Kapitel 40: Kirātayuddham
Der Kampf mit dem Kirāta
Der berühmte Kirātārjunīya-Kampf: Śiva erscheint als Bergjäger (Kirāta) und schießt gleichzeitig mit Arjuna auf denselben Eber (den Dämon Mūka); ein Streit um das Jagdrecht eskaliert zum Kampf mit Pfeilen, dann mit Bäumen und Felsen, schließlich zum Faustkampf, in dem Arjuna erschöpft zusammenbricht. Śiva, zufrieden mit Arjunas Tapferkeit, offenbart sich, schenkt ihm das göttliche Auge und verheißt ihm den Sieg über alle Feinde.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als all jene hochherzigen Asketen gegangen waren, erschien der erhabene Träger des Pināka-Bogens, Hara, der Wegnehmer aller Sünden.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als all jene hochherzigen Asketen gegangen waren, erschien der erhabene Träger des Pināka-Bogens, Hara, der Wegnehmer aller Sünden.
Einen herrlichen Bogen ergreifend und Pfeile, giftigen Schlangen gleich, stürzte er hervor, von gewaltigem Glanz, wie ein Feuer, das trockenes Gestrüpp verbrennt.
Einen herrlichen Bogen ergreifend und Pfeile, giftigen Schlangen gleich, stürzte er hervor, von gewaltigem Glanz, wie ein Feuer, das trockenes Gestrüpp verbrennt.
Der Glanzvolle, begleitet von der Göttin Umā, die dasselbe Gelübde und dieselbe Gestalt wie er trug, und gefolgt von freudigen Weltgeistern in mannigfaltiger Gestalt -
Der Glanzvolle, begleitet von der Göttin Umā, die dasselbe Gelübde und dieselbe Gestalt wie er trug, und gefolgt von freudigen Weltgeistern in mannigfaltiger Gestalt -
vārāhaṃ rūpam āsthāya tarkayantam ivārjunam hantuṃ paramaduṣṭātmā tam uvācātha phalgunaḥ
der die Gestalt eines Ebers angenommen hatte und, gleichsam überlegend, Arjuna, der von höchst bösem Sinn war, zu töten beabsichtigte; da sprach Phalguna zu ihm:
Wort für Wort
vārāhaṃ rūpam āsthāya tarkayantam ivārjunam hantuṃ paramaduṣṭātmā tam uvācātha phalgunaḥ
der die Gestalt eines Ebers angenommen hatte und, gleichsam überlegend, Arjuna, der von höchst bösem Sinn war, zu töten beabsichtigte; da sprach Phalguna zu ihm:
Den Bogen Gāṇḍīva ergreifend und Pfeile, giftigen Schlangen gleich, den vortrefflichen Bogen spannend, den Wald mit dem Klang der Bogensehne erdröhnen lassend -
Den Bogen Gāṇḍīva ergreifend und Pfeile, giftigen Schlangen gleich, den vortrefflichen Bogen spannend, den Wald mit dem Klang der Bogensehne erdröhnen lassend -
mayaiṣa prārthitaḥ pūrvaṃ nīlameghasamaprabhaḥ anādṛtyaiva tad vākyaṃ prajahārātha phalgunaḥ
„Dieser, gleich einer dunklen Wolke an Glanz, ist zuvor schon von mir ins Auge gefasst worden.“ Doch ohne dieses Wort zu beachten, schoss Phalguna dennoch.
Wort für Wort
mayaiṣa prārthitaḥ pūrvaṃ nīlameghasamaprabhaḥ anādṛtyaiva tad vākyaṃ prajahārātha phalgunaḥ
„Dieser, gleich einer dunklen Wolke an Glanz, ist zuvor schon von mir ins Auge gefasst worden.“ Doch ohne dieses Wort zu beachten, schoss Phalguna dennoch.
Von vielen Pfeilen durchbohrt, die leuchtenden Schlangenmäulern glichen, starb er, nachdem er noch einmal seine schreckliche Rākṣasa-Gestalt angenommen hatte.
Von vielen Pfeilen durchbohrt, die leuchtenden Schlangenmäulern glichen, starb er, nachdem er noch einmal seine schreckliche Rākṣasa-Gestalt angenommen hatte.
dadarśātha tato jiṣṇuḥ puruṣaṃ kāñcanaprabham kirātaveṣapracchannaṃ strīsahāyam amitrahā tam abravīt prītamanāḥ kaunteyaḥ prahasann iva
Da erblickte darauf der Siegreiche, der Feindevernichter, einen Mann von goldenem Glanz, in Kirāta-Gestalt verhüllt, mit einer Frau als Begleiterin; der Kaunteya sprach zu ihm, frohen Sinnes, gleichsam lächelnd:
Wort für Wort
dadarśātha tato jiṣṇuḥ puruṣaṃ kāñcanaprabham kirātaveṣapracchannaṃ strīsahāyam amitrahā tam abravīt prītamanāḥ kaunteyaḥ prahasann iva
Da erblickte darauf der Siegreiche, der Feindevernichter, einen Mann von goldenem Glanz, in Kirāta-Gestalt verhüllt, mit einer Frau als Begleiterin; der Kaunteya sprach zu ihm, frohen Sinnes, gleichsam lächelnd:
ko bhavān aṭate śūnye vane strīgaṇasaṃvṛtaḥ na tvam asmin vane ghore bibheṣi kanakaprabha
„Wer bist du, der du in diesem einsamen Wald umherstreifst, umgeben von einer Schar Frauen? Fürchtest du dich nicht in diesem schrecklichen Wald, o Goldglänzender?
Wort für Wort
ko bhavān aṭate śūnye vane strīgaṇasaṃvṛtaḥ na tvam asmin vane ghore bibheṣi kanakaprabha
„Wer bist du, der du in diesem einsamen Wald umherstreifst, umgeben von einer Schar Frauen? Fürchtest du dich nicht in diesem schrecklichen Wald, o Goldglänzender?
kāmāt paribhavād vāpi na me jīvan vimokṣyase na hy eṣa mṛgayādharmo yas tvayādya kṛto mayi tena tvāṃ bhraṃśayiṣyāmi jīvitāt parvatāśraya
Sei es aus Begierde, sei es aus Geringschätzung getan - du wirst mir nicht lebend entkommen; denn dies ist nicht der Dharma der Jagd, den du heute mir gegenüber begangen hast; deshalb werde ich dich, o Bergbewohner, deines Lebens berauben.“
Wort für Wort
kāmāt paribhavād vāpi na me jīvan vimokṣyase na hy eṣa mṛgayādharmo yas tvayādya kṛto mayi tena tvāṃ bhraṃśayiṣyāmi jīvitāt parvatāśraya
Sei es aus Begierde, sei es aus Geringschätzung getan - du wirst mir nicht lebend entkommen; denn dies ist nicht der Dharma der Jagd, den du heute mir gegenüber begangen hast; deshalb werde ich dich, o Bergbewohner, deines Lebens berauben.“
doṣān svān nārhase 'nyasmai vaktuṃ svabaladarpitaḥ abhiṣakto 'smi mandātman na me jīvan vimokṣyase
Du solltest deine eigenen Fehler nicht einem anderen zuschreiben, aufgeblasen von deiner eigenen Kraft; ich bin herausgefordert, o Schwachsinniger; du wirst mir nicht lebend entkommen.
Wort für Wort
doṣān svān nārhase 'nyasmai vaktuṃ svabaladarpitaḥ abhiṣakto 'smi mandātman na me jīvan vimokṣyase
Du solltest deine eigenen Fehler nicht einem anderen zuschreiben, aufgeblasen von deiner eigenen Kraft; ich bin herausgefordert, o Schwachsinniger; du wirst mir nicht lebend entkommen.
muhūrtaṃ śaravarṣaṃ tat pratigṛhya pinākadhṛk akṣatena śarīreṇa tasthau girir ivācalaḥ
Nachdem er diesen Pfeilregen einen Augenblick lang empfangen hatte, stand der Träger des Pināka-Bogens mit unversehrtem Körper da, unbeweglich wie ein Berg.
Wort für Wort
muhūrtaṃ śaravarṣaṃ tat pratigṛhya pinākadhṛk akṣatena śarīreṇa tasthau girir ivācalaḥ
Nachdem er diesen Pfeilregen einen Augenblick lang empfangen hatte, stand der Träger des Pināka-Bogens mit unversehrtem Körper da, unbeweglich wie ein Berg.
ko 'yaṃ devo bhavet sākṣād rudro yakṣaḥ sureśvaraḥ vidyate hi giriśreṣṭhe tridaśānāṃ samāgamaḥ
Wer mag dieser sein? Ein Gott, vielleicht leibhaftig Rudra, ein Yakṣa, der Herr der Götter? Denn auf dem besten der Berge findet ja eine Versammlung der Dreißig Götter statt.
Wort für Wort
ko 'yaṃ devo bhavet sākṣād rudro yakṣaḥ sureśvaraḥ vidyate hi giriśreṣṭhe tridaśānāṃ samāgamaḥ
Wer mag dieser sein? Ein Gott, vielleicht leibhaftig Rudra, ein Yakṣa, der Herr der Götter? Denn auf dem besten der Berge findet ja eine Versammlung der Dreißig Götter statt.
Da schoss der Siegreiche, frohen Sinnes, hundertfach Nārāca-Pfeile ab, die die verwundbaren Stellen durchbohren, o König, wie die Sonne ihre Strahlen aussendet.
Da schoss der Siegreiche, frohen Sinnes, hundertfach Nārāca-Pfeile ab, die die verwundbaren Stellen durchbohren, o König, wie die Sonne ihre Strahlen aussendet.
tasya mūrdhni śitaṃ khaḍgam asaktaṃ parvateṣv api mumoca bhujavīryeṇa vikramya kurunandanaḥ tasya mūrdhānam āsādya paphālāsivaro hi saḥ
Auf dessen Haupt ließ der Freude-Bringer der Kurus, mit der Kraft seines Armes vorstürmend, das scharfe Schwert niedersausen, das selbst an Bergen nicht abgleitet; doch als es dessen Haupt traf, zerbrach das vortreffliche Schwert.
Wort für Wort
tasya mūrdhni śitaṃ khaḍgam asaktaṃ parvateṣv api mumoca bhujavīryeṇa vikramya kurunandanaḥ tasya mūrdhānam āsādya paphālāsivaro hi saḥ
Auf dessen Haupt ließ der Freude-Bringer der Kurus, mit der Kraft seines Armes vorstürmend, das scharfe Schwert niedersausen, das selbst an Bergen nicht abgleitet; doch als es dessen Haupt traf, zerbrach das vortreffliche Schwert.
Da schlug der starkkräftige Pārtha, mit Fäusten, die die Berührung des Donnerkeils hatten, Rauch aus dem Antlitz hervorbringend, auf den erhabenen, unangreifbaren Gegner, der die Gestalt eines Kirāta trug.
Da schlug der starkkräftige Pārtha, mit Fäusten, die die Berührung des Donnerkeils hatten, Rauch aus dem Antlitz hervorbringend, auf den erhabenen, unangreifbaren Gegner, der die Gestalt eines Kirāta trug.
Da bedrängte ihn Mahādeva, ihn, der schon sehr bedrängt war, mit seinen Gliedern noch mehr und überwältigte ihn mit seiner Glutkraft aus Zorn, seinen Sinn verwirrend.
Da bedrängte ihn Mahādeva, ihn, der schon sehr bedrängt war, mit seinen Gliedern noch mehr und überwältigte ihn mit seiner Glutkraft aus Zorn, seinen Sinn verwirrend.
bhagavān uvāca bho bho phalguna tuṣṭo 'smi karmaṇāpratimena te śauryeṇānena dhṛtyā ca kṣatriyo nāsti te samaḥ
Der Erhabene sprach: „He, he, Phalguna! Ich bin zufrieden mit dieser deiner unvergleichlichen Tat, mit dieser deiner Tapferkeit und Standhaftigkeit; es gibt keinen Kṣatriya, der dir gleich wäre.
Wort für Wort
bhagavān uvāca bho bho phalguna tuṣṭo 'smi karmaṇāpratimena te śauryeṇānena dhṛtyā ca kṣatriyo nāsti te samaḥ
Der Erhabene sprach: „He, he, Phalguna! Ich bin zufrieden mit dieser deiner unvergleichlichen Tat, mit dieser deiner Tapferkeit und Standhaftigkeit; es gibt keinen Kṣatriya, der dir gleich wäre.
samaṃ tejaś ca vīryaṃ ca mamādya tava cānagha prītas te 'haṃ mahābāho paśya māṃ puruṣarṣabha
Gleich sind heute meine und deine Glutkraft und Tatkraft, o Makelloser; ich bin dir wohlgesonnen, o Starkarmiger; schau mich an, o Stier unter den Männern.
Wort für Wort
samaṃ tejaś ca vīryaṃ ca mamādya tava cānagha prītas te 'haṃ mahābāho paśya māṃ puruṣarṣabha
Gleich sind heute meine und deine Glutkraft und Tatkraft, o Makelloser; ich bin dir wohlgesonnen, o Starkarmiger; schau mich an, o Stier unter den Männern.
dadāni te viśālākṣa cakṣuḥ pūrvaṛṣir bhavān vijeṣyasi raṇe śatrūn api sarvān divaukasaḥ
Ich gebe dir, o Großäugiger, das göttliche Auge; du warst schon zuvor ein Ṛṣi; du wirst in der Schlacht die Feinde besiegen, selbst alle Himmelsbewohner.“
Wort für Wort
dadāni te viśālākṣa cakṣuḥ pūrvaṛṣir bhavān vijeṣyasi raṇe śatrūn api sarvān divaukasaḥ
Ich gebe dir, o Großäugiger, das göttliche Auge; du warst schon zuvor ein Ṛṣi; du wirst in der Schlacht die Feinde besiegen, selbst alle Himmelsbewohner.“
vaiśaṃpāyana uvāca tato devaṃ mahādevaṃ giriśaṃ śūlapāṇinam dadarśa phalgunas tatra saha devyā mahādyutim
Vaiśaṃpāyana sprach: Da erblickte Phalguna dort den Gott Mahādeva, den Bergbewohner, den Träger des Dreizacks, von großem Glanz, zusammen mit der Göttin.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato devaṃ mahādevaṃ giriśaṃ śūlapāṇinam dadarśa phalgunas tatra saha devyā mahādyutim
Vaiśaṃpāyana sprach: Da erblickte Phalguna dort den Gott Mahādeva, den Bergbewohner, den Träger des Dreizacks, von großem Glanz, zusammen mit der Göttin.
prasādaye tvāṃ bhagavan sarvabhūtanamaskṛta na me syād aparādho 'yaṃ mahādevātisāhasāt
Ich flehe dich um Gnade an, o Erhabener, dem alle Wesen Verehrung erweisen; möge dies nicht als [wahres] Vergehen gelten, o Mahādeva, [entstanden] aus Verwegenheit.
Wort für Wort
prasādaye tvāṃ bhagavan sarvabhūtanamaskṛta na me syād aparādho 'yaṃ mahādevātisāhasāt
Ich flehe dich um Gnade an, o Erhabener, dem alle Wesen Verehrung erweisen; möge dies nicht als [wahres] Vergehen gelten, o Mahādeva, [entstanden] aus Verwegenheit.
vaiśaṃpāyana uvāca tam uvāca mahātejāḥ prahasya vṛṣabhadhvajaḥ pragṛhya ruciraṃ bāhuṃ kṣāntam ity eva phalgunam
Vaiśaṃpāyana sprach: Zu ihm sprach, lachend, der von großer Glutkraft, dessen Banner den Stier trägt, nachdem er seinen schönen Arm ergriffen hatte, zu Phalguna: „Vergeben!“
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tam uvāca mahātejāḥ prahasya vṛṣabhadhvajaḥ pragṛhya ruciraṃ bāhuṃ kṣāntam ity eva phalgunam
Vaiśaṃpāyana sprach: Zu ihm sprach, lachend, der von großer Glutkraft, dessen Banner den Stier trägt, nachdem er seinen schönen Arm ergriffen hatte, zu Phalguna: „Vergeben!“