Kapitel 56: Nalasya Dyūtārambhaḥ
Kali fährt in Nala und das verhängnisvolle Würfelspiel beginnt
Nach zwölf Jahren des Wartens findet Kali seine Gelegenheit: Nala vernachlässigt eine rituelle Reinigung, und Kali fährt in ihn. Kali stachelt Puṣkara zum Würfelspiel gegen Nala an; besessen von Kali verliert Nala Monat um Monat seinen gesamten Besitz, ohne auf die Bitten seines Volkes und Damayantīs zu hören.
Nachdem der Naiṣadha Wasser gelassen hatte, verrichtete er die rituelle Berührung und verharrte in der Dämmerungsandacht, ohne zuvor seine Füße gereinigt zu haben; da fuhr Kali in ihn hinein.
Nachdem der Naiṣadha Wasser gelassen hatte, verrichtete er die rituelle Berührung und verharrte in der Dämmerungsandacht, ohne zuvor seine Füße gereinigt zu haben; da fuhr Kali in ihn hinein.
So von Kali angesprochen, ging Puṣkara zu Nala; und Kali selbst, zum Stier unter den Rindern [?] geworden, ging zu Puṣkara.
[Anm.: Der Sinn von 'vṛṣo bhūtvā gavām' ('zum Stier unter den Kühen geworden') an dieser Stelle ist unsicher; möglicherweise eine Anspielung auf eine besondere, unheilvolle Erscheinungsform Kalis im Zusammenhang mit dem Würfelspiel.]
Als er sich dem Helden Nala näherte, sprach sein Bruder Puṣkara, der Feindestöter, immer wieder: „Lass uns Würfel spielen“ - begleitet von jenem Stier [?].
Als er sich dem Helden Nala näherte, sprach sein Bruder Puṣkara, der Feindestöter, immer wieder: „Lass uns Würfel spielen“ - begleitet von jenem Stier [?].
[Anm.: Auch hier bleibt der Bezug auf den 'Stier' (vṛṣa) unklar; vermutlich ist die unheilvolle Gegenwart Kalis in Stiergestalt gemeint, die Puṣkaras Herausforderung begleitet.]
„O König, die Stadtbevölkerung steht an der Tür, dich zu sehen wünschend, zusammen mit allen Ministern, von Königstreue geleitet; du solltest sie empfangen.“ So sprach sie immer wieder.
„O König, die Stadtbevölkerung steht an der Tür, dich zu sehen wünschend, zusammen mit allen Ministern, von Königstreue geleitet; du solltest sie empfangen.“ So sprach sie immer wieder.
tatas te mantriṇaḥ sarve te caiva puravāsinaḥ nāyam astīti duḥkhārtā vrīḍitā jagmur ālayān
Da gingen alle jene Minister und die Stadtbewohner, vom Schmerz gequält, beschämt, mit den Worten „Dies ist nicht mehr er“, zu ihren Wohnstätten zurück.
Wort für Wort
tatas te mantriṇaḥ sarve te caiva puravāsinaḥ nāyam astīti duḥkhārtā vrīḍitā jagmur ālayān
Da gingen alle jene Minister und die Stadtbewohner, vom Schmerz gequält, beschämt, mit den Worten „Dies ist nicht mehr er“, zu ihren Wohnstätten zurück.