Kapitel 281: Sāvitryupākhyānam (5)
Sāvitrīs Streitgespräch mit Yama und Satyavants Wiederbelebung
Der Höhepunkt der Sāvitrī-Erzählung: Satyavant stirbt im Wald in Sāvitrīs Schoß, und der Gott Yama selbst erscheint, um seine Seele fortzuführen. Sāvitrī folgt ihm und gewinnt durch ein kunstvolles, auf Dharma-Reflexionen aufgebautes Streitgespräch nacheinander vier Nebengaben (Sehkraft und Reich für ihren Schwiegervater, hundert Söhne für ihren Vater, hundert Söhne für sich und Satyavant) sowie schließlich, gestützt auf die Logik von Yamas eigener Wahrhaftigkeit, das Leben ihres Gatten selbst zurück. Nach der Rückkehr zum leblosen Leib erwacht Satyavant wie aus einem Schlaf; das Paar kehrt, von Sorge um die daheim wartenden blinden Eltern getrieben, in der Nacht zur Einsiedelei zurück. Der seit Kap.277 offene Erzählrahmen Mārkaṇḍeyas bleibt am Kapitelende weiterhin offen, da die Auflösung der Geschichte unmittelbar folgt.
Als sie ihn sah, erhob sie sich plötzlich, legte sacht das Haupt ihres Gatten nieder und sprach, von Kummer erfüllt, mit gefalteten Händen, das Herz zitternd:
Als sie ihn sah, erhob sie sich plötzlich, legte sacht das Haupt ihres Gatten nieder und sprach, von Kummer erfüllt, mit gefalteten Händen, das Herz zitternd:
ayaṃ hi dharmasaṃyukto rūpavān guṇasāgaraḥ nārho matpuruṣair netum ato 'smi svayam āgataḥ
‚Denn dieser hier, dem Dharma verbunden, von schöner Gestalt, ein Ozean an Tugenden, verdient es nicht, von meinen gewöhnlichen Dienern fortgeführt zu werden; darum bin ich selbst gekommen.‘
Wort für Wort
ayaṃ hi dharmasaṃyukto rūpavān guṇasāgaraḥ nārho matpuruṣair netum ato 'smi svayam āgataḥ
‚Denn dieser hier, dem Dharma verbunden, von schöner Gestalt, ein Ozean an Tugenden, verdient es nicht, von meinen gewöhnlichen Dienern fortgeführt zu werden; darum bin ich selbst gekommen.‘
Yama aber, nachdem er ihn so gefesselt hatte, zog nach Süden gewandt davon; und Sāvitrī, von Kummer gequält, durch Gelübde und Entsagung vollendet, die Hochgesegnete, dem Gatten Ergebene, folgte eben Yama.
Yama aber, nachdem er ihn so gefesselt hatte, zog nach Süden gewandt davon; und Sāvitrī, von Kummer gequält, durch Gelübde und Entsagung vollendet, die Hochgesegnete, dem Gatten Ergebene, folgte eben Yama.
Yama sprach: ‚Kehre um, geh, Sāvitrī, und vollziehe für ihn die Totenriten; deine Schuld gegenüber dem Gatten ist beglichen - so weit, wie zu gehen war, bist du gegangen.‘
Yama sprach: ‚Kehre um, geh, Sāvitrī, und vollziehe für ihn die Totenriten; deine Schuld gegenüber dem Gatten ist beglichen - so weit, wie zu gehen war, bist du gegangen.‘
tapasā guruvṛttyā ca bhartuḥ snehād vratena ca tava caiva prasādena na me pratihatā gatiḥ
Durch Buße, durch den Dienst an den Älteren, aus Liebe zum Gatten, durch mein Gelübde und auch durch deine Gnade ist mir mein Weg dir zu folgen nicht verwehrt.
Wort für Wort
tapasā guruvṛttyā ca bhartuḥ snehād vratena ca tava caiva prasādena na me pratihatā gatiḥ
Durch Buße, durch den Dienst an den Älteren, aus Liebe zum Gatten, durch mein Gelübde und auch durch deine Gnade ist mir mein Weg dir zu folgen nicht verwehrt.
Die Weisen, die das Wesen der Dinge erkennen, nennen den, mit dem man sieben Schritte gemeinsam gegangen ist, einen Freund; im Vertrauen auf diese Freundschaft will ich dir etwas sagen - höre es.
Die Weisen, die das Wesen der Dinge erkennen, nennen den, mit dem man sieben Schritte gemeinsam gegangen ist, einen Freund; im Vertrauen auf diese Freundschaft will ich dir etwas sagen - höre es.
Anspielung auf die 'Saptapadī', die sieben gemeinsamen Schritte, die im vedischen Hochzeitsritual einen Freundschaftsbund begründen - Sāvitrī beruft sich darauf, mit Yama bereits mehrere Schritte gemeinsam gegangen zu sein.
nānātmavantas tu vane caranti; dharmaṃ ca vāsaṃ ca pariśramaṃ ca vijñānato dharmam udāharanti; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam
Menschen verschiedenster Art wandeln im Wald umher, Dharma, Einsiedelei-Leben und Mühsal übend; aus Erkenntnis heraus verkünden sie den Dharma [?]; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.
Wort für Wort
nānātmavantas tu vane caranti; dharmaṃ ca vāsaṃ ca pariśramaṃ ca vijñānato dharmam udāharanti; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam
Menschen verschiedenster Art wandeln im Wald umher, Dharma, Einsiedelei-Leben und Mühsal übend; aus Erkenntnis heraus verkünden sie den Dharma [?]; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.
Die genaue syntaktische Beziehung dieses knappen, gnomischen Verses ist nicht restlos eindeutig; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Lesart.
ekasya dharmeṇa satāṃ matena; sarve sma taṃ mārgam anuprapannāḥ mā vai dvitīyaṃ mā tṛtīyaṃ ca vāñche; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam
Durch den Dharma eines Einzigen, nach der Ansicht der Guten, sind wir alle jenem Pfad gefolgt; nicht möge ich einen zweiten, nicht einen dritten Pfad begehren; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.‘
Wort für Wort
ekasya dharmeṇa satāṃ matena; sarve sma taṃ mārgam anuprapannāḥ mā vai dvitīyaṃ mā tṛtīyaṃ ca vāñche; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam
Durch den Dharma eines Einzigen, nach der Ansicht der Guten, sind wir alle jenem Pfad gefolgt; nicht möge ich einen zweiten, nicht einen dritten Pfad begehren; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.‘
Yama sprach: ‚Kehre um; zufrieden bin ich mit dieser deiner Rede, die an Klang, Laut, Ausdruck und Begründung wohlgeordnet ist; erbitte dir hier eine Gabe, außer seinem Leben - ich werde dir jede Gabe gewähren, Untadelige.‘
Yama sprach: ‚Kehre um; zufrieden bin ich mit dieser deiner Rede, die an Klang, Laut, Ausdruck und Begründung wohlgeordnet ist; erbitte dir hier eine Gabe, außer seinem Leben - ich werde dir jede Gabe gewähren, Untadelige.‘
Sāvitrī sprach: ‚Mein Schwiegervater, von seinem eigenen Reich gestürzt, hat, seines Augenlichts beraubt, im Waldleben Zuflucht genommen; er möge, sein Augenlicht wiedererlangend, durch deine Gnade zu einem starken König werden, dem lodernden Feuer oder der Sonne gleich.‘
Sāvitrī sprach: ‚Mein Schwiegervater, von seinem eigenen Reich gestürzt, hat, seines Augenlichts beraubt, im Waldleben Zuflucht genommen; er möge, sein Augenlicht wiedererlangend, durch deine Gnade zu einem starken König werden, dem lodernden Feuer oder der Sonne gleich.‘
yama uvāca dadāni te sarvam anindite varaṃ; yathā tvayoktaṃ bhavitā ca tat tathā tavādhvanā glānim ivopalakṣaye; nivarta gacchasva na te śramo bhavet
Yama sprach: ‚Ich gewähre dir diese Gabe, Untadelige; wie du gesagt hast, so wird es geschehen. Doch ich bemerke, wie du vom Weg ermüdet zu sein scheinst; kehre um, geh zurück, damit dir keine weitere Mühsal entstehe.‘
Wort für Wort
yama uvāca dadāni te sarvam anindite varaṃ; yathā tvayoktaṃ bhavitā ca tat tathā tavādhvanā glānim ivopalakṣaye; nivarta gacchasva na te śramo bhavet
Yama sprach: ‚Ich gewähre dir diese Gabe, Untadelige; wie du gesagt hast, so wird es geschehen. Doch ich bemerke, wie du vom Weg ermüdet zu sein scheinst; kehre um, geh zurück, damit dir keine weitere Mühsal entstehe.‘
sāvitry uvāca kutaḥ śramo bhartṛsamīpato hi me yato hi bhartā mama sā gatir dhruvā yataḥ patiṃ neṣyasi tatra me gatiḥ; sureśa bhūyaś ca vaco nibodha me
Sāvitrī sprach: ‚Woher sollte mir Mühsal kommen, da ich doch in der Nähe meines Gatten bin? Denn wo mein Gatte ist, dahin geht auch mein sicherer Weg; wohin du meinen Gatten führst, dorthin führt auch mein Weg, Herr der Götter. Und höre noch einmal mein Wort:
Wort für Wort
sāvitry uvāca kutaḥ śramo bhartṛsamīpato hi me yato hi bhartā mama sā gatir dhruvā yataḥ patiṃ neṣyasi tatra me gatiḥ; sureśa bhūyaś ca vaco nibodha me
Sāvitrī sprach: ‚Woher sollte mir Mühsal kommen, da ich doch in der Nähe meines Gatten bin? Denn wo mein Gatte ist, dahin geht auch mein sicherer Weg; wohin du meinen Gatten führst, dorthin führt auch mein Weg, Herr der Götter. Und höre noch einmal mein Wort:
Auch nur einmal mit Guten zusammenzutreffen, ist das höchste Erwünschte; deshalb nennt man dies die höchste Freundschaft; und nie ist die Begegnung mit einem guten Menschen fruchtlos - darum soll man im Zusammensein mit den Guten verweilen.‘
Auch nur einmal mit Guten zusammenzutreffen, ist das höchste Erwünschte; deshalb nennt man dies die höchste Freundschaft; und nie ist die Begegnung mit einem guten Menschen fruchtlos - darum soll man im Zusammensein mit den Guten verweilen.‘
Yama sprach: ‚Ein Wort, das dem Geist zusagt, die Einsicht der Weisen mehrt und dem Wohl dient, hast du zu mir gesprochen; erbitte dir, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine zweite Gabe, Schöne.‘
Yama sprach: ‚Ein Wort, das dem Geist zusagt, die Einsicht der Weisen mehrt und dem Wohl dient, hast du zu mir gesprochen; erbitte dir, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine zweite Gabe, Schöne.‘
sāvitry uvāca hṛtaṃ purā me śvaśurasya dhīmataḥ; svam eva rājyaṃ sa labheta pārthivaḥ jahyāt svadharmaṃ na ca me gurur yathā; dvitīyam etaṃ varayāmi te varam
Sāvitrī sprach: ‚Das einst meinem klugen Schwiegervater geraubte, sein eigenes Reich - dieses möge der Fürst zurückerlangen, und mein Schwiegervater möge dabei nicht von seinem eigenen Dharma abweichen; dies erbitte ich mir als zweite Gabe von dir.‘
Wort für Wort
sāvitry uvāca hṛtaṃ purā me śvaśurasya dhīmataḥ; svam eva rājyaṃ sa labheta pārthivaḥ jahyāt svadharmaṃ na ca me gurur yathā; dvitīyam etaṃ varayāmi te varam
Sāvitrī sprach: ‚Das einst meinem klugen Schwiegervater geraubte, sein eigenes Reich - dieses möge der Fürst zurückerlangen, und mein Schwiegervater möge dabei nicht von seinem eigenen Dharma abweichen; dies erbitte ich mir als zweite Gabe von dir.‘
yama uvāca svam eva rājyaṃ pratipatsyate 'cirān; na ca svadharmāt parihāsyate nṛpaḥ kṛtena kāmena mayā nṛpātmaje; nivarta gacchasva na te śramo bhavet
Yama sprach: ‚Sein eigenes Reich wird er alsbald zurückerlangen, und niemals wird der Fürst von seinem eigenen Dharma abweichen - durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, geh zurück, damit dir keine Mühsal entstehe.‘
Wort für Wort
yama uvāca svam eva rājyaṃ pratipatsyate 'cirān; na ca svadharmāt parihāsyate nṛpaḥ kṛtena kāmena mayā nṛpātmaje; nivarta gacchasva na te śramo bhavet
Yama sprach: ‚Sein eigenes Reich wird er alsbald zurückerlangen, und niemals wird der Fürst von seinem eigenen Dharma abweichen - durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, geh zurück, damit dir keine Mühsal entstehe.‘
sāvitry uvāca prajās tvayemā niyamena saṃyatā; niyamya caitā nayase na kāmayā ato yamatvaṃ tava deva viśrutaṃ; nibodha cemāṃ giram īritāṃ mayā
Sāvitrī sprach: ‚Von dir werden diese Geschöpfe mit fester Ordnung gezügelt, und, gezügelt, führst du sie fort - nicht aus Willkür; darum ist dein Name Yama, der Zügler, berühmt, o Gott; und höre nun dieses von mir gesprochene Wort:
Wort für Wort
sāvitry uvāca prajās tvayemā niyamena saṃyatā; niyamya caitā nayase na kāmayā ato yamatvaṃ tava deva viśrutaṃ; nibodha cemāṃ giram īritāṃ mayā
Sāvitrī sprach: ‚Von dir werden diese Geschöpfe mit fester Ordnung gezügelt, und, gezügelt, führst du sie fort - nicht aus Willkür; darum ist dein Name Yama, der Zügler, berühmt, o Gott; und höre nun dieses von mir gesprochene Wort:
Wortspiel mit der Ableitung von 'Yama' (der Zügler/Bezwinger) vom Verb 'yam-' (zügeln, lenken).
evaṃprāyaś ca loko 'yaṃ manuṣyāḥ śaktipeśalāḥ santas tv evāpy amitreṣu dayāṃ prāpteṣu kurvate
Von solcher Art meist sind die Menschen dieser Welt, geschickt in der Anwendung ihrer Macht; doch die Guten erweisen selbst den Feinden, wenn diese in Not geraten sind, Mitleid.‘
Wort für Wort
evaṃprāyaś ca loko 'yaṃ manuṣyāḥ śaktipeśalāḥ santas tv evāpy amitreṣu dayāṃ prāpteṣu kurvate
Von solcher Art meist sind die Menschen dieser Welt, geschickt in der Anwendung ihrer Macht; doch die Guten erweisen selbst den Feinden, wenn diese in Not geraten sind, Mitleid.‘
Yama sprach: ‚Wie Wasser für einen Durstigen, so ist dieses von dir gesprochene Wort; erbitte dir hier, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine Gabe, was immer du wünschst, Holde.‘
Yama sprach: ‚Wie Wasser für einen Durstigen, so ist dieses von dir gesprochene Wort; erbitte dir hier, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine Gabe, was immer du wünschst, Holde.‘
sāvitry uvāca mamānapatyaḥ pṛthivīpatiḥ pitā; bhavet pituḥ putraśataṃ mamaurasam kulasya saṃtānakaraṃ ca yad bhavet; tṛtīyam etaṃ varayāmi te varam
Sāvitrī sprach: ‚Mein Vater, der Herr der Erde, ist kinderlos; möge meinem Vater hundert leibliche Söhne beschieden sein, die das Geschlecht fortsetzen - dies erbitte ich mir als dritte Gabe von dir.‘
Wort für Wort
sāvitry uvāca mamānapatyaḥ pṛthivīpatiḥ pitā; bhavet pituḥ putraśataṃ mamaurasam kulasya saṃtānakaraṃ ca yad bhavet; tṛtīyam etaṃ varayāmi te varam
Sāvitrī sprach: ‚Mein Vater, der Herr der Erde, ist kinderlos; möge meinem Vater hundert leibliche Söhne beschieden sein, die das Geschlecht fortsetzen - dies erbitte ich mir als dritte Gabe von dir.‘
yama uvāca kulasya saṃtānakaraṃ suvarcasaṃ; śataṃ sutānāṃ pitur astu te śubhe kṛtena kāmena narādhipātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā
Yama sprach: ‚Hundert glanzvolle Söhne, die das Geschlecht fortsetzen, sollen deinem Vater beschieden sein, Holde, durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘
Wort für Wort
yama uvāca kulasya saṃtānakaraṃ suvarcasaṃ; śataṃ sutānāṃ pitur astu te śubhe kṛtena kāmena narādhipātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā
Yama sprach: ‚Hundert glanzvolle Söhne, die das Geschlecht fortsetzen, sollen deinem Vater beschieden sein, Holde, durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘
sāvitry uvāca na dūram etan mama bhartṛsaṃnidhau; mano hi me dūrataraṃ pradhāvati tathā vrajann eva giraṃ samudyatāṃ; mayocyamānāṃ śṛṇu bhūya eva ca
Sāvitrī sprach: ‚Nicht weit ist mir dies in der Nähe meines Gatten; mein Geist eilt ja noch viel weiter voraus. Höre daher, während du weiterschreitest, noch einmal dieses von mir bereits begonnene und nun gesprochene Wort:
Wort für Wort
sāvitry uvāca na dūram etan mama bhartṛsaṃnidhau; mano hi me dūrataraṃ pradhāvati tathā vrajann eva giraṃ samudyatāṃ; mayocyamānāṃ śṛṇu bhūya eva ca
Sāvitrī sprach: ‚Nicht weit ist mir dies in der Nähe meines Gatten; mein Geist eilt ja noch viel weiter voraus. Höre daher, während du weiterschreitest, noch einmal dieses von mir bereits begonnene und nun gesprochene Wort:
vivasvatas tvaṃ tanayaḥ pratāpavāṃs tato hi vaivasvata ucyase budhaiḥ śamena dharmeṇa ca rañjitāḥ prajās tatas taveheśvara dharmarājatā
Du bist der glanzvolle Sohn des Vivasvat, darum wirst du von den Weisen Vaivasvata genannt; durch Gelassenheit und Gerechtigkeit werden die Geschöpfe erfreut; darum kommt dir, Herrscher, hier die Würde des Dharmarāja, des Königs des Rechts, zu.
Wort für Wort
vivasvatas tvaṃ tanayaḥ pratāpavāṃs tato hi vaivasvata ucyase budhaiḥ śamena dharmeṇa ca rañjitāḥ prajās tatas taveheśvara dharmarājatā
Du bist der glanzvolle Sohn des Vivasvat, darum wirst du von den Weisen Vaivasvata genannt; durch Gelassenheit und Gerechtigkeit werden die Geschöpfe erfreut; darum kommt dir, Herrscher, hier die Würde des Dharmarāja, des Königs des Rechts, zu.
Aus dem Wohlwollen gegenüber allen Wesen entsteht das, was man Vertrauen nennt; darum bringen die Menschen den Guten ganz besonders ihr Vertrauen entgegen.‘
Aus dem Wohlwollen gegenüber allen Wesen entsteht das, was man Vertrauen nennt; darum bringen die Menschen den Guten ganz besonders ihr Vertrauen entgegen.‘
yama uvāca udāhṛtaṃ te vacanaṃ yad aṅgane; śubhe na tādṛk tvad ṛte mayā śrutam anena tuṣṭo 'smi vināsya jīvitaṃ; varaṃ caturthaṃ varayasva gaccha ca
Yama sprach: ‚Dieses dein gesprochenes Wort, du Holde - Derartiges habe ich außer von dir noch nie gehört; darüber bin ich erfreut. Erbitte dir, außer seinem Leben, eine vierte Gabe, und geh dann.‘
Wort für Wort
yama uvāca udāhṛtaṃ te vacanaṃ yad aṅgane; śubhe na tādṛk tvad ṛte mayā śrutam anena tuṣṭo 'smi vināsya jīvitaṃ; varaṃ caturthaṃ varayasva gaccha ca
Yama sprach: ‚Dieses dein gesprochenes Wort, du Holde - Derartiges habe ich außer von dir noch nie gehört; darüber bin ich erfreut. Erbitte dir, außer seinem Leben, eine vierte Gabe, und geh dann.‘
Sāvitrī sprach: ‚Mir und Satyavant möge gemeinsam ein leiblicher Sohn beschieden sein, der hier unser beider Geschlecht fortträgt - hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft; dies erbitte ich mir als vierte Gabe von dir.‘
Sāvitrī sprach: ‚Mir und Satyavant möge gemeinsam ein leiblicher Sohn beschieden sein, der hier unser beider Geschlecht fortträgt - hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft; dies erbitte ich mir als vierte Gabe von dir.‘
yama uvāca śataṃ sutānāṃ balavīryaśālināṃ; bhaviṣyati prītikaraṃ tavābale pariśramas te na bhaven nṛpātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā
Yama sprach: ‚Hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft, werden dir zur Freude geboren werden, du Starke; keine Mühsal möge dich treffen, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘
Wort für Wort
yama uvāca śataṃ sutānāṃ balavīryaśālināṃ; bhaviṣyati prītikaraṃ tavābale pariśramas te na bhaven nṛpātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā
Yama sprach: ‚Hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft, werden dir zur Freude geboren werden, du Starke; keine Mühsal möge dich treffen, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘
sāvitry uvāca satāṃ sadā śāśvatī dharmavṛttiḥ; santo na sīdanti na ca vyathanti satāṃ sadbhir nāphalaḥ saṃgamo 'sti; sadbhyo bhayaṃ nānuvartanti santaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Immerwährend und ewig ist der Wandel im Dharma bei den Guten; die Guten verzagen nicht und leiden nicht; unter Guten ist die Begegnung mit Guten niemals fruchtlos; von den Guten folgt den Guten keine Furcht.
Wort für Wort
sāvitry uvāca satāṃ sadā śāśvatī dharmavṛttiḥ; santo na sīdanti na ca vyathanti satāṃ sadbhir nāphalaḥ saṃgamo 'sti; sadbhyo bhayaṃ nānuvartanti santaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Immerwährend und ewig ist der Wandel im Dharma bei den Guten; die Guten verzagen nicht und leiden nicht; unter Guten ist die Begegnung mit Guten niemals fruchtlos; von den Guten folgt den Guten keine Furcht.
Denn durch Wahrhaftigkeit lenken die Guten die Sonne auf ihrer Bahn; die Guten tragen durch ihre Buße die Erde; die Guten sind der Zufluchtsort des Gewesenen und Künftigen, o König; inmitten der Guten verzagen die Guten nicht.
Denn durch Wahrhaftigkeit lenken die Guten die Sonne auf ihrer Bahn; die Guten tragen durch ihre Buße die Erde; die Guten sind der Zufluchtsort des Gewesenen und Künftigen, o König; inmitten der Guten verzagen die Guten nicht.
na ca prasādaḥ satpuruṣeṣu mogho; na cāpy artho naśyati nāpi mānaḥ yasmād etan niyataṃ satsu nityaṃ; tasmāt santo rakṣitāro bhavanti
Und niemals ist Wohlwollen gegenüber guten Menschen vergeblich, noch geht dabei Vermögen oder Ansehen verloren; da dies bei den Guten beständig und ewig ist, darum sind die Guten die Beschützer der Welt.‘
Wort für Wort
na ca prasādaḥ satpuruṣeṣu mogho; na cāpy artho naśyati nāpi mānaḥ yasmād etan niyataṃ satsu nityaṃ; tasmāt santo rakṣitāro bhavanti
Und niemals ist Wohlwollen gegenüber guten Menschen vergeblich, noch geht dabei Vermögen oder Ansehen verloren; da dies bei den Guten beständig und ewig ist, darum sind die Guten die Beschützer der Welt.‘
Yama sprach: ‚Je mehr du, dem Dharma gemäß, dem Geist zusagend, wohlgesetzt und bedeutungsvoll sprichst, desto mehr wächst meine höchste Zuneigung zu dir; erbitte dir eine unvergleichliche Gabe, du dem Gelübde Treue.‘
Yama sprach: ‚Je mehr du, dem Dharma gemäß, dem Geist zusagend, wohlgesetzt und bedeutungsvoll sprichst, desto mehr wächst meine höchste Zuneigung zu dir; erbitte dir eine unvergleichliche Gabe, du dem Gelübde Treue.‘
sāvitry uvāca na te 'pavargaḥ sukṛtād vinākṛtas; tathā yathānyeṣu vareṣu mānada varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; yathā mṛtā hy evam ahaṃ vinā patim
Sāvitrī sprach: ‚Diese deine Gabe ist nicht ohne die gute Tat [wirksam] [?], wie bei den anderen Gaben, du Ehrenspender; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! Denn wie eine Tote bin ich ohne meinen Gatten.
Wort für Wort
sāvitry uvāca na te 'pavargaḥ sukṛtād vinākṛtas; tathā yathānyeṣu vareṣu mānada varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; yathā mṛtā hy evam ahaṃ vinā patim
Sāvitrī sprach: ‚Diese deine Gabe ist nicht ohne die gute Tat [wirksam] [?], wie bei den anderen Gaben, du Ehrenspender; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! Denn wie eine Tote bin ich ohne meinen Gatten.
Der erste Halbvers ('na te 'pavargaḥ sukṛtād vinākṛtaḥ') ist knapp und lexikalisch nicht restlos eindeutig; sinngemäß scheint gemeint, dass auch diese letzte, unbeschränkte Gabe an eine gute Tat gebunden bleibt.
na kāmaye bhartṛvinākṛtā sukhaṃ na kāmaye bhartṛvinākṛtā divam na kāmaye bhartṛvinākṛtā śriyaṃ na bhartṛhīnā vyavasāmi jīvitum
Ich begehre kein Glück, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Himmel, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Wohlstand, meines Gatten beraubt; ohne meinen Gatten bin ich nicht gewillt zu leben.
Wort für Wort
na kāmaye bhartṛvinākṛtā sukhaṃ na kāmaye bhartṛvinākṛtā divam na kāmaye bhartṛvinākṛtā śriyaṃ na bhartṛhīnā vyavasāmi jīvitum
Ich begehre kein Glück, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Himmel, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Wohlstand, meines Gatten beraubt; ohne meinen Gatten bin ich nicht gewillt zu leben.
varātisargaḥ śataputratā mama; tvayaiva datto hriyate ca me patiḥ varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; tavaiva satyaṃ vacanaṃ bhaviṣyati
Die Gewährung von hundert Söhnen für mich hast du selbst mir gegeben, und zugleich wird mir mein Gatte entrissen; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! - dann erst wird dein eigenes Wort wahr bleiben.‘
Wort für Wort
varātisargaḥ śataputratā mama; tvayaiva datto hriyate ca me patiḥ varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; tavaiva satyaṃ vacanaṃ bhaviṣyati
Die Gewährung von hundert Söhnen für mich hast du selbst mir gegeben, und zugleich wird mir mein Gatte entrissen; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! - dann erst wird dein eigenes Wort wahr bleiben.‘
Sāvitrīs Schlussfolgerung ist scharfsinnig: da Yama ihr bereits hundert Söhne von Satyavant zugesagt hat (V.44/45), wäre sein eigenes Wort unwahr, ließe er Satyavant nun sterben - Yama ist damit durch seine eigene Wahrhaftigkeit gebunden, ihn wiederzubeleben.
Vierhundert Jahre Lebenszeit wird er zusammen mit dir erlangen; nachdem er Opfer dargebracht hat, wird er durch Rechtschaffenheit zu Ruhm in der Welt gelangen.
Vierhundert Jahre Lebenszeit wird er zusammen mit dir erlangen; nachdem er Opfer dargebracht hat, wird er durch Rechtschaffenheit zu Ruhm in der Welt gelangen.
tvayi putraśataṃ caiva satyavāñ janayiṣyati te cāpi sarve rājānaḥ kṣatriyāḥ putrapautriṇaḥ khyātās tvannāmadheyāś ca bhaviṣyantīha śāśvatāḥ
Und in dir wird Satyavant hundert Söhne zeugen; auch diese werden alle Könige sein, Kṣatriyas mit Söhnen und Enkeln, berühmt, nach deinem Namen benannt, hier auf ewig.
Wort für Wort
tvayi putraśataṃ caiva satyavāñ janayiṣyati te cāpi sarve rājānaḥ kṣatriyāḥ putrapautriṇaḥ khyātās tvannāmadheyāś ca bhaviṣyantīha śāśvatāḥ
Und in dir wird Satyavant hundert Söhne zeugen; auch diese werden alle Könige sein, Kṣatriyas mit Söhnen und Enkeln, berühmt, nach deinem Namen benannt, hier auf ewig.
pituś ca te putraśataṃ bhavitā tava mātari mālavyāṃ mālavā nāma śāśvatāḥ putrapautriṇaḥ bhrātaras te bhaviṣyanti kṣatriyās tridaśopamāḥ
Auch deinem Vater werden in deiner Mutter aus Mālava hundert Söhne geboren werden, mit Namen Mālavas, für immer Söhne und Enkel habend; sie werden deine Brüder sein, Kṣatriyas, den Göttern gleich.‘
Wort für Wort
pituś ca te putraśataṃ bhavitā tava mātari mālavyāṃ mālavā nāma śāśvatāḥ putrapautriṇaḥ bhrātaras te bhaviṣyanti kṣatriyās tridaśopamāḥ
Auch deinem Vater werden in deiner Mutter aus Mālava hundert Söhne geboren werden, mit Namen Mālavas, für immer Söhne und Enkel habend; sie werden deine Brüder sein, Kṣatriyas, den Göttern gleich.‘
saṃjñāṃ ca satyavāṃl labdhvā sāvitrīm abhyabhāṣata proṣyāgata iva premṇā punaḥ punar udīkṣya vai
Und Satyavant, wieder zu Bewusstsein gekommen, sprach zu Sāvitrī, sie immer wieder liebevoll anblickend, wie einer, der von einer Reise zurückgekehrt ist:
Wort für Wort
saṃjñāṃ ca satyavāṃl labdhvā sāvitrīm abhyabhāṣata proṣyāgata iva premṇā punaḥ punar udīkṣya vai
Und Satyavant, wieder zu Bewusstsein gekommen, sprach zu Sāvitrī, sie immer wieder liebevoll anblickend, wie einer, der von einer Reise zurückgekehrt ist:
sāvitry uvāca suciraṃ bata supto 'si mamāṅke puruṣarṣabha gataḥ sa bhagavān devaḥ prajāsaṃyamano yamaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Fürwahr, lange hast du in meinem Schoß geschlafen, Stier unter den Männern; jener erhabene Gott, Yama, der Bezwinger der Geschöpfe, ist gegangen.
Wort für Wort
sāvitry uvāca suciraṃ bata supto 'si mamāṅke puruṣarṣabha gataḥ sa bhagavān devaḥ prajāsaṃyamano yamaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Fürwahr, lange hast du in meinem Schoß geschlafen, Stier unter den Männern; jener erhabene Gott, Yama, der Bezwinger der Geschöpfe, ist gegangen.
Nachdem er darauf sein Bewusstsein wiedererlangt hatte, erhob er sich wie einer, der wohlig geschlafen hat; nach allen Richtungen und den Waldgegenden blickend, sprach Satyavant:
Nachdem er darauf sein Bewusstsein wiedererlangt hatte, erhob er sich wie einer, der wohlig geschlafen hat; nach allen Richtungen und den Waldgegenden blickend, sprach Satyavant:
Von brennendem Kopfschmerz geplagt, nicht mehr imstande, lange aufrecht zu stehen, schlief ich in deinem Schoß ein - so viel erinnere ich mich an alles, Holde.
Von brennendem Kopfschmerz geplagt, nicht mehr imstande, lange aufrecht zu stehen, schlief ich in deinem Schoß ein - so viel erinnere ich mich an alles, Holde.
tam uvācātha sāvitrī rajanī vyavagāhate śvas te sarvaṃ yathāvṛttam ākhyāsyāmi nṛpātmaja
Da sprach Sāvitrī zu ihm: ‚Die Nacht ist schon weit fortgeschritten; morgen werde ich dir alles genau erzählen, wie es sich zugetragen hat, Königssohn.
Wort für Wort
tam uvācātha sāvitrī rajanī vyavagāhate śvas te sarvaṃ yathāvṛttam ākhyāsyāmi nṛpātmaja
Da sprach Sāvitrī zu ihm: ‚Die Nacht ist schon weit fortgeschritten; morgen werde ich dir alles genau erzählen, wie es sich zugetragen hat, Königssohn.
uttiṣṭhottiṣṭha bhadraṃ te pitarau paśya suvrata vigāḍhā rajanī ceyaṃ nivṛttaś ca divākaraḥ
Steh auf, steh auf, Heil dir! Geh und sieh nach deinen Eltern, du dem Gelübde Treuer; tief ist diese Nacht schon vorgerückt, und die Sonne ist untergegangen.
Wort für Wort
uttiṣṭhottiṣṭha bhadraṃ te pitarau paśya suvrata vigāḍhā rajanī ceyaṃ nivṛttaś ca divākaraḥ
Steh auf, steh auf, Heil dir! Geh und sieh nach deinen Eltern, du dem Gelübde Treuer; tief ist diese Nacht schon vorgerückt, und die Sonne ist untergegangen.
Diese Nachtwandler streifen umher, erregt, mit grausamen Lauten redend, und man hört das Rascheln der Blätter von den im Wald umherziehenden Wildtieren.
Diese Nachtwandler streifen umher, erregt, mit grausamen Lauten redend, und man hört das Rascheln der Blätter von den im Wald umherziehenden Wildtieren.
satyavān uvāca vanaṃ pratibhayākāraṃ ghanena tamasā vṛtam na vijñāsyasi panthānaṃ gantuṃ caiva na śakṣyasi
Satyavant sprach: ‚Der Wald ist von furchterregender Gestalt, von dichter Finsternis umhüllt; du wirst den Weg nicht erkennen können, und auch gehen wirst du nicht können.‘
Wort für Wort
satyavān uvāca vanaṃ pratibhayākāraṃ ghanena tamasā vṛtam na vijñāsyasi panthānaṃ gantuṃ caiva na śakṣyasi
Satyavant sprach: ‚Der Wald ist von furchterregender Gestalt, von dichter Finsternis umhüllt; du wirst den Weg nicht erkennen können, und auch gehen wirst du nicht können.‘
sāvitry uvāca asminn adya vane dagdhe śuṣkavṛkṣaḥ sthito jvalan vāyunā dhamyamāno 'gnir dṛśyate 'tra kva cit kva cit
Sāvitrī sprach: ‚In diesem heute teilweise verbrannten Wald steht hier und dort ein trockener Baum lodernd; vom Wind angefacht, ist da und dort ein Feuer zu sehen.
Wort für Wort
sāvitry uvāca asminn adya vane dagdhe śuṣkavṛkṣaḥ sthito jvalan vāyunā dhamyamāno 'gnir dṛśyate 'tra kva cit kva cit
Sāvitrī sprach: ‚In diesem heute teilweise verbrannten Wald steht hier und dort ein trockener Baum lodernd; vom Wind angefacht, ist da und dort ein Feuer zu sehen.
so lass uns morgen früh, wenn der Wald wieder sichtbar ist, gehen, mit deiner Zustimmung; lass uns diese Nacht hier verbringen, wenn es dir recht ist, Untadeliger.‘
so lass uns morgen früh, wenn der Wald wieder sichtbar ist, gehen, mit deiner Zustimmung; lass uns diese Nacht hier verbringen, wenn es dir recht ist, Untadeliger.‘
Satyavant sprach: ‚Mein Kopfschmerz ist vergangen, meine Glieder fühle ich wieder gesund; ich wünsche mir, durch deine Gnade entstanden, die Wiedervereinigung mit meinen Eltern.
Satyavant sprach: ‚Mein Kopfschmerz ist vergangen, meine Glieder fühle ich wieder gesund; ich wünsche mir, durch deine Gnade entstanden, die Wiedervereinigung mit meinen Eltern.
na kadā cid vikāle hi gatapūrvo mayāśramaḥ anāgatāyāṃ saṃdhyāyāṃ mātā me praruṇaddhi mām
Niemals bin ich zuvor zu ungewöhnlicher Zeit zur Einsiedelei zurückgekehrt; noch bevor die Abenddämmerung kommt, hält meine Mutter mich gewöhnlich zurück.
Wort für Wort
na kadā cid vikāle hi gatapūrvo mayāśramaḥ anāgatāyāṃ saṃdhyāyāṃ mātā me praruṇaddhi mām
Niemals bin ich zuvor zu ungewöhnlicher Zeit zur Einsiedelei zurückgekehrt; noch bevor die Abenddämmerung kommt, hält meine Mutter mich gewöhnlich zurück.
mātrā pitrā ca subhṛśaṃ duḥkhitābhyām ahaṃ purā upālabdhaḥ subahuśaś cireṇāgacchasīti ha
Von Mutter und Vater, die überaus bekümmert waren, wurde ich früher schon oft getadelt, dass ich immer so spät zurückkomme.
Wort für Wort
mātrā pitrā ca subhṛśaṃ duḥkhitābhyām ahaṃ purā upālabdhaḥ subahuśaś cireṇāgacchasīti ha
Von Mutter und Vater, die überaus bekümmert waren, wurde ich früher schon oft getadelt, dass ich immer so spät zurückkomme.
Der Tadel der Eltern wird hier als indirekte Rede wiedergegeben, um innerhalb von Satyavants eigener direkter Rede keine weitere Zitatebene zu eröffnen.
vṛddhayor andhayor yaṣṭis tvayi vaṃśaḥ pratiṣṭhitaḥ tvayi piṇḍaś ca kīrtiś ca saṃtānaṃ cāvayor iti
dass ich der Stab der beiden alten Blinden sei, dass in mir ihr Geschlecht gründe, und dass in mir die Totenspeise, der Ruhm und die Nachkommenschaft von uns beiden lägen.
Wort für Wort
vṛddhayor andhayor yaṣṭis tvayi vaṃśaḥ pratiṣṭhitaḥ tvayi piṇḍaś ca kīrtiś ca saṃtānaṃ cāvayor iti
dass ich der Stab der beiden alten Blinden sei, dass in mir ihr Geschlecht gründe, und dass in mir die Totenspeise, der Ruhm und die Nachkommenschaft von uns beiden lägen.
Auch die Worte der Eltern werden als indirekte Rede wiedergegeben (dritte Zitatebene innerhalb von Satyavants eigener Rede vermieden).
matkṛtena hi tāv adya saṃtāpaṃ param eṣyataḥ jīvantāv anujīvāmi bhartavyau tau mayeti ha tayoḥ priyaṃ me kartavyam iti jīvāmi cāpy aham
Denn meinetwegen werden die beiden heute in höchsten Kummer geraten; nur weil sie leben, lebe auch ich weiter, im Gedanken, dass ich sie zu versorgen habe; und auch ich selbst lebe nur in dem Gedanken, ihnen Freude bereiten zu müssen.‘
Wort für Wort
matkṛtena hi tāv adya saṃtāpaṃ param eṣyataḥ jīvantāv anujīvāmi bhartavyau tau mayeti ha tayoḥ priyaṃ me kartavyam iti jīvāmi cāpy aham
Denn meinetwegen werden die beiden heute in höchsten Kummer geraten; nur weil sie leben, lebe auch ich weiter, im Gedanken, dass ich sie zu versorgen habe; und auch ich selbst lebe nur in dem Gedanken, ihnen Freude bereiten zu müssen.‘
mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā sa dharmātmā guruvartī gurupriyaḥ ucchritya bāhū duḥkhārtaḥ sasvaraṃ praruroda ha
Nachdem er, dem Dharma ergeben, seinen Eltern dienstbar und ihnen lieb, so gesprochen hatte, erhob er, von Kummer überwältigt, seine Arme und weinte laut auf.
Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā sa dharmātmā guruvartī gurupriyaḥ ucchritya bāhū duḥkhārtaḥ sasvaraṃ praruroda ha
Nachdem er, dem Dharma ergeben, seinen Eltern dienstbar und ihnen lieb, so gesprochen hatte, erhob er, von Kummer überwältigt, seine Arme und weinte laut auf.
yadi me 'sti tapas taptaṃ yadi dattaṃ hutaṃ yadi śvaśrūśvaśurabhartṝṇāṃ mama puṇyās tu śarvarī
‚Wenn ich Buße geübt habe, wenn ich Gaben gegeben und Opfer dargebracht habe, wenn meine Verdienste um Schwiegermutter, Schwiegervater und Gatten echt sind, so möge diese Nacht mir heilvoll sein.
Wort für Wort
yadi me 'sti tapas taptaṃ yadi dattaṃ hutaṃ yadi śvaśrūśvaśurabhartṝṇāṃ mama puṇyās tu śarvarī
‚Wenn ich Buße geübt habe, wenn ich Gaben gegeben und Opfer dargebracht habe, wenn meine Verdienste um Schwiegermutter, Schwiegervater und Gatten echt sind, so möge diese Nacht mir heilvoll sein.
na smarāmy uktapūrvāṃ vai svaireṣv apy anṛtāṃ giram tena satyena tāv adya dhriyetāṃ śvaśurau mama
Ich erinnere mich nicht, jemals, auch nicht im Scherz, eine Unwahrheit gesprochen zu haben; durch diese Wahrhaftigkeit mögen heute meine Schwiegereltern am Leben bleiben.‘
Wort für Wort
na smarāmy uktapūrvāṃ vai svaireṣv apy anṛtāṃ giram tena satyena tāv adya dhriyetāṃ śvaśurau mama
Ich erinnere mich nicht, jemals, auch nicht im Scherz, eine Unwahrheit gesprochen zu haben; durch diese Wahrhaftigkeit mögen heute meine Schwiegereltern am Leben bleiben.‘
Satyavant sprach: ‚Ich sehne mich nach dem Anblick meiner Eltern; geh, Sāvitrī, ohne Verzug. Sollte ich zuvor an meiner Mutter oder meinem Vater etwas Unliebsames erblicken, werde ich nicht weiterleben - bei der Wahrheit schwöre ich es dir, Schönhüftige.
Satyavant sprach: ‚Ich sehne mich nach dem Anblick meiner Eltern; geh, Sāvitrī, ohne Verzug. Sollte ich zuvor an meiner Mutter oder meinem Vater etwas Unliebsames erblicken, werde ich nicht weiterleben - bei der Wahrheit schwöre ich es dir, Schönhüftige.
yadi dharme ca te buddhir māṃ cej jīvantam icchasi mama priyaṃ vā kartavyaṃ gacchasvāśramam antikāt
Wenn dein Sinn auf den Dharma gerichtet ist und du willst, dass ich am Leben bleibe, oder wenn du mir einen Gefallen tun willst, so geh von hier zur Einsiedelei.‘
Wort für Wort
yadi dharme ca te buddhir māṃ cej jīvantam icchasi mama priyaṃ vā kartavyaṃ gacchasvāśramam antikāt
Wenn dein Sinn auf den Dharma gerichtet ist und du willst, dass ich am Leben bleibe, oder wenn du mir einen Gefallen tun willst, so geh von hier zur Einsiedelei.‘
Sie legte den Arm ihres Gatten auf ihre linke Schulter, stützte ihn an ihrer linken Seite und umfasste ihn mit dem rechten Arm; so ging die sanft Schreitende.
Sie legte den Arm ihres Gatten auf ihre linke Schulter, stützte ihn an ihrer linken Seite und umfasste ihn mit dem rechten Arm; so ging die sanft Schreitende.
Satyavant sprach: ‚Vom häufigen Gehen her, Furchtsame, sind mir die Wege bekannt, und auch durch das zwischen den Bäumen hindurchscheinende Mondlicht erkenne ich sie.
Satyavant sprach: ‚Vom häufigen Gehen her, Furchtsame, sind mir die Wege bekannt, und auch durch das zwischen den Bäumen hindurchscheinende Mondlicht erkenne ich sie.
Auf demselben Weg, auf dem wir gekommen sind und die Früchte gepflückt haben, lass uns zurückgehen, Holde; geh denselben Weg zurück, den wir gekommen sind, und zweifle nicht am Weg.
Auf demselben Weg, auf dem wir gekommen sind und die Früchte gepflückt haben, lass uns zurückgehen, Holde; geh denselben Weg zurück, den wir gekommen sind, und zweifle nicht am Weg.
palāśaṣaṇḍe caitasmin panthā vyāvartate dvidhā tasyottareṇa yaḥ panthās tena gaccha tvarasva ca svastho 'smi balavān asmi didṛkṣuḥ pitarāv ubhau
An diesem Palāśa-Baumhain hier teilt sich der Weg in zwei; nimm den Weg, der nördlich davon liegt, und beeile dich; wohlauf bin ich, kräftig bin ich, und ich sehne mich danach, meine beiden Eltern zu sehen.‘
Wort für Wort
palāśaṣaṇḍe caitasmin panthā vyāvartate dvidhā tasyottareṇa yaḥ panthās tena gaccha tvarasva ca svastho 'smi balavān asmi didṛkṣuḥ pitarāv ubhau
An diesem Palāśa-Baumhain hier teilt sich der Weg in zwei; nimm den Weg, der nördlich davon liegt, und beeile dich; wohlauf bin ich, kräftig bin ich, und ich sehne mich danach, meine beiden Eltern zu sehen.‘