Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 294: Kavacakuṇḍalāharaṇaparva (5, Schlusskapitel) Der Tausch: Karṇas Panzer und Ohrringe gegen die Śakti-Waffe

Indra, als Brahmane verkleidet, lehnt alle angebotenen Gaben außer Panzer und Ohrringen ab. Karṇa, der Indra längst erkannt hat, besteht darauf, nicht ohne Gegenleistung zu geben, und schlägt den von Sūrya vorgeschlagenen Tausch vor: Panzer und Ohrringe gegen Indras unfehlbare Śakti-Waffe, mit der Einschränkung, dass sie nur gegen einen einzigen Feind eingesetzt werden darf und sonst auf den Werfer zurückfällt. Indra bestätigt verhüllt, dass Arjuna von Kṛṣṇa-Nārāyaṇa beschützt wird. Karṇa schneidet sich in einer eindrücklichen, von Musik und Blumenregen begleiteten Szene den angeborenen Panzer und die Ohrringe vom Leib, ohne Schmerzensregung, und erhält dafür den Beinamen Vaikartana ('der Abschneidende'); Indra kehrt triumphierend zum Himmel zurück, da er die Aufgabe für die Pāṇḍavas als erfüllt betrachtet. Die Kaurava-Söhne sind bestürzt, die im Wald weilenden Pāṇḍavas hingegen erfreut. Mit Janamejayas Anschlussfrage, wo die Pāṇḍavas sich zu dieser Zeit aufhielten, schließt Vaiśampāyana den Bogen zur Rahmenhandlung: sie hatten, nach der Rückgewinnung Draupadīs von Jayadratha, die gesamte Mārkaṇḍeya-Erzählung (einschließlich Rāmopākhyāna und Sāvitryupākhyānam) in der Kāmyaka-Einsiedelei gehört und kehrten nun nach Dvaitavana zurück. Damit endet die gesamte, seit Kap.183 laufende Mārkaṇḍeya-Episode des Vanaparva.

vaiśaṃpāyana uvāca devarājam anuprāptaṃ brāhmaṇacchadmanā vṛṣaḥ dṛṣṭvā svāgatam ity āha na bubodhāsya mānasam

Als Vṛṣa den herangekommenen Götterkönig, in der Verkleidung eines Brahmanen, erblickte, sprach er ihn willkommen heißend an; doch dessen wahre Absicht kannte er nicht.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca devarājam anuprāptaṃ brāhmaṇacchadmanā vṛṣaḥ dṛṣṭvā svāgatam ity āha na bubodhāsya mānasam
Als Vṛṣa den herangekommenen Götterkönig, in der Verkleidung eines Brahmanen, erblickte, sprach er ihn willkommen heißend an; doch dessen wahre Absicht kannte er nicht.

hiraṇyakaṇṭhīḥ pramadā grāmān vā bahugokulān kiṃ dadānīti taṃ vipram uvācādhirathis tataḥ

‚Goldkettige Frauen, oder Dörfer mit vielen Rinderherden - was soll ich dir geben?‘ So sprach der Sohn Adhirathas darauf zu jenem Brahmanen.

Wort für Wort
hiraṇyakaṇṭhīḥ pramadā grāmān vā bahugokulān kiṃ dadānīti taṃ vipram uvācādhirathis tataḥ
‚Goldkettige Frauen, oder Dörfer mit vielen Rinderherden - was soll ich dir geben?‘ So sprach der Sohn Adhirathas darauf zu jenem Brahmanen.

brāhmaṇa uvāca hiraṇyakaṇṭhyaḥ pramadā yac cānyat prītivardhanam nāhaṃ dattam ihecchāmi tadarthibhyaḥ pradīyatām

Der Brahmane sprach: ‚Goldkettige Frauen und was sonst noch die Freude mehrt, begehre ich hier nicht als Gabe; das soll anderen gegeben werden, die danach verlangen.

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca hiraṇyakaṇṭhyaḥ pramadā yac cānyat prītivardhanam nāhaṃ dattam ihecchāmi tadarthibhyaḥ pradīyatām
Der Brahmane sprach: ‚Goldkettige Frauen und was sonst noch die Freude mehrt, begehre ich hier nicht als Gabe; das soll anderen gegeben werden, die danach verlangen.

yad etat sahajaṃ varma kuṇḍale ca tavānagha etad utkṛtya me dehi yadi satyavrato bhavān

Diesen deinen angeborenen Panzer und die Ohrringe, Makelloser - dies schneide heraus und gib es mir, wenn du wahrhaftig in deinem Gelübde bist.

Wort für Wort
yad etat sahajaṃ varma kuṇḍale ca tavānagha etad utkṛtya me dehi yadi satyavrato bhavān
Diesen deinen angeborenen Panzer und die Ohrringe, Makelloser - dies schneide heraus und gib es mir, wenn du wahrhaftig in deinem Gelübde bist.

etad icchāmy ahaṃ kṣipraṃ tvayā dattaṃ paraṃtapa eṣa me sarvalābhānāṃ lābhaḥ paramako mataḥ

Dies wünsche ich, von dir rasch gegeben, du Feindebezwinger; dies gilt mir als der höchste aller Gewinne.‘

Wort für Wort
etad icchāmy ahaṃ kṣipraṃ tvayā dattaṃ paraṃtapa eṣa me sarvalābhānāṃ lābhaḥ paramako mataḥ
Dies wünsche ich, von dir rasch gegeben, du Feindebezwinger; dies gilt mir als der höchste aller Gewinne.‘

karṇa uvāca avaniṃ pramadā gāś ca nirvāpaṃ bahuvārṣikam tat te vipra pradāsyāmi na tu varma na kuṇḍale

Karṇa sprach: ‚Land, Frauen und Rinder, sowie eine für viele Jahre reichende Ausschüttung an Reichtum - dies werde ich dir geben, Brahmane, nicht aber Panzer oder Ohrringe.‘

Wort für Wort
karṇa uvāca avaniṃ pramadā gāś ca nirvāpaṃ bahuvārṣikam tat te vipra pradāsyāmi na tu varma na kuṇḍale
Karṇa sprach: ‚Land, Frauen und Rinder, sowie eine für viele Jahre reichende Ausschüttung an Reichtum - dies werde ich dir geben, Brahmane, nicht aber Panzer oder Ohrringe.‘

vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ bahuvidhair vākyair yācyamānaḥ sa tu dvijaḥ karṇena bharataśreṣṭha nānyaṃ varam ayācata

So auf vielfältige Weise mit Worten gebeten, verlangte jener Zweifachgeborene dennoch, o Bester der Bharatas, keine andere Gabe von Karṇa.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ bahuvidhair vākyair yācyamānaḥ sa tu dvijaḥ karṇena bharataśreṣṭha nānyaṃ varam ayācata
So auf vielfältige Weise mit Worten gebeten, verlangte jener Zweifachgeborene dennoch, o Bester der Bharatas, keine andere Gabe von Karṇa.

sāntvitaś ca yathāśakti pūjitaś ca yathāvidhi naivānyaṃ sa dvijaśreṣṭhaḥ kāmayām āsa vai varam

Obwohl er nach Kräften besänftigt und vorschriftsmäßig verehrt wurde, begehrte jener beste der Zweifachgeborenen keine andere Gabe.

Wort für Wort
sāntvitaś ca yathāśakti pūjitaś ca yathāvidhi naivānyaṃ sa dvijaśreṣṭhaḥ kāmayām āsa vai varam
Obwohl er nach Kräften besänftigt und vorschriftsmäßig verehrt wurde, begehrte jener beste der Zweifachgeborenen keine andere Gabe.

yadā nānyaṃ pravṛṇute varaṃ vai dvijasattamaḥ tadainam abravīd bhūyo rādheyaḥ prahasann iva

Als der beste der Zweifachgeborenen keine andere Gabe wählte, sprach der Sohn der Rādhā, gleichsam lächelnd, wiederum zu ihm:

Wort für Wort
yadā nānyaṃ pravṛṇute varaṃ vai dvijasattamaḥ tadainam abravīd bhūyo rādheyaḥ prahasann iva
Als der beste der Zweifachgeborenen keine andere Gabe wählte, sprach der Sohn der Rādhā, gleichsam lächelnd, wiederum zu ihm:

sahajaṃ varma me vipra kuṇḍale cāmṛtodbhave tenāvadhyo 'smi lokeṣu tato naitad dadāmy aham

‚Mein angeborener Panzer, Brahmane, und die beiden aus Amṛta entstandenen Ohrringe - durch sie bin ich in den Welten unbesiegbar; deshalb gebe ich dies nicht.

Wort für Wort
sahajaṃ varma me vipra kuṇḍale cāmṛtodbhave tenāvadhyo 'smi lokeṣu tato naitad dadāmy aham
‚Mein angeborener Panzer, Brahmane, und die beiden aus Amṛta entstandenen Ohrringe - durch sie bin ich in den Welten unbesiegbar; deshalb gebe ich dies nicht.

viśālaṃ pṛthivīrājyaṃ kṣemaṃ nihatakaṇṭakam pratigṛhṇīṣva mattas tvaṃ sādhu brāhmaṇapuṃgava

Ein weites, sicheres, von Feinden befreites Erdenreich nimm doch von mir an, du Stier unter den Brahmanen.

Wort für Wort
viśālaṃ pṛthivīrājyaṃ kṣemaṃ nihatakaṇṭakam pratigṛhṇīṣva mattas tvaṃ sādhu brāhmaṇapuṃgava
Ein weites, sicheres, von Feinden befreites Erdenreich nimm doch von mir an, du Stier unter den Brahmanen.

kuṇḍalābhyāṃ vimukto 'haṃ varmaṇā sahajena ca gamanīyo bhaviṣyāmi śatrūṇāṃ dvijasattama

Der Ohrringe und des angeborenen Panzers beraubt, würde ich für meine Feinde angreifbar werden, bester Zweifachgeborener.‘

Wort für Wort
kuṇḍalābhyāṃ vimukto 'haṃ varmaṇā sahajena ca gamanīyo bhaviṣyāmi śatrūṇāṃ dvijasattama
Der Ohrringe und des angeborenen Panzers beraubt, würde ich für meine Feinde angreifbar werden, bester Zweifachgeborener.‘

yadā nānyaṃ varaṃ vavre bhagavān pākaśāsanaḥ tataḥ prahasya karṇas taṃ punar ity abravīd vacaḥ

Als der erhabene Bestrafer des Pāka keine andere Gabe wählte, sprach Karṇa, lachend, wiederum zu ihm dieses Wort:

Wort für Wort
yadā nānyaṃ varaṃ vavre bhagavān pākaśāsanaḥ tataḥ prahasya karṇas taṃ punar ity abravīd vacaḥ
Als der erhabene Bestrafer des Pāka keine andere Gabe wählte, sprach Karṇa, lachend, wiederum zu ihm dieses Wort:

vidito devadeveśa prāg evāsi mama prabho na tu nyāyyaṃ mayā dātuṃ tava śakra vṛthā varam

‚Erkannt bist du mir, Herr der Göttergötter, schon zuvor, Gebieter; doch es ist mir nicht recht, dir, Śakra, eine Gabe ohne Gegenwert zu geben.

Wort für Wort
vidito devadeveśa prāg evāsi mama prabho na tu nyāyyaṃ mayā dātuṃ tava śakra vṛthā varam
‚Erkannt bist du mir, Herr der Göttergötter, schon zuvor, Gebieter; doch es ist mir nicht recht, dir, Śakra, eine Gabe ohne Gegenwert zu geben.

tvaṃ hi deveśvaraḥ sākṣāt tvayā deyo varo mama anyeṣāṃ caiva bhūtānām īśvaro hy asi bhūtakṛt

Denn du bist leibhaftig der Herr der Götter; von dir sollte mir eine Gabe gegeben werden, da du der Gebieter und Schöpfer auch der anderen Wesen bist.

Wort für Wort
tvaṃ hi deveśvaraḥ sākṣāt tvayā deyo varo mama anyeṣāṃ caiva bhūtānām īśvaro hy asi bhūtakṛt
Denn du bist leibhaftig der Herr der Götter; von dir sollte mir eine Gabe gegeben werden, da du der Gebieter und Schöpfer auch der anderen Wesen bist.

yadi dāsyāmi te deva kuṇḍale kavacaṃ tathā vadhyatām upayāsyāmi tvaṃ ca śakrāvahāsyatām

Wenn ich dir, Gott, die Ohrringe und den Panzer gebe, werde ich der Tötung anheimfallen, und du, Śakra, wirst dem Gespött ausgesetzt sein.

Wort für Wort
yadi dāsyāmi te deva kuṇḍale kavacaṃ tathā vadhyatām upayāsyāmi tvaṃ ca śakrāvahāsyatām
Wenn ich dir, Gott, die Ohrringe und den Panzer gebe, werde ich der Tötung anheimfallen, und du, Śakra, wirst dem Gespött ausgesetzt sein.

tasmād vinimayaṃ kṛtvā kuṇḍale varma cottamam harasva śakra kāmaṃ me na dadyām aham anyathā

Deshalb nimm, einen Tausch vollziehend, Ohrringe und den vortrefflichen Panzer, Śakra; erfülle meinen Wunsch - andernfalls würde ich es nicht geben.‘

Wort für Wort
tasmād vinimayaṃ kṛtvā kuṇḍale varma cottamam harasva śakra kāmaṃ me na dadyām aham anyathā
Deshalb nimm, einen Tausch vollziehend, Ohrringe und den vortrefflichen Panzer, Śakra; erfülle meinen Wunsch - andernfalls würde ich es nicht geben.‘

śakra uvāca vidito 'haṃ raveḥ pūrvam āyann eva tavāntikam tena te sarvam ākhyātam evam etan na saṃśayaḥ

Śakra sprach: ‚Erkannt worden bin ich, noch bevor ich mich dir näherte, von der Sonne; durch sie ist dir alles mitgeteilt worden - so ist es, ohne Zweifel.

Wort für Wort
śakra uvāca vidito 'haṃ raveḥ pūrvam āyann eva tavāntikam tena te sarvam ākhyātam evam etan na saṃśayaḥ
Śakra sprach: ‚Erkannt worden bin ich, noch bevor ich mich dir näherte, von der Sonne; durch sie ist dir alles mitgeteilt worden - so ist es, ohne Zweifel.

kāmam astu tathā tāta tava karṇa yathecchasi varjayitvā tu me vajraṃ pravṛṇīṣva yad icchasi

So sei denn dein Wunsch erfüllt, mein Sohn Karṇa, wie du willst; mit Ausnahme meines Blitzes wähle, was du begehrst.‘

Wort für Wort
kāmam astu tathā tāta tava karṇa yathecchasi varjayitvā tu me vajraṃ pravṛṇīṣva yad icchasi
So sei denn dein Wunsch erfüllt, mein Sohn Karṇa, wie du willst; mit Ausnahme meines Blitzes wähle, was du begehrst.‘

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ karṇaḥ prahṛṣṭas tu upasaṃgamya vāsavam amoghāṃ śaktim abhyetya vavre saṃpūrṇamānasaḥ

Darauf, hocherfreut, näherte sich Karṇa dem Vāsava und wählte, mit erfülltem Sinn, die unfehlbare Śakti-Waffe.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ karṇaḥ prahṛṣṭas tu upasaṃgamya vāsavam amoghāṃ śaktim abhyetya vavre saṃpūrṇamānasaḥ
Darauf, hocherfreut, näherte sich Karṇa dem Vāsava und wählte, mit erfülltem Sinn, die unfehlbare Śakti-Waffe.

karṇa uvāca varmaṇā kuṇḍalābhyāṃ ca śaktiṃ me dehi vāsava amoghāṃ śatrusaṃghānāṃ ghātanīṃ pṛtanāmukhe

Karṇa sprach: ‚Für Panzer und Ohrringe gib mir, Vāsava, die unfehlbare Śakti-Waffe, die Scharen von Feinden an der Front der Schlacht vernichtet.‘

Wort für Wort
karṇa uvāca varmaṇā kuṇḍalābhyāṃ ca śaktiṃ me dehi vāsava amoghāṃ śatrusaṃghānāṃ ghātanīṃ pṛtanāmukhe
Karṇa sprach: ‚Für Panzer und Ohrringe gib mir, Vāsava, die unfehlbare Śakti-Waffe, die Scharen von Feinden an der Front der Schlacht vernichtet.‘

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ saṃcintya manasā muhūrtam iva vāsavaḥ śaktyarthaṃ pṛthivīpāla karṇaṃ vākyam athābravīt

Darauf, nachdem er einen Augenblick lang nachgedacht hatte, sprach Vāsava, Herr der Erde, wegen der Śakti-Waffe zu Karṇa dieses Wort:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ saṃcintya manasā muhūrtam iva vāsavaḥ śaktyarthaṃ pṛthivīpāla karṇaṃ vākyam athābravīt
Darauf, nachdem er einen Augenblick lang nachgedacht hatte, sprach Vāsava, Herr der Erde, wegen der Śakti-Waffe zu Karṇa dieses Wort:

kuṇḍale me prayacchasva varma caiva śarīrajam gṛhāṇa karṇa śaktiṃ tvam anena samayena me

‚Gib mir die Ohrringe und den aus deinem Leib entstandenen Panzer; nimm du, Karṇa, unter dieser Bedingung von mir die Śakti-Waffe.

Wort für Wort
kuṇḍale me prayacchasva varma caiva śarīrajam gṛhāṇa karṇa śaktiṃ tvam anena samayena me
‚Gib mir die Ohrringe und den aus deinem Leib entstandenen Panzer; nimm du, Karṇa, unter dieser Bedingung von mir die Śakti-Waffe.

amoghā hanti śataśaḥ śatrūn mama karacyutā punaś ca pāṇim abhyeti mama daityān vinighnataḥ

Die Unfehlbare tötet, aus meiner Hand entsandt, zu Hunderten die Feinde und kehrt, nachdem sie die Daityas vernichtet hat, wieder in meine Hand zurück.

Wort für Wort
amoghā hanti śataśaḥ śatrūn mama karacyutā punaś ca pāṇim abhyeti mama daityān vinighnataḥ
Die Unfehlbare tötet, aus meiner Hand entsandt, zu Hunderten die Feinde und kehrt, nachdem sie die Daityas vernichtet hat, wieder in meine Hand zurück.

seyaṃ tava karaṃ prāpya hatvaikaṃ ripum ūrjitam garjantaṃ pratapantaṃ ca mām evaiṣyati sūtaja

Diese aber wird, nachdem sie deine Hand erreicht und einen einzigen mächtigen, brüllenden und glühenden Feind erschlagen hat, zu mir allein zurückkehren, Sohn eines Wagenlenkers.‘

Wort für Wort
seyaṃ tava karaṃ prāpya hatvaikaṃ ripum ūrjitam garjantaṃ pratapantaṃ ca mām evaiṣyati sūtaja
Diese aber wird, nachdem sie deine Hand erreicht und einen einzigen mächtigen, brüllenden und glühenden Feind erschlagen hat, zu mir allein zurückkehren, Sohn eines Wagenlenkers.‘

karṇa uvāca ekam evāham icchāmi ripuṃ hantuṃ mahāhave garjantaṃ pratapantaṃ ca yato mama bhayaṃ bhavet

Karṇa sprach: ‚Nur einen einzigen Feind wünsche ich in der großen Schlacht zu erschlagen, den brüllenden und glühenden, von dem mir Furcht droht.‘

Wort für Wort
karṇa uvāca ekam evāham icchāmi ripuṃ hantuṃ mahāhave garjantaṃ pratapantaṃ ca yato mama bhayaṃ bhavet
Karṇa sprach: ‚Nur einen einzigen Feind wünsche ich in der großen Schlacht zu erschlagen, den brüllenden und glühenden, von dem mir Furcht droht.‘

indra uvāca ekaṃ haniṣyasi ripuṃ garjantaṃ balinaṃ raṇe tvaṃ tu yaṃ prārthayasy ekaṃ rakṣyate sa mahātmanā

Indra sprach: ‚Einen brüllenden, kraftvollen Feind wirst du im Kampf erschlagen; doch der eine, den du meinst, wird von einem Hochherzigen beschützt.

Wort für Wort
indra uvāca ekaṃ haniṣyasi ripuṃ garjantaṃ balinaṃ raṇe tvaṃ tu yaṃ prārthayasy ekaṃ rakṣyate sa mahātmanā
Indra sprach: ‚Einen brüllenden, kraftvollen Feind wirst du im Kampf erschlagen; doch der eine, den du meinst, wird von einem Hochherzigen beschützt.

yam āhur vedavidvāṃso varāham ajitaṃ harim nārāyaṇam acintyaṃ ca tena kṛṣṇena rakṣyate

Den, den die Vedakundigen den Eber nennen, den unbesiegten Hari, den unfassbaren Nārāyaṇa - von eben diesem Kṛṣṇa wird er beschützt.‘

Wort für Wort
yam āhur vedavidvāṃso varāham ajitaṃ harim nārāyaṇam acintyaṃ ca tena kṛṣṇena rakṣyate
Den, den die Vedakundigen den Eber nennen, den unbesiegten Hari, den unfassbaren Nārāyaṇa - von eben diesem Kṛṣṇa wird er beschützt.‘

Verhüllte Vorausdeutung: Indra bestätigt, dass Arjuna von Kṛṣṇa (identifiziert mit Viṣṇu-Nārāyaṇa) beschützt wird - eine Vorausdeutung auf Karṇas Tod im Kurukṣetra-Krieg trotz Erhalt der Śakti-Waffe.

karṇa uvāca evam apy astu bhagavann ekavīravadhe mama amoghā pravarā śaktir yena hanyāṃ pratāpinam

Karṇa sprach: ‚Sei es auch so, Erhabener; zur Tötung jenes einen Helden genüge mir die unfehlbare, vortreffliche Śakti-Waffe, mit der ich den Glühenden erschlagen werde.

Wort für Wort
karṇa uvāca evam apy astu bhagavann ekavīravadhe mama amoghā pravarā śaktir yena hanyāṃ pratāpinam
Karṇa sprach: ‚Sei es auch so, Erhabener; zur Tötung jenes einen Helden genüge mir die unfehlbare, vortreffliche Śakti-Waffe, mit der ich den Glühenden erschlagen werde.

utkṛtya tu pradāsyāmi kuṇḍale kavacaṃ ca te nikṛtteṣu ca gātreṣu na me bībhatsatā bhavet

Ich werde sie herausschneiden und dir Ohrringe und Panzer geben; möge mir, wenn meine Glieder zerschnitten sind, keine Entstellung widerfahren.‘

Wort für Wort
utkṛtya tu pradāsyāmi kuṇḍale kavacaṃ ca te nikṛtteṣu ca gātreṣu na me bībhatsatā bhavet
Ich werde sie herausschneiden und dir Ohrringe und Panzer geben; möge mir, wenn meine Glieder zerschnitten sind, keine Entstellung widerfahren.‘

indra uvāca na te bībhatsatā karṇa bhaviṣyati kathaṃ cana vraṇaś cāpi na gātreṣu yas tvaṃ nānṛtam icchasi

Indra sprach: ‚Keinerlei Entstellung, Karṇa, wird dir je widerfahren, noch eine Wunde an deinen Gliedern, da du nicht die Unwahrheit begehrst.

Wort für Wort
indra uvāca na te bībhatsatā karṇa bhaviṣyati kathaṃ cana vraṇaś cāpi na gātreṣu yas tvaṃ nānṛtam icchasi
Indra sprach: ‚Keinerlei Entstellung, Karṇa, wird dir je widerfahren, noch eine Wunde an deinen Gliedern, da du nicht die Unwahrheit begehrst.

yādṛśas te pitur varṇas tejaś ca vadatāṃ vara tādṛśenaiva varṇena tvaṃ karṇa bhavitā punaḥ

Wie die Farbe und der Glanz deines Vaters ist, bester der Redner, mit eben solcher Farbe wirst du, Karṇa, wieder sein.

Wort für Wort
yādṛśas te pitur varṇas tejaś ca vadatāṃ vara tādṛśenaiva varṇena tvaṃ karṇa bhavitā punaḥ
Wie die Farbe und der Glanz deines Vaters ist, bester der Redner, mit eben solcher Farbe wirst du, Karṇa, wieder sein.

vidyamāneṣu śastreṣu yady amoghām asaṃśaye pramatto mokṣyase cāpi tvayy evaiṣā patiṣyati

Solltest du aber, solange Waffen gegen dich vorhanden sind, unachtsam die Unfehlbare entsenden, so wird sie ohne Zweifel auf dich selbst zurückfallen.‘

Wort für Wort
vidyamāneṣu śastreṣu yady amoghām asaṃśaye pramatto mokṣyase cāpi tvayy evaiṣā patiṣyati
Solltest du aber, solange Waffen gegen dich vorhanden sind, unachtsam die Unfehlbare entsenden, so wird sie ohne Zweifel auf dich selbst zurückfallen.‘

karṇa uvāca saṃśayaṃ paramaṃ prāpya vimokṣye vāsavīm imām yathā mām āttha śakra tvaṃ satyam etad bravīmi te

Karṇa sprach: ‚Nur in höchster Gefahr werde ich diese Vāsava-Waffe entsenden; so wie du es mir gesagt hast, Śakra - dies sage ich dir wahrhaftig zu.‘

Wort für Wort
karṇa uvāca saṃśayaṃ paramaṃ prāpya vimokṣye vāsavīm imām yathā mām āttha śakra tvaṃ satyam etad bravīmi te
Karṇa sprach: ‚Nur in höchster Gefahr werde ich diese Vāsava-Waffe entsenden; so wie du es mir gesagt hast, Śakra - dies sage ich dir wahrhaftig zu.‘

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ śaktiṃ prajvalitāṃ pratigṛhya viśāṃ pate śastraṃ gṛhītvā niśitaṃ sarvagātrāṇy akṛntata

Darauf, nachdem er die lodernde Śakti-Waffe entgegengenommen hatte, Herr der Untertanen, ergriff er eine scharfe Waffe und schnitt sich alle Glieder auf.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ śaktiṃ prajvalitāṃ pratigṛhya viśāṃ pate śastraṃ gṛhītvā niśitaṃ sarvagātrāṇy akṛntata
Darauf, nachdem er die lodernde Śakti-Waffe entgegengenommen hatte, Herr der Untertanen, ergriff er eine scharfe Waffe und schnitt sich alle Glieder auf.

tato devā mānavā dānavāś ca nikṛntantaṃ karṇam ātmānam evam dṛṣṭvā sarve siddhasaṃghāś ca nedur na hy asyāsīd duḥkhajo vai vikāraḥ

Da erhoben, als sie sahen, wie Karṇa sich selbst so zerschnitt, die Götter, Menschen und Dānavas sowie alle Scharen der Siddhas ein lautes Getöse; denn keinerlei aus Schmerz entstandene Veränderung zeigte sich an ihm.

Wort für Wort
tato devā mānavā dānavāś ca nikṛntantaṃ karṇam ātmānam evam dṛṣṭvā sarve siddhasaṃghāś ca nedur na hy asyāsīd duḥkhajo vai vikāraḥ
Da erhoben, als sie sahen, wie Karṇa sich selbst so zerschnitt, die Götter, Menschen und Dānavas sowie alle Scharen der Siddhas ein lautes Getöse; denn keinerlei aus Schmerz entstandene Veränderung zeigte sich an ihm.

tato divyā dundubhayaḥ praṇeduḥ papātoccaiḥ puṣpavarṣaṃ ca divyam dṛṣṭvā karṇaṃ śastrasaṃkṛttagātraṃ muhuś cāpi smayamānaṃ nṛvīram

Da erklangen göttliche Pauken, und ein göttlicher Blumenregen fiel von oben herab, als man Karṇa sah, dessen Glieder von der Waffe zerschnitten waren, den Helden unter den Männern, der dabei immer wieder lächelte.

Wort für Wort
tato divyā dundubhayaḥ praṇeduḥ papātoccaiḥ puṣpavarṣaṃ ca divyam dṛṣṭvā karṇaṃ śastrasaṃkṛttagātraṃ muhuś cāpi smayamānaṃ nṛvīram
Da erklangen göttliche Pauken, und ein göttlicher Blumenregen fiel von oben herab, als man Karṇa sah, dessen Glieder von der Waffe zerschnitten waren, den Helden unter den Männern, der dabei immer wieder lächelte.

tataś chittvā kavacaṃ divyam aṅgāt tathaivārdraṃ pradadau vāsavāya tathotkṛtya pradadau kuṇḍale te vaikartanaḥ karmaṇā tena karṇaḥ

Darauf, nachdem er den göttlichen Panzer vom Leib abgeschnitten hatte, übergab er ihn, noch blutend, dem Vāsava, und ebenso schnitt er die beiden Ohrringe heraus und übergab sie; durch diese Tat wurde Karṇa fortan Vaikartana genannt.

Wort für Wort
tataś chittvā kavacaṃ divyam aṅgāt tathaivārdraṃ pradadau vāsavāya tathotkṛtya pradadau kuṇḍale te vaikartanaḥ karmaṇā tena karṇaḥ
Darauf, nachdem er den göttlichen Panzer vom Leib abgeschnitten hatte, übergab er ihn, noch blutend, dem Vāsava, und ebenso schnitt er die beiden Ohrringe heraus und übergab sie; durch diese Tat wurde Karṇa fortan Vaikartana genannt.

'Vaikartana' ('der Abschneidende/Zerschneidende'): Beiname Karṇas, hier durch Volksetymologie von 'vikart-' (schneiden) direkt aus dieser Tat hergeleitet.

tataḥ śakraḥ prahasan vañcayitvā karṇaṃ loke yaśasā yojayitvā kṛtaṃ kāryaṃ pāṇḍavānāṃ hi mene tataḥ paścād divam evotpapāta

Darauf, lachend, nachdem er Karṇa getäuscht und ihn zugleich mit Ruhm in der Welt ausgestattet hatte, hielt Śakra die Aufgabe für die Pāṇḍavas als erfüllt; danach flog er zum Himmel empor.

Wort für Wort
tataḥ śakraḥ prahasan vañcayitvā karṇaṃ loke yaśasā yojayitvā kṛtaṃ kāryaṃ pāṇḍavānāṃ hi mene tataḥ paścād divam evotpapāta
Darauf, lachend, nachdem er Karṇa getäuscht und ihn zugleich mit Ruhm in der Welt ausgestattet hatte, hielt Śakra die Aufgabe für die Pāṇḍavas als erfüllt; danach flog er zum Himmel empor.

śrutvā karṇaṃ muṣitaṃ dhārtarāṣṭrā dīnāḥ sarve bhagnadarpā ivāsan tāṃ cāvasthāṃ gamitaṃ sūtaputraṃ śrutvā pārthā jahṛṣuḥ kānanasthāḥ

Als sie hörten, dass Karṇa beraubt worden war, wurden alle Söhne Dhṛtarāṣṭras elend, wie an ihrem Stolz gebrochen; als aber die im Wald weilenden Pārthas hörten, in welchen Zustand der Sohn des Wagenlenkers versetzt worden war, freuten sie sich.“

Wort für Wort
śrutvā karṇaṃ muṣitaṃ dhārtarāṣṭrā dīnāḥ sarve bhagnadarpā ivāsan tāṃ cāvasthāṃ gamitaṃ sūtaputraṃ śrutvā pārthā jahṛṣuḥ kānanasthāḥ
Als sie hörten, dass Karṇa beraubt worden war, wurden alle Söhne Dhṛtarāṣṭras elend, wie an ihrem Stolz gebrochen; als aber die im Wald weilenden Pārthas hörten, in welchen Zustand der Sohn des Wagenlenkers versetzt worden war, freuten sie sich.“

janamejaya uvāca kvasthā vīrāḥ pāṇḍavās te babhūvuḥ kutaś caitac chrutavantaḥ priyaṃ te kiṃ vākārṣur dvādaśe 'bde vyatīte tan me sarvaṃ bhagavān vyākarotu

„Janamejaya sprach: Wo weilten damals jene heldenhaften Pāṇḍavas, und woher hatten sie diese für sie erfreuliche Nachricht vernommen? Was taten sie, als das zwölfte Jahr verstrichen war? Dies alles möge mir der Erhabene erklären.“

Wort für Wort
janamejaya uvāca kvasthā vīrāḥ pāṇḍavās te babhūvuḥ kutaś caitac chrutavantaḥ priyaṃ te kiṃ vākārṣur dvādaśe 'bde vyatīte tan me sarvaṃ bhagavān vyākarotu
„Janamejaya sprach: Wo weilten damals jene heldenhaften Pāṇḍavas, und woher hatten sie diese für sie erfreuliche Nachricht vernommen? Was taten sie, als das zwölfte Jahr verstrichen war? Dies alles möge mir der Erhabene erklären.“

vaiśaṃpāyana uvāca labdhvā kṛṣṇāṃ saindhavaṃ drāvayitvā vipraiḥ sārdhaṃ kāmyakād āśramāt te mārkaṇḍeyāc chrutavantaḥ purāṇaṃ devarṣīṇāṃ caritaṃ vistareṇa

„Vaiśampāyana sprach: Nachdem sie Kṛṣṇā zurückgewonnen und den Sindhu-König in die Flucht geschlagen hatten, hatten sie, zusammen mit den Brahmanen, von der Einsiedelei Kāmyaka aus, von Mārkaṇḍeya die alte Geschichte gehört, ausführlich, sowie die Taten der Götterweisen.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca labdhvā kṛṣṇāṃ saindhavaṃ drāvayitvā vipraiḥ sārdhaṃ kāmyakād āśramāt te mārkaṇḍeyāc chrutavantaḥ purāṇaṃ devarṣīṇāṃ caritaṃ vistareṇa
„Vaiśampāyana sprach: Nachdem sie Kṛṣṇā zurückgewonnen und den Sindhu-König in die Flucht geschlagen hatten, hatten sie, zusammen mit den Brahmanen, von der Einsiedelei Kāmyaka aus, von Mārkaṇḍeya die alte Geschichte gehört, ausführlich, sowie die Taten der Götterweisen.

pratyājagmuḥ sarathāḥ sānuyātrāḥ sarvaiḥ sārdhaṃ sūdapaurogavaiś ca tataḥ puṇyaṃ dvaitavanaṃ nṛvīrā nistīryograṃ vanavāsaṃ samagram

Darauf kehrten die heldenhaften Männer, mit ihren Wagen und ihrem Gefolge, zusammen mit allen Köchen und Vorstehern, zu dem heiligen Dvaitavana zurück, nachdem sie diesen ganzen schrecklichen Waldaufenthalt überstanden hatten.“

Wort für Wort
pratyājagmuḥ sarathāḥ sānuyātrāḥ sarvaiḥ sārdhaṃ sūdapaurogavaiś ca tataḥ puṇyaṃ dvaitavanaṃ nṛvīrā nistīryograṃ vanavāsaṃ samagram
Darauf kehrten die heldenhaften Männer, mit ihren Wagen und ihrem Gefolge, zusammen mit allen Köchen und Vorstehern, zu dem heiligen Dvaitavana zurück, nachdem sie diesen ganzen schrecklichen Waldaufenthalt überstanden hatten.“

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