und Gelübde sind die an Askese Reichen, vom Kummer Befreiten, erlöst.

tasyātha madhye vetasaḥ puṇyagandhaḥ sahasraśākho vimalo vibhāti tasya mūlāt saritaḥ prasravanti madhūdakaprasravaṇā ramaṇyaḥ

In dessen Mitte erstrahlt ein wohlriechender, tausendästiger, makelloser Rohrbaum; aus seiner Wurzel entspringen liebliche Ströme, von Honigwasser rauschend.

Wort für Wort
tasyātha madhye vetasaḥ puṇyagandhaḥ sahasraśākho vimalo vibhāti tasya mūlāt saritaḥ prasravanti madhūdakaprasravaṇā ramaṇyaḥ
In dessen Mitte erstrahlt ein wohlriechender, tausendästiger, makelloser Rohrbaum; aus seiner Wurzel entspringen liebliche Ströme, von Honigwasser rauschend.

śākhāṃ śākhāṃ mahānadyaḥ saṃyānti sikatāsamāḥ dhānāpūpā māṃsaśākāḥ sadā pāyasakardamāḥ

Zweig um Zweig strömen ihm große Flüsse zu, sandreich [?], mit gerösteten Körnern und Kuchen, mit Fleisch und Gemüse, stets von Milchbrei-Schlamm durchzogen.

Wort für Wort
śākhāṃ śākhāṃ mahānadyaḥ saṃyānti sikatāsamāḥ dhānāpūpā māṃsaśākāḥ sadā pāyasakardamāḥ
Zweig um Zweig strömen ihm große Flüsse zu, sandreich [?], mit gerösteten Körnern und Kuchen, mit Fleisch und Gemüse, stets von Milchbrei-Schlamm durchzogen.

Die bildhafte Beschreibung dieses paradiesischen Flusses mit Speisen statt Sand und Schlamm ist im Sanskrit-Text bewusst überschwänglich-mythologisch gehalten; die Übersetzung folgt dem Wortlaut.

yasminn agnimukhā devāḥ sendrāḥ saha marudgaṇaiḥ ījire kratubhiḥ śreṣṭhais tat padaṃ paramaṃ mune

Dort, an jenem höchsten Ort, o Weiser, opferten die feuermündigen Götter mit Indra zusammen, samt den Scharen der Marut, mit den besten Opferriten.‘“

Wort für Wort
yasminn agnimukhā devāḥ sendrāḥ saha marudgaṇaiḥ ījire kratubhiḥ śreṣṭhais tat padaṃ paramaṃ mune
Dort, an jenem höchsten Ort, o Weiser, opferten die feuermündigen Götter mit Indra zusammen, samt den Scharen der Marut, mit den besten Opferriten.‘“

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