Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 143: Gandhamādanapraveśe Mahāvātavarṣam Der gewaltige Sturm beim Betreten des Gandhamādana

Die Pāṇḍavas ziehen mit Draupadī und den Brahmanen bewaffnet durch liebliche Landschaften zum Berg Gandhamādana. Beim Betreten des Berges bricht ein gewaltiger Sturm mit Staub, Wind und Hagel los, der jede Sicht und Verständigung unmöglich macht; verängstigt suchen alle einzeln Schutz - Bhīma nimmt Draupadī mit sich, die anderen verbergen sich bei Bäumen und am Berghang. Nach dem Abklingen des Sturms und des folgenden Regens sammeln sich alle wieder und setzen ihre Reise zum Gandhamādana fort.

vaiśaṃpāyana uvāca te śūrās tatadhanvānas tūṇavantaḥ samārgaṇāḥ baddhagodhāṅgulitrāṇāḥ khadgavanto 'mitaujasaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Jene Helden, mit gespannten Bögen, mit Köchern und Pfeilen versehen, mit angelegten Fingerschützern aus Eidechsenleder, mit Schwertern bewaffnet, von unermesslicher Kraft,

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca te śūrās tatadhanvānas tūṇavantaḥ samārgaṇāḥ baddhagodhāṅgulitrāṇāḥ khadgavanto 'mitaujasaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Jene Helden, mit gespannten Bögen, mit Köchern und Pfeilen versehen, mit angelegten Fingerschützern aus Eidechsenleder, mit Schwertern bewaffnet, von unermesslicher Kraft,

parigṛhya dvijaśreṣṭhāñ śreṣṭhāḥ sarvadhanuṣmatām pāñcālīsahitā rājan prayayur gandhamādanam

die Vorzüglichsten aller Bogenschützen, begleiteten die besten der Zweifachgeborenen und zogen, zusammen mit der Pāñcālī, o König, zum Gandhamādana.

Wort für Wort
parigṛhya dvijaśreṣṭhāñ śreṣṭhāḥ sarvadhanuṣmatām pāñcālīsahitā rājan prayayur gandhamādanam
die Vorzüglichsten aller Bogenschützen, begleiteten die besten der Zweifachgeborenen und zogen, zusammen mit der Pāñcālī, o König, zum Gandhamādana.

sarāṃsi saritaś caiva parvatāṃś ca vanāni ca vṛkṣāṃś ca bahulacchāyān dadṛśur girimūrdhani nityapuṣpaphalān deśān devarṣigaṇasevitān

Sie sahen Seen und Flüsse, Berge und Wälder, und Bäume mit reichlichem Schatten auf den Berggipfeln, und Gegenden mit beständigen Blüten und Früchten, von Scharen göttlicher Weiser aufgesucht.

Wort für Wort
sarāṃsi saritaś caiva parvatāṃś ca vanāni ca vṛkṣāṃś ca bahulacchāyān dadṛśur girimūrdhani nityapuṣpaphalān deśān devarṣigaṇasevitān
Sie sahen Seen und Flüsse, Berge und Wälder, und Bäume mit reichlichem Schatten auf den Berggipfeln, und Gegenden mit beständigen Blüten und Früchten, von Scharen göttlicher Weiser aufgesucht.

ātmany ātmānam ādhāya vīrā mūlaphalāśanāḥ cerur uccāvacākārān deśān viṣamasaṃkaṭān paśyanto mṛgajātāni bahūni vividhāni ca

In sich selbst gesammelt, von Wurzeln und Früchten lebend, zogen die Helden durch Gegenden von wechselnder Gestalt, schwierig und eng, und erblickten viele und mannigfaltige Arten von Wildtieren.

Wort für Wort
ātmany ātmānam ādhāya vīrā mūlaphalāśanāḥ cerur uccāvacākārān deśān viṣamasaṃkaṭān paśyanto mṛgajātāni bahūni vividhāni ca
In sich selbst gesammelt, von Wurzeln und Früchten lebend, zogen die Helden durch Gegenden von wechselnder Gestalt, schwierig und eng, und erblickten viele und mannigfaltige Arten von Wildtieren.

ṛṣisiddhāmarayutaṃ gandharvāpsarasāṃ priyam viviśus te mahātmānaḥ kiṃnarācaritaṃ girim

Die Hochgesinnten betraten den Berg, der von Weisen, Siddhas und Unsterblichen bewohnt war, den Gandharvas und Apsaras lieb, von Kiṃnaras durchwandert.

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ṛṣisiddhāmarayutaṃ gandharvāpsarasāṃ priyam viviśus te mahātmānaḥ kiṃnarācaritaṃ girim
Die Hochgesinnten betraten den Berg, der von Weisen, Siddhas und Unsterblichen bewohnt war, den Gandharvas und Apsaras lieb, von Kiṃnaras durchwandert.

praviśatsv atha vīreṣu parvataṃ gandhamādanam caṇḍavātaṃ mahad varṣaṃ prādurāsīt viśāṃ pate

Während die Helden den Berg Gandhamādana betraten, erhob sich, o Herr der Untertanen, ein gewaltiger Sturm mit heftigem Wind und Regen.

Wort für Wort
praviśatsv atha vīreṣu parvataṃ gandhamādanam caṇḍavātaṃ mahad varṣaṃ prādurāsīt viśāṃ pate
Während die Helden den Berg Gandhamādana betraten, erhob sich, o Herr der Untertanen, ein gewaltiger Sturm mit heftigem Wind und Regen.

tato reṇuḥ samudbhūtaḥ sapatrabahulo mahān pṛthivīṃ cāntarikṣaṃ ca dyāṃ caiva tamasāvṛṇot

Da entstand gewaltiger Staub, voller Blätter, der die Erde, den Luftraum und den Himmel mit Finsternis umhüllte.

Wort für Wort
tato reṇuḥ samudbhūtaḥ sapatrabahulo mahān pṛthivīṃ cāntarikṣaṃ ca dyāṃ caiva tamasāvṛṇot
Da entstand gewaltiger Staub, voller Blätter, der die Erde, den Luftraum und den Himmel mit Finsternis umhüllte.

na sma prajñāyate kiṃ cid āvṛte vyomni reṇunā na cāpi śekus te kartum anyonyasyābhibhāṣaṇam

Nichts mehr war erkennbar, da der Himmel vom Staub verhüllt war; und sie vermochten auch nicht, sich einander anzusprechen.

Wort für Wort
na sma prajñāyate kiṃ cid āvṛte vyomni reṇunā na cāpi śekus te kartum anyonyasyābhibhāṣaṇam
Nichts mehr war erkennbar, da der Himmel vom Staub verhüllt war; und sie vermochten auch nicht, sich einander anzusprechen.

na cāpaśyanta te 'nyonyaṃ tamasā hatacakṣuṣaḥ ākṛṣyamāṇā vātena sāśmacūrṇena bhārata

Sie sahen einander nicht mehr, ihre Augen von der Finsternis geschlagen, mitgerissen von dem Wind, der Steinstaub mit sich führte, o Bhārata.

Wort für Wort
na cāpaśyanta te 'nyonyaṃ tamasā hatacakṣuṣaḥ ākṛṣyamāṇā vātena sāśmacūrṇena bhārata
Sie sahen einander nicht mehr, ihre Augen von der Finsternis geschlagen, mitgerissen von dem Wind, der Steinstaub mit sich führte, o Bhārata.

drumāṇāṃ vātabhagnānāṃ patatāṃ bhūtale bhṛśam anyeṣāṃ ca mahījānāṃ śabdaḥ samabhavan mahān

Von den vom Wind zerbrochenen und heftig zur Erde stürzenden Bäumen, und von anderen erdgewachsenen Dingen, entstand ein gewaltiger Lärm.

Wort für Wort
drumāṇāṃ vātabhagnānāṃ patatāṃ bhūtale bhṛśam anyeṣāṃ ca mahījānāṃ śabdaḥ samabhavan mahān
Von den vom Wind zerbrochenen und heftig zur Erde stürzenden Bäumen, und von anderen erdgewachsenen Dingen, entstand ein gewaltiger Lärm.

dyauḥ svit patati kiṃ bhūmau dīryante parvatā nu kim iti te menire sarve pavanena vimohitāḥ

'Fällt etwa der Himmel auf die Erde? Oder bersten die Berge?' - so dachten sie alle, von dem Sturm verwirrt.

Wort für Wort
dyauḥ svit patati kiṃ bhūmau dīryante parvatā nu kim iti te menire sarve pavanena vimohitāḥ
'Fällt etwa der Himmel auf die Erde? Oder bersten die Berge?' - so dachten sie alle, von dem Sturm verwirrt.

te yathānantarān vṛkṣān valmīkān viṣamāṇi ca pāṇibhiḥ parimārganto bhītā vāyor nililyire

Sie, sich mit den Händen zu den nächstgelegenen Bäumen, Ameisenhügeln und unebenen Stellen vortastend, verbargen sich, erschrocken, vor dem Wind.

Wort für Wort
te yathānantarān vṛkṣān valmīkān viṣamāṇi ca pāṇibhiḥ parimārganto bhītā vāyor nililyire
Sie, sich mit den Händen zu den nächstgelegenen Bäumen, Ameisenhügeln und unebenen Stellen vortastend, verbargen sich, erschrocken, vor dem Wind.

tataḥ kārmukam udyamya bhīmaseno mahābalaḥ kṛṣṇām ādāya saṃgatyā tasthāv āśritya pādapam

Da erhob der überaus starke Bhīmasena seinen Bogen, nahm Kṛṣṇā zusammen mit sich und stand, sich an einen Baum lehnend.

Wort für Wort
tataḥ kārmukam udyamya bhīmaseno mahābalaḥ kṛṣṇām ādāya saṃgatyā tasthāv āśritya pādapam
Da erhob der überaus starke Bhīmasena seinen Bogen, nahm Kṛṣṇā zusammen mit sich und stand, sich an einen Baum lehnend.

dharmarājaś ca dhaumyaś ca nililyāte mahāvane agnihotrāṇy upādāya sahadevas tu parvate

Der Dharmarāja und Dhaumya verbargen sich im großen Wald; Sahadeva aber, die Feueropfergeräte an sich nehmend, verbarg sich am Berghang.

Wort für Wort
dharmarājaś ca dhaumyaś ca nililyāte mahāvane agnihotrāṇy upādāya sahadevas tu parvate
Der Dharmarāja und Dhaumya verbargen sich im großen Wald; Sahadeva aber, die Feueropfergeräte an sich nehmend, verbarg sich am Berghang.

nakulo brāhmaṇāś cānye lomaśaś ca mahātapāḥ vṛkṣān āsādya saṃtrastās tatra tatra nililyire

Nakula, die anderen Brahmanen und Lomaśa, der von gewaltiger Askese Erfüllte, erreichten Bäume und verbargen sich, erschrocken, da und dort.

Wort für Wort
nakulo brāhmaṇāś cānye lomaśaś ca mahātapāḥ vṛkṣān āsādya saṃtrastās tatra tatra nililyire
Nakula, die anderen Brahmanen und Lomaśa, der von gewaltiger Askese Erfüllte, erreichten Bäume und verbargen sich, erschrocken, da und dort.

mandībhūte ca pavane tasmin rajasi śāmyati mahadbhiḥ pṛṣatais tūrṇaṃ varṣam abhyājagāma ha

Als der Wind sich legte und jener Staub sich beruhigte, kam sogleich mit gewaltigen Tropfen ein Regen herab.

Wort für Wort
mandībhūte ca pavane tasmin rajasi śāmyati mahadbhiḥ pṛṣatais tūrṇaṃ varṣam abhyājagāma ha
Als der Wind sich legte und jener Staub sich beruhigte, kam sogleich mit gewaltigen Tropfen ein Regen herab.

tato 'śmasahitā dhārāḥ saṃvṛṇvantyaḥ samantataḥ prapetur aniśaṃ tatra śīghravātasamīritāḥ

Da fielen unaufhörlich Regenströme, mit Hagelsteinen vermischt, ringsum alles verhüllend, von dem heftigen Wind dorthin getrieben.

Wort für Wort
tato 'śmasahitā dhārāḥ saṃvṛṇvantyaḥ samantataḥ prapetur aniśaṃ tatra śīghravātasamīritāḥ
Da fielen unaufhörlich Regenströme, mit Hagelsteinen vermischt, ringsum alles verhüllend, von dem heftigen Wind dorthin getrieben.

tataḥ sāgaragā āpaḥ kīryamāṇāḥ samantataḥ prādurāsan sakalusāḥ phenavatyo viśāṃ pate

Da entstanden, ringsum sich ergießend, zum Meer strömende Wasser, trübe und schaumbedeckt, o Herr der Untertanen,

Wort für Wort
tataḥ sāgaragā āpaḥ kīryamāṇāḥ samantataḥ prādurāsan sakalusāḥ phenavatyo viśāṃ pate
Da entstanden, ringsum sich ergießend, zum Meer strömende Wasser, trübe und schaumbedeckt, o Herr der Untertanen,

vahantyo vāri bahulaṃ phenoḍupapariplutam parisasrur mahāśabdāḥ prakarṣantyo mahīruhān

die reichlich Wasser mit sich führten, von Schaumbällen überflutet, mit gewaltigem Getöse dahinströmend, Bäume mit sich reißend.

Wort für Wort
vahantyo vāri bahulaṃ phenoḍupapariplutam parisasrur mahāśabdāḥ prakarṣantyo mahīruhān
die reichlich Wasser mit sich führten, von Schaumbällen überflutet, mit gewaltigem Getöse dahinströmend, Bäume mit sich reißend.

tasminn uparate varṣe vāte ca samatāṃ gate gate hy ambhasi nimnāni prādurbhūte divākare

Als jener Regen aufgehört hatte und der Wind sich beruhigt hatte, als das Wasser in die Niederungen abgeflossen war und die Sonne wieder erschien,

Wort für Wort
tasminn uparate varṣe vāte ca samatāṃ gate gate hy ambhasi nimnāni prādurbhūte divākare
Als jener Regen aufgehört hatte und der Wind sich beruhigt hatte, als das Wasser in die Niederungen abgeflossen war und die Sonne wieder erschien,

nirjagmus te śanaiḥ sarve samājagmuś ca bhārata pratasthuś ca punar vīrāḥ parvataṃ gandhamādanam

da kamen sie alle langsam hervor und versammelten sich wieder, o Bhārata; und die Helden brachen von neuem auf zum Berg Gandhamādana.

Wort für Wort
nirjagmus te śanaiḥ sarve samājagmuś ca bhārata pratasthuś ca punar vīrāḥ parvataṃ gandhamādanam
da kamen sie alle langsam hervor und versammelten sich wieder, o Bhārata; und die Helden brachen von neuem auf zum Berg Gandhamādana.

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