Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 29: Prahlādabalisaṃvādaḥ Draupadīs Erzählung vom Gespräch zwischen Prahlāda und Bali über Nachsicht und Tatkraft

Draupadī untermauert ihre Mahnung mit einer alten Erzählung: Bali fragt seinen Großvater Prahlāda, ob Nachsicht (kṣamā) oder Tatkraft (tejas) das Bessere sei. Prahlāda lehrt, dass weder stete Nachsicht noch stete Härte gut ist - beide haben ihre eigenen Gefahren -, sondern dass Weisheit darin besteht, Ort, Zeit und die eigenen Kräfte abzuwägen und je nach Umständen zwischen Milde und Strenge zu wechseln. Draupadī schließt, dass für Yudhiṣṭhira gegenüber den habgierigen Söhnen Dhṛtarāṣṭras nun die Zeit der Tatkraft gekommen sei.

draupady uvāca atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam prahlādasya ca saṃvādaṃ baler vairocanasya ca

Draupadī sprach: Auch hierzu erzählt man diese alte Geschichte, den Dialog zwischen Prahlāda und Bali, dem Sohn Virocanas.

Wort für Wort
draupady uvāca atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam prahlādasya ca saṃvādaṃ baler vairocanasya ca
Draupadī sprach: Auch hierzu erzählt man diese alte Geschichte, den Dialog zwischen Prahlāda und Bali, dem Sohn Virocanas.

asurendraṃ mahāprājñaṃ dharmāṇām āgatāgamam baliḥ papraccha daityendraṃ prahlādaṃ pitaraṃ pituḥ

Bali befragte den Herrn der Asuras, den hochweisen, in den Überlieferungen der Dharma-Lehren bewanderten Herrn der Daityas, Prahlāda, den Vater seines Vaters:

Wort für Wort
asurendraṃ mahāprājñaṃ dharmāṇām āgatāgamam baliḥ papraccha daityendraṃ prahlādaṃ pitaraṃ pituḥ
Bali befragte den Herrn der Asuras, den hochweisen, in den Überlieferungen der Dharma-Lehren bewanderten Herrn der Daityas, Prahlāda, den Vater seines Vaters:

kṣamā svic chreyasī tāta utāho teja ity uta etan me saṃśayaṃ tāta yathāvad brūhi pṛcchate

„Ist Nachsicht das Bessere, Vater, oder aber Tatkraft? Diesen meinen Zweifel, Vater, löse mir, der ich frage, wahrheitsgemäß.

Wort für Wort
kṣamā svic chreyasī tāta utāho teja ity uta etan me saṃśayaṃ tāta yathāvad brūhi pṛcchate
„Ist Nachsicht das Bessere, Vater, oder aber Tatkraft? Diesen meinen Zweifel, Vater, löse mir, der ich frage, wahrheitsgemäß.

śreyo yad atra dharmajña brūhi me tad asaṃśayam kariṣyāmi hi tat sarvaṃ yathāvad anuśāsanam

Was hierbei das Bessere ist, o Kenner des Dharma, sage es mir ohne Zweifel; ich werde nämlich all das gemäß deiner Unterweisung genau befolgen.“

Wort für Wort
śreyo yad atra dharmajña brūhi me tad asaṃśayam kariṣyāmi hi tat sarvaṃ yathāvad anuśāsanam
Was hierbei das Bessere ist, o Kenner des Dharma, sage es mir ohne Zweifel; ich werde nämlich all das gemäß deiner Unterweisung genau befolgen.“

tasmai provāca tat sarvam evaṃ pṛṣṭaḥ pitāmahaḥ sarvaniścayavit prājñaḥ saṃśayaṃ paripṛcchate

So befragt, erklärte ihm der Großvater, der alle Entscheidungen kennende Weise, alles dies, dem, der um seinen Zweifel fragte.

Wort für Wort
tasmai provāca tat sarvam evaṃ pṛṣṭaḥ pitāmahaḥ sarvaniścayavit prājñaḥ saṃśayaṃ paripṛcchate
So befragt, erklärte ihm der Großvater, der alle Entscheidungen kennende Weise, alles dies, dem, der um seinen Zweifel fragte.

prahlāda uvāca na śreyaḥ satataṃ tejo na nityaṃ śreyasī kṣamā iti tāta vijānīhi dvayam etad asaṃśayam

Prahlāda sprach: „Nicht ist Tatkraft stets das Bessere, noch ist Nachsicht immer das Bessere; erkenne, mein Sohn, dies beides ohne Zweifel.

Wort für Wort
prahlāda uvāca na śreyaḥ satataṃ tejo na nityaṃ śreyasī kṣamā iti tāta vijānīhi dvayam etad asaṃśayam
Prahlāda sprach: „Nicht ist Tatkraft stets das Bessere, noch ist Nachsicht immer das Bessere; erkenne, mein Sohn, dies beides ohne Zweifel.

yo nityaṃ kṣamate tāta bahūn doṣān sa vindati bhṛtyāḥ paribhavanty enam udāsīnās tathaiva ca

Wer stets Nachsicht übt, mein Sohn, dem widerfahren viele Übel; seine Diener verachten ihn, und ebenso auch die Gleichgültigen.

Wort für Wort
yo nityaṃ kṣamate tāta bahūn doṣān sa vindati bhṛtyāḥ paribhavanty enam udāsīnās tathaiva ca
Wer stets Nachsicht übt, mein Sohn, dem widerfahren viele Übel; seine Diener verachten ihn, und ebenso auch die Gleichgültigen.

sarvabhūtāni cāpy asya na namante kadā cana tasmān nityaṃ kṣamā tāta paṇḍitair apavāditā

Und auch alle Wesen beugen sich niemals vor ihm; deshalb wird stete Nachsicht, mein Sohn, von den Weisen getadelt.

Wort für Wort
sarvabhūtāni cāpy asya na namante kadā cana tasmān nityaṃ kṣamā tāta paṇḍitair apavāditā
Und auch alle Wesen beugen sich niemals vor ihm; deshalb wird stete Nachsicht, mein Sohn, von den Weisen getadelt.

avajñāya hi taṃ bhṛtyā bhajante bahudoṣatām ādātuṃ cāsya vittāni prārthayante 'lpacetasaḥ

Denn seine Diener, ihn verachtend, verfallen mancherlei Fehlern, und die Kleingeistigen trachten danach, ihm seinen Besitz zu nehmen.

Wort für Wort
avajñāya hi taṃ bhṛtyā bhajante bahudoṣatām ādātuṃ cāsya vittāni prārthayante 'lpacetasaḥ
Denn seine Diener, ihn verachtend, verfallen mancherlei Fehlern, und die Kleingeistigen trachten danach, ihm seinen Besitz zu nehmen.

yānaṃ vastrāṇy alaṃkārāñ śayanāny āsanāni ca bhojanāny atha pānāni sarvopakaraṇāni ca

Fahrzeuge, Gewänder, Schmuckstücke, Lager und Sitze, Speisen und Getränke sowie alle Gerätschaften -

Wort für Wort
yānaṃ vastrāṇy alaṃkārāñ śayanāny āsanāni ca bhojanāny atha pānāni sarvopakaraṇāni ca
Fahrzeuge, Gewänder, Schmuckstücke, Lager und Sitze, Speisen und Getränke sowie alle Gerätschaften -

ādadīrann adhikṛtā yathākāmam acetasaḥ pradiṣṭāni ca deyāni na dadyur bhartṛśāsanāt

all dies nehmen sich die damit betrauten, unbedachten Diener nach Belieben, und was ihnen aufzutragen war zu geben, geben sie nicht, dem Befehl ihres Herrn zum Trotz.

Wort für Wort
ādadīrann adhikṛtā yathākāmam acetasaḥ pradiṣṭāni ca deyāni na dadyur bhartṛśāsanāt
all dies nehmen sich die damit betrauten, unbedachten Diener nach Belieben, und was ihnen aufzutragen war zu geben, geben sie nicht, dem Befehl ihres Herrn zum Trotz.

na cainaṃ bhartṛpūjābhiḥ pūjayanti kadā cana avajñānaṃ hi loke 'smin maraṇād api garhitam

Und niemals erweisen sie ihm die einem Herrn gebührende Ehrerbietung; denn Verachtung gilt in dieser Welt als schlimmer noch als der Tod.

Wort für Wort
na cainaṃ bhartṛpūjābhiḥ pūjayanti kadā cana avajñānaṃ hi loke 'smin maraṇād api garhitam
Und niemals erweisen sie ihm die einem Herrn gebührende Ehrerbietung; denn Verachtung gilt in dieser Welt als schlimmer noch als der Tod.

kṣamiṇaṃ tādṛśaṃ tāta bruvanti kaṭukāny api preṣyāḥ putrāś ca bhṛtyāś ca tathodāsīnavṛttayaḥ

Zu einem solch Nachsichtigen, mein Sohn, sprechen selbst seine Diener, Söhne und Untergebene sowie die ihm gleichgültig Gesinnten sogar bittere Worte.

Wort für Wort
kṣamiṇaṃ tādṛśaṃ tāta bruvanti kaṭukāny api preṣyāḥ putrāś ca bhṛtyāś ca tathodāsīnavṛttayaḥ
Zu einem solch Nachsichtigen, mein Sohn, sprechen selbst seine Diener, Söhne und Untergebene sowie die ihm gleichgültig Gesinnten sogar bittere Worte.

apy asya dārān icchanti paribhūya kṣamāvataḥ dārāś cāsya pravartante yathākāmam acetasaḥ

Sie begehren sogar, den Nachsichtigen verachtend, seine Gattinnen, und seine eigenen Gattinnen verhalten sich, unbedacht, nach eigenem Belieben.

Wort für Wort
apy asya dārān icchanti paribhūya kṣamāvataḥ dārāś cāsya pravartante yathākāmam acetasaḥ
Sie begehren sogar, den Nachsichtigen verachtend, seine Gattinnen, und seine eigenen Gattinnen verhalten sich, unbedacht, nach eigenem Belieben.

tathā ca nityam uditā yadi svalpam apīśvarāt daṇḍam arhanti duṣyanti duṣṭāś cāpy apakurvate

Und wenn sie, stets übermütig geworden, auch nur eine geringe Strafe vom Herrn verdienen, werden die Verdorbenen noch verdorbener und schaden ihm weiter.

Wort für Wort
tathā ca nityam uditā yadi svalpam apīśvarāt daṇḍam arhanti duṣyanti duṣṭāś cāpy apakurvate
Und wenn sie, stets übermütig geworden, auch nur eine geringe Strafe vom Herrn verdienen, werden die Verdorbenen noch verdorbener und schaden ihm weiter.

ete cānye ca bahavo nityaṃ doṣāḥ kṣamāvatām atha vairocane doṣān imān viddhy akṣamāvatām

Dies und viele andere sind die ständigen Übel derer, die Nachsicht üben; erkenne nun, Sohn Virocanas, diese Übel derer, die keine Nachsicht üben:

Wort für Wort
ete cānye ca bahavo nityaṃ doṣāḥ kṣamāvatām atha vairocane doṣān imān viddhy akṣamāvatām
Dies und viele andere sind die ständigen Übel derer, die Nachsicht üben; erkenne nun, Sohn Virocanas, diese Übel derer, die keine Nachsicht üben:

asthāne yadi vā sthāne satataṃ rajasāvṛtaḥ kruddho daṇḍān praṇayati vividhān svena tejasā

Sei es am unrechten oder am rechten Ort - wer, stets von Leidenschaft überwältigt, zornig ist, verhängt mit seiner eigenen Glut mancherlei Strafen.

Wort für Wort
asthāne yadi vā sthāne satataṃ rajasāvṛtaḥ kruddho daṇḍān praṇayati vividhān svena tejasā
Sei es am unrechten oder am rechten Ort - wer, stets von Leidenschaft überwältigt, zornig ist, verhängt mit seiner eigenen Glut mancherlei Strafen.

mitraiḥ saha virodhaṃ ca prāpnute tejasāvṛtaḥ prāpnoti dveṣyatāṃ caiva lokāt svajanatas tathā

Von Glut überwältigt gerät er in Streit mit seinen Freunden, und er zieht sich Hass zu, sowohl von der Welt als auch von den eigenen Leuten.

Wort für Wort
mitraiḥ saha virodhaṃ ca prāpnute tejasāvṛtaḥ prāpnoti dveṣyatāṃ caiva lokāt svajanatas tathā
Von Glut überwältigt gerät er in Streit mit seinen Freunden, und er zieht sich Hass zu, sowohl von der Welt als auch von den eigenen Leuten.

so 'vamānād arthahānim upālambham anādaram saṃtāpadveṣalobhāṃś ca śatrūṃś ca labhate naraḥ

Durch seine Verachtung gegenüber anderen erleidet ein solcher Mensch Vermögensverlust, Tadel, Missachtung, Qual, Hass, Habgier und gewinnt sich Feinde.

Wort für Wort
so 'vamānād arthahānim upālambham anādaram saṃtāpadveṣalobhāṃś ca śatrūṃś ca labhate naraḥ
Durch seine Verachtung gegenüber anderen erleidet ein solcher Mensch Vermögensverlust, Tadel, Missachtung, Qual, Hass, Habgier und gewinnt sich Feinde.

krodhād daṇḍān manuṣyeṣu vividhān puruṣo nayan bhraśyate śīghram aiśvaryāt prāṇebhyaḥ svajanād api

Ein Mann, der aus Zorn mancherlei Strafen über Menschen verhängt, fällt rasch aus seiner Herrschaft, aus dem Leben und sogar aus seiner eigenen Sippe heraus.

Wort für Wort
krodhād daṇḍān manuṣyeṣu vividhān puruṣo nayan bhraśyate śīghram aiśvaryāt prāṇebhyaḥ svajanād api
Ein Mann, der aus Zorn mancherlei Strafen über Menschen verhängt, fällt rasch aus seiner Herrschaft, aus dem Leben und sogar aus seiner eigenen Sippe heraus.

yo 'pakartṝṃś ca kartṝṃś ca tejasaivopagacchati tasmād udvijate lokaḥ sarpād veśmagatād iva

Wer sowohl Übeltäter als auch Wohltäter nur mit Glut behandelt, vor dem schreckt die Welt zurück, wie vor einer ins Haus gekommenen Schlange.

Wort für Wort
yo 'pakartṝṃś ca kartṝṃś ca tejasaivopagacchati tasmād udvijate lokaḥ sarpād veśmagatād iva
Wer sowohl Übeltäter als auch Wohltäter nur mit Glut behandelt, vor dem schreckt die Welt zurück, wie vor einer ins Haus gekommenen Schlange.

yasmād udvijate lokaḥ kathaṃ tasya bhavo bhavet antaraṃ hy asya dṛṣṭvaiva loko vikurute dhruvam tasmān nātyutsṛjet tejo na ca nityaṃ mṛdur bhavet

Wovor die Welt zurückschreckt, wie könnte dessen Gedeihen bestehen? Denn sobald die Welt eine Schwäche bei ihm erblickt, wendet sie sich gewiss gegen ihn; deshalb soll man weder übermäßig Glut walten lassen noch stets milde sein.

Wort für Wort
yasmād udvijate lokaḥ kathaṃ tasya bhavo bhavet antaraṃ hy asya dṛṣṭvaiva loko vikurute dhruvam tasmān nātyutsṛjet tejo na ca nityaṃ mṛdur bhavet
Wovor die Welt zurückschreckt, wie könnte dessen Gedeihen bestehen? Denn sobald die Welt eine Schwäche bei ihm erblickt, wendet sie sich gewiss gegen ihn; deshalb soll man weder übermäßig Glut walten lassen noch stets milde sein.

kāle mṛdur yo bhavati kāle bhavati dāruṇaḥ sa vai sukham avāpnoti loke 'muṣminn ihaiva ca

Wer zur rechten Zeit milde ist und zur rechten Zeit streng, der erlangt Glück, sowohl in jener als auch in dieser Welt.

Wort für Wort
kāle mṛdur yo bhavati kāle bhavati dāruṇaḥ sa vai sukham avāpnoti loke 'muṣminn ihaiva ca
Wer zur rechten Zeit milde ist und zur rechten Zeit streng, der erlangt Glück, sowohl in jener als auch in dieser Welt.

kṣamākālāṃs tu vakṣyāmi śṛṇu me vistareṇa tān ye te nityam asaṃtyājyā yathā prāhur manīṣiṇaḥ

Doch die Zeiten der Nachsicht will ich dir nennen; höre sie von mir ausführlich, jene, die man stets nicht aufgeben soll, wie die Weisen sagen.

Wort für Wort
kṣamākālāṃs tu vakṣyāmi śṛṇu me vistareṇa tān ye te nityam asaṃtyājyā yathā prāhur manīṣiṇaḥ
Doch die Zeiten der Nachsicht will ich dir nennen; höre sie von mir ausführlich, jene, die man stets nicht aufgeben soll, wie die Weisen sagen.

pūrvopakārī yas tu syād aparādhe 'garīyasi upakāreṇa tat tasya kṣantavyam aparādhinaḥ

Wer einem früher einen Dienst erwiesen hat, dem soll man, wenn sein Vergehen nicht allzu schwer ist, wegen dieses Dienstes das Vergehen verzeihen.

Wort für Wort
pūrvopakārī yas tu syād aparādhe 'garīyasi upakāreṇa tat tasya kṣantavyam aparādhinaḥ
Wer einem früher einen Dienst erwiesen hat, dem soll man, wenn sein Vergehen nicht allzu schwer ist, wegen dieses Dienstes das Vergehen verzeihen.

abuddhim āśritānāṃ ca kṣantavyam aparādhinām na hi sarvatra pāṇḍityaṃ sulabhaṃ puruṣeṇa vai

Auch denen, die aus Unverstand gefehlt haben, soll man ihr Vergehen verzeihen; denn nicht überall ist Klugheit für einen Menschen leicht zu erlangen.

Wort für Wort
abuddhim āśritānāṃ ca kṣantavyam aparādhinām na hi sarvatra pāṇḍityaṃ sulabhaṃ puruṣeṇa vai
Auch denen, die aus Unverstand gefehlt haben, soll man ihr Vergehen verzeihen; denn nicht überall ist Klugheit für einen Menschen leicht zu erlangen.

atha ced buddhijaṃ kṛtvā brūyus te tad abuddhijam pāpān svalpe 'pi tān hanyād aparādhe tathānṛjūn

Wenn sie aber, eine wissentliche Tat begangen habend, behaupten, sie sei aus Unwissenheit geschehen, soll man solche bösen, unaufrichtigen Menschen selbst bei einem geringen Vergehen bestrafen.

Wort für Wort
atha ced buddhijaṃ kṛtvā brūyus te tad abuddhijam pāpān svalpe 'pi tān hanyād aparādhe tathānṛjūn
Wenn sie aber, eine wissentliche Tat begangen habend, behaupten, sie sei aus Unwissenheit geschehen, soll man solche bösen, unaufrichtigen Menschen selbst bei einem geringen Vergehen bestrafen.

sarvasyaiko 'parādhas te kṣantavyaḥ prāṇino bhavet dvitīye sati vadhyas tu svalpe 'py apakṛte bhavet

Jedem Lebewesen soll ein erstes Vergehen verziehen werden; bei einem zweiten aber ist er, selbst bei geringem Vergehen, zu bestrafen.

Wort für Wort
sarvasyaiko 'parādhas te kṣantavyaḥ prāṇino bhavet dvitīye sati vadhyas tu svalpe 'py apakṛte bhavet
Jedem Lebewesen soll ein erstes Vergehen verziehen werden; bei einem zweiten aber ist er, selbst bei geringem Vergehen, zu bestrafen.

ajānatā bhavet kaś cid aparādhaḥ kṛto yadi kṣantavyam eva tasyāhuḥ suparīkṣya parīkṣayā

Wenn jemand unwissentlich ein Vergehen begangen hat, soll man es ihm, nach sorgfältiger Prüfung, verzeihen, wie man sagt.

Wort für Wort
ajānatā bhavet kaś cid aparādhaḥ kṛto yadi kṣantavyam eva tasyāhuḥ suparīkṣya parīkṣayā
Wenn jemand unwissentlich ein Vergehen begangen hat, soll man es ihm, nach sorgfältiger Prüfung, verzeihen, wie man sagt.

mṛdunā mārdavaṃ hanti mṛdunā hanti dāruṇam nāsādhyaṃ mṛdunā kiṃ cit tasmāt tīkṣṇataro mṛduḥ

Durch Milde besiegt man Milde, durch Milde besiegt man auch das Grausame; nichts ist durch Milde unerreichbar - deshalb ist Milde schärfer als Härte.

Wort für Wort
mṛdunā mārdavaṃ hanti mṛdunā hanti dāruṇam nāsādhyaṃ mṛdunā kiṃ cit tasmāt tīkṣṇataro mṛduḥ
Durch Milde besiegt man Milde, durch Milde besiegt man auch das Grausame; nichts ist durch Milde unerreichbar - deshalb ist Milde schärfer als Härte.

deśakālau tu saṃprekṣya balābalam athātmanaḥ nādeśakāle kiṃ cit syād deśaḥ kālaḥ pratīkṣyate tathā lokabhayāc caiva kṣantavyam aparādhinaḥ

Doch erst nach Prüfung von Ort und Zeit sowie der eigenen Stärke oder Schwäche soll man handeln; nichts soll zur Unzeit und am unrechten Ort geschehen - Ort und Zeit sind abzuwarten; ebenso soll man aus Furcht vor dem Urteil der Welt dem Schuldigen verzeihen.

Wort für Wort
deśakālau tu saṃprekṣya balābalam athātmanaḥ nādeśakāle kiṃ cit syād deśaḥ kālaḥ pratīkṣyate tathā lokabhayāc caiva kṣantavyam aparādhinaḥ
Doch erst nach Prüfung von Ort und Zeit sowie der eigenen Stärke oder Schwäche soll man handeln; nichts soll zur Unzeit und am unrechten Ort geschehen - Ort und Zeit sind abzuwarten; ebenso soll man aus Furcht vor dem Urteil der Welt dem Schuldigen verzeihen.

eta evaṃvidhāḥ kālāḥ kṣamāyāḥ parikīrtitāḥ ato 'nyathānuvartatsu tejasaḥ kāla ucyate

Dies sind die Zeiten, die für die Nachsicht genannt werden; wenn die Umstände sich anders verhalten, dann, so sagt man, ist die Zeit für Tatkraft gekommen.“

Wort für Wort
eta evaṃvidhāḥ kālāḥ kṣamāyāḥ parikīrtitāḥ ato 'nyathānuvartatsu tejasaḥ kāla ucyate
Dies sind die Zeiten, die für die Nachsicht genannt werden; wenn die Umstände sich anders verhalten, dann, so sagt man, ist die Zeit für Tatkraft gekommen.“

draupady uvāca tad ahaṃ tejasaḥ kālaṃ tava manye narādhipa dhārtarāṣṭreṣu lubdheṣu satataṃ cāpakāriṣu

Draupadī sprach: „Darum halte ich es für die Zeit der Tatkraft für dich, o Herrscher der Menschen, gegenüber den Söhnen Dhṛtarāṣṭras, die habgierig und beständig Übeltäter sind.

Wort für Wort
draupady uvāca tad ahaṃ tejasaḥ kālaṃ tava manye narādhipa dhārtarāṣṭreṣu lubdheṣu satataṃ cāpakāriṣu
Draupadī sprach: „Darum halte ich es für die Zeit der Tatkraft für dich, o Herrscher der Menschen, gegenüber den Söhnen Dhṛtarāṣṭras, die habgierig und beständig Übeltäter sind.

na hi kaś cit kṣamākālo vidyate 'dya kurūn prati tejasaś cāgate kāle teja utsraṣṭum arhasi

Denn es gibt heute keinerlei Zeit der Nachsicht gegenüber den Kurus; und da die Zeit der Tatkraft gekommen ist, solltest du deine Tatkraft entfesseln.

Wort für Wort
na hi kaś cit kṣamākālo vidyate 'dya kurūn prati tejasaś cāgate kāle teja utsraṣṭum arhasi
Denn es gibt heute keinerlei Zeit der Nachsicht gegenüber den Kurus; und da die Zeit der Tatkraft gekommen ist, solltest du deine Tatkraft entfesseln.

mṛdur bhavaty avajñātas tīkṣṇād udvijate janaḥ kāle prāpte dvayaṃ hy etad yo veda sa mahīpatiḥ

Der Milde wird verachtet, vor dem Strengen schreckt man zurück; wer, wenn die Zeit gekommen ist, dieses beides rechtzeitig anzuwenden weiß, der ist ein wahrer Herrscher der Erde.“

Wort für Wort
mṛdur bhavaty avajñātas tīkṣṇād udvijate janaḥ kāle prāpte dvayaṃ hy etad yo veda sa mahīpatiḥ
Der Milde wird verachtet, vor dem Strengen schreckt man zurück; wer, wenn die Zeit gekommen ist, dieses beides rechtzeitig anzuwenden weiß, der ist ein wahrer Herrscher der Erde.“

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