Kapitel 163: Kirātayuddham
Der Kampf mit dem Kirāta und der Pāśupata-Waffe
Yudhiṣṭhira befragt den zurückgekehrten Arjuna eingehend über sein himmlisches Jahr. Arjuna berichtet: nach Askese am Bhṛgutuṅga erscheint ein Eber, gefolgt von einem Kirāta-Jäger; beide treffen das Tier gleichzeitig, und ein gewaltiger Kampf entbrennt, in dem der Kirāta nacheinander Arjunas gesamtes Waffenarsenal – bis hin zur Brahmāstra – verschlingt, ehe ein Ringkampf mit bloßen Händen Arjuna niederwirft. Der Kirāta verschwindet und offenbart sich als Śiva selbst, mit Umā; zufrieden mit Arjunas Kraft gibt er die Waffen zurück und gewährt einen Wunsch (außer Unsterblichkeit). Arjuna erbittet Kenntnis aller göttlichen Waffen und erhält die Pāśupata-Waffe samt strengen Auflagen zu ihrem Gebrauch, ehe Śiva verschwindet.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als Śakra fortgegangen war, wie er gekommen war, da ehrte Bībhatsu (Arjuna), mit seinen Brüdern und mit Kṛṣṇā vereint, den Sohn des Dharma.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als Śakra fortgegangen war, wie er gekommen war, da ehrte Bībhatsu (Arjuna), mit seinen Brüdern und mit Kṛṣṇā vereint, den Sohn des Dharma.
yathoktavāṃs tvāṃ bhagavāñ śatakratur ariṃdama kṛtapriyas tvayāsmīti tac ca te kiṃ priyaṃ kṛtam etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ vistareṇa mahādyute
Wie der Erhabene Śatakratu, o Bezwinger der Feinde, zu dir sprach: ‚Mir ist von dir ein Gefallen erwiesen worden‘ – welcher Gefallen dir da erwiesen wurde, das möchte ich ausführlich hören, o Glanzvoller.
Wort für Wort
yathoktavāṃs tvāṃ bhagavāñ śatakratur ariṃdama kṛtapriyas tvayāsmīti tac ca te kiṃ priyaṃ kṛtam etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ vistareṇa mahādyute
Wie der Erhabene Śatakratu, o Bezwinger der Feinde, zu dir sprach: ‚Mir ist von dir ein Gefallen erwiesen worden‘ – welcher Gefallen dir da erwiesen wurde, das möchte ich ausführlich hören, o Glanzvoller.
yathā tuṣṭo mahādevo devarājaś ca te 'nagha yac cāpi vajrapāṇes te priyaṃ kṛtam ariṃdama etad ākhyāhi me sarvam akhilena dhanaṃjaya
Wie Mahādeva zufrieden wurde und der Götterkönig, o Makelloser, und welcher Gefallen dem Träger des Vajra von dir erwiesen wurde, o Bezwinger der Feinde – dies alles erzähle mir vollständig, Dhanaṃjaya.“
Wort für Wort
yathā tuṣṭo mahādevo devarājaś ca te 'nagha yac cāpi vajrapāṇes te priyaṃ kṛtam ariṃdama etad ākhyāhi me sarvam akhilena dhanaṃjaya
Wie Mahādeva zufrieden wurde und der Götterkönig, o Makelloser, und welcher Gefallen dem Träger des Vajra von dir erwiesen wurde, o Bezwinger der Feinde – dies alles erzähle mir vollständig, Dhanaṃjaya.“
nachdem ich jene Wissenschaft erlernt hatte, die von dir genannt wurde, o König, Feindzermalmer, und von dir angewiesen, zog ich zur Askese in den Wald.
nachdem ich jene Wissenschaft erlernt hatte, die von dir genannt wurde, o König, Feindzermalmer, und von dir angewiesen, zog ich zur Askese in den Wald.
Nachdem ich zum Bhṛgutuṅga gegangen war, vom Kāmyaka aus, verharrte ich in Askese; nach einer Nacht des Verweilens erblickte ich auf dem Weg einen Brahmanen.
Nachdem ich zum Bhṛgutuṅga gegangen war, vom Kāmyaka aus, verharrte ich in Askese; nach einer Nacht des Verweilens erblickte ich auf dem Weg einen Brahmanen.
anu tasyāparaṃ bhūtaṃ mahat kairātasaṃsthitam dhanurbāṇāsimat prāptaṃ strīgaṇānugataṃ tadā
Diesem folgte ein anderes, großes Wesen in Gestalt eines Kirāta-Jägers, mit Bogen, Pfeilen und Schwert versehen, von einer Schar Frauen begleitet, das da herankam.
Wort für Wort
anu tasyāparaṃ bhūtaṃ mahat kairātasaṃsthitam dhanurbāṇāsimat prāptaṃ strīgaṇānugataṃ tadā
Diesem folgte ein anderes, großes Wesen in Gestalt eines Kirāta-Jägers, mit Bogen, Pfeilen und Schwert versehen, von einer Schar Frauen begleitet, das da herankam.
sthūṇākarṇam ayojālaṃ śaravarṣaṃ śarolbaṇam śailāstram aśmavarṣaṃ ca samāsthāyāham abhyayām jagrāsa prahasaṃs tāni sarvāṇy astrāṇi me 'nagha
Die Sthūṇākarṇa-Waffe, das eiserne Netz, den von Pfeilen strotzenden Pfeilregen, die Steinwaffe und den Felsenregen setzte ich ein und griff an – lachend verschlang er alle diese meine Waffen, o Makelloser.
Wort für Wort
sthūṇākarṇam ayojālaṃ śaravarṣaṃ śarolbaṇam śailāstram aśmavarṣaṃ ca samāsthāyāham abhyayām jagrāsa prahasaṃs tāni sarvāṇy astrāṇi me 'nagha
Die Sthūṇākarṇa-Waffe, das eiserne Netz, den von Pfeilen strotzenden Pfeilregen, die Steinwaffe und den Felsenregen setzte ich ein und griff an – lachend verschlang er alle diese meine Waffen, o Makelloser.
Als all diese besänftigt waren, entsandte ich die Brahma-Waffe; da wurde sie von lodernden Pfeilen von allen Seiten vergrößert, und, von mir mit der großen Waffe vermehrt, wuchs sie an.
Als all diese besänftigt waren, entsandte ich die Brahma-Waffe; da wurde sie von lodernden Pfeilen von allen Seiten vergrößert, und, von mir mit der großen Waffe vermehrt, wuchs sie an.
vyāyāmaṃ muṣṭibhiḥ kṛtvā talair api samāhatau apātayac ca tad bhūtaṃ niśceṣṭo hy agamaṃ mahīm
Wir rangen miteinander, mit Fäusten und auch mit flachen Händen aufeinander einschlagend; jenes Wesen warf mich nieder, und regungslos sank ich zu Boden.
Wort für Wort
vyāyāmaṃ muṣṭibhiḥ kṛtvā talair api samāhatau apātayac ca tad bhūtaṃ niśceṣṭo hy agamaṃ mahīm
Wir rangen miteinander, mit Fäusten und auch mit flachen Händen aufeinander einschlagend; jenes Wesen warf mich nieder, und regungslos sank ich zu Boden.
Dann, nachdem er jenen Bogen und die beiden Köcher mit unerschöpflichen Pfeilen genommen hatte, gab sie der Erhabene mir zurück und sprach: ‚Wähle eine Gabe.‘
Dann, nachdem er jenen Bogen und die beiden Köcher mit unerschöpflichen Pfeilen genommen hatte, gab sie der Erhabene mir zurück und sprach: ‚Wähle eine Gabe.‘
tuṣṭo 'smi tava kaunteya brūhi kiṃ karavāṇi te yat te manogataṃ vīra tad brūhi vitarāmy aham amaratvam apāhāya brūhi yat te manogatam
‚Zufrieden bin ich mit dir, Kaunteya; sage, was ich dir tun soll. Was dein Herz begehrt, o Held, das sage, ich werde es gewähren – ausgenommen die Unsterblichkeit; sage, was dein Herz begehrt.‘
Wort für Wort
tuṣṭo 'smi tava kaunteya brūhi kiṃ karavāṇi te yat te manogataṃ vīra tad brūhi vitarāmy aham amaratvam apāhāya brūhi yat te manogatam
‚Zufrieden bin ich mit dir, Kaunteya; sage, was ich dir tun soll. Was dein Herz begehrt, o Held, das sage, ich werde es gewähren – ausgenommen die Unsterblichkeit; sage, was dein Herz begehrt.‘
bhagavān me prasannaś ced īpsito 'yaṃ varo mama astrāṇīcchāmy ahaṃ jñātuṃ yāni deveṣu kāni cit dadānīty eva bhagavān abravīt tryambakaś ca mām
‚Wenn der Erhabene mir gewogen ist, so ist dies mein gewünschter Wunsch: Ich möchte die Waffen kennenlernen, welche es unter den Göttern gibt, wie auch immer sie seien.‘ – ‚Ich gebe sie‘, sprach da der Erhabene, der Dreiäugige, zu mir.
Wort für Wort
bhagavān me prasannaś ced īpsito 'yaṃ varo mama astrāṇīcchāmy ahaṃ jñātuṃ yāni deveṣu kāni cit dadānīty eva bhagavān abravīt tryambakaś ca mām
‚Wenn der Erhabene mir gewogen ist, so ist dies mein gewünschter Wunsch: Ich möchte die Waffen kennenlernen, welche es unter den Göttern gibt, wie auch immer sie seien.‘ – ‚Ich gebe sie‘, sprach da der Erhabene, der Dreiäugige, zu mir.
pīḍyamānena balavat prayojyaṃ te dhanaṃjaya astrāṇāṃ pratighāte ca sarvathaiva prayojayeḥ
Nur wenn du schwer bedrängt wirst, sollst du sie mit ganzer Kraft einsetzen, Dhanaṃjaya, und um gegnerische Waffen abzuwehren, sollst du sie auf jeden Fall einsetzen.
Wort für Wort
pīḍyamānena balavat prayojyaṃ te dhanaṃjaya astrāṇāṃ pratighāte ca sarvathaiva prayojayeḥ
Nur wenn du schwer bedrängt wirst, sollst du sie mit ganzer Kraft einsetzen, Dhanaṃjaya, und um gegnerische Waffen abzuwehren, sollst du sie auf jeden Fall einsetzen.