Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 183: Atrivainyasaṃvādaḥ Atri, König Vainya und Sanatkumāras Wort über das Königtum

Mārkaṇḍeya erzählt weiter von der Erhabenheit der Brahmanen: Der Weise Atri zieht, trotz Warnungen seines Freundes Gautama vor Widersachern, auf Anraten seiner Gattin zum Pferdeopfer des Königsweisen Vainya (Sohn des Vena), um Reichtum zu erbitten. Als Atri den König in überschwänglichen Worten als höchsten Ordner der Welt preist, gerät er in einen erbitterten Streit mit Gautama darüber, ob Indra oder der König selbst der eigentliche Weltenordner sei. Der Streit wird vor die Versammlung und schließlich vor den Weisen Sanatkumāra gebracht, der in einer grundsätzlichen Lehre die göttliche Würde des Königtums darlegt: Der König ist mit den höchsten Göttern gleichgesetzt und Hüter des Dharma auf Erden. Vainya beschenkt den so bestätigten Atri reich, der daraufhin, nach Verteilung des Reichtums an seine Söhne, erneut der Askese im Walde zustrebt.

mārkaṇḍeya uvāca bhūya eva tu māhātmyaṃ brāhmaṇānāṃ nibodha me vainyo nāmeha rājarṣir aśvamedhāya dīkṣitaḥ tam atrir gantum ārebhe vittārtham iti naḥ śrutam

„Vernimm von mir noch weiter von der Erhabenheit der Brahmanen. Ein Königsweiser namens Vainya, der Sohn des Vena, hatte sich einst zum Pferdeopfer geweiht; zu ihm machte sich Atri auf, um, wie wir gehört haben, Reichtum zu erlangen.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca bhūya eva tu māhātmyaṃ brāhmaṇānāṃ nibodha me vainyo nāmeha rājarṣir aśvamedhāya dīkṣitaḥ tam atrir gantum ārebhe vittārtham iti naḥ śrutam
„Vernimm von mir noch weiter von der Erhabenheit der Brahmanen. Ein Königsweiser namens Vainya, der Sohn des Vena, hatte sich einst zum Pferdeopfer geweiht; zu ihm machte sich Atri auf, um, wie wir gehört haben, Reichtum zu erlangen.

bhūyo 'tha nānurudhyat sa dharmavyaktinidarśanāt saṃcintya sa mahātejā vanam evānvarocayat dharmapatnīṃ samāhūya putrāṃś cedam uvāca ha

Doch dann, aus Gründen, die sein klares Verständnis des Dharma erkennen ließen, folgte er dem nicht mehr recht; nachdem er, der Glanzvolle, nachgedacht hatte, zog er den Wald vor; er rief seine rechtmäßige Gattin und seine Söhne herbei und sprach zu ihnen:

Wort für Wort
bhūyo 'tha nānurudhyat sa dharmavyaktinidarśanāt saṃcintya sa mahātejā vanam evānvarocayat dharmapatnīṃ samāhūya putrāṃś cedam uvāca ha
Doch dann, aus Gründen, die sein klares Verständnis des Dharma erkennen ließen, folgte er dem nicht mehr recht; nachdem er, der Glanzvolle, nachgedacht hatte, zog er den Wald vor; er rief seine rechtmäßige Gattin und seine Söhne herbei und sprach zu ihnen:

prāpsyāmaḥ phalam atyantaṃ bahulaṃ nirupadravam araṇyagamanaṃ kṣipraṃ rocatāṃ vo guṇādhikam

‚Wir werden endlose, reiche, ungefährdete Frucht erlangen; lasst uns rasch in den Wald ziehen – möge euch dies gefallen, was von höherem Wert ist.‘

Wort für Wort
prāpsyāmaḥ phalam atyantaṃ bahulaṃ nirupadravam araṇyagamanaṃ kṣipraṃ rocatāṃ vo guṇādhikam
‚Wir werden endlose, reiche, ungefährdete Frucht erlangen; lasst uns rasch in den Wald ziehen – möge euch dies gefallen, was von höherem Wert ist.‘

taṃ bhāryā pratyuvācedaṃ dharmam evānurudhyatī vainyaṃ gatvā mahātmānam arthayasva dhanaṃ bahu sa te dāsyati rājarṣir yajamāno 'rthine dhanam

Seine Gattin erwiderte ihm darauf, selbst dem Dharma folgend: ‚Geh zu dem hochgesinnten Vainya und erbitte viel Reichtum; jener Königsweise wird dir, dem Bittenden, als Opferherr Reichtum geben.

Wort für Wort
taṃ bhāryā pratyuvācedaṃ dharmam evānurudhyatī vainyaṃ gatvā mahātmānam arthayasva dhanaṃ bahu sa te dāsyati rājarṣir yajamāno 'rthine dhanam
Seine Gattin erwiderte ihm darauf, selbst dem Dharma folgend: ‚Geh zu dem hochgesinnten Vainya und erbitte viel Reichtum; jener Königsweise wird dir, dem Bittenden, als Opferherr Reichtum geben.

tata ādāya viprarṣe pratigṛhya dhanaṃ bahu bhṛtyān sutān saṃvibhajya tato vraja yathepsitam eṣa vai paramo dharmo dharmavidbhir udāhṛtaḥ

Nachdem du dort, o Weiser, viel Reichtum angenommen und erhalten hast, verteile ihn unter deine Diener und Söhne, und zieh dann, wohin es dich verlangt; dies eben ist der höchste Dharma, wie er von den Dharmakundigen verkündet wird.‘

Wort für Wort
tata ādāya viprarṣe pratigṛhya dhanaṃ bahu bhṛtyān sutān saṃvibhajya tato vraja yathepsitam eṣa vai paramo dharmo dharmavidbhir udāhṛtaḥ
Nachdem du dort, o Weiser, viel Reichtum angenommen und erhalten hast, verteile ihn unter deine Diener und Söhne, und zieh dann, wohin es dich verlangt; dies eben ist der höchste Dharma, wie er von den Dharmakundigen verkündet wird.‘

atrir uvāca kathito me mahābhāge gautamena mahātmanā vainyo dharmārthasaṃyuktaḥ satyavratasamanvitaḥ

Atri sprach: ‚O Hochgesegnete, mir wurde von dem hochgesinnten Gautama erzählt, dass Vainya mit Dharma und Reichtum verbunden ist, der Wahrheit und den Gelübden ergeben.

Wort für Wort
atrir uvāca kathito me mahābhāge gautamena mahātmanā vainyo dharmārthasaṃyuktaḥ satyavratasamanvitaḥ
Atri sprach: ‚O Hochgesegnete, mir wurde von dem hochgesinnten Gautama erzählt, dass Vainya mit Dharma und Reichtum verbunden ist, der Wahrheit und den Gelübden ergeben.

kiṃ tv asti tatra dveṣṭāro nivasanti hi me dvijāḥ yathā me gautamaḥ prāha tato na vyavasāmy aham

Doch gibt es dort Widersacher; denn bei mir wohnen Brahmanen, wie Gautama es mir gesagt hat – darum bin ich unentschlossen.

Wort für Wort
kiṃ tv asti tatra dveṣṭāro nivasanti hi me dvijāḥ yathā me gautamaḥ prāha tato na vyavasāmy aham
Doch gibt es dort Widersacher; denn bei mir wohnen Brahmanen, wie Gautama es mir gesagt hat – darum bin ich unentschlossen.

tatra sma vācaṃ kalyāṇīṃ dharmakāmārthasaṃhitām mayoktām anyathā brūyus tatas te vai nirarthakām

Dort könnten sie mein heilsames Wort, das mit Dharma, Lust und Gewinn verbunden ist, anders auslegen und es dadurch nutzlos machen.

Wort für Wort
tatra sma vācaṃ kalyāṇīṃ dharmakāmārthasaṃhitām mayoktām anyathā brūyus tatas te vai nirarthakām
Dort könnten sie mein heilsames Wort, das mit Dharma, Lust und Gewinn verbunden ist, anders auslegen und es dadurch nutzlos machen.

gamiṣyāmi mahāprājñe rocate me vacas tava gāś ca me dāsyate vainyaḥ prabhūtaṃ cārthasaṃcayam

Doch ich werde gehen, o Hochweise; dein Wort gefällt mir. Vainya wird mir Kühe geben und einen reichlichen Schatz an Gütern.‘

Wort für Wort
gamiṣyāmi mahāprājñe rocate me vacas tava gāś ca me dāsyate vainyaḥ prabhūtaṃ cārthasaṃcayam
Doch ich werde gehen, o Hochweise; dein Wort gefällt mir. Vainya wird mir Kühe geben und einen reichlichen Schatz an Gütern.‘

mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā jagāmāśu vainyayajñaṃ mahātapāḥ gatvā ca yajñāyatanam atris tuṣṭāva taṃ nṛpam

So sprechend, begab sich Atri, der große Asket, eilends zum Opfer des Vainya, und, beim Opferplatz angekommen, pries er jenen König:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā jagāmāśu vainyayajñaṃ mahātapāḥ gatvā ca yajñāyatanam atris tuṣṭāva taṃ nṛpam
So sprechend, begab sich Atri, der große Asket, eilends zum Opfer des Vainya, und, beim Opferplatz angekommen, pries er jenen König:

rājan vainya tvam īśaś ca bhuvi tvaṃ prathamo nṛpaḥ stuvanti tvāṃ munigaṇās tvad anyo nāsti dharmavit

‚O König, Sohn des Vena, du bist der Herr, du bist der erste König auf Erden; die Scharen der Weisen preisen dich, es gibt keinen anderen Kenner des Dharma außer dir.‘

Wort für Wort
rājan vainya tvam īśaś ca bhuvi tvaṃ prathamo nṛpaḥ stuvanti tvāṃ munigaṇās tvad anyo nāsti dharmavit
‚O König, Sohn des Vena, du bist der Herr, du bist der erste König auf Erden; die Scharen der Weisen preisen dich, es gibt keinen anderen Kenner des Dharma außer dir.‘

tam abravīd ṛṣis tatra vacaḥ kruddho mahātapāḥ maivam atre punar brūyā na te prajñā samāhitā atra naḥ prathamaṃ sthātā mahendro vai prajāpatiḥ

Da sprach dort zornig ein Weiser von großer Askese zu ihm: ‚Sprich nicht noch einmal so, Atri; deine Weisheit ist nicht gesammelt. Der Erste unter uns hier ist der große Indra, der Herr der Geschöpfe.‘

Wort für Wort
tam abravīd ṛṣis tatra vacaḥ kruddho mahātapāḥ maivam atre punar brūyā na te prajñā samāhitā atra naḥ prathamaṃ sthātā mahendro vai prajāpatiḥ
Da sprach dort zornig ein Weiser von großer Askese zu ihm: ‚Sprich nicht noch einmal so, Atri; deine Weisheit ist nicht gesammelt. Der Erste unter uns hier ist der große Indra, der Herr der Geschöpfe.‘

athātrir api rājendra gautamaṃ pratyabhāṣata ayam eva vidhātā ca yathaivendraḥ prajāpatiḥ tvam eva muhyase mohān na prajñānaṃ tavāsti ha

Da erwiderte Atri, o Fürst der Könige, dem Gautama: ‚Eben dieser hier ist der Ordner, ebenso wie Indra der Herr der Geschöpfe ist; du bist es, der aus Verblendung irrt, du besitzest keine Weisheit.‘

Wort für Wort
athātrir api rājendra gautamaṃ pratyabhāṣata ayam eva vidhātā ca yathaivendraḥ prajāpatiḥ tvam eva muhyase mohān na prajñānaṃ tavāsti ha
Da erwiderte Atri, o Fürst der Könige, dem Gautama: ‚Eben dieser hier ist der Ordner, ebenso wie Indra der Herr der Geschöpfe ist; du bist es, der aus Verblendung irrt, du besitzest keine Weisheit.‘

gautama uvāca jānāmi nāhaṃ muhyāmi tvaṃ vivakṣur vimuhyase stoṣyase 'bhyudayaprepsus tasya darśanasaṃśrayāt

Gautama sprach: ‚Ich weiß es, ich irre nicht; du, redselig, bist es, der irrt; du willst preisen, begierig nach Aufstieg, gestützt auf den Anblick jenes Königs.

Wort für Wort
gautama uvāca jānāmi nāhaṃ muhyāmi tvaṃ vivakṣur vimuhyase stoṣyase 'bhyudayaprepsus tasya darśanasaṃśrayāt
Gautama sprach: ‚Ich weiß es, ich irre nicht; du, redselig, bist es, der irrt; du willst preisen, begierig nach Aufstieg, gestützt auf den Anblick jenes Königs.

na vettha paramaṃ dharmaṃ na cāvaiṣi prayojanam bālas tvam asi mūḍhaś ca vṛddhaḥ kenāpi hetunā

Du kennst den höchsten Dharma nicht und verstehst auch nicht seinen Zweck; ein Kind bist du und töricht, nur aus irgendeinem Grunde alt geworden.‘

Wort für Wort
na vettha paramaṃ dharmaṃ na cāvaiṣi prayojanam bālas tvam asi mūḍhaś ca vṛddhaḥ kenāpi hetunā
Du kennst den höchsten Dharma nicht und verstehst auch nicht seinen Zweck; ein Kind bist du und töricht, nur aus irgendeinem Grunde alt geworden.‘

mārkaṇḍeya uvāca vivadantau tathā tau tu munīnāṃ darśane sthitau ye tasya yajñe saṃvṛttās te 'pṛcchanta kathaṃ tv imau

Während die beiden so miteinander stritten, angesichts der Weisen, fragten jene, die sich bei jenem Opfer versammelt hatten, wie es käme, dass diese beiden,

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca vivadantau tathā tau tu munīnāṃ darśane sthitau ye tasya yajñe saṃvṛttās te 'pṛcchanta kathaṃ tv imau
Während die beiden so miteinander stritten, angesichts der Weisen, fragten jene, die sich bei jenem Opfer versammelt hatten, wie es käme, dass diese beiden,

praveśaḥ kena datto 'yam anayor vainyasaṃsadi uccaiḥ samabhibhāṣantau kena kāryeṇa viṣṭhitau

wem von ihnen der Zutritt zur Versammlung des Vainya gewährt worden sei, und aus welchem Grunde sie da, laut miteinander redend, stünden.

Wort für Wort
praveśaḥ kena datto 'yam anayor vainyasaṃsadi uccaiḥ samabhibhāṣantau kena kāryeṇa viṣṭhitau
wem von ihnen der Zutritt zur Versammlung des Vainya gewährt worden sei, und aus welchem Grunde sie da, laut miteinander redend, stünden.

tataḥ paramadharmātmā kāśyapaḥ sarvadharmavit vivādināv anuprāptau tāv ubhau pratyavedayat

Da berichtete Kāśyapa, der überaus rechtschaffene Kenner allen Dharmas, von den beiden Streitenden, die dort angekommen waren.

Wort für Wort
tataḥ paramadharmātmā kāśyapaḥ sarvadharmavit vivādināv anuprāptau tāv ubhau pratyavedayat
Da berichtete Kāśyapa, der überaus rechtschaffene Kenner allen Dharmas, von den beiden Streitenden, die dort angekommen waren.

athābravīt sadasyāṃs tu gautamo munisattamān āvayor vyāhṛtaṃ praśnaṃ śṛṇuta dvijapuṃgavāḥ vainyo vidhātety āhātrir atra naḥ saṃśayo mahān

Da sprach Gautama zu den Beisitzern, den besten der Weisen: ‚Höret unsere ausgesprochene Streitfrage, ihr Stiere der Zweifachgeborenen: Atri sagt, Vainya sei der Ordner – hierüber besteht bei uns ein großer Zweifel.‘

Wort für Wort
athābravīt sadasyāṃs tu gautamo munisattamān āvayor vyāhṛtaṃ praśnaṃ śṛṇuta dvijapuṃgavāḥ vainyo vidhātety āhātrir atra naḥ saṃśayo mahān
Da sprach Gautama zu den Beisitzern, den besten der Weisen: ‚Höret unsere ausgesprochene Streitfrage, ihr Stiere der Zweifachgeborenen: Atri sagt, Vainya sei der Ordner – hierüber besteht bei uns ein großer Zweifel.‘

śrutvaiva tu mahātmāno munayo 'bhyadravan drutam sanatkumāraṃ dharmajñaṃ saṃśayacchedanāya vai

Kaum hatten sie dies gehört, eilten die hochgesinnten Weisen rasch zu Sanatkumāra, dem Dharmakenner, um den Zweifel zu zerschneiden.

Wort für Wort
śrutvaiva tu mahātmāno munayo 'bhyadravan drutam sanatkumāraṃ dharmajñaṃ saṃśayacchedanāya vai
Kaum hatten sie dies gehört, eilten die hochgesinnten Weisen rasch zu Sanatkumāra, dem Dharmakenner, um den Zweifel zu zerschneiden.

sa ca teṣāṃ vacaḥ śrutvā yathātattvaṃ mahātapāḥ pratyuvācātha tān evaṃ dharmārthasahitaṃ vacaḥ

Und er, nachdem er ihre Worte der Wahrheit gemäß vernommen hatte, der große Asket, erwiderte ihnen darauf dieses mit Dharma und Sinn verbundene Wort:

Wort für Wort
sa ca teṣāṃ vacaḥ śrutvā yathātattvaṃ mahātapāḥ pratyuvācātha tān evaṃ dharmārthasahitaṃ vacaḥ
Und er, nachdem er ihre Worte der Wahrheit gemäß vernommen hatte, der große Asket, erwiderte ihnen darauf dieses mit Dharma und Sinn verbundene Wort:

sanatkumāra uvāca brahma kṣatreṇa sahitaṃ kṣatraṃ ca brahmaṇā saha rājā vai prathamo dharmaḥ prajānāṃ patir eva ca sa eva śakraḥ śukraś ca sa dhātā sa bṛhaspatiḥ

Sanatkumāra sprach: ‚Das Brahman ist mit dem Kriegertum verbunden, und das Kriegertum mit dem Brahman; der König ist wahrlich der erste Dharma und der Herr der Geschöpfe selbst; er ist Śakra, er ist Śukra, er ist Dhātṛ, er ist Bṛhaspati.

Wort für Wort
sanatkumāra uvāca brahma kṣatreṇa sahitaṃ kṣatraṃ ca brahmaṇā saha rājā vai prathamo dharmaḥ prajānāṃ patir eva ca sa eva śakraḥ śukraś ca sa dhātā sa bṛhaspatiḥ
Sanatkumāra sprach: ‚Das Brahman ist mit dem Kriegertum verbunden, und das Kriegertum mit dem Brahman; der König ist wahrlich der erste Dharma und der Herr der Geschöpfe selbst; er ist Śakra, er ist Śukra, er ist Dhātṛ, er ist Bṛhaspati.

prajāpatir virāṭ samrāṭ kṣatriyo bhūpatir nṛpaḥ ya ebhiḥ stūyate śabdaiḥ kas taṃ nārcitum arhati

Prajāpati, Virāj, Samrāj, Kṣatriya, Herr der Erde, König – wer mit diesen Namen gepriesen wird, wer wäre nicht verpflichtet, ihn zu verehren?

Wort für Wort
prajāpatir virāṭ samrāṭ kṣatriyo bhūpatir nṛpaḥ ya ebhiḥ stūyate śabdaiḥ kas taṃ nārcitum arhati
Prajāpati, Virāj, Samrāj, Kṣatriya, Herr der Erde, König – wer mit diesen Namen gepriesen wird, wer wäre nicht verpflichtet, ihn zu verehren?

purāyonir yudhājic ca abhiyā mudito bhavaḥ svarṇetā sahajid babhrur iti rājābhidhīyate

Purāyoni, Yudhājit, Abhiyā, Mudita, Bhava, Svarṇetṛ, Sahajit, Babhru [?] – so wird der König auch genannt.

Wort für Wort
purāyonir yudhājic ca abhiyā mudito bhavaḥ svarṇetā sahajid babhrur iti rājābhidhīyate
Purāyoni, Yudhājit, Abhiyā, Mudita, Bhava, Svarṇetṛ, Sahajit, Babhru [?] – so wird der König auch genannt.

Diese Aufzählung von Namen im Sanskrit-Text (purāyoniḥ, yudhājit, abhiyā, mudita, bhava, svarṇetā, sahajit, babhru) ist knapp und teils unklar; vermutlich handelt es sich um eine Reihe von Beinamen, mit denen der König verschiedenen Gottheiten gleichgesetzt wird. Die Übersetzung gibt die Namen unübersetzt wieder.

satyamanyur yudhājīvaḥ satyadharmapravartakaḥ adharmād ṛṣayo bhītā balaṃ kṣatre samādadhan

Satyamanyu, Yudhājīva, der Förderer des wahren Dharma [?] – aus Furcht vor dem Unrecht legten die Weisen die Kraft in das Kriegertum.

Wort für Wort
satyamanyur yudhājīvaḥ satyadharmapravartakaḥ adharmād ṛṣayo bhītā balaṃ kṣatre samādadhan
Satyamanyu, Yudhājīva, der Förderer des wahren Dharma [?] – aus Furcht vor dem Unrecht legten die Weisen die Kraft in das Kriegertum.

ādityo divi deveṣu tamo nudati tejasā tathaiva nṛpatir bhūmāv adharmaṃ nudate bhṛśam

Wie die Sonne am Himmel unter den Göttern die Finsternis mit ihrem Glanz vertreibt, so vertreibt auch der König auf Erden das Unrecht kraftvoll.

Wort für Wort
ādityo divi deveṣu tamo nudati tejasā tathaiva nṛpatir bhūmāv adharmaṃ nudate bhṛśam
Wie die Sonne am Himmel unter den Göttern die Finsternis mit ihrem Glanz vertreibt, so vertreibt auch der König auf Erden das Unrecht kraftvoll.

ato rājñaḥ pradhānatvaṃ śāstraprāmāṇyadarśanāt uttaraḥ sidhyate pakṣo yena rājeti bhāṣitam

Daher rührt die Vorrangstellung des Königs, wie man aus der Autorität der Lehrschriften ersieht; die höhere Seite erweist sich damit als die richtige, durch die er König genannt wird.‘

Wort für Wort
ato rājñaḥ pradhānatvaṃ śāstraprāmāṇyadarśanāt uttaraḥ sidhyate pakṣo yena rājeti bhāṣitam
Daher rührt die Vorrangstellung des Königs, wie man aus der Autorität der Lehrschriften ersieht; die höhere Seite erweist sich damit als die richtige, durch die er König genannt wird.‘

mārkaṇḍeya uvāca tataḥ sa rājā saṃhṛṣṭaḥ siddhe pakṣe mahāmanāḥ tam atrim abravīt prītaḥ pūrvaṃ yenābhisaṃstutaḥ

Da war jener König hocherfreut, der Hochherzige, als sein Standpunkt bestätigt war, und sprach freudig zu jenem Atri, von dem er zuvor gepriesen worden war:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tataḥ sa rājā saṃhṛṣṭaḥ siddhe pakṣe mahāmanāḥ tam atrim abravīt prītaḥ pūrvaṃ yenābhisaṃstutaḥ
Da war jener König hocherfreut, der Hochherzige, als sein Standpunkt bestätigt war, und sprach freudig zu jenem Atri, von dem er zuvor gepriesen worden war:

yasmāt sarvamanuṣyeṣu jyāyāṃsaṃ mām ihābravīḥ sarvadevaiś ca viprarṣe saṃmitaṃ śreṣṭham eva ca tasmāt te 'haṃ pradāsyāmi vividhaṃ vasu bhūri ca

‚Weil du mich hier als den Erhabensten unter allen Menschen bezeichnet hast, o Weiser, und als den Besten, der allen Göttern gleichgestellt ist, darum werde ich dir mannigfachen und reichlichen Besitz schenken.

Wort für Wort
yasmāt sarvamanuṣyeṣu jyāyāṃsaṃ mām ihābravīḥ sarvadevaiś ca viprarṣe saṃmitaṃ śreṣṭham eva ca tasmāt te 'haṃ pradāsyāmi vividhaṃ vasu bhūri ca
‚Weil du mich hier als den Erhabensten unter allen Menschen bezeichnet hast, o Weiser, und als den Besten, der allen Göttern gleichgestellt ist, darum werde ich dir mannigfachen und reichlichen Besitz schenken.

dāsīsahasraṃ śyāmānāṃ suvastrāṇām alaṃkṛtam daśa koṭyo hiraṇyasya rukmabhārāṃs tathā daśa etad dadāni te vipra sarvajñas tvaṃ hi me mataḥ

Tausend dunkle Dienerinnen, in schönen Gewändern geschmückt, zehn Millionen Goldstücke und ebenso zehn Lasten Gold – dies gebe ich dir, o Brahmane, denn als allwissend gilt mir dein Rat.‘

Wort für Wort
dāsīsahasraṃ śyāmānāṃ suvastrāṇām alaṃkṛtam daśa koṭyo hiraṇyasya rukmabhārāṃs tathā daśa etad dadāni te vipra sarvajñas tvaṃ hi me mataḥ
Tausend dunkle Dienerinnen, in schönen Gewändern geschmückt, zehn Millionen Goldstücke und ebenso zehn Lasten Gold – dies gebe ich dir, o Brahmane, denn als allwissend gilt mir dein Rat.‘

tad atrir nyāyataḥ sarvaṃ pratigṛhya mahāmanāḥ pratyājagāma tejasvī gṛhān eva mahātapāḥ

Dies alles nahm Atri, der Hochherzige, dem Recht gemäß entgegen und kehrte, der Glanzvolle, der große Asket, in sein Haus zurück.

Wort für Wort
tad atrir nyāyataḥ sarvaṃ pratigṛhya mahāmanāḥ pratyājagāma tejasvī gṛhān eva mahātapāḥ
Dies alles nahm Atri, der Hochherzige, dem Recht gemäß entgegen und kehrte, der Glanzvolle, der große Asket, in sein Haus zurück.

pradāya ca dhanaṃ prītaḥ putrebhyaḥ prayatātmavān tapaḥ samabhisaṃdhāya vanam evānvapadyata

Nachdem er freudig den Reichtum seinen Söhnen übergeben hatte, der Selbstbeherrschte, wandte er sich, fest entschlossen zur Askese, wiederum dem Walde zu.“

Wort für Wort
pradāya ca dhanaṃ prītaḥ putrebhyaḥ prayatātmavān tapaḥ samabhisaṃdhāya vanam evānvapadyata
Nachdem er freudig den Reichtum seinen Söhnen übergeben hatte, der Selbstbeherrschte, wandte er sich, fest entschlossen zur Askese, wiederum dem Walde zu.“

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