Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 33: Puruṣakāravādaḥ Draupadīs Lehre von Tatkraft, Schicksal und Handeln (Puruṣakāra)

Draupadī stellt klar, dass sie weder Dharma noch den Schöpfer verachtet, sondern aus Schmerz spricht. Sie entfaltet eine ausführliche Lehre über das Zusammenwirken von Schicksal (daiva), bloßer Gewalt/Zufall (haṭha) und menschlicher Tatkraft (pauruṣa/utthāna): Untätigkeit führt stets ins Verderben, während Handeln - selbst bei ungewissem Ausgang - dem Menschen Würde und Schuldlosigkeit verleiht. Sie erinnert an eine alte Lehrrede, die ein gelehrter Brāhmaṇa einst ihrem Vater Drupada und ihren Brüdern über die von Bṛhaspati verkündete Staatsklugheit (Nīti) vortrug, welche sie als Kind belauschte - und die im folgenden Kapitel wiedergegeben wird.

draupady uvāca nāvamanye na garhe ca dharmaṃ pārtha kathaṃ cana īśvaraṃ kuta evāham avamaṃsye prajāpatim

Draupadī sprach: „Ich verachte nicht, noch tadle ich in irgendeiner Weise den Dharma, Pārtha; wie sollte ich gar den Herrn, den Herrn der Geschöpfe, verachten?

Wort für Wort
draupady uvāca nāvamanye na garhe ca dharmaṃ pārtha kathaṃ cana īśvaraṃ kuta evāham avamaṃsye prajāpatim
Draupadī sprach: „Ich verachte nicht, noch tadle ich in irgendeiner Weise den Dharma, Pārtha; wie sollte ich gar den Herrn, den Herrn der Geschöpfe, verachten?

ārtāhaṃ pralapāmīdam iti māṃ viddhi bhārata bhūyaś ca vilapiṣyāmi sumanās tan nibodha me

Wisse, dass ich dies aus Schmerz rede, o Bhārata, und ich werde noch mehr klagen; höre dies von mir mit wohlwollendem Sinn.

Wort für Wort
ārtāhaṃ pralapāmīdam iti māṃ viddhi bhārata bhūyaś ca vilapiṣyāmi sumanās tan nibodha me
Wisse, dass ich dies aus Schmerz rede, o Bhārata, und ich werde noch mehr klagen; höre dies von mir mit wohlwollendem Sinn.

karma khalv iha kartavyaṃ jātenāmitrakarśana akarmāṇo hi jīvanti sthāvarā netare janāḥ

Handeln muss hier gewiss, wer geboren ist, o Feindebezwinger; denn ohne Handeln leben nur die unbeweglichen Pflanzen, nicht andere Wesen.

Wort für Wort
karma khalv iha kartavyaṃ jātenāmitrakarśana akarmāṇo hi jīvanti sthāvarā netare janāḥ
Handeln muss hier gewiss, wer geboren ist, o Feindebezwinger; denn ohne Handeln leben nur die unbeweglichen Pflanzen, nicht andere Wesen.

ā mātṛstanapānāc ca yāvac chayyopasarpaṇam jaṅgamāḥ karmaṇā vṛttim āpnuvanti yudhiṣṭhira

Vom Trinken an der Mutterbrust bis zum Herannahen des Totenlagers erlangen die beweglichen Wesen ihren Lebensunterhalt durch Handeln, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
ā mātṛstanapānāc ca yāvac chayyopasarpaṇam jaṅgamāḥ karmaṇā vṛttim āpnuvanti yudhiṣṭhira
Vom Trinken an der Mutterbrust bis zum Herannahen des Totenlagers erlangen die beweglichen Wesen ihren Lebensunterhalt durch Handeln, Yudhiṣṭhira.

jaṅgameṣu viśeṣeṇa manuṣyā bharatarṣabha icchanti karmaṇā vṛttim avāptuṃ pretya ceha ca

Unter den beweglichen Wesen wünschen besonders die Menschen, o Stier der Bharatas, durch Handeln ihren Unterhalt zu erlangen, sowohl hier als auch nach dem Tod.

Wort für Wort
jaṅgameṣu viśeṣeṇa manuṣyā bharatarṣabha icchanti karmaṇā vṛttim avāptuṃ pretya ceha ca
Unter den beweglichen Wesen wünschen besonders die Menschen, o Stier der Bharatas, durch Handeln ihren Unterhalt zu erlangen, sowohl hier als auch nach dem Tod.

utthānam abhijānanti sarvabhūtāni bhārata pratyakṣaṃ phalam aśnanti karmaṇāṃ lokasākṣikam

Alle Wesen erkennen die Tatkraft, o Bhārata; sie genießen die unmittelbar sichtbare, der Welt bezeugte Frucht ihrer Taten.

Wort für Wort
utthānam abhijānanti sarvabhūtāni bhārata pratyakṣaṃ phalam aśnanti karmaṇāṃ lokasākṣikam
Alle Wesen erkennen die Tatkraft, o Bhārata; sie genießen die unmittelbar sichtbare, der Welt bezeugte Frucht ihrer Taten.

paśyāmi svaṃ samutthānam upajīvanti jantavaḥ api dhātā vidhātā ca yathāyam udake bakaḥ

Ich sehe, dass die Geschöpfe von ihrer eigenen Tatkraft leben, ja sogar Dhātṛ und Vidhātṛ selbst, wie dieser Reiher im Wasser von seiner eigenen Wachsamkeit lebt.

Wort für Wort
paśyāmi svaṃ samutthānam upajīvanti jantavaḥ api dhātā vidhātā ca yathāyam udake bakaḥ
Ich sehe, dass die Geschöpfe von ihrer eigenen Tatkraft leben, ja sogar Dhātṛ und Vidhātṛ selbst, wie dieser Reiher im Wasser von seiner eigenen Wachsamkeit lebt.

svakarma kuru mā glāsīḥ karmaṇā bhava daṃśitaḥ kṛtyaṃ hi yo 'bhijānāti sahasre nāsti so 'sti vā

Verrichte dein eigenes Werk, ermatte nicht, wappne dich durch Handeln; denn wer erkennt, was zu tun ist, den gibt es unter Tausenden kaum, oder er ist selten.

Wort für Wort
svakarma kuru mā glāsīḥ karmaṇā bhava daṃśitaḥ kṛtyaṃ hi yo 'bhijānāti sahasre nāsti so 'sti vā
Verrichte dein eigenes Werk, ermatte nicht, wappne dich durch Handeln; denn wer erkennt, was zu tun ist, den gibt es unter Tausenden kaum, oder er ist selten.

tasya cāpi bhavet kāryaṃ vivṛddhau rakṣaṇe tathā bhakṣyamāṇo hy anāvāpaḥ kṣīyate himavān api

Auch für ihn gibt es noch Aufgabe im Mehren und im Bewahren; denn selbst der Himālaya, wenn er verzehrt wird, ohne ergänzt zu werden, schwindet dahin.

Wort für Wort
tasya cāpi bhavet kāryaṃ vivṛddhau rakṣaṇe tathā bhakṣyamāṇo hy anāvāpaḥ kṣīyate himavān api
Auch für ihn gibt es noch Aufgabe im Mehren und im Bewahren; denn selbst der Himālaya, wenn er verzehrt wird, ohne ergänzt zu werden, schwindet dahin.

utsīderan prajāḥ sarvā na kuryuḥ karma ced yadi api cāpy aphalaṃ karma paśyāmaḥ kurvato janān nānyathā hy abhijānanti vṛttiṃ loke kathaṃ cana

Alle Geschöpfe würden zugrunde gehen, wenn sie nicht handelten; und selbst wenn wir sehen, dass die Handlung mancher Menschen fruchtlos bleibt, so kennen die Menschen in der Welt doch keinen anderen Weg des Broterwerbs.

Wort für Wort
utsīderan prajāḥ sarvā na kuryuḥ karma ced yadi api cāpy aphalaṃ karma paśyāmaḥ kurvato janān nānyathā hy abhijānanti vṛttiṃ loke kathaṃ cana
Alle Geschöpfe würden zugrunde gehen, wenn sie nicht handelten; und selbst wenn wir sehen, dass die Handlung mancher Menschen fruchtlos bleibt, so kennen die Menschen in der Welt doch keinen anderen Weg des Broterwerbs.

yaś ca diṣṭaparo loke yaś cāyaṃ haṭhavādakaḥ ubhāv apasadāv etau karmabuddhiḥ praśasyate

Wer in der Welt allein auf das Schicksal setzt, und wer allein die bloße Gewalt verficht - beide sind Verfehlte; gepriesen wird die auf Handeln gerichtete Einsicht.

Wort für Wort
yaś ca diṣṭaparo loke yaś cāyaṃ haṭhavādakaḥ ubhāv apasadāv etau karmabuddhiḥ praśasyate
Wer in der Welt allein auf das Schicksal setzt, und wer allein die bloße Gewalt verficht - beide sind Verfehlte; gepriesen wird die auf Handeln gerichtete Einsicht.

yo hi diṣṭam upāsīno nirviceṣṭaḥ sukhaṃ svapet avasīdet sudurbuddhir āmo ghaṭa ivāmbhasi

Denn wer, allein auf das Schicksal vertrauend, regungslos, im Wohlbehagen schliefe, der würde, von schlechtem Verstand, versinken, wie ein ungebrannter Tonkrug im Wasser.

Wort für Wort
yo hi diṣṭam upāsīno nirviceṣṭaḥ sukhaṃ svapet avasīdet sudurbuddhir āmo ghaṭa ivāmbhasi
Denn wer, allein auf das Schicksal vertrauend, regungslos, im Wohlbehagen schliefe, der würde, von schlechtem Verstand, versinken, wie ein ungebrannter Tonkrug im Wasser.

tathaiva haṭhabuddhir yaḥ śaktaḥ karmaṇy akarmakṛt āsīta na ciraṃ jīved anātha iva durbalaḥ

Ebenso: Wer, an bloße Gewalt glaubend, obwohl fähig zur Tat, untätig verharrte, der würde nicht lange leben, schwach, wie ein Herrenloser.

Wort für Wort
tathaiva haṭhabuddhir yaḥ śaktaḥ karmaṇy akarmakṛt āsīta na ciraṃ jīved anātha iva durbalaḥ
Ebenso: Wer, an bloße Gewalt glaubend, obwohl fähig zur Tat, untätig verharrte, der würde nicht lange leben, schwach, wie ein Herrenloser.

akasmād api yaḥ kaś cid arthaṃ prāpnoti pūruṣaḥ taṃ haṭheneti manyante sa hi yatno na kasya cit

Wenn ein Mensch auch ohne ersichtlichen Grund ein Ziel erreicht, so hält man dies für Ergebnis bloßen Zufalls; denn dies ist niemandes bewusste Anstrengung.

Wort für Wort
akasmād api yaḥ kaś cid arthaṃ prāpnoti pūruṣaḥ taṃ haṭheneti manyante sa hi yatno na kasya cit
Wenn ein Mensch auch ohne ersichtlichen Grund ein Ziel erreicht, so hält man dies für Ergebnis bloßen Zufalls; denn dies ist niemandes bewusste Anstrengung.

yac cāpi kiṃ cit puruṣo diṣṭaṃ nāma labhaty uta daivena vidhinā pārtha tad daivam iti niścitam

Und was auch ein Mensch als sogenanntes „Schicksal“ erlangt, durch göttliche Fügung, Pārtha, das gilt gewiss als „Daiva“.

Wort für Wort
yac cāpi kiṃ cit puruṣo diṣṭaṃ nāma labhaty uta daivena vidhinā pārtha tad daivam iti niścitam
Und was auch ein Mensch als sogenanntes „Schicksal“ erlangt, durch göttliche Fügung, Pārtha, das gilt gewiss als „Daiva“.

yat svayaṃ karmaṇā kiṃ cit phalam āpnoti pūruṣaḥ pratyakṣaṃ cakṣuṣā dṛṣṭaṃ tat pauruṣam iti smṛtam

Was ein Mensch aber selbst durch eigenes Handeln als Frucht erlangt, unmittelbar mit dem Auge gesehen, das gilt als „Pauruṣa“, menschliche Tatkraft.

Wort für Wort
yat svayaṃ karmaṇā kiṃ cit phalam āpnoti pūruṣaḥ pratyakṣaṃ cakṣuṣā dṛṣṭaṃ tat pauruṣam iti smṛtam
Was ein Mensch aber selbst durch eigenes Handeln als Frucht erlangt, unmittelbar mit dem Auge gesehen, das gilt als „Pauruṣa“, menschliche Tatkraft.

svabhāvataḥ pravṛtto 'nyaḥ prāpnoty arthān akāraṇāt tat svabhāvātmakaṃ viddhi phalaṃ puruṣasattama

Ein anderer, aus eigenem Wesen heraus tätig, erlangt Ziele ohne ersichtlichen Grund; erkenne, o Bester der Menschen, dass diese Frucht ihrem Wesen nach aus der Eigennatur stammt.

Wort für Wort
svabhāvataḥ pravṛtto 'nyaḥ prāpnoty arthān akāraṇāt tat svabhāvātmakaṃ viddhi phalaṃ puruṣasattama
Ein anderer, aus eigenem Wesen heraus tätig, erlangt Ziele ohne ersichtlichen Grund; erkenne, o Bester der Menschen, dass diese Frucht ihrem Wesen nach aus der Eigennatur stammt.

evaṃ haṭhāc ca daivāc ca svabhāvāt karmaṇas tathā yāni prāpnoti puruṣas tat phalaṃ pūrvakarmaṇaḥ

So ist das, was ein Mensch durch Gewalt, durch Schicksal, durch Eigennatur oder durch gegenwärtiges Handeln erlangt, letztlich die Frucht früheren Handelns.

Wort für Wort
evaṃ haṭhāc ca daivāc ca svabhāvāt karmaṇas tathā yāni prāpnoti puruṣas tat phalaṃ pūrvakarmaṇaḥ
So ist das, was ein Mensch durch Gewalt, durch Schicksal, durch Eigennatur oder durch gegenwärtiges Handeln erlangt, letztlich die Frucht früheren Handelns.

dhātāpi hi svakarmaiva tais tair hetubhir īśvaraḥ vidadhāti vibhajyeha phalaṃ pūrvakṛtaṃ nṛṇām

Denn auch der Schöpfer, der Herr, verteilt hier nur die zuvor von den Menschen selbst vollbrachte Tat, ihre Frucht, durch jene verschiedenen Ursachen.

Wort für Wort
dhātāpi hi svakarmaiva tais tair hetubhir īśvaraḥ vidadhāti vibhajyeha phalaṃ pūrvakṛtaṃ nṛṇām
Denn auch der Schöpfer, der Herr, verteilt hier nur die zuvor von den Menschen selbst vollbrachte Tat, ihre Frucht, durch jene verschiedenen Ursachen.

yad dhy ayaṃ puruṣaḥ kiṃ cit kurute vai śubhāśubham tad dhātṛvihitaṃ viddhi pūrvakarmaphalodayam

Denn was auch immer dieser Mensch an Gutem oder Bösem tut, das ist, wisse, vom Schöpfer verfügt, das Aufkommen der Frucht früheren Handelns.

Wort für Wort
yad dhy ayaṃ puruṣaḥ kiṃ cit kurute vai śubhāśubham tad dhātṛvihitaṃ viddhi pūrvakarmaphalodayam
Denn was auch immer dieser Mensch an Gutem oder Bösem tut, das ist, wisse, vom Schöpfer verfügt, das Aufkommen der Frucht früheren Handelns.

kāraṇaṃ tasya deho 'yaṃ dhātuḥ karmaṇi karmaṇi sa yathā prerayaty enaṃ tathāyaṃ kurute 'vaśaḥ

Der Grund dafür ist: dieser Körper ist bei jeder Handlung nur des Schöpfers Werkzeug; wie dieser ihn antreibt, so handelt er, ohnmächtig.

Wort für Wort
kāraṇaṃ tasya deho 'yaṃ dhātuḥ karmaṇi karmaṇi sa yathā prerayaty enaṃ tathāyaṃ kurute 'vaśaḥ
Der Grund dafür ist: dieser Körper ist bei jeder Handlung nur des Schöpfers Werkzeug; wie dieser ihn antreibt, so handelt er, ohnmächtig.

teṣu teṣu hi kṛtyeṣu viniyoktā maheśvaraḥ sarvabhūtāni kaunteya kārayaty avaśāny api

Denn der große Herr, der Lenker in diesen und jenen Aufgaben, lässt alle Wesen handeln, o Sohn der Kuntī, auch wenn sie ohnmächtig sind.

Wort für Wort
teṣu teṣu hi kṛtyeṣu viniyoktā maheśvaraḥ sarvabhūtāni kaunteya kārayaty avaśāny api
Denn der große Herr, der Lenker in diesen und jenen Aufgaben, lässt alle Wesen handeln, o Sohn der Kuntī, auch wenn sie ohnmächtig sind.

manasārthān viniścitya paścāt prāpnoti karmaṇā buddhipūrvaṃ svayaṃ dhīraḥ puruṣas tatra kāraṇam

Nachdem er mit dem Geist die Ziele festgelegt hat, erlangt er sie danach durch Handeln; ein weiser Mensch, mit vorausgehender Einsicht, ist selbst die Ursache dabei.

Wort für Wort
manasārthān viniścitya paścāt prāpnoti karmaṇā buddhipūrvaṃ svayaṃ dhīraḥ puruṣas tatra kāraṇam
Nachdem er mit dem Geist die Ziele festgelegt hat, erlangt er sie danach durch Handeln; ein weiser Mensch, mit vorausgehender Einsicht, ist selbst die Ursache dabei.

saṃkhyātuṃ naiva śakyāni karmāṇi puruṣarṣabha agāranagarāṇāṃ hi siddhiḥ puruṣahaitukī

Die Taten sind gar nicht aufzuzählen, o Stier unter den Männern; denn die Errichtung von Häusern und Städten hat den Menschen als ihre Ursache.

Wort für Wort
saṃkhyātuṃ naiva śakyāni karmāṇi puruṣarṣabha agāranagarāṇāṃ hi siddhiḥ puruṣahaitukī
Die Taten sind gar nicht aufzuzählen, o Stier unter den Männern; denn die Errichtung von Häusern und Städten hat den Menschen als ihre Ursache.

tile tailaṃ gavi kṣīraṃ kāṣṭhe pāvakam antataḥ dhiyā dhīro vijānīyād upāyaṃ cāsya siddhaye

Öl im Sesamkorn, Milch in der Kuh, letztlich Feuer im Holz - der Weise erkennt dies mit seinem Verstand und findet das Mittel zu ihrer Verwirklichung.

Wort für Wort
tile tailaṃ gavi kṣīraṃ kāṣṭhe pāvakam antataḥ dhiyā dhīro vijānīyād upāyaṃ cāsya siddhaye
Öl im Sesamkorn, Milch in der Kuh, letztlich Feuer im Holz - der Weise erkennt dies mit seinem Verstand und findet das Mittel zu ihrer Verwirklichung.

tataḥ pravartate paścāt karaṇeṣv asya siddhaye tāṃ siddhim upajīvanti karmaṇām iha jantavaḥ

Danach schreitet er zu den Mitteln, um dies zu verwirklichen; von dieser Verwirklichung der Taten leben hier die Geschöpfe.

Wort für Wort
tataḥ pravartate paścāt karaṇeṣv asya siddhaye tāṃ siddhim upajīvanti karmaṇām iha jantavaḥ
Danach schreitet er zu den Mitteln, um dies zu verwirklichen; von dieser Verwirklichung der Taten leben hier die Geschöpfe.

kuśalena kṛtaṃ karma kartrā sādhu viniścitam idaṃ tv akuśaleneti viśeṣād upalabhyate

„Dies ist eine von einem Geschickten gut ausgeführte, vom Täter wohlüberlegte Tat, jenes aber von einem Ungeschickten“ - so wird zwischen ihnen deutlich unterschieden.

Wort für Wort
kuśalena kṛtaṃ karma kartrā sādhu viniścitam idaṃ tv akuśaleneti viśeṣād upalabhyate
„Dies ist eine von einem Geschickten gut ausgeführte, vom Täter wohlüberlegte Tat, jenes aber von einem Ungeschickten“ - so wird zwischen ihnen deutlich unterschieden.

iṣṭāpūrtaphalaṃ na syān na śiṣyo na gurur bhavet puruṣaḥ karmasādhyeṣu syāc ced ayam akāraṇam

Es gäbe keine Frucht von Opfer und frommen Werken, es gäbe weder Schüler noch Lehrer, wenn der Mensch bei den durch Handeln zu erreichenden Dingen selbst keine Ursache wäre.

Wort für Wort
iṣṭāpūrtaphalaṃ na syān na śiṣyo na gurur bhavet puruṣaḥ karmasādhyeṣu syāc ced ayam akāraṇam
Es gäbe keine Frucht von Opfer und frommen Werken, es gäbe weder Schüler noch Lehrer, wenn der Mensch bei den durch Handeln zu erreichenden Dingen selbst keine Ursache wäre.

kartṛtvād eva puruṣaḥ karmasiddhau praśasyate asiddhau nindyate cāpi karmanāśaḥ kathaṃ tv iha

Eben wegen seiner Täterschaft wird der Mensch bei gelungenem Werk gepriesen, und bei Misslingen wird er auch getadelt - wie könnte hier also das Handeln bedeutungslos sein?

Wort für Wort
kartṛtvād eva puruṣaḥ karmasiddhau praśasyate asiddhau nindyate cāpi karmanāśaḥ kathaṃ tv iha
Eben wegen seiner Täterschaft wird der Mensch bei gelungenem Werk gepriesen, und bei Misslingen wird er auch getadelt - wie könnte hier also das Handeln bedeutungslos sein?

sarvam eva haṭhenaike diṣṭenaike vadanty uta puruṣaprayatnajaṃ ke cit traidham etan nirucyate

Manche sagen, alles geschehe durch bloße Gewalt, andere durch Schicksal, wieder andere, es entstehe aus menschlicher Anstrengung; dreifach wird dies dargelegt.

Wort für Wort
sarvam eva haṭhenaike diṣṭenaike vadanty uta puruṣaprayatnajaṃ ke cit traidham etan nirucyate
Manche sagen, alles geschehe durch bloße Gewalt, andere durch Schicksal, wieder andere, es entstehe aus menschlicher Anstrengung; dreifach wird dies dargelegt.

na caivaitāvatā kāryaṃ manyanta iti cāpare asti sarvam adṛśyaṃ tu diṣṭaṃ caiva tathā haṭhaḥ dṛśyate hi haṭhāc caiva diṣṭāc cārthasya saṃtatiḥ

Andere wiederum meinen, dies erkläre sich nicht allein dadurch; es gibt vielmehr alles zusammen: das Unsichtbare wie das Schicksal und ebenso die Gewalt; denn man sieht ja, dass die Fortdauer der Ziele sowohl aus Gewalt als auch aus Schicksal erwächst.

Wort für Wort
na caivaitāvatā kāryaṃ manyanta iti cāpare asti sarvam adṛśyaṃ tu diṣṭaṃ caiva tathā haṭhaḥ dṛśyate hi haṭhāc caiva diṣṭāc cārthasya saṃtatiḥ
Andere wiederum meinen, dies erkläre sich nicht allein dadurch; es gibt vielmehr alles zusammen: das Unsichtbare wie das Schicksal und ebenso die Gewalt; denn man sieht ja, dass die Fortdauer der Ziele sowohl aus Gewalt als auch aus Schicksal erwächst.

kiṃ cid daivād dhaṭhāt kiṃ cit kiṃ cid eva svakarmataḥ puruṣaḥ phalam āpnoti caturthaṃ nātra kāraṇam kuśalāḥ pratijānanti ye tattvaviduṣo janāḥ

Manches erlangt der Mensch als Frucht durch Schicksal, manches durch Gewalt, manches wiederum durch eigenes Handeln; ein viertes gibt es hierbei nicht als Ursache - so bekräftigen die Geschickten, die das Wesen der Dinge kennenden Menschen.

Wort für Wort
kiṃ cid daivād dhaṭhāt kiṃ cit kiṃ cid eva svakarmataḥ puruṣaḥ phalam āpnoti caturthaṃ nātra kāraṇam kuśalāḥ pratijānanti ye tattvaviduṣo janāḥ
Manches erlangt der Mensch als Frucht durch Schicksal, manches durch Gewalt, manches wiederum durch eigenes Handeln; ein viertes gibt es hierbei nicht als Ursache - so bekräftigen die Geschickten, die das Wesen der Dinge kennenden Menschen.

tathaiva dhātā bhūtānām iṣṭāniṣṭaphalapradaḥ yadi na syān na bhūtānāṃ kṛpaṇo nāma kaś cana

Ebenso: Wäre der Schöpfer nicht der Geber erwünschter und unerwünschter Frucht für die Geschöpfe, so gäbe es unter den Geschöpfen keinen, der als „elend“ bezeichnet würde.

Wort für Wort
tathaiva dhātā bhūtānām iṣṭāniṣṭaphalapradaḥ yadi na syān na bhūtānāṃ kṛpaṇo nāma kaś cana
Ebenso: Wäre der Schöpfer nicht der Geber erwünschter und unerwünschter Frucht für die Geschöpfe, so gäbe es unter den Geschöpfen keinen, der als „elend“ bezeichnet würde.

yaṃ yam artham abhiprepsuḥ kurute karma pūruṣaḥ tat tat saphalam eva syād yadi na syāt purākṛtam

Welches Ziel auch ein Mensch zu erreichen wünscht und wofür er handelt, dies würde jedes Mal von Erfolg gekrönt sein, wenn es nicht durch früheres Handeln [aus einem Vorleben] bedingt wäre.

Wort für Wort
yaṃ yam artham abhiprepsuḥ kurute karma pūruṣaḥ tat tat saphalam eva syād yadi na syāt purākṛtam
Welches Ziel auch ein Mensch zu erreichen wünscht und wofür er handelt, dies würde jedes Mal von Erfolg gekrönt sein, wenn es nicht durch früheres Handeln [aus einem Vorleben] bedingt wäre.

tridvārām arthasiddhiṃ tu nānupaśyanti ye narāḥ tathaivānarthasiddhiṃ ca yathā lokās tathaiva te

Die Menschen aber, die das dreifach begründete Gelingen der Ziele nicht erkennen, und ebenso das Misslingen - sie urteilen eben wie die gewöhnliche Welt.

Wort für Wort
tridvārām arthasiddhiṃ tu nānupaśyanti ye narāḥ tathaivānarthasiddhiṃ ca yathā lokās tathaiva te
Die Menschen aber, die das dreifach begründete Gelingen der Ziele nicht erkennen, und ebenso das Misslingen - sie urteilen eben wie die gewöhnliche Welt.

kartavyaṃ tv eva karmeti manor eṣa viniścayaḥ ekāntena hy anīho 'yaṃ parābhavati pūruṣaḥ

„Handeln muss man jedenfalls“ - dies ist die feste Lehre Manus; denn wer gänzlich untätig ist, der Mensch, der unterliegt.

Wort für Wort
kartavyaṃ tv eva karmeti manor eṣa viniścayaḥ ekāntena hy anīho 'yaṃ parābhavati pūruṣaḥ
„Handeln muss man jedenfalls“ - dies ist die feste Lehre Manus; denn wer gänzlich untätig ist, der Mensch, der unterliegt.

kurvato hi bhavaty eva prāyeṇeha yudhiṣṭhira ekāntaphalasiddhiṃ tu na vindaty alasaḥ kva cit

Denn wer handelt, dem gelingt es meistens hier, Yudhiṣṭhira; ein Fauler aber erlangt niemals unbedingten Erfolg.

Wort für Wort
kurvato hi bhavaty eva prāyeṇeha yudhiṣṭhira ekāntaphalasiddhiṃ tu na vindaty alasaḥ kva cit
Denn wer handelt, dem gelingt es meistens hier, Yudhiṣṭhira; ein Fauler aber erlangt niemals unbedingten Erfolg.

asaṃbhave tv asya hetuḥ prāyaścittaṃ tu lakṣyate kṛte karmaṇi rājendra tathānṛṇyam avāpyate

Kommt der erwünschte Erfolg aber nicht zustande, so liegt dafür ein Grund vor, doch bleibt die Möglichkeit der Sühne bestehen; hat man aber gehandelt, o Herrscher der Könige, so erlangt man dennoch Schuldlosigkeit.

Wort für Wort
asaṃbhave tv asya hetuḥ prāyaścittaṃ tu lakṣyate kṛte karmaṇi rājendra tathānṛṇyam avāpyate
Kommt der erwünschte Erfolg aber nicht zustande, so liegt dafür ein Grund vor, doch bleibt die Möglichkeit der Sühne bestehen; hat man aber gehandelt, o Herrscher der Könige, so erlangt man dennoch Schuldlosigkeit.

alakṣmīr āviśaty enaṃ śayānam alasaṃ naram niḥsaṃśayaṃ phalaṃ labdhvā dakṣo bhūtim upāśnute

Unglück befällt den trägen, untätig daliegenden Mann; der Tüchtige aber genießt, nachdem er zweifellos Frucht erlangt hat, Wohlstand.

Wort für Wort
alakṣmīr āviśaty enaṃ śayānam alasaṃ naram niḥsaṃśayaṃ phalaṃ labdhvā dakṣo bhūtim upāśnute
Unglück befällt den trägen, untätig daliegenden Mann; der Tüchtige aber genießt, nachdem er zweifellos Frucht erlangt hat, Wohlstand.

anarthaṃ saṃśayāvasthaṃ vṛṇvate muktasaṃśayāḥ dhīrā narāḥ karmaratā na tu niḥsaṃśayaṃ kva cit

Selbst ein ungewisses Unheil nehmen die entschlossenen, am Handeln erfreuten Männer in Kauf, niemals aber ein gewisses, [das aus Untätigkeit folgt].

Wort für Wort
anarthaṃ saṃśayāvasthaṃ vṛṇvate muktasaṃśayāḥ dhīrā narāḥ karmaratā na tu niḥsaṃśayaṃ kva cit
Selbst ein ungewisses Unheil nehmen die entschlossenen, am Handeln erfreuten Männer in Kauf, niemals aber ein gewisses, [das aus Untätigkeit folgt].

ekāntena hy anartho 'yaṃ vartate 'smāsu sāṃpratam na tu niḥsaṃśayaṃ na syāt tvayi karmaṇy avasthite

Denn gegenwärtig besteht für uns gänzlich dieses Unheil; doch wäre es nicht mit Sicherheit von Dauer, wenn du dich dem Handeln zuwendest.

Wort für Wort
ekāntena hy anartho 'yaṃ vartate 'smāsu sāṃpratam na tu niḥsaṃśayaṃ na syāt tvayi karmaṇy avasthite
Denn gegenwärtig besteht für uns gänzlich dieses Unheil; doch wäre es nicht mit Sicherheit von Dauer, wenn du dich dem Handeln zuwendest.

atha vā siddhir eva syān mahimā tu tathaiva te vṛkodarasya bībhatsor bhrātroś ca yamayor api

Oder aber es würde sich Erfolg einstellen, und ebenso dein Ruhm wachsen, sowie der Vṛkodaras, Bībhatsus und auch der beiden Zwillingsbrüder.

Wort für Wort
atha vā siddhir eva syān mahimā tu tathaiva te vṛkodarasya bībhatsor bhrātroś ca yamayor api
Oder aber es würde sich Erfolg einstellen, und ebenso dein Ruhm wachsen, sowie der Vṛkodaras, Bībhatsus und auch der beiden Zwillingsbrüder.

anyeṣāṃ karma saphalam asmākam api vā punaḥ viprakarṣeṇa budhyeta kṛtakarmā yathā phalam

Ob das Handeln anderer fruchtbringend ist, oder auch unser eigenes wiederum, das erkenne man erst im Nachhinein, so wie sich die Frucht der vollbrachten Tat erst zeigt.

Wort für Wort
anyeṣāṃ karma saphalam asmākam api vā punaḥ viprakarṣeṇa budhyeta kṛtakarmā yathā phalam
Ob das Handeln anderer fruchtbringend ist, oder auch unser eigenes wiederum, das erkenne man erst im Nachhinein, so wie sich die Frucht der vollbrachten Tat erst zeigt.

pṛthivīṃ lāṅgalenaiva bhittvā bījaṃ vapaty uta āste 'tha karṣakas tūṣṇīṃ parjanyas tatra kāraṇam

Nachdem er die Erde mit dem Pflug aufgebrochen und die Saat ausgestreut hat, verharrt der Bauer schweigend; die Ursache dabei ist dann der Regengott Parjanya.

Wort für Wort
pṛthivīṃ lāṅgalenaiva bhittvā bījaṃ vapaty uta āste 'tha karṣakas tūṣṇīṃ parjanyas tatra kāraṇam
Nachdem er die Erde mit dem Pflug aufgebrochen und die Saat ausgestreut hat, verharrt der Bauer schweigend; die Ursache dabei ist dann der Regengott Parjanya.

vṛṣṭiś cen nānugṛhṇīyād anenās tatra karṣakaḥ yad anyaḥ puruṣaḥ kuryāt kṛtaṃ tat sakalaṃ mayā

Sollte der Regen seine Gunst nicht erweisen, so trifft dabei den Bauer keine Schuld; was ein anderer Mensch täte, könnte er sagen: „Ich habe das Meinige vollständig getan.“

Wort für Wort
vṛṣṭiś cen nānugṛhṇīyād anenās tatra karṣakaḥ yad anyaḥ puruṣaḥ kuryāt kṛtaṃ tat sakalaṃ mayā
Sollte der Regen seine Gunst nicht erweisen, so trifft dabei den Bauer keine Schuld; was ein anderer Mensch täte, könnte er sagen: „Ich habe das Meinige vollständig getan.“

tac ced aphalam asmākaṃ nāparādho 'sti naḥ kva cit iti dhīro 'nvavekṣyaiva nātmānaṃ tatra garhayet

„Wenn dies, unser Handeln, fruchtlos bleibt, liegt darin keinerlei Verschulden unsererseits“ - so soll ein Weiser, dies bedenkend, sich selbst deswegen nicht tadeln.

Wort für Wort
tac ced aphalam asmākaṃ nāparādho 'sti naḥ kva cit iti dhīro 'nvavekṣyaiva nātmānaṃ tatra garhayet
„Wenn dies, unser Handeln, fruchtlos bleibt, liegt darin keinerlei Verschulden unsererseits“ - so soll ein Weiser, dies bedenkend, sich selbst deswegen nicht tadeln.

kurvato nārthasiddhir me bhavatīti ha bhārata nirvedo nātra gantavyo dvāv etau hy asya karmaṇaḥ siddhir vāpy atha vāsiddhir apravṛttir ato 'nyathā

„Obwohl ich handle, gelingt mir das Ziel nicht“ - deswegen, o Bhārata, darf man nicht in Verzweiflung verfallen; denn diese Tat hat nur zwei mögliche Ausgänge: Gelingen oder Misslingen; Untätigkeit ist demgegenüber etwas gänzlich anderes und Schlechteres.

Wort für Wort
kurvato nārthasiddhir me bhavatīti ha bhārata nirvedo nātra gantavyo dvāv etau hy asya karmaṇaḥ siddhir vāpy atha vāsiddhir apravṛttir ato 'nyathā
„Obwohl ich handle, gelingt mir das Ziel nicht“ - deswegen, o Bhārata, darf man nicht in Verzweiflung verfallen; denn diese Tat hat nur zwei mögliche Ausgänge: Gelingen oder Misslingen; Untätigkeit ist demgegenüber etwas gänzlich anderes und Schlechteres.

bahūnāṃ samavāye hi bhāvānāṃ karma sidhyati guṇābhāve phalaṃ nyūnaṃ bhavaty aphalam eva vā anārambhe tu na phalaṃ na guṇo dṛśyate 'cyuta

Denn durch das Zusammentreffen vieler Umstände gelingt eine Tat; fehlt eine gute Voraussetzung, wird die Frucht geringer oder bleibt gar aus; bei Nicht-Beginnen aber zeigt sich weder Frucht noch irgendein Vorteil, o Unvergänglicher.

Wort für Wort
bahūnāṃ samavāye hi bhāvānāṃ karma sidhyati guṇābhāve phalaṃ nyūnaṃ bhavaty aphalam eva vā anārambhe tu na phalaṃ na guṇo dṛśyate 'cyuta
Denn durch das Zusammentreffen vieler Umstände gelingt eine Tat; fehlt eine gute Voraussetzung, wird die Frucht geringer oder bleibt gar aus; bei Nicht-Beginnen aber zeigt sich weder Frucht noch irgendein Vorteil, o Unvergänglicher.

deśakālāv upāyāṃś ca maṅgalaṃ svasti vṛddhaye yunakti medhayā dhīro yathāśakti yathābalam

Ort und Zeit, die Mittel, günstige Vorzeichen und Segenswünsche verbindet der Weise mit Klugheit, nach Vermögen und nach Kraft, zum Gedeihen seines Vorhabens.

Wort für Wort
deśakālāv upāyāṃś ca maṅgalaṃ svasti vṛddhaye yunakti medhayā dhīro yathāśakti yathābalam
Ort und Zeit, die Mittel, günstige Vorzeichen und Segenswünsche verbindet der Weise mit Klugheit, nach Vermögen und nach Kraft, zum Gedeihen seines Vorhabens.

apramattena tat kāryam upadeṣṭā parākramaḥ bhūyiṣṭhaṃ karmayogeṣu sarva eva parākramaḥ

Dies muss unbeirrt getan werden; die Tatkraft selbst ist der beste Lehrmeister; bei den meisten Unternehmungen ist es eben die Tatkraft, die alles entscheidet.

Wort für Wort
apramattena tat kāryam upadeṣṭā parākramaḥ bhūyiṣṭhaṃ karmayogeṣu sarva eva parākramaḥ
Dies muss unbeirrt getan werden; die Tatkraft selbst ist der beste Lehrmeister; bei den meisten Unternehmungen ist es eben die Tatkraft, die alles entscheidet.

yaṃ tu dhīro 'nvavekṣeta śreyāṃsaṃ bahubhir guṇaiḥ sāmnaivārthaṃ tato lipset karma cāsmai prayojayet

Wen aber der Weise als überlegen an vielen Vorzügen erkennt, von dem soll er sein Ziel allein durch versöhnliche Rede zu erlangen suchen und ihm die gemeinsame Sache anvertrauen.

Wort für Wort
yaṃ tu dhīro 'nvavekṣeta śreyāṃsaṃ bahubhir guṇaiḥ sāmnaivārthaṃ tato lipset karma cāsmai prayojayet
Wen aber der Weise als überlegen an vielen Vorzügen erkennt, von dem soll er sein Ziel allein durch versöhnliche Rede zu erlangen suchen und ihm die gemeinsame Sache anvertrauen.

vyasanaṃ vāsya kāṅkṣeta vināśaṃ vā yudhiṣṭhira api sindhor girer vāpi kiṃ punar martyadharmiṇaḥ

Oder er möge dessen Verderben oder Untergang erwarten, Yudhiṣṭhira - selbst der eines Meeres oder Berges kann eintreten - wie viel eher dann der eines Sterblichen.

Wort für Wort
vyasanaṃ vāsya kāṅkṣeta vināśaṃ vā yudhiṣṭhira api sindhor girer vāpi kiṃ punar martyadharmiṇaḥ
Oder er möge dessen Verderben oder Untergang erwarten, Yudhiṣṭhira - selbst der eines Meeres oder Berges kann eintreten - wie viel eher dann der eines Sterblichen.

utthānayuktaḥ satataṃ pareṣām antaraiṣaṇe ānṛṇyam āpnoti naraḥ parasyātmana eva ca

Ein Mann, der beständig um die Schwachstelle der anderen bemüht ist, erlangt Schuldlosigkeit sowohl gegenüber dem anderen als auch gegenüber sich selbst.

Wort für Wort
utthānayuktaḥ satataṃ pareṣām antaraiṣaṇe ānṛṇyam āpnoti naraḥ parasyātmana eva ca
Ein Mann, der beständig um die Schwachstelle der anderen bemüht ist, erlangt Schuldlosigkeit sowohl gegenüber dem anderen als auch gegenüber sich selbst.

na caivātmāvamantavyaḥ puruṣeṇa kadā cana na hy ātmaparibhūtasya bhūtir bhavati bhārata

Niemals darf sich ein Mensch selbst verachten; denn wer sich selbst verachtet, dem wird kein Gedeihen zuteil, o Bhārata.

Wort für Wort
na caivātmāvamantavyaḥ puruṣeṇa kadā cana na hy ātmaparibhūtasya bhūtir bhavati bhārata
Niemals darf sich ein Mensch selbst verachten; denn wer sich selbst verachtet, dem wird kein Gedeihen zuteil, o Bhārata.

evaṃ saṃsthitikā siddhir iyaṃ lokasya bhārata citrā siddhigatiḥ proktā kālāvasthāvibhāgataḥ

So ist dieses Gelingen in der Welt begründet, o Bhārata; mannigfaltig wird der Weg des Gelingens gelehrt, je nach der Aufteilung von Zeit und Umständen.

Wort für Wort
evaṃ saṃsthitikā siddhir iyaṃ lokasya bhārata citrā siddhigatiḥ proktā kālāvasthāvibhāgataḥ
So ist dieses Gelingen in der Welt begründet, o Bhārata; mannigfaltig wird der Weg des Gelingens gelehrt, je nach der Aufteilung von Zeit und Umständen.

brāhmaṇaṃ me pitā pūrvaṃ vāsayām āsa paṇḍitam so 'smā artham imaṃ prāha pitre me bharatarṣabha

Mein Vater ließ einst einen gelehrten Brāhmaṇa bei sich wohnen; dieser trug meinem Vater diese Lehre vor, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
brāhmaṇaṃ me pitā pūrvaṃ vāsayām āsa paṇḍitam so 'smā artham imaṃ prāha pitre me bharatarṣabha
Mein Vater ließ einst einen gelehrten Brāhmaṇa bei sich wohnen; dieser trug meinem Vater diese Lehre vor, o Stier der Bharatas.

nītiṃ bṛhaspatiproktāṃ bhrātṝn me 'grāhayat purā teṣāṃ sāṃkathyam aśrauṣam aham etat tadā gṛhe

Die von Bṛhaspati verkündete Staatsklugheit ließ er einst meine Brüder erlernen; dieses ihr Gespräch hörte ich damals im Haus.

Wort für Wort
nītiṃ bṛhaspatiproktāṃ bhrātṝn me 'grāhayat purā teṣāṃ sāṃkathyam aśrauṣam aham etat tadā gṛhe
Die von Bṛhaspati verkündete Staatsklugheit ließ er einst meine Brüder erlernen; dieses ihr Gespräch hörte ich damals im Haus.

sa māṃ rājan karmavatīm āgatām āha sāntvayan śuśrūṣamāṇām āsīnāṃ pitur aṅke yudhiṣṭhira

Er sprach, mich, o König, als ich, mit einer Arbeit beschäftigt, herangekommen war, tröstend an, während ich, aufmerksam zuhörend, auf dem Schoß meines Vaters saß, Yudhiṣṭhira.“

Wort für Wort
sa māṃ rājan karmavatīm āgatām āha sāntvayan śuśrūṣamāṇām āsīnāṃ pitur aṅke yudhiṣṭhira
Er sprach, mich, o König, als ich, mit einer Arbeit beschäftigt, herangekommen war, tröstend an, während ich, aufmerksam zuhörend, auf dem Schoß meines Vaters saß, Yudhiṣṭhira.“

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