Kapitel 255: Jayadrathayuddham
Die Schlacht gegen Jayadratha
Die Pāṇḍavas fallen mit vernichtender Wucht über Jayadrathas Heer her; Bhīma, Arjuna, Nakula, Sahadeva und Yudhiṣṭhira töten in rascher Folge zahlreiche Anführer der Sindhus, Sauvīras, Trigartas und Śibis, bis das Schlachtfeld von Toten bedeckt ist. Der erschrockene Jayadratha lässt Draupadī zurück und flieht; sie wird von Yudhiṣṭhira in Sicherheit gebracht und kehrt mit ihm und den Zwillingen zum Āśrama zurück, während Bhīma und Arjuna den Fliehenden weiter verfolgen. Arjuna hält Bhīma davon ab, Jayadratha auf der Stelle zu töten - Yudhiṣṭhira hat aus Rücksicht auf seine Schwester Duḥśalā und Gāndhārī dessen Leben zu schonen befohlen, sehr zum Missfallen der zornigen Draupadī. Am Ende der Verfolgung fordert Arjuna den fliehenden Jayadratha zum Kampf, doch als dieser sich weiterhin weigert umzukehren, stürmt Bhīma auf ihn los, während Arjuna ihn davon abhält, ihn zu töten.
tam abhyāśagataṃ rājā padātiṃ kuntinandanaḥ ardhacandreṇa bāṇena vivyādhorasi dharmarāṭ
Ihn, den nahegekommenen, nun zu Fuß kämpfenden, durchbohrte der König, der Sproß Kuntīs, der Rechtskönig, mit einem halbmondförmigen Pfeil in der Brust.
Wort für Wort
tam abhyāśagataṃ rājā padātiṃ kuntinandanaḥ ardhacandreṇa bāṇena vivyādhorasi dharmarāṭ
Ihn, den nahegekommenen, nun zu Fuß kämpfenden, durchbohrte der König, der Sproß Kuntīs, der Rechtskönig, mit einem halbmondförmigen Pfeil in der Brust.
indrasenadvitīyas tu rathāt praskandya dharmarāṭ hatāśvaḥ sahadevasya pratipede mahāratham
Der Rechtskönig aber, mit Indrasena als zweitem, von seinem Wagen herabspringend, da seine Pferde erschlagen waren, bestieg den großen Wagen Sahadevas.
Wort für Wort
indrasenadvitīyas tu rathāt praskandya dharmarāṭ hatāśvaḥ sahadevasya pratipede mahāratham
Der Rechtskönig aber, mit Indrasena als zweitem, von seinem Wagen herabspringend, da seine Pferde erschlagen waren, bestieg den großen Wagen Sahadevas.
Da ließ Suratha, der König der Trigartas, auf der Deichsel von dessen Wagen stehend, kundig des Reitens auf Elefanten, dessen Wagen von einem Elefanten umstürzen.
Da ließ Suratha, der König der Trigartas, auf der Deichsel von dessen Wagen stehend, kundig des Reitens auf Elefanten, dessen Wagen von einem Elefanten umstürzen.
Nakula aber, ohne Furcht, von jenem Wagen herabspringend, Schild und Schwert in der Hand, nahm einen unerschütterlichen Stand ein und stand da wie ein unbeweglicher Berg.
Nakula aber, ohne Furcht, von jenem Wagen herabspringend, Schild und Schwert in der Hand, nahm einen unerschütterlichen Stand ein und stand da wie ein unbeweglicher Berg.
sa tat karma mahat kṛtvā śūro mādravatīsutaḥ bhīmasenarathaṃ prāpya śarma lebhe mahārathaḥ
Er, der Held, der Sohn der Mādravatī, nachdem er diese große Tat vollbracht hatte, der große Wagenkämpfer, erreichte Bhīmasenas Wagen und fand dort Schutz.
Wort für Wort
sa tat karma mahat kṛtvā śūro mādravatīsutaḥ bhīmasenarathaṃ prāpya śarma lebhe mahārathaḥ
Er, der Held, der Sohn der Mādravatī, nachdem er diese große Tat vollbracht hatte, der große Wagenkämpfer, erreichte Bhīmasenas Wagen und fand dort Schutz.
na bubodha hataṃ sūtaṃ sa rājā bāhuśālinā tasyāśvā vyadravan saṃkhye hatasūtās tatas tataḥ
Der König bemerkte nicht, dass sein Wagenlenker von dem Starkarmigen erschlagen worden war; seine Pferde, ihres Lenkers beraubt, liefen im Kampf ziellos hierhin und dorthin.
Wort für Wort
na bubodha hataṃ sūtaṃ sa rājā bāhuśālinā tasyāśvā vyadravan saṃkhye hatasūtās tatas tataḥ
Der König bemerkte nicht, dass sein Wagenlenker von dem Starkarmigen erschlagen worden war; seine Pferde, ihres Lenkers beraubt, liefen im Kampf ziellos hierhin und dorthin.
Ihn, den Abgewandten, dessen Lenker erschlagen war, tötete Bhīma, der vortrefflichste der Kämpfer, der Pāṇḍava, herantretend, mit einem an der Handfläche geführten Wurfspieß.
Ihn, den Abgewandten, dessen Lenker erschlagen war, tötete Bhīma, der vortrefflichste der Kämpfer, der Pāṇḍava, herantretend, mit einem an der Handfläche geführten Wurfspieß.
sa tasmin saṃkule sainye draupadīm avatārya vai prāṇaprepsur upādhāvad vanaṃ yena narādhamaḥ
Er, inmitten jenes Getümmels des Heeres, Draupadī absetzend, sein Leben retten wollend, jener Niedrigste der Männer, lief dorthin, wo sich der Wald befand.
Wort für Wort
sa tasmin saṃkule sainye draupadīm avatārya vai prāṇaprepsur upādhāvad vanaṃ yena narādhamaḥ
Er, inmitten jenes Getümmels des Heeres, Draupadī absetzend, sein Leben retten wollend, jener Niedrigste der Männer, lief dorthin, wo sich der Wald befand.
arjuna uvāca yasyāpacārāt prāpto 'yam asmān kleśo durāsadaḥ tam asmin samaroddeśe na paśyāmi jayadratham
Arjuna sprach: ‚Durch wessen Missetat uns dieses überaus unerträgliche Leid widerfahren ist - diesen, Jayadratha, sehe ich nirgends in diesem Kampfgebiet.
Wort für Wort
arjuna uvāca yasyāpacārāt prāpto 'yam asmān kleśo durāsadaḥ tam asmin samaroddeśe na paśyāmi jayadratham
Arjuna sprach: ‚Durch wessen Missetat uns dieses überaus unerträgliche Leid widerfahren ist - diesen, Jayadratha, sehe ich nirgends in diesem Kampfgebiet.
yudhiṣṭhira uvāca na hantavyo mahābāho durātmāpi sa saindhavaḥ duḥśalām abhisaṃsmṛtya gāndhārīṃ ca yaśasvinīm
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Nicht getötet werden soll, Starkarmiger, jener Sindhu-König, so übelgesinnt er auch ist - in Erinnerung an Duḥśalā und die ruhmreiche Gāndhārī.‘
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca na hantavyo mahābāho durātmāpi sa saindhavaḥ duḥśalām abhisaṃsmṛtya gāndhārīṃ ca yaśasvinīm
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Nicht getötet werden soll, Starkarmiger, jener Sindhu-König, so übelgesinnt er auch ist - in Erinnerung an Duḥśalā und die ruhmreiche Gāndhārī.‘
kartavyaṃ cet priyaṃ mahyaṃ vadhyaḥ sa puruṣādhamaḥ saindhavāpasadaḥ pāpo durmatiḥ kulapāṃsanaḥ
‚Wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt, muss jener niedrigste der Menschen getötet werden, der elende Sindhu-König, der Böse, Übelgesinnte, Schänder seines Geschlechts.
Wort für Wort
kartavyaṃ cet priyaṃ mahyaṃ vadhyaḥ sa puruṣādhamaḥ saindhavāpasadaḥ pāpo durmatiḥ kulapāṃsanaḥ
‚Wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt, muss jener niedrigste der Menschen getötet werden, der elende Sindhu-König, der Böse, Übelgesinnte, Schänder seines Geschlechts.
bhāryābhihartā nirvairo yaś ca rājyaharo ripuḥ yācamāno 'pi saṃgrāme na sa jīvitum arhati
Ein Entführer der Gattin, ohne vorherige Feindschaft, ein Feind, der das Königreich raubt - selbst wenn er im Kampf um Gnade fleht, verdient er nicht zu leben.‘
Wort für Wort
bhāryābhihartā nirvairo yaś ca rājyaharo ripuḥ yācamāno 'pi saṃgrāme na sa jīvitum arhati
Ein Entführer der Gattin, ohne vorherige Feindschaft, ein Feind, der das Königreich raubt - selbst wenn er im Kampf um Gnade fleht, verdient er nicht zu leben.‘
So angesprochen, gingen jene beiden Tiger unter den Männern dorthin, wo sich der Sindhu-König befand; der König aber kehrte, Kṛṣṇā mitnehmend, zusammen mit dem Hauspriester, zurück.
So angesprochen, gingen jene beiden Tiger unter den Männern dorthin, wo sich der Sindhu-König befand; der König aber kehrte, Kṛṣṇā mitnehmend, zusammen mit dem Hauspriester, zurück.
bhīmārjunāv api śrutvā krośamātragataṃ ripum svayam aśvāṃs tudantau tau javenaivābhyadhāvatām
Bhīma und Arjuna aber, als sie hörten, dass der Feind nur noch eine Krośa entfernt war, trieben selbst ihre Pferde an und stürmten mit voller Geschwindigkeit voran.
Wort für Wort
bhīmārjunāv api śrutvā krośamātragataṃ ripum svayam aśvāṃs tudantau tau javenaivābhyadhāvatām
Bhīma und Arjuna aber, als sie hörten, dass der Feind nur noch eine Krośa entfernt war, trieben selbst ihre Pferde an und stürmten mit voller Geschwindigkeit voran.
Dies überaus Wunderbare vollbrachte hier der Mann Arjuna, dass er, obwohl der Feind nur eine Krośa entfernt war, die Pferde des Sindhu-Königs erschlug.
Dies überaus Wunderbare vollbrachte hier der Mann Arjuna, dass er, obwohl der Feind nur eine Krośa entfernt war, die Pferde des Sindhu-Königs erschlug.
sa hi divyāstrasaṃpannaḥ kṛcchrakāle 'py asaṃbhramaḥ akarod duṣkaraṃ karma śarair astrānumantritaiḥ
Denn er, mit himmlischen Waffen ausgestattet, selbst in schwieriger Lage unerschüttert, vollbrachte die schwer auszuführende Tat mit von Zaubersprüchen geweihten Pfeilen.
Wort für Wort
sa hi divyāstrasaṃpannaḥ kṛcchrakāle 'py asaṃbhramaḥ akarod duṣkaraṃ karma śarair astrānumantritaiḥ
Denn er, mit himmlischen Waffen ausgestattet, selbst in schwieriger Lage unerschüttert, vollbrachte die schwer auszuführende Tat mit von Zaubersprüchen geweihten Pfeilen.
tato 'bhyadhāvatāṃ vīrāv ubhau bhīmadhanaṃjayau hatāśvaṃ saindhavaṃ bhītam ekaṃ vyākulacetasam
Darauf stürmten die beiden Helden, Bhīma und Dhanaṃjaya, auf den Sindhu-König los, dessen Pferde erschlagen waren, der allein, erschrocken, verwirrten Sinnes, dastand.
Wort für Wort
tato 'bhyadhāvatāṃ vīrāv ubhau bhīmadhanaṃjayau hatāśvaṃ saindhavaṃ bhītam ekaṃ vyākulacetasam
Darauf stürmten die beiden Helden, Bhīma und Dhanaṃjaya, auf den Sindhu-König los, dessen Pferde erschlagen waren, der allein, erschrocken, verwirrten Sinnes, dastand.
saindhavas tu hatān dṛṣṭvā tathāśvān svān suduḥkhitaḥ dṛṣṭvā vikramakarmāṇi kurvāṇaṃ ca dhanaṃjayam palāyanakṛtotsāhaḥ prādravad yena vai vanam
Der Sindhu-König aber, seine erschlagenen Pferde erblickend, überaus betrübt, und Dhanaṃjaya heldenhafte Taten vollbringen sehend, fasste den Entschluss zur Flucht und rannte dorthin, wo sich der Wald befand.
Wort für Wort
saindhavas tu hatān dṛṣṭvā tathāśvān svān suduḥkhitaḥ dṛṣṭvā vikramakarmāṇi kurvāṇaṃ ca dhanaṃjayam palāyanakṛtotsāhaḥ prādravad yena vai vanam
Der Sindhu-König aber, seine erschlagenen Pferde erblickend, überaus betrübt, und Dhanaṃjaya heldenhafte Taten vollbringen sehend, fasste den Entschluss zur Flucht und rannte dorthin, wo sich der Wald befand.
anena vīryeṇa kathaṃ striyaṃ prārthayase balāt rājaputra nivartasva na te yuktaṃ palāyanam kathaṃ cānucarān hitvā śatrumadhye palāyase
‚Mit solcher Tapferkeit - wie begehrst du gewaltsam eine Frau, Königssohn? Kehr um, die Flucht geziemt sich nicht für dich; wie kannst du, deine Gefolgsleute im Stich lassend, inmitten der Feinde fliehen?‘
Wort für Wort
anena vīryeṇa kathaṃ striyaṃ prārthayase balāt rājaputra nivartasva na te yuktaṃ palāyanam kathaṃ cānucarān hitvā śatrumadhye palāyase
‚Mit solcher Tapferkeit - wie begehrst du gewaltsam eine Frau, Königssohn? Kehr um, die Flucht geziemt sich nicht für dich; wie kannst du, deine Gefolgsleute im Stich lassend, inmitten der Feinde fliehen?‘
So von Pārtha angesprochen, wandte sich der Sindhu-König nicht um. ‚Steh! Steh!‘ - so rufend stürmte der starke Bhīma jäh auf ihn los; ‚Töte ihn nicht!‘ - so sprach der mitleidige Pārtha zu ihm.“
So von Pārtha angesprochen, wandte sich der Sindhu-König nicht um. ‚Steh! Steh!‘ - so rufend stürmte der starke Bhīma jäh auf ihn los; ‚Töte ihn nicht!‘ - so sprach der mitleidige Pārtha zu ihm.“