Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 147: Hanumaccaritakathanam Hanumān erzählt seine Geschichte

Bhīma und Hanumān tauschen zornige Worte, bis Bhīma auf seinen berühmten Bruder Hanumān verweist, der einst den Ozean überquerte - woraufhin Hanumān ihn nach diesem 'Hanumān' fragt. Bhīma fordert schließlich auf, den Schwanz beiseitezuschieben; doch trotz äußerster Anstrengung vermag er ihn mit keiner Hand zu bewegen und erkennt beschämt, dass vor ihm kein gewöhnlicher Affe sitzt. Auf seine demütige Bitte hin offenbart sich Hanumān als Sohn des Windgottes und erzählt die gesamte Rāmāyaṇa-Geschichte im Überblick: Sugrīvas Vertreibung, die Freundschaft mit Rāma, die Entführung Sītās durch Rāvaṇa, seinen eigenen Sprung über den Ozean, Rāmas Sieg und Rückkehr Sītās, Rāmas lange Herrschaft und Himmelfahrt, sowie seinen eigenen, von Rāma gewährten Segen ewigen Lebens. Er erklärt, dass dieser Weg nur für Götter bestimmt und für Sterbliche gesperrt sei, doch der von Bhīma gesuchte See ganz in der Nähe liege.

vaiśaṃpāyana uvāca etac chrutvā vacas tasya vānarendrasya dhīmataḥ bhīmasenas tadā vīraḥ provācāmitrakarśanaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er dieses Wort jenes weisen Affenfürsten gehört hatte, sprach da der Held Bhīmasena, der Feindebedränger:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca etac chrutvā vacas tasya vānarendrasya dhīmataḥ bhīmasenas tadā vīraḥ provācāmitrakarśanaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er dieses Wort jenes weisen Affenfürsten gehört hatte, sprach da der Held Bhīmasena, der Feindebedränger:

ko bhavān kiṃnimittaṃ vā vānaraṃ vapur āśritaḥ brāhmaṇānantaro varṇaḥ kṣatriyas tvānupṛcchati

„Wer bist du, und aus welchem Grund hast du die Gestalt eines Affen angenommen? Der auf den Brahmanen folgende Stand, ein Kṣatriya, befragt dich.

Wort für Wort
ko bhavān kiṃnimittaṃ vā vānaraṃ vapur āśritaḥ brāhmaṇānantaro varṇaḥ kṣatriyas tvānupṛcchati
„Wer bist du, und aus welchem Grund hast du die Gestalt eines Affen angenommen? Der auf den Brahmanen folgende Stand, ein Kṣatriya, befragt dich.

kauravaḥ somavaṃśīyaḥ kuntyā garbheṇa dhāritaḥ pāṇḍavo vāyutanayo bhīmasena iti śrutaḥ

Ein Kaurava, aus der Mondlinie, von Kuntī im Schoß getragen, ein Pāṇḍava, Sohn des Windgottes, unter dem Namen Bhīmasena bekannt.“

Wort für Wort
kauravaḥ somavaṃśīyaḥ kuntyā garbheṇa dhāritaḥ pāṇḍavo vāyutanayo bhīmasena iti śrutaḥ
Ein Kaurava, aus der Mondlinie, von Kuntī im Schoß getragen, ein Pāṇḍava, Sohn des Windgottes, unter dem Namen Bhīmasena bekannt.“

sa vākyaṃ bhīmasenasya smitena pratigṛhya tat hanūmān vāyutanayo vāyuputram abhāṣata

Vaiśaṃpāyana sprach: Er, Hanumān, der Sohn des Windgottes, jenes Wort Bhīmasenas mit einem Lächeln aufnehmend, sprach zu dem Sohn des Windgottes:

Wort für Wort
sa vākyaṃ bhīmasenasya smitena pratigṛhya tat hanūmān vāyutanayo vāyuputram abhāṣata
Vaiśaṃpāyana sprach: Er, Hanumān, der Sohn des Windgottes, jenes Wort Bhīmasenas mit einem Lächeln aufnehmend, sprach zu dem Sohn des Windgottes:

vānaro 'haṃ na te mārgaṃ pradāsyāmi yathepsitam sādhu gaccha nivartasva mā tvaṃ prāpsyasi vaiśasam

„Ich bin ein Affe; ich werde dir nicht den Weg freigeben, wie du es wünschst. Geh lieber, kehre um; du sollst kein Unheil erleiden.“

Wort für Wort
vānaro 'haṃ na te mārgaṃ pradāsyāmi yathepsitam sādhu gaccha nivartasva mā tvaṃ prāpsyasi vaiśasam
„Ich bin ein Affe; ich werde dir nicht den Weg freigeben, wie du es wünschst. Geh lieber, kehre um; du sollst kein Unheil erleiden.“

bhīma uvāca vaiśasaṃ vāstu yad vānyan na tvā pṛcchāmi vānara prayacchottiṣṭha mārgaṃ me mā tvaṃ prāpsyasi vaiśasam

Bhīma sprach: „Mag Unheil sein oder etwas anderes - ich frage dich nicht danach, Affe. Erhebe dich, gib mir den Weg frei; du sollst kein Unheil erleiden.“

Wort für Wort
bhīma uvāca vaiśasaṃ vāstu yad vānyan na tvā pṛcchāmi vānara prayacchottiṣṭha mārgaṃ me mā tvaṃ prāpsyasi vaiśasam
Bhīma sprach: „Mag Unheil sein oder etwas anderes - ich frage dich nicht danach, Affe. Erhebe dich, gib mir den Weg frei; du sollst kein Unheil erleiden.“

hanūmān uvāca nāsti śaktir mamotthātuṃ vyādhinā kleśito hy aham yady avaśyaṃ prayātavyaṃ laṅghayitvā prayāhi mām

Hanumān sprach: „Ich habe keine Kraft, mich zu erheben, denn ich bin von Krankheit geplagt. Wenn du unbedingt weitergehen musst, so schreite über mich hinweg und geh.“

Wort für Wort
hanūmān uvāca nāsti śaktir mamotthātuṃ vyādhinā kleśito hy aham yady avaśyaṃ prayātavyaṃ laṅghayitvā prayāhi mām
Hanumān sprach: „Ich habe keine Kraft, mich zu erheben, denn ich bin von Krankheit geplagt. Wenn du unbedingt weitergehen musst, so schreite über mich hinweg und geh.“

bhīma uvāca nirguṇaḥ paramātmeti dehaṃ te vyāpya tiṣṭhati tam ahaṃ jñānavijñeyaṃ nāvamanye na laṅghaye

Bhīma sprach: „Der eigenschaftslose höchste Ātman durchdringt deinen Leib und weilt darin; ihn, der nur durch Erkenntnis zu erfassen ist, missachte ich nicht, über ihn schreite ich nicht hinweg.

Wort für Wort
bhīma uvāca nirguṇaḥ paramātmeti dehaṃ te vyāpya tiṣṭhati tam ahaṃ jñānavijñeyaṃ nāvamanye na laṅghaye
Bhīma sprach: „Der eigenschaftslose höchste Ātman durchdringt deinen Leib und weilt darin; ihn, der nur durch Erkenntnis zu erfassen ist, missachte ich nicht, über ihn schreite ich nicht hinweg.

yady āgamair na vindeyaṃ tam ahaṃ bhūtabhāvanam krameyaṃ tvāṃ giriṃ cemaṃ hanūmān iva sāgaram

Würde ich ihn, den Erzeuger der Wesen, nicht durch die heiligen Schriften erkennen, so würde ich über dich und diesen Berg hinwegschreiten, wie Hanumān über den Ozean.“

Wort für Wort
yady āgamair na vindeyaṃ tam ahaṃ bhūtabhāvanam krameyaṃ tvāṃ giriṃ cemaṃ hanūmān iva sāgaram
Würde ich ihn, den Erzeuger der Wesen, nicht durch die heiligen Schriften erkennen, so würde ich über dich und diesen Berg hinwegschreiten, wie Hanumān über den Ozean.“

hanūmān uvāca ka eṣa hanumān nāma sāgaro yena laṅghitaḥ pṛcchāmi tvā kuruśreṣṭha kathyatāṃ yadi śakyate

Hanumān sprach: „Wer ist dieser Hanumān, und welcher Ozean wurde von ihm überschritten? Ich frage dich, o Bester der Kurus; sage es, wenn es möglich ist.“

Wort für Wort
hanūmān uvāca ka eṣa hanumān nāma sāgaro yena laṅghitaḥ pṛcchāmi tvā kuruśreṣṭha kathyatāṃ yadi śakyate
Hanumān sprach: „Wer ist dieser Hanumān, und welcher Ozean wurde von ihm überschritten? Ich frage dich, o Bester der Kurus; sage es, wenn es möglich ist.“

bhīma uvāca bhrātā mama guṇaślāghyo buddhisattvabalānvitaḥ rāmāyaṇe 'tivikhyātaḥ śūro vānarapuṃgavaḥ

Bhīma sprach: „Mein Bruder, gepriesen für seine Tugenden, ausgestattet mit Klugheit, edlem Wesen und Kraft, im Rāmāyaṇa überaus berühmt, ein Held, der Erste unter den Affen -

Wort für Wort
bhīma uvāca bhrātā mama guṇaślāghyo buddhisattvabalānvitaḥ rāmāyaṇe 'tivikhyātaḥ śūro vānarapuṃgavaḥ
Bhīma sprach: „Mein Bruder, gepriesen für seine Tugenden, ausgestattet mit Klugheit, edlem Wesen und Kraft, im Rāmāyaṇa überaus berühmt, ein Held, der Erste unter den Affen -

rāmapatnīkṛte yena śatayojanam āyataḥ sāgaraḥ plavagendreṇa krameṇaikena laṅghitaḥ

um Rāmas Gattin willen wurde von ihm, dem Herrn der Affensprünge, der hundert Yojanas weite Ozean mit einem einzigen Sprung überquert.

Wort für Wort
rāmapatnīkṛte yena śatayojanam āyataḥ sāgaraḥ plavagendreṇa krameṇaikena laṅghitaḥ
um Rāmas Gattin willen wurde von ihm, dem Herrn der Affensprünge, der hundert Yojanas weite Ozean mit einem einzigen Sprung überquert.

sa me bhrātā mahāvīryas tulyo 'haṃ tasya tejasā bale parākrame yuddhe śakto 'haṃ tava nigrahe

Er, mein Bruder von gewaltiger Tatkraft - ich bin ihm an Glut gleich; an Kraft, an Tatkraft, im Kampf bin ich fähig, dich zu bezwingen.

Wort für Wort
sa me bhrātā mahāvīryas tulyo 'haṃ tasya tejasā bale parākrame yuddhe śakto 'haṃ tava nigrahe
Er, mein Bruder von gewaltiger Tatkraft - ich bin ihm an Glut gleich; an Kraft, an Tatkraft, im Kampf bin ich fähig, dich zu bezwingen.

uttiṣṭha dehi me mārgaṃ paśya vā me 'dya pauruṣam macchāsanam akurvāṇaṃ mā tvā neṣye yamakṣayam

Erhebe dich, gib mir den Weg frei, oder sieh heute meine Manneskraft; befolge meinen Befehl, damit ich dich nicht zu Yamas Wohnstatt schicken muss.“

Wort für Wort
uttiṣṭha dehi me mārgaṃ paśya vā me 'dya pauruṣam macchāsanam akurvāṇaṃ mā tvā neṣye yamakṣayam
Erhebe dich, gib mir den Weg frei, oder sieh heute meine Manneskraft; befolge meinen Befehl, damit ich dich nicht zu Yamas Wohnstatt schicken muss.“

vaiśaṃpāyana uvāca vijñāya taṃ balonmattaṃ bāhuvīryeṇa garvitam hṛdayenāvahasyainaṃ hanūmān vākyam abravīt

Vaiśaṃpāyana sprach: Als er erkannte, dass jener von seiner Kraft berauscht und stolz auf seine Armestärke war, sprach Hanumān, innerlich über ihn lachend, dieses Wort:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca vijñāya taṃ balonmattaṃ bāhuvīryeṇa garvitam hṛdayenāvahasyainaṃ hanūmān vākyam abravīt
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er erkannte, dass jener von seiner Kraft berauscht und stolz auf seine Armestärke war, sprach Hanumān, innerlich über ihn lachend, dieses Wort:

prasīda nāsti me śaktir utthātuṃ jarayānagha mamānukampayā tv etat puccham utsārya gamyatām

„Sei gnädig; ich habe nicht die Kraft, mich zu erheben, vor Altersschwäche, o Sündloser. Aus Mitleid mit mir jedoch schiebe diesen Schwanz beiseite und geh.“

Wort für Wort
prasīda nāsti me śaktir utthātuṃ jarayānagha mamānukampayā tv etat puccham utsārya gamyatām
„Sei gnädig; ich habe nicht die Kraft, mich zu erheben, vor Altersschwäche, o Sündloser. Aus Mitleid mit mir jedoch schiebe diesen Schwanz beiseite und geh.“

sāvajñam atha vāmena smayañ jagrāha pāṇinā na cāśakac cālayituṃ bhīmaḥ pucchaṃ mahākapeḥ

Verächtlich lächelnd, ergriff er ihn mit der linken Hand; doch Bhīma vermochte nicht, den Schwanz des großen Affen auch nur zu bewegen.

Wort für Wort
sāvajñam atha vāmena smayañ jagrāha pāṇinā na cāśakac cālayituṃ bhīmaḥ pucchaṃ mahākapeḥ
Verächtlich lächelnd, ergriff er ihn mit der linken Hand; doch Bhīma vermochte nicht, den Schwanz des großen Affen auch nur zu bewegen.

uccikṣepa punar dorbhyām indrāyudham ivocchritam noddhartum aśakad bhīmo dorbhyām api mahābalaḥ

Wiederum hob er ihn mit beiden Armen an, den wie Indras Bogen emporragenden; doch auch mit beiden Armen vermochte der überaus starke Bhīma ihn nicht zu heben.

Wort für Wort
uccikṣepa punar dorbhyām indrāyudham ivocchritam noddhartum aśakad bhīmo dorbhyām api mahābalaḥ
Wiederum hob er ihn mit beiden Armen an, den wie Indras Bogen emporragenden; doch auch mit beiden Armen vermochte der überaus starke Bhīma ihn nicht zu heben.

utkṣiptabhrūr vivṛttākṣaḥ saṃhatabhrukuṭīmukhaḥ svinnagātro 'bhavad bhīmo na coddhartuṃ śaśāka ha

Die Brauen hochgezogen, die Augen weit geöffnet, das Gesicht mit gerunzelter Stirn, wurde Bhīma schweißbedeckt und vermochte ihn dennoch nicht zu heben.

Wort für Wort
utkṣiptabhrūr vivṛttākṣaḥ saṃhatabhrukuṭīmukhaḥ svinnagātro 'bhavad bhīmo na coddhartuṃ śaśāka ha
Die Brauen hochgezogen, die Augen weit geöffnet, das Gesicht mit gerunzelter Stirn, wurde Bhīma schweißbedeckt und vermochte ihn dennoch nicht zu heben.

yatnavān api tu śrīmāṃl lāṅgūloddharaṇoddhutaḥ kapeḥ pārśvagato bhīmas tasthau vrīḍād adhomukhaḥ

Obwohl bemüht, der Glanzvolle, von der Anstrengung, den Schwanz zu heben, erschöpft, stand Bhīma an der Seite des Affen, aus Scham das Haupt gesenkt.

Wort für Wort
yatnavān api tu śrīmāṃl lāṅgūloddharaṇoddhutaḥ kapeḥ pārśvagato bhīmas tasthau vrīḍād adhomukhaḥ
Obwohl bemüht, der Glanzvolle, von der Anstrengung, den Schwanz zu heben, erschöpft, stand Bhīma an der Seite des Affen, aus Scham das Haupt gesenkt.

praṇipatya ca kaunteyaḥ prāñjalir vākyam abravīt prasīda kapiśārdūla duruktaṃ kṣamyatāṃ mama

Sich verneigend, sprach der Sohn der Kuntī mit gefalteten Händen dieses Wort: „Sei gnädig, o Tiger unter den Affen; vergib mir mein unbedachtes Wort.

Wort für Wort
praṇipatya ca kaunteyaḥ prāñjalir vākyam abravīt prasīda kapiśārdūla duruktaṃ kṣamyatāṃ mama
Sich verneigend, sprach der Sohn der Kuntī mit gefalteten Händen dieses Wort: „Sei gnädig, o Tiger unter den Affen; vergib mir mein unbedachtes Wort.

siddho vā yadi vā devo gandharvo vātha guhyakaḥ pṛṣṭaḥ san kāmayā brūhi kas tvaṃ vānararūpadhṛk

Sei du ein Siddha, oder ein Gott, ein Gandharva, oder ein Guhyaka - gefragt, sage mir aus Zuneigung, wer du bist, der du die Gestalt eines Affen trägst.“

Wort für Wort
siddho vā yadi vā devo gandharvo vātha guhyakaḥ pṛṣṭaḥ san kāmayā brūhi kas tvaṃ vānararūpadhṛk
Sei du ein Siddha, oder ein Gott, ein Gandharva, oder ein Guhyaka - gefragt, sage mir aus Zuneigung, wer du bist, der du die Gestalt eines Affen trägst.“

hanūmān uvāca yat te mama parijñāne kautūhalam ariṃdama tat sarvam akhilena tvaṃ śṛṇu pāṇḍavanandana

Hanumān sprach: „Was auch dein Verlangen ist, mich zu erkennen, o Feindebezwinger, das alles höre vollständig, o Freudenbringer der Pāṇḍavas.

Wort für Wort
hanūmān uvāca yat te mama parijñāne kautūhalam ariṃdama tat sarvam akhilena tvaṃ śṛṇu pāṇḍavanandana
Hanumān sprach: „Was auch dein Verlangen ist, mich zu erkennen, o Feindebezwinger, das alles höre vollständig, o Freudenbringer der Pāṇḍavas.

ahaṃ kesariṇaḥ kṣetre vāyunā jagadāyuṣā jātaḥ kamalapatrākṣa hanūmān nāma vānaraḥ

Ich wurde im Schoß der Gattin des Kesarin, von Vāyu, dem Lebensatem der Welt, gezeugt, o Lotusblattäugiger; Hanumān heiße ich, ein Affe.

Wort für Wort
ahaṃ kesariṇaḥ kṣetre vāyunā jagadāyuṣā jātaḥ kamalapatrākṣa hanūmān nāma vānaraḥ
Ich wurde im Schoß der Gattin des Kesarin, von Vāyu, dem Lebensatem der Welt, gezeugt, o Lotusblattäugiger; Hanumān heiße ich, ein Affe.

sūryaputraṃ ca sugrīvaṃ śakraputraṃ ca vālinam sarvavānararājānau sarvavānarayūthapāḥ

Dem Sohn der Sonne, Sugrīva, und dem Sohn Śakras, Vālin, beiden Königen aller Affen, dienten alle Anführer der Affenscharen,

Wort für Wort
sūryaputraṃ ca sugrīvaṃ śakraputraṃ ca vālinam sarvavānararājānau sarvavānarayūthapāḥ
Dem Sohn der Sonne, Sugrīva, und dem Sohn Śakras, Vālin, beiden Königen aller Affen, dienten alle Anführer der Affenscharen,

upatasthur mahāvīryā mama cāmitrakarśana sugrīveṇābhavat prītir anilasyāgninā yathā

von gewaltiger Tatkraft, und auch mir, o Feindebedränger; mit Sugrīva entstand Freundschaft, wie zwischen dem Wind und dem Feuer.

Wort für Wort
upatasthur mahāvīryā mama cāmitrakarśana sugrīveṇābhavat prītir anilasyāgninā yathā
von gewaltiger Tatkraft, und auch mir, o Feindebedränger; mit Sugrīva entstand Freundschaft, wie zwischen dem Wind und dem Feuer.

nikṛtaḥ sa tato bhrātrā kasmiṃś cit kāraṇāntare ṛśyamūke mayā sārdhaṃ sugrīvo nyavasat ciram

Von seinem Bruder aus irgendeinem anderen Grund betrogen, weilte Sugrīva darauf lange zusammen mit mir am Berg Ṛśyamūka.

Wort für Wort
nikṛtaḥ sa tato bhrātrā kasmiṃś cit kāraṇāntare ṛśyamūke mayā sārdhaṃ sugrīvo nyavasat ciram
Von seinem Bruder aus irgendeinem anderen Grund betrogen, weilte Sugrīva darauf lange zusammen mit mir am Berg Ṛśyamūka.

atha dāśarathir vīro rāmo nāma mahābalaḥ viṣṇur mānuṣarūpeṇa cacāra vasudhām imām

Da wandelte der Held, der Sohn des Daśaratha, namens Rāma, von gewaltiger Kraft, Viṣṇu in menschlicher Gestalt, auf dieser Erde,

Wort für Wort
atha dāśarathir vīro rāmo nāma mahābalaḥ viṣṇur mānuṣarūpeṇa cacāra vasudhām imām
Da wandelte der Held, der Sohn des Daśaratha, namens Rāma, von gewaltiger Kraft, Viṣṇu in menschlicher Gestalt, auf dieser Erde,

sa pituḥ priyam anvicchan sahabhāryaḥ sahānujaḥ sadhanur dhanvināṃ śreṣṭho daṇḍakāraṇyam āśritaḥ

dem Wunsch seines Vaters folgend, zusammen mit seiner Gattin und seinem jüngeren Bruder, mit seinem Bogen, der Vorzüglichste der Bogenschützen, hielt sich im Daṇḍaka-Wald auf.

Wort für Wort
sa pituḥ priyam anvicchan sahabhāryaḥ sahānujaḥ sadhanur dhanvināṃ śreṣṭho daṇḍakāraṇyam āśritaḥ
dem Wunsch seines Vaters folgend, zusammen mit seiner Gattin und seinem jüngeren Bruder, mit seinem Bogen, der Vorzüglichste der Bogenschützen, hielt sich im Daṇḍaka-Wald auf.

tasya bhāryā janasthānād rāvaṇena hṛtā balāt vañcayitvā mahābuddhiṃ mṛgarūpeṇa rāghavam

Seine Gattin wurde aus Janasthāna von Rāvaṇa mit Gewalt entführt, nachdem er den hochklugen Rāghava durch die Gestalt eines Hirsches getäuscht hatte.

Wort für Wort
tasya bhāryā janasthānād rāvaṇena hṛtā balāt vañcayitvā mahābuddhiṃ mṛgarūpeṇa rāghavam
Seine Gattin wurde aus Janasthāna von Rāvaṇa mit Gewalt entführt, nachdem er den hochklugen Rāghava durch die Gestalt eines Hirsches getäuscht hatte.

hṛtadāraḥ saha bhrātrā patnīṃ mārgan sa rāghavaḥ dṛṣṭavāñ śailaśikhare sugrīvaṃ vānararṣabham

Seiner Gattin beraubt, erblickte jener Rāghava, zusammen mit seinem Bruder nach seiner Gattin suchend, auf einem Berggipfel den Stier unter den Affen, Sugrīva.

Wort für Wort
hṛtadāraḥ saha bhrātrā patnīṃ mārgan sa rāghavaḥ dṛṣṭavāñ śailaśikhare sugrīvaṃ vānararṣabham
Seiner Gattin beraubt, erblickte jener Rāghava, zusammen mit seinem Bruder nach seiner Gattin suchend, auf einem Berggipfel den Stier unter den Affen, Sugrīva.

tena tasyābhavat sakhyaṃ rāghavasya mahātmanaḥ sa hatvā vālinaṃ rājye sugrīvaṃ pratyapādayat sa harīn preṣayām āsa sītāyāḥ parimārgaṇe

Mit ihm schloss der hochgesinnte Rāghava Freundschaft; nachdem er Vālin erschlagen hatte, setzte er Sugrīva in dessen Königreich ein; dieser sandte darauf die Affen aus, um nach Sītā zu suchen.

Wort für Wort
tena tasyābhavat sakhyaṃ rāghavasya mahātmanaḥ sa hatvā vālinaṃ rājye sugrīvaṃ pratyapādayat sa harīn preṣayām āsa sītāyāḥ parimārgaṇe
Mit ihm schloss der hochgesinnte Rāghava Freundschaft; nachdem er Vālin erschlagen hatte, setzte er Sugrīva in dessen Königreich ein; dieser sandte darauf die Affen aus, um nach Sītā zu suchen.

tato vānarakoṭībhir yāṃ vayaṃ prasthitā diśam tatra pravṛttiḥ sītāyā gṛdhreṇa pratipāditā

Da wurde in der Richtung, in die wir mit Abermillionen von Affen aufgebrochen waren, die Kunde von Sītā durch einen Geier vermittelt.

Wort für Wort
tato vānarakoṭībhir yāṃ vayaṃ prasthitā diśam tatra pravṛttiḥ sītāyā gṛdhreṇa pratipāditā
Da wurde in der Richtung, in die wir mit Abermillionen von Affen aufgebrochen waren, die Kunde von Sītā durch einen Geier vermittelt.

tato 'haṃ kāryasiddhyarthaṃ rāmasyākliṣṭakarmaṇaḥ śatayojanavistīrṇam arṇavaṃ sahasāplutaḥ

Da sprang ich, um Rāmas Werk, des in seinem Handeln Unermüdlichen, zum Erfolg zu führen, plötzlich über den hundert Yojanas weiten Ozean.

Wort für Wort
tato 'haṃ kāryasiddhyarthaṃ rāmasyākliṣṭakarmaṇaḥ śatayojanavistīrṇam arṇavaṃ sahasāplutaḥ
Da sprang ich, um Rāmas Werk, des in seinem Handeln Unermüdlichen, zum Erfolg zu führen, plötzlich über den hundert Yojanas weiten Ozean.

dṛṣṭā sā ca mayā devī rāvaṇasya niveśane pratyāgataś cāpi punar nāma tatra prakāśya vai

Und jene Göttliche wurde von mir in Rāvaṇas Wohnstatt erblickt, und ich kehrte auch wieder zurück, nachdem ich dort wahrlich meinen Namen kundgetan hatte.

Wort für Wort
dṛṣṭā sā ca mayā devī rāvaṇasya niveśane pratyāgataś cāpi punar nāma tatra prakāśya vai
Und jene Göttliche wurde von mir in Rāvaṇas Wohnstatt erblickt, und ich kehrte auch wieder zurück, nachdem ich dort wahrlich meinen Namen kundgetan hatte.

tato rāmeṇa vīreṇa hatvā tān sarvarākṣasān punaḥ pratyāhṛtā bhāryā naṣṭā vedaśrutir yathā

Darauf wurde, nachdem der Held Rāma all jene Rākṣasas erschlagen hatte, seine Gattin wiedergewonnen, wie eine verlorene, wiedergefundene Veda-Überlieferung.

Wort für Wort
tato rāmeṇa vīreṇa hatvā tān sarvarākṣasān punaḥ pratyāhṛtā bhāryā naṣṭā vedaśrutir yathā
Darauf wurde, nachdem der Held Rāma all jene Rākṣasas erschlagen hatte, seine Gattin wiedergewonnen, wie eine verlorene, wiedergefundene Veda-Überlieferung.

tataḥ pratiṣṭhite rāme vīro 'yaṃ yācito mayā yāvad rāmakathā vīra bhavel lokeṣu śatruhan tāvaj jīveyam ity evaṃ tathāstv iti ca so 'bravīt

Darauf, als Rāma im Königreich etabliert war, wurde dieser Held von mir gebeten: 'Solange die Erzählung von Rāma in den Welten bestehen wird, o Held, Feindetöter, so lange möge ich leben' - und 'So sei es', sprach er.

Wort für Wort
tataḥ pratiṣṭhite rāme vīro 'yaṃ yācito mayā yāvad rāmakathā vīra bhavel lokeṣu śatruhan tāvaj jīveyam ity evaṃ tathāstv iti ca so 'bravīt
Darauf, als Rāma im Königreich etabliert war, wurde dieser Held von mir gebeten: 'Solange die Erzählung von Rāma in den Welten bestehen wird, o Held, Feindetöter, so lange möge ich leben' - und 'So sei es', sprach er.

daśa varṣasahasrāṇi daśa varṣaśatāni ca rājyaṃ kāritavān rāmas tatas tu tridivaṃ gataḥ

Zehntausend Jahre und tausend Jahre übte Rāma die Herrschaft aus; danach aber ging er zum dritten Himmel ein.

Wort für Wort
daśa varṣasahasrāṇi daśa varṣaśatāni ca rājyaṃ kāritavān rāmas tatas tu tridivaṃ gataḥ
Zehntausend Jahre und tausend Jahre übte Rāma die Herrschaft aus; danach aber ging er zum dritten Himmel ein.

tad ihāpsarasas tāta gandharvāś ca sadānagha tasya vīrasya caritaṃ gāyantyo ramayanti mām

Darum, mein Sohn, o stets Sündloser, erfreuen mich hier die Apsaras und Gandharvas, die das Wirken jenes Helden besingen.

Wort für Wort
tad ihāpsarasas tāta gandharvāś ca sadānagha tasya vīrasya caritaṃ gāyantyo ramayanti mām
Darum, mein Sohn, o stets Sündloser, erfreuen mich hier die Apsaras und Gandharvas, die das Wirken jenes Helden besingen.

ayaṃ ca mārgo martyānām agamyaḥ kurunandana tato 'haṃ ruddhavān mārgaṃ tavemaṃ devasevitam dharṣayed vā śaped vāpi mā kaś cid iti bhārata

Und dieser Weg ist für Sterbliche unzugänglich, o Freudenbringer der Kurus; darum habe ich diesen von Göttern aufgesuchten Weg vor dir versperrt, damit ihn niemand entweihe oder verfluche, o Bhārata.

Wort für Wort
ayaṃ ca mārgo martyānām agamyaḥ kurunandana tato 'haṃ ruddhavān mārgaṃ tavemaṃ devasevitam dharṣayed vā śaped vāpi mā kaś cid iti bhārata
Und dieser Weg ist für Sterbliche unzugänglich, o Freudenbringer der Kurus; darum habe ich diesen von Göttern aufgesuchten Weg vor dir versperrt, damit ihn niemand entweihe oder verfluche, o Bhārata.

divyo devapatho hy eṣa nātra gacchanti mānuṣāḥ yadartham āgataś cāsi tat saro 'bhyarṇa eva hi

Denn dies ist ein göttlicher Pfad der Götter; hier gehen keine Sterblichen. Der See aber, um dessentwillen du hierhergekommen bist, ist ganz nahe.“

Wort für Wort
divyo devapatho hy eṣa nātra gacchanti mānuṣāḥ yadartham āgataś cāsi tat saro 'bhyarṇa eva hi
Denn dies ist ein göttlicher Pfad der Götter; hier gehen keine Sterblichen. Der See aber, um dessentwillen du hierhergekommen bist, ist ganz nahe.“

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