Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 23: Śālvavadhaḥ Die Vernichtung Śālvas und Saubhas durch den Sudarśana-Diskus und der Abschied der Könige

Kṛṣṇas Erzählung endet: Trotz Śālvas Zauberkunst - Unsichtbarkeit, Bergregen, ein alle Richtungen erfüllender Lärm - besiegt Kṛṣṇa mit der klangfolgenden Waffe und dem Vajra die Dānavas und Berge. Von seinem Wagenlenker gemahnt, entsendet er schließlich den Sudarśana-Diskus, der Saubha entzweispaltet und Śālva selbst tötet. Kṛṣṇa kehrt siegreich nach Dvārakā heim, ohne zuvor Hastināpura besucht zu haben, da sonst Duryodhana durch seinen Zorn nicht überlebt hätte. Die Rückerzählung schließt; Vaiśaṃpāyana berichtet, wie sich Kṛṣṇa von den Pāṇḍavas verabschiedet, und wie auch Dhṛṣṭadyumna, Dhṛṣṭaketu, die Kekayas und die übrigen Besucher aus Kāmyaka abreisen, während Yudhiṣṭhira zu neuem Aufbruch rüstet.

vāsudeva uvāca tato 'haṃ bharataśreṣṭha pragṛhya ruciraṃ dhanuḥ śarair apātayaṃ saubhāc chirāṃsi vibudhadviṣām

Vāsudeva sprach: Darauf, o Bester der Bharatas, ergriff ich meinen schönen Bogen und ließ mit Pfeilen die Köpfe der Götterfeinde von Saubha herabfallen.

Wort für Wort
vāsudeva uvāca tato 'haṃ bharataśreṣṭha pragṛhya ruciraṃ dhanuḥ śarair apātayaṃ saubhāc chirāṃsi vibudhadviṣām
Vāsudeva sprach: Darauf, o Bester der Bharatas, ergriff ich meinen schönen Bogen und ließ mit Pfeilen die Köpfe der Götterfeinde von Saubha herabfallen.

śarāṃś cāśīviṣākārān ūrdhvagāṃs tigmatejasaḥ apraiṣaṃ śālvarājāya śārṅgamuktān suvāsasaḥ

Und Pfeile von der Gestalt giftiger Schlangen, nach oben fliegend, von scharfer Glut, wohlgefiedert, vom Śārṅga abgeschossen, entsandte ich gegen den König Śālva.

Wort für Wort
śarāṃś cāśīviṣākārān ūrdhvagāṃs tigmatejasaḥ apraiṣaṃ śālvarājāya śārṅgamuktān suvāsasaḥ
Und Pfeile von der Gestalt giftiger Schlangen, nach oben fliegend, von scharfer Glut, wohlgefiedert, vom Śārṅga abgeschossen, entsandte ich gegen den König Śālva.

tato nādṛśyata tadā saubhaṃ kurukulodvaha antarhitaṃ māyayābhūt tato 'haṃ vismito 'bhavam

Darauf war Saubha, o Erhalter des Kuru-Geschlechts, nicht mehr sichtbar; es war durch Zauberkunst verborgen; darüber geriet ich in Staunen.

Wort für Wort
tato nādṛśyata tadā saubhaṃ kurukulodvaha antarhitaṃ māyayābhūt tato 'haṃ vismito 'bhavam
Darauf war Saubha, o Erhalter des Kuru-Geschlechts, nicht mehr sichtbar; es war durch Zauberkunst verborgen; darüber geriet ich in Staunen.

atha dānavasaṃghās te vikṛtānanamūrdhajāḥ udakrośan mahārāja viṣṭhite mayi bhārata

Da schrien jene Scharen der Dānavas mit entstellten Gesichtern und Haaren auf, o Großkönig, während ich verharrte, o Bhārata.

Wort für Wort
atha dānavasaṃghās te vikṛtānanamūrdhajāḥ udakrośan mahārāja viṣṭhite mayi bhārata
Da schrien jene Scharen der Dānavas mit entstellten Gesichtern und Haaren auf, o Großkönig, während ich verharrte, o Bhārata.

tato 'straṃ śabdasāhaṃ vai tvaramāṇo mahāhave ayojayaṃ tadvadhāya tataḥ śabda upāramat

Darauf legte ich eilends im großen Kampf die dem Klang folgende Waffe zu ihrer Vernichtung an; da verstummte der Lärm.

Wort für Wort
tato 'straṃ śabdasāhaṃ vai tvaramāṇo mahāhave ayojayaṃ tadvadhāya tataḥ śabda upāramat
Darauf legte ich eilends im großen Kampf die dem Klang folgende Waffe zu ihrer Vernichtung an; da verstummte der Lärm.

hatās te dānavāḥ sarve yaiḥ sa śabda udīritaḥ śarair ādityasaṃkāśair jvalitaiḥ śabdasādhanaiḥ

Getötet wurden all jene Dānavas, von denen jener Lärm erhoben worden war, durch Pfeile, die der Sonne glichen, lodernd, dem Klang folgend.

Wort für Wort
hatās te dānavāḥ sarve yaiḥ sa śabda udīritaḥ śarair ādityasaṃkāśair jvalitaiḥ śabdasādhanaiḥ
Getötet wurden all jene Dānavas, von denen jener Lärm erhoben worden war, durch Pfeile, die der Sonne glichen, lodernd, dem Klang folgend.

tasminn uparate śabde punar evānyato 'bhavat śabdo 'paro mahārāja tatrāpi prāharaṃ śarān

Als jener Lärm verstummt war, erhob sich wiederum von anderswo ein weiterer Lärm, o Großkönig; auch dorthin schoss ich Pfeile.

Wort für Wort
tasminn uparate śabde punar evānyato 'bhavat śabdo 'paro mahārāja tatrāpi prāharaṃ śarān
Als jener Lärm verstummt war, erhob sich wiederum von anderswo ein weiterer Lärm, o Großkönig; auch dorthin schoss ich Pfeile.

evaṃ daśa diśaḥ sarvās tiryag ūrdhvaṃ ca bhārata nādayām āsur asurās te cāpi nihatā mayā

So ließen die Asuras alle zehn Richtungen erdröhnen, quer und in der Höhe, o Bhārata, und auch sie wurden von mir erschlagen.

Wort für Wort
evaṃ daśa diśaḥ sarvās tiryag ūrdhvaṃ ca bhārata nādayām āsur asurās te cāpi nihatā mayā
So ließen die Asuras alle zehn Richtungen erdröhnen, quer und in der Höhe, o Bhārata, und auch sie wurden von mir erschlagen.

tataḥ prāgjyotiṣaṃ gatvā punar eva vyadṛśyata saubhaṃ kāmagamaṃ vīra mohayan mama cakṣuṣī

Darauf, nach Prāgjyotiṣa gelangt, wurde Saubha, das nach Belieben fliegende, wieder sichtbar, o Held, meine Augen verwirrend.

Wort für Wort
tataḥ prāgjyotiṣaṃ gatvā punar eva vyadṛśyata saubhaṃ kāmagamaṃ vīra mohayan mama cakṣuṣī
Darauf, nach Prāgjyotiṣa gelangt, wurde Saubha, das nach Belieben fliegende, wieder sichtbar, o Held, meine Augen verwirrend.

tato lokāntakaraṇo dānavo vānarākṛtiḥ śilāvarṣeṇa sahasā mahatā māṃ samāvṛṇot

Darauf umhüllte mich ein weltenvernichtender Dānava in Affengestalt plötzlich mit einem gewaltigen Steinregen.

Wort für Wort
tato lokāntakaraṇo dānavo vānarākṛtiḥ śilāvarṣeṇa sahasā mahatā māṃ samāvṛṇot
Darauf umhüllte mich ein weltenvernichtender Dānava in Affengestalt plötzlich mit einem gewaltigen Steinregen.

so 'haṃ parvatavarṣeṇa vadhyamānaḥ samantataḥ valmīka iva rājendra parvatopacito 'bhavam

Ich, von diesem Bergregen von allen Seiten getroffen, wurde, o Herrscher der Könige, wie ein Ameisenhügel mit Bergen überhäuft.

Wort für Wort
so 'haṃ parvatavarṣeṇa vadhyamānaḥ samantataḥ valmīka iva rājendra parvatopacito 'bhavam
Ich, von diesem Bergregen von allen Seiten getroffen, wurde, o Herrscher der Könige, wie ein Ameisenhügel mit Bergen überhäuft.

tato 'haṃ parvatacitaḥ sahayaḥ sahasārathiḥ aprakhyātim iyāṃ rājan sadhvajaḥ parvataiś citaḥ

Darauf, mit Bergen überhäuft, samt meinen Rossen, meinem Wagenlenker und meinem Banner, geriet ich, o König, unter den Bergen begraben, in Unsichtbarkeit.

Wort für Wort
tato 'haṃ parvatacitaḥ sahayaḥ sahasārathiḥ aprakhyātim iyāṃ rājan sadhvajaḥ parvataiś citaḥ
Darauf, mit Bergen überhäuft, samt meinen Rossen, meinem Wagenlenker und meinem Banner, geriet ich, o König, unter den Bergen begraben, in Unsichtbarkeit.

tato vṛṣṇipravīrā ye mamāsan sainikās tadā te bhayārtā diśaḥ sarvāḥ sahasā vipradudruvuḥ

Darauf flohen die tapferen Vṛṣṇis, die damals meine Krieger waren, von Furcht gepeinigt, plötzlich in alle Richtungen.

Wort für Wort
tato vṛṣṇipravīrā ye mamāsan sainikās tadā te bhayārtā diśaḥ sarvāḥ sahasā vipradudruvuḥ
Darauf flohen die tapferen Vṛṣṇis, die damals meine Krieger waren, von Furcht gepeinigt, plötzlich in alle Richtungen.

tato hāhākṛtaṃ sarvam abhūt kila viśāṃ pate dyauś ca bhūmiś ca khaṃ caivādṛśyamāne tathā mayi

Darauf brachen, o Herr der Untertanen, wahrlich Himmel, Erde und Luftraum alle in Wehklagen aus, während ich so unsichtbar war.

Wort für Wort
tato hāhākṛtaṃ sarvam abhūt kila viśāṃ pate dyauś ca bhūmiś ca khaṃ caivādṛśyamāne tathā mayi
Darauf brachen, o Herr der Untertanen, wahrlich Himmel, Erde und Luftraum alle in Wehklagen aus, während ich so unsichtbar war.

tato viṣaṇṇamanaso mama rājan suhṛjjanāḥ ruruduś cukruśuś caiva duḥkhaśokasamanvitāḥ

Darauf weinten und schrien meine Freunde, betrübten Sinnes, o König, von Kummer und Leid erfüllt.

Wort für Wort
tato viṣaṇṇamanaso mama rājan suhṛjjanāḥ ruruduś cukruśuś caiva duḥkhaśokasamanvitāḥ
Darauf weinten und schrien meine Freunde, betrübten Sinnes, o König, von Kummer und Leid erfüllt.

dviṣatāṃ ca praharṣo 'bhūd ārtiś cādviṣatām api evaṃ vijitavān vīra paścād aśrauṣam acyuta

Und Freude entstand bei den Feinden, Schmerz aber auch bei den Nicht-Feinden; so [scheinbar] besiegt - dies hörte ich, Held, erst später, o Acyuta [?].

Wort für Wort
dviṣatāṃ ca praharṣo 'bhūd ārtiś cādviṣatām api evaṃ vijitavān vīra paścād aśrauṣam acyuta
Und Freude entstand bei den Feinden, Schmerz aber auch bei den Nicht-Feinden; so [scheinbar] besiegt - dies hörte ich, Held, erst später, o Acyuta [?].

[Anm.: Die Anrede „Acyuta“ (ein Beiname Kṛṣṇas) an dieser Stelle ist auffällig, da Kṛṣṇa selbst der Sprecher ist; möglicherweise ein formelhafter, dem Versmaß geschuldeter Vokativ im überlieferten Text.]

tato 'ham astraṃ dayitaṃ sarvapāṣāṇabhedanam vajram udyamya tān sarvān parvatān samaśātayam

Darauf, meine geliebte Waffe erhebend, den alle Steine spaltenden Vajra, zerschmetterte ich alle jene Berge.

Wort für Wort
tato 'ham astraṃ dayitaṃ sarvapāṣāṇabhedanam vajram udyamya tān sarvān parvatān samaśātayam
Darauf, meine geliebte Waffe erhebend, den alle Steine spaltenden Vajra, zerschmetterte ich alle jene Berge.

tataḥ parvatabhārārtā mandaprāṇaviceṣṭitāḥ hayā mama mahārāja vepamānā ivābhavan

Darauf wurden meine Rosse, von der Last der Berge geplagt, mit schwachem Atem und schwacher Bewegung, o Großkönig, gleichsam zitternd.

Wort für Wort
tataḥ parvatabhārārtā mandaprāṇaviceṣṭitāḥ hayā mama mahārāja vepamānā ivābhavan
Darauf wurden meine Rosse, von der Last der Berge geplagt, mit schwachem Atem und schwacher Bewegung, o Großkönig, gleichsam zitternd.

meghajālam ivākāśe vidāryābhyuditaṃ ravim dṛṣṭvā māṃ bāndhavāḥ sarve harṣam āhārayan punaḥ

Als sie mich sahen, wie die Sonne, die ein Wolkennetz am Himmel durchbricht und aufsteigt, empfanden alle meine Verwandten wieder Freude.

Wort für Wort
meghajālam ivākāśe vidāryābhyuditaṃ ravim dṛṣṭvā māṃ bāndhavāḥ sarve harṣam āhārayan punaḥ
Als sie mich sahen, wie die Sonne, die ein Wolkennetz am Himmel durchbricht und aufsteigt, empfanden alle meine Verwandten wieder Freude.

tato mām abravīt sūtaḥ prāñjaliḥ praṇato nṛpa sādhu saṃpaśya vārṣṇeya śālvaṃ saubhapatiṃ sthitam

Darauf sprach zu mir der Wagenlenker, mit gefalteten Händen, sich verneigend, o König: „Betrachte wohl, Nachkomme der Vṛṣṇis, wie Śālva, der Herr von Saubha, dasteht.

Wort für Wort
tato mām abravīt sūtaḥ prāñjaliḥ praṇato nṛpa sādhu saṃpaśya vārṣṇeya śālvaṃ saubhapatiṃ sthitam
Darauf sprach zu mir der Wagenlenker, mit gefalteten Händen, sich verneigend, o König: „Betrachte wohl, Nachkomme der Vṛṣṇis, wie Śālva, der Herr von Saubha, dasteht.

alaṃ kṛṣṇāvamanyainaṃ sādhu yatnaṃ samācara mārdavaṃ sakhitāṃ caiva śālvād adya vyapāhara

Genug, Kṛṣṇa, ihn zu verachten; unternimm nun ernsthafte Anstrengung; lege heute Milde und Freundschaft gegenüber Śālva ab.

Wort für Wort
alaṃ kṛṣṇāvamanyainaṃ sādhu yatnaṃ samācara mārdavaṃ sakhitāṃ caiva śālvād adya vyapāhara
Genug, Kṛṣṇa, ihn zu verachten; unternimm nun ernsthafte Anstrengung; lege heute Milde und Freundschaft gegenüber Śālva ab.

jahi śālvaṃ mahābāho mainaṃ jīvaya keśava sarvaiḥ parākramair vīra vadhyaḥ śatrur amitrahan

Töte Śālva, Starkarmiger; lass ihn nicht am Leben, Keśava; mit allem Mut, o Held, muss der Feind getötet werden, o Feindevernichter.

Wort für Wort
jahi śālvaṃ mahābāho mainaṃ jīvaya keśava sarvaiḥ parākramair vīra vadhyaḥ śatrur amitrahan
Töte Śālva, Starkarmiger; lass ihn nicht am Leben, Keśava; mit allem Mut, o Held, muss der Feind getötet werden, o Feindevernichter.

na śatrur avamantavyo durbalo 'pi balīyasā yo 'pi syāt pīṭhagaḥ kaś cit kiṃ punaḥ samare sthitaḥ

Ein Feind darf nicht verachtet werden, selbst wenn er schwach ist, vom Stärkeren, sei er auch nur ein Sitzender - wie viel mehr, wenn er im Kampf steht.

Wort für Wort
na śatrur avamantavyo durbalo 'pi balīyasā yo 'pi syāt pīṭhagaḥ kaś cit kiṃ punaḥ samare sthitaḥ
Ein Feind darf nicht verachtet werden, selbst wenn er schwach ist, vom Stärkeren, sei er auch nur ein Sitzender - wie viel mehr, wenn er im Kampf steht.

sa tvaṃ puruṣaśārdūla sarvayatnair imaṃ prabho jahi vṛṣṇikulaśreṣṭha mā tvāṃ kālo 'tyagāt punaḥ

Du, Tiger unter den Männern, töte ihn mit allen Anstrengungen, Herr, Bester des Vṛṣṇi-Geschlechts; möge die rechte Zeit dir nicht abermals entgehen.

Wort für Wort
sa tvaṃ puruṣaśārdūla sarvayatnair imaṃ prabho jahi vṛṣṇikulaśreṣṭha mā tvāṃ kālo 'tyagāt punaḥ
Du, Tiger unter den Männern, töte ihn mit allen Anstrengungen, Herr, Bester des Vṛṣṇi-Geschlechts; möge die rechte Zeit dir nicht abermals entgehen.

naiṣa mārdavasādhyo vai mato nāpi sakhā tava yena tvaṃ yodhito vīra dvārakā cāvamarditā

Dieser ist wahrlich nicht durch Milde zu gewinnen, noch ist er dein Freund, o Held, er, durch den du bekämpft und Dvārakā verwüstet wurde.“

Wort für Wort
naiṣa mārdavasādhyo vai mato nāpi sakhā tava yena tvaṃ yodhito vīra dvārakā cāvamarditā
Dieser ist wahrlich nicht durch Milde zu gewinnen, noch ist er dein Freund, o Held, er, durch den du bekämpft und Dvārakā verwüstet wurde.“

evamādi tu kaunteya śrutvāhaṃ sārather vacaḥ tattvam etad iti jñātvā yuddhe matim adhārayam

Nachdem ich, o Sohn der Kuntī, diese und ähnliche Worte des Wagenlenkers gehört und erkannt hatte, dass dies die Wahrheit sei, richtete ich meinen Sinn auf den Kampf.

Wort für Wort
evamādi tu kaunteya śrutvāhaṃ sārather vacaḥ tattvam etad iti jñātvā yuddhe matim adhārayam
Nachdem ich, o Sohn der Kuntī, diese und ähnliche Worte des Wagenlenkers gehört und erkannt hatte, dass dies die Wahrheit sei, richtete ich meinen Sinn auf den Kampf.

vadhāya śālvarājasya saubhasya ca nipātane dārukaṃ cābruvaṃ vīra muhūrtaṃ sthīyatām iti

Zur Tötung des Königs Śālva und zum Sturz Saubhas sagte ich zu Dāruka, o Held: „Halte einen Augenblick still.“

Wort für Wort
vadhāya śālvarājasya saubhasya ca nipātane dārukaṃ cābruvaṃ vīra muhūrtaṃ sthīyatām iti
Zur Tötung des Königs Śālva und zum Sturz Saubhas sagte ich zu Dāruka, o Held: „Halte einen Augenblick still.“

tato 'pratihataṃ divyam abhedyam ativīryavat āgneyam astraṃ dayitaṃ sarvasāhaṃ mahāprabham

Darauf [ergriff ich] die unwiderstehliche, göttliche, unzerstörbare, überaus kraftvolle, geliebte Feuerwaffe, alles bezwingend, von großem Glanz,

Wort für Wort
tato 'pratihataṃ divyam abhedyam ativīryavat āgneyam astraṃ dayitaṃ sarvasāhaṃ mahāprabham
Darauf [ergriff ich] die unwiderstehliche, göttliche, unzerstörbare, überaus kraftvolle, geliebte Feuerwaffe, alles bezwingend, von großem Glanz,

yakṣāṇāṃ rākṣasānāṃ ca dānavānāṃ ca saṃyuge rājñāṃ ca pratilomānāṃ bhasmāntakaraṇaṃ mahat

die im Kampf Yakṣas, Rākṣasas und Dānavas sowie widerspenstige Könige zu Asche verbrennen lässt, die gewaltige [Waffe],

Wort für Wort
yakṣāṇāṃ rākṣasānāṃ ca dānavānāṃ ca saṃyuge rājñāṃ ca pratilomānāṃ bhasmāntakaraṇaṃ mahat
die im Kampf Yakṣas, Rākṣasas und Dānavas sowie widerspenstige Könige zu Asche verbrennen lässt, die gewaltige [Waffe],

kṣurāntam amalaṃ cakraṃ kālāntakayamopamam abhimantryāham atulaṃ dviṣatāṃ ca nibarhaṇam

das messerscharfe, makellose Cakra, dem todbringenden Yama gleich, das unvergleichliche, die Feinde vernichtende - ich weihte es mit Sprüchen.

Wort für Wort
kṣurāntam amalaṃ cakraṃ kālāntakayamopamam abhimantryāham atulaṃ dviṣatāṃ ca nibarhaṇam
das messerscharfe, makellose Cakra, dem todbringenden Yama gleich, das unvergleichliche, die Feinde vernichtende - ich weihte es mit Sprüchen.

[Anm.: Die in v.28-30 beschriebene Waffe ist, wie sich zeigt, der Sudarśana-Diskus, hier als „Feuerwaffe“ (āgneyam astram) charakterisiert.]

jahi saubhaṃ svavīryeṇa ye cātra ripavo mama ity uktvā bhujavīryeṇa tasmai prāhiṇavaṃ ruṣā

„Zerstöre Saubha mit deiner eigenen Kraft, und auch alle, die hier meine Feinde sind“ - so sprechend, schleuderte ich es mit der Kraft meines Armes im Zorn dorthin.

Wort für Wort
jahi saubhaṃ svavīryeṇa ye cātra ripavo mama ity uktvā bhujavīryeṇa tasmai prāhiṇavaṃ ruṣā
„Zerstöre Saubha mit deiner eigenen Kraft, und auch alle, die hier meine Feinde sind“ - so sprechend, schleuderte ich es mit der Kraft meines Armes im Zorn dorthin.

rūpaṃ sudarśanasyāsīd ākāśe patatas tadā dvitīyasyeva sūryasya yugānte pariviṣyataḥ

Die Gestalt des Sudarśana, wie er damals durch den Luftraum flog, glich einer zweiten, am Ende des Weltzeitalters alles verzehrenden Sonne.

Wort für Wort
rūpaṃ sudarśanasyāsīd ākāśe patatas tadā dvitīyasyeva sūryasya yugānte pariviṣyataḥ
Die Gestalt des Sudarśana, wie er damals durch den Luftraum flog, glich einer zweiten, am Ende des Weltzeitalters alles verzehrenden Sonne.

tat samāsādya nagaraṃ saubhaṃ vyapagatatviṣam madhyena pāṭayām āsa krakaco dārv ivocchritam

Er erreichte die Stadt Saubha, deren Glanz erloschen war, und spaltete sie in der Mitte, wie eine Säge einen aufragenden Baumstamm.

Wort für Wort
tat samāsādya nagaraṃ saubhaṃ vyapagatatviṣam madhyena pāṭayām āsa krakaco dārv ivocchritam
Er erreichte die Stadt Saubha, deren Glanz erloschen war, und spaltete sie in der Mitte, wie eine Säge einen aufragenden Baumstamm.

dvidhā kṛtaṃ tataḥ saubhaṃ sudarśanabalād dhatam maheśvaraśaroddhūtaṃ papāta tripuraṃ yathā

Darauf fiel Saubha, entzweigeteilt, von der Kraft des Sudarśana geschlagen, herab, wie Tripura, das durch den Pfeil Maheśvaras zerschmettert wurde.

Wort für Wort
dvidhā kṛtaṃ tataḥ saubhaṃ sudarśanabalād dhatam maheśvaraśaroddhūtaṃ papāta tripuraṃ yathā
Darauf fiel Saubha, entzweigeteilt, von der Kraft des Sudarśana geschlagen, herab, wie Tripura, das durch den Pfeil Maheśvaras zerschmettert wurde.

tasmin nipatite saubhe cakram āgāt karaṃ mama punaś coddhūya vegena śālvāyety aham abruvam

Als Saubha gefallen war, kehrte der Diskus in meine Hand zurück, und ich schleuderte ihn erneut mit Schwung, indem ich sprach: „Gegen Śālva!“

Wort für Wort
tasmin nipatite saubhe cakram āgāt karaṃ mama punaś coddhūya vegena śālvāyety aham abruvam
Als Saubha gefallen war, kehrte der Diskus in meine Hand zurück, und ich schleuderte ihn erneut mit Schwung, indem ich sprach: „Gegen Śālva!“

tataḥ śālvaṃ gadāṃ gurvīm āvidhyantaṃ mahāhave dvidhā cakāra sahasā prajajvāla ca tejasā

Darauf zerteilte er Śālva, der im großen Kampf eine schwere Keule schwang, plötzlich in zwei Teile und erglühte von seiner eigenen Glut.

Wort für Wort
tataḥ śālvaṃ gadāṃ gurvīm āvidhyantaṃ mahāhave dvidhā cakāra sahasā prajajvāla ca tejasā
Darauf zerteilte er Śālva, der im großen Kampf eine schwere Keule schwang, plötzlich in zwei Teile und erglühte von seiner eigenen Glut.

tasmin nipatite vīre dānavās trastacetasaḥ hāhābhūtā diśo jagmur arditā mama sāyakaiḥ

Als jener Held gefallen war, flohen die Dānavas, von Schrecken erfüllten Herzens, wehklagend in alle Richtungen, von meinen Pfeilen bedrängt.

Wort für Wort
tasmin nipatite vīre dānavās trastacetasaḥ hāhābhūtā diśo jagmur arditā mama sāyakaiḥ
Als jener Held gefallen war, flohen die Dānavas, von Schrecken erfüllten Herzens, wehklagend in alle Richtungen, von meinen Pfeilen bedrängt.

tato 'haṃ samavasthāpya rathaṃ saubhasamīpataḥ śaṅkhaṃ pradhmāpya harṣeṇa suhṛdaḥ paryaharṣayam

Darauf, meinen Wagen in der Nähe Saubhas anhaltend, blies ich mit Freude die Muschel und erfreute meine Verwandten.

Wort für Wort
tato 'haṃ samavasthāpya rathaṃ saubhasamīpataḥ śaṅkhaṃ pradhmāpya harṣeṇa suhṛdaḥ paryaharṣayam
Darauf, meinen Wagen in der Nähe Saubhas anhaltend, blies ich mit Freude die Muschel und erfreute meine Verwandten.

tan meruśikharākāraṃ vidhvastāṭṭālagopuram dahyamānam abhiprekṣya striyas tāḥ saṃpradudruvuḥ

Als sie jenes [Saubha], das die Gestalt des Meru-Gipfels hatte, mit zerstörten Wehrtürmen und Toren, brennen sahen, flohen jene Frauen davon.

Wort für Wort
tan meruśikharākāraṃ vidhvastāṭṭālagopuram dahyamānam abhiprekṣya striyas tāḥ saṃpradudruvuḥ
Als sie jenes [Saubha], das die Gestalt des Meru-Gipfels hatte, mit zerstörten Wehrtürmen und Toren, brennen sahen, flohen jene Frauen davon.

evaṃ nihatya samare śālvaṃ saubhaṃ nipātya ca ānartān punar āgamya suhṛdāṃ prītim āvaham

Nachdem ich so Śālva im Kampf erschlagen und Saubha zu Fall gebracht hatte, kehrte ich in das Land der Ānartas zurück und brachte meinen Freunden Freude.

Wort für Wort
evaṃ nihatya samare śālvaṃ saubhaṃ nipātya ca ānartān punar āgamya suhṛdāṃ prītim āvaham
Nachdem ich so Śālva im Kampf erschlagen und Saubha zu Fall gebracht hatte, kehrte ich in das Land der Ānartas zurück und brachte meinen Freunden Freude.

etasmāt kāraṇād rājan nāgamaṃ nāgasāhvayam yady agāṃ paravīraghna na hi jīvet suyodhanaḥ

Aus diesem Grund, o König, kam ich nicht nach Nāgasāhvaya [Hastināpura]; wäre ich dorthin gegangen, Feindeshelden-Töter, so würde Suyodhana nicht mehr leben.“

Wort für Wort
etasmāt kāraṇād rājan nāgamaṃ nāgasāhvayam yady agāṃ paravīraghna na hi jīvet suyodhanaḥ
Aus diesem Grund, o König, kam ich nicht nach Nāgasāhvaya [Hastināpura]; wäre ich dorthin gegangen, Feindeshelden-Töter, so würde Suyodhana nicht mehr leben.“

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā mahābāhuḥ kauravaṃ puruṣottamaḥ āmantrya prayayau dhīmān pāṇḍavān madhusūdanaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem der starkarmige Madhusūdana, der Beste der Männer, so zum Kaurava [Yudhiṣṭhira] gesprochen hatte, nahm der Weise Abschied von den Pāṇḍavas und brach auf.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā mahābāhuḥ kauravaṃ puruṣottamaḥ āmantrya prayayau dhīmān pāṇḍavān madhusūdanaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem der starkarmige Madhusūdana, der Beste der Männer, so zum Kaurava [Yudhiṣṭhira] gesprochen hatte, nahm der Weise Abschied von den Pāṇḍavas und brach auf.

abhivādya mahābāhur dharmarājaṃ yudhiṣṭhiram rājñā mūrdhany upāghrāto bhīmena ca mahābhujaḥ

Der Starkarmige verneigte sich vor dem Dharma-König Yudhiṣṭhira und wurde vom König sowie vom starkarmigen Bhīma zärtlich auf den Kopf geküsst.

Wort für Wort
abhivādya mahābāhur dharmarājaṃ yudhiṣṭhiram rājñā mūrdhany upāghrāto bhīmena ca mahābhujaḥ
Der Starkarmige verneigte sich vor dem Dharma-König Yudhiṣṭhira und wurde vom König sowie vom starkarmigen Bhīma zärtlich auf den Kopf geküsst.

[Anm.: „Upāghrāta“ bedeutet wörtlich „berochen“; das Riechen am Scheitel war im alten Indien eine übliche Geste zärtlicher Zuneigung, vergleichbar einem Kuss.]

subhadrām abhimanyuṃ ca ratham āropya kāñcanam āruroha rathaṃ kṛṣṇaḥ pāṇḍavair abhipūjitaḥ

Nachdem er Subhadrā und Abhimanyu auf den goldenen Wagen hatte steigen lassen, bestieg Kṛṣṇa, von den Pāṇḍavas geehrt, den Wagen.

Wort für Wort
subhadrām abhimanyuṃ ca ratham āropya kāñcanam āruroha rathaṃ kṛṣṇaḥ pāṇḍavair abhipūjitaḥ
Nachdem er Subhadrā und Abhimanyu auf den goldenen Wagen hatte steigen lassen, bestieg Kṛṣṇa, von den Pāṇḍavas geehrt, den Wagen.

sainyasugrīvayuktena rathenādityavarcasā dvārakāṃ prayayau kṛṣṇaḥ samāśvāsya yudhiṣṭhiram

Mit dem von Sainya und Sugrīva bespannten Wagen, von der Pracht der Sonne, zog Kṛṣṇa, nachdem er Yudhiṣṭhira getröstet hatte, nach Dvārakā.

Wort für Wort
sainyasugrīvayuktena rathenādityavarcasā dvārakāṃ prayayau kṛṣṇaḥ samāśvāsya yudhiṣṭhiram
Mit dem von Sainya und Sugrīva bespannten Wagen, von der Pracht der Sonne, zog Kṛṣṇa, nachdem er Yudhiṣṭhira getröstet hatte, nach Dvārakā.

tataḥ prayāte dāśārhe dhṛṣṭadyumno 'pi pārṣataḥ draupadeyān upādāya prayayau svapuraṃ tadā

Nachdem darauf der Dāśārha [Kṛṣṇa] abgereist war, zog auch Dhṛṣṭadyumna, der Sohn des Pṛṣata, die Söhne Draupadīs mitnehmend, damals in seine eigene Stadt.

Wort für Wort
tataḥ prayāte dāśārhe dhṛṣṭadyumno 'pi pārṣataḥ draupadeyān upādāya prayayau svapuraṃ tadā
Nachdem darauf der Dāśārha [Kṛṣṇa] abgereist war, zog auch Dhṛṣṭadyumna, der Sohn des Pṛṣata, die Söhne Draupadīs mitnehmend, damals in seine eigene Stadt.

dhṛṣṭaketuḥ svasāraṃ ca samādāyātha cedirāṭ jagāma pāṇḍavān dṛṣṭvā ramyāṃ śuktimatīṃ purīm

Dhṛṣṭaketu, der König der Cedis, nahm nach dem Besuch bei den Pāṇḍavas seine Schwester mit und zog in die liebliche Stadt Śuktimatī.

Wort für Wort
dhṛṣṭaketuḥ svasāraṃ ca samādāyātha cedirāṭ jagāma pāṇḍavān dṛṣṭvā ramyāṃ śuktimatīṃ purīm
Dhṛṣṭaketu, der König der Cedis, nahm nach dem Besuch bei den Pāṇḍavas seine Schwester mit und zog in die liebliche Stadt Śuktimatī.

kekayāś cāpy anujñātāḥ kaunteyenāmitaujasā āmantrya pāṇḍavān sarvān prayayus te 'pi bhārata

Auch die Kekayas, vom Sohn der Kuntī, dem von unermesslicher Kraft, verabschiedet, nahmen von allen Pāṇḍavas Abschied und zogen ebenfalls fort, o Bhārata.

Wort für Wort
kekayāś cāpy anujñātāḥ kaunteyenāmitaujasā āmantrya pāṇḍavān sarvān prayayus te 'pi bhārata
Auch die Kekayas, vom Sohn der Kuntī, dem von unermesslicher Kraft, verabschiedet, nahmen von allen Pāṇḍavas Abschied und zogen ebenfalls fort, o Bhārata.

brāhmaṇāś ca viśaś caiva tathā viṣayavāsinaḥ visṛjyamānāḥ subhṛśaṃ na tyajanti sma pāṇḍavān

Die Brāhmaṇas und die Vaiśyas sowie die Bewohner des Landes wollten, obwohl sie zur Heimkehr entlassen wurden, die Pāṇḍavas durchaus nicht verlassen.

Wort für Wort
brāhmaṇāś ca viśaś caiva tathā viṣayavāsinaḥ visṛjyamānāḥ subhṛśaṃ na tyajanti sma pāṇḍavān
Die Brāhmaṇas und die Vaiśyas sowie die Bewohner des Landes wollten, obwohl sie zur Heimkehr entlassen wurden, die Pāṇḍavas durchaus nicht verlassen.

samavāyaḥ sa rājendra sumahādbhutadarśanaḥ āsīn mahātmanāṃ teṣāṃ kāmyake bharatarṣabha

Diese Zusammenkunft jener Hochherzigen in Kāmyaka, o Herrscher der Könige, o Stier der Bharatas, bot einen höchst wunderbaren Anblick.

Wort für Wort
samavāyaḥ sa rājendra sumahādbhutadarśanaḥ āsīn mahātmanāṃ teṣāṃ kāmyake bharatarṣabha
Diese Zusammenkunft jener Hochherzigen in Kāmyaka, o Herrscher der Könige, o Stier der Bharatas, bot einen höchst wunderbaren Anblick.

yudhiṣṭhiras tu viprāṃs tān anumānya mahāmanāḥ śaśāsa puruṣān kāle rathān yojayateti ha

Yudhiṣṭhira aber, der Hochgesinnte, verabschiedete jene Brāhmaṇas ehrerbietig und befahl seinen Männern zu gegebener Zeit: „Spannt die Wagen an.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhiras tu viprāṃs tān anumānya mahāmanāḥ śaśāsa puruṣān kāle rathān yojayateti ha
Yudhiṣṭhira aber, der Hochgesinnte, verabschiedete jene Brāhmaṇas ehrerbietig und befahl seinen Männern zu gegebener Zeit: „Spannt die Wagen an.“

Dieses Kapitel in der Leseansicht