Kapitel 289: Kuntyupākhyānam (3)
Der Zauberspruch zur Götteranrufung
Nach einem vollen Jahr makellosen, hingebungsvollen Dienstes ist der strenge Brahmane mit Pṛthā zutiefst zufrieden und bietet ihr Gaben an. Aus Furcht, eine erneute Weigerung könnte einen Fluch nach sich ziehen, nimmt sie sein Angebot an; er lehrt ihr daraufhin einen im Atharvaśiras überlieferten Zauberspruch, mit dem sie jeden beliebigen Gott herbeirufen und zu Willen zwingen kann. Nach dieser Gabe verschwindet der Brahmane, und der erstaunte Kuntibhoja ehrt seine Tochter. Diese Szene bereitet unmittelbar die im nächsten Kapitel folgende, für Karṇas Geburt entscheidende Anwendung des Zauberspruchs vor.
Jene Jungfrau aber, Großkönig, stellte den in seinem Gelübde überaus strengen Brahmanen mit reinem Sinn zufrieden, selbst streng in ihrem eigenen Gelübde.
Jene Jungfrau aber, Großkönig, stellte den in seinem Gelübde überaus strengen Brahmanen mit reinem Sinn zufrieden, selbst streng in ihrem eigenen Gelübde.
Nachdem er gesagt hatte, er werde am Morgen kommen, kam der beste der Zweifachgeborenen manchmal, Herrscher der Könige, erst am Abend oder wieder in der Nacht.
Nachdem er gesagt hatte, er werde am Morgen kommen, kam der beste der Zweifachgeborenen manchmal, Herrscher der Könige, erst am Abend oder wieder in der Nacht.
Ganz nach seinem Belieben, Herrscher der Könige, erzeugte jene tadellose Jungfrau durch ihre Bemühungen Zufriedenheit bei dem besten der Zweifachgeborenen.
Ganz nach seinem Belieben, Herrscher der Könige, erzeugte jene tadellose Jungfrau durch ihre Bemühungen Zufriedenheit bei dem besten der Zweifachgeborenen.
kunty uvāca kṛtāni mama sarvāṇi yasyā me vedavittama tvaṃ prasannaḥ pitā caiva kṛtaṃ vipra varair mama
Kuntī sprach: ‚Erfüllt sind mir alle Wünsche, da du, Bester der Vedakenner, mir gnädig bist; und auch mein Vater, Brahmane, ist durch deine Gaben zufriedengestellt.‘
Wort für Wort
kunty uvāca kṛtāni mama sarvāṇi yasyā me vedavittama tvaṃ prasannaḥ pitā caiva kṛtaṃ vipra varair mama
Kuntī sprach: ‚Erfüllt sind mir alle Wünsche, da du, Bester der Vedakenner, mir gnädig bist; und auch mein Vater, Brahmane, ist durch deine Gaben zufriedengestellt.‘
Der Brahmane sprach: ‚Wenn du, Gute, keine Gabe von mir wünschst, du Reinlächelnde, so nimm diesen Zauberspruch an, zum Herbeirufen der Himmelsbewohner.
Der Brahmane sprach: ‚Wenn du, Gute, keine Gabe von mir wünschst, du Reinlächelnde, so nimm diesen Zauberspruch an, zum Herbeirufen der Himmelsbewohner.
Der Brahmane wird an dieser Stelle noch nicht namentlich genannt; spätere Kapitel identifizieren ihn als den Weisen Durvāsas.
akāmo vā sakāmo vā na sa naiṣyati te vaśam vibudho mantrasaṃśānto vākye bhṛtya ivānataḥ
Ob willig oder unwillig - jener Gott wird sich deiner Macht nicht entziehen, durch den Zauberspruch besänftigt, deinem Wort gehorsam wie ein geneigter Diener.‘
Wort für Wort
akāmo vā sakāmo vā na sa naiṣyati te vaśam vibudho mantrasaṃśānto vākye bhṛtya ivānataḥ
Ob willig oder unwillig - jener Gott wird sich deiner Macht nicht entziehen, durch den Zauberspruch besänftigt, deinem Wort gehorsam wie ein geneigter Diener.‘
taṃ pradāya tu rājendra kuntibhojam uvāca ha uṣito 'smi sukhaṃ rājan kanyayā paritoṣitaḥ
Nachdem er ihr diese übergeben hatte, sprach er, Herrscher der Könige, zu Kuntibhoja: ‚Glücklich habe ich gewohnt, König, durch deine Tochter zufriedengestellt.
Wort für Wort
taṃ pradāya tu rājendra kuntibhojam uvāca ha uṣito 'smi sukhaṃ rājan kanyayā paritoṣitaḥ
Nachdem er ihr diese übergeben hatte, sprach er, Herrscher der Könige, zu Kuntibhoja: ‚Glücklich habe ich gewohnt, König, durch deine Tochter zufriedengestellt.