Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 35: Yudhiṣṭhiravākyam Yudhiṣṭhiras Antwort

Yudhiṣṭhira antwortet Bhīma: Er gesteht seinen Anteil an der Katastrophe ein, erinnert an das Gelübde des zweiten Würfelspiels (zwölf Jahre Wald, ein Jahr unerkanntes Leben, sonst erneute Verbannung) und beharrt darauf, dass ein gegebenes Wort nicht gebrochen werden darf, selbst um den Preis von Reich, Söhnen und Leben.

yudhiṣṭhira uvāca asaṃśayaṃ bhārata satyam etad; yan mā tudan vākyaśalyaiḥ kṣiṇoṣi na tvā vigarhe pratikūlam etan; mamānayād dhi vyasanaṃ va āgāt

Yudhiṣṭhira sprach: Ohne Zweifel, o Bhārata, ist dies wahr, dass du mich, mit den Pfeilspitzen der Worte stechend, quälst; ich tadle dich nicht dafür - dies ist nur die Gegenreaktion; denn durch mein Unheil kam das Unglück über euch.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca asaṃśayaṃ bhārata satyam etad; yan mā tudan vākyaśalyaiḥ kṣiṇoṣi na tvā vigarhe pratikūlam etan; mamānayād dhi vyasanaṃ va āgāt
Yudhiṣṭhira sprach: Ohne Zweifel, o Bhārata, ist dies wahr, dass du mich, mit den Pfeilspitzen der Worte stechend, quälst; ich tadle dich nicht dafür - dies ist nur die Gegenreaktion; denn durch mein Unheil kam das Unglück über euch.

ahaṃ hy akṣān anvapadyaṃ jihīrṣan; rājyaṃ sarāṣṭraṃ dhṛtarāṣṭrasya putrāt tan mā śaṭhaḥ kitavaḥ pratyadevīt; suyodhanārthaṃ subalasya putraḥ

Denn ich wandte mich den Würfeln zu, in der Absicht, dem Sohn Dhṛtarāṣṭras das Königreich samt dem Reich zu entreißen; da besiegte mich im Spiel der falsche, betrügerische Sohn des Subala, im Interesse Suyodhanas.

Wort für Wort
ahaṃ hy akṣān anvapadyaṃ jihīrṣan; rājyaṃ sarāṣṭraṃ dhṛtarāṣṭrasya putrāt tan mā śaṭhaḥ kitavaḥ pratyadevīt; suyodhanārthaṃ subalasya putraḥ
Denn ich wandte mich den Würfeln zu, in der Absicht, dem Sohn Dhṛtarāṣṭras das Königreich samt dem Reich zu entreißen; da besiegte mich im Spiel der falsche, betrügerische Sohn des Subala, im Interesse Suyodhanas.

mahāmāyaḥ śakuniḥ pārvatīyaḥ; sadā sabhāyāṃ pravapann akṣapūgān amāyinaṃ māyayā pratyadevīt; tato 'paśyaṃ vṛjinaṃ bhīmasena

Der große Zauberer Śakuni, der Bergbewohner, der in der Versammlungshalle stets die Würfelhaufen nach Belieben ausstreute, besiegte mich, den Arglosen, durch List; da erkannte ich das Unheil, o Bhīmasena.

Wort für Wort
mahāmāyaḥ śakuniḥ pārvatīyaḥ; sadā sabhāyāṃ pravapann akṣapūgān amāyinaṃ māyayā pratyadevīt; tato 'paśyaṃ vṛjinaṃ bhīmasena
Der große Zauberer Śakuni, der Bergbewohner, der in der Versammlungshalle stets die Würfelhaufen nach Belieben ausstreute, besiegte mich, den Arglosen, durch List; da erkannte ich das Unheil, o Bhīmasena.

akṣān hi dṛṣṭvā śakuner yathāvat; kāmānulomān ayujo yujaś ca śakyaṃ niyantum abhaviṣyad ātmā; manyus tu hanti puruṣasya dhairyam

Denn hätte ich Śakunis Würfel, wie sie wirklich waren, seinem Wunsch gehorchend fallend - sei es ungerade, sei es gerade - rechtzeitig erkannt, hätte ich mich selbst zurückhalten können; aber der Zorn zerstört die Standhaftigkeit eines Mannes.

Wort für Wort
akṣān hi dṛṣṭvā śakuner yathāvat; kāmānulomān ayujo yujaś ca śakyaṃ niyantum abhaviṣyad ātmā; manyus tu hanti puruṣasya dhairyam
Denn hätte ich Śakunis Würfel, wie sie wirklich waren, seinem Wunsch gehorchend fallend - sei es ungerade, sei es gerade - rechtzeitig erkannt, hätte ich mich selbst zurückhalten können; aber der Zorn zerstört die Standhaftigkeit eines Mannes.

yantuṃ nātmā śakyate pauruṣeṇa; mānena vīryeṇa ca tāta naddhaḥ na te vācaṃ bhīmasenābhyasūye; manye tathā tad bhavitavyam āsīt

Ein Selbst, das von Stolz und verletztem Mut gefesselt ist, o Vater, kann nicht durch bloße Manneskraft gezügelt werden; ich nehme dir deine Worte nicht übel, o Bhīmasena; ich denke, es musste so kommen, wie es geschah.

Wort für Wort
yantuṃ nātmā śakyate pauruṣeṇa; mānena vīryeṇa ca tāta naddhaḥ na te vācaṃ bhīmasenābhyasūye; manye tathā tad bhavitavyam āsīt
Ein Selbst, das von Stolz und verletztem Mut gefesselt ist, o Vater, kann nicht durch bloße Manneskraft gezügelt werden; ich nehme dir deine Worte nicht übel, o Bhīmasena; ich denke, es musste so kommen, wie es geschah.

sa no rājā dhṛtarāṣṭrasya putro; nyapātayad vyasane rājyam icchan dāsyaṃ ca no 'gamayad bhīmasena; yatrābhavac charaṇaṃ draupadī naḥ

Jener König, der Sohn Dhṛtarāṣṭras, stürzte uns, das Königreich begehrend, ins Unglück und führte uns, o Bhīmasena, in die Knechtschaft, in welcher Draupadī unsere Zuflucht wurde.

Wort für Wort
sa no rājā dhṛtarāṣṭrasya putro; nyapātayad vyasane rājyam icchan dāsyaṃ ca no 'gamayad bhīmasena; yatrābhavac charaṇaṃ draupadī naḥ
Jener König, der Sohn Dhṛtarāṣṭras, stürzte uns, das Königreich begehrend, ins Unglück und führte uns, o Bhīmasena, in die Knechtschaft, in welcher Draupadī unsere Zuflucht wurde.

tvaṃ cāpi tad vettha dhanaṃjayaś ca; punardyūtāyāgatānāṃ sabhāṃ naḥ yan mābravīd dhṛtarāṣṭrasya putra; ekaglahārthaṃ bharatānāṃ samakṣam

Auch du weißt dies, und auch Dhanaṃjaya, was der Sohn Dhṛtarāṣṭras uns, als wir zum zweiten Würfelspiel in die Versammlung gekommen waren, in Gegenwart der Bharatas sagte, im Hinblick auf den einen entscheidenden Einsatz:

Wort für Wort
tvaṃ cāpi tad vettha dhanaṃjayaś ca; punardyūtāyāgatānāṃ sabhāṃ naḥ yan mābravīd dhṛtarāṣṭrasya putra; ekaglahārthaṃ bharatānāṃ samakṣam
Auch du weißt dies, und auch Dhanaṃjaya, was der Sohn Dhṛtarāṣṭras uns, als wir zum zweiten Würfelspiel in die Versammlung gekommen waren, in Gegenwart der Bharatas sagte, im Hinblick auf den einen entscheidenden Einsatz:

vane samā dvādaśa rājaputra; yathākāmaṃ viditam ajātaśatro athāparaṃ cāviditaṃ carethāḥ; sarvaiḥ saha bhrātṛbhiś chadmagūḍhaḥ

„Zwölf Jahre im Wald, o Königssohn, bekannt, wie es euch beliebt, o Ajātaśatru, und ein weiteres Jahr unerkannt, verhüllt durch Verkleidung, sollt ihr verbringen, zusammen mit allen Brüdern.

Wort für Wort
vane samā dvādaśa rājaputra; yathākāmaṃ viditam ajātaśatro athāparaṃ cāviditaṃ carethāḥ; sarvaiḥ saha bhrātṛbhiś chadmagūḍhaḥ
„Zwölf Jahre im Wald, o Königssohn, bekannt, wie es euch beliebt, o Ajātaśatru, und ein weiteres Jahr unerkannt, verhüllt durch Verkleidung, sollt ihr verbringen, zusammen mit allen Brüdern.

tvāṃ cec chrutvā tāta tathā carantam; avabhotsyante bhāratānāṃ carāḥ sma anyāṃś carethās tāvato 'bdāṃs tatas tvaṃ; niścitya tat pratijānīhi pārtha

Wenn aber die Kundschafter der Bharatas erfahren und erkennen sollten, dass du, o Vater, so verkleidet umherwandelst, dann sollst du ebenso viele weitere Jahre umherwandeln - entscheide dies fest und verspreche es, o Pārtha.“

Wort für Wort
tvāṃ cec chrutvā tāta tathā carantam; avabhotsyante bhāratānāṃ carāḥ sma anyāṃś carethās tāvato 'bdāṃs tatas tvaṃ; niścitya tat pratijānīhi pārtha
Wenn aber die Kundschafter der Bharatas erfahren und erkennen sollten, dass du, o Vater, so verkleidet umherwandelst, dann sollst du ebenso viele weitere Jahre umherwandeln - entscheide dies fest und verspreche es, o Pārtha.“

caraiś cen no 'viditaḥ kālam etaṃ; yukto rājan mohayitvā madīyān bravīmi satyaṃ kurusaṃsadīha; tavaiva tā bhārata pañca nadyaḥ

„Wenn du in dieser Zeit von den Kundschaftern unentdeckt bleibst, die Meinigen getäuscht habend, o König - ich spreche die Wahrheit hier in der Versammlung der Kurus, o Bhārata -, dann sollen dir jene fünf Ströme [das ganze Land] gehören.

Wort für Wort
caraiś cen no 'viditaḥ kālam etaṃ; yukto rājan mohayitvā madīyān bravīmi satyaṃ kurusaṃsadīha; tavaiva tā bhārata pañca nadyaḥ
„Wenn du in dieser Zeit von den Kundschaftern unentdeckt bleibst, die Meinigen getäuscht habend, o König - ich spreche die Wahrheit hier in der Versammlung der Kurus, o Bhārata -, dann sollen dir jene fünf Ströme [das ganze Land] gehören.

[Anm.: „die fünf Ströme“ (pañca nadyaḥ) bezeichnet wohl das Fünfstromland (Pañcanada, das heutige Punjab) als Sinnbild für das ganze beanspruchte Reich.]

vayaṃ caivaṃ bhrātaraḥ sarva eva; tvayā jitāḥ kālam apāsya bhogān vasema ity āha purā sa rājā; madhye kurūṇāṃ sa mayoktas tatheti

Und wir alle, die Brüder, von dir besiegt, wollen dann, nachdem wir die uns zustehenden Genüsse aufgegeben haben, in deinem Dienst leben“ - so sprach einst jener König in der Mitte der Kurus, und ich sagte ihm zu: „So sei es.“

Wort für Wort
vayaṃ caivaṃ bhrātaraḥ sarva eva; tvayā jitāḥ kālam apāsya bhogān vasema ity āha purā sa rājā; madhye kurūṇāṃ sa mayoktas tatheti
Und wir alle, die Brüder, von dir besiegt, wollen dann, nachdem wir die uns zustehenden Genüsse aufgegeben haben, in deinem Dienst leben“ - so sprach einst jener König in der Mitte der Kurus, und ich sagte ihm zu: „So sei es.“

tatra dyūtam abhavan no jaghanyaṃ; tasmiñ jitāḥ pravrajitāś ca sarve itthaṃ ca deśān anusaṃcarāmo; vanāni kṛcchrāṇi ca kṛcchrarūpāḥ

Dort fand jenes letzte Würfelspiel für uns statt; darin besiegt, zogen wir alle in die Verbannung, und so durchstreifen wir nun die Länder, die beschwerlichen Wälder, selbst in mühevoller Gestalt.

Wort für Wort
tatra dyūtam abhavan no jaghanyaṃ; tasmiñ jitāḥ pravrajitāś ca sarve itthaṃ ca deśān anusaṃcarāmo; vanāni kṛcchrāṇi ca kṛcchrarūpāḥ
Dort fand jenes letzte Würfelspiel für uns statt; darin besiegt, zogen wir alle in die Verbannung, und so durchstreifen wir nun die Länder, die beschwerlichen Wälder, selbst in mühevoller Gestalt.

suyodhanaś cāpi na śāntim icchan; bhūyaḥ sa manyor vaśam anvagacchat udyojayām āsa kurūṃś ca sarvān; ye cāsya ke cid vaśam anvagacchan

Und Suyodhana, der keinen Frieden wünschte, geriet wiederum in die Gewalt des Zorns; er rüstete alle Kurus und alle, die auch sonst seiner Gewalt folgten, zum Krieg.

Wort für Wort
suyodhanaś cāpi na śāntim icchan; bhūyaḥ sa manyor vaśam anvagacchat udyojayām āsa kurūṃś ca sarvān; ye cāsya ke cid vaśam anvagacchan
Und Suyodhana, der keinen Frieden wünschte, geriet wiederum in die Gewalt des Zorns; er rüstete alle Kurus und alle, die auch sonst seiner Gewalt folgten, zum Krieg.

taṃ saṃdhim āsthāya satāṃ sakāśe; ko nāma jahyād iha rājyahetoḥ āryasya manye maraṇād garīyo; yad dharmam utkramya mahīṃ praśiṣyāt

Wer, der jenen Vertrag in Gegenwart der Rechtschaffenen geschlossen hat, würde ihn wohl um des Königreichs willen brechen? Ich meine, für einen Edlen wäre es schlimmer als der Tod, über die Erde zu herrschen, indem er den Dharma überschreitet.

Wort für Wort
taṃ saṃdhim āsthāya satāṃ sakāśe; ko nāma jahyād iha rājyahetoḥ āryasya manye maraṇād garīyo; yad dharmam utkramya mahīṃ praśiṣyāt
Wer, der jenen Vertrag in Gegenwart der Rechtschaffenen geschlossen hat, würde ihn wohl um des Königreichs willen brechen? Ich meine, für einen Edlen wäre es schlimmer als der Tod, über die Erde zu herrschen, indem er den Dharma überschreitet.

tadaiva ced vīrakarmākariṣyo; yadā dyūte parighaṃ paryamṛkṣaḥ bāhū didhakṣan vāritaḥ phalgunena; kiṃ duṣkṛtaṃ bhīma tadābhaviṣyat

Hättest du damals schon die Heldentat vollbracht, als du beim Würfelspiel deine Keule umklammertest, die Arme vor Zorn verbrennen wollend, aber von Phalguna zurückgehalten wurdest - welches Unrecht, o Bhīma, hätte darin gelegen?

Wort für Wort
tadaiva ced vīrakarmākariṣyo; yadā dyūte parighaṃ paryamṛkṣaḥ bāhū didhakṣan vāritaḥ phalgunena; kiṃ duṣkṛtaṃ bhīma tadābhaviṣyat
Hättest du damals schon die Heldentat vollbracht, als du beim Würfelspiel deine Keule umklammertest, die Arme vor Zorn verbrennen wollend, aber von Phalguna zurückgehalten wurdest - welches Unrecht, o Bhīma, hätte darin gelegen?

prāg eva caivaṃ samayakriyāyāḥ; kiṃ nābravīḥ pauruṣam āvidānaḥ prāptaṃ tu kālaṃ tv abhipadya paścāt; kiṃ mām idānīm ativelam āttha

Warum hast du nicht schon vor dem Abschluss des Vertrages, deiner Manneskraft bewusst, dies gesagt? Warum aber, nachdem die vereinbarte Zeit erreicht ist, sprichst du mich jetzt nachträglich so über die Maßen an?

Wort für Wort
prāg eva caivaṃ samayakriyāyāḥ; kiṃ nābravīḥ pauruṣam āvidānaḥ prāptaṃ tu kālaṃ tv abhipadya paścāt; kiṃ mām idānīm ativelam āttha
Warum hast du nicht schon vor dem Abschluss des Vertrages, deiner Manneskraft bewusst, dies gesagt? Warum aber, nachdem die vereinbarte Zeit erreicht ist, sprichst du mich jetzt nachträglich so über die Maßen an?

bhūyo 'pi duḥkhaṃ mama bhīmasena; dūye viṣasyeva rasaṃ viditvā yad yājñasenīṃ parikṛṣyamāṇāṃ; saṃdṛśya tat kṣāntam iti sma bhīma

Noch größer ist mein Schmerz, o Bhīmasena; ich leide, als hätte ich Gift geschmeckt, bei dem Gedanken, dass ich, als ich sah, wie Yājñasenī fortgeschleift wurde, dies dennoch ertrug, o Bhīma.

Wort für Wort
bhūyo 'pi duḥkhaṃ mama bhīmasena; dūye viṣasyeva rasaṃ viditvā yad yājñasenīṃ parikṛṣyamāṇāṃ; saṃdṛśya tat kṣāntam iti sma bhīma
Noch größer ist mein Schmerz, o Bhīmasena; ich leide, als hätte ich Gift geschmeckt, bei dem Gedanken, dass ich, als ich sah, wie Yājñasenī fortgeschleift wurde, dies dennoch ertrug, o Bhīma.

na tv adya śakyaṃ bharatapravīra; kṛtvā yad uktaṃ kuruvīramadhye kālaṃ pratīkṣasva sukhodayasya; paktiṃ phalānām iva bījavāpaḥ

Aber jetzt, o Held der Bharatas, ist es nicht möglich, nachdem einmal gesagt wurde, was inmitten der Kuru-Helden gesagt wurde; warte die Zeit des glückverheißenden Aufgangs ab, wie der Sämann das Reifen der Früchte abwartet.

Wort für Wort
na tv adya śakyaṃ bharatapravīra; kṛtvā yad uktaṃ kuruvīramadhye kālaṃ pratīkṣasva sukhodayasya; paktiṃ phalānām iva bījavāpaḥ
Aber jetzt, o Held der Bharatas, ist es nicht möglich, nachdem einmal gesagt wurde, was inmitten der Kuru-Helden gesagt wurde; warte die Zeit des glückverheißenden Aufgangs ab, wie der Sämann das Reifen der Früchte abwartet.

yadā hi pūrvaṃ nikṛto nikṛtyā; vairaṃ sapuṣpaṃ saphalaṃ viditvā mahāguṇaṃ harati hi pauruṣeṇa; tadā vīro jīvati jīvaloke

Denn wenn einer, der zuvor durch List betrogen wurde, die Feindschaft, wissend, dass sie erst noch Blüte und Frucht tragen wird, zur rechten Zeit durch Manneskraft mit großem Gewinn zu Ende führt - dann erst lebt der Held wahrhaft in der Welt der Lebenden.

Wort für Wort
yadā hi pūrvaṃ nikṛto nikṛtyā; vairaṃ sapuṣpaṃ saphalaṃ viditvā mahāguṇaṃ harati hi pauruṣeṇa; tadā vīro jīvati jīvaloke
Denn wenn einer, der zuvor durch List betrogen wurde, die Feindschaft, wissend, dass sie erst noch Blüte und Frucht tragen wird, zur rechten Zeit durch Manneskraft mit großem Gewinn zu Ende führt - dann erst lebt der Held wahrhaft in der Welt der Lebenden.

śriyaṃ ca loke labhate samagrāṃ; manye cāsmai śatravaḥ saṃnamante mitrāṇi cainam atirāgād bhajante; devā ivendram anujīvanti cainam

Und er erlangt vollständigen Wohlstand in der Welt; ich denke, vor ihm verneigen sich die Feinde, und die Freunde ergeben sich ihm aus großer Zuneigung; sie folgen ihm im Leben, wie die Götter Indra folgen.

Wort für Wort
śriyaṃ ca loke labhate samagrāṃ; manye cāsmai śatravaḥ saṃnamante mitrāṇi cainam atirāgād bhajante; devā ivendram anujīvanti cainam
Und er erlangt vollständigen Wohlstand in der Welt; ich denke, vor ihm verneigen sich die Feinde, und die Freunde ergeben sich ihm aus großer Zuneigung; sie folgen ihm im Leben, wie die Götter Indra folgen.

mama pratijñāṃ ca nibodha satyāṃ; vṛṇe dharmam amṛtāj jīvitāc ca rājyaṃ ca putrāś ca yaśo dhanaṃ ca; sarvaṃ na satyasya kalām upaiti

Und vernimm mein wahrhaftiges Gelübde: Ich wähle den Dharma vor der Unsterblichkeit und vor dem Leben; Königreich, Söhne, Ruhm und Reichtum - all das erreicht nicht den sechzehnten Teil der Wahrheit.

Wort für Wort
mama pratijñāṃ ca nibodha satyāṃ; vṛṇe dharmam amṛtāj jīvitāc ca rājyaṃ ca putrāś ca yaśo dhanaṃ ca; sarvaṃ na satyasya kalām upaiti
Und vernimm mein wahrhaftiges Gelübde: Ich wähle den Dharma vor der Unsterblichkeit und vor dem Leben; Königreich, Söhne, Ruhm und Reichtum - all das erreicht nicht den sechzehnten Teil der Wahrheit.

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