Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 278: Sāvitryupākhyānam (2) Sāvitrīs Wahl und Nāradas Warnung

Sāvitrī berichtet ihrem Vater von ihrer Wahl: Satyavant, Sohn des blind gewordenen, seines Reiches beraubten Königs Dyumatsena von Śālva, der mit seinen Eltern im Wald lebt. Nārada bestätigt Satyavants makellose Tugend, nennt aber einen einzigen, verhängnisvollen Makel: Er wird in genau einem Jahr sterben. Trotz der eindringlichen Bitte ihres Vaters, einen anderen Gatten zu wählen, bleibt Sāvitrī bei ihrem einmal gefassten Entschluss; Nārada bestätigt die Unerschütterlichkeit ihres Willens und segnet die Vermählung, bevor er zum Himmel auffährt. Der Erzählrahmen (Mārkaṇḍeyas Rede an Yudhiṣṭhira, seit Kap.277 offen) bleibt am Kapitelende weiterhin offen, da die Geschichte unmittelbar fortgesetzt wird.

mārkaṇḍeya uvāca atha madrādhipo rājā nāradena samāgataḥ upaviṣṭaḥ sabhāmadhye kathāyogena bhārata

Der Herrscher der Madras aber saß, mit Nārada zusammengetroffen, durch den Zufall eines Gesprächs inmitten der Versammlungshalle, o Bhārata.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca atha madrādhipo rājā nāradena samāgataḥ upaviṣṭaḥ sabhāmadhye kathāyogena bhārata
Der Herrscher der Madras aber saß, mit Nārada zusammengetroffen, durch den Zufall eines Gesprächs inmitten der Versammlungshalle, o Bhārata.

tato 'bhigamya tīrthāni sarvāṇy evāśramāṃs tathā ājagāma pitur veśma sāvitrī saha mantribhiḥ

Darauf, nachdem sie alle heiligen Furten und Einsiedeleien besucht hatte, kehrte Sāvitrī mit den Ministern in das Haus ihres Vaters zurück.

Wort für Wort
tato 'bhigamya tīrthāni sarvāṇy evāśramāṃs tathā ājagāma pitur veśma sāvitrī saha mantribhiḥ
Darauf, nachdem sie alle heiligen Furten und Einsiedeleien besucht hatte, kehrte Sāvitrī mit den Ministern in das Haus ihres Vaters zurück.

nāradena sahāsīnaṃ dṛṣṭvā sā pitaraṃ śubhā ubhayor eva śirasā cakre pādābhivandanam

Als sie ihren Vater sah, wie er mit Nārada zusammensaß, erwies die Glückverheißende beiden mit gesenktem Haupt die Verehrung ihrer Füße.

Wort für Wort
nāradena sahāsīnaṃ dṛṣṭvā sā pitaraṃ śubhā ubhayor eva śirasā cakre pādābhivandanam
Als sie ihren Vater sah, wie er mit Nārada zusammensaß, erwies die Glückverheißende beiden mit gesenktem Haupt die Verehrung ihrer Füße.

nārada uvāca kva gatābhūt suteyaṃ te kutaś caivāgatā nṛpa kimarthaṃ yuvatīṃ bhartre na caināṃ saṃprayacchasi

Nārada sprach: ‚Wohin war diese deine Tochter gegangen, und woher ist sie zurückgekehrt, König? Warum vermählst du die junge Frau nicht mit einem Gatten?‘

Wort für Wort
nārada uvāca kva gatābhūt suteyaṃ te kutaś caivāgatā nṛpa kimarthaṃ yuvatīṃ bhartre na caināṃ saṃprayacchasi
Nārada sprach: ‚Wohin war diese deine Tochter gegangen, und woher ist sie zurückgekehrt, König? Warum vermählst du die junge Frau nicht mit einem Gatten?‘

aśvapatir uvāca kāryeṇa khalv anenaiva preṣitādyaiva cāgatā tad asyāḥ śṛṇu devarṣe bhartāraṃ yo 'nayā vṛtaḥ

Aśvapati sprach: ‚Eben zu diesem Zweck wurde sie ausgesandt und ist heute zurückgekehrt; höre nun, göttlicher Weiser, welchen Gatten sie sich erwählt hat.‘

Wort für Wort
aśvapatir uvāca kāryeṇa khalv anenaiva preṣitādyaiva cāgatā tad asyāḥ śṛṇu devarṣe bhartāraṃ yo 'nayā vṛtaḥ
Aśvapati sprach: ‚Eben zu diesem Zweck wurde sie ausgesandt und ist heute zurückgekehrt; höre nun, göttlicher Weiser, welchen Gatten sie sich erwählt hat.‘

mārkaṇḍeya uvāca sā brūhi vistareṇeti pitrā saṃcoditā śubhā daivatasyeva vacanaṃ pratigṛhyedam abravīt

Von ihrem Vater aufgefordert, ausführlich zu berichten, sprach die Glückverheißende, dessen Wort wie das einer Gottheit annehmend, Folgendes:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca sā brūhi vistareṇeti pitrā saṃcoditā śubhā daivatasyeva vacanaṃ pratigṛhyedam abravīt
Von ihrem Vater aufgefordert, ausführlich zu berichten, sprach die Glückverheißende, dessen Wort wie das einer Gottheit annehmend, Folgendes:

āsīc chālveṣu dharmātmā kṣatriyaḥ pṛthivīpatiḥ dyumatsena iti khyātaḥ paścād andho babhūva ha

‚Bei den Śālvas lebte ein gerechtherziger Kṣatriya, ein Herr der Erde, bekannt als Dyumatsena; später wurde er blind.

Wort für Wort
āsīc chālveṣu dharmātmā kṣatriyaḥ pṛthivīpatiḥ dyumatsena iti khyātaḥ paścād andho babhūva ha
‚Bei den Śālvas lebte ein gerechtherziger Kṣatriya, ein Herr der Erde, bekannt als Dyumatsena; später wurde er blind.

vinaṣṭacakṣuṣas tasya bālaputrasya dhīmataḥ sāmīpyena hṛtaṃ rājyaṃ chidre 'smin pūrvavairiṇā

Ihm, dessen Augenlicht erloschen war und dessen kluger Sohn noch ein Kind war, wurde in dieser Schwachstelle das Reich von einem benachbarten früheren Feind geraubt.

Wort für Wort
vinaṣṭacakṣuṣas tasya bālaputrasya dhīmataḥ sāmīpyena hṛtaṃ rājyaṃ chidre 'smin pūrvavairiṇā
Ihm, dessen Augenlicht erloschen war und dessen kluger Sohn noch ein Kind war, wurde in dieser Schwachstelle das Reich von einem benachbarten früheren Feind geraubt.

sa bālavatsayā sārdhaṃ bhāryayā prasthito vanam mahāraṇyagataś cāpi tapas tepe mahāvrataḥ

Er zog zusammen mit seiner Gattin und dem kleinen Sohn in den Wald, und, in den großen Wald gegangen, übte er, dem großen Gelübde treu, Buße.

Wort für Wort
sa bālavatsayā sārdhaṃ bhāryayā prasthito vanam mahāraṇyagataś cāpi tapas tepe mahāvrataḥ
Er zog zusammen mit seiner Gattin und dem kleinen Sohn in den Wald, und, in den großen Wald gegangen, übte er, dem großen Gelübde treu, Buße.

tasya putraḥ pure jātaḥ saṃvṛddhaś ca tapovane satyavān anurūpo me bharteti manasā vṛtaḥ

Dessen Sohn, in der Stadt geboren und im Büßerwald aufgewachsen, ist Satyavant; ihn habe ich in meinem Herzen als mir ebenbürtigen Gatten erwählt.‘

Wort für Wort
tasya putraḥ pure jātaḥ saṃvṛddhaś ca tapovane satyavān anurūpo me bharteti manasā vṛtaḥ
Dessen Sohn, in der Stadt geboren und im Büßerwald aufgewachsen, ist Satyavant; ihn habe ich in meinem Herzen als mir ebenbürtigen Gatten erwählt.‘

nārada uvāca aho bata mahat pāpaṃ sāvitryā nṛpate kṛtam ajānantyā yad anayā guṇavān satyavān vṛtaḥ

Nārada sprach: ‚Ach, welch großes Unheil hat Sāvitrī begangen, o König, indem sie, ohne es zu wissen, den tugendhaften Satyavant erwählt hat!

Wort für Wort
nārada uvāca aho bata mahat pāpaṃ sāvitryā nṛpate kṛtam ajānantyā yad anayā guṇavān satyavān vṛtaḥ
Nārada sprach: ‚Ach, welch großes Unheil hat Sāvitrī begangen, o König, indem sie, ohne es zu wissen, den tugendhaften Satyavant erwählt hat!

satyaṃ vadaty asya pitā satyaṃ mātā prabhāṣate tato 'sya brāhmaṇāś cakrur nāmaitat satyavān iti

Die Wahrheit spricht sein Vater, die Wahrheit verkündet seine Mutter; darum gaben ihm die Brahmanen eben diesen Namen: Satyavant, der Wahrhafte.

Wort für Wort
satyaṃ vadaty asya pitā satyaṃ mātā prabhāṣate tato 'sya brāhmaṇāś cakrur nāmaitat satyavān iti
Die Wahrheit spricht sein Vater, die Wahrheit verkündet seine Mutter; darum gaben ihm die Brahmanen eben diesen Namen: Satyavant, der Wahrhafte.

bālasyāśvāḥ priyāś cāsya karoty aśvāṃś ca mṛnmayān citre 'pi ca likhaty aśvāṃś citrāśva iti cocyate

Als Knabe waren ihm Pferde lieb, und er fertigte Pferde aus Ton, auch zeichnete er Pferde in Bildern - deshalb wird er auch Citrāśva genannt.‘

Wort für Wort
bālasyāśvāḥ priyāś cāsya karoty aśvāṃś ca mṛnmayān citre 'pi ca likhaty aśvāṃś citrāśva iti cocyate
Als Knabe waren ihm Pferde lieb, und er fertigte Pferde aus Ton, auch zeichnete er Pferde in Bildern - deshalb wird er auch Citrāśva genannt.‘

Citrāśva bedeutet sinngemäß 'der mit den gemalten Pferden' - eine erläuternde Nebenbenennung, kein weiterer Eigenname.

rājovāca apīdānīṃ sa tejasvī buddhimān vā nṛpātmajaḥ kṣamāvān api vā śūraḥ satyavān pitṛnandanaḥ

Der König sprach: ‚Ist er denn nun auch glanzvoll oder klug, der Königssohn, geduldig, tapfer, wahrhaftig, seinen Eltern zur Freude?‘

Wort für Wort
rājovāca apīdānīṃ sa tejasvī buddhimān vā nṛpātmajaḥ kṣamāvān api vā śūraḥ satyavān pitṛnandanaḥ
Der König sprach: ‚Ist er denn nun auch glanzvoll oder klug, der Königssohn, geduldig, tapfer, wahrhaftig, seinen Eltern zur Freude?‘

nārada uvāca vivasvān iva tejasvī bṛhaspatisamo matau mahendra iva śūraś ca vasudheva kṣamānvitaḥ

Nārada sprach: ‚Glanzvoll wie die Sonne, an Weisheit dem Bṛhaspati gleich, tapfer wie Mahendra, an Geduld der Erde gleich.‘

Wort für Wort
nārada uvāca vivasvān iva tejasvī bṛhaspatisamo matau mahendra iva śūraś ca vasudheva kṣamānvitaḥ
Nārada sprach: ‚Glanzvoll wie die Sonne, an Weisheit dem Bṛhaspati gleich, tapfer wie Mahendra, an Geduld der Erde gleich.‘

aśvapatir uvāca api rājātmajo dātā brahmaṇyo vāpi satyavān rūpavān apy udāro vāpy atha vā priyadarśanaḥ

Aśvapati sprach: ‚Ist der Königssohn freigebig, den Brahmanen zugetan, wahrhaftig, auch schön von Gestalt, großzügig, von angenehmem Aussehen?‘

Wort für Wort
aśvapatir uvāca api rājātmajo dātā brahmaṇyo vāpi satyavān rūpavān apy udāro vāpy atha vā priyadarśanaḥ
Aśvapati sprach: ‚Ist der Königssohn freigebig, den Brahmanen zugetan, wahrhaftig, auch schön von Gestalt, großzügig, von angenehmem Aussehen?‘

nārada uvāca sāṅkṛte rantidevasya sa śaktyā dānataḥ samaḥ brahmaṇyaḥ satyavādī ca śibir auśīnaro yathā

Nārada sprach: ‚An Freigebigkeit dem Rantideva, dem Sohn Sāṅkṛtis, nach Vermögen gleich, den Brahmanen zugetan und wahrhaftig redend, wie Śibi, der Sohn des Uśīnara.

Wort für Wort
nārada uvāca sāṅkṛte rantidevasya sa śaktyā dānataḥ samaḥ brahmaṇyaḥ satyavādī ca śibir auśīnaro yathā
Nārada sprach: ‚An Freigebigkeit dem Rantideva, dem Sohn Sāṅkṛtis, nach Vermögen gleich, den Brahmanen zugetan und wahrhaftig redend, wie Śibi, der Sohn des Uśīnara.

yayātir iva codāraḥ somavat priyadarśanaḥ rūpeṇānyatamo 'śvibhyāṃ dyumatsenasuto balī

Großzügig wie Yayāti, von angenehmem Aussehen wie der Mond, an Schönheit einem der beiden Aśvins gleich - der starke Sohn des Dyumatsena.

Wort für Wort
yayātir iva codāraḥ somavat priyadarśanaḥ rūpeṇānyatamo 'śvibhyāṃ dyumatsenasuto balī
Großzügig wie Yayāti, von angenehmem Aussehen wie der Mond, an Schönheit einem der beiden Aśvins gleich - der starke Sohn des Dyumatsena.

sa dāntaḥ sa mṛduḥ śūraḥ sa satyaḥ sa jitendriyaḥ sa maitraḥ so 'nasūyaś ca sa hrīmān dhṛtimāṃś ca saḥ

Er ist selbstbeherrscht, sanftmütig, tapfer, wahrhaftig, seine Sinne bezwingend, freundschaftlich gesinnt, frei von Missgunst, schamhaft und standhaft.

Wort für Wort
sa dāntaḥ sa mṛduḥ śūraḥ sa satyaḥ sa jitendriyaḥ sa maitraḥ so 'nasūyaś ca sa hrīmān dhṛtimāṃś ca saḥ
Er ist selbstbeherrscht, sanftmütig, tapfer, wahrhaftig, seine Sinne bezwingend, freundschaftlich gesinnt, frei von Missgunst, schamhaft und standhaft.

nityaśaś cārjavaṃ tasmin sthitis tasyaiva ca dhruvā saṃkṣepatas tapovṛddhaiḥ śīlavṛddhaiś ca kathyate

Beständig ist in ihm die Aufrichtigkeit, und fest ist seine Standhaftigkeit; so wird er, in Kürze gesagt, von den in Buße und Tugend Alten geschildert.‘

Wort für Wort
nityaśaś cārjavaṃ tasmin sthitis tasyaiva ca dhruvā saṃkṣepatas tapovṛddhaiḥ śīlavṛddhaiś ca kathyate
Beständig ist in ihm die Aufrichtigkeit, und fest ist seine Standhaftigkeit; so wird er, in Kürze gesagt, von den in Buße und Tugend Alten geschildert.‘

aśvapatir uvāca guṇair upetaṃ sarvais taṃ bhagavan prabravīṣi me doṣān apy asya me brūhi yadi santīha ke cana

Aśvapati sprach: ‚Mit allen Tugenden ausgestattet schilderst du ihn mir, Erhabener; nenne mir auch seine Fehler, falls es hier irgendwelche gibt.‘

Wort für Wort
aśvapatir uvāca guṇair upetaṃ sarvais taṃ bhagavan prabravīṣi me doṣān apy asya me brūhi yadi santīha ke cana
Aśvapati sprach: ‚Mit allen Tugenden ausgestattet schilderst du ihn mir, Erhabener; nenne mir auch seine Fehler, falls es hier irgendwelche gibt.‘

nārada uvāca eko doṣo 'sya nānyo 'sti so 'dya prabhṛti satyavān saṃvatsareṇa kṣīṇāyur dehanyāsaṃ kariṣyati

Nārada sprach: ‚Nur einen einzigen Fehler hat er, keinen anderen: Von heute an wird Satyavant nach Ablauf eines Jahres, seine Lebenszeit erschöpft, seinen Leib ablegen.‘

Wort für Wort
nārada uvāca eko doṣo 'sya nānyo 'sti so 'dya prabhṛti satyavān saṃvatsareṇa kṣīṇāyur dehanyāsaṃ kariṣyati
Nārada sprach: ‚Nur einen einzigen Fehler hat er, keinen anderen: Von heute an wird Satyavant nach Ablauf eines Jahres, seine Lebenszeit erschöpft, seinen Leib ablegen.‘

rājovāca ehi sāvitri gaccha tvam anyaṃ varaya śobhane tasya doṣo mahān eko guṇān ākramya tiṣṭhati

Der König sprach: ‚Komm, Sāvitrī, geh und erwähle einen anderen, Schöne; sein einziger, aber gewaltiger Fehler überwiegt seine Tugenden.

Wort für Wort
rājovāca ehi sāvitri gaccha tvam anyaṃ varaya śobhane tasya doṣo mahān eko guṇān ākramya tiṣṭhati
Der König sprach: ‚Komm, Sāvitrī, geh und erwähle einen anderen, Schöne; sein einziger, aber gewaltiger Fehler überwiegt seine Tugenden.

yathā me bhagavān āha nārado devasatkṛtaḥ saṃvatsareṇa so 'lpāyur dehanyāsaṃ kariṣyati

Wie mir der erhabene, von den Göttern geehrte Nārada gesagt hat, wird er, von kurzer Lebenszeit, nach einem Jahr seinen Leib ablegen.‘

Wort für Wort
yathā me bhagavān āha nārado devasatkṛtaḥ saṃvatsareṇa so 'lpāyur dehanyāsaṃ kariṣyati
Wie mir der erhabene, von den Göttern geehrte Nārada gesagt hat, wird er, von kurzer Lebenszeit, nach einem Jahr seinen Leib ablegen.‘

sāvitry uvāca sakṛd aṃśo nipatati sakṛt kanyā pradīyate sakṛd āha dadānīti trīṇy etāni sakṛt sakṛt

Sāvitrī sprach: ‚Nur einmal fällt das Erbteil, nur einmal wird eine Jungfrau zur Ehe gegeben, nur einmal spricht man das Wort der Übergabe - diese drei Dinge geschehen je nur ein einziges Mal.

Wort für Wort
sāvitry uvāca sakṛd aṃśo nipatati sakṛt kanyā pradīyate sakṛd āha dadānīti trīṇy etāni sakṛt sakṛt
Sāvitrī sprach: ‚Nur einmal fällt das Erbteil, nur einmal wird eine Jungfrau zur Ehe gegeben, nur einmal spricht man das Wort der Übergabe - diese drei Dinge geschehen je nur ein einziges Mal.

'sakṛd āha dadānīti' (wörtlich: 'nur einmal sagt man: ich gebe') wird hier als indirekte Wendung wiedergegeben, um innerhalb von Sāvitrīs eigener direkter Rede keine weitere Zitatebene zu eröffnen.

dīrghāyur atha vālpāyuḥ saguṇo nirguṇo 'pi vā sakṛd vṛto mayā bhartā na dvitīyaṃ vṛṇomy aham

Ob von langer oder kurzer Lebenszeit, mit oder ohne Tugenden - nur einmal habe ich mir einen Gatten erwählt; ein zweites Mal erwähle ich nicht.

Wort für Wort
dīrghāyur atha vālpāyuḥ saguṇo nirguṇo 'pi vā sakṛd vṛto mayā bhartā na dvitīyaṃ vṛṇomy aham
Ob von langer oder kurzer Lebenszeit, mit oder ohne Tugenden - nur einmal habe ich mir einen Gatten erwählt; ein zweites Mal erwähle ich nicht.

manasā niścayaṃ kṛtvā tato vācābhidhīyate kriyate karmaṇā paścāt pramāṇaṃ me manas tataḥ

Nachdem im Geiste ein Entschluss gefasst ist, wird er darauf mit Worten ausgesprochen und danach durch die Tat vollzogen; mein Geist ist mir daher maßgeblich.‘

Wort für Wort
manasā niścayaṃ kṛtvā tato vācābhidhīyate kriyate karmaṇā paścāt pramāṇaṃ me manas tataḥ
Nachdem im Geiste ein Entschluss gefasst ist, wird er darauf mit Worten ausgesprochen und danach durch die Tat vollzogen; mein Geist ist mir daher maßgeblich.‘

nārada uvāca sthirā buddhir naraśreṣṭha sāvitryā duhitus tava naiṣā cālayituṃ śakyā dharmād asmāt kathaṃ cana

Nārada sprach: ‚Fest ist der Entschluss deiner Tochter Sāvitrī, bester der Männer; sie kann von diesem Dharma auf keine Weise abgebracht werden.

Wort für Wort
nārada uvāca sthirā buddhir naraśreṣṭha sāvitryā duhitus tava naiṣā cālayituṃ śakyā dharmād asmāt kathaṃ cana
Nārada sprach: ‚Fest ist der Entschluss deiner Tochter Sāvitrī, bester der Männer; sie kann von diesem Dharma auf keine Weise abgebracht werden.

nānyasmin puruṣe santi ye satyavati vai guṇāḥ pradānam eva tasmān me rocate duhitus tava

In keinem anderen Manne finden sich die Tugenden, die in Satyavant sind; darum gefällt mir eben die Übergabe deiner Tochter an ihn.‘

Wort für Wort
nānyasmin puruṣe santi ye satyavati vai guṇāḥ pradānam eva tasmān me rocate duhitus tava
In keinem anderen Manne finden sich die Tugenden, die in Satyavant sind; darum gefällt mir eben die Übergabe deiner Tochter an ihn.‘

rājovāca avicāryam etad uktaṃ hi tathyaṃ bhagavatā vacaḥ kariṣyāmy etad evaṃ ca gurur hi bhagavān mama

Der König sprach: ‚Unbestreitbar ist dieses Wort, das der Erhabene wahrhaftig gesprochen hat; so werde ich es tun, denn der Erhabene ist mein Lehrer.‘

Wort für Wort
rājovāca avicāryam etad uktaṃ hi tathyaṃ bhagavatā vacaḥ kariṣyāmy etad evaṃ ca gurur hi bhagavān mama
Der König sprach: ‚Unbestreitbar ist dieses Wort, das der Erhabene wahrhaftig gesprochen hat; so werde ich es tun, denn der Erhabene ist mein Lehrer.‘

nārada uvāca avighnam astu sāvitryāḥ pradāne duhitus tava sādhayiṣyāmahe tāvat sarveṣāṃ bhadram astu vaḥ

Nārada sprach: ‚Ungehindert sei die Übergabe deiner Tochter Sāvitrī; so wollen wir denn aufbrechen - Heil sei euch allen!‘

Wort für Wort
nārada uvāca avighnam astu sāvitryāḥ pradāne duhitus tava sādhayiṣyāmahe tāvat sarveṣāṃ bhadram astu vaḥ
Nārada sprach: ‚Ungehindert sei die Übergabe deiner Tochter Sāvitrī; so wollen wir denn aufbrechen - Heil sei euch allen!‘

mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā kham utpatya nāradas tridivaṃ gataḥ rājāpi duhituḥ sarvaṃ vaivāhikam akārayat

Nachdem er so gesprochen hatte, erhob sich Nārada in die Luft und ging zum dritten Himmel; auch der König vollzog nun alle Hochzeitsvorbereitungen für seine Tochter.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā kham utpatya nāradas tridivaṃ gataḥ rājāpi duhituḥ sarvaṃ vaivāhikam akārayat
Nachdem er so gesprochen hatte, erhob sich Nārada in die Luft und ging zum dritten Himmel; auch der König vollzog nun alle Hochzeitsvorbereitungen für seine Tochter.

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