Kapitel 62: Damayantyāḥ Cedipuraveśaḥ
Damayantī am Hof der Cedis
Damayantī zieht mit der Karawane weiter, doch nachts zertrampelt eine Elefantenherde das Lager und tötet fast alle. Die Überlebenden ziehen klagend weiter zur Stadt der Cedis; Damayantī vermutet, die von ihr bei der Svayaṃvara zurückgewiesenen Weltenhüter würden sie nun strafen. Zerlumpt und wirr erreicht sie die Stadt des Königs Subāhu, wo die Königinmutter sie vom Palast aus bemerkt und zu sich holt. Damayantī gibt sich - ihre wahre Identität verschleiernd - als frei umherziehende Sairandhrī aus, deren Gatte im Würfelspiel alles verlor. Die Königinmutter nimmt sie unter strengen, von Damayantī selbst gestellten Bedingungen auf und vertraut sie ihrer Tochter Sunandā als Gefährtin an.
bṛhadaśva uvāca sā tac chrutvānavadyāṅgī sārthavāhavacas tadā agacchat tena vai sārdhaṃ bhartṛdarśanalālasā
Bṛhadaśva sprach: Sie, die Makellosgliedrige, ging, nachdem sie diese Worte des Karawanenführers gehört hatte, da mit ihm zusammen, begierig danach, ihren Gatten wiederzusehen.
Wort für Wort
bṛhadaśva uvāca sā tac chrutvānavadyāṅgī sārthavāhavacas tadā agacchat tena vai sārdhaṃ bhartṛdarśanalālasā
Bṛhadaśva sprach: Sie, die Makellosgliedrige, ging, nachdem sie diese Worte des Karawanenführers gehört hatte, da mit ihm zusammen, begierig danach, ihren Gatten wiederzusehen.
Dann, nach geraumer Zeit, erblickten die Kaufleute in dem großen, furchtbaren Wald einen großen, von allen Seiten schönen Teich, duftend von Lotusblüten und Saugandhika-Blumen,
Dann, nach geraumer Zeit, erblickten die Kaufleute in dem großen, furchtbaren Wald einen großen, von allen Seiten schönen Teich, duftend von Lotusblüten und Saugandhika-Blumen,
taṃ dṛṣṭvā mṛṣṭasalilaṃ manoharasukhāvaham supariśrāntavāhās te niveśāya mano dadhuḥ
Als sie diesen mit klarem Wasser sahen, herzerfreuend und Wohlbehagen bringend, richteten sie, deren Zugtiere sehr erschöpft waren, ihren Sinn darauf, dort zu lagern.
Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā mṛṣṭasalilaṃ manoharasukhāvaham supariśrāntavāhās te niveśāya mano dadhuḥ
Als sie diesen mit klarem Wasser sahen, herzerfreuend und Wohlbehagen bringend, richteten sie, deren Zugtiere sehr erschöpft waren, ihren Sinn darauf, dort zu lagern.
Dann, zur Zeit der Mitternacht, als alles geräuschlos und still war, als die erschöpfte Karawane schlief, kam eine Herde Elefanten heran, um an einem Bergfluss, der von ihrem Brunftsaft getrübt war, Wasser zu trinken.
Dann, zur Zeit der Mitternacht, als alles geräuschlos und still war, als die erschöpfte Karawane schlief, kam eine Herde Elefanten heran, um an einem Bergfluss, der von ihrem Brunftsaft getrübt war, Wasser zu trinken.
hāhāravaṃ pramuñcantaḥ sārthikāḥ śaraṇārthinaḥ vanagulmāṃś ca dhāvanto nidrāndhā mahato bhayāt ke cid dantaiḥ karaiḥ ke cit ke cit padbhyāṃ hatā narāḥ
Wehklagen ausstoßend, Zuflucht suchend, liefen die Karawanenleute, vom Schlaf geblendet, aus großer Furcht in die Waldgebüsche; manche Männer wurden von Stoßzähnen, manche von Rüsseln, manche von Füßen erschlagen.
Wort für Wort
hāhāravaṃ pramuñcantaḥ sārthikāḥ śaraṇārthinaḥ vanagulmāṃś ca dhāvanto nidrāndhā mahato bhayāt ke cid dantaiḥ karaiḥ ke cit ke cit padbhyāṃ hatā narāḥ
Wehklagen ausstoßend, Zuflucht suchend, liefen die Karawanenleute, vom Schlaf geblendet, aus großer Furcht in die Waldgebüsche; manche Männer wurden von Stoßzähnen, manche von Rüsseln, manche von Füßen erschlagen.
ghorān nādān vimuñcanto nipetur dharaṇītale vṛkṣeṣv āsajya saṃbhagnāḥ patitā viṣameṣu ca tathā tan nihataṃ sarvaṃ samṛddhaṃ sārthamaṇḍalam
furchtbare Schreie ausstoßend, stürzten sie zu Boden; an Bäumen sich verfangend zerschmettert, in Abgründe gefallen - so wurde jene ganze, wohlhabende Karawanenschar vernichtet.
Wort für Wort
ghorān nādān vimuñcanto nipetur dharaṇītale vṛkṣeṣv āsajya saṃbhagnāḥ patitā viṣameṣu ca tathā tan nihataṃ sarvaṃ samṛddhaṃ sārthamaṇḍalam
furchtbare Schreie ausstoßend, stürzten sie zu Boden; an Bäumen sich verfangend zerschmettert, in Abgründe gefallen - so wurde jene ganze, wohlhabende Karawanenschar vernichtet.
Als dann der nächste Tag anbrach, kamen die vom Gemetzel übrig gebliebenen Leute aus den Waldgebüschen hervor und beklagten das angerichtete Unheil, o Herrscher der Menschen, einen Bruder, einen Vater, einen Sohn, einen Freund;
Als dann der nächste Tag anbrach, kamen die vom Gemetzel übrig gebliebenen Leute aus den Waldgebüschen hervor und beklagten das angerichtete Unheil, o Herrscher der Menschen, einen Bruder, einen Vater, einen Sohn, einen Freund;
aśocat tatra vaidarbhī kiṃ nu me duṣkṛtaṃ kṛtam yo 'pi me nirjane 'raṇye saṃprāpto 'yaṃ janārṇavaḥ hato 'yaṃ hastiyūthena mandabhāgyān mamaiva tu
dort klagte auch die Vaidarbhī: „Was für ein Übel habe ich wohl getan, dass selbst dieser Strom von Menschen, der mir in der einsamen Wildnis zuteilgeworden war, nun durch die Elefantenherde vernichtet wurde - wahrlich wegen meines eigenen Unglücks?
Wort für Wort
aśocat tatra vaidarbhī kiṃ nu me duṣkṛtaṃ kṛtam yo 'pi me nirjane 'raṇye saṃprāpto 'yaṃ janārṇavaḥ hato 'yaṃ hastiyūthena mandabhāgyān mamaiva tu
dort klagte auch die Vaidarbhī: „Was für ein Übel habe ich wohl getan, dass selbst dieser Strom von Menschen, der mir in der einsamen Wildnis zuteilgeworden war, nun durch die Elefantenherde vernichtet wurde - wahrlich wegen meines eigenen Unglücks?
Gewiss steht mir noch lange, langes Leid bevor, ohne Zweifel; denn 'wessen Zeit noch nicht gekommen ist, der stirbt nicht' - so habe ich die Lehre der Alten gehört.
Gewiss steht mir noch lange, langes Leid bevor, ohne Zweifel; denn 'wessen Zeit noch nicht gekommen ist, der stirbt nicht' - so habe ich die Lehre der Alten gehört.
yan nāham adya mṛditā hastiyūthena duḥkhitā na hy adaivakṛtaṃ kiṃ cin narāṇām iha vidyate
Dass ich, Elende, heute nicht von der Elefantenherde zertreten wurde - fürwahr, nichts, was den Menschen hier widerfährt, geschieht ohne das Wirken des Schicksals.
Wort für Wort
yan nāham adya mṛditā hastiyūthena duḥkhitā na hy adaivakṛtaṃ kiṃ cin narāṇām iha vidyate
Dass ich, Elende, heute nicht von der Elefantenherde zertreten wurde - fürwahr, nichts, was den Menschen hier widerfährt, geschieht ohne das Wirken des Schicksals.
ich vermute, weil ich bei meiner Svayaṃvara die versammelten Weltenhüter, die Götter, um Nalas willen zurückgewiesen habe - gewiss erleide ich durch deren Macht diese Trennung.“
ich vermute, weil ich bei meiner Svayaṃvara die versammelten Weltenhüter, die Götter, um Nalas willen zurückgewiesen habe - gewiss erleide ich durch deren Macht diese Trennung.“
Nachdem sie, die Schöngestaltete, derartige Klagen ausgestoßen hatte, ging sie da, ganz dem Leid und Kummer hingegeben, zusammen mit den vom Gemetzel übrig gebliebenen, des Veda kundigen Brahmanen, o Tiger unter den Königen.
Nachdem sie, die Schöngestaltete, derartige Klagen ausgestoßen hatte, ging sie da, ganz dem Leid und Kummer hingegeben, zusammen mit den vom Gemetzel übrig gebliebenen, des Veda kundigen Brahmanen, o Tiger unter den Königen.
So wandernd, erreichte sie nach langer Zeit eine große Stadt; am Abend betrat sie, mit dem halb abgeschnittenen Gewand bekleidet, die vortreffliche Stadt des wahrhaft redenden Cedi-Königs Subāhu.
So wandernd, erreichte sie nach langer Zeit eine große Stadt; am Abend betrat sie, mit dem halb abgeschnittenen Gewand bekleidet, die vortreffliche Stadt des wahrhaft redenden Cedi-Königs Subāhu.
Von ihnen umringt, gelangte sie in die Nähe des Königspalastes; dort, von der Menge umgeben, erblickte sie die Königinmutter, die sich im Palast befand.
Von ihnen umringt, gelangte sie in die Nähe des Königspalastes; dort, von der Menge umgeben, erblickte sie die Königinmutter, die sich im Palast befand.
„Obwohl vom Unglück befallen, trägst du doch eine höchst herrliche Gestalt; du leuchtest wie ein Blitz zwischen Wolken. Sage mir, wer du bist und wessen (Tochter oder Gattin) du bist.
„Obwohl vom Unglück befallen, trägst du doch eine höchst herrliche Gestalt; du leuchtest wie ein Blitz zwischen Wolken. Sage mir, wer du bist und wessen (Tochter oder Gattin) du bist.
na hi te mānuṣaṃ rūpaṃ bhūṣaṇair api varjitam asahāyā narebhyaś ca nodvijasy amaraprabhe
Denn dein Aussehen ist nicht menschlich, obgleich es des Schmuckes entbehrt; und obwohl ohne Begleitung, scheust du dich nicht vor den Menschen, du mit dem Glanz einer Unsterblichen.“
Wort für Wort
na hi te mānuṣaṃ rūpaṃ bhūṣaṇair api varjitam asahāyā narebhyaś ca nodvijasy amaraprabhe
Denn dein Aussehen ist nicht menschlich, obgleich es des Schmuckes entbehrt; und obwohl ohne Begleitung, scheust du dich nicht vor den Menschen, du mit dem Glanz einer Unsterblichen.“
eine Sairandhrī von guter Abkunft, eine freie Dienerin, die nach Belieben wohnt, von Wurzeln und Früchten allein sich nährend, an jedem Ort Unterkunft suchend, wo der Abend sie findet.
eine Sairandhrī von guter Abkunft, eine freie Dienerin, die nach Belieben wohnt, von Wurzeln und Früchten allein sich nährend, an jedem Ort Unterkunft suchend, wo der Abend sie findet.
taṃ mārgamāṇā bhartāraṃ dahyamānā dinakṣapāḥ na vindāmy amaraprakhyaṃ priyaṃ prāṇadhaneśvaram
Ihn, meinen Gatten, suche ich, Tag und Nacht verbrennend, doch finde ich nicht meinen Geliebten, den Herrn meines Lebens und meines Reichtums, der einem Unsterblichen gleicht.“
Wort für Wort
taṃ mārgamāṇā bhartāraṃ dahyamānā dinakṣapāḥ na vindāmy amaraprakhyaṃ priyaṃ prāṇadhaneśvaram
Ihn, meinen Gatten, suche ich, Tag und Nacht verbrennend, doch finde ich nicht meinen Geliebten, den Herrn meines Lebens und meines Reichtums, der einem Unsterblichen gleicht.“
tām aśruparipūrṇākṣīṃ vilapantīṃ tathā bahu rājamātābravīd ārtāṃ bhaimīm ārtatarā svayam
Zu ihr, deren Augen von Tränen erfüllt waren, die so vielfach klagte, sprach die Königinmutter, zu der leidgeplagten Bhaimī, selbst noch mehr leidgeplagt:
Wort für Wort
tām aśruparipūrṇākṣīṃ vilapantīṃ tathā bahu rājamātābravīd ārtāṃ bhaimīm ārtatarā svayam
Zu ihr, deren Augen von Tränen erfüllt waren, die so vielfach klagte, sprach die Königinmutter, zu der leidgeplagten Bhaimī, selbst noch mehr leidgeplagt:
Als sie die Worte der Königinmutter gehört hatte, sprach Damayantī die Worte: „Unter einer Bedingung bin ich bereit, bei dir zu bleiben, o Mutter von Helden:
Als sie die Worte der Königinmutter gehört hatte, sprach Damayantī die Worte: „Unter einer Bedingung bin ich bereit, bei dir zu bleiben, o Mutter von Helden: