Svāhā, die heimlich in Agni verliebt ist, nimmt nacheinander die Gestalt der Gattinnen von sechs der sieben Ṛṣis an (nur Arundhatī, geschützt durch ihre Askese und Gattentreue, kann sie nicht nachahmen) und verführt Agni auf diese Weise sechsmal; jedes Mal fängt sie seinen Samen in einer goldenen Schale auf, um einen Verdacht gegen die wirklichen Brahmanenfrauen zu vermeiden, und verwandelt sich zur Tarnung in einen Vogel. Aus dem so auf dem weißen Berg gesammelten, geronnenen (skanna) Samen wird Skanda geboren – ein wundersames, sechsköpfiges Kind, das binnen weniger Tage heranwächst, Śivas gewaltigen Bogen ergreift, mit gewaltigem Gebrüll die drei Welten erschüttert, Indras Elefanten Airāvata bezwingt, einen Berg mit seinem Speer durchbohrt und schließlich von der ganzen Schöpfung als Gottheit verehrt wird. Das Kapitel endet mit dem Hinweis auf das bis heute bestehende Fest zu seinen Ehren am fünften Tag der hellen Monatshälfte.
Mārkaṇḍeya sprach: „Śivā, die Gattin des Aṅgiras, war mit Charakter, Schönheit und Tugenden begabt; deren Gestalt nahm die Göttin Svāhā zuerst an, o Herrscher der Menschen, ging zu Agni hin, und die schöne Frau sprach zu ihm:
Mārkaṇḍeya sprach: „Śivā, die Gattin des Aṅgiras, war mit Charakter, Schönheit und Tugenden begabt; deren Gestalt nahm die Göttin Svāhā zuerst an, o Herrscher der Menschen, ging zu Agni hin, und die schöne Frau sprach zu ihm:
Ich bin die Gattin des Aṅgiras, mit Namen Śivā, o Opferverzehrer; zusammen mit meinen Gefährtinnen bin ich gekommen, nachdem wir gemeinsam einen Entschluss beraten haben.‘
Ich bin die Gattin des Aṅgiras, mit Namen Śivā, o Opferverzehrer; zusammen mit meinen Gefährtinnen bin ich gekommen, nachdem wir gemeinsam einen Entschluss beraten haben.‘
Agni sprach: ‚Woher weißt du, dass ich von Begehren geplagt bin? Und woher kennst du die anderen, die du erwähnt hast, all die geliebten Frauen der sieben Ṛṣis?‘
Agni sprach: ‚Woher weißt du, dass ich von Begehren geplagt bin? Und woher kennst du die anderen, die du erwähnt hast, all die geliebten Frauen der sieben Ṛṣis?‘
acintayan mamedaṃ ye rūpaṃ drakṣyanti kānane te brāhmaṇīnām anṛtaṃ doṣaṃ vakṣyanti pāvake
Sie dachte: ‚Diejenigen, die diese meine Gestalt im Wald sehen werden, die werden Agni fälschlich der Schuld gegenüber den Brahmanenfrauen bezichtigen.
Wort für Wort
acintayan mamedaṃ ye rūpaṃ drakṣyanti kānane te brāhmaṇīnām anṛtaṃ doṣaṃ vakṣyanti pāvake
Sie dachte: ‚Diejenigen, die diese meine Gestalt im Wald sehen werden, die werden Agni fälschlich der Schuld gegenüber den Brahmanenfrauen bezichtigen.
dṛṣṭīviṣaiḥ saptaśīrṣair guptaṃ bhogibhir adbhutaiḥ rakṣobhiś ca piśācaiś ca raudrair bhūtagaṇais tathā rākṣasībhiś ca saṃpūrṇam anekaiś ca mṛgadvijaiḥ
bewacht von wunderbaren, siebenköpfigen, giftblick-tödlichen Schlangenwesen, erfüllt von Rakṣasas, Piśācas, furchtbaren Geisterscharen und Rākṣasīs sowie von zahllosen Tieren und Vögeln.
Wort für Wort
dṛṣṭīviṣaiḥ saptaśīrṣair guptaṃ bhogibhir adbhutaiḥ rakṣobhiś ca piśācaiś ca raudrair bhūtagaṇais tathā rākṣasībhiś ca saṃpūrṇam anekaiś ca mṛgadvijaiḥ
bewacht von wunderbaren, siebenköpfigen, giftblick-tödlichen Schlangenwesen, erfüllt von Rakṣasas, Piśācas, furchtbaren Geisterscharen und Rākṣasīs sowie von zahllosen Tieren und Vögeln.
tat skannaṃ tejasā tatra saṃbhṛtaṃ janayat sutam ṛṣibhiḥ pūjitaṃ skannam anayat skandatāṃ tataḥ
Jener Same, dort mit Glutkraft angesammelt, geronnen (skanna), zeugte einen Sohn; von den Sehern verehrt, führte das Geronnene ihn seither zum Namen Skanda.
Wort für Wort
tat skannaṃ tejasā tatra saṃbhṛtaṃ janayat sutam ṛṣibhiḥ pūjitaṃ skannam anayat skandatāṃ tataḥ
Jener Same, dort mit Glutkraft angesammelt, geronnen (skanna), zeugte einen Sohn; von den Sehern verehrt, führte das Geronnene ihn seither zum Namen Skanda.
ṣaṭśirā dviguṇaśrotro dvādaśākṣibhujakramaḥ ekagrīvas tv ekakāyaḥ kumāraḥ samapadyata
Sechsköpfig, mit doppelt so vielen Ohren, mit zwölf Augen und zwölf Armen der Reihe nach, doch mit einem einzigen Hals und einem einzigen Körper – so entstand der Knabe.
Wort für Wort
ṣaṭśirā dviguṇaśrotro dvādaśākṣibhujakramaḥ ekagrīvas tv ekakāyaḥ kumāraḥ samapadyata
Sechsköpfig, mit doppelt so vielen Ohren, mit zwölf Augen und zwölf Armen der Reihe nach, doch mit einem einzigen Hals und einem einzigen Körper – so entstand der Knabe.
tad gṛhītvā dhanuḥśreṣṭhaṃ nanāda balavāṃs tadā saṃmohayann ivemān sa trīṃl lokān sacarācarān
Nachdem er jenen besten der Bögen ergriffen hatte, brüllte der Mächtige laut auf, wie um die drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen zu betäuben.
Wort für Wort
tad gṛhītvā dhanuḥśreṣṭhaṃ nanāda balavāṃs tadā saṃmohayann ivemān sa trīṃl lokān sacarācarān
Nachdem er jenen besten der Bögen ergriffen hatte, brüllte der Mächtige laut auf, wie um die drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen zu betäuben.
Als er, der wie die junge Morgensonne strahlte, sie heranstürmen sah, ergriff der Sohn Agnis mit zwei Händen sie beide, mit einer weiteren Hand den Speer, und mit einem weiteren Arm den Rotkämmigen.
Als er, der wie die junge Morgensonne strahlte, sie heranstürmen sah, ergriff der Sohn Agnis mit zwei Händen sie beide, mit einer weiteren Hand den Speer, und mit einem weiteren Arm den Rotkämmigen.
Mit zwei Armen schlug er wiederholt in den Himmel; spielend erstrahlte der Großheer-Führer, die drei Welten gleichsam mit seinen Mündern verschlingend, auf dem Berggipfel, der Unermessliche, strahlend wie die aufgehende Sonne.
Mit zwei Armen schlug er wiederholt in den Himmel; spielend erstrahlte der Großheer-Führer, die drei Welten gleichsam mit seinen Mündern verschlingend, auf dem Berggipfel, der Unermessliche, strahlend wie die aufgehende Sonne.
sa tasya parvatasyāgre niṣaṇṇo 'dbhutavikramaḥ vyalokayad ameyātmā mukhair nānāvidhair diśaḥ sa paśyan vividhān bhāvāṃś cakāra ninadaṃ punaḥ
Auf dem Gipfel jenes Berges sitzend, von wunderbarer Kraft, blickte er, der Unermessliche, mit seinen mannigfaltigen Mündern in die Himmelsrichtungen; und während er die verschiedenen Erscheinungen betrachtete, stieß er abermals seinen Ruf aus.
Wort für Wort
sa tasya parvatasyāgre niṣaṇṇo 'dbhutavikramaḥ vyalokayad ameyātmā mukhair nānāvidhair diśaḥ sa paśyan vividhān bhāvāṃś cakāra ninadaṃ punaḥ
Auf dem Gipfel jenes Berges sitzend, von wunderbarer Kraft, blickte er, der Unermessliche, mit seinen mannigfaltigen Mündern in die Himmelsrichtungen; und während er die verschiedenen Erscheinungen betrachtete, stieß er abermals seinen Ruf aus.
ye tu taṃ saṃśritā devaṃ nānāvarṇās tadā janāḥ tān apy āhuḥ pāriṣadān brāhmaṇāḥ sumahābalān
Und jene Menschen verschiedenster Art, die damals bei diesem Gott Zuflucht suchten, die nannten die Brahmanen auch seine Gefolgsleute, von überaus großer Kraft.
Wort für Wort
ye tu taṃ saṃśritā devaṃ nānāvarṇās tadā janāḥ tān apy āhuḥ pāriṣadān brāhmaṇāḥ sumahābalān
Und jene Menschen verschiedenster Art, die damals bei diesem Gott Zuflucht suchten, die nannten die Brahmanen auch seine Gefolgsleute, von überaus großer Kraft.
parvatāś ca namaskṛtya tam eva pṛthivīṃ gatāḥ athāyam abhajal lokaḥ skandaṃ śuklasya pañcamīm
Und die Berge, nachdem sie ihm gehuldigt hatten, kehrten eben auf die Erde zurück; seitdem verehrt diese Welt Skanda am fünften Tag der hellen Monatshälfte.“
Wort für Wort
parvatāś ca namaskṛtya tam eva pṛthivīṃ gatāḥ athāyam abhajal lokaḥ skandaṃ śuklasya pañcamīm
Und die Berge, nachdem sie ihm gehuldigt hatten, kehrten eben auf die Erde zurück; seitdem verehrt diese Welt Skanda am fünften Tag der hellen Monatshälfte.“