Kapitel 243: Karṇapratijñā
Karṇas erneutes Gelöbnis und die Sorge der Pāṇḍavas
Nach der Rückkehr wird Duryodhana von den einen gepriesen, von anderen kritisch mit Yudhiṣṭhiras weit überlegenem Rājasūya verglichen, von seinen Freunden aber überschwänglich gelobt. Karṇa gelobt erneut, nach der Vernichtung der Pāṇḍavas Duryodhanas Rājasūya-Opfer zu ermöglichen, und schwört, sich die Füße nicht zu waschen, bevor Arjuna nicht getötet ist - ein Gelöbnis, das die Kauravas in Jubel versetzt, da sie die Pāṇḍavas bereits für besiegt halten. Die Nachricht von Karṇas Schwur erreicht über Kundschafter die beunruhigten Pāṇḍavas; Yudhiṣṭhira, der Karṇa für unverwundbar hält, findet keine Ruhe mehr und fasst den Entschluss, das gefährliche Dvaitavana zu verlassen.
Vaiśaṃpāyana sprach: „Als er einzog, o Großkönig, priesen ihn die Barden, den Unfehlbaren, und auch die Leute priesen den großen Bogenschützen, den besten der Könige.
Vaiśaṃpāyana sprach: „Als er einzog, o Großkönig, priesen ihn die Barden, den Unfehlbaren, und auch die Leute priesen den großen Bogenschützen, den besten der Könige.
Mit geröstetem Korn und Sandelholzpulver bestreuten ihn die Leute da und sprachen: ‚Zum Glück, o König, ist dieses dein Opfer ohne Hindernis vollendet.‘
Mit geröstetem Korn und Sandelholzpulver bestreuten ihn die Leute da und sprachen: ‚Zum Glück, o König, ist dieses dein Opfer ohne Hindernis vollendet.‘
apare tv abruvaṃs tatra vātikās taṃ mahīpatim yudhiṣṭhirasya yajñena na samo hy eṣa tu kratuḥ naiva tasya krator eṣa kalām arhati ṣoḍaśīm
Andere Stimmen dort jedoch, spöttische Zungen, sagten zu jenem Herrscher: ‚Dieses Opfer ist Yudhiṣṭhiras Opfer keineswegs gleichwertig; es verdient nicht einmal ein Sechzehntel jenes Opfers.‘ [?]
Wort für Wort
apare tv abruvaṃs tatra vātikās taṃ mahīpatim yudhiṣṭhirasya yajñena na samo hy eṣa tu kratuḥ naiva tasya krator eṣa kalām arhati ṣoḍaśīm
Andere Stimmen dort jedoch, spöttische Zungen, sagten zu jenem Herrscher: ‚Dieses Opfer ist Yudhiṣṭhiras Opfer keineswegs gleichwertig; es verdient nicht einmal ein Sechzehntel jenes Opfers.‘ [?]
Die genaue Bedeutung von 'vātikāḥ' ('Windige', 'Schwätzer' o.ä.) ist unsicher; hier sinngemäß als kritische, dem Rājasūya-Vergleich nicht schmeichelnde Gegenstimme zu den Barden und Freunden wiedergegeben.
so 'bravīt suhṛdaś cāpi pārśvasthān nṛpasattamaḥ kadā tu taṃ kratuvaraṃ rājasūyaṃ mahādhanam nihatya pāṇḍavān sarvān āhariṣyāmi kauravāḥ
Er, der beste der Könige, sprach auch zu seinen an seiner Seite stehenden Freunden: ‚Wann werde ich wohl, nachdem ich alle Pāṇḍavas erschlagen habe, jenes vortreffliche, überaus kostbare Opfer, das Rājasūya, vollziehen können, ihr Kauravas?‘
Wort für Wort
so 'bravīt suhṛdaś cāpi pārśvasthān nṛpasattamaḥ kadā tu taṃ kratuvaraṃ rājasūyaṃ mahādhanam nihatya pāṇḍavān sarvān āhariṣyāmi kauravāḥ
Er, der beste der Könige, sprach auch zu seinen an seiner Seite stehenden Freunden: ‚Wann werde ich wohl, nachdem ich alle Pāṇḍavas erschlagen habe, jenes vortreffliche, überaus kostbare Opfer, das Rājasūya, vollziehen können, ihr Kauravas?‘
Da erhoben die großen Bogenschützen, die Söhne Dhṛtarāṣṭras, die großen Wagenkämpfer, ein Jubelgeschrei, als Karṇa im Kampf Phalgunas Tötung gelobt hatte; und die Söhne Dhṛtarāṣṭras hielten die Pāṇḍavas bereits für besiegt.
Da erhoben die großen Bogenschützen, die Söhne Dhṛtarāṣṭras, die großen Wagenkämpfer, ein Jubelgeschrei, als Karṇa im Kampf Phalgunas Tötung gelobt hatte; und die Söhne Dhṛtarāṣṭras hielten die Pāṇḍavas bereits für besiegt.
Auch Duryodhana, Fürst der Könige, entließ die Stiere unter den Männern und betrat sein Haus, der Glanzvolle, wie der Herr den Caitraratha-Garten; auch jene großen Bogenschützen alle begaben sich in ihre Wohnstätten, o Bhārata.
Auch Duryodhana, Fürst der Könige, entließ die Stiere unter den Männern und betrat sein Haus, der Glanzvolle, wie der Herr den Caitraratha-Garten; auch jene großen Bogenschützen alle begaben sich in ihre Wohnstätten, o Bhārata.
pāṇḍavāś ca maheṣvāsā dūtavākyapracoditāḥ cintayantas tam evārthaṃ nālabhanta sukhaṃ kva cit
Die Pāṇḍavas aber, die großen Bogenschützen, durch die Worte des Boten aufgewühlt, fanden, indem sie stets über eben diese Sache nachdachten, nirgends Glück.
Wort für Wort
pāṇḍavāś ca maheṣvāsā dūtavākyapracoditāḥ cintayantas tam evārthaṃ nālabhanta sukhaṃ kva cit
Die Pāṇḍavas aber, die großen Bogenschützen, durch die Worte des Boten aufgewühlt, fanden, indem sie stets über eben diese Sache nachdachten, nirgends Glück.
etac chrutvā dharmasutaḥ samudvigno narādhipa abhedyakavacaṃ matvā karṇam adbhutavikramam anusmaraṃś ca saṃkleśān na śāntim upayāti saḥ
Als er dies vernommen hatte, o Herrscher der Menschen, wurde der Sohn des Dharma beunruhigt; er hielt Karṇa, von wunderbarer Tapferkeit, für unverwundbar, und, sich der früheren Bedrängnisse erinnernd, fand er keine Ruhe.
Wort für Wort
etac chrutvā dharmasutaḥ samudvigno narādhipa abhedyakavacaṃ matvā karṇam adbhutavikramam anusmaraṃś ca saṃkleśān na śāntim upayāti saḥ
Als er dies vernommen hatte, o Herrscher der Menschen, wurde der Sohn des Dharma beunruhigt; er hielt Karṇa, von wunderbarer Tapferkeit, für unverwundbar, und, sich der früheren Bedrängnisse erinnernd, fand er keine Ruhe.
Bei ihm, dem von Sorge Erfüllten, dem Hochherzigen, entstand der Entschluss, den von vielen wilden Tieren und Schlangen durchstreiften Dvaitavana-Wald zu verlassen.
Bei ihm, dem von Sorge Erfüllten, dem Hochherzigen, entstand der Entschluss, den von vielen wilden Tieren und Schlangen durchstreiften Dvaitavana-Wald zu verlassen.
Mit dem Sohn des Wagenlenkers, Karṇa, der im Kampf glänzt, verbündet, stets in Zuneigung verweilend, ehrte der Herrscher der Erde, Duryodhana, die Häupter der Brahmanen mit Opfern reicher Priestergaben.
Mit dem Sohn des Wagenlenkers, Karṇa, der im Kampf glänzt, verbündet, stets in Zuneigung verweilend, ehrte der Herrscher der Erde, Duryodhana, die Häupter der Brahmanen mit Opfern reicher Priestergaben.
bhrātṝṇāṃ ca priyaṃ rājan sa cakāra paraṃtapaḥ niścitya manasā vīro dattabhuktaphalaṃ dhanam
Und seinen Brüdern erwies er, der Bezwinger der Feinde, o König, Liebes; der Held, im Geiste entschlossen, machte seinen Reichtum zur Frucht des Gebens und Genießens.“
Wort für Wort
bhrātṝṇāṃ ca priyaṃ rājan sa cakāra paraṃtapaḥ niścitya manasā vīro dattabhuktaphalaṃ dhanam
Und seinen Brüdern erwies er, der Bezwinger der Feinde, o König, Liebes; der Held, im Geiste entschlossen, machte seinen Reichtum zur Frucht des Gebens und Genießens.“