Kapitel 23: Śālvavadhaḥ
Die Vernichtung Śālvas und Saubhas durch den Sudarśana-Diskus und der Abschied der Könige
Kṛṣṇas Erzählung endet: Trotz Śālvas Zauberkunst - Unsichtbarkeit, Bergregen, ein alle Richtungen erfüllender Lärm - besiegt Kṛṣṇa mit der klangfolgenden Waffe und dem Vajra die Dānavas und Berge. Von seinem Wagenlenker gemahnt, entsendet er schließlich den Sudarśana-Diskus, der Saubha entzweispaltet und Śālva selbst tötet. Kṛṣṇa kehrt siegreich nach Dvārakā heim, ohne zuvor Hastināpura besucht zu haben, da sonst Duryodhana durch seinen Zorn nicht überlebt hätte. Die Rückerzählung schließt; Vaiśaṃpāyana berichtet, wie sich Kṛṣṇa von den Pāṇḍavas verabschiedet, und wie auch Dhṛṣṭadyumna, Dhṛṣṭaketu, die Kekayas und die übrigen Besucher aus Kāmyaka abreisen, während Yudhiṣṭhira zu neuem Aufbruch rüstet.
Vāsudeva sprach: Darauf, o Bester der Bharatas, ergriff ich meinen schönen Bogen und ließ mit Pfeilen die Köpfe der Götterfeinde von Saubha herabfallen.
Vāsudeva sprach: Darauf, o Bester der Bharatas, ergriff ich meinen schönen Bogen und ließ mit Pfeilen die Köpfe der Götterfeinde von Saubha herabfallen.
Und Pfeile von der Gestalt giftiger Schlangen, nach oben fliegend, von scharfer Glut, wohlgefiedert, vom Śārṅga abgeschossen, entsandte ich gegen den König Śālva.
Und Pfeile von der Gestalt giftiger Schlangen, nach oben fliegend, von scharfer Glut, wohlgefiedert, vom Śārṅga abgeschossen, entsandte ich gegen den König Śālva.
Darauf, mit Bergen überhäuft, samt meinen Rossen, meinem Wagenlenker und meinem Banner, geriet ich, o König, unter den Bergen begraben, in Unsichtbarkeit.
Darauf, mit Bergen überhäuft, samt meinen Rossen, meinem Wagenlenker und meinem Banner, geriet ich, o König, unter den Bergen begraben, in Unsichtbarkeit.
dviṣatāṃ ca praharṣo 'bhūd ārtiś cādviṣatām api evaṃ vijitavān vīra paścād aśrauṣam acyuta
Und Freude entstand bei den Feinden, Schmerz aber auch bei den Nicht-Feinden; so [scheinbar] besiegt - dies hörte ich, Held, erst später, o Acyuta [?].
Wort für Wort
dviṣatāṃ ca praharṣo 'bhūd ārtiś cādviṣatām api evaṃ vijitavān vīra paścād aśrauṣam acyuta
Und Freude entstand bei den Feinden, Schmerz aber auch bei den Nicht-Feinden; so [scheinbar] besiegt - dies hörte ich, Held, erst später, o Acyuta [?].
[Anm.: Die Anrede „Acyuta“ (ein Beiname Kṛṣṇas) an dieser Stelle ist auffällig, da Kṛṣṇa selbst der Sprecher ist; möglicherweise ein formelhafter, dem Versmaß geschuldeter Vokativ im überlieferten Text.]
Darauf sprach zu mir der Wagenlenker, mit gefalteten Händen, sich verneigend, o König: „Betrachte wohl, Nachkomme der Vṛṣṇis, wie Śālva, der Herr von Saubha, dasteht.
Darauf sprach zu mir der Wagenlenker, mit gefalteten Händen, sich verneigend, o König: „Betrachte wohl, Nachkomme der Vṛṣṇis, wie Śālva, der Herr von Saubha, dasteht.
na śatrur avamantavyo durbalo 'pi balīyasā yo 'pi syāt pīṭhagaḥ kaś cit kiṃ punaḥ samare sthitaḥ
Ein Feind darf nicht verachtet werden, selbst wenn er schwach ist, vom Stärkeren, sei er auch nur ein Sitzender - wie viel mehr, wenn er im Kampf steht.
Wort für Wort
na śatrur avamantavyo durbalo 'pi balīyasā yo 'pi syāt pīṭhagaḥ kaś cit kiṃ punaḥ samare sthitaḥ
Ein Feind darf nicht verachtet werden, selbst wenn er schwach ist, vom Stärkeren, sei er auch nur ein Sitzender - wie viel mehr, wenn er im Kampf steht.
Nachdem ich, o Sohn der Kuntī, diese und ähnliche Worte des Wagenlenkers gehört und erkannt hatte, dass dies die Wahrheit sei, richtete ich meinen Sinn auf den Kampf.
Nachdem ich, o Sohn der Kuntī, diese und ähnliche Worte des Wagenlenkers gehört und erkannt hatte, dass dies die Wahrheit sei, richtete ich meinen Sinn auf den Kampf.
jahi saubhaṃ svavīryeṇa ye cātra ripavo mama ity uktvā bhujavīryeṇa tasmai prāhiṇavaṃ ruṣā
„Zerstöre Saubha mit deiner eigenen Kraft, und auch alle, die hier meine Feinde sind“ - so sprechend, schleuderte ich es mit der Kraft meines Armes im Zorn dorthin.
Wort für Wort
jahi saubhaṃ svavīryeṇa ye cātra ripavo mama ity uktvā bhujavīryeṇa tasmai prāhiṇavaṃ ruṣā
„Zerstöre Saubha mit deiner eigenen Kraft, und auch alle, die hier meine Feinde sind“ - so sprechend, schleuderte ich es mit der Kraft meines Armes im Zorn dorthin.
Nachdem ich so Śālva im Kampf erschlagen und Saubha zu Fall gebracht hatte, kehrte ich in das Land der Ānartas zurück und brachte meinen Freunden Freude.
Nachdem ich so Śālva im Kampf erschlagen und Saubha zu Fall gebracht hatte, kehrte ich in das Land der Ānartas zurück und brachte meinen Freunden Freude.
etasmāt kāraṇād rājan nāgamaṃ nāgasāhvayam yady agāṃ paravīraghna na hi jīvet suyodhanaḥ
Aus diesem Grund, o König, kam ich nicht nach Nāgasāhvaya [Hastināpura]; wäre ich dorthin gegangen, Feindeshelden-Töter, so würde Suyodhana nicht mehr leben.“
Wort für Wort
etasmāt kāraṇād rājan nāgamaṃ nāgasāhvayam yady agāṃ paravīraghna na hi jīvet suyodhanaḥ
Aus diesem Grund, o König, kam ich nicht nach Nāgasāhvaya [Hastināpura]; wäre ich dorthin gegangen, Feindeshelden-Töter, so würde Suyodhana nicht mehr leben.“
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem der starkarmige Madhusūdana, der Beste der Männer, so zum Kaurava [Yudhiṣṭhira] gesprochen hatte, nahm der Weise Abschied von den Pāṇḍavas und brach auf.
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem der starkarmige Madhusūdana, der Beste der Männer, so zum Kaurava [Yudhiṣṭhira] gesprochen hatte, nahm der Weise Abschied von den Pāṇḍavas und brach auf.
abhivādya mahābāhur dharmarājaṃ yudhiṣṭhiram rājñā mūrdhany upāghrāto bhīmena ca mahābhujaḥ
Der Starkarmige verneigte sich vor dem Dharma-König Yudhiṣṭhira und wurde vom König sowie vom starkarmigen Bhīma zärtlich auf den Kopf geküsst.
Wort für Wort
abhivādya mahābāhur dharmarājaṃ yudhiṣṭhiram rājñā mūrdhany upāghrāto bhīmena ca mahābhujaḥ
Der Starkarmige verneigte sich vor dem Dharma-König Yudhiṣṭhira und wurde vom König sowie vom starkarmigen Bhīma zärtlich auf den Kopf geküsst.
[Anm.: „Upāghrāta“ bedeutet wörtlich „berochen“; das Riechen am Scheitel war im alten Indien eine übliche Geste zärtlicher Zuneigung, vergleichbar einem Kuss.]
Nachdem darauf der Dāśārha [Kṛṣṇa] abgereist war, zog auch Dhṛṣṭadyumna, der Sohn des Pṛṣata, die Söhne Draupadīs mitnehmend, damals in seine eigene Stadt.
Nachdem darauf der Dāśārha [Kṛṣṇa] abgereist war, zog auch Dhṛṣṭadyumna, der Sohn des Pṛṣata, die Söhne Draupadīs mitnehmend, damals in seine eigene Stadt.
Auch die Kekayas, vom Sohn der Kuntī, dem von unermesslicher Kraft, verabschiedet, nahmen von allen Pāṇḍavas Abschied und zogen ebenfalls fort, o Bhārata.
Auch die Kekayas, vom Sohn der Kuntī, dem von unermesslicher Kraft, verabschiedet, nahmen von allen Pāṇḍavas Abschied und zogen ebenfalls fort, o Bhārata.