Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 34: Bhīmavākyam Bhīmas Rede

Bhīmasena, aufgebracht durch Draupadīs Klage, hält Yudhiṣṭhira eine lange, leidenschaftliche Rede: Er tadelt dessen übertriebene Dharma-Treue als Schwäche, entfaltet eine ausführliche Lehre über das rechte Zusammenspiel von Dharma, Artha und Kāma, und fordert ihn eindringlich zum sofortigen Angriff auf Hastināpura auf.

vaiśaṃpāyana uvāca yājñasenyā vacaḥ śrutvā bhīmaseno 'tyamarṣaṇaḥ niḥśvasann upasaṃgamya kruddho rājānam abravīt

Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīmasena, der über die Maßen Ungeduldige, die Worte der Yājñasenī gehört hatte, seufzte er, trat vor und sprach zornig zum König:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca yājñasenyā vacaḥ śrutvā bhīmaseno 'tyamarṣaṇaḥ niḥśvasann upasaṃgamya kruddho rājānam abravīt
Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīmasena, der über die Maßen Ungeduldige, die Worte der Yājñasenī gehört hatte, seufzte er, trat vor und sprach zornig zum König:

rājyasya padavīṃ dharmyāṃ vraja satpuruṣocitām dharmakāmārthahīnānāṃ kiṃ no vastuṃ tapovane

„Beschreite den rechtmäßigen Pfad zum Königreich, wie er sich für einen wahrhaft Guten geziemt; was sollen wir, die wir Dharma, Kāma und Artha entbehren, im Büßerwald wohnen?

Wort für Wort
rājyasya padavīṃ dharmyāṃ vraja satpuruṣocitām dharmakāmārthahīnānāṃ kiṃ no vastuṃ tapovane
„Beschreite den rechtmäßigen Pfad zum Königreich, wie er sich für einen wahrhaft Guten geziemt; was sollen wir, die wir Dharma, Kāma und Artha entbehren, im Büßerwald wohnen?

naiva dharmeṇa tad rājyaṃ nārjavena na caujasā akṣakūṭam adhiṣṭhāya hṛtaṃ duryodhanena naḥ

Nicht durch Dharma, nicht durch Aufrichtigkeit, noch durch Kraft wurde jenes Königreich von Duryodhana genommen, sondern durch betrügerisches Würfelspiel.

Wort für Wort
naiva dharmeṇa tad rājyaṃ nārjavena na caujasā akṣakūṭam adhiṣṭhāya hṛtaṃ duryodhanena naḥ
Nicht durch Dharma, nicht durch Aufrichtigkeit, noch durch Kraft wurde jenes Königreich von Duryodhana genommen, sondern durch betrügerisches Würfelspiel.

gomāyuneva siṃhānāṃ durbalena balīyasām āmiṣaṃ vighasāśena tadvad rājyaṃ hi no hṛtam

Wie ein Schakal, der Aasfresser, obwohl er schwächer ist, dem Löwen, dem Stärkeren, das Fleisch raubt - so wurde uns das Königreich geraubt.

Wort für Wort
gomāyuneva siṃhānāṃ durbalena balīyasām āmiṣaṃ vighasāśena tadvad rājyaṃ hi no hṛtam
Wie ein Schakal, der Aasfresser, obwohl er schwächer ist, dem Löwen, dem Stärkeren, das Fleisch raubt - so wurde uns das Königreich geraubt.

dharmaleśapraticchannaḥ prabhavaṃ dharmakāmayoḥ artham utsṛjya kiṃ rājan durgeṣu paritapyase

Du, der du dich hinter einem bloßen Rest von Dharma verbirgst, hast den Artha - die Quelle von Dharma und Kāma - aufgegeben; warum, o König, quälst du dich in unwegsamen Wäldern?

Wort für Wort
dharmaleśapraticchannaḥ prabhavaṃ dharmakāmayoḥ artham utsṛjya kiṃ rājan durgeṣu paritapyase
Du, der du dich hinter einem bloßen Rest von Dharma verbirgst, hast den Artha - die Quelle von Dharma und Kāma - aufgegeben; warum, o König, quälst du dich in unwegsamen Wäldern?

[Anm.: Vers grammatisch dicht; „dharmaleśapraticchannaḥ“ (verhüllt von einem Schein/Rest des Dharma) bezieht sich auf Yudhiṣṭhira selbst - Bhīma wirft ihm vor, sich hinter einer bloßen Restform von Dharma zu verstecken, während er den eigentlichen Zweck (Artha als Grundlage von Dharma und Kāma) preisgegeben hat.]

bhavato 'nuvidhānena rājyaṃ naḥ paśyatāṃ hṛtam ahāryam api śakreṇa guptaṃ gāṇḍīvadhanvanā

Weil wir dir gehorchten, wurde uns, während wir zusahen, das Königreich geraubt - obwohl es, vom Gāṇḍīva-Bogenträger beschützt, selbst von Śakra nicht hätte entrissen werden können.

Wort für Wort
bhavato 'nuvidhānena rājyaṃ naḥ paśyatāṃ hṛtam ahāryam api śakreṇa guptaṃ gāṇḍīvadhanvanā
Weil wir dir gehorchten, wurde uns, während wir zusahen, das Königreich geraubt - obwohl es, vom Gāṇḍīva-Bogenträger beschützt, selbst von Śakra nicht hätte entrissen werden können.

kuṇīnām iva bilvāni paṅgūnām iva dhenavaḥ hṛtam aiśvaryam asmākaṃ jīvatāṃ bhavataḥ kṛte

Wie die Bilva-Früchte von Verkrüppelten, wie die Kühe von Lahmen [geraubt werden], so wurde unsere Herrschaft geraubt, während wir - um deinetwillen - noch am Leben blieben.

Wort für Wort
kuṇīnām iva bilvāni paṅgūnām iva dhenavaḥ hṛtam aiśvaryam asmākaṃ jīvatāṃ bhavataḥ kṛte
Wie die Bilva-Früchte von Verkrüppelten, wie die Kühe von Lahmen [geraubt werden], so wurde unsere Herrschaft geraubt, während wir - um deinetwillen - noch am Leben blieben.

bhavataḥ priyam ity evaṃ mahad vyasanam īdṛśam dharmakāme pratītasya pratipannāḥ sma bhārata

In der Meinung, es sei dir lieb, haben wir, o Bhārata, dieses so große Unglück auf uns genommen, weil du dem Streben nach Dharma zugetan bist.

Wort für Wort
bhavataḥ priyam ity evaṃ mahad vyasanam īdṛśam dharmakāme pratītasya pratipannāḥ sma bhārata
In der Meinung, es sei dir lieb, haben wir, o Bhārata, dieses so große Unglück auf uns genommen, weil du dem Streben nach Dharma zugetan bist.

karśayāmaḥ svamitrāṇi nandayāmaś ca śātravān ātmānaṃ bhavataḥ śāstre niyamya bharatarṣabha

Wir zehren unsere eigenen Freunde ab und erfreuen die Feinde, indem wir uns selbst, o Stier der Bharatas, deiner Lehre unterwerfen.

Wort für Wort
karśayāmaḥ svamitrāṇi nandayāmaś ca śātravān ātmānaṃ bhavataḥ śāstre niyamya bharatarṣabha
Wir zehren unsere eigenen Freunde ab und erfreuen die Feinde, indem wir uns selbst, o Stier der Bharatas, deiner Lehre unterwerfen.

yad vayaṃ na tadaivaitān dhārtarāṣṭrān nihanmahi bhavataḥ śāstram ādāya tan nas tapati duṣkṛtam

Dass wir diese Söhne Dhṛtarāṣṭras nicht sogleich damals erschlugen, indem wir deine Lehre annahmen - das quält uns als üble Tat.

Wort für Wort
yad vayaṃ na tadaivaitān dhārtarāṣṭrān nihanmahi bhavataḥ śāstram ādāya tan nas tapati duṣkṛtam
Dass wir diese Söhne Dhṛtarāṣṭras nicht sogleich damals erschlugen, indem wir deine Lehre annahmen - das quält uns als üble Tat.

athainām anvavekṣasva mṛgacaryām ivātmanaḥ avīrācaritāṃ rājan na balasthair niṣevitām

Betrachte doch dieses Leben, das einem Wandel unter wilden Tieren gleicht, o König, das von Unheldenhaften geführt und von den Starken nicht praktiziert wird.

Wort für Wort
athainām anvavekṣasva mṛgacaryām ivātmanaḥ avīrācaritāṃ rājan na balasthair niṣevitām
Betrachte doch dieses Leben, das einem Wandel unter wilden Tieren gleicht, o König, das von Unheldenhaften geführt und von den Starken nicht praktiziert wird.

yāṃ na kṛṣṇo na bībhatsur nābhimanyur na sṛñjayaḥ na cāham abhinandāmi na ca mādrīsutāv ubhau

[Ein Leben], das weder Kṛṣṇa noch Bībhatsu, noch Abhimanyu, noch Sṛñjaya gutheißen, noch ich, noch die beiden Söhne der Mādrī.

Wort für Wort
yāṃ na kṛṣṇo na bībhatsur nābhimanyur na sṛñjayaḥ na cāham abhinandāmi na ca mādrīsutāv ubhau
[Ein Leben], das weder Kṛṣṇa noch Bībhatsu, noch Abhimanyu, noch Sṛñjaya gutheißen, noch ich, noch die beiden Söhne der Mādrī.

bhavān dharmo dharma iti satataṃ vratakarśitaḥ kaccid rājan na nirvedād āpannaḥ klībajīvikām

Du, stets abgezehrt von deinem Gelübde mit dem Gedanken „Dharma, Dharma!“ - bist du, o König, nicht etwa aus Verzweiflung in ein unmännliches Dasein verfallen?

Wort für Wort
bhavān dharmo dharma iti satataṃ vratakarśitaḥ kaccid rājan na nirvedād āpannaḥ klībajīvikām
Du, stets abgezehrt von deinem Gelübde mit dem Gedanken „Dharma, Dharma!“ - bist du, o König, nicht etwa aus Verzweiflung in ein unmännliches Dasein verfallen?

durmanuṣyā hi nirvedam aphalaṃ sarvaghātinam aśaktāḥ śriyam āhartum ātmanaḥ kurvate priyam

Schlechte Menschen nämlich, unfähig, sich selbst Wohlstand zu verschaffen, machen sich die fruchtlose, alles vernichtende Verzweiflung zu eigen.

Wort für Wort
durmanuṣyā hi nirvedam aphalaṃ sarvaghātinam aśaktāḥ śriyam āhartum ātmanaḥ kurvate priyam
Schlechte Menschen nämlich, unfähig, sich selbst Wohlstand zu verschaffen, machen sich die fruchtlose, alles vernichtende Verzweiflung zu eigen.

sa bhavān dṛṣṭimāñ śaktaḥ paśyann ātmani pauruṣam ānṛśaṃsyaparo rājan nānartham avabudhyase

Du aber, der Einsichtige, der Fähige, der die eigene Manneskraft in sich sieht - du, o König, dem Mitleid über alles geht, erkennst das Unheil nicht.

Wort für Wort
sa bhavān dṛṣṭimāñ śaktaḥ paśyann ātmani pauruṣam ānṛśaṃsyaparo rājan nānartham avabudhyase
Du aber, der Einsichtige, der Fähige, der die eigene Manneskraft in sich sieht - du, o König, dem Mitleid über alles geht, erkennst das Unheil nicht.

asmān amī dhārtarāṣṭrāḥ kṣamamāṇān alaṃ sataḥ aśaktān eva manyante tadduḥkhaṃ nāhave vadhaḥ

Diese Söhne Dhṛtarāṣṭras halten uns, die wir wahrlich genug Geduld üben, für unfähig - das ist der Schmerz, nicht der Tod in der Schlacht.

Wort für Wort
asmān amī dhārtarāṣṭrāḥ kṣamamāṇān alaṃ sataḥ aśaktān eva manyante tadduḥkhaṃ nāhave vadhaḥ
Diese Söhne Dhṛtarāṣṭras halten uns, die wir wahrlich genug Geduld üben, für unfähig - das ist der Schmerz, nicht der Tod in der Schlacht.

tatra ced yudhyamānānām ajihmam anivartinām sarvaśo hi vadhaḥ śreyān pretya lokāṃl labhemahi

Wenn wir dabei, kämpfend, redlich und ohne zurückzuweichen, gänzlich getötet würden - der Tod wäre besser, denn im Jenseits würden wir gute Welten erlangen.

Wort für Wort
tatra ced yudhyamānānām ajihmam anivartinām sarvaśo hi vadhaḥ śreyān pretya lokāṃl labhemahi
Wenn wir dabei, kämpfend, redlich und ohne zurückzuweichen, gänzlich getötet würden - der Tod wäre besser, denn im Jenseits würden wir gute Welten erlangen.

atha vā vayam evaitān nihatya bharatarṣabha ādadīmahi gāṃ sarvāṃ tathāpi śreya eva naḥ

Oder aber, o Stier der Bharatas, wenn wir sie erschlagen und die ganze Erde an uns nehmen - auch das wäre für uns das Bessere.

Wort für Wort
atha vā vayam evaitān nihatya bharatarṣabha ādadīmahi gāṃ sarvāṃ tathāpi śreya eva naḥ
Oder aber, o Stier der Bharatas, wenn wir sie erschlagen und die ganze Erde an uns nehmen - auch das wäre für uns das Bessere.

sarvathā kāryam etan naḥ svadharmam anutiṣṭhatām kāṅkṣatāṃ vipulāṃ kīrtiṃ vairaṃ praticikīrṣatām

So oder so ist dies unsere Pflicht, die wir unserem eigenen Dharma folgen, die wir nach großem Ruhm streben, die wir die Feindschaft vergelten wollen.

Wort für Wort
sarvathā kāryam etan naḥ svadharmam anutiṣṭhatām kāṅkṣatāṃ vipulāṃ kīrtiṃ vairaṃ praticikīrṣatām
So oder so ist dies unsere Pflicht, die wir unserem eigenen Dharma folgen, die wir nach großem Ruhm streben, die wir die Feindschaft vergelten wollen.

ātmārthaṃ yudhyamānānāṃ vidite kṛtyalakṣaṇe anyair apahṛte rājye praśaṃsaiva na garhaṇā

Für die, die um der eigenen Sache willen kämpfen, wenn das Merkmal der rechten Tat bekannt ist und das Königreich von anderen geraubt wurde, gibt es nur Lob, keinen Tadel.

Wort für Wort
ātmārthaṃ yudhyamānānāṃ vidite kṛtyalakṣaṇe anyair apahṛte rājye praśaṃsaiva na garhaṇā
Für die, die um der eigenen Sache willen kämpfen, wenn das Merkmal der rechten Tat bekannt ist und das Königreich von anderen geraubt wurde, gibt es nur Lob, keinen Tadel.

karśanārtho hi yo dharmo mitrāṇām ātmanas tathā vyasanaṃ nāma tad rājan na sa dharmaḥ kudharma tat

Denn jener Dharma, dessen Zweck es ist, die Freunde und sich selbst abzuzehren - das, o König, heißt Unglück, das ist kein Dharma, das ist Un-Dharma.

Wort für Wort
karśanārtho hi yo dharmo mitrāṇām ātmanas tathā vyasanaṃ nāma tad rājan na sa dharmaḥ kudharma tat
Denn jener Dharma, dessen Zweck es ist, die Freunde und sich selbst abzuzehren - das, o König, heißt Unglück, das ist kein Dharma, das ist Un-Dharma.

sarvathā dharmanityaṃ tu puruṣaṃ dharmadurbalam jahatas tāta dharmārthau pretaṃ duḥkhasukhe yathā

In jedem Falle verlassen Dharma und Artha den Menschen, der zwar stets dem Dharma ergeben, aber im Handeln zu schwach ist, o Vater, so wie Leid und Glück einen Sterbenden verlassen.

Wort für Wort
sarvathā dharmanityaṃ tu puruṣaṃ dharmadurbalam jahatas tāta dharmārthau pretaṃ duḥkhasukhe yathā
In jedem Falle verlassen Dharma und Artha den Menschen, der zwar stets dem Dharma ergeben, aber im Handeln zu schwach ist, o Vater, so wie Leid und Glück einen Sterbenden verlassen.

[Anm.: Vers grammatisch schwierig und Übersetzung unsicher; Sinn sinngemäß erschlossen.]

yasya dharmo hi dharmārthaṃ kleśabhāṅ na sa paṇḍitaḥ na sa dharmasya vedārthaṃ sūryasyāndhaḥ prabhām iva

Wessen Dharma nur um des Dharma willen mühevoll ist, der ist kein Weiser; er kennt nicht den wahren Sinn des Dharma, wie ein Blinder nicht den Glanz der Sonne kennt.

Wort für Wort
yasya dharmo hi dharmārthaṃ kleśabhāṅ na sa paṇḍitaḥ na sa dharmasya vedārthaṃ sūryasyāndhaḥ prabhām iva
Wessen Dharma nur um des Dharma willen mühevoll ist, der ist kein Weiser; er kennt nicht den wahren Sinn des Dharma, wie ein Blinder nicht den Glanz der Sonne kennt.

yasya cārthārtham evārthaḥ sa ca nārthasya kovidaḥ rakṣate bhṛtako 'raṇyaṃ yathā syāt tādṛg eva saḥ

Und wessen Streben nach Artha nur um des Artha selbst willen ist, der versteht auch nicht den wahren Sinn des Artha; er ist wie ein gedungener Wächter, der nur den Wald hütet.

Wort für Wort
yasya cārthārtham evārthaḥ sa ca nārthasya kovidaḥ rakṣate bhṛtako 'raṇyaṃ yathā syāt tādṛg eva saḥ
Und wessen Streben nach Artha nur um des Artha selbst willen ist, der versteht auch nicht den wahren Sinn des Artha; er ist wie ein gedungener Wächter, der nur den Wald hütet.

ativelaṃ hi yo 'rthārthī netarāv anutiṣṭhati sa vadhyaḥ sarvabhūtānāṃ brahmaheva jugupsitaḥ

Wer nämlich maßlos nach Artha strebt und die beiden anderen [Dharma und Kāma] nicht befolgt, der ist von allen Wesen zu töten, verabscheut wie ein Brahmanenmörder.

Wort für Wort
ativelaṃ hi yo 'rthārthī netarāv anutiṣṭhati sa vadhyaḥ sarvabhūtānāṃ brahmaheva jugupsitaḥ
Wer nämlich maßlos nach Artha strebt und die beiden anderen [Dharma und Kāma] nicht befolgt, der ist von allen Wesen zu töten, verabscheut wie ein Brahmanenmörder.

satataṃ yaś ca kāmārthī netarāv anutiṣṭhati mitrāṇi tasya naśyanti dharmārthābhyāṃ ca hīyate

Und wer stets nach Kāma strebt und die beiden anderen nicht befolgt, dessen Freunde gehen zugrunde, und er wird des Dharma und Artha beraubt.

Wort für Wort
satataṃ yaś ca kāmārthī netarāv anutiṣṭhati mitrāṇi tasya naśyanti dharmārthābhyāṃ ca hīyate
Und wer stets nach Kāma strebt und die beiden anderen nicht befolgt, dessen Freunde gehen zugrunde, und er wird des Dharma und Artha beraubt.

tasya dharmārthahīnasya kāmānte nidhanaṃ dhruvam kāmato ramamāṇasya mīnasyevāmbhasaḥ kṣaye

Für den, der Dharma und Artha entbehrt, ist am Ende des Kāma der Untergang gewiss - wie für einen Fisch, der sich im Wasser vergnügt, wenn das Wasser schwindet.

Wort für Wort
tasya dharmārthahīnasya kāmānte nidhanaṃ dhruvam kāmato ramamāṇasya mīnasyevāmbhasaḥ kṣaye
Für den, der Dharma und Artha entbehrt, ist am Ende des Kāma der Untergang gewiss - wie für einen Fisch, der sich im Wasser vergnügt, wenn das Wasser schwindet.

tasmād dharmārthayor nityaṃ na pramādyanti paṇḍitāḥ prakṛtiḥ sā hi kāmasya pāvakasyāraṇir yathā

Deshalb sind die Weisen niemals nachlässig in Bezug auf Dharma und Artha; denn diese beiden sind die Grundlage des Kāma, wie das Reibholz die Grundlage des Feuers ist.

Wort für Wort
tasmād dharmārthayor nityaṃ na pramādyanti paṇḍitāḥ prakṛtiḥ sā hi kāmasya pāvakasyāraṇir yathā
Deshalb sind die Weisen niemals nachlässig in Bezug auf Dharma und Artha; denn diese beiden sind die Grundlage des Kāma, wie das Reibholz die Grundlage des Feuers ist.

sarvathā dharmamūlo 'rtho dharmaś cārthaparigrahaḥ itaretarayonī tau viddhi meghodadhī yathā

In jedem Falle hat Artha seine Wurzel im Dharma, und Dharma seine Wurzel im Erwerb von Artha; wisse, dass diese beiden einander gegenseitig Ursprung sind, wie Wolke und Ozean einander bedingen.

Wort für Wort
sarvathā dharmamūlo 'rtho dharmaś cārthaparigrahaḥ itaretarayonī tau viddhi meghodadhī yathā
In jedem Falle hat Artha seine Wurzel im Dharma, und Dharma seine Wurzel im Erwerb von Artha; wisse, dass diese beiden einander gegenseitig Ursprung sind, wie Wolke und Ozean einander bedingen.

dravyārthasparśasaṃyoge yā prītir upajāyate sa kāmaś cittasaṃkalpaḥ śarīraṃ nāsya vidyate

Die Freude, die bei der Berührung mit einem begehrten Gegenstand entsteht, das ist Kāma - eine Vorstellung des Geistes; er hat keine eigene Körperlichkeit.

Wort für Wort
dravyārthasparśasaṃyoge yā prītir upajāyate sa kāmaś cittasaṃkalpaḥ śarīraṃ nāsya vidyate
Die Freude, die bei der Berührung mit einem begehrten Gegenstand entsteht, das ist Kāma - eine Vorstellung des Geistes; er hat keine eigene Körperlichkeit.

arthārthī puruṣo rājan bṛhantaṃ dharmam ṛcchati artham ṛcchati kāmārthī na kāmād anyam ṛcchatī

Der Mensch, der nach Artha strebt, o König, erlangt zugleich großen Dharma; wer durch Artha nach Kāma strebt, erlangt Artha; wer nur Kāma begehrt, erlangt nichts anderes als Kāma.

Wort für Wort
arthārthī puruṣo rājan bṛhantaṃ dharmam ṛcchati artham ṛcchati kāmārthī na kāmād anyam ṛcchatī
Der Mensch, der nach Artha strebt, o König, erlangt zugleich großen Dharma; wer durch Artha nach Kāma strebt, erlangt Artha; wer nur Kāma begehrt, erlangt nichts anderes als Kāma.

[?] [Anm.: Konstruktion von „kāmārthī“ nicht eindeutig - hier als „durch Artha nach Kāma strebend“ gedeutet.]

na hi kāmena kāmo 'nyaḥ sādhyate phalam eva tat upayogāt phalasyeva kāṣṭhād bhasmeva paṇḍitaḥ

Denn durch bloßen Kāma wird kein anderer Kāma erreicht - das wäre nur die Frucht selbst -, so wie man durch den bloßen Genuss der Frucht [keine neue erzeugt, oder wie ein Weiser aus] Holz [nur] Asche [gewinnt].

Wort für Wort
na hi kāmena kāmo 'nyaḥ sādhyate phalam eva tat upayogāt phalasyeva kāṣṭhād bhasmeva paṇḍitaḥ
Denn durch bloßen Kāma wird kein anderer Kāma erreicht - das wäre nur die Frucht selbst -, so wie man durch den bloßen Genuss der Frucht [keine neue erzeugt, oder wie ein Weiser aus] Holz [nur] Asche [gewinnt].

[?] [Anm.: Vers im Sanskrit stark verdichtet und die genaue Gleichnis-Logik unklar; Übersetzung sinngemäß und unsicher.]

imāñ śakunikān rājan hanti vaitaṃsiko yathā etad rūpam adharmasya bhūteṣu ca vihiṃsatām

So wie ein Vogelfänger diese Vögel [durch Lockrufe] tötet, o König - das ist die Gestalt des Unrechts bei denen, die Lebewesen Gewalt antun.

Wort für Wort
imāñ śakunikān rājan hanti vaitaṃsiko yathā etad rūpam adharmasya bhūteṣu ca vihiṃsatām
So wie ein Vogelfänger diese Vögel [durch Lockrufe] tötet, o König - das ist die Gestalt des Unrechts bei denen, die Lebewesen Gewalt antun.

kāmāl lobhāc ca dharmasya pravṛttiṃ yo na paśyati sa vadhyaḥ sarvabhūtānāṃ pretya ceha ca durmatiḥ

Wer aus Begierde und Gier den rechten Ursprung des Dharma nicht erkennt, der ist, ein Übelgesinnter, von allen Wesen zu töten, hier wie im Jenseits.

Wort für Wort
kāmāl lobhāc ca dharmasya pravṛttiṃ yo na paśyati sa vadhyaḥ sarvabhūtānāṃ pretya ceha ca durmatiḥ
Wer aus Begierde und Gier den rechten Ursprung des Dharma nicht erkennt, der ist, ein Übelgesinnter, von allen Wesen zu töten, hier wie im Jenseits.

vyaktaṃ te vidito rājann artho dravyaparigrahaḥ prakṛtiṃ cāpi vetthāsya vikṛtiṃ cāpi bhūyasīm

Offenbar kennst du, o König, den Artha als den Erwerb von Gütern, und du kennst auch seine gewöhnliche Beschaffenheit sowie seine vielfache Veränderung.

Wort für Wort
vyaktaṃ te vidito rājann artho dravyaparigrahaḥ prakṛtiṃ cāpi vetthāsya vikṛtiṃ cāpi bhūyasīm
Offenbar kennst du, o König, den Artha als den Erwerb von Gütern, und du kennst auch seine gewöhnliche Beschaffenheit sowie seine vielfache Veränderung.

tasya nāśaṃ vināśaṃ vā jarayā maraṇena vā anartham iti manyante so 'yam asmāsu vartate

Seinen Verfall oder Untergang durch Alter oder Tod nennt man Unheil - und eben dieses trifft nun auf uns zu.

Wort für Wort
tasya nāśaṃ vināśaṃ vā jarayā maraṇena vā anartham iti manyante so 'yam asmāsu vartate
Seinen Verfall oder Untergang durch Alter oder Tod nennt man Unheil - und eben dieses trifft nun auf uns zu.

indriyāṇāṃ ca pañcānāṃ manaso hṛdayasya ca viṣaye vartamānānāṃ yā prītir upajāyate sa kāma iti me buddhiḥ karmaṇāṃ phalam uttamam

Die Freude, die entsteht, wenn die fünf Sinne, der Geist und das Herz sich in ihrem jeweiligen Bereich befinden - das ist Kāma, so ist meine Ansicht, die höchste Frucht der Taten.

Wort für Wort
indriyāṇāṃ ca pañcānāṃ manaso hṛdayasya ca viṣaye vartamānānāṃ yā prītir upajāyate sa kāma iti me buddhiḥ karmaṇāṃ phalam uttamam
Die Freude, die entsteht, wenn die fünf Sinne, der Geist und das Herz sich in ihrem jeweiligen Bereich befinden - das ist Kāma, so ist meine Ansicht, die höchste Frucht der Taten.

evam eva pṛthag dṛṣṭvā dharmārthau kāmam eva ca na dharmapara eva syān na cārthaparamo naraḥ na kāmaparamo vā syāt sarvān seveta sarvadā

Wer so Dharma, Artha und Kāma je einzeln betrachtet hat, der sei weder allein dem Dharma ergeben, noch allein dem Artha, noch allein dem Kāma - er diene ihnen allen, stets.

Wort für Wort
evam eva pṛthag dṛṣṭvā dharmārthau kāmam eva ca na dharmapara eva syān na cārthaparamo naraḥ na kāmaparamo vā syāt sarvān seveta sarvadā
Wer so Dharma, Artha und Kāma je einzeln betrachtet hat, der sei weder allein dem Dharma ergeben, noch allein dem Artha, noch allein dem Kāma - er diene ihnen allen, stets.

dharmaṃ pūrvaṃ dhanaṃ madhye jaghanye kāmam ācaret ahany anucared evam eṣa śāstrakṛto vidhiḥ

Dharma übe man am Morgen, Reichtum in der Mitte des Tages, am Ende des Tages übe man Kāma - so verfahre man Tag für Tag; dies ist die von der Lehre festgesetzte Regel.

Wort für Wort
dharmaṃ pūrvaṃ dhanaṃ madhye jaghanye kāmam ācaret ahany anucared evam eṣa śāstrakṛto vidhiḥ
Dharma übe man am Morgen, Reichtum in der Mitte des Tages, am Ende des Tages übe man Kāma - so verfahre man Tag für Tag; dies ist die von der Lehre festgesetzte Regel.

kāmaṃ pūrvaṃ dhanaṃ madhye jaghanye dharmam ācaret vayasy anucared evam eṣa śāstrakṛto vidhiḥ

Kāma zuerst, Reichtum in der Mitte, am Ende übe man Dharma - so verfahre man je nach Lebensalter; auch dies ist die von der Lehre festgesetzte Regel.

Wort für Wort
kāmaṃ pūrvaṃ dhanaṃ madhye jaghanye dharmam ācaret vayasy anucared evam eṣa śāstrakṛto vidhiḥ
Kāma zuerst, Reichtum in der Mitte, am Ende übe man Dharma - so verfahre man je nach Lebensalter; auch dies ist die von der Lehre festgesetzte Regel.

dharmaṃ cārthaṃ ca kāmaṃ ca yathāvad vadatāṃ vara vibhajya kāle kālajñaḥ sarvān seveta paṇḍitaḥ

Dharma, Artha und Kāma, o Bester der Redekundigen, soll der Weise, kundig der rechten Zeit, angemessen einteilend, allesamt pflegen.

Wort für Wort
dharmaṃ cārthaṃ ca kāmaṃ ca yathāvad vadatāṃ vara vibhajya kāle kālajñaḥ sarvān seveta paṇḍitaḥ
Dharma, Artha und Kāma, o Bester der Redekundigen, soll der Weise, kundig der rechten Zeit, angemessen einteilend, allesamt pflegen.

mokṣo vā paramaṃ śreya eṣa rājan sukhārthinām prāptir vā buddhim āsthāya sopāyaṃ kurunandana

Entweder ist die Erlösung das höchste Gut für die, die nach Glück verlangen, o König, oder aber die Erlangung [von Dharma, Artha und Kāma], o Freude der Kurus, mittels des Verstandes und mit rechtem Mittel.

Wort für Wort
mokṣo vā paramaṃ śreya eṣa rājan sukhārthinām prāptir vā buddhim āsthāya sopāyaṃ kurunandana
Entweder ist die Erlösung das höchste Gut für die, die nach Glück verlangen, o König, oder aber die Erlangung [von Dharma, Artha und Kāma], o Freude der Kurus, mittels des Verstandes und mit rechtem Mittel.

tad vāśu kriyatāṃ rājan prāptir vāpy adhigamyatām jīvitaṃ hy āturasyeva duḥkham antaravartinaḥ

Darum werde dies, o König, rasch getan, oder jene Erlangung werde erreicht; denn ein Leben in der Zwischenzeit ist leidvoll wie das eines Kranken.

Wort für Wort
tad vāśu kriyatāṃ rājan prāptir vāpy adhigamyatām jīvitaṃ hy āturasyeva duḥkham antaravartinaḥ
Darum werde dies, o König, rasch getan, oder jene Erlangung werde erreicht; denn ein Leben in der Zwischenzeit ist leidvoll wie das eines Kranken.

viditaś caiva te dharmaḥ satataṃ caritaś ca te jānate tvayi śaṃsanti suhṛdaḥ karmacodanām

Du kennst den Dharma wohl, und du übst ihn stets aus; wissend um dich, richten die Freunde eine Aufforderung zum Handeln an dich.

Wort für Wort
viditaś caiva te dharmaḥ satataṃ caritaś ca te jānate tvayi śaṃsanti suhṛdaḥ karmacodanām
Du kennst den Dharma wohl, und du übst ihn stets aus; wissend um dich, richten die Freunde eine Aufforderung zum Handeln an dich.

dānaṃ yajñaḥ satāṃ pūjā vedadhāraṇam ārjavam eṣa dharmaḥ paro rājan phalavān pretya ceha ca

Freigebigkeit, Opfer, Verehrung der Guten, das Festhalten am Veda, Aufrichtigkeit - das ist der höchste Dharma, o König, fruchtbringend hier und im Jenseits.

Wort für Wort
dānaṃ yajñaḥ satāṃ pūjā vedadhāraṇam ārjavam eṣa dharmaḥ paro rājan phalavān pretya ceha ca
Freigebigkeit, Opfer, Verehrung der Guten, das Festhalten am Veda, Aufrichtigkeit - das ist der höchste Dharma, o König, fruchtbringend hier und im Jenseits.

eṣa nārthavihīnena śakyo rājan niṣevitum akhilāḥ puruṣavyāghra guṇāḥ syur yady apītare

Dieser Dharma kann von dem, der ohne Artha ist, nicht geübt werden, o König, selbst wenn alle anderen Vorzüge, o Tiger unter den Männern, vorhanden wären.

Wort für Wort
eṣa nārthavihīnena śakyo rājan niṣevitum akhilāḥ puruṣavyāghra guṇāḥ syur yady apītare
Dieser Dharma kann von dem, der ohne Artha ist, nicht geübt werden, o König, selbst wenn alle anderen Vorzüge, o Tiger unter den Männern, vorhanden wären.

dharmamūlaṃ jagad rājan nānyad dharmād viśiṣyate dharmaś cārthena mahatā śakyo rājan niṣevitum

Dharma ist die Wurzel der Welt, o König, nichts übertrifft den Dharma; und Dharma kann nur mittels großen Artha geübt werden, o König.

Wort für Wort
dharmamūlaṃ jagad rājan nānyad dharmād viśiṣyate dharmaś cārthena mahatā śakyo rājan niṣevitum
Dharma ist die Wurzel der Welt, o König, nichts übertrifft den Dharma; und Dharma kann nur mittels großen Artha geübt werden, o König.

na cārtho bhaikṣacaryeṇa nāpi klaibyena karhi cit vettuṃ śakyaḥ sadā rājan kevalaṃ dharmabuddhinā

Und Artha kann weder durch Betteln noch je durch Unmännlichkeit, noch von dem, dessen Sinn allein auf Dharma gerichtet ist, jemals recht erkannt werden, o König.

Wort für Wort
na cārtho bhaikṣacaryeṇa nāpi klaibyena karhi cit vettuṃ śakyaḥ sadā rājan kevalaṃ dharmabuddhinā
Und Artha kann weder durch Betteln noch je durch Unmännlichkeit, noch von dem, dessen Sinn allein auf Dharma gerichtet ist, jemals recht erkannt werden, o König.

[Anm.: Sinn des Verses leicht unsicher.]

pratiṣiddhā hi te yācñā yayā sidhyati vai dvijaḥ tejasaivārthalipsāyāṃ yatasva puruṣarṣabha

Denn dir ist das Betteln verboten, durch welches ein Zweifachgeborener Erfolg hat; strebe daher durch Tatkraft nach dem Erlangen von Artha, o Stier unter den Männern.

Wort für Wort
pratiṣiddhā hi te yācñā yayā sidhyati vai dvijaḥ tejasaivārthalipsāyāṃ yatasva puruṣarṣabha
Denn dir ist das Betteln verboten, durch welches ein Zweifachgeborener Erfolg hat; strebe daher durch Tatkraft nach dem Erlangen von Artha, o Stier unter den Männern.

bhaikṣacaryā na vihitā na ca viṭśūdrajīvikā kṣatriyasya viśeṣeṇa dharmas tu balam aurasam

Das Betteln ist dir nicht vorgeschrieben, noch der Lebenserwerb eines Vaiśya oder Śūdra, für einen Kṣatriya im Besonderen; der Dharma des Kṣatriya aber ist die ihm angeborene Kraft.

Wort für Wort
bhaikṣacaryā na vihitā na ca viṭśūdrajīvikā kṣatriyasya viśeṣeṇa dharmas tu balam aurasam
Das Betteln ist dir nicht vorgeschrieben, noch der Lebenserwerb eines Vaiśya oder Śūdra, für einen Kṣatriya im Besonderen; der Dharma des Kṣatriya aber ist die ihm angeborene Kraft.

udāram eva vidvāṃso dharmaṃ prāhur manīṣiṇaḥ udāraṃ pratipadyasva nāvare sthātum arhasi

Nur den erhabenen Dharma nennen die Wissenden, die Weisen, wahren Dharma; nimm den erhabenen an - es geziemt sich nicht für dich, bei einem niederen zu verharren.

Wort für Wort
udāram eva vidvāṃso dharmaṃ prāhur manīṣiṇaḥ udāraṃ pratipadyasva nāvare sthātum arhasi
Nur den erhabenen Dharma nennen die Wissenden, die Weisen, wahren Dharma; nimm den erhabenen an - es geziemt sich nicht für dich, bei einem niederen zu verharren.

anubudhyasva rājendra vettha dharmān sanātanān krūrakarmābhijāto 'si yasmād udvijate janaḥ

Erkenne dies, o Herrscherfürst - du kennst die ewigen Dharmas -: du bist geboren aus einem Geschlecht, dessen Werk das harte Kriegshandwerk ist, vor dem die Leute erzittern.

Wort für Wort
anubudhyasva rājendra vettha dharmān sanātanān krūrakarmābhijāto 'si yasmād udvijate janaḥ
Erkenne dies, o Herrscherfürst - du kennst die ewigen Dharmas -: du bist geboren aus einem Geschlecht, dessen Werk das harte Kriegshandwerk ist, vor dem die Leute erzittern.

[?] [Anm.: Genaue Aussageabsicht des Verses unsicher.]

prajāpālanasaṃbhūtaṃ phalaṃ tava na garhitam eṣa te vihito rājan dhātrā dharmaḥ sanātanaḥ

Die aus dem Schutz der Untertanen entstehende Frucht ist für dich nicht zu tadeln; dies ist der dir vom Schöpfer bestimmte, ewige Dharma, o König.

Wort für Wort
prajāpālanasaṃbhūtaṃ phalaṃ tava na garhitam eṣa te vihito rājan dhātrā dharmaḥ sanātanaḥ
Die aus dem Schutz der Untertanen entstehende Frucht ist für dich nicht zu tadeln; dies ist der dir vom Schöpfer bestimmte, ewige Dharma, o König.

tasmād vicalitaḥ pārtha loke hāsyaṃ gamiṣyasi svadharmād dhi manuṣyāṇāṃ calanaṃ na praśasyate

Weichst du davon ab, o Pārtha, wirst du in der Welt zum Gespött werden; denn das Abweichen der Menschen vom eigenen Dharma wird nicht gepriesen.

Wort für Wort
tasmād vicalitaḥ pārtha loke hāsyaṃ gamiṣyasi svadharmād dhi manuṣyāṇāṃ calanaṃ na praśasyate
Weichst du davon ab, o Pārtha, wirst du in der Welt zum Gespött werden; denn das Abweichen der Menschen vom eigenen Dharma wird nicht gepriesen.

sa kṣātraṃ hṛdayaṃ kṛtvā tyaktvedaṃ śithilaṃ manaḥ vīryam āsthāya kaunteya dhuram udvaha dhuryavat

Mache dir ein kṣatriyahaftes Herz, verwirf dieses schlaffe Sinnen, ergreife die Heldenkraft, o Kaunteya, und trage die Last wie ein Zugtier.

Wort für Wort
sa kṣātraṃ hṛdayaṃ kṛtvā tyaktvedaṃ śithilaṃ manaḥ vīryam āsthāya kaunteya dhuram udvaha dhuryavat
Mache dir ein kṣatriyahaftes Herz, verwirf dieses schlaffe Sinnen, ergreife die Heldenkraft, o Kaunteya, und trage die Last wie ein Zugtier.

na hi kevaladharmātmā pṛthivīṃ jātu kaś cana pārthivo vyajayad rājan na bhūtiṃ na punaḥ śriyam

Denn kein König, der allein dem Dharma ergeben ist, hat je die Erde erobert, o König, noch Wohlstand, noch gar Herrlichkeit.

Wort für Wort
na hi kevaladharmātmā pṛthivīṃ jātu kaś cana pārthivo vyajayad rājan na bhūtiṃ na punaḥ śriyam
Denn kein König, der allein dem Dharma ergeben ist, hat je die Erde erobert, o König, noch Wohlstand, noch gar Herrlichkeit.

jihvāṃ dattvā bahūnāṃ hi kṣudrāṇāṃ lubdhacetasām nikṛtyā labhate rājyam āhāram iva śalyakaḥ

Denn indem man vielen Niedrigen, Habgierigen süße Worte gibt, erlangt man mit List das Königreich, wie ein Stachelschwein seine Nahrung.

Wort für Wort
jihvāṃ dattvā bahūnāṃ hi kṣudrāṇāṃ lubdhacetasām nikṛtyā labhate rājyam āhāram iva śalyakaḥ
Denn indem man vielen Niedrigen, Habgierigen süße Worte gibt, erlangt man mit List das Königreich, wie ein Stachelschwein seine Nahrung.

[Anm.: Das Bild des Stachelschweins, das sich seine Nahrung mit List verschafft, ist im Original knapp und leicht dunkel.]

bhrātaraḥ pūrvajātāś ca susamṛddhāś ca sarvaśaḥ nikṛtyā nirjitā devair asurāḥ pāṇḍavarṣabha

Die Asuras, die älteren Brüder [der Devas] und in jeder Hinsicht wohlhabend, wurden von den Göttern durch List besiegt, o Stier der Pāṇḍavas.

Wort für Wort
bhrātaraḥ pūrvajātāś ca susamṛddhāś ca sarvaśaḥ nikṛtyā nirjitā devair asurāḥ pāṇḍavarṣabha
Die Asuras, die älteren Brüder [der Devas] und in jeder Hinsicht wohlhabend, wurden von den Göttern durch List besiegt, o Stier der Pāṇḍavas.

evaṃ balavataḥ sarvam iti buddhvā mahīpate jahi śatrūn mahābāho parāṃ nikṛtim āsthitaḥ

So erkennend, dass alles dem Starken gehört, o Herrscher der Erde, erschlage die Feinde, o Starkarmiger, indem du dich der höchsten List bedienst.

Wort für Wort
evaṃ balavataḥ sarvam iti buddhvā mahīpate jahi śatrūn mahābāho parāṃ nikṛtim āsthitaḥ
So erkennend, dass alles dem Starken gehört, o Herrscher der Erde, erschlage die Feinde, o Starkarmiger, indem du dich der höchsten List bedienst.

na hy arjunasamaḥ kaś cid yudhi yoddhā dhanurdharaḥ bhavitā vā pumān kaś cin matsamo vā gadādharaḥ

Denn keiner ist Arjuna gleich als Kämpfer und Bogenschütze in der Schlacht, noch wird je ein Mann meinesgleichen sein, ein Keulenträger.

Wort für Wort
na hy arjunasamaḥ kaś cid yudhi yoddhā dhanurdharaḥ bhavitā vā pumān kaś cin matsamo vā gadādharaḥ
Denn keiner ist Arjuna gleich als Kämpfer und Bogenschütze in der Schlacht, noch wird je ein Mann meinesgleichen sein, ein Keulenträger.

sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api na pramāṇena notsāhāt sattvastho bhava pāṇḍava

Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist - nicht durch bloße Größe, nicht durch Tatendrang allein; sei fest in der inneren Kraft, o Pāṇḍava.

Wort für Wort
sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api na pramāṇena notsāhāt sattvastho bhava pāṇḍava
Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist - nicht durch bloße Größe, nicht durch Tatendrang allein; sei fest in der inneren Kraft, o Pāṇḍava.

sattvaṃ hi mūlam arthasya vitathaṃ yad ato 'nyathā na tu prasaktaṃ bhavati vṛkṣacchāyeva haimanī

Denn die innere Kraft ist die Wurzel des Erfolgs; was davon abweicht, ist vergeblich; es hat keinen Bestand, wie der Schatten eines Baumes im Winter.

Wort für Wort
sattvaṃ hi mūlam arthasya vitathaṃ yad ato 'nyathā na tu prasaktaṃ bhavati vṛkṣacchāyeva haimanī
Denn die innere Kraft ist die Wurzel des Erfolgs; was davon abweicht, ist vergeblich; es hat keinen Bestand, wie der Schatten eines Baumes im Winter.

arthatyāgo hi kāryaḥ syād arthaṃ śreyāṃsam icchatā bījaupamyena kaunteya mā te bhūd atra saṃśayaḥ

Denn Verzicht auf geringeren Gewinn muss üben, wer größeren Gewinn wünscht - nach dem Gleichnis des Samenkorns, o Kaunteya; hege darüber keinen Zweifel.

Wort für Wort
arthatyāgo hi kāryaḥ syād arthaṃ śreyāṃsam icchatā bījaupamyena kaunteya mā te bhūd atra saṃśayaḥ
Denn Verzicht auf geringeren Gewinn muss üben, wer größeren Gewinn wünscht - nach dem Gleichnis des Samenkorns, o Kaunteya; hege darüber keinen Zweifel.

arthena tu samo 'nartho yatra labhyeta nodayaḥ na tatra vipaṇaḥ kāryaḥ kharakaṇḍūyitaṃ hi tat

Wo aber der Aufwand dem Gewinn gleichkäme und kein wirklicher Zuwachs erlangt würde, dort soll man keinen Handel treiben; das ist nur wie das Scheuern eines Esels.

Wort für Wort
arthena tu samo 'nartho yatra labhyeta nodayaḥ na tatra vipaṇaḥ kāryaḥ kharakaṇḍūyitaṃ hi tat
Wo aber der Aufwand dem Gewinn gleichkäme und kein wirklicher Zuwachs erlangt würde, dort soll man keinen Handel treiben; das ist nur wie das Scheuern eines Esels.

evam eva manuṣyendra dharmaṃ tyaktvālpakaṃ naraḥ bṛhantaṃ dharmam āpnoti sa buddha iti niścitaḥ

Ebenso, o Herrscher der Menschen, erlangt der Mann, der einen geringen Dharma aufgibt, den großen Dharma; der gilt gewiss als weise.

Wort für Wort
evam eva manuṣyendra dharmaṃ tyaktvālpakaṃ naraḥ bṛhantaṃ dharmam āpnoti sa buddha iti niścitaḥ
Ebenso, o Herrscher der Menschen, erlangt der Mann, der einen geringen Dharma aufgibt, den großen Dharma; der gilt gewiss als weise.

amitraṃ mitrasaṃpannaṃ mitrair bhindanti paṇḍitāḥ bhinnair mitraiḥ parityaktaṃ durbalaṃ kurute vaśe

Einen mit Freunden ausgestatteten Feind spalten die Weisen durch dessen eigene Freunde; einen von seinen entzweiten Freunden verlassenen, geschwächten Feind bringt man in seine Gewalt.

Wort für Wort
amitraṃ mitrasaṃpannaṃ mitrair bhindanti paṇḍitāḥ bhinnair mitraiḥ parityaktaṃ durbalaṃ kurute vaśe
Einen mit Freunden ausgestatteten Feind spalten die Weisen durch dessen eigene Freunde; einen von seinen entzweiten Freunden verlassenen, geschwächten Feind bringt man in seine Gewalt.

sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api nodyamena na hotrābhiḥ sarvāḥ svīkurute prajāḥ

Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist; nicht durch bloße Anstrengung, nicht durch Opferhandlungen gewinnt man alle Untertanen für sich.

Wort für Wort
sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api nodyamena na hotrābhiḥ sarvāḥ svīkurute prajāḥ
Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist; nicht durch bloße Anstrengung, nicht durch Opferhandlungen gewinnt man alle Untertanen für sich.

sarvathā saṃhatair eva durbalair balavān api amitraḥ śakyate hantuṃ madhuhā bhramarair iva

Auf jeden Fall kann ein Feind, selbst wenn er stark ist, durch vereinte, einzeln schwache Verbündete getötet werden - wie ein Honigdieb durch die Bienen.

Wort für Wort
sarvathā saṃhatair eva durbalair balavān api amitraḥ śakyate hantuṃ madhuhā bhramarair iva
Auf jeden Fall kann ein Feind, selbst wenn er stark ist, durch vereinte, einzeln schwache Verbündete getötet werden - wie ein Honigdieb durch die Bienen.

yathā rājan prajāḥ sarvāḥ sūryaḥ pāti gabhastibhiḥ atti caiva tathaiva tvaṃ savituḥ sadṛśo bhava

Wie, o König, die Sonne mit ihren Strahlen alle Geschöpfe zugleich nährt und verzehrt, so sei auch du der Sonne gleich.

Wort für Wort
yathā rājan prajāḥ sarvāḥ sūryaḥ pāti gabhastibhiḥ atti caiva tathaiva tvaṃ savituḥ sadṛśo bhava
Wie, o König, die Sonne mit ihren Strahlen alle Geschöpfe zugleich nährt und verzehrt, so sei auch du der Sonne gleich.

etad dhy api tapo rājan purāṇam iti naḥ śrutam vidhinā pālanaṃ bhūmer yat kṛtaṃ naḥ pitāmahaiḥ

Denn auch dies ist, o König, eine uralte Askese, wie wir gehört haben: der regelgerechte Schutz der Erde, wie er von unseren Vorvätern geübt wurde.

Wort für Wort
etad dhy api tapo rājan purāṇam iti naḥ śrutam vidhinā pālanaṃ bhūmer yat kṛtaṃ naḥ pitāmahaiḥ
Denn auch dies ist, o König, eine uralte Askese, wie wir gehört haben: der regelgerechte Schutz der Erde, wie er von unseren Vorvätern geübt wurde.

apeyāt kila bhāḥ sūryāl lakṣmīś candramasas tathā iti loko vyavasito dṛṣṭvemāṃ bhavato vyathām

Eher, so ist die Welt überzeugt, wiche der Glanz von der Sonne und ebenso der Glanz vom Mond, [als dass sie an dir zweifelte] - so sehr sieht sie deine Bedrängnis.

Wort für Wort
apeyāt kila bhāḥ sūryāl lakṣmīś candramasas tathā iti loko vyavasito dṛṣṭvemāṃ bhavato vyathām
Eher, so ist die Welt überzeugt, wiche der Glanz von der Sonne und ebenso der Glanz vom Mond, [als dass sie an dir zweifelte] - so sehr sieht sie deine Bedrängnis.

[?] [Anm.: Stark verdichteter, hyperbolischer Vers; Sinn sinngemäß erschlossen.]

bhavataś ca praśaṃsābhir nindābhir itarasya ca kathāyuktāḥ pariṣadaḥ pṛthag rājan samāgatāḥ

Und mit deinem Lob und dem Tadel des anderen [Duryodhana] beschäftigt, sind, o König, die Versammlungen an verschiedenen Orten zusammengekommen, ins Gespräch vertieft.

Wort für Wort
bhavataś ca praśaṃsābhir nindābhir itarasya ca kathāyuktāḥ pariṣadaḥ pṛthag rājan samāgatāḥ
Und mit deinem Lob und dem Tadel des anderen [Duryodhana] beschäftigt, sind, o König, die Versammlungen an verschiedenen Orten zusammengekommen, ins Gespräch vertieft.

idam abhyadhikaṃ rājan brāhmaṇā guravaś ca te sametāḥ kathayantīha muditāḥ satyasaṃdhatām

Dies noch dazu, o König: die Brahmanen und deine Lehrer, versammelt, sprechen hier freudig von deiner Treue zur Wahrheit.

Wort für Wort
idam abhyadhikaṃ rājan brāhmaṇā guravaś ca te sametāḥ kathayantīha muditāḥ satyasaṃdhatām
Dies noch dazu, o König: die Brahmanen und deine Lehrer, versammelt, sprechen hier freudig von deiner Treue zur Wahrheit.

yan na mohān na kārpaṇyān na lobhān na bhayād api anṛtaṃ kiṃ cid uktaṃ te na kāmān nārthakāraṇāt

[Sie sagen,] dass du weder aus Verblendung noch aus Erbärmlichkeit, noch aus Gier, noch selbst aus Furcht, jemals etwas Unwahres gesprochen hast, weder aus Begierde noch um eines weltlichen Zweckes willen.

Wort für Wort
yan na mohān na kārpaṇyān na lobhān na bhayād api anṛtaṃ kiṃ cid uktaṃ te na kāmān nārthakāraṇāt
[Sie sagen,] dass du weder aus Verblendung noch aus Erbärmlichkeit, noch aus Gier, noch selbst aus Furcht, jemals etwas Unwahres gesprochen hast, weder aus Begierde noch um eines weltlichen Zweckes willen.

yad enaḥ kurute kiṃ cid rājā bhūmim avāpnuvan sarvaṃ tan nudate paścād yajñair vipuladakṣiṇaiḥ

Welche Schuld auch immer ein König begeht, während er die Erde erwirbt, all das tilgt er hinterher durch Opfer mit reichlichen Opfergaben.

Wort für Wort
yad enaḥ kurute kiṃ cid rājā bhūmim avāpnuvan sarvaṃ tan nudate paścād yajñair vipuladakṣiṇaiḥ
Welche Schuld auch immer ein König begeht, während er die Erde erwirbt, all das tilgt er hinterher durch Opfer mit reichlichen Opfergaben.

brāhmaṇebhyo dadad grāmān gāś ca rājan sahasraśaḥ mucyate sarvapāpebhyas tamobhya iva candramāḥ

Indem er den Brahmanen Dörfer und Kühe zu Tausenden schenkt, o König, wird er von aller Sünde befreit, wie der Mond von der Finsternis.

Wort für Wort
brāhmaṇebhyo dadad grāmān gāś ca rājan sahasraśaḥ mucyate sarvapāpebhyas tamobhya iva candramāḥ
Indem er den Brahmanen Dörfer und Kühe zu Tausenden schenkt, o König, wird er von aller Sünde befreit, wie der Mond von der Finsternis.

paurajānapadāḥ sarve prāyaśaḥ kurunandana savṛddhabālāḥ sahitāḥ śaṃsanti tvāṃ yudhiṣṭhira

Alle Stadt- und Landbewohner, o Freude der Kurus, mitsamt den Alten und Kindern, preisen dich zumeist, o Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
paurajānapadāḥ sarve prāyaśaḥ kurunandana savṛddhabālāḥ sahitāḥ śaṃsanti tvāṃ yudhiṣṭhira
Alle Stadt- und Landbewohner, o Freude der Kurus, mitsamt den Alten und Kindern, preisen dich zumeist, o Yudhiṣṭhira.

śvadṛtau kṣīram āsaktaṃ brahma vā vṛṣale yathā satyaṃ stene balaṃ nāryāṃ rājyaṃ duryodhane tathā

Wie Milch, die in einen Hundeschlauch gefüllt ist, wie Brahman bei einem Niedriggeborenen, wie Wahrhaftigkeit bei einem Dieb, wie Kraft bei einer Frau - ebenso unpassend ist das Königtum bei Duryodhana.

Wort für Wort
śvadṛtau kṣīram āsaktaṃ brahma vā vṛṣale yathā satyaṃ stene balaṃ nāryāṃ rājyaṃ duryodhane tathā
Wie Milch, die in einen Hundeschlauch gefüllt ist, wie Brahman bei einem Niedriggeborenen, wie Wahrhaftigkeit bei einem Dieb, wie Kraft bei einer Frau - ebenso unpassend ist das Königtum bei Duryodhana.

iti nirvacanaṃ loke ciraṃ carati bhārata api caitat striyo bālāḥ svādhyāyam iva kurvate

So geht dieser Ausspruch, o Bhārata, schon lange in der Welt um; sogar Frauen und Kinder tragen ihn vor wie eine auswendig gelernte Rezitation.

Wort für Wort
iti nirvacanaṃ loke ciraṃ carati bhārata api caitat striyo bālāḥ svādhyāyam iva kurvate
So geht dieser Ausspruch, o Bhārata, schon lange in der Welt um; sogar Frauen und Kinder tragen ihn vor wie eine auswendig gelernte Rezitation.

sa bhavān ratham āsthāya sarvopakaraṇānvitam tvaramāṇo 'bhiniryātu ciram arthopapādakam

So besteige denn du, eilend, den mit allem Zubehör ausgestatteten Wagen und ziehe aus, um endlich, nach langer Zeit, den Erfolg herbeizuführen.

Wort für Wort
sa bhavān ratham āsthāya sarvopakaraṇānvitam tvaramāṇo 'bhiniryātu ciram arthopapādakam
So besteige denn du, eilend, den mit allem Zubehör ausgestatteten Wagen und ziehe aus, um endlich, nach langer Zeit, den Erfolg herbeizuführen.

vācayitvā dvijaśreṣṭhān adyaiva gajasāhvayam astravidbhiḥ parivṛto bhrātṛbhir dṛḍhadhanvibhiḥ āśīviṣasamair vīrair marudbhir iva vṛtrahā

Nachdem du die besten der Zweifachgeborenen hast Segenssprüche rezitieren lassen, ziehe noch heute gegen die 'Elefantenstadt' [Hastināpura], umgeben von den waffenkundigen Brüdern mit festgespannten Bögen, den heldenhaften, den Giftschlangen gleichenden - wie der Vṛtra-Töter [Indra] von den Marut-Winden umgeben.

Wort für Wort
vācayitvā dvijaśreṣṭhān adyaiva gajasāhvayam astravidbhiḥ parivṛto bhrātṛbhir dṛḍhadhanvibhiḥ āśīviṣasamair vīrair marudbhir iva vṛtrahā
Nachdem du die besten der Zweifachgeborenen hast Segenssprüche rezitieren lassen, ziehe noch heute gegen die 'Elefantenstadt' [Hastināpura], umgeben von den waffenkundigen Brüdern mit festgespannten Bögen, den heldenhaften, den Giftschlangen gleichenden - wie der Vṛtra-Töter [Indra] von den Marut-Winden umgeben.

amitrāṃs tejasā mṛdnann asurebhya ivārihā śriyam ādatsva kaunteya dhārtarāṣṭrān mahābala

Die Feinde mit deiner Glut zermalmend, wie der Feindbezwinger die Asuras zermalmt, ergreife die Herrlichkeit von den Söhnen Dhṛtarāṣṭras, o Kaunteya, Starkarmiger.

Wort für Wort
amitrāṃs tejasā mṛdnann asurebhya ivārihā śriyam ādatsva kaunteya dhārtarāṣṭrān mahābala
Die Feinde mit deiner Glut zermalmend, wie der Feindbezwinger die Asuras zermalmt, ergreife die Herrlichkeit von den Söhnen Dhṛtarāṣṭras, o Kaunteya, Starkarmiger.

na hi gāṇḍīvamuktānāṃ śarāṇāṃ gārdhravāsasām sparśam āśīviṣābhānāṃ martyaḥ kaś cana saṃsahet

Denn keiner der Sterblichen könnte die Berührung der vom Gāṇḍīva abgeschossenen, mit Geierfedern befiederten, giftschlangengleichen Pfeile ertragen.

Wort für Wort
na hi gāṇḍīvamuktānāṃ śarāṇāṃ gārdhravāsasām sparśam āśīviṣābhānāṃ martyaḥ kaś cana saṃsahet
Denn keiner der Sterblichen könnte die Berührung der vom Gāṇḍīva abgeschossenen, mit Geierfedern befiederten, giftschlangengleichen Pfeile ertragen.

na sa vīro na mātaṅgo na sadaśvo 'sti bhārata yaḥ saheta gadāvegaṃ mama kruddhasya saṃyuge

Es gibt keinen Helden, keinen Elefanten, kein edles Pferd, o Bhārata, das dem Anprall meiner Keule standhalten könnte, wenn ich zornig bin im Kampf.

Wort für Wort
na sa vīro na mātaṅgo na sadaśvo 'sti bhārata yaḥ saheta gadāvegaṃ mama kruddhasya saṃyuge
Es gibt keinen Helden, keinen Elefanten, kein edles Pferd, o Bhārata, das dem Anprall meiner Keule standhalten könnte, wenn ich zornig bin im Kampf.

sṛñjayaiḥ saha kaikeyair vṛṣṇīnām ṛṣabheṇa ca kathaṃ svid yudhi kaunteya rājyaṃ na prāpnuyāmahe

Wie sollten wir, o Kaunteya, zusammen mit den Sṛñjayas, den Kaikeyas und dem Stier der Vṛṣṇis, das Königreich im Kampf nicht erlangen?

Wort für Wort
sṛñjayaiḥ saha kaikeyair vṛṣṇīnām ṛṣabheṇa ca kathaṃ svid yudhi kaunteya rājyaṃ na prāpnuyāmahe
Wie sollten wir, o Kaunteya, zusammen mit den Sṛñjayas, den Kaikeyas und dem Stier der Vṛṣṇis, das Königreich im Kampf nicht erlangen?

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