Bhīmasena, aufgebracht durch Draupadīs Klage, hält Yudhiṣṭhira eine lange, leidenschaftliche Rede: Er tadelt dessen übertriebene Dharma-Treue als Schwäche, entfaltet eine ausführliche Lehre über das rechte Zusammenspiel von Dharma, Artha und Kāma, und fordert ihn eindringlich zum sofortigen Angriff auf Hastināpura auf.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīmasena, der über die Maßen Ungeduldige, die Worte der Yājñasenī gehört hatte, seufzte er, trat vor und sprach zornig zum König:
Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīmasena, der über die Maßen Ungeduldige, die Worte der Yājñasenī gehört hatte, seufzte er, trat vor und sprach zornig zum König:
rājyasya padavīṃ dharmyāṃ vraja satpuruṣocitām dharmakāmārthahīnānāṃ kiṃ no vastuṃ tapovane
„Beschreite den rechtmäßigen Pfad zum Königreich, wie er sich für einen wahrhaft Guten geziemt; was sollen wir, die wir Dharma, Kāma und Artha entbehren, im Büßerwald wohnen?
Wort für Wort
rājyasya padavīṃ dharmyāṃ vraja satpuruṣocitām dharmakāmārthahīnānāṃ kiṃ no vastuṃ tapovane
„Beschreite den rechtmäßigen Pfad zum Königreich, wie er sich für einen wahrhaft Guten geziemt; was sollen wir, die wir Dharma, Kāma und Artha entbehren, im Büßerwald wohnen?
naiva dharmeṇa tad rājyaṃ nārjavena na caujasā akṣakūṭam adhiṣṭhāya hṛtaṃ duryodhanena naḥ
Nicht durch Dharma, nicht durch Aufrichtigkeit, noch durch Kraft wurde jenes Königreich von Duryodhana genommen, sondern durch betrügerisches Würfelspiel.
Wort für Wort
naiva dharmeṇa tad rājyaṃ nārjavena na caujasā akṣakūṭam adhiṣṭhāya hṛtaṃ duryodhanena naḥ
Nicht durch Dharma, nicht durch Aufrichtigkeit, noch durch Kraft wurde jenes Königreich von Duryodhana genommen, sondern durch betrügerisches Würfelspiel.
Du, der du dich hinter einem bloßen Rest von Dharma verbirgst, hast den Artha - die Quelle von Dharma und Kāma - aufgegeben; warum, o König, quälst du dich in unwegsamen Wäldern?
Du, der du dich hinter einem bloßen Rest von Dharma verbirgst, hast den Artha - die Quelle von Dharma und Kāma - aufgegeben; warum, o König, quälst du dich in unwegsamen Wäldern?
[Anm.: Vers grammatisch dicht; „dharmaleśapraticchannaḥ“ (verhüllt von einem Schein/Rest des Dharma) bezieht sich auf Yudhiṣṭhira selbst - Bhīma wirft ihm vor, sich hinter einer bloßen Restform von Dharma zu verstecken, während er den eigentlichen Zweck (Artha als Grundlage von Dharma und Kāma) preisgegeben hat.]
Weil wir dir gehorchten, wurde uns, während wir zusahen, das Königreich geraubt - obwohl es, vom Gāṇḍīva-Bogenträger beschützt, selbst von Śakra nicht hätte entrissen werden können.
Weil wir dir gehorchten, wurde uns, während wir zusahen, das Königreich geraubt - obwohl es, vom Gāṇḍīva-Bogenträger beschützt, selbst von Śakra nicht hätte entrissen werden können.
Wie die Bilva-Früchte von Verkrüppelten, wie die Kühe von Lahmen [geraubt werden], so wurde unsere Herrschaft geraubt, während wir - um deinetwillen - noch am Leben blieben.
Wie die Bilva-Früchte von Verkrüppelten, wie die Kühe von Lahmen [geraubt werden], so wurde unsere Herrschaft geraubt, während wir - um deinetwillen - noch am Leben blieben.
athainām anvavekṣasva mṛgacaryām ivātmanaḥ avīrācaritāṃ rājan na balasthair niṣevitām
Betrachte doch dieses Leben, das einem Wandel unter wilden Tieren gleicht, o König, das von Unheldenhaften geführt und von den Starken nicht praktiziert wird.
Wort für Wort
athainām anvavekṣasva mṛgacaryām ivātmanaḥ avīrācaritāṃ rājan na balasthair niṣevitām
Betrachte doch dieses Leben, das einem Wandel unter wilden Tieren gleicht, o König, das von Unheldenhaften geführt und von den Starken nicht praktiziert wird.
Du, stets abgezehrt von deinem Gelübde mit dem Gedanken „Dharma, Dharma!“ - bist du, o König, nicht etwa aus Verzweiflung in ein unmännliches Dasein verfallen?
Du, stets abgezehrt von deinem Gelübde mit dem Gedanken „Dharma, Dharma!“ - bist du, o König, nicht etwa aus Verzweiflung in ein unmännliches Dasein verfallen?
tatra ced yudhyamānānām ajihmam anivartinām sarvaśo hi vadhaḥ śreyān pretya lokāṃl labhemahi
Wenn wir dabei, kämpfend, redlich und ohne zurückzuweichen, gänzlich getötet würden - der Tod wäre besser, denn im Jenseits würden wir gute Welten erlangen.
Wort für Wort
tatra ced yudhyamānānām ajihmam anivartinām sarvaśo hi vadhaḥ śreyān pretya lokāṃl labhemahi
Wenn wir dabei, kämpfend, redlich und ohne zurückzuweichen, gänzlich getötet würden - der Tod wäre besser, denn im Jenseits würden wir gute Welten erlangen.
ātmārthaṃ yudhyamānānāṃ vidite kṛtyalakṣaṇe anyair apahṛte rājye praśaṃsaiva na garhaṇā
Für die, die um der eigenen Sache willen kämpfen, wenn das Merkmal der rechten Tat bekannt ist und das Königreich von anderen geraubt wurde, gibt es nur Lob, keinen Tadel.
Wort für Wort
ātmārthaṃ yudhyamānānāṃ vidite kṛtyalakṣaṇe anyair apahṛte rājye praśaṃsaiva na garhaṇā
Für die, die um der eigenen Sache willen kämpfen, wenn das Merkmal der rechten Tat bekannt ist und das Königreich von anderen geraubt wurde, gibt es nur Lob, keinen Tadel.
In jedem Falle verlassen Dharma und Artha den Menschen, der zwar stets dem Dharma ergeben, aber im Handeln zu schwach ist, o Vater, so wie Leid und Glück einen Sterbenden verlassen.
In jedem Falle verlassen Dharma und Artha den Menschen, der zwar stets dem Dharma ergeben, aber im Handeln zu schwach ist, o Vater, so wie Leid und Glück einen Sterbenden verlassen.
[Anm.: Vers grammatisch schwierig und Übersetzung unsicher; Sinn sinngemäß erschlossen.]
yasya dharmo hi dharmārthaṃ kleśabhāṅ na sa paṇḍitaḥ na sa dharmasya vedārthaṃ sūryasyāndhaḥ prabhām iva
Wessen Dharma nur um des Dharma willen mühevoll ist, der ist kein Weiser; er kennt nicht den wahren Sinn des Dharma, wie ein Blinder nicht den Glanz der Sonne kennt.
Wort für Wort
yasya dharmo hi dharmārthaṃ kleśabhāṅ na sa paṇḍitaḥ na sa dharmasya vedārthaṃ sūryasyāndhaḥ prabhām iva
Wessen Dharma nur um des Dharma willen mühevoll ist, der ist kein Weiser; er kennt nicht den wahren Sinn des Dharma, wie ein Blinder nicht den Glanz der Sonne kennt.
yasya cārthārtham evārthaḥ sa ca nārthasya kovidaḥ rakṣate bhṛtako 'raṇyaṃ yathā syāt tādṛg eva saḥ
Und wessen Streben nach Artha nur um des Artha selbst willen ist, der versteht auch nicht den wahren Sinn des Artha; er ist wie ein gedungener Wächter, der nur den Wald hütet.
Wort für Wort
yasya cārthārtham evārthaḥ sa ca nārthasya kovidaḥ rakṣate bhṛtako 'raṇyaṃ yathā syāt tādṛg eva saḥ
Und wessen Streben nach Artha nur um des Artha selbst willen ist, der versteht auch nicht den wahren Sinn des Artha; er ist wie ein gedungener Wächter, der nur den Wald hütet.
ativelaṃ hi yo 'rthārthī netarāv anutiṣṭhati sa vadhyaḥ sarvabhūtānāṃ brahmaheva jugupsitaḥ
Wer nämlich maßlos nach Artha strebt und die beiden anderen [Dharma und Kāma] nicht befolgt, der ist von allen Wesen zu töten, verabscheut wie ein Brahmanenmörder.
Wort für Wort
ativelaṃ hi yo 'rthārthī netarāv anutiṣṭhati sa vadhyaḥ sarvabhūtānāṃ brahmaheva jugupsitaḥ
Wer nämlich maßlos nach Artha strebt und die beiden anderen [Dharma und Kāma] nicht befolgt, der ist von allen Wesen zu töten, verabscheut wie ein Brahmanenmörder.
Für den, der Dharma und Artha entbehrt, ist am Ende des Kāma der Untergang gewiss - wie für einen Fisch, der sich im Wasser vergnügt, wenn das Wasser schwindet.
Für den, der Dharma und Artha entbehrt, ist am Ende des Kāma der Untergang gewiss - wie für einen Fisch, der sich im Wasser vergnügt, wenn das Wasser schwindet.
tasmād dharmārthayor nityaṃ na pramādyanti paṇḍitāḥ prakṛtiḥ sā hi kāmasya pāvakasyāraṇir yathā
Deshalb sind die Weisen niemals nachlässig in Bezug auf Dharma und Artha; denn diese beiden sind die Grundlage des Kāma, wie das Reibholz die Grundlage des Feuers ist.
Wort für Wort
tasmād dharmārthayor nityaṃ na pramādyanti paṇḍitāḥ prakṛtiḥ sā hi kāmasya pāvakasyāraṇir yathā
Deshalb sind die Weisen niemals nachlässig in Bezug auf Dharma und Artha; denn diese beiden sind die Grundlage des Kāma, wie das Reibholz die Grundlage des Feuers ist.
sarvathā dharmamūlo 'rtho dharmaś cārthaparigrahaḥ itaretarayonī tau viddhi meghodadhī yathā
In jedem Falle hat Artha seine Wurzel im Dharma, und Dharma seine Wurzel im Erwerb von Artha; wisse, dass diese beiden einander gegenseitig Ursprung sind, wie Wolke und Ozean einander bedingen.
Wort für Wort
sarvathā dharmamūlo 'rtho dharmaś cārthaparigrahaḥ itaretarayonī tau viddhi meghodadhī yathā
In jedem Falle hat Artha seine Wurzel im Dharma, und Dharma seine Wurzel im Erwerb von Artha; wisse, dass diese beiden einander gegenseitig Ursprung sind, wie Wolke und Ozean einander bedingen.
dravyārthasparśasaṃyoge yā prītir upajāyate sa kāmaś cittasaṃkalpaḥ śarīraṃ nāsya vidyate
Die Freude, die bei der Berührung mit einem begehrten Gegenstand entsteht, das ist Kāma - eine Vorstellung des Geistes; er hat keine eigene Körperlichkeit.
Wort für Wort
dravyārthasparśasaṃyoge yā prītir upajāyate sa kāmaś cittasaṃkalpaḥ śarīraṃ nāsya vidyate
Die Freude, die bei der Berührung mit einem begehrten Gegenstand entsteht, das ist Kāma - eine Vorstellung des Geistes; er hat keine eigene Körperlichkeit.
Der Mensch, der nach Artha strebt, o König, erlangt zugleich großen Dharma; wer durch Artha nach Kāma strebt, erlangt Artha; wer nur Kāma begehrt, erlangt nichts anderes als Kāma.
Der Mensch, der nach Artha strebt, o König, erlangt zugleich großen Dharma; wer durch Artha nach Kāma strebt, erlangt Artha; wer nur Kāma begehrt, erlangt nichts anderes als Kāma.
[?] [Anm.: Konstruktion von „kāmārthī“ nicht eindeutig - hier als „durch Artha nach Kāma strebend“ gedeutet.]
na hi kāmena kāmo 'nyaḥ sādhyate phalam eva tat upayogāt phalasyeva kāṣṭhād bhasmeva paṇḍitaḥ
Denn durch bloßen Kāma wird kein anderer Kāma erreicht - das wäre nur die Frucht selbst -, so wie man durch den bloßen Genuss der Frucht [keine neue erzeugt, oder wie ein Weiser aus] Holz [nur] Asche [gewinnt].
Wort für Wort
na hi kāmena kāmo 'nyaḥ sādhyate phalam eva tat upayogāt phalasyeva kāṣṭhād bhasmeva paṇḍitaḥ
Denn durch bloßen Kāma wird kein anderer Kāma erreicht - das wäre nur die Frucht selbst -, so wie man durch den bloßen Genuss der Frucht [keine neue erzeugt, oder wie ein Weiser aus] Holz [nur] Asche [gewinnt].
[?] [Anm.: Vers im Sanskrit stark verdichtet und die genaue Gleichnis-Logik unklar; Übersetzung sinngemäß und unsicher.]
Offenbar kennst du, o König, den Artha als den Erwerb von Gütern, und du kennst auch seine gewöhnliche Beschaffenheit sowie seine vielfache Veränderung.
Offenbar kennst du, o König, den Artha als den Erwerb von Gütern, und du kennst auch seine gewöhnliche Beschaffenheit sowie seine vielfache Veränderung.
indriyāṇāṃ ca pañcānāṃ manaso hṛdayasya ca viṣaye vartamānānāṃ yā prītir upajāyate sa kāma iti me buddhiḥ karmaṇāṃ phalam uttamam
Die Freude, die entsteht, wenn die fünf Sinne, der Geist und das Herz sich in ihrem jeweiligen Bereich befinden - das ist Kāma, so ist meine Ansicht, die höchste Frucht der Taten.
Wort für Wort
indriyāṇāṃ ca pañcānāṃ manaso hṛdayasya ca viṣaye vartamānānāṃ yā prītir upajāyate sa kāma iti me buddhiḥ karmaṇāṃ phalam uttamam
Die Freude, die entsteht, wenn die fünf Sinne, der Geist und das Herz sich in ihrem jeweiligen Bereich befinden - das ist Kāma, so ist meine Ansicht, die höchste Frucht der Taten.
evam eva pṛthag dṛṣṭvā dharmārthau kāmam eva ca na dharmapara eva syān na cārthaparamo naraḥ na kāmaparamo vā syāt sarvān seveta sarvadā
Wer so Dharma, Artha und Kāma je einzeln betrachtet hat, der sei weder allein dem Dharma ergeben, noch allein dem Artha, noch allein dem Kāma - er diene ihnen allen, stets.
Wort für Wort
evam eva pṛthag dṛṣṭvā dharmārthau kāmam eva ca na dharmapara eva syān na cārthaparamo naraḥ na kāmaparamo vā syāt sarvān seveta sarvadā
Wer so Dharma, Artha und Kāma je einzeln betrachtet hat, der sei weder allein dem Dharma ergeben, noch allein dem Artha, noch allein dem Kāma - er diene ihnen allen, stets.
Dharma übe man am Morgen, Reichtum in der Mitte des Tages, am Ende des Tages übe man Kāma - so verfahre man Tag für Tag; dies ist die von der Lehre festgesetzte Regel.
Dharma übe man am Morgen, Reichtum in der Mitte des Tages, am Ende des Tages übe man Kāma - so verfahre man Tag für Tag; dies ist die von der Lehre festgesetzte Regel.
Entweder ist die Erlösung das höchste Gut für die, die nach Glück verlangen, o König, oder aber die Erlangung [von Dharma, Artha und Kāma], o Freude der Kurus, mittels des Verstandes und mit rechtem Mittel.
Entweder ist die Erlösung das höchste Gut für die, die nach Glück verlangen, o König, oder aber die Erlangung [von Dharma, Artha und Kāma], o Freude der Kurus, mittels des Verstandes und mit rechtem Mittel.
Freigebigkeit, Opfer, Verehrung der Guten, das Festhalten am Veda, Aufrichtigkeit - das ist der höchste Dharma, o König, fruchtbringend hier und im Jenseits.
Freigebigkeit, Opfer, Verehrung der Guten, das Festhalten am Veda, Aufrichtigkeit - das ist der höchste Dharma, o König, fruchtbringend hier und im Jenseits.
Dieser Dharma kann von dem, der ohne Artha ist, nicht geübt werden, o König, selbst wenn alle anderen Vorzüge, o Tiger unter den Männern, vorhanden wären.
Dieser Dharma kann von dem, der ohne Artha ist, nicht geübt werden, o König, selbst wenn alle anderen Vorzüge, o Tiger unter den Männern, vorhanden wären.
Und Artha kann weder durch Betteln noch je durch Unmännlichkeit, noch von dem, dessen Sinn allein auf Dharma gerichtet ist, jemals recht erkannt werden, o König.
Und Artha kann weder durch Betteln noch je durch Unmännlichkeit, noch von dem, dessen Sinn allein auf Dharma gerichtet ist, jemals recht erkannt werden, o König.
pratiṣiddhā hi te yācñā yayā sidhyati vai dvijaḥ tejasaivārthalipsāyāṃ yatasva puruṣarṣabha
Denn dir ist das Betteln verboten, durch welches ein Zweifachgeborener Erfolg hat; strebe daher durch Tatkraft nach dem Erlangen von Artha, o Stier unter den Männern.
Wort für Wort
pratiṣiddhā hi te yācñā yayā sidhyati vai dvijaḥ tejasaivārthalipsāyāṃ yatasva puruṣarṣabha
Denn dir ist das Betteln verboten, durch welches ein Zweifachgeborener Erfolg hat; strebe daher durch Tatkraft nach dem Erlangen von Artha, o Stier unter den Männern.
bhaikṣacaryā na vihitā na ca viṭśūdrajīvikā kṣatriyasya viśeṣeṇa dharmas tu balam aurasam
Das Betteln ist dir nicht vorgeschrieben, noch der Lebenserwerb eines Vaiśya oder Śūdra, für einen Kṣatriya im Besonderen; der Dharma des Kṣatriya aber ist die ihm angeborene Kraft.
Wort für Wort
bhaikṣacaryā na vihitā na ca viṭśūdrajīvikā kṣatriyasya viśeṣeṇa dharmas tu balam aurasam
Das Betteln ist dir nicht vorgeschrieben, noch der Lebenserwerb eines Vaiśya oder Śūdra, für einen Kṣatriya im Besonderen; der Dharma des Kṣatriya aber ist die ihm angeborene Kraft.
Nur den erhabenen Dharma nennen die Wissenden, die Weisen, wahren Dharma; nimm den erhabenen an - es geziemt sich nicht für dich, bei einem niederen zu verharren.
Nur den erhabenen Dharma nennen die Wissenden, die Weisen, wahren Dharma; nimm den erhabenen an - es geziemt sich nicht für dich, bei einem niederen zu verharren.
Erkenne dies, o Herrscherfürst - du kennst die ewigen Dharmas -: du bist geboren aus einem Geschlecht, dessen Werk das harte Kriegshandwerk ist, vor dem die Leute erzittern.
Erkenne dies, o Herrscherfürst - du kennst die ewigen Dharmas -: du bist geboren aus einem Geschlecht, dessen Werk das harte Kriegshandwerk ist, vor dem die Leute erzittern.
[?] [Anm.: Genaue Aussageabsicht des Verses unsicher.]
sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api na pramāṇena notsāhāt sattvastho bhava pāṇḍava
Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist - nicht durch bloße Größe, nicht durch Tatendrang allein; sei fest in der inneren Kraft, o Pāṇḍava.
Wort für Wort
sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api na pramāṇena notsāhāt sattvastho bhava pāṇḍava
Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist - nicht durch bloße Größe, nicht durch Tatendrang allein; sei fest in der inneren Kraft, o Pāṇḍava.
arthatyāgo hi kāryaḥ syād arthaṃ śreyāṃsam icchatā bījaupamyena kaunteya mā te bhūd atra saṃśayaḥ
Denn Verzicht auf geringeren Gewinn muss üben, wer größeren Gewinn wünscht - nach dem Gleichnis des Samenkorns, o Kaunteya; hege darüber keinen Zweifel.
Wort für Wort
arthatyāgo hi kāryaḥ syād arthaṃ śreyāṃsam icchatā bījaupamyena kaunteya mā te bhūd atra saṃśayaḥ
Denn Verzicht auf geringeren Gewinn muss üben, wer größeren Gewinn wünscht - nach dem Gleichnis des Samenkorns, o Kaunteya; hege darüber keinen Zweifel.
arthena tu samo 'nartho yatra labhyeta nodayaḥ na tatra vipaṇaḥ kāryaḥ kharakaṇḍūyitaṃ hi tat
Wo aber der Aufwand dem Gewinn gleichkäme und kein wirklicher Zuwachs erlangt würde, dort soll man keinen Handel treiben; das ist nur wie das Scheuern eines Esels.
Wort für Wort
arthena tu samo 'nartho yatra labhyeta nodayaḥ na tatra vipaṇaḥ kāryaḥ kharakaṇḍūyitaṃ hi tat
Wo aber der Aufwand dem Gewinn gleichkäme und kein wirklicher Zuwachs erlangt würde, dort soll man keinen Handel treiben; das ist nur wie das Scheuern eines Esels.
Einen mit Freunden ausgestatteten Feind spalten die Weisen durch dessen eigene Freunde; einen von seinen entzweiten Freunden verlassenen, geschwächten Feind bringt man in seine Gewalt.
Einen mit Freunden ausgestatteten Feind spalten die Weisen durch dessen eigene Freunde; einen von seinen entzweiten Freunden verlassenen, geschwächten Feind bringt man in seine Gewalt.
sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api nodyamena na hotrābhiḥ sarvāḥ svīkurute prajāḥ
Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist; nicht durch bloße Anstrengung, nicht durch Opferhandlungen gewinnt man alle Untertanen für sich.
Wort für Wort
sattvena kurute yuddhaṃ rājan subalavān api nodyamena na hotrābhiḥ sarvāḥ svīkurute prajāḥ
Mit innerer Kraft führt man Krieg, o König, selbst wenn man sehr stark ist; nicht durch bloße Anstrengung, nicht durch Opferhandlungen gewinnt man alle Untertanen für sich.
sarvathā saṃhatair eva durbalair balavān api amitraḥ śakyate hantuṃ madhuhā bhramarair iva
Auf jeden Fall kann ein Feind, selbst wenn er stark ist, durch vereinte, einzeln schwache Verbündete getötet werden - wie ein Honigdieb durch die Bienen.
Wort für Wort
sarvathā saṃhatair eva durbalair balavān api amitraḥ śakyate hantuṃ madhuhā bhramarair iva
Auf jeden Fall kann ein Feind, selbst wenn er stark ist, durch vereinte, einzeln schwache Verbündete getötet werden - wie ein Honigdieb durch die Bienen.
apeyāt kila bhāḥ sūryāl lakṣmīś candramasas tathā iti loko vyavasito dṛṣṭvemāṃ bhavato vyathām
Eher, so ist die Welt überzeugt, wiche der Glanz von der Sonne und ebenso der Glanz vom Mond, [als dass sie an dir zweifelte] - so sehr sieht sie deine Bedrängnis.
Wort für Wort
apeyāt kila bhāḥ sūryāl lakṣmīś candramasas tathā iti loko vyavasito dṛṣṭvemāṃ bhavato vyathām
Eher, so ist die Welt überzeugt, wiche der Glanz von der Sonne und ebenso der Glanz vom Mond, [als dass sie an dir zweifelte] - so sehr sieht sie deine Bedrängnis.
[?] [Anm.: Stark verdichteter, hyperbolischer Vers; Sinn sinngemäß erschlossen.]
bhavataś ca praśaṃsābhir nindābhir itarasya ca kathāyuktāḥ pariṣadaḥ pṛthag rājan samāgatāḥ
Und mit deinem Lob und dem Tadel des anderen [Duryodhana] beschäftigt, sind, o König, die Versammlungen an verschiedenen Orten zusammengekommen, ins Gespräch vertieft.
Wort für Wort
bhavataś ca praśaṃsābhir nindābhir itarasya ca kathāyuktāḥ pariṣadaḥ pṛthag rājan samāgatāḥ
Und mit deinem Lob und dem Tadel des anderen [Duryodhana] beschäftigt, sind, o König, die Versammlungen an verschiedenen Orten zusammengekommen, ins Gespräch vertieft.
yan na mohān na kārpaṇyān na lobhān na bhayād api anṛtaṃ kiṃ cid uktaṃ te na kāmān nārthakāraṇāt
[Sie sagen,] dass du weder aus Verblendung noch aus Erbärmlichkeit, noch aus Gier, noch selbst aus Furcht, jemals etwas Unwahres gesprochen hast, weder aus Begierde noch um eines weltlichen Zweckes willen.
Wort für Wort
yan na mohān na kārpaṇyān na lobhān na bhayād api anṛtaṃ kiṃ cid uktaṃ te na kāmān nārthakāraṇāt
[Sie sagen,] dass du weder aus Verblendung noch aus Erbärmlichkeit, noch aus Gier, noch selbst aus Furcht, jemals etwas Unwahres gesprochen hast, weder aus Begierde noch um eines weltlichen Zweckes willen.
Wie Milch, die in einen Hundeschlauch gefüllt ist, wie Brahman bei einem Niedriggeborenen, wie Wahrhaftigkeit bei einem Dieb, wie Kraft bei einer Frau - ebenso unpassend ist das Königtum bei Duryodhana.
Wie Milch, die in einen Hundeschlauch gefüllt ist, wie Brahman bei einem Niedriggeborenen, wie Wahrhaftigkeit bei einem Dieb, wie Kraft bei einer Frau - ebenso unpassend ist das Königtum bei Duryodhana.
Nachdem du die besten der Zweifachgeborenen hast Segenssprüche rezitieren lassen, ziehe noch heute gegen die 'Elefantenstadt' [Hastināpura], umgeben von den waffenkundigen Brüdern mit festgespannten Bögen, den heldenhaften, den Giftschlangen gleichenden - wie der Vṛtra-Töter [Indra] von den Marut-Winden umgeben.
Nachdem du die besten der Zweifachgeborenen hast Segenssprüche rezitieren lassen, ziehe noch heute gegen die 'Elefantenstadt' [Hastināpura], umgeben von den waffenkundigen Brüdern mit festgespannten Bögen, den heldenhaften, den Giftschlangen gleichenden - wie der Vṛtra-Töter [Indra] von den Marut-Winden umgeben.
Die Feinde mit deiner Glut zermalmend, wie der Feindbezwinger die Asuras zermalmt, ergreife die Herrlichkeit von den Söhnen Dhṛtarāṣṭras, o Kaunteya, Starkarmiger.
Die Feinde mit deiner Glut zermalmend, wie der Feindbezwinger die Asuras zermalmt, ergreife die Herrlichkeit von den Söhnen Dhṛtarāṣṭras, o Kaunteya, Starkarmiger.