Kapitel 196: Pativratāmāhātmyopakramaḥ
Der Beginn der Erzählung von der Erhabenheit der treuen Gattin
Yudhiṣṭhira bittet Mārkaṇḍeya, ihm von der höchsten Erhabenheit der Frauen zu erzählen, insbesondere vom schwer zu erfüllenden Dharma der Pativratās (der einem einzigen Gatten treu ergebenen Frauen) und vom Dharma der Kṣatriyas. Mārkaṇḍeya beginnt seine Antwort mit der Würdigung der Mühe, die Eltern – vor allem die Mutter – auf sich nehmen, um Kinder großzuziehen, und mit dem Grundsatz, dass für eine Frau der Dienst an ihrem Gatten alle Opfer, Riten und Gelübde ersetzt, bevor er zur eigentlichen Darlegung des Pativratā-Dharma übergeht.
Dies alles halte ich für lehrerähnlich verehrungswürdig; ebenso erscheint mir der Dienst der einem einzigen Gatten treu ergebenen Frauen, der Pativratās, als etwas überaus Schwieriges.
Dies alles halte ich für lehrerähnlich verehrungswürdig; ebenso erscheint mir der Dienst der einem einzigen Gatten treu ergebenen Frauen, der Pativratās, als etwas überaus Schwieriges.
Du solltest uns die Erhabenheit der Pativratās verkünden, Erhabener – wie sie, die Schar ihrer Sinne bezähmend und ihren Geist zurückhaltend, o Makelloser, ihren Gatten wie eine Gottheit betrachtend, verharren.
Du solltest uns die Erhabenheit der Pativratās verkünden, Erhabener – wie sie, die Schar ihrer Sinne bezähmend und ihren Geist zurückhaltend, o Makelloser, ihren Gatten wie eine Gottheit betrachtend, verharren.
strīṇāṃ dharmāt sughorād dhi nānyaṃ paśyāmi duṣkaram sādhv ācārāḥ striyo brahman yat kurvanti sadādṛtāḥ duṣkaraṃ bata kurvanti pitaro mātaraś ca vai
Nichts Schwierigeres als den überaus furchtbaren Dharma der Frauen vermag ich zu erkennen; gut ist der Wandel der Frauen, o Brahmane, die dies stets ehrfürchtig vollbringen; Schwieriges vollbringen auch, fürwahr, die Väter und Mütter.
Wort für Wort
strīṇāṃ dharmāt sughorād dhi nānyaṃ paśyāmi duṣkaram sādhv ācārāḥ striyo brahman yat kurvanti sadādṛtāḥ duṣkaraṃ bata kurvanti pitaro mātaraś ca vai
Nichts Schwierigeres als den überaus furchtbaren Dharma der Frauen vermag ich zu erkennen; gut ist der Wandel der Frauen, o Brahmane, die dies stets ehrfürchtig vollbringen; Schwieriges vollbringen auch, fürwahr, die Väter und Mütter.
ekapatnyaś ca yā nāryo yāś ca satyaṃ vadanty uta kukṣiṇā daśa māsāṃś ca garbhaṃ saṃdhārayanti yāḥ nāryaḥ kālena saṃbhūya kim adbhutataraṃ tataḥ
Und die Frauen, die einem einzigen Gatten treu sind und die Wahrheit reden, die zehn Monate lang die Leibesfrucht im Schoß tragen – was gibt es Wunderbareres als diese Frauen, die sich mit der Zeit vereinigen?
Wort für Wort
ekapatnyaś ca yā nāryo yāś ca satyaṃ vadanty uta kukṣiṇā daśa māsāṃś ca garbhaṃ saṃdhārayanti yāḥ nāryaḥ kālena saṃbhūya kim adbhutataraṃ tataḥ
Und die Frauen, die einem einzigen Gatten treu sind und die Wahrheit reden, die zehn Monate lang die Leibesfrucht im Schoß tragen – was gibt es Wunderbareres als diese Frauen, die sich mit der Zeit vereinigen?
Nachdem sie höchste Gefahr und unvergleichlichen Schmerz erfahren haben, gebären die Frauen unter großem Leid ihre Söhne, o Herrscher, und nähren sie auch mit großer Zuneigung auf, du Bester der Zweifachgeborenen.
Nachdem sie höchste Gefahr und unvergleichlichen Schmerz erfahren haben, gebären die Frauen unter großem Leid ihre Söhne, o Herrscher, und nähren sie auch mit großer Zuneigung auf, du Bester der Zweifachgeborenen.
ye ca krūreṣu sarveṣu vartamānā jugupsitāḥ svakarma kurvanti sadā duṣkaraṃ tac ca me matam
Und diejenigen, die inmitten all der Grausamen und Verachteten leben und dennoch stets ihre eigene Pflicht erfüllen – auch das halte ich für schwierig.
Wort für Wort
ye ca krūreṣu sarveṣu vartamānā jugupsitāḥ svakarma kurvanti sadā duṣkaraṃ tac ca me matam
Und diejenigen, die inmitten all der Grausamen und Verachteten leben und dennoch stets ihre eigene Pflicht erfüllen – auch das halte ich für schwierig.
kṣatradharmasamācāraṃ tathyaṃ cākhyāhi me dvija dharmaḥ sudurlabho vipra nṛśaṃsena durātmanā
Auch den wahrhaften Wandel des Kṣatriya-Dharma verkünde mir, o Zweifachgeborener; schwer erreichbar ist der Dharma, o Weiser, für den Grausamen und Bösgesinnten.
Wort für Wort
kṣatradharmasamācāraṃ tathyaṃ cākhyāhi me dvija dharmaḥ sudurlabho vipra nṛśaṃsena durātmanā
Auch den wahrhaften Wandel des Kṣatriya-Dharma verkünde mir, o Zweifachgeborener; schwer erreichbar ist der Dharma, o Weiser, für den Grausamen und Bösgesinnten.
Dies möchte ich, Erhabener, als Frage hören, du Bester der Fragenkundigen, du Vorzüglichster des Bhṛgu-Geschlechts; ich diene dir, du Wohlbeherrschter.“
Dies möchte ich, Erhabener, als Frage hören, du Bester der Fragenkundigen, du Vorzüglichster des Bhṛgu-Geschlechts; ich diene dir, du Wohlbeherrschter.“
mārkaṇḍeya uvāca hanta te sarvam ākhyāsye praśnam etaṃ sudurvacam tattvena bharataśreṣṭha gadatas tan nibodha me
Mārkaṇḍeya sprach: „Wohlan, ich will dir dies alles verkünden, diese schwer auszusprechende Frage, der Wahrheit gemäß, o Bester der Bharatas; vernimm es von mir, wie ich es darlege.
Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca hanta te sarvam ākhyāsye praśnam etaṃ sudurvacam tattvena bharataśreṣṭha gadatas tan nibodha me
Mārkaṇḍeya sprach: „Wohlan, ich will dir dies alles verkünden, diese schwer auszusprechende Frage, der Wahrheit gemäß, o Bester der Bharatas; vernimm es von mir, wie ich es darlege.
Die Mutter, mein Sohn, hält man für den Vätern gleich, ja manche sogar für mehr als sie; Schwieriges vollbringt die Mutter, die die Nachkommenschaft aufzieht.
Die Mutter, mein Sohn, hält man für den Vätern gleich, ja manche sogar für mehr als sie; Schwieriges vollbringt die Mutter, die die Nachkommenschaft aufzieht.
tayor āśāṃ tu saphalāṃ yaḥ karoti sa dharmavit pitā mātā ca rājendra tuṣyato yasya nityadā iha pretya ca tasyātha kīrtir dharmaś ca śāśvataḥ
Wer die Hoffnung der beiden Eltern erfüllt, der ist ein Kenner des Dharma, o Fürst der Könige; wessen Vater und Mutter stets zufrieden sind, dessen Ruhm und Dharma sind hier wie im Jenseits beständig.
Wort für Wort
tayor āśāṃ tu saphalāṃ yaḥ karoti sa dharmavit pitā mātā ca rājendra tuṣyato yasya nityadā iha pretya ca tasyātha kīrtir dharmaś ca śāśvataḥ
Wer die Hoffnung der beiden Eltern erfüllt, der ist ein Kenner des Dharma, o Fürst der Könige; wessen Vater und Mutter stets zufrieden sind, dessen Ruhm und Dharma sind hier wie im Jenseits beständig.