Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 281: Sāvitryupākhyānam (5) Sāvitrīs Streitgespräch mit Yama und Satyavants Wiederbelebung

Der Höhepunkt der Sāvitrī-Erzählung: Satyavant stirbt im Wald in Sāvitrīs Schoß, und der Gott Yama selbst erscheint, um seine Seele fortzuführen. Sāvitrī folgt ihm und gewinnt durch ein kunstvolles, auf Dharma-Reflexionen aufgebautes Streitgespräch nacheinander vier Nebengaben (Sehkraft und Reich für ihren Schwiegervater, hundert Söhne für ihren Vater, hundert Söhne für sich und Satyavant) sowie schließlich, gestützt auf die Logik von Yamas eigener Wahrhaftigkeit, das Leben ihres Gatten selbst zurück. Nach der Rückkehr zum leblosen Leib erwacht Satyavant wie aus einem Schlaf; das Paar kehrt, von Sorge um die daheim wartenden blinden Eltern getrieben, in der Nacht zur Einsiedelei zurück. Der seit Kap.277 offene Erzählrahmen Mārkaṇḍeyas bleibt am Kapitelende weiterhin offen, da die Auflösung der Geschichte unmittelbar folgt.

mārkaṇḍeya uvāca atha bhāryāsahāyaḥ sa phalāny ādāya vīryavān kaṭhinaṃ pūrayām āsa tataḥ kāṣṭhāny apāṭayat

Da nun, von seiner Gattin begleitet, sammelte er, der Kraftvolle, Früchte, füllte den Reisigkorb und begann darauf, Holzscheite zu spalten.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca atha bhāryāsahāyaḥ sa phalāny ādāya vīryavān kaṭhinaṃ pūrayām āsa tataḥ kāṣṭhāny apāṭayat
Da nun, von seiner Gattin begleitet, sammelte er, der Kraftvolle, Früchte, füllte den Reisigkorb und begann darauf, Holzscheite zu spalten.

tasya pāṭayataḥ kāṣṭhaṃ svedo vai samajāyata vyāyāmena ca tenāsya jajñe śirasi vedanā

Während er das Holz spaltete, brach ihm der Schweiß aus, und durch diese Anstrengung entstand ihm ein Schmerz im Kopf.

Wort für Wort
tasya pāṭayataḥ kāṣṭhaṃ svedo vai samajāyata vyāyāmena ca tenāsya jajñe śirasi vedanā
Während er das Holz spaltete, brach ihm der Schweiß aus, und durch diese Anstrengung entstand ihm ein Schmerz im Kopf.

so 'bhigamya priyāṃ bhāryām uvāca śramapīḍitaḥ vyāyāmena mamānena jātā śirasi vedanā

Er, von der Anstrengung geplagt, ging zu seiner geliebten Gattin und sprach: ‚Durch diese Anstrengung ist mir ein Schmerz im Kopf entstanden.

Wort für Wort
so 'bhigamya priyāṃ bhāryām uvāca śramapīḍitaḥ vyāyāmena mamānena jātā śirasi vedanā
Er, von der Anstrengung geplagt, ging zu seiner geliebten Gattin und sprach: ‚Durch diese Anstrengung ist mir ein Schmerz im Kopf entstanden.

aṅgāni caiva sāvitri hṛdayaṃ dūyatīva ca asvastham iva cātmānaṃ lakṣaye mitabhāṣiṇi

Auch meine Glieder, Sāvitrī, und mein Herz schmerzen wie brennend; ich fühle mich, als sei ich unwohl, du Wortkarge.

Wort für Wort
aṅgāni caiva sāvitri hṛdayaṃ dūyatīva ca asvastham iva cātmānaṃ lakṣaye mitabhāṣiṇi
Auch meine Glieder, Sāvitrī, und mein Herz schmerzen wie brennend; ich fühle mich, als sei ich unwohl, du Wortkarge.

śūlair iva śiro viddham idaṃ saṃlakṣayāmy aham tat svaptum icche kalyāṇi na sthātuṃ śaktir asti me

Wie von Speeren durchbohrt fühle ich diesen meinen Kopf; ich möchte schlafen, Holde, ich habe keine Kraft mehr, aufrecht zu stehen.‘

Wort für Wort
śūlair iva śiro viddham idaṃ saṃlakṣayāmy aham tat svaptum icche kalyāṇi na sthātuṃ śaktir asti me
Wie von Speeren durchbohrt fühle ich diesen meinen Kopf; ich möchte schlafen, Holde, ich habe keine Kraft mehr, aufrecht zu stehen.‘

samāsādyātha sāvitrī bhartāram upagūhya ca utsaṅge 'sya śiraḥ kṛtvā niṣasāda mahītale

Da trat Sāvitrī zu ihrem Gatten, umarmte ihn, legte sein Haupt in ihren Schoß und setzte sich auf die Erde.

Wort für Wort
samāsādyātha sāvitrī bhartāram upagūhya ca utsaṅge 'sya śiraḥ kṛtvā niṣasāda mahītale
Da trat Sāvitrī zu ihrem Gatten, umarmte ihn, legte sein Haupt in ihren Schoß und setzte sich auf die Erde.

tataḥ sā nāradavaco vimṛśantī tapasvinī taṃ muhūrtaṃ kṣaṇaṃ velāṃ divasaṃ ca yuyoja ha

Darauf, an Nāradas Wort denkend, verglich die Asketin jene Stunde, jenen Augenblick, jene Zeit und jenen Tag mit der Vorhersage.

Wort für Wort
tataḥ sā nāradavaco vimṛśantī tapasvinī taṃ muhūrtaṃ kṣaṇaṃ velāṃ divasaṃ ca yuyoja ha
Darauf, an Nāradas Wort denkend, verglich die Asketin jene Stunde, jenen Augenblick, jene Zeit und jenen Tag mit der Vorhersage.

muhūrtād iva cāpaśyat puruṣaṃ pītavāsasam baddhamauliṃ vapuṣmantam ādityasamatejasam

Und nach kurzer Zeit erblickte sie einen Mann in gelbem Gewand, mit gebundenem Haarschopf, von stattlicher Gestalt, an Glanz der Sonne gleich,

Wort für Wort
muhūrtād iva cāpaśyat puruṣaṃ pītavāsasam baddhamauliṃ vapuṣmantam ādityasamatejasam
Und nach kurzer Zeit erblickte sie einen Mann in gelbem Gewand, mit gebundenem Haarschopf, von stattlicher Gestalt, an Glanz der Sonne gleich,

śyāmāvadātaṃ raktākṣaṃ pāśahastaṃ bhayāvaham sthitaṃ satyavataḥ pārśve nirīkṣantaṃ tam eva ca

dunkelbraun-hell von Hautfarbe, mit roten Augen, eine Schlinge in der Hand, furchterregend, der neben Satyavant stand und eben ihn anblickte.

Wort für Wort
śyāmāvadātaṃ raktākṣaṃ pāśahastaṃ bhayāvaham sthitaṃ satyavataḥ pārśve nirīkṣantaṃ tam eva ca
dunkelbraun-hell von Hautfarbe, mit roten Augen, eine Schlinge in der Hand, furchterregend, der neben Satyavant stand und eben ihn anblickte.

taṃ dṛṣṭvā sahasotthāya bhartur nyasya śanaiḥ śiraḥ kṛtāñjalir uvācārtā hṛdayena pravepatā

Als sie ihn sah, erhob sie sich plötzlich, legte sacht das Haupt ihres Gatten nieder und sprach, von Kummer erfüllt, mit gefalteten Händen, das Herz zitternd:

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā sahasotthāya bhartur nyasya śanaiḥ śiraḥ kṛtāñjalir uvācārtā hṛdayena pravepatā
Als sie ihn sah, erhob sie sich plötzlich, legte sacht das Haupt ihres Gatten nieder und sprach, von Kummer erfüllt, mit gefalteten Händen, das Herz zitternd:

daivataṃ tvābhijānāmi vapur etad dhy amānuṣam kāmayā brūhi me deva kas tvaṃ kiṃ ca cikīrṣasi

‚Als Gottheit erkenne ich dich, denn diese Gestalt ist nicht menschlich; aus Wissbegier sage mir, Gott, wer du bist und was du vorhast.‘

Wort für Wort
daivataṃ tvābhijānāmi vapur etad dhy amānuṣam kāmayā brūhi me deva kas tvaṃ kiṃ ca cikīrṣasi
‚Als Gottheit erkenne ich dich, denn diese Gestalt ist nicht menschlich; aus Wissbegier sage mir, Gott, wer du bist und was du vorhast.‘

yama uvāca pativratāsi sāvitri tathaiva ca taponvitā atas tvām abhibhāṣāmi viddhi māṃ tvaṃ śubhe yamam

Yama sprach: ‚Dem Gatten ergeben bist du, Sāvitrī, und ebenso der Buße hingegeben; darum spreche ich zu dir - wisse, du Holde, ich bin Yama.

Wort für Wort
yama uvāca pativratāsi sāvitri tathaiva ca taponvitā atas tvām abhibhāṣāmi viddhi māṃ tvaṃ śubhe yamam
Yama sprach: ‚Dem Gatten ergeben bist du, Sāvitrī, und ebenso der Buße hingegeben; darum spreche ich zu dir - wisse, du Holde, ich bin Yama.

ayaṃ te satyavān bhartā kṣīṇāyuḥ pārthivātmajaḥ neṣyāmy enam ahaṃ baddhvā viddhy etan me cikīrṣitam

Dieser dein Gatte Satyavant, der Königssohn, hat seine Lebenszeit erschöpft; ich werde ihn fesseln und fortführen - wisse, dies ist mein Vorhaben.‘

Wort für Wort
ayaṃ te satyavān bhartā kṣīṇāyuḥ pārthivātmajaḥ neṣyāmy enam ahaṃ baddhvā viddhy etan me cikīrṣitam
Dieser dein Gatte Satyavant, der Königssohn, hat seine Lebenszeit erschöpft; ich werde ihn fesseln und fortführen - wisse, dies ist mein Vorhaben.‘

mārkaṇḍeya uvāca ity uktvā pitṛrājas tāṃ bhagavān svaṃ cikīrṣitam yathāvat sarvam ākhyātuṃ tatpriyārthaṃ pracakrame

Nachdem er so gesprochen hatte, begann der erhabene König der Ahnen, ihr zuliebe, sein Vorhaben genau und vollständig darzulegen.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca ity uktvā pitṛrājas tāṃ bhagavān svaṃ cikīrṣitam yathāvat sarvam ākhyātuṃ tatpriyārthaṃ pracakrame
Nachdem er so gesprochen hatte, begann der erhabene König der Ahnen, ihr zuliebe, sein Vorhaben genau und vollständig darzulegen.

ayaṃ hi dharmasaṃyukto rūpavān guṇasāgaraḥ nārho matpuruṣair netum ato 'smi svayam āgataḥ

‚Denn dieser hier, dem Dharma verbunden, von schöner Gestalt, ein Ozean an Tugenden, verdient es nicht, von meinen gewöhnlichen Dienern fortgeführt zu werden; darum bin ich selbst gekommen.‘

Wort für Wort
ayaṃ hi dharmasaṃyukto rūpavān guṇasāgaraḥ nārho matpuruṣair netum ato 'smi svayam āgataḥ
‚Denn dieser hier, dem Dharma verbunden, von schöner Gestalt, ein Ozean an Tugenden, verdient es nicht, von meinen gewöhnlichen Dienern fortgeführt zu werden; darum bin ich selbst gekommen.‘

tataḥ satyavataḥ kāyāt pāśabaddhaṃ vaśaṃ gatam aṅguṣṭhamātraṃ puruṣaṃ niścakarṣa yamo balāt

Darauf zog Yama mit Gewalt aus Satyavants Körper eine daumengroße, von der Schlinge gefesselte, unterworfene Gestalt eines Menschen heraus.

Wort für Wort
tataḥ satyavataḥ kāyāt pāśabaddhaṃ vaśaṃ gatam aṅguṣṭhamātraṃ puruṣaṃ niścakarṣa yamo balāt
Darauf zog Yama mit Gewalt aus Satyavants Körper eine daumengroße, von der Schlinge gefesselte, unterworfene Gestalt eines Menschen heraus.

tataḥ samuddhṛtaprāṇaṃ gataśvāsaṃ hataprabham nirviceṣṭaṃ śarīraṃ tad babhūvāpriyadarśanam

Darauf wurde jener Leib, dem der Lebensodem entrissen war, ohne Atem, seines Glanzes beraubt, regungslos, zu einem unerfreulichen Anblick.

Wort für Wort
tataḥ samuddhṛtaprāṇaṃ gataśvāsaṃ hataprabham nirviceṣṭaṃ śarīraṃ tad babhūvāpriyadarśanam
Darauf wurde jener Leib, dem der Lebensodem entrissen war, ohne Atem, seines Glanzes beraubt, regungslos, zu einem unerfreulichen Anblick.

yamas tu taṃ tathā baddhvā prayāto dakṣiṇāmukhaḥ sāvitrī cāpi duḥkhārtā yamam evānvagacchata niyamavratasaṃsiddhā mahābhāgā pativratā

Yama aber, nachdem er ihn so gefesselt hatte, zog nach Süden gewandt davon; und Sāvitrī, von Kummer gequält, durch Gelübde und Entsagung vollendet, die Hochgesegnete, dem Gatten Ergebene, folgte eben Yama.

Wort für Wort
yamas tu taṃ tathā baddhvā prayāto dakṣiṇāmukhaḥ sāvitrī cāpi duḥkhārtā yamam evānvagacchata niyamavratasaṃsiddhā mahābhāgā pativratā
Yama aber, nachdem er ihn so gefesselt hatte, zog nach Süden gewandt davon; und Sāvitrī, von Kummer gequält, durch Gelübde und Entsagung vollendet, die Hochgesegnete, dem Gatten Ergebene, folgte eben Yama.

yama uvāca nivarta gaccha sāvitri kuruṣvāsyaurdhvadehikam kṛtaṃ bhartus tvayānṛṇyaṃ yāvad gamyaṃ gataṃ tvayā

Yama sprach: ‚Kehre um, geh, Sāvitrī, und vollziehe für ihn die Totenriten; deine Schuld gegenüber dem Gatten ist beglichen - so weit, wie zu gehen war, bist du gegangen.‘

Wort für Wort
yama uvāca nivarta gaccha sāvitri kuruṣvāsyaurdhvadehikam kṛtaṃ bhartus tvayānṛṇyaṃ yāvad gamyaṃ gataṃ tvayā
Yama sprach: ‚Kehre um, geh, Sāvitrī, und vollziehe für ihn die Totenriten; deine Schuld gegenüber dem Gatten ist beglichen - so weit, wie zu gehen war, bist du gegangen.‘

sāvitry uvāca yatra me nīyate bhartā svayaṃ vā yatra gacchati mayāpi tatra gantavyam eṣa dharmaḥ sanātanaḥ

Sāvitrī sprach: ‚Wohin auch mein Gatte geführt wird, oder wohin er von sich aus geht, dorthin muss auch ich gehen - dies ist das ewige Gesetz.

Wort für Wort
sāvitry uvāca yatra me nīyate bhartā svayaṃ vā yatra gacchati mayāpi tatra gantavyam eṣa dharmaḥ sanātanaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Wohin auch mein Gatte geführt wird, oder wohin er von sich aus geht, dorthin muss auch ich gehen - dies ist das ewige Gesetz.

tapasā guruvṛttyā ca bhartuḥ snehād vratena ca tava caiva prasādena na me pratihatā gatiḥ

Durch Buße, durch den Dienst an den Älteren, aus Liebe zum Gatten, durch mein Gelübde und auch durch deine Gnade ist mir mein Weg dir zu folgen nicht verwehrt.

Wort für Wort
tapasā guruvṛttyā ca bhartuḥ snehād vratena ca tava caiva prasādena na me pratihatā gatiḥ
Durch Buße, durch den Dienst an den Älteren, aus Liebe zum Gatten, durch mein Gelübde und auch durch deine Gnade ist mir mein Weg dir zu folgen nicht verwehrt.

prāhuḥ saptapadaṃ mitraṃ budhās tattvārthadarśinaḥ mitratāṃ ca puraskṛtya kiṃ cid vakṣyāmi tac chṛṇu

Die Weisen, die das Wesen der Dinge erkennen, nennen den, mit dem man sieben Schritte gemeinsam gegangen ist, einen Freund; im Vertrauen auf diese Freundschaft will ich dir etwas sagen - höre es.

Wort für Wort
prāhuḥ saptapadaṃ mitraṃ budhās tattvārthadarśinaḥ mitratāṃ ca puraskṛtya kiṃ cid vakṣyāmi tac chṛṇu
Die Weisen, die das Wesen der Dinge erkennen, nennen den, mit dem man sieben Schritte gemeinsam gegangen ist, einen Freund; im Vertrauen auf diese Freundschaft will ich dir etwas sagen - höre es.

Anspielung auf die 'Saptapadī', die sieben gemeinsamen Schritte, die im vedischen Hochzeitsritual einen Freundschaftsbund begründen - Sāvitrī beruft sich darauf, mit Yama bereits mehrere Schritte gemeinsam gegangen zu sein.

nānātmavantas tu vane caranti; dharmaṃ ca vāsaṃ ca pariśramaṃ ca vijñānato dharmam udāharanti; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam

Menschen verschiedenster Art wandeln im Wald umher, Dharma, Einsiedelei-Leben und Mühsal übend; aus Erkenntnis heraus verkünden sie den Dharma [?]; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.

Wort für Wort
nānātmavantas tu vane caranti; dharmaṃ ca vāsaṃ ca pariśramaṃ ca vijñānato dharmam udāharanti; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam
Menschen verschiedenster Art wandeln im Wald umher, Dharma, Einsiedelei-Leben und Mühsal übend; aus Erkenntnis heraus verkünden sie den Dharma [?]; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.

Die genaue syntaktische Beziehung dieses knappen, gnomischen Verses ist nicht restlos eindeutig; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Lesart.

ekasya dharmeṇa satāṃ matena; sarve sma taṃ mārgam anuprapannāḥ mā vai dvitīyaṃ mā tṛtīyaṃ ca vāñche; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam

Durch den Dharma eines Einzigen, nach der Ansicht der Guten, sind wir alle jenem Pfad gefolgt; nicht möge ich einen zweiten, nicht einen dritten Pfad begehren; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.‘

Wort für Wort
ekasya dharmeṇa satāṃ matena; sarve sma taṃ mārgam anuprapannāḥ mā vai dvitīyaṃ mā tṛtīyaṃ ca vāñche; tasmāt santo dharmam āhuḥ pradhānam
Durch den Dharma eines Einzigen, nach der Ansicht der Guten, sind wir alle jenem Pfad gefolgt; nicht möge ich einen zweiten, nicht einen dritten Pfad begehren; darum nennen die Guten den Dharma das Vornehmste.‘

yama uvāca nivarta tuṣṭo 'smi tavānayā girā; svarākṣaravyañjanahetuyuktayā varaṃ vṛṇīṣveha vināsya jīvitaṃ; dadāni te sarvam anindite varam

Yama sprach: ‚Kehre um; zufrieden bin ich mit dieser deiner Rede, die an Klang, Laut, Ausdruck und Begründung wohlgeordnet ist; erbitte dir hier eine Gabe, außer seinem Leben - ich werde dir jede Gabe gewähren, Untadelige.‘

Wort für Wort
yama uvāca nivarta tuṣṭo 'smi tavānayā girā; svarākṣaravyañjanahetuyuktayā varaṃ vṛṇīṣveha vināsya jīvitaṃ; dadāni te sarvam anindite varam
Yama sprach: ‚Kehre um; zufrieden bin ich mit dieser deiner Rede, die an Klang, Laut, Ausdruck und Begründung wohlgeordnet ist; erbitte dir hier eine Gabe, außer seinem Leben - ich werde dir jede Gabe gewähren, Untadelige.‘

sāvitry uvāca cyutaḥ svarājyād vanavāsam āśrito; vinaṣṭacakṣuḥ śvaśuro mamāśrame sa labdhacakṣur balavān bhaven nṛpas; tava prasādāj jvalanārkasaṃnibhaḥ

Sāvitrī sprach: ‚Mein Schwiegervater, von seinem eigenen Reich gestürzt, hat, seines Augenlichts beraubt, im Waldleben Zuflucht genommen; er möge, sein Augenlicht wiedererlangend, durch deine Gnade zu einem starken König werden, dem lodernden Feuer oder der Sonne gleich.‘

Wort für Wort
sāvitry uvāca cyutaḥ svarājyād vanavāsam āśrito; vinaṣṭacakṣuḥ śvaśuro mamāśrame sa labdhacakṣur balavān bhaven nṛpas; tava prasādāj jvalanārkasaṃnibhaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Mein Schwiegervater, von seinem eigenen Reich gestürzt, hat, seines Augenlichts beraubt, im Waldleben Zuflucht genommen; er möge, sein Augenlicht wiedererlangend, durch deine Gnade zu einem starken König werden, dem lodernden Feuer oder der Sonne gleich.‘

yama uvāca dadāni te sarvam anindite varaṃ; yathā tvayoktaṃ bhavitā ca tat tathā tavādhvanā glānim ivopalakṣaye; nivarta gacchasva na te śramo bhavet

Yama sprach: ‚Ich gewähre dir diese Gabe, Untadelige; wie du gesagt hast, so wird es geschehen. Doch ich bemerke, wie du vom Weg ermüdet zu sein scheinst; kehre um, geh zurück, damit dir keine weitere Mühsal entstehe.‘

Wort für Wort
yama uvāca dadāni te sarvam anindite varaṃ; yathā tvayoktaṃ bhavitā ca tat tathā tavādhvanā glānim ivopalakṣaye; nivarta gacchasva na te śramo bhavet
Yama sprach: ‚Ich gewähre dir diese Gabe, Untadelige; wie du gesagt hast, so wird es geschehen. Doch ich bemerke, wie du vom Weg ermüdet zu sein scheinst; kehre um, geh zurück, damit dir keine weitere Mühsal entstehe.‘

sāvitry uvāca kutaḥ śramo bhartṛsamīpato hi me yato hi bhartā mama sā gatir dhruvā yataḥ patiṃ neṣyasi tatra me gatiḥ; sureśa bhūyaś ca vaco nibodha me

Sāvitrī sprach: ‚Woher sollte mir Mühsal kommen, da ich doch in der Nähe meines Gatten bin? Denn wo mein Gatte ist, dahin geht auch mein sicherer Weg; wohin du meinen Gatten führst, dorthin führt auch mein Weg, Herr der Götter. Und höre noch einmal mein Wort:

Wort für Wort
sāvitry uvāca kutaḥ śramo bhartṛsamīpato hi me yato hi bhartā mama sā gatir dhruvā yataḥ patiṃ neṣyasi tatra me gatiḥ; sureśa bhūyaś ca vaco nibodha me
Sāvitrī sprach: ‚Woher sollte mir Mühsal kommen, da ich doch in der Nähe meines Gatten bin? Denn wo mein Gatte ist, dahin geht auch mein sicherer Weg; wohin du meinen Gatten führst, dorthin führt auch mein Weg, Herr der Götter. Und höre noch einmal mein Wort:

satāṃ sakṛt saṃgatam īpsitaṃ paraṃ; tataḥ paraṃ mitram iti pracakṣate na cāphalaṃ satpuruṣeṇa saṃgataṃ; tataḥ satāṃ saṃnivaset samāgame

Auch nur einmal mit Guten zusammenzutreffen, ist das höchste Erwünschte; deshalb nennt man dies die höchste Freundschaft; und nie ist die Begegnung mit einem guten Menschen fruchtlos - darum soll man im Zusammensein mit den Guten verweilen.‘

Wort für Wort
satāṃ sakṛt saṃgatam īpsitaṃ paraṃ; tataḥ paraṃ mitram iti pracakṣate na cāphalaṃ satpuruṣeṇa saṃgataṃ; tataḥ satāṃ saṃnivaset samāgame
Auch nur einmal mit Guten zusammenzutreffen, ist das höchste Erwünschte; deshalb nennt man dies die höchste Freundschaft; und nie ist die Begegnung mit einem guten Menschen fruchtlos - darum soll man im Zusammensein mit den Guten verweilen.‘

yama uvāca manonukūlaṃ budhabuddhivardhanaṃ; tvayāham ukto vacanaṃ hitāśrayam vinā punaḥ satyavato 'sya jīvitaṃ; varaṃ dvitīyaṃ varayasva bhāmini

Yama sprach: ‚Ein Wort, das dem Geist zusagt, die Einsicht der Weisen mehrt und dem Wohl dient, hast du zu mir gesprochen; erbitte dir, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine zweite Gabe, Schöne.‘

Wort für Wort
yama uvāca manonukūlaṃ budhabuddhivardhanaṃ; tvayāham ukto vacanaṃ hitāśrayam vinā punaḥ satyavato 'sya jīvitaṃ; varaṃ dvitīyaṃ varayasva bhāmini
Yama sprach: ‚Ein Wort, das dem Geist zusagt, die Einsicht der Weisen mehrt und dem Wohl dient, hast du zu mir gesprochen; erbitte dir, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine zweite Gabe, Schöne.‘

sāvitry uvāca hṛtaṃ purā me śvaśurasya dhīmataḥ; svam eva rājyaṃ sa labheta pārthivaḥ jahyāt svadharmaṃ na ca me gurur yathā; dvitīyam etaṃ varayāmi te varam

Sāvitrī sprach: ‚Das einst meinem klugen Schwiegervater geraubte, sein eigenes Reich - dieses möge der Fürst zurückerlangen, und mein Schwiegervater möge dabei nicht von seinem eigenen Dharma abweichen; dies erbitte ich mir als zweite Gabe von dir.‘

Wort für Wort
sāvitry uvāca hṛtaṃ purā me śvaśurasya dhīmataḥ; svam eva rājyaṃ sa labheta pārthivaḥ jahyāt svadharmaṃ na ca me gurur yathā; dvitīyam etaṃ varayāmi te varam
Sāvitrī sprach: ‚Das einst meinem klugen Schwiegervater geraubte, sein eigenes Reich - dieses möge der Fürst zurückerlangen, und mein Schwiegervater möge dabei nicht von seinem eigenen Dharma abweichen; dies erbitte ich mir als zweite Gabe von dir.‘

yama uvāca svam eva rājyaṃ pratipatsyate 'cirān; na ca svadharmāt parihāsyate nṛpaḥ kṛtena kāmena mayā nṛpātmaje; nivarta gacchasva na te śramo bhavet

Yama sprach: ‚Sein eigenes Reich wird er alsbald zurückerlangen, und niemals wird der Fürst von seinem eigenen Dharma abweichen - durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, geh zurück, damit dir keine Mühsal entstehe.‘

Wort für Wort
yama uvāca svam eva rājyaṃ pratipatsyate 'cirān; na ca svadharmāt parihāsyate nṛpaḥ kṛtena kāmena mayā nṛpātmaje; nivarta gacchasva na te śramo bhavet
Yama sprach: ‚Sein eigenes Reich wird er alsbald zurückerlangen, und niemals wird der Fürst von seinem eigenen Dharma abweichen - durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, geh zurück, damit dir keine Mühsal entstehe.‘

sāvitry uvāca prajās tvayemā niyamena saṃyatā; niyamya caitā nayase na kāmayā ato yamatvaṃ tava deva viśrutaṃ; nibodha cemāṃ giram īritāṃ mayā

Sāvitrī sprach: ‚Von dir werden diese Geschöpfe mit fester Ordnung gezügelt, und, gezügelt, führst du sie fort - nicht aus Willkür; darum ist dein Name Yama, der Zügler, berühmt, o Gott; und höre nun dieses von mir gesprochene Wort:

Wort für Wort
sāvitry uvāca prajās tvayemā niyamena saṃyatā; niyamya caitā nayase na kāmayā ato yamatvaṃ tava deva viśrutaṃ; nibodha cemāṃ giram īritāṃ mayā
Sāvitrī sprach: ‚Von dir werden diese Geschöpfe mit fester Ordnung gezügelt, und, gezügelt, führst du sie fort - nicht aus Willkür; darum ist dein Name Yama, der Zügler, berühmt, o Gott; und höre nun dieses von mir gesprochene Wort:

Wortspiel mit der Ableitung von 'Yama' (der Zügler/Bezwinger) vom Verb 'yam-' (zügeln, lenken).

adrohaḥ sarvabhūteṣu karmaṇā manasā girā anugrahaś ca dānaṃ ca satāṃ dharmaḥ sanātanaḥ

Arglosigkeit gegenüber allen Wesen in Tat, Gedanke und Wort, Wohlwollen und Freigebigkeit - das ist der ewige Dharma der Guten.

Wort für Wort
adrohaḥ sarvabhūteṣu karmaṇā manasā girā anugrahaś ca dānaṃ ca satāṃ dharmaḥ sanātanaḥ
Arglosigkeit gegenüber allen Wesen in Tat, Gedanke und Wort, Wohlwollen und Freigebigkeit - das ist der ewige Dharma der Guten.

evaṃprāyaś ca loko 'yaṃ manuṣyāḥ śaktipeśalāḥ santas tv evāpy amitreṣu dayāṃ prāpteṣu kurvate

Von solcher Art meist sind die Menschen dieser Welt, geschickt in der Anwendung ihrer Macht; doch die Guten erweisen selbst den Feinden, wenn diese in Not geraten sind, Mitleid.‘

Wort für Wort
evaṃprāyaś ca loko 'yaṃ manuṣyāḥ śaktipeśalāḥ santas tv evāpy amitreṣu dayāṃ prāpteṣu kurvate
Von solcher Art meist sind die Menschen dieser Welt, geschickt in der Anwendung ihrer Macht; doch die Guten erweisen selbst den Feinden, wenn diese in Not geraten sind, Mitleid.‘

yama uvāca pipāsitasyeva yathā bhavet payas; tathā tvayā vākyam idaṃ samīritam vinā punaḥ satyavato 'sya jīvitaṃ; varaṃ vṛṇīṣveha śubhe yad icchasi

Yama sprach: ‚Wie Wasser für einen Durstigen, so ist dieses von dir gesprochene Wort; erbitte dir hier, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine Gabe, was immer du wünschst, Holde.‘

Wort für Wort
yama uvāca pipāsitasyeva yathā bhavet payas; tathā tvayā vākyam idaṃ samīritam vinā punaḥ satyavato 'sya jīvitaṃ; varaṃ vṛṇīṣveha śubhe yad icchasi
Yama sprach: ‚Wie Wasser für einen Durstigen, so ist dieses von dir gesprochene Wort; erbitte dir hier, außer abermals dem Leben dieses Satyavant, eine Gabe, was immer du wünschst, Holde.‘

sāvitry uvāca mamānapatyaḥ pṛthivīpatiḥ pitā; bhavet pituḥ putraśataṃ mamaurasam kulasya saṃtānakaraṃ ca yad bhavet; tṛtīyam etaṃ varayāmi te varam

Sāvitrī sprach: ‚Mein Vater, der Herr der Erde, ist kinderlos; möge meinem Vater hundert leibliche Söhne beschieden sein, die das Geschlecht fortsetzen - dies erbitte ich mir als dritte Gabe von dir.‘

Wort für Wort
sāvitry uvāca mamānapatyaḥ pṛthivīpatiḥ pitā; bhavet pituḥ putraśataṃ mamaurasam kulasya saṃtānakaraṃ ca yad bhavet; tṛtīyam etaṃ varayāmi te varam
Sāvitrī sprach: ‚Mein Vater, der Herr der Erde, ist kinderlos; möge meinem Vater hundert leibliche Söhne beschieden sein, die das Geschlecht fortsetzen - dies erbitte ich mir als dritte Gabe von dir.‘

yama uvāca kulasya saṃtānakaraṃ suvarcasaṃ; śataṃ sutānāṃ pitur astu te śubhe kṛtena kāmena narādhipātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā

Yama sprach: ‚Hundert glanzvolle Söhne, die das Geschlecht fortsetzen, sollen deinem Vater beschieden sein, Holde, durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘

Wort für Wort
yama uvāca kulasya saṃtānakaraṃ suvarcasaṃ; śataṃ sutānāṃ pitur astu te śubhe kṛtena kāmena narādhipātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā
Yama sprach: ‚Hundert glanzvolle Söhne, die das Geschlecht fortsetzen, sollen deinem Vater beschieden sein, Holde, durch meinen erfüllten Wunsch, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘

sāvitry uvāca na dūram etan mama bhartṛsaṃnidhau; mano hi me dūrataraṃ pradhāvati tathā vrajann eva giraṃ samudyatāṃ; mayocyamānāṃ śṛṇu bhūya eva ca

Sāvitrī sprach: ‚Nicht weit ist mir dies in der Nähe meines Gatten; mein Geist eilt ja noch viel weiter voraus. Höre daher, während du weiterschreitest, noch einmal dieses von mir bereits begonnene und nun gesprochene Wort:

Wort für Wort
sāvitry uvāca na dūram etan mama bhartṛsaṃnidhau; mano hi me dūrataraṃ pradhāvati tathā vrajann eva giraṃ samudyatāṃ; mayocyamānāṃ śṛṇu bhūya eva ca
Sāvitrī sprach: ‚Nicht weit ist mir dies in der Nähe meines Gatten; mein Geist eilt ja noch viel weiter voraus. Höre daher, während du weiterschreitest, noch einmal dieses von mir bereits begonnene und nun gesprochene Wort:

vivasvatas tvaṃ tanayaḥ pratāpavāṃs tato hi vaivasvata ucyase budhaiḥ śamena dharmeṇa ca rañjitāḥ prajās tatas taveheśvara dharmarājatā

Du bist der glanzvolle Sohn des Vivasvat, darum wirst du von den Weisen Vaivasvata genannt; durch Gelassenheit und Gerechtigkeit werden die Geschöpfe erfreut; darum kommt dir, Herrscher, hier die Würde des Dharmarāja, des Königs des Rechts, zu.

Wort für Wort
vivasvatas tvaṃ tanayaḥ pratāpavāṃs tato hi vaivasvata ucyase budhaiḥ śamena dharmeṇa ca rañjitāḥ prajās tatas taveheśvara dharmarājatā
Du bist der glanzvolle Sohn des Vivasvat, darum wirst du von den Weisen Vaivasvata genannt; durch Gelassenheit und Gerechtigkeit werden die Geschöpfe erfreut; darum kommt dir, Herrscher, hier die Würde des Dharmarāja, des Königs des Rechts, zu.

ātmany api na viśvāsas tāvān bhavati satsu yaḥ tasmāt satsu viśeṣeṇa sarvaḥ praṇayam icchati

Nicht einmal in sich selbst hat man ein so großes Vertrauen wie in die Guten; darum wünscht sich ein jeder ganz besonders die Zuneigung der Guten.

Wort für Wort
ātmany api na viśvāsas tāvān bhavati satsu yaḥ tasmāt satsu viśeṣeṇa sarvaḥ praṇayam icchati
Nicht einmal in sich selbst hat man ein so großes Vertrauen wie in die Guten; darum wünscht sich ein jeder ganz besonders die Zuneigung der Guten.

sauhṛdāt sarvabhūtānāṃ viśvāso nāma jāyate tasmāt satsu viśeṣeṇa viśvāsaṃ kurute janaḥ

Aus dem Wohlwollen gegenüber allen Wesen entsteht das, was man Vertrauen nennt; darum bringen die Menschen den Guten ganz besonders ihr Vertrauen entgegen.‘

Wort für Wort
sauhṛdāt sarvabhūtānāṃ viśvāso nāma jāyate tasmāt satsu viśeṣeṇa viśvāsaṃ kurute janaḥ
Aus dem Wohlwollen gegenüber allen Wesen entsteht das, was man Vertrauen nennt; darum bringen die Menschen den Guten ganz besonders ihr Vertrauen entgegen.‘

yama uvāca udāhṛtaṃ te vacanaṃ yad aṅgane; śubhe na tādṛk tvad ṛte mayā śrutam anena tuṣṭo 'smi vināsya jīvitaṃ; varaṃ caturthaṃ varayasva gaccha ca

Yama sprach: ‚Dieses dein gesprochenes Wort, du Holde - Derartiges habe ich außer von dir noch nie gehört; darüber bin ich erfreut. Erbitte dir, außer seinem Leben, eine vierte Gabe, und geh dann.‘

Wort für Wort
yama uvāca udāhṛtaṃ te vacanaṃ yad aṅgane; śubhe na tādṛk tvad ṛte mayā śrutam anena tuṣṭo 'smi vināsya jīvitaṃ; varaṃ caturthaṃ varayasva gaccha ca
Yama sprach: ‚Dieses dein gesprochenes Wort, du Holde - Derartiges habe ich außer von dir noch nie gehört; darüber bin ich erfreut. Erbitte dir, außer seinem Leben, eine vierte Gabe, und geh dann.‘

sāvitry uvāca mamātmajaṃ satyavatas tathaurasaṃ; bhaved ubhābhyām iha yat kulodvaham śataṃ sutānāṃ balavīryaśālinām; idaṃ caturthaṃ varayāmi te varam

Sāvitrī sprach: ‚Mir und Satyavant möge gemeinsam ein leiblicher Sohn beschieden sein, der hier unser beider Geschlecht fortträgt - hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft; dies erbitte ich mir als vierte Gabe von dir.‘

Wort für Wort
sāvitry uvāca mamātmajaṃ satyavatas tathaurasaṃ; bhaved ubhābhyām iha yat kulodvaham śataṃ sutānāṃ balavīryaśālinām; idaṃ caturthaṃ varayāmi te varam
Sāvitrī sprach: ‚Mir und Satyavant möge gemeinsam ein leiblicher Sohn beschieden sein, der hier unser beider Geschlecht fortträgt - hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft; dies erbitte ich mir als vierte Gabe von dir.‘

yama uvāca śataṃ sutānāṃ balavīryaśālināṃ; bhaviṣyati prītikaraṃ tavābale pariśramas te na bhaven nṛpātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā

Yama sprach: ‚Hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft, werden dir zur Freude geboren werden, du Starke; keine Mühsal möge dich treffen, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘

Wort für Wort
yama uvāca śataṃ sutānāṃ balavīryaśālināṃ; bhaviṣyati prītikaraṃ tavābale pariśramas te na bhaven nṛpātmaje; nivarta dūraṃ hi pathas tvam āgatā
Yama sprach: ‚Hundert Söhne, ausgezeichnet an Kraft und Tatkraft, werden dir zur Freude geboren werden, du Starke; keine Mühsal möge dich treffen, Königstochter; kehre um, denn weit bist du den Weg gekommen.‘

sāvitry uvāca satāṃ sadā śāśvatī dharmavṛttiḥ; santo na sīdanti na ca vyathanti satāṃ sadbhir nāphalaḥ saṃgamo 'sti; sadbhyo bhayaṃ nānuvartanti santaḥ

Sāvitrī sprach: ‚Immerwährend und ewig ist der Wandel im Dharma bei den Guten; die Guten verzagen nicht und leiden nicht; unter Guten ist die Begegnung mit Guten niemals fruchtlos; von den Guten folgt den Guten keine Furcht.

Wort für Wort
sāvitry uvāca satāṃ sadā śāśvatī dharmavṛttiḥ; santo na sīdanti na ca vyathanti satāṃ sadbhir nāphalaḥ saṃgamo 'sti; sadbhyo bhayaṃ nānuvartanti santaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Immerwährend und ewig ist der Wandel im Dharma bei den Guten; die Guten verzagen nicht und leiden nicht; unter Guten ist die Begegnung mit Guten niemals fruchtlos; von den Guten folgt den Guten keine Furcht.

santo hi satyena nayanti sūryaṃ santo bhūmiṃ tapasā dhārayanti santo gatir bhūtabhavyasya rājan satāṃ madhye nāvasīdanti santaḥ

Denn durch Wahrhaftigkeit lenken die Guten die Sonne auf ihrer Bahn; die Guten tragen durch ihre Buße die Erde; die Guten sind der Zufluchtsort des Gewesenen und Künftigen, o König; inmitten der Guten verzagen die Guten nicht.

Wort für Wort
santo hi satyena nayanti sūryaṃ santo bhūmiṃ tapasā dhārayanti santo gatir bhūtabhavyasya rājan satāṃ madhye nāvasīdanti santaḥ
Denn durch Wahrhaftigkeit lenken die Guten die Sonne auf ihrer Bahn; die Guten tragen durch ihre Buße die Erde; die Guten sind der Zufluchtsort des Gewesenen und Künftigen, o König; inmitten der Guten verzagen die Guten nicht.

āryajuṣṭam idaṃ vṛttam iti vijñāya śāśvatam santaḥ parārthaṃ kurvāṇā nāvekṣante pratikriyām

In der Erkenntnis, dass dieses Verhalten von den Edlen geübt und ewig ist, handeln die Guten zum Wohl anderer, ohne auf eine Gegenleistung zu schauen.

Wort für Wort
āryajuṣṭam idaṃ vṛttam iti vijñāya śāśvatam santaḥ parārthaṃ kurvāṇā nāvekṣante pratikriyām
In der Erkenntnis, dass dieses Verhalten von den Edlen geübt und ewig ist, handeln die Guten zum Wohl anderer, ohne auf eine Gegenleistung zu schauen.

na ca prasādaḥ satpuruṣeṣu mogho; na cāpy artho naśyati nāpi mānaḥ yasmād etan niyataṃ satsu nityaṃ; tasmāt santo rakṣitāro bhavanti

Und niemals ist Wohlwollen gegenüber guten Menschen vergeblich, noch geht dabei Vermögen oder Ansehen verloren; da dies bei den Guten beständig und ewig ist, darum sind die Guten die Beschützer der Welt.‘

Wort für Wort
na ca prasādaḥ satpuruṣeṣu mogho; na cāpy artho naśyati nāpi mānaḥ yasmād etan niyataṃ satsu nityaṃ; tasmāt santo rakṣitāro bhavanti
Und niemals ist Wohlwollen gegenüber guten Menschen vergeblich, noch geht dabei Vermögen oder Ansehen verloren; da dies bei den Guten beständig und ewig ist, darum sind die Guten die Beschützer der Welt.‘

yama uvāca yathā yathā bhāṣasi dharmasaṃhitaṃ; manonukūlaṃ supadaṃ mahārthavat tathā tathā me tvayi bhaktir uttamā; varaṃ vṛṇīṣvāpratimaṃ yatavrate

Yama sprach: ‚Je mehr du, dem Dharma gemäß, dem Geist zusagend, wohlgesetzt und bedeutungsvoll sprichst, desto mehr wächst meine höchste Zuneigung zu dir; erbitte dir eine unvergleichliche Gabe, du dem Gelübde Treue.‘

Wort für Wort
yama uvāca yathā yathā bhāṣasi dharmasaṃhitaṃ; manonukūlaṃ supadaṃ mahārthavat tathā tathā me tvayi bhaktir uttamā; varaṃ vṛṇīṣvāpratimaṃ yatavrate
Yama sprach: ‚Je mehr du, dem Dharma gemäß, dem Geist zusagend, wohlgesetzt und bedeutungsvoll sprichst, desto mehr wächst meine höchste Zuneigung zu dir; erbitte dir eine unvergleichliche Gabe, du dem Gelübde Treue.‘

sāvitry uvāca na te 'pavargaḥ sukṛtād vinākṛtas; tathā yathānyeṣu vareṣu mānada varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; yathā mṛtā hy evam ahaṃ vinā patim

Sāvitrī sprach: ‚Diese deine Gabe ist nicht ohne die gute Tat [wirksam] [?], wie bei den anderen Gaben, du Ehrenspender; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! Denn wie eine Tote bin ich ohne meinen Gatten.

Wort für Wort
sāvitry uvāca na te 'pavargaḥ sukṛtād vinākṛtas; tathā yathānyeṣu vareṣu mānada varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; yathā mṛtā hy evam ahaṃ vinā patim
Sāvitrī sprach: ‚Diese deine Gabe ist nicht ohne die gute Tat [wirksam] [?], wie bei den anderen Gaben, du Ehrenspender; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! Denn wie eine Tote bin ich ohne meinen Gatten.

Der erste Halbvers ('na te 'pavargaḥ sukṛtād vinākṛtaḥ') ist knapp und lexikalisch nicht restlos eindeutig; sinngemäß scheint gemeint, dass auch diese letzte, unbeschränkte Gabe an eine gute Tat gebunden bleibt.

na kāmaye bhartṛvinākṛtā sukhaṃ na kāmaye bhartṛvinākṛtā divam na kāmaye bhartṛvinākṛtā śriyaṃ na bhartṛhīnā vyavasāmi jīvitum

Ich begehre kein Glück, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Himmel, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Wohlstand, meines Gatten beraubt; ohne meinen Gatten bin ich nicht gewillt zu leben.

Wort für Wort
na kāmaye bhartṛvinākṛtā sukhaṃ na kāmaye bhartṛvinākṛtā divam na kāmaye bhartṛvinākṛtā śriyaṃ na bhartṛhīnā vyavasāmi jīvitum
Ich begehre kein Glück, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Himmel, meines Gatten beraubt; ich begehre keinen Wohlstand, meines Gatten beraubt; ohne meinen Gatten bin ich nicht gewillt zu leben.

varātisargaḥ śataputratā mama; tvayaiva datto hriyate ca me patiḥ varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; tavaiva satyaṃ vacanaṃ bhaviṣyati

Die Gewährung von hundert Söhnen für mich hast du selbst mir gegeben, und zugleich wird mir mein Gatte entrissen; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! - dann erst wird dein eigenes Wort wahr bleiben.‘

Wort für Wort
varātisargaḥ śataputratā mama; tvayaiva datto hriyate ca me patiḥ varaṃ vṛṇe jīvatu satyavān ayaṃ; tavaiva satyaṃ vacanaṃ bhaviṣyati
Die Gewährung von hundert Söhnen für mich hast du selbst mir gegeben, und zugleich wird mir mein Gatte entrissen; diese Gabe erbitte ich: Es lebe dieser Satyavant! - dann erst wird dein eigenes Wort wahr bleiben.‘

Sāvitrīs Schlussfolgerung ist scharfsinnig: da Yama ihr bereits hundert Söhne von Satyavant zugesagt hat (V.44/45), wäre sein eigenes Wort unwahr, ließe er Satyavant nun sterben - Yama ist damit durch seine eigene Wahrhaftigkeit gebunden, ihn wiederzubeleben.

mārkaṇḍeya uvāca tathety uktvā tu tān pāśān muktvā vaivasvato yamaḥ dharmarājaḥ prahṛṣṭātmā sāvitrīm idam abravīt

Nachdem er zugestimmt hatte, löste Yama, der Sohn des Vivasvat, der König des Dharma, die Fesseln und sprach, seines Herzens froh, dieses zu Sāvitrī:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tathety uktvā tu tān pāśān muktvā vaivasvato yamaḥ dharmarājaḥ prahṛṣṭātmā sāvitrīm idam abravīt
Nachdem er zugestimmt hatte, löste Yama, der Sohn des Vivasvat, der König des Dharma, die Fesseln und sprach, seines Herzens froh, dieses zu Sāvitrī:

eṣa bhadre mayā mukto bhartā te kulanandini arogas tava neyaś ca siddhārthaś ca bhaviṣyati

‚Hier, Gute, ist dein Gatte von mir befreit, Freude deines Geschlechts; gesund, unversehrt und in seinem Ziel erfüllt wird er mit dir heimkehren.

Wort für Wort
eṣa bhadre mayā mukto bhartā te kulanandini arogas tava neyaś ca siddhārthaś ca bhaviṣyati
‚Hier, Gute, ist dein Gatte von mir befreit, Freude deines Geschlechts; gesund, unversehrt und in seinem Ziel erfüllt wird er mit dir heimkehren.

caturvarṣaśataṃ cāyus tvayā sārdham avāpsyati iṣṭvā yajñaiś ca dharmeṇa khyātiṃ loke gamiṣyati

Vierhundert Jahre Lebenszeit wird er zusammen mit dir erlangen; nachdem er Opfer dargebracht hat, wird er durch Rechtschaffenheit zu Ruhm in der Welt gelangen.

Wort für Wort
caturvarṣaśataṃ cāyus tvayā sārdham avāpsyati iṣṭvā yajñaiś ca dharmeṇa khyātiṃ loke gamiṣyati
Vierhundert Jahre Lebenszeit wird er zusammen mit dir erlangen; nachdem er Opfer dargebracht hat, wird er durch Rechtschaffenheit zu Ruhm in der Welt gelangen.

tvayi putraśataṃ caiva satyavāñ janayiṣyati te cāpi sarve rājānaḥ kṣatriyāḥ putrapautriṇaḥ khyātās tvannāmadheyāś ca bhaviṣyantīha śāśvatāḥ

Und in dir wird Satyavant hundert Söhne zeugen; auch diese werden alle Könige sein, Kṣatriyas mit Söhnen und Enkeln, berühmt, nach deinem Namen benannt, hier auf ewig.

Wort für Wort
tvayi putraśataṃ caiva satyavāñ janayiṣyati te cāpi sarve rājānaḥ kṣatriyāḥ putrapautriṇaḥ khyātās tvannāmadheyāś ca bhaviṣyantīha śāśvatāḥ
Und in dir wird Satyavant hundert Söhne zeugen; auch diese werden alle Könige sein, Kṣatriyas mit Söhnen und Enkeln, berühmt, nach deinem Namen benannt, hier auf ewig.

pituś ca te putraśataṃ bhavitā tava mātari mālavyāṃ mālavā nāma śāśvatāḥ putrapautriṇaḥ bhrātaras te bhaviṣyanti kṣatriyās tridaśopamāḥ

Auch deinem Vater werden in deiner Mutter aus Mālava hundert Söhne geboren werden, mit Namen Mālavas, für immer Söhne und Enkel habend; sie werden deine Brüder sein, Kṣatriyas, den Göttern gleich.‘

Wort für Wort
pituś ca te putraśataṃ bhavitā tava mātari mālavyāṃ mālavā nāma śāśvatāḥ putrapautriṇaḥ bhrātaras te bhaviṣyanti kṣatriyās tridaśopamāḥ
Auch deinem Vater werden in deiner Mutter aus Mālava hundert Söhne geboren werden, mit Namen Mālavas, für immer Söhne und Enkel habend; sie werden deine Brüder sein, Kṣatriyas, den Göttern gleich.‘

evaṃ tasyai varaṃ dattvā dharmarājaḥ pratāpavān nivartayitvā sāvitrīṃ svam eva bhavanaṃ yayau

Nachdem er ihr so diese Gabe gewährt hatte, ließ der glanzvolle König des Dharma Sāvitrī umkehren und begab sich zu seiner eigenen Wohnstatt.

Wort für Wort
evaṃ tasyai varaṃ dattvā dharmarājaḥ pratāpavān nivartayitvā sāvitrīṃ svam eva bhavanaṃ yayau
Nachdem er ihr so diese Gabe gewährt hatte, ließ der glanzvolle König des Dharma Sāvitrī umkehren und begab sich zu seiner eigenen Wohnstatt.

sāvitry api yame yāte bhartāraṃ pratilabhya ca jagāma tatra yatrāsyā bhartuḥ śāvaṃ kalevaram

Sāvitrī aber, nachdem Yama gegangen und sie ihren Gatten zurückerhalten hatte, ging dorthin, wo der leblose Leib ihres Gatten lag.

Wort für Wort
sāvitry api yame yāte bhartāraṃ pratilabhya ca jagāma tatra yatrāsyā bhartuḥ śāvaṃ kalevaram
Sāvitrī aber, nachdem Yama gegangen und sie ihren Gatten zurückerhalten hatte, ging dorthin, wo der leblose Leib ihres Gatten lag.

sā bhūmau prekṣya bhartāram upasṛtyopagūhya ca utsaṅge śira āropya bhūmāv upaviveśa ha

Als sie ihren Gatten auf dem Boden liegen sah, trat sie heran, umarmte ihn, legte sein Haupt in ihren Schoß und setzte sich auf die Erde.

Wort für Wort
sā bhūmau prekṣya bhartāram upasṛtyopagūhya ca utsaṅge śira āropya bhūmāv upaviveśa ha
Als sie ihren Gatten auf dem Boden liegen sah, trat sie heran, umarmte ihn, legte sein Haupt in ihren Schoß und setzte sich auf die Erde.

saṃjñāṃ ca satyavāṃl labdhvā sāvitrīm abhyabhāṣata proṣyāgata iva premṇā punaḥ punar udīkṣya vai

Und Satyavant, wieder zu Bewusstsein gekommen, sprach zu Sāvitrī, sie immer wieder liebevoll anblickend, wie einer, der von einer Reise zurückgekehrt ist:

Wort für Wort
saṃjñāṃ ca satyavāṃl labdhvā sāvitrīm abhyabhāṣata proṣyāgata iva premṇā punaḥ punar udīkṣya vai
Und Satyavant, wieder zu Bewusstsein gekommen, sprach zu Sāvitrī, sie immer wieder liebevoll anblickend, wie einer, der von einer Reise zurückgekehrt ist:

satyavān uvāca suciraṃ bata supto 'smi kimarthaṃ nāvabodhitaḥ kva cāsau puruṣaḥ śyāmo yo 'sau māṃ saṃcakarṣa ha

Satyavant sprach: ‚Ach, wie lange habe ich geschlafen! Warum wurde ich nicht geweckt? Und wo ist jener dunkle Mann, der mich fortgezogen hat?‘

Wort für Wort
satyavān uvāca suciraṃ bata supto 'smi kimarthaṃ nāvabodhitaḥ kva cāsau puruṣaḥ śyāmo yo 'sau māṃ saṃcakarṣa ha
Satyavant sprach: ‚Ach, wie lange habe ich geschlafen! Warum wurde ich nicht geweckt? Und wo ist jener dunkle Mann, der mich fortgezogen hat?‘

sāvitry uvāca suciraṃ bata supto 'si mamāṅke puruṣarṣabha gataḥ sa bhagavān devaḥ prajāsaṃyamano yamaḥ

Sāvitrī sprach: ‚Fürwahr, lange hast du in meinem Schoß geschlafen, Stier unter den Männern; jener erhabene Gott, Yama, der Bezwinger der Geschöpfe, ist gegangen.

Wort für Wort
sāvitry uvāca suciraṃ bata supto 'si mamāṅke puruṣarṣabha gataḥ sa bhagavān devaḥ prajāsaṃyamano yamaḥ
Sāvitrī sprach: ‚Fürwahr, lange hast du in meinem Schoß geschlafen, Stier unter den Männern; jener erhabene Gott, Yama, der Bezwinger der Geschöpfe, ist gegangen.

viśrānto 'si mahābhāga vinidraś ca nṛpātmaja yadi śakyaṃ samuttiṣṭha vigāḍhāṃ paśya śarvarīm

Ausgeruht bist du, Hochgesegneter, und deines Schlafes ledig, Königssohn; wenn es möglich ist, steh auf; sieh, wie tief die Nacht schon ist.‘

Wort für Wort
viśrānto 'si mahābhāga vinidraś ca nṛpātmaja yadi śakyaṃ samuttiṣṭha vigāḍhāṃ paśya śarvarīm
Ausgeruht bist du, Hochgesegneter, und deines Schlafes ledig, Königssohn; wenn es möglich ist, steh auf; sieh, wie tief die Nacht schon ist.‘

mārkaṇḍeya uvāca upalabhya tataḥ saṃjñāṃ sukhasupta ivotthitaḥ diśaḥ sarvā vanāntāṃś ca nirīkṣyovāca satyavān

Nachdem er darauf sein Bewusstsein wiedererlangt hatte, erhob er sich wie einer, der wohlig geschlafen hat; nach allen Richtungen und den Waldgegenden blickend, sprach Satyavant:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca upalabhya tataḥ saṃjñāṃ sukhasupta ivotthitaḥ diśaḥ sarvā vanāntāṃś ca nirīkṣyovāca satyavān
Nachdem er darauf sein Bewusstsein wiedererlangt hatte, erhob er sich wie einer, der wohlig geschlafen hat; nach allen Richtungen und den Waldgegenden blickend, sprach Satyavant:

phalāhāro 'smi niṣkrāntas tvayā saha sumadhyame tataḥ pāṭayataḥ kāṣṭhaṃ śiraso me rujābhavat

‚Ich war ausgezogen, um Früchte zu sammeln, zusammen mit dir, du Schlanke; darauf, als ich Holz spaltete, entstand mir ein Schmerz im Kopf.

Wort für Wort
phalāhāro 'smi niṣkrāntas tvayā saha sumadhyame tataḥ pāṭayataḥ kāṣṭhaṃ śiraso me rujābhavat
‚Ich war ausgezogen, um Früchte zu sammeln, zusammen mit dir, du Schlanke; darauf, als ich Holz spaltete, entstand mir ein Schmerz im Kopf.

śirobhitāpasaṃtaptaḥ sthātuṃ ciram aśaknuvan tavotsaṅge prasupto 'ham iti sarvaṃ smare śubhe

Von brennendem Kopfschmerz geplagt, nicht mehr imstande, lange aufrecht zu stehen, schlief ich in deinem Schoß ein - so viel erinnere ich mich an alles, Holde.

Wort für Wort
śirobhitāpasaṃtaptaḥ sthātuṃ ciram aśaknuvan tavotsaṅge prasupto 'ham iti sarvaṃ smare śubhe
Von brennendem Kopfschmerz geplagt, nicht mehr imstande, lange aufrecht zu stehen, schlief ich in deinem Schoß ein - so viel erinnere ich mich an alles, Holde.

tvayopagūḍhasya ca me nidrayāpahṛtaṃ manaḥ tato 'paśyaṃ tamo ghoraṃ puruṣaṃ ca mahaujasam

Während du mich umarmtest, wurde mir der Geist vom Schlaf entrissen; darauf sah ich furchtbare Finsternis und einen Mann von gewaltiger Kraft.

Wort für Wort
tvayopagūḍhasya ca me nidrayāpahṛtaṃ manaḥ tato 'paśyaṃ tamo ghoraṃ puruṣaṃ ca mahaujasam
Während du mich umarmtest, wurde mir der Geist vom Schlaf entrissen; darauf sah ich furchtbare Finsternis und einen Mann von gewaltiger Kraft.

tad yadi tvaṃ vijānāsi kiṃ tad brūhi sumadhyame svapno me yadi vā dṛṣṭo yadi vā satyam eva tat

Wenn du dies also weißt, so sage mir, was das war, du Schlanke: War es ein Traum von mir gesehen, oder war es tatsächlich wirklich?‘

Wort für Wort
tad yadi tvaṃ vijānāsi kiṃ tad brūhi sumadhyame svapno me yadi vā dṛṣṭo yadi vā satyam eva tat
Wenn du dies also weißt, so sage mir, was das war, du Schlanke: War es ein Traum von mir gesehen, oder war es tatsächlich wirklich?‘

tam uvācātha sāvitrī rajanī vyavagāhate śvas te sarvaṃ yathāvṛttam ākhyāsyāmi nṛpātmaja

Da sprach Sāvitrī zu ihm: ‚Die Nacht ist schon weit fortgeschritten; morgen werde ich dir alles genau erzählen, wie es sich zugetragen hat, Königssohn.

Wort für Wort
tam uvācātha sāvitrī rajanī vyavagāhate śvas te sarvaṃ yathāvṛttam ākhyāsyāmi nṛpātmaja
Da sprach Sāvitrī zu ihm: ‚Die Nacht ist schon weit fortgeschritten; morgen werde ich dir alles genau erzählen, wie es sich zugetragen hat, Königssohn.

uttiṣṭhottiṣṭha bhadraṃ te pitarau paśya suvrata vigāḍhā rajanī ceyaṃ nivṛttaś ca divākaraḥ

Steh auf, steh auf, Heil dir! Geh und sieh nach deinen Eltern, du dem Gelübde Treuer; tief ist diese Nacht schon vorgerückt, und die Sonne ist untergegangen.

Wort für Wort
uttiṣṭhottiṣṭha bhadraṃ te pitarau paśya suvrata vigāḍhā rajanī ceyaṃ nivṛttaś ca divākaraḥ
Steh auf, steh auf, Heil dir! Geh und sieh nach deinen Eltern, du dem Gelübde Treuer; tief ist diese Nacht schon vorgerückt, und die Sonne ist untergegangen.

naktaṃcarāś caranty ete hṛṣṭāḥ krūrābhibhāṣiṇaḥ śrūyante parṇaśabdāś ca mṛgāṇāṃ caratāṃ vane

Diese Nachtwandler streifen umher, erregt, mit grausamen Lauten redend, und man hört das Rascheln der Blätter von den im Wald umherziehenden Wildtieren.

Wort für Wort
naktaṃcarāś caranty ete hṛṣṭāḥ krūrābhibhāṣiṇaḥ śrūyante parṇaśabdāś ca mṛgāṇāṃ caratāṃ vane
Diese Nachtwandler streifen umher, erregt, mit grausamen Lauten redend, und man hört das Rascheln der Blätter von den im Wald umherziehenden Wildtieren.

etāḥ śivā ghoranādā diśaṃ dakṣiṇapaścimām āsthāya viruvanty ugrāḥ kampayantyo mano mama

Diese Schakale, mit schrecklichem Geheul, stehen in südwestlicher Richtung und heulen wild, mein Herz erzittern lassend.‘

Wort für Wort
etāḥ śivā ghoranādā diśaṃ dakṣiṇapaścimām āsthāya viruvanty ugrāḥ kampayantyo mano mama
Diese Schakale, mit schrecklichem Geheul, stehen in südwestlicher Richtung und heulen wild, mein Herz erzittern lassend.‘

satyavān uvāca vanaṃ pratibhayākāraṃ ghanena tamasā vṛtam na vijñāsyasi panthānaṃ gantuṃ caiva na śakṣyasi

Satyavant sprach: ‚Der Wald ist von furchterregender Gestalt, von dichter Finsternis umhüllt; du wirst den Weg nicht erkennen können, und auch gehen wirst du nicht können.‘

Wort für Wort
satyavān uvāca vanaṃ pratibhayākāraṃ ghanena tamasā vṛtam na vijñāsyasi panthānaṃ gantuṃ caiva na śakṣyasi
Satyavant sprach: ‚Der Wald ist von furchterregender Gestalt, von dichter Finsternis umhüllt; du wirst den Weg nicht erkennen können, und auch gehen wirst du nicht können.‘

sāvitry uvāca asminn adya vane dagdhe śuṣkavṛkṣaḥ sthito jvalan vāyunā dhamyamāno 'gnir dṛśyate 'tra kva cit kva cit

Sāvitrī sprach: ‚In diesem heute teilweise verbrannten Wald steht hier und dort ein trockener Baum lodernd; vom Wind angefacht, ist da und dort ein Feuer zu sehen.

Wort für Wort
sāvitry uvāca asminn adya vane dagdhe śuṣkavṛkṣaḥ sthito jvalan vāyunā dhamyamāno 'gnir dṛśyate 'tra kva cit kva cit
Sāvitrī sprach: ‚In diesem heute teilweise verbrannten Wald steht hier und dort ein trockener Baum lodernd; vom Wind angefacht, ist da und dort ein Feuer zu sehen.

tato 'gnim ānayitveha jvālayiṣyāmi sarvataḥ kāṣṭhānīmāni santīha jahi saṃtāpam ātmanaḥ

Ich werde von dort Feuer herholen und es hier überall entfachen; Brennholz gibt es hier genug - vertreibe deine Sorge.

Wort für Wort
tato 'gnim ānayitveha jvālayiṣyāmi sarvataḥ kāṣṭhānīmāni santīha jahi saṃtāpam ātmanaḥ
Ich werde von dort Feuer herholen und es hier überall entfachen; Brennholz gibt es hier genug - vertreibe deine Sorge.

yadi notsahase gantuṃ sarujaṃ tvābhilakṣaye na ca jñāsyasi panthānaṃ tamasā saṃvṛte vane

Wenn du nicht imstande bist zu gehen - ich sehe dich krank - und den Weg im von Finsternis bedeckten Wald nicht erkennen wirst,

Wort für Wort
yadi notsahase gantuṃ sarujaṃ tvābhilakṣaye na ca jñāsyasi panthānaṃ tamasā saṃvṛte vane
Wenn du nicht imstande bist zu gehen - ich sehe dich krank - und den Weg im von Finsternis bedeckten Wald nicht erkennen wirst,

śvaḥ prabhāte vane dṛśye yāsyāvo 'numate tava vasāveha kṣapām etāṃ rucitaṃ yadi te 'nagha

so lass uns morgen früh, wenn der Wald wieder sichtbar ist, gehen, mit deiner Zustimmung; lass uns diese Nacht hier verbringen, wenn es dir recht ist, Untadeliger.‘

Wort für Wort
śvaḥ prabhāte vane dṛśye yāsyāvo 'numate tava vasāveha kṣapām etāṃ rucitaṃ yadi te 'nagha
so lass uns morgen früh, wenn der Wald wieder sichtbar ist, gehen, mit deiner Zustimmung; lass uns diese Nacht hier verbringen, wenn es dir recht ist, Untadeliger.‘

satyavān uvāca śirorujā nivṛttā me svasthāny aṅgāni lakṣaye mātāpitṛbhyām icchāmi saṃgamaṃ tvatprasādajam

Satyavant sprach: ‚Mein Kopfschmerz ist vergangen, meine Glieder fühle ich wieder gesund; ich wünsche mir, durch deine Gnade entstanden, die Wiedervereinigung mit meinen Eltern.

Wort für Wort
satyavān uvāca śirorujā nivṛttā me svasthāny aṅgāni lakṣaye mātāpitṛbhyām icchāmi saṃgamaṃ tvatprasādajam
Satyavant sprach: ‚Mein Kopfschmerz ist vergangen, meine Glieder fühle ich wieder gesund; ich wünsche mir, durch deine Gnade entstanden, die Wiedervereinigung mit meinen Eltern.

na kadā cid vikāle hi gatapūrvo mayāśramaḥ anāgatāyāṃ saṃdhyāyāṃ mātā me praruṇaddhi mām

Niemals bin ich zuvor zu ungewöhnlicher Zeit zur Einsiedelei zurückgekehrt; noch bevor die Abenddämmerung kommt, hält meine Mutter mich gewöhnlich zurück.

Wort für Wort
na kadā cid vikāle hi gatapūrvo mayāśramaḥ anāgatāyāṃ saṃdhyāyāṃ mātā me praruṇaddhi mām
Niemals bin ich zuvor zu ungewöhnlicher Zeit zur Einsiedelei zurückgekehrt; noch bevor die Abenddämmerung kommt, hält meine Mutter mich gewöhnlich zurück.

divāpi mayi niṣkrānte saṃtapyete gurū mama vicinoti ca māṃ tātaḥ sahaivāśramavāsibhiḥ

Selbst wenn ich nur tagsüber ausgezogen bin, sind meine Eltern in Sorge, und mein Vater sucht nach mir zusammen mit den anderen Einsiedelei-Bewohnern.

Wort für Wort
divāpi mayi niṣkrānte saṃtapyete gurū mama vicinoti ca māṃ tātaḥ sahaivāśramavāsibhiḥ
Selbst wenn ich nur tagsüber ausgezogen bin, sind meine Eltern in Sorge, und mein Vater sucht nach mir zusammen mit den anderen Einsiedelei-Bewohnern.

mātrā pitrā ca subhṛśaṃ duḥkhitābhyām ahaṃ purā upālabdhaḥ subahuśaś cireṇāgacchasīti ha

Von Mutter und Vater, die überaus bekümmert waren, wurde ich früher schon oft getadelt, dass ich immer so spät zurückkomme.

Wort für Wort
mātrā pitrā ca subhṛśaṃ duḥkhitābhyām ahaṃ purā upālabdhaḥ subahuśaś cireṇāgacchasīti ha
Von Mutter und Vater, die überaus bekümmert waren, wurde ich früher schon oft getadelt, dass ich immer so spät zurückkomme.

Der Tadel der Eltern wird hier als indirekte Rede wiedergegeben, um innerhalb von Satyavants eigener direkter Rede keine weitere Zitatebene zu eröffnen.

kā tv avasthā tayor adya madartham iti cintaye tayor adṛśye mayi ca mahad duḥkhaṃ bhaviṣyati

In welchem Zustand mögen sie heute meinetwegen sein, so denke ich; ist mich nicht zu sehen, wird ihnen großer Kummer entstehen.

Wort für Wort
kā tv avasthā tayor adya madartham iti cintaye tayor adṛśye mayi ca mahad duḥkhaṃ bhaviṣyati
In welchem Zustand mögen sie heute meinetwegen sein, so denke ich; ist mich nicht zu sehen, wird ihnen großer Kummer entstehen.

purā mām ūcatuś caiva rātrāv asrāyamāṇakau bhṛśaṃ suduḥkhitau vṛddhau bahuśaḥ prītisaṃyutau

Schon früher hatten mir die beiden alten Eltern, unter Tränen, überaus bekümmert, doch von Zuneigung erfüllt, bei Nacht oft gesagt,

Wort für Wort
purā mām ūcatuś caiva rātrāv asrāyamāṇakau bhṛśaṃ suduḥkhitau vṛddhau bahuśaḥ prītisaṃyutau
Schon früher hatten mir die beiden alten Eltern, unter Tränen, überaus bekümmert, doch von Zuneigung erfüllt, bei Nacht oft gesagt,

tvayā hīnau na jīvāva muhūrtam api putraka yāvad dhariṣyase putra tāvan nau jīvitaṃ dhruvam

dass sie ohne mich nicht einmal einen Augenblick leben könnten, mein Söhnchen, und dass, solange ich am Leben bliebe, ihr Leben gesichert sei,

Wort für Wort
tvayā hīnau na jīvāva muhūrtam api putraka yāvad dhariṣyase putra tāvan nau jīvitaṃ dhruvam
dass sie ohne mich nicht einmal einen Augenblick leben könnten, mein Söhnchen, und dass, solange ich am Leben bliebe, ihr Leben gesichert sei,

vṛddhayor andhayor yaṣṭis tvayi vaṃśaḥ pratiṣṭhitaḥ tvayi piṇḍaś ca kīrtiś ca saṃtānaṃ cāvayor iti

dass ich der Stab der beiden alten Blinden sei, dass in mir ihr Geschlecht gründe, und dass in mir die Totenspeise, der Ruhm und die Nachkommenschaft von uns beiden lägen.

Wort für Wort
vṛddhayor andhayor yaṣṭis tvayi vaṃśaḥ pratiṣṭhitaḥ tvayi piṇḍaś ca kīrtiś ca saṃtānaṃ cāvayor iti
dass ich der Stab der beiden alten Blinden sei, dass in mir ihr Geschlecht gründe, und dass in mir die Totenspeise, der Ruhm und die Nachkommenschaft von uns beiden lägen.

Auch die Worte der Eltern werden als indirekte Rede wiedergegeben (dritte Zitatebene innerhalb von Satyavants eigener Rede vermieden).

mātā vṛddhā pitā vṛddhas tayor yaṣṭir ahaṃ kila tau rātrau mām apaśyantau kām avasthāṃ gamiṣyataḥ

Meine Mutter ist alt, mein Vater ist alt, ich bin fürwahr ihr Stab; in welchen Zustand mögen sie nun geraten, da sie mich diese Nacht nicht sehen?

Wort für Wort
mātā vṛddhā pitā vṛddhas tayor yaṣṭir ahaṃ kila tau rātrau mām apaśyantau kām avasthāṃ gamiṣyataḥ
Meine Mutter ist alt, mein Vater ist alt, ich bin fürwahr ihr Stab; in welchen Zustand mögen sie nun geraten, da sie mich diese Nacht nicht sehen?

nidrāyāś cābhyasūyāmi yasyā hetoḥ pitā mama mātā ca saṃśayaṃ prāptā matkṛte 'napakāriṇī

Dem Schlaf zürne ich, dessentwegen mein Vater und meine unschuldige Mutter meinetwegen in gefährliche Ungewissheit geraten sind.

Wort für Wort
nidrāyāś cābhyasūyāmi yasyā hetoḥ pitā mama mātā ca saṃśayaṃ prāptā matkṛte 'napakāriṇī
Dem Schlaf zürne ich, dessentwegen mein Vater und meine unschuldige Mutter meinetwegen in gefährliche Ungewissheit geraten sind.

ahaṃ ca saṃśayaṃ prāptaḥ kṛcchrām āpadam āsthitaḥ mātāpitṛbhyāṃ hi vinā nāhaṃ jīvitum utsahe

Auch ich bin in Ungewissheit geraten, in eine schwere Notlage versetzt; denn ohne meine Eltern vermag ich nicht zu leben.

Wort für Wort
ahaṃ ca saṃśayaṃ prāptaḥ kṛcchrām āpadam āsthitaḥ mātāpitṛbhyāṃ hi vinā nāhaṃ jīvitum utsahe
Auch ich bin in Ungewissheit geraten, in eine schwere Notlage versetzt; denn ohne meine Eltern vermag ich nicht zu leben.

vyaktam ākulayā buddhyā prajñācakṣuḥ pitā mama ekaikam asyāṃ velāyāṃ pṛcchaty āśramavāsinam

Gewiss fragt mein Vater, dessen Auge die Weisheit ist, mit verwirrtem Sinn zu dieser Stunde einen jeden Einsiedelei-Bewohner einzeln nach mir.

Wort für Wort
vyaktam ākulayā buddhyā prajñācakṣuḥ pitā mama ekaikam asyāṃ velāyāṃ pṛcchaty āśramavāsinam
Gewiss fragt mein Vater, dessen Auge die Weisheit ist, mit verwirrtem Sinn zu dieser Stunde einen jeden Einsiedelei-Bewohner einzeln nach mir.

nātmānam anuśocāmi yathāhaṃ pitaraṃ śubhe bhartāraṃ cāpy anugatāṃ mātaraṃ paridurbalām

Nicht um mich selbst gräme ich mich so sehr, Holde, wie um meinen Vater und um meine, ihrem Gatten ganz ergebene, überaus schwache Mutter.

Wort für Wort
nātmānam anuśocāmi yathāhaṃ pitaraṃ śubhe bhartāraṃ cāpy anugatāṃ mātaraṃ paridurbalām
Nicht um mich selbst gräme ich mich so sehr, Holde, wie um meinen Vater und um meine, ihrem Gatten ganz ergebene, überaus schwache Mutter.

matkṛtena hi tāv adya saṃtāpaṃ param eṣyataḥ jīvantāv anujīvāmi bhartavyau tau mayeti ha tayoḥ priyaṃ me kartavyam iti jīvāmi cāpy aham

Denn meinetwegen werden die beiden heute in höchsten Kummer geraten; nur weil sie leben, lebe auch ich weiter, im Gedanken, dass ich sie zu versorgen habe; und auch ich selbst lebe nur in dem Gedanken, ihnen Freude bereiten zu müssen.‘

Wort für Wort
matkṛtena hi tāv adya saṃtāpaṃ param eṣyataḥ jīvantāv anujīvāmi bhartavyau tau mayeti ha tayoḥ priyaṃ me kartavyam iti jīvāmi cāpy aham
Denn meinetwegen werden die beiden heute in höchsten Kummer geraten; nur weil sie leben, lebe auch ich weiter, im Gedanken, dass ich sie zu versorgen habe; und auch ich selbst lebe nur in dem Gedanken, ihnen Freude bereiten zu müssen.‘

mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā sa dharmātmā guruvartī gurupriyaḥ ucchritya bāhū duḥkhārtaḥ sasvaraṃ praruroda ha

Nachdem er, dem Dharma ergeben, seinen Eltern dienstbar und ihnen lieb, so gesprochen hatte, erhob er, von Kummer überwältigt, seine Arme und weinte laut auf.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā sa dharmātmā guruvartī gurupriyaḥ ucchritya bāhū duḥkhārtaḥ sasvaraṃ praruroda ha
Nachdem er, dem Dharma ergeben, seinen Eltern dienstbar und ihnen lieb, so gesprochen hatte, erhob er, von Kummer überwältigt, seine Arme und weinte laut auf.

tato 'bravīt tathā dṛṣṭvā bhartāraṃ śokakarśitam pramṛjyāśrūṇi netrābhyāṃ sāvitrī dharmacāriṇī

Als sie ihren von Kummer abgezehrten Gatten so sah, wischte sich Sāvitrī, dem Dharma treu, die Tränen aus den Augen und sprach darauf:

Wort für Wort
tato 'bravīt tathā dṛṣṭvā bhartāraṃ śokakarśitam pramṛjyāśrūṇi netrābhyāṃ sāvitrī dharmacāriṇī
Als sie ihren von Kummer abgezehrten Gatten so sah, wischte sich Sāvitrī, dem Dharma treu, die Tränen aus den Augen und sprach darauf:

yadi me 'sti tapas taptaṃ yadi dattaṃ hutaṃ yadi śvaśrūśvaśurabhartṝṇāṃ mama puṇyās tu śarvarī

‚Wenn ich Buße geübt habe, wenn ich Gaben gegeben und Opfer dargebracht habe, wenn meine Verdienste um Schwiegermutter, Schwiegervater und Gatten echt sind, so möge diese Nacht mir heilvoll sein.

Wort für Wort
yadi me 'sti tapas taptaṃ yadi dattaṃ hutaṃ yadi śvaśrūśvaśurabhartṝṇāṃ mama puṇyās tu śarvarī
‚Wenn ich Buße geübt habe, wenn ich Gaben gegeben und Opfer dargebracht habe, wenn meine Verdienste um Schwiegermutter, Schwiegervater und Gatten echt sind, so möge diese Nacht mir heilvoll sein.

na smarāmy uktapūrvāṃ vai svaireṣv apy anṛtāṃ giram tena satyena tāv adya dhriyetāṃ śvaśurau mama

Ich erinnere mich nicht, jemals, auch nicht im Scherz, eine Unwahrheit gesprochen zu haben; durch diese Wahrhaftigkeit mögen heute meine Schwiegereltern am Leben bleiben.‘

Wort für Wort
na smarāmy uktapūrvāṃ vai svaireṣv apy anṛtāṃ giram tena satyena tāv adya dhriyetāṃ śvaśurau mama
Ich erinnere mich nicht, jemals, auch nicht im Scherz, eine Unwahrheit gesprochen zu haben; durch diese Wahrhaftigkeit mögen heute meine Schwiegereltern am Leben bleiben.‘

satyavān uvāca kāmaye darśanaṃ pitror yāhi sāvitri māciram purā mātuḥ pitur vāpi yadi paśyāmi vipriyam na jīviṣye varārohe satyenātmānam ālabhe

Satyavant sprach: ‚Ich sehne mich nach dem Anblick meiner Eltern; geh, Sāvitrī, ohne Verzug. Sollte ich zuvor an meiner Mutter oder meinem Vater etwas Unliebsames erblicken, werde ich nicht weiterleben - bei der Wahrheit schwöre ich es dir, Schönhüftige.

Wort für Wort
satyavān uvāca kāmaye darśanaṃ pitror yāhi sāvitri māciram purā mātuḥ pitur vāpi yadi paśyāmi vipriyam na jīviṣye varārohe satyenātmānam ālabhe
Satyavant sprach: ‚Ich sehne mich nach dem Anblick meiner Eltern; geh, Sāvitrī, ohne Verzug. Sollte ich zuvor an meiner Mutter oder meinem Vater etwas Unliebsames erblicken, werde ich nicht weiterleben - bei der Wahrheit schwöre ich es dir, Schönhüftige.

yadi dharme ca te buddhir māṃ cej jīvantam icchasi mama priyaṃ vā kartavyaṃ gacchasvāśramam antikāt

Wenn dein Sinn auf den Dharma gerichtet ist und du willst, dass ich am Leben bleibe, oder wenn du mir einen Gefallen tun willst, so geh von hier zur Einsiedelei.‘

Wort für Wort
yadi dharme ca te buddhir māṃ cej jīvantam icchasi mama priyaṃ vā kartavyaṃ gacchasvāśramam antikāt
Wenn dein Sinn auf den Dharma gerichtet ist und du willst, dass ich am Leben bleibe, oder wenn du mir einen Gefallen tun willst, so geh von hier zur Einsiedelei.‘

mārkaṇḍeya uvāca sāvitrī tata utthāya keśān saṃyamya bhāminī patim utthāpayām āsa bāhubhyāṃ parigṛhya vai

Darauf erhob sich Sāvitrī, die Schöne, band ihr Haar zusammen und half ihrem Gatten auf, ihn mit beiden Armen stützend.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca sāvitrī tata utthāya keśān saṃyamya bhāminī patim utthāpayām āsa bāhubhyāṃ parigṛhya vai
Darauf erhob sich Sāvitrī, die Schöne, band ihr Haar zusammen und half ihrem Gatten auf, ihn mit beiden Armen stützend.

utthāya satyavāṃś cāpi pramṛjyāṅgāni pāṇinā diśaḥ sarvāḥ samālokya kaṭhine dṛṣṭim ādadhe

Auch Satyavant erhob sich, strich sich mit der Hand über die Glieder, blickte nach allen Richtungen und richtete seinen Blick auf den Reisigkorb.

Wort für Wort
utthāya satyavāṃś cāpi pramṛjyāṅgāni pāṇinā diśaḥ sarvāḥ samālokya kaṭhine dṛṣṭim ādadhe
Auch Satyavant erhob sich, strich sich mit der Hand über die Glieder, blickte nach allen Richtungen und richtete seinen Blick auf den Reisigkorb.

tam uvācātha sāvitrī śvaḥ phalānīha neṣyasi yogakṣemārtham etat te neṣyāmi paraśuṃ tv aham

Da sprach Sāvitrī zu ihm: ‚Die Früchte wirst du morgen hierher bringen; um deiner Sicherheit willen werde ich die Axt tragen.‘

Wort für Wort
tam uvācātha sāvitrī śvaḥ phalānīha neṣyasi yogakṣemārtham etat te neṣyāmi paraśuṃ tv aham
Da sprach Sāvitrī zu ihm: ‚Die Früchte wirst du morgen hierher bringen; um deiner Sicherheit willen werde ich die Axt tragen.‘

kṛtvā kaṭhinabhāraṃ sā vṛkṣaśākhāvalambinam gṛhītvā paraśuṃ bhartuḥ sakāśaṃ punar āgamat

Nachdem sie den Reisigkorb an einem Baumast aufgehängt hatte, nahm sie die Axt und kehrte zu ihrem Gatten zurück.

Wort für Wort
kṛtvā kaṭhinabhāraṃ sā vṛkṣaśākhāvalambinam gṛhītvā paraśuṃ bhartuḥ sakāśaṃ punar āgamat
Nachdem sie den Reisigkorb an einem Baumast aufgehängt hatte, nahm sie die Axt und kehrte zu ihrem Gatten zurück.

vāme skandhe tu vāmorūr bhartur bāhuṃ niveśya sā dakṣiṇena pariṣvajya jagāma mṛdugāminī

Sie legte den Arm ihres Gatten auf ihre linke Schulter, stützte ihn an ihrer linken Seite und umfasste ihn mit dem rechten Arm; so ging die sanft Schreitende.

Wort für Wort
vāme skandhe tu vāmorūr bhartur bāhuṃ niveśya sā dakṣiṇena pariṣvajya jagāma mṛdugāminī
Sie legte den Arm ihres Gatten auf ihre linke Schulter, stützte ihn an ihrer linken Seite und umfasste ihn mit dem rechten Arm; so ging die sanft Schreitende.

satyavān uvāca abhyāsagamanād bhīru panthāno viditā mama vṛkṣāntarālokitayā jyotsnayā cāpi lakṣaye

Satyavant sprach: ‚Vom häufigen Gehen her, Furchtsame, sind mir die Wege bekannt, und auch durch das zwischen den Bäumen hindurchscheinende Mondlicht erkenne ich sie.

Wort für Wort
satyavān uvāca abhyāsagamanād bhīru panthāno viditā mama vṛkṣāntarālokitayā jyotsnayā cāpi lakṣaye
Satyavant sprach: ‚Vom häufigen Gehen her, Furchtsame, sind mir die Wege bekannt, und auch durch das zwischen den Bäumen hindurchscheinende Mondlicht erkenne ich sie.

āgatau svaḥ pathā yena phalāny avacitāni ca yathāgataṃ śubhe gaccha panthānaṃ mā vicāraya

Auf demselben Weg, auf dem wir gekommen sind und die Früchte gepflückt haben, lass uns zurückgehen, Holde; geh denselben Weg zurück, den wir gekommen sind, und zweifle nicht am Weg.

Wort für Wort
āgatau svaḥ pathā yena phalāny avacitāni ca yathāgataṃ śubhe gaccha panthānaṃ mā vicāraya
Auf demselben Weg, auf dem wir gekommen sind und die Früchte gepflückt haben, lass uns zurückgehen, Holde; geh denselben Weg zurück, den wir gekommen sind, und zweifle nicht am Weg.

palāśaṣaṇḍe caitasmin panthā vyāvartate dvidhā tasyottareṇa yaḥ panthās tena gaccha tvarasva ca svastho 'smi balavān asmi didṛkṣuḥ pitarāv ubhau

An diesem Palāśa-Baumhain hier teilt sich der Weg in zwei; nimm den Weg, der nördlich davon liegt, und beeile dich; wohlauf bin ich, kräftig bin ich, und ich sehne mich danach, meine beiden Eltern zu sehen.‘

Wort für Wort
palāśaṣaṇḍe caitasmin panthā vyāvartate dvidhā tasyottareṇa yaḥ panthās tena gaccha tvarasva ca svastho 'smi balavān asmi didṛkṣuḥ pitarāv ubhau
An diesem Palāśa-Baumhain hier teilt sich der Weg in zwei; nimm den Weg, der nördlich davon liegt, und beeile dich; wohlauf bin ich, kräftig bin ich, und ich sehne mich danach, meine beiden Eltern zu sehen.‘

mārkaṇḍeya uvāca bruvann evaṃ tvarāyuktaḥ sa prāyād āśramaṃ prati

So sprechend, von Eile gedrängt, zog er zur Einsiedelei.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca bruvann evaṃ tvarāyuktaḥ sa prāyād āśramaṃ prati
So sprechend, von Eile gedrängt, zog er zur Einsiedelei.

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