Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 181: Karmavipākānuvādaḥ Über die Frucht der Taten

Yudhiṣṭhira fragt Mārkaṇḍeya, ob der Mensch selbst der Täter und Genießer seiner Taten ist oder ob ein höherer Herr darüber waltet, und wie sich der Verkörperte nach dem Tod mit Gutem und Bösem verbindet. Mārkaṇḍeya antwortet mit einer ausführlichen Lehre über die Urmenschen des goldenen Zeitalters, ihren Fall durch Begierde und Verblendung, den Weg der Unweisen durch Wiedergeburt gemäß den eigenen Taten (ohne Zwischenzustand) und den höheren Weg der Weisen, die durch Askese und Erkenntnis wieder zur Wohnstatt der Götter gelangen. Ein Gleichnis von vier Menschentypen (glücklich nur hier, nur im Jenseits, in beiden oder in keiner der beiden Welten) mündet in den Trost, dass die Pāṇḍavas durch ihre eigenen Taten den höchsten Himmel erreichen werden.

vaiśaṃpāyana uvāca taṃ vivakṣantam ālakṣya kururājo mahāmunim kathāsaṃjananārthāya codayām āsa pāṇḍavaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Als der König der Kurus, der Sohn Pāṇḍus, bemerkte, dass der große Weise zu sprechen wünschte, drängte er ihn, um das Gespräch in Gang zu bringen:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca taṃ vivakṣantam ālakṣya kururājo mahāmunim kathāsaṃjananārthāya codayām āsa pāṇḍavaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Als der König der Kurus, der Sohn Pāṇḍus, bemerkte, dass der große Weise zu sprechen wünschte, drängte er ihn, um das Gespräch in Gang zu bringen:

bhavān daivatadaityānām ṛṣīṇāṃ ca mahātmanām rājarṣīṇāṃ ca sarveṣāṃ caritajñaḥ sanātanaḥ

„Du kennst von jeher den Wandel der Götter und Daityas, der hochgesinnten Weisen und aller Königsweisen.

Wort für Wort
bhavān daivatadaityānām ṛṣīṇāṃ ca mahātmanām rājarṣīṇāṃ ca sarveṣāṃ caritajñaḥ sanātanaḥ
„Du kennst von jeher den Wandel der Götter und Daityas, der hochgesinnten Weisen und aller Königsweisen.

sevyaś copāsitavyaś ca mato naḥ kāṅkṣitaś ciram ayaṃ ca devakīputraḥ prāpto 'smān avalokakaḥ

Verehrungswürdig und der Aufwartung würdig bist du uns, lange ersehnt; und dieser Sohn der Devakī ist gekommen, um uns zu betrachten.

Wort für Wort
sevyaś copāsitavyaś ca mato naḥ kāṅkṣitaś ciram ayaṃ ca devakīputraḥ prāpto 'smān avalokakaḥ
Verehrungswürdig und der Aufwartung würdig bist du uns, lange ersehnt; und dieser Sohn der Devakī ist gekommen, um uns zu betrachten.

bhavaty eva hi me buddhir dṛṣṭvātmānaṃ sukhāc cyutam dhārtarāṣṭrāṃś ca durvṛttān ṛdhyataḥ prekṣya sarvaśaḥ

Denn mir kommt, wenn ich mich selbst vom Glück gefallen sehe und die schlecht handelnden Söhne des Dhṛtarāṣṭra allseits gedeihen sehe, folgender Gedanke:

Wort für Wort
bhavaty eva hi me buddhir dṛṣṭvātmānaṃ sukhāc cyutam dhārtarāṣṭrāṃś ca durvṛttān ṛdhyataḥ prekṣya sarvaśaḥ
Denn mir kommt, wenn ich mich selbst vom Glück gefallen sehe und die schlecht handelnden Söhne des Dhṛtarāṣṭra allseits gedeihen sehe, folgender Gedanke:

karmaṇaḥ puruṣaḥ kartā śubhasyāpy aśubhasya ca svaphalaṃ tad upāśnāti kathaṃ kartā svid īśvaraḥ

Ist der Mensch der Täter der Tat, sei sie heilsam oder unheilsam, und genießt er selbst deren Frucht – oder ist ein Herr der eigentliche Täter?

Wort für Wort
karmaṇaḥ puruṣaḥ kartā śubhasyāpy aśubhasya ca svaphalaṃ tad upāśnāti kathaṃ kartā svid īśvaraḥ
Ist der Mensch der Täter der Tat, sei sie heilsam oder unheilsam, und genießt er selbst deren Frucht – oder ist ein Herr der eigentliche Täter?

atha vā sukhaduḥkheṣu nṛṇāṃ brahmavidāṃ vara iha vā kṛtam anveti paradehe 'tha vā punaḥ

Oder folgen den Menschen, o Bester der Kenner des Brahman, in Glück und Leid, das hier Getane, noch in einem anderen Körper nach?

Wort für Wort
atha vā sukhaduḥkheṣu nṛṇāṃ brahmavidāṃ vara iha vā kṛtam anveti paradehe 'tha vā punaḥ
Oder folgen den Menschen, o Bester der Kenner des Brahman, in Glück und Leid, das hier Getane, noch in einem anderen Körper nach?

dehī ca dehaṃ saṃtyajya mṛgyamāṇaḥ śubhāśubhaiḥ kathaṃ saṃyujyate pretya iha vā dvijasattama

Und wie verbindet sich, o Bester der Zweifachgeborenen, der Verkörperte, nachdem er den Körper verlassen hat und von Gutem und Bösem gesucht wird, wieder – im Jenseits oder hier?

Wort für Wort
dehī ca dehaṃ saṃtyajya mṛgyamāṇaḥ śubhāśubhaiḥ kathaṃ saṃyujyate pretya iha vā dvijasattama
Und wie verbindet sich, o Bester der Zweifachgeborenen, der Verkörperte, nachdem er den Körper verlassen hat und von Gutem und Bösem gesucht wird, wieder – im Jenseits oder hier?

aihalaukikam evaitad utāho pāralaukikam kva ca karmāṇi tiṣṭhanti jantoḥ pretasya bhārgava

Geschieht dies allein in dieser Welt, oder auch in jener anderen Welt? Und wo, o Bhārgava, verbleiben die Taten des dahingeschiedenen Geschöpfes?“

Wort für Wort
aihalaukikam evaitad utāho pāralaukikam kva ca karmāṇi tiṣṭhanti jantoḥ pretasya bhārgava
Geschieht dies allein in dieser Welt, oder auch in jener anderen Welt? Und wo, o Bhārgava, verbleiben die Taten des dahingeschiedenen Geschöpfes?“

mārkaṇḍeya uvāca tvadyukto 'yam anupraśno yathāvad vadatāṃ vara viditaṃ veditavyaṃ te sthityartham anupṛcchasi

Mārkaṇḍeya sprach: „Diese Frage ist dir gemäß, o Bester der Redekundigen; du fragst, um deines Bestehens willen, nach dem, was den Wissenden ohnehin bekannt ist.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tvadyukto 'yam anupraśno yathāvad vadatāṃ vara viditaṃ veditavyaṃ te sthityartham anupṛcchasi
Mārkaṇḍeya sprach: „Diese Frage ist dir gemäß, o Bester der Redekundigen; du fragst, um deines Bestehens willen, nach dem, was den Wissenden ohnehin bekannt ist.

atra te vartayiṣyāmi tad ihaikamanāḥ śṛṇu yathehāmutra ca naraḥ sukhaduḥkham upāśnute

Darüber will ich dich unterweisen; höre es hier mit gesammeltem Sinn, wie der Mensch hier und im Jenseits Glück und Leid genießt.

Wort für Wort
atra te vartayiṣyāmi tad ihaikamanāḥ śṛṇu yathehāmutra ca naraḥ sukhaduḥkham upāśnute
Darüber will ich dich unterweisen; höre es hier mit gesammeltem Sinn, wie der Mensch hier und im Jenseits Glück und Leid genießt.

nirmalāni śarīrāṇi viśuddhāni śarīriṇām sasarja dharmatantrāṇi pūrvotpannaḥ prajāpatiḥ

Makellose, reine Körper der Verkörperten erschuf einst, den Ordnungen des Dharma gemäß, der zuerst entstandene Herr der Geschöpfe,

Wort für Wort
nirmalāni śarīrāṇi viśuddhāni śarīriṇām sasarja dharmatantrāṇi pūrvotpannaḥ prajāpatiḥ
Makellose, reine Körper der Verkörperten erschuf einst, den Ordnungen des Dharma gemäß, der zuerst entstandene Herr der Geschöpfe,

amoghabalasaṃkalpāḥ suvratāḥ satyavādinaḥ brahmabhūtā narāḥ puṇyāḥ purāṇāḥ kurunandana

von unfehlbarer Kraft und Entschlossenheit, guten Gelübden, wahrhaft redend – zu Brahman gewordene, heilige, uralte Menschen, o Freude der Kurus.

Wort für Wort
amoghabalasaṃkalpāḥ suvratāḥ satyavādinaḥ brahmabhūtā narāḥ puṇyāḥ purāṇāḥ kurunandana
von unfehlbarer Kraft und Entschlossenheit, guten Gelübden, wahrhaft redend – zu Brahman gewordene, heilige, uralte Menschen, o Freude der Kurus.

sarve devaiḥ samāyānti svacchandena nabhastalam tataś ca punar āyānti sarve svacchandacāriṇaḥ

Alle gingen sie mit den Göttern nach Belieben zum Himmelsgewölbe empor, und dann kehrten sie alle wieder zurück, nach Belieben wandelnd.

Wort für Wort
sarve devaiḥ samāyānti svacchandena nabhastalam tataś ca punar āyānti sarve svacchandacāriṇaḥ
Alle gingen sie mit den Göttern nach Belieben zum Himmelsgewölbe empor, und dann kehrten sie alle wieder zurück, nach Belieben wandelnd.

svacchandamaraṇāś cāsan narāḥ svacchandajīvinaḥ alpabādhā nirātaṅkā siddhārthā nirupadravāḥ

Nach Belieben starben die Menschen, nach Belieben lebten sie, von geringer Plage, ohne Angst, ihr Ziel erreichend, ohne Bedrängnis,

Wort für Wort
svacchandamaraṇāś cāsan narāḥ svacchandajīvinaḥ alpabādhā nirātaṅkā siddhārthā nirupadravāḥ
Nach Belieben starben die Menschen, nach Belieben lebten sie, von geringer Plage, ohne Angst, ihr Ziel erreichend, ohne Bedrängnis,

draṣṭāro devasaṃghānām ṛṣīṇāṃ ca mahātmanām pratyakṣāḥ sarvadharmāṇāṃ dāntā vigatamatsarāḥ

Anschauer der Scharen der Götter und der hochgesinnten Weisen, unmittelbar aller Rechtsordnungen teilhaftig, beherrscht, frei von Neid.

Wort für Wort
draṣṭāro devasaṃghānām ṛṣīṇāṃ ca mahātmanām pratyakṣāḥ sarvadharmāṇāṃ dāntā vigatamatsarāḥ
Anschauer der Scharen der Götter und der hochgesinnten Weisen, unmittelbar aller Rechtsordnungen teilhaftig, beherrscht, frei von Neid.

āsan varṣasahasrāṇi tathā putrasahasriṇaḥ tataḥ kālāntare 'nyasmin pṛthivītalacāriṇaḥ

Tausend Jahre lang lebten sie so, mit tausend Söhnen gesegnet; dann aber, in einer anderen Zeit, wandelten sie auf der Erdoberfläche,

Wort für Wort
āsan varṣasahasrāṇi tathā putrasahasriṇaḥ tataḥ kālāntare 'nyasmin pṛthivītalacāriṇaḥ
Tausend Jahre lang lebten sie so, mit tausend Söhnen gesegnet; dann aber, in einer anderen Zeit, wandelten sie auf der Erdoberfläche,

kāmakrodhābhibhūtās te māyāvyājopajīvinaḥ lobhamohābhibhūtāś ca tyaktā devais tato narāḥ

von Begierde und Zorn überwältigt, von Trug und Täuschung lebend, von Gier und Verblendung überwältigt – da wurden die Menschen von den Göttern verlassen.

Wort für Wort
kāmakrodhābhibhūtās te māyāvyājopajīvinaḥ lobhamohābhibhūtāś ca tyaktā devais tato narāḥ
von Begierde und Zorn überwältigt, von Trug und Täuschung lebend, von Gier und Verblendung überwältigt – da wurden die Menschen von den Göttern verlassen.

aśubhaiḥ karmabhiḥ pāpās tiryaṅ narakagāminaḥ saṃsāreṣu vicitreṣu pacyamānāḥ punaḥ punaḥ

Durch unheilvolle Taten sündig geworden, gingen sie zur Tiergeburt und zur Hölle ein, in den mannigfaltigen Daseinskreisläufen immer wieder gequält,

Wort für Wort
aśubhaiḥ karmabhiḥ pāpās tiryaṅ narakagāminaḥ saṃsāreṣu vicitreṣu pacyamānāḥ punaḥ punaḥ
Durch unheilvolle Taten sündig geworden, gingen sie zur Tiergeburt und zur Hölle ein, in den mannigfaltigen Daseinskreisläufen immer wieder gequält,

mogheṣṭā moghasaṃkalpā moghajñānā vicetasaḥ sarvātiśaṅkinaś caiva saṃvṛttāḥ kleśabhāginaḥ aśubhaiḥ karmabhiś cāpi prāyaśaḥ paricihnitāḥ

vergeblich in ihrem Streben, vergeblich in ihren Vorsätzen, vergeblich in ihrem Wissen, verwirrten Sinnes, allem misstrauisch geworden, dem Leiden verfallen, meist durch unheilvolle Taten gekennzeichnet.

Wort für Wort
mogheṣṭā moghasaṃkalpā moghajñānā vicetasaḥ sarvātiśaṅkinaś caiva saṃvṛttāḥ kleśabhāginaḥ aśubhaiḥ karmabhiś cāpi prāyaśaḥ paricihnitāḥ
vergeblich in ihrem Streben, vergeblich in ihren Vorsätzen, vergeblich in ihrem Wissen, verwirrten Sinnes, allem misstrauisch geworden, dem Leiden verfallen, meist durch unheilvolle Taten gekennzeichnet.

dauṣkulyā vyādhibahulā durātmāno 'pratāpinaḥ bhavanty alpāyuṣaḥ pāpā raudrakarmaphalodayāḥ nāthantaḥ sarvakāmānāṃ nāstikā bhinnasetavaḥ

Von niederer Herkunft, von vielen Krankheiten geplagt, bösen Sinnes, kraftlos, von kurzer Lebensdauer, sündig, aus grausamen Taten Frucht erwachsend, unfähig, all ihre Wünsche zu erlangen, gottlos, die Dämme des rechten Wandels durchbrechend –

Wort für Wort
dauṣkulyā vyādhibahulā durātmāno 'pratāpinaḥ bhavanty alpāyuṣaḥ pāpā raudrakarmaphalodayāḥ nāthantaḥ sarvakāmānāṃ nāstikā bhinnasetavaḥ
Von niederer Herkunft, von vielen Krankheiten geplagt, bösen Sinnes, kraftlos, von kurzer Lebensdauer, sündig, aus grausamen Taten Frucht erwachsend, unfähig, all ihre Wünsche zu erlangen, gottlos, die Dämme des rechten Wandels durchbrechend –

jantoḥ pretasya kaunteya gatiḥ svair iha karmabhiḥ prājñasya hīnabuddheś ca karmakośaḥ kva tiṣṭhati

dies, o Sohn der Kuntī, ist der Weg des dahingeschiedenen Geschöpfes gemäß seinen eigenen Taten hier; doch wo verbleibt der Schatz der Taten des Weisen und des Kurzsichtigen?

Wort für Wort
jantoḥ pretasya kaunteya gatiḥ svair iha karmabhiḥ prājñasya hīnabuddheś ca karmakośaḥ kva tiṣṭhati
dies, o Sohn der Kuntī, ist der Weg des dahingeschiedenen Geschöpfes gemäß seinen eigenen Taten hier; doch wo verbleibt der Schatz der Taten des Weisen und des Kurzsichtigen?

kvasthas tat samupāśnāti sukṛtaṃ yadi vetarat iti te darśanaṃ yac ca tatrāpy anunayaṃ śṛṇu

Wo befindlich genießt er dies, wenn es gute oder auch andere Tat ist? So höre nun auch die Erklärung, welche Ansicht ich hierzu vertrete.

Wort für Wort
kvasthas tat samupāśnāti sukṛtaṃ yadi vetarat iti te darśanaṃ yac ca tatrāpy anunayaṃ śṛṇu
Wo befindlich genießt er dies, wenn es gute oder auch andere Tat ist? So höre nun auch die Erklärung, welche Ansicht ich hierzu vertrete.

ayam ādiśarīreṇa devasṛṣṭena mānavaḥ śubhānām aśubhānāṃ ca kurute saṃcayaṃ mahat

Dieser Mensch häuft mit dem von den Göttern erschaffenen ursprünglichen Körper eine große Ansammlung von guten und bösen Taten an.

Wort für Wort
ayam ādiśarīreṇa devasṛṣṭena mānavaḥ śubhānām aśubhānāṃ ca kurute saṃcayaṃ mahat
Dieser Mensch häuft mit dem von den Göttern erschaffenen ursprünglichen Körper eine große Ansammlung von guten und bösen Taten an.

āyuṣo 'nte prahāyedaṃ kṣīṇaprāyaṃ kalevaram saṃbhavaty eva yugapad yonau nāsty antarābhavaḥ

Am Ende des Lebens, nachdem er diesen fast verbrauchten Leib verlassen hat, entsteht er zugleich wieder in einem Mutterschoß; einen Zwischenzustand gibt es nicht.

Wort für Wort
āyuṣo 'nte prahāyedaṃ kṣīṇaprāyaṃ kalevaram saṃbhavaty eva yugapad yonau nāsty antarābhavaḥ
Am Ende des Lebens, nachdem er diesen fast verbrauchten Leib verlassen hat, entsteht er zugleich wieder in einem Mutterschoß; einen Zwischenzustand gibt es nicht.

tatrāsya svakṛtaṃ karma chāyevānugataṃ sadā phalaty atha sukhārho vā duḥkhārho vāpi jāyate

Dort folgt ihm seine selbst getane Tat stets wie ein Schatten, trägt Frucht, und er wird zu Glück oder auch zu Leid berufen geboren.

Wort für Wort
tatrāsya svakṛtaṃ karma chāyevānugataṃ sadā phalaty atha sukhārho vā duḥkhārho vāpi jāyate
Dort folgt ihm seine selbst getane Tat stets wie ein Schatten, trägt Frucht, und er wird zu Glück oder auch zu Leid berufen geboren.

kṛtāntavidhisaṃyuktaḥ sa jantur lakṣaṇaiḥ śubhaiḥ aśubhair vā nirādāno lakṣyate jñānadṛṣṭibhiḥ

Mit der Ordnung des Endgültigen verbunden, wird jenes Geschöpf, ohne dass es etwas mitnimmt, an heilvollen oder unheilvollen Merkmalen von denen erkannt, die mit dem Auge der Erkenntnis sehen.

Wort für Wort
kṛtāntavidhisaṃyuktaḥ sa jantur lakṣaṇaiḥ śubhaiḥ aśubhair vā nirādāno lakṣyate jñānadṛṣṭibhiḥ
Mit der Ordnung des Endgültigen verbunden, wird jenes Geschöpf, ohne dass es etwas mitnimmt, an heilvollen oder unheilvollen Merkmalen von denen erkannt, die mit dem Auge der Erkenntnis sehen.

eṣā tāvad abuddhīnāṃ gatir uktā yudhiṣṭhira ataḥ paraṃ jñānavatāṃ nibodha gatim uttamām

Dies also, o Yudhiṣṭhira, ist der Weg der Unweisen, wie er dargelegt wurde; vernimm nun weiterhin den höchsten Weg der Weisen.

Wort für Wort
eṣā tāvad abuddhīnāṃ gatir uktā yudhiṣṭhira ataḥ paraṃ jñānavatāṃ nibodha gatim uttamām
Dies also, o Yudhiṣṭhira, ist der Weg der Unweisen, wie er dargelegt wurde; vernimm nun weiterhin den höchsten Weg der Weisen.

manuṣyās taptatapasaḥ sarvāgamaparāyaṇāḥ sthiravratāḥ satyaparā guruśuśrūṣaṇe ratāḥ

Menschen, deren Askese gereift ist, die allen heiligen Überlieferungen ergeben sind, standhaft in ihren Gelübden, der Wahrheit zugetan, dem Dienst am Lehrer hingegeben,

Wort für Wort
manuṣyās taptatapasaḥ sarvāgamaparāyaṇāḥ sthiravratāḥ satyaparā guruśuśrūṣaṇe ratāḥ
Menschen, deren Askese gereift ist, die allen heiligen Überlieferungen ergeben sind, standhaft in ihren Gelübden, der Wahrheit zugetan, dem Dienst am Lehrer hingegeben,

suśīlāḥ śuklajātīyāḥ kṣāntā dāntāḥ sutejasaḥ śubhayonyantaragatāḥ prāyaśaḥ śubhalakṣaṇāḥ

wohlgesittet, von reiner Herkunft, geduldig, beherrscht, von großem Glanz, in eine heilvolle Mutterschoß-Geburt eingegangen, meist mit heilvollen Kennzeichen versehen,

Wort für Wort
suśīlāḥ śuklajātīyāḥ kṣāntā dāntāḥ sutejasaḥ śubhayonyantaragatāḥ prāyaśaḥ śubhalakṣaṇāḥ
wohlgesittet, von reiner Herkunft, geduldig, beherrscht, von großem Glanz, in eine heilvolle Mutterschoß-Geburt eingegangen, meist mit heilvollen Kennzeichen versehen,

jitendriyatvād vaśinaḥ śuklatvān mandarogiṇaḥ alpabādhaparitrāsād bhavanti nirupadravāḥ

durch die Bezwingung der Sinne beherrscht, durch ihre Reinheit wenig krank, von geringer Plage und Furcht, ohne Bedrängnis –

Wort für Wort
jitendriyatvād vaśinaḥ śuklatvān mandarogiṇaḥ alpabādhaparitrāsād bhavanti nirupadravāḥ
durch die Bezwingung der Sinne beherrscht, durch ihre Reinheit wenig krank, von geringer Plage und Furcht, ohne Bedrängnis –

cyavantaṃ jāyamānaṃ ca garbhasthaṃ caiva sarvaśaḥ svam ātmānaṃ paraṃ caiva budhyante jñānacakṣuṣaḥ karmabhūmim imāṃ prāpya punar yānti surālayam

solche, mit dem Auge der Erkenntnis versehen, erkennen überall den Hinschwindenden, den Geborenwerdenden, den im Mutterleib Befindlichen, das eigene Selbst und das höchste Selbst; nachdem sie diese Welt der Taten erreicht haben, gehen sie wieder in die Wohnstatt der Götter ein.

Wort für Wort
cyavantaṃ jāyamānaṃ ca garbhasthaṃ caiva sarvaśaḥ svam ātmānaṃ paraṃ caiva budhyante jñānacakṣuṣaḥ karmabhūmim imāṃ prāpya punar yānti surālayam
solche, mit dem Auge der Erkenntnis versehen, erkennen überall den Hinschwindenden, den Geborenwerdenden, den im Mutterleib Befindlichen, das eigene Selbst und das höchste Selbst; nachdem sie diese Welt der Taten erreicht haben, gehen sie wieder in die Wohnstatt der Götter ein.

kiṃ cid daivād dhaṭhāt kiṃ cit kiṃ cid eva svakarmabhiḥ prāpnuvanti narā rājan mā te 'stv anyā vicāraṇā

Manches erlangen die Menschen durch das Schicksal, manches durch Zufall, manches eben durch ihre eigenen Taten, o König; lass dir darüber keine andere Erwägung sein.

Wort für Wort
kiṃ cid daivād dhaṭhāt kiṃ cit kiṃ cid eva svakarmabhiḥ prāpnuvanti narā rājan mā te 'stv anyā vicāraṇā
Manches erlangen die Menschen durch das Schicksal, manches durch Zufall, manches eben durch ihre eigenen Taten, o König; lass dir darüber keine andere Erwägung sein.

imām atropamāṃ cāpi nibodha vadatāṃ vara manuṣyaloke yac chreyaḥ paraṃ manye yudhiṣṭhira

Höre nun auch dieses Gleichnis, o Bester der Redekundigen; was ich für das höchste Gut in der Menschenwelt halte, o Yudhiṣṭhira:

Wort für Wort
imām atropamāṃ cāpi nibodha vadatāṃ vara manuṣyaloke yac chreyaḥ paraṃ manye yudhiṣṭhira
Höre nun auch dieses Gleichnis, o Bester der Redekundigen; was ich für das höchste Gut in der Menschenwelt halte, o Yudhiṣṭhira:

iha vaikasya nāmutra amutraikasya no iha iha cāmutra caikasya nāmutraikasya no iha

Für den einen gibt es das Glück nur hier, nicht im Jenseits; für den anderen nur im Jenseits, nicht hier; für den einen sowohl hier als auch im Jenseits; für den anderen weder hier noch im Jenseits.

Wort für Wort
iha vaikasya nāmutra amutraikasya no iha iha cāmutra caikasya nāmutraikasya no iha
Für den einen gibt es das Glück nur hier, nicht im Jenseits; für den anderen nur im Jenseits, nicht hier; für den einen sowohl hier als auch im Jenseits; für den anderen weder hier noch im Jenseits.

dhanāni yeṣāṃ vipulāni santi nityaṃ ramante suvibhūṣitāṅgāḥ teṣām ayaṃ śatruvaraghna loko nāsau sadā dehasukhe ratānām

Die, welche reichlichen Besitz haben, sich stets vergnügen, an Gliedern reich geschmückt – ihnen, o Bezwinger der vornehmsten Feinde, gehört diese Welt, nicht aber jene, ihnen, die stets der Freude des Leibes hingegeben sind.

Wort für Wort
dhanāni yeṣāṃ vipulāni santi nityaṃ ramante suvibhūṣitāṅgāḥ teṣām ayaṃ śatruvaraghna loko nāsau sadā dehasukhe ratānām
Die, welche reichlichen Besitz haben, sich stets vergnügen, an Gliedern reich geschmückt – ihnen, o Bezwinger der vornehmsten Feinde, gehört diese Welt, nicht aber jene, ihnen, die stets der Freude des Leibes hingegeben sind.

ye yogayuktās tapasi prasaktāḥ svādhyāyaśīlā jarayanti dehān jitendriyā bhūtahite niviṣṭās teṣām asau nāyam arighna lokaḥ

Die, welche im Yoga geeint, der Askese hingegeben, dem Studium zugetan sind, ihre Leiber altern lassen, die Sinne bezwungen haben, auf das Wohl der Wesen bedacht sind – ihnen gehört jene Welt, nicht diese, o Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
ye yogayuktās tapasi prasaktāḥ svādhyāyaśīlā jarayanti dehān jitendriyā bhūtahite niviṣṭās teṣām asau nāyam arighna lokaḥ
Die, welche im Yoga geeint, der Askese hingegeben, dem Studium zugetan sind, ihre Leiber altern lassen, die Sinne bezwungen haben, auf das Wohl der Wesen bedacht sind – ihnen gehört jene Welt, nicht diese, o Bezwinger der Feinde.

ye dharmam eva prathamaṃ caranti dharmeṇa labdhvā ca dhanāni kāle dārān avāpya kratubhir yajante teṣām ayaṃ caiva paraś ca lokaḥ

Die, welche zuerst dem Dharma folgen und, durch den Dharma Reichtum erlangt, zur rechten Zeit eine Gattin nehmen und mit Opfern opfern – ihnen gehört diese Welt und auch die andere.

Wort für Wort
ye dharmam eva prathamaṃ caranti dharmeṇa labdhvā ca dhanāni kāle dārān avāpya kratubhir yajante teṣām ayaṃ caiva paraś ca lokaḥ
Die, welche zuerst dem Dharma folgen und, durch den Dharma Reichtum erlangt, zur rechten Zeit eine Gattin nehmen und mit Opfern opfern – ihnen gehört diese Welt und auch die andere.

ye naiva vidyāṃ na tapo na dānaṃ na cāpi mūḍhāḥ prajane yatante na cādhigacchanti sukhāny abhāgyās teṣām ayaṃ caiva paraś ca nāsti

Die, welche weder Wissen noch Askese noch Gaben haben und, töricht, sich nicht einmal um Nachkommenschaft bemühen und, unglückselig, keine Freuden erlangen – ihnen gehört weder diese Welt noch die andere.

Wort für Wort
ye naiva vidyāṃ na tapo na dānaṃ na cāpi mūḍhāḥ prajane yatante na cādhigacchanti sukhāny abhāgyās teṣām ayaṃ caiva paraś ca nāsti
Die, welche weder Wissen noch Askese noch Gaben haben und, töricht, sich nicht einmal um Nachkommenschaft bemühen und, unglückselig, keine Freuden erlangen – ihnen gehört weder diese Welt noch die andere.

sarve bhavantas tv ativīryasattvā divyaujasaḥ saṃhananopapannāḥ lokād amuṣmād avaniṃ prapannāḥ svadhītavidyāḥ surakāryahetoḥ

Ihr alle aber seid von überragender Kraft und Wesenheit, von göttlichem Glanz, mit festem Wuchs begabt; aus jener Welt seid ihr auf die Erde herabgestiegen, eures Wissens wohlkundig, um der Aufgabe der Götter willen.

Wort für Wort
sarve bhavantas tv ativīryasattvā divyaujasaḥ saṃhananopapannāḥ lokād amuṣmād avaniṃ prapannāḥ svadhītavidyāḥ surakāryahetoḥ
Ihr alle aber seid von überragender Kraft und Wesenheit, von göttlichem Glanz, mit festem Wuchs begabt; aus jener Welt seid ihr auf die Erde herabgestiegen, eures Wissens wohlkundig, um der Aufgabe der Götter willen.

kṛtvaiva karmāṇi mahānti śūrās tapodamācāravihāraśīlāḥ devān ṛṣīn pretagaṇāṃś ca sarvān saṃtarpayitvā vidhinā pareṇa

Nachdem ihr, Helden, große Taten vollbracht, der Askese, Selbstbeherrschung und rechten Lebensart zugetan gewesen seid, und die Götter, die Weisen und alle Scharen der Verstorbenen mit dem höchsten Ritus gesättigt habt,

Wort für Wort
kṛtvaiva karmāṇi mahānti śūrās tapodamācāravihāraśīlāḥ devān ṛṣīn pretagaṇāṃś ca sarvān saṃtarpayitvā vidhinā pareṇa
Nachdem ihr, Helden, große Taten vollbracht, der Askese, Selbstbeherrschung und rechten Lebensart zugetan gewesen seid, und die Götter, die Weisen und alle Scharen der Verstorbenen mit dem höchsten Ritus gesättigt habt,

svargaṃ paraṃ puṇyakṛtāṃ nivāsaṃ krameṇa saṃprāpsyatha karmabhiḥ svaiḥ mā bhūd viśaṅkā tava kauravendra dṛṣṭvātmanaḥ kleśam imaṃ sukhārha

werdet ihr allmählich, durch eure eigenen Taten, den höchsten Himmel erlangen, die Wohnstatt derer, die Verdienstvolles getan haben; lass keinen Zweifel in dir aufkommen, o Herr der Kauravas, der du des Glückes würdig bist, wenn du diese deine Drangsal siehst.“

Wort für Wort
svargaṃ paraṃ puṇyakṛtāṃ nivāsaṃ krameṇa saṃprāpsyatha karmabhiḥ svaiḥ mā bhūd viśaṅkā tava kauravendra dṛṣṭvātmanaḥ kleśam imaṃ sukhārha
werdet ihr allmählich, durch eure eigenen Taten, den höchsten Himmel erlangen, die Wohnstatt derer, die Verdienstvolles getan haben; lass keinen Zweifel in dir aufkommen, o Herr der Kauravas, der du des Glückes würdig bist, wenn du diese deine Drangsal siehst.“

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