Kapitel 65: Sudevasaṃgamaḥ
Die Wiedererkennung durch Sudeva
König Bhīma entsendet Brahmanen aus, um Nala und Damayantī zu suchen. Der Brahmane Sudeva erkennt Damayantī im Palast der Cedis wieder - trotz ihres verwahrlosten Zustands beschreibt er in einer langen, bildreichen Betrachtung ihre unvergängliche Schönheit inmitten des Leids. Er spricht sie an, berichtet von ihrer Familie, und sie erkennt ihn unter Tränen. Sunandā und die Königinmutter werden aufmerksam, und Sudeva beginnt, Damayantīs ganze Geschichte wahrheitsgemäß zu erzählen.
Bṛhadaśva sprach: Als Nala, seines Königreichs beraubt, mitsamt seiner Gattin fortgegangen war, entsandte Bhīma Brahmanen, aus Verlangen, Nala zu finden.
Bṛhadaśva sprach: Als Nala, seines Königreichs beraubt, mitsamt seiner Gattin fortgegangen war, entsandte Bhīma Brahmanen, aus Verlangen, Nala zu finden.
asmin karmaṇi niṣpanne vijñāte niṣadhādhipe gavāṃ sahasraṃ dāsyāmi yo vas tāv ānayiṣyati agrahāraṃ ca dāsyāmi grāmaṃ nagarasaṃmitam
Ist diese Aufgabe vollbracht und der Herrscher der Niṣadhas ausfindig gemacht, so werde ich demjenigen von euch, der die beiden herführt, tausend Rinder geben, und auch ein Landgut, ein Dorf einer Stadt gleichkommend.
Wort für Wort
asmin karmaṇi niṣpanne vijñāte niṣadhādhipe gavāṃ sahasraṃ dāsyāmi yo vas tāv ānayiṣyati agrahāraṃ ca dāsyāmi grāmaṃ nagarasaṃmitam
Ist diese Aufgabe vollbracht und der Herrscher der Niṣadhas ausfindig gemacht, so werde ich demjenigen von euch, der die beiden herführt, tausend Rinder geben, und auch ein Landgut, ein Dorf einer Stadt gleichkommend.
Sollten Damayantī oder Nala hierher nicht gebracht werden können, so werde ich, sobald man auch nur ihren Aufenthalt erfährt, tausend Rinder als Reichtum geben.“
Sollten Damayantī oder Nala hierher nicht gebracht werden können, so werde ich, sobald man auch nur ihren Aufenthalt erfährt, tausend Rinder als Reichtum geben.“
Da erblickte ein Brahmane namens Sudeva, während er die liebliche Stadt der Cedis durchsuchte, die Vaidarbhī, wie sie im Königspalast bei einer heiligen Segensfeier des Königs, zusammen mit Sunandā stehend, verweilte,
Da erblickte ein Brahmane namens Sudeva, während er die liebliche Stadt der Cedis durchsuchte, die Vaidarbhī, wie sie im Königspalast bei einer heiligen Segensfeier des Königs, zusammen mit Sunandā stehend, verweilte,
Sudeva sprach: „Wie ich diese Frau einst gesehen habe, genau von solcher Gestalt ist sie; erreicht habe ich heute mein Ziel, da ich sie erblickt habe, die wie die von aller Welt geliebte Śrī ist,
Sudeva sprach: „Wie ich diese Frau einst gesehen habe, genau von solcher Gestalt ist sie; erreicht habe ich heute mein Ziel, da ich sie erblickt habe, die wie die von aller Welt geliebte Śrī ist,
mit einem Antlitz wie der Vollmond, dunkelfarben, mit schönen, runden Brüsten, eine Göttin, die durch ihren Glanz alle Himmelsrichtungen von Dunkel befreit,
mit einem Antlitz wie der Vollmond, dunkelfarben, mit schönen, runden Brüsten, eine Göttin, die durch ihren Glanz alle Himmelsrichtungen von Dunkel befreit,
wie ein Lotusfaden, der durch ein Verschulden des Schicksals aus jenem Vidarbha-See herausgerissen wurde, deren Glieder mit Schmutz und Schlamm bedeckt sind,
wie ein Lotusfaden, der durch ein Verschulden des Schicksals aus jenem Vidarbha-See herausgerissen wurde, deren Glieder mit Schmutz und Schlamm bedeckt sind,
sie, die Zartgliedrige, Wohlgestaltete, für ein mit Juwelen gefülltes Haus Geschaffene, wie ein soeben herausgerissener Lotusstängel, der von der Hitze versengt wird,
sie, die Zartgliedrige, Wohlgestaltete, für ein mit Juwelen gefülltes Haus Geschaffene, wie ein soeben herausgerissener Lotusstängel, der von der Hitze versengt wird,
begabt mit Schönheit, Edelmut und Tugend, des Schmuckes würdig, doch ungeschmückt, wie eine neue Mondsichel, die am Himmel von dunklen Wolken verhüllt ist,
begabt mit Schönheit, Edelmut und Tugend, des Schmuckes würdig, doch ungeschmückt, wie eine neue Mondsichel, die am Himmel von dunklen Wolken verhüllt ist,
Sie, mit dunklem Haar, mit langgestreckten, hundertblättrigen Lotusaugen, des Glücks würdig, doch leidend - da ich sie sehe, ist auch mein Sinn bekümmert.
Sie, mit dunklem Haar, mit langgestreckten, hundertblättrigen Lotusaugen, des Glücks würdig, doch leidend - da ich sie sehe, ist auch mein Sinn bekümmert.
Gewiss wird der Naiṣadha durch ihre Wiedergewinnung Freude erlangen, so wie ein König, der seines Königreichs beraubt war, durch die Wiedergewinnung der Erde.
Gewiss wird der Naiṣadha durch ihre Wiedergewinnung Freude erlangen, so wie ein König, der seines Königreichs beraubt war, durch die Wiedergewinnung der Erde.
Nun will ich sie trösten, sie mit dem Antlitz wie der Vollmond, die zuvor nie solches Leid gesehen hatte, die vom Leid Gequälte, ganz dem Grübeln Hingegebene.“
Nun will ich sie trösten, sie mit dem Antlitz wie der Vollmond, die zuvor nie solches Leid gesehen hatte, die vom Leid Gequälte, ganz dem Grübeln Hingegebene.“
kuśalī te pitā rājñi janitrī bhrātaraś ca te āyuṣmantau kuśalinau tatrasthau dārakau ca te tvatkṛte bandhuvargāś ca gatasattvā ivāsate
Wohlauf ist dein Vater, o Königin, und deine Mutter, und deine Brüder; wohlauf und langlebig sind dort auch deine beiden Kinder. Deinetwegen aber leben deine Verwandtenschar wie kraftlos dahin.“
Wort für Wort
kuśalī te pitā rājñi janitrī bhrātaraś ca te āyuṣmantau kuśalinau tatrasthau dārakau ca te tvatkṛte bandhuvargāś ca gatasattvā ivāsate
Wohlauf ist dein Vater, o Königin, und deine Mutter, und deine Brüder; wohlauf und langlebig sind dort auch deine beiden Kinder. Deinetwegen aber leben deine Verwandtenschar wie kraftlos dahin.“
Und die Vaidarbhī, von Kummer abgezehrt, weinte heftig, o König, als sie plötzlich Sudeva erblickte, den vortrefflichen Brahmanen, den Freund ihres Bruders.
Und die Vaidarbhī, von Kummer abgezehrt, weinte heftig, o König, als sie plötzlich Sudeva erblickte, den vortrefflichen Brahmanen, den Freund ihres Bruders.
sandte sie zu ihrer Mutter die Nachricht: „Die Sairandhrī weint heftig, nachdem sie mit einem Brahmanen zusammengetroffen ist; erfahre, wer sie ist, wenn du es für gut hältst.“
sandte sie zu ihrer Mutter die Nachricht: „Die Sairandhrī weint heftig, nachdem sie mit einem Brahmanen zusammengetroffen ist; erfahre, wer sie ist, wenn du es für gut hältst.“
kathaṃ ca naṣṭā jñātibhyo bhartur vā vāmalocanā tvayā ca viditā vipra katham evaṃgatā satī
Und wie kam die Schönäugige ihren Angehörigen oder ihrem Gatten abhanden, und wie hast du sie erkannt, o Brahmane, sie, die tugendhaft in solche Lage geraten ist?
Wort für Wort
kathaṃ ca naṣṭā jñātibhyo bhartur vā vāmalocanā tvayā ca viditā vipra katham evaṃgatā satī
Und wie kam die Schönäugige ihren Angehörigen oder ihrem Gatten abhanden, und wie hast du sie erkannt, o Brahmane, sie, die tugendhaft in solche Lage geraten ist?