Kapitel 147: Hanumaccaritakathanam
Hanumān erzählt seine Geschichte
Bhīma und Hanumān tauschen zornige Worte, bis Bhīma auf seinen berühmten Bruder Hanumān verweist, der einst den Ozean überquerte - woraufhin Hanumān ihn nach diesem 'Hanumān' fragt. Bhīma fordert schließlich auf, den Schwanz beiseitezuschieben; doch trotz äußerster Anstrengung vermag er ihn mit keiner Hand zu bewegen und erkennt beschämt, dass vor ihm kein gewöhnlicher Affe sitzt. Auf seine demütige Bitte hin offenbart sich Hanumān als Sohn des Windgottes und erzählt die gesamte Rāmāyaṇa-Geschichte im Überblick: Sugrīvas Vertreibung, die Freundschaft mit Rāma, die Entführung Sītās durch Rāvaṇa, seinen eigenen Sprung über den Ozean, Rāmas Sieg und Rückkehr Sītās, Rāmas lange Herrschaft und Himmelfahrt, sowie seinen eigenen, von Rāma gewährten Segen ewigen Lebens. Er erklärt, dass dieser Weg nur für Götter bestimmt und für Sterbliche gesperrt sei, doch der von Bhīma gesuchte See ganz in der Nähe liege.
bhīma uvāca vaiśasaṃ vāstu yad vānyan na tvā pṛcchāmi vānara prayacchottiṣṭha mārgaṃ me mā tvaṃ prāpsyasi vaiśasam
Bhīma sprach: „Mag Unheil sein oder etwas anderes - ich frage dich nicht danach, Affe. Erhebe dich, gib mir den Weg frei; du sollst kein Unheil erleiden.“
Wort für Wort
bhīma uvāca vaiśasaṃ vāstu yad vānyan na tvā pṛcchāmi vānara prayacchottiṣṭha mārgaṃ me mā tvaṃ prāpsyasi vaiśasam
Bhīma sprach: „Mag Unheil sein oder etwas anderes - ich frage dich nicht danach, Affe. Erhebe dich, gib mir den Weg frei; du sollst kein Unheil erleiden.“
Hanumān sprach: „Ich habe keine Kraft, mich zu erheben, denn ich bin von Krankheit geplagt. Wenn du unbedingt weitergehen musst, so schreite über mich hinweg und geh.“
Hanumān sprach: „Ich habe keine Kraft, mich zu erheben, denn ich bin von Krankheit geplagt. Wenn du unbedingt weitergehen musst, so schreite über mich hinweg und geh.“
bhīma uvāca nirguṇaḥ paramātmeti dehaṃ te vyāpya tiṣṭhati tam ahaṃ jñānavijñeyaṃ nāvamanye na laṅghaye
Bhīma sprach: „Der eigenschaftslose höchste Ātman durchdringt deinen Leib und weilt darin; ihn, der nur durch Erkenntnis zu erfassen ist, missachte ich nicht, über ihn schreite ich nicht hinweg.
Wort für Wort
bhīma uvāca nirguṇaḥ paramātmeti dehaṃ te vyāpya tiṣṭhati tam ahaṃ jñānavijñeyaṃ nāvamanye na laṅghaye
Bhīma sprach: „Der eigenschaftslose höchste Ātman durchdringt deinen Leib und weilt darin; ihn, der nur durch Erkenntnis zu erfassen ist, missachte ich nicht, über ihn schreite ich nicht hinweg.
yady āgamair na vindeyaṃ tam ahaṃ bhūtabhāvanam krameyaṃ tvāṃ giriṃ cemaṃ hanūmān iva sāgaram
Würde ich ihn, den Erzeuger der Wesen, nicht durch die heiligen Schriften erkennen, so würde ich über dich und diesen Berg hinwegschreiten, wie Hanumān über den Ozean.“
Wort für Wort
yady āgamair na vindeyaṃ tam ahaṃ bhūtabhāvanam krameyaṃ tvāṃ giriṃ cemaṃ hanūmān iva sāgaram
Würde ich ihn, den Erzeuger der Wesen, nicht durch die heiligen Schriften erkennen, so würde ich über dich und diesen Berg hinwegschreiten, wie Hanumān über den Ozean.“
Hanumān sprach: „Wer ist dieser Hanumān, und welcher Ozean wurde von ihm überschritten? Ich frage dich, o Bester der Kurus; sage es, wenn es möglich ist.“
Hanumān sprach: „Wer ist dieser Hanumān, und welcher Ozean wurde von ihm überschritten? Ich frage dich, o Bester der Kurus; sage es, wenn es möglich ist.“
bhīma uvāca bhrātā mama guṇaślāghyo buddhisattvabalānvitaḥ rāmāyaṇe 'tivikhyātaḥ śūro vānarapuṃgavaḥ
Bhīma sprach: „Mein Bruder, gepriesen für seine Tugenden, ausgestattet mit Klugheit, edlem Wesen und Kraft, im Rāmāyaṇa überaus berühmt, ein Held, der Erste unter den Affen -
Wort für Wort
bhīma uvāca bhrātā mama guṇaślāghyo buddhisattvabalānvitaḥ rāmāyaṇe 'tivikhyātaḥ śūro vānarapuṃgavaḥ
Bhīma sprach: „Mein Bruder, gepriesen für seine Tugenden, ausgestattet mit Klugheit, edlem Wesen und Kraft, im Rāmāyaṇa überaus berühmt, ein Held, der Erste unter den Affen -
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er erkannte, dass jener von seiner Kraft berauscht und stolz auf seine Armestärke war, sprach Hanumān, innerlich über ihn lachend, dieses Wort:
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er erkannte, dass jener von seiner Kraft berauscht und stolz auf seine Armestärke war, sprach Hanumān, innerlich über ihn lachend, dieses Wort:
prasīda nāsti me śaktir utthātuṃ jarayānagha mamānukampayā tv etat puccham utsārya gamyatām
„Sei gnädig; ich habe nicht die Kraft, mich zu erheben, vor Altersschwäche, o Sündloser. Aus Mitleid mit mir jedoch schiebe diesen Schwanz beiseite und geh.“
Wort für Wort
prasīda nāsti me śaktir utthātuṃ jarayānagha mamānukampayā tv etat puccham utsārya gamyatām
„Sei gnädig; ich habe nicht die Kraft, mich zu erheben, vor Altersschwäche, o Sündloser. Aus Mitleid mit mir jedoch schiebe diesen Schwanz beiseite und geh.“
Wiederum hob er ihn mit beiden Armen an, den wie Indras Bogen emporragenden; doch auch mit beiden Armen vermochte der überaus starke Bhīma ihn nicht zu heben.
Wiederum hob er ihn mit beiden Armen an, den wie Indras Bogen emporragenden; doch auch mit beiden Armen vermochte der überaus starke Bhīma ihn nicht zu heben.
utkṣiptabhrūr vivṛttākṣaḥ saṃhatabhrukuṭīmukhaḥ svinnagātro 'bhavad bhīmo na coddhartuṃ śaśāka ha
Die Brauen hochgezogen, die Augen weit geöffnet, das Gesicht mit gerunzelter Stirn, wurde Bhīma schweißbedeckt und vermochte ihn dennoch nicht zu heben.
Wort für Wort
utkṣiptabhrūr vivṛttākṣaḥ saṃhatabhrukuṭīmukhaḥ svinnagātro 'bhavad bhīmo na coddhartuṃ śaśāka ha
Die Brauen hochgezogen, die Augen weit geöffnet, das Gesicht mit gerunzelter Stirn, wurde Bhīma schweißbedeckt und vermochte ihn dennoch nicht zu heben.
siddho vā yadi vā devo gandharvo vātha guhyakaḥ pṛṣṭaḥ san kāmayā brūhi kas tvaṃ vānararūpadhṛk
Sei du ein Siddha, oder ein Gott, ein Gandharva, oder ein Guhyaka - gefragt, sage mir aus Zuneigung, wer du bist, der du die Gestalt eines Affen trägst.“
Wort für Wort
siddho vā yadi vā devo gandharvo vātha guhyakaḥ pṛṣṭaḥ san kāmayā brūhi kas tvaṃ vānararūpadhṛk
Sei du ein Siddha, oder ein Gott, ein Gandharva, oder ein Guhyaka - gefragt, sage mir aus Zuneigung, wer du bist, der du die Gestalt eines Affen trägst.“
dem Wunsch seines Vaters folgend, zusammen mit seiner Gattin und seinem jüngeren Bruder, mit seinem Bogen, der Vorzüglichste der Bogenschützen, hielt sich im Daṇḍaka-Wald auf.
dem Wunsch seines Vaters folgend, zusammen mit seiner Gattin und seinem jüngeren Bruder, mit seinem Bogen, der Vorzüglichste der Bogenschützen, hielt sich im Daṇḍaka-Wald auf.
hṛtadāraḥ saha bhrātrā patnīṃ mārgan sa rāghavaḥ dṛṣṭavāñ śailaśikhare sugrīvaṃ vānararṣabham
Seiner Gattin beraubt, erblickte jener Rāghava, zusammen mit seinem Bruder nach seiner Gattin suchend, auf einem Berggipfel den Stier unter den Affen, Sugrīva.
Wort für Wort
hṛtadāraḥ saha bhrātrā patnīṃ mārgan sa rāghavaḥ dṛṣṭavāñ śailaśikhare sugrīvaṃ vānararṣabham
Seiner Gattin beraubt, erblickte jener Rāghava, zusammen mit seinem Bruder nach seiner Gattin suchend, auf einem Berggipfel den Stier unter den Affen, Sugrīva.
tena tasyābhavat sakhyaṃ rāghavasya mahātmanaḥ sa hatvā vālinaṃ rājye sugrīvaṃ pratyapādayat sa harīn preṣayām āsa sītāyāḥ parimārgaṇe
Mit ihm schloss der hochgesinnte Rāghava Freundschaft; nachdem er Vālin erschlagen hatte, setzte er Sugrīva in dessen Königreich ein; dieser sandte darauf die Affen aus, um nach Sītā zu suchen.
Wort für Wort
tena tasyābhavat sakhyaṃ rāghavasya mahātmanaḥ sa hatvā vālinaṃ rājye sugrīvaṃ pratyapādayat sa harīn preṣayām āsa sītāyāḥ parimārgaṇe
Mit ihm schloss der hochgesinnte Rāghava Freundschaft; nachdem er Vālin erschlagen hatte, setzte er Sugrīva in dessen Königreich ein; dieser sandte darauf die Affen aus, um nach Sītā zu suchen.
dṛṣṭā sā ca mayā devī rāvaṇasya niveśane pratyāgataś cāpi punar nāma tatra prakāśya vai
Und jene Göttliche wurde von mir in Rāvaṇas Wohnstatt erblickt, und ich kehrte auch wieder zurück, nachdem ich dort wahrlich meinen Namen kundgetan hatte.
Wort für Wort
dṛṣṭā sā ca mayā devī rāvaṇasya niveśane pratyāgataś cāpi punar nāma tatra prakāśya vai
Und jene Göttliche wurde von mir in Rāvaṇas Wohnstatt erblickt, und ich kehrte auch wieder zurück, nachdem ich dort wahrlich meinen Namen kundgetan hatte.
Darauf wurde, nachdem der Held Rāma all jene Rākṣasas erschlagen hatte, seine Gattin wiedergewonnen, wie eine verlorene, wiedergefundene Veda-Überlieferung.
Darauf wurde, nachdem der Held Rāma all jene Rākṣasas erschlagen hatte, seine Gattin wiedergewonnen, wie eine verlorene, wiedergefundene Veda-Überlieferung.
Darauf, als Rāma im Königreich etabliert war, wurde dieser Held von mir gebeten: 'Solange die Erzählung von Rāma in den Welten bestehen wird, o Held, Feindetöter, so lange möge ich leben' - und 'So sei es', sprach er.
Darauf, als Rāma im Königreich etabliert war, wurde dieser Held von mir gebeten: 'Solange die Erzählung von Rāma in den Welten bestehen wird, o Held, Feindetöter, so lange möge ich leben' - und 'So sei es', sprach er.
Und dieser Weg ist für Sterbliche unzugänglich, o Freudenbringer der Kurus; darum habe ich diesen von Göttern aufgesuchten Weg vor dir versperrt, damit ihn niemand entweihe oder verfluche, o Bhārata.
Und dieser Weg ist für Sterbliche unzugänglich, o Freudenbringer der Kurus; darum habe ich diesen von Göttern aufgesuchten Weg vor dir versperrt, damit ihn niemand entweihe oder verfluche, o Bhārata.