Kapitel 185: Matsyopākhyānam
Die Erzählung vom Fisch (Manu und die große Flut)
Auf Yudhiṣṭhiras Bitte erzählt Mārkaṇḍeya die berühmte Legende von Manu Vaivasvata: Während seiner gewaltigen Askese am Ufer der Vīriṇī rettet Manu einen kleinen, um Schutz bittenden Fisch, der immer weiterwächst, bis er den Ozean erreicht. Dort offenbart der Fisch die bevorstehende Weltflut, weist Manu an, ein Schiff mit allen Samenkörnern und den Sieben Weisen zu bauen, und zieht das Schiff, als die Flut hereinbricht, an seinem Horn durch die entfesselten Wasser bis zur Spitze des Himālaya (seither Naubandhana, „Schiffsanbindung“ genannt). Am Ende offenbart sich der Fisch als Prajāpati Brahmā selbst und verkündet, dass durch Manu alle Geschöpfe der neuen Weltzeit erschaffen werden sollen.
Zwei Yojanas lang war der Teich und auch eine Yojana breit; darin hatte der Fisch, o Lotosäugiger, Sohn der Kuntī, o Herr der Völker, nicht mehr Platz, sich zu regen.
Zwei Yojanas lang war der Teich und auch eine Yojana breit; darin hatte der Fisch, o Lotosäugiger, Sohn der Kuntī, o Herr der Völker, nicht mehr Platz, sich zu regen.
manuṃ matsyas tato dṛṣṭvā punar evābhyabhāṣata naya māṃ bhagavan sādho samudramahiṣīṃ prabho gaṅgāṃ tatra nivatsyāmi yathā vā tāta manyase
Als der Fisch dann Manu erblickte, sprach er wiederum zu ihm: ‚Bringe mich, Erhabener, Guter, zur Gemahlin des Ozeans, zur Gaṅgā; dort werde ich wohnen, o Vater, oder wie du es für richtig hältst.‘
Wort für Wort
manuṃ matsyas tato dṛṣṭvā punar evābhyabhāṣata naya māṃ bhagavan sādho samudramahiṣīṃ prabho gaṅgāṃ tatra nivatsyāmi yathā vā tāta manyase
Als der Fisch dann Manu erblickte, sprach er wiederum zu ihm: ‚Bringe mich, Erhabener, Guter, zur Gemahlin des Ozeans, zur Gaṅgā; dort werde ich wohnen, o Vater, oder wie du es für richtig hältst.‘
trasānāṃ sthāvarāṇāṃ ca yac ceṅgaṃ yac ca neṅgati tasya sarvasya saṃprāptaḥ kālaḥ paramadāruṇaḥ
Für alle Wesen, die zittern, und für die unbeweglichen, für das, was sich regt, und das, was sich nicht regt – für all dies ist die überaus schreckliche Zeit gekommen.
Wort für Wort
trasānāṃ sthāvarāṇāṃ ca yac ceṅgaṃ yac ca neṅgati tasya sarvasya saṃprāptaḥ kālaḥ paramadāruṇaḥ
Für alle Wesen, die zittern, und für die unbeweglichen, für das, was sich regt, und das, was sich nicht regt – für all dies ist die überaus schreckliche Zeit gekommen.
tato manur mahārāja yathoktaṃ matsyakena ha bījāny ādāya sarvāṇi sāgaraṃ pupluve tadā nāvā tu śubhayā vīra mahormiṇam ariṃdama
Da nahm Manu, o Großkönig, wie es ihm der kleine Fisch gesagt hatte, alle Samenkörner und schwamm auf dem hochwogenden Ozean dahin, o Held, o Bezwinger der Feinde, in einem prächtigen Schiff.
Wort für Wort
tato manur mahārāja yathoktaṃ matsyakena ha bījāny ādāya sarvāṇi sāgaraṃ pupluve tadā nāvā tu śubhayā vīra mahormiṇam ariṃdama
Da nahm Manu, o Großkönig, wie es ihm der kleine Fisch gesagt hatte, alle Samenkörner und schwamm auf dem hochwogenden Ozean dahin, o Held, o Bezwinger der Feinde, in einem prächtigen Schiff.
cintayām āsa ca manus taṃ matsyaṃ pṛthivīpate sa ca tac cintitaṃ jñātvā matsyaḥ parapuraṃjaya śṛṅgī tatrājagāmāśu tadā bharatasattama
Manu dachte an jenen Fisch, o Herr der Erde; und der Fisch, der dies Gedachte erkannte, o Bezwinger feindlicher Städte, kam alsbald dorthin, mit einem Horn versehen, o Bester der Bharatas.
Wort für Wort
cintayām āsa ca manus taṃ matsyaṃ pṛthivīpate sa ca tac cintitaṃ jñātvā matsyaḥ parapuraṃjaya śṛṅgī tatrājagāmāśu tadā bharatasattama
Manu dachte an jenen Fisch, o Herr der Erde; und der Fisch, der dies Gedachte erkannte, o Bezwinger feindlicher Städte, kam alsbald dorthin, mit einem Horn versehen, o Bester der Bharatas.
Als Manu, o Indra der Menschenherrscher, den Fisch im Wasserozean erblickte, mit dem Horn, wie es beschrieben worden war, einem Berg gleich emporragend,
Als Manu, o Indra der Menschenherrscher, den Fisch im Wasserozean erblickte, mit dem Horn, wie es beschrieben worden war, einem Berg gleich emporragend,
naiva bhūmir na ca diśaḥ pradiśo vā cakāśire sarvam āmbhasam evāsīt khaṃ dyauś ca narapuṃgava
Weder Erde noch Himmelsrichtungen noch Zwischenrichtungen waren mehr zu erkennen; alles war nur Wasser, Luftraum und Himmel, o Stier unter den Männern.
Wort für Wort
naiva bhūmir na ca diśaḥ pradiśo vā cakāśire sarvam āmbhasam evāsīt khaṃ dyauś ca narapuṃgava
Weder Erde noch Himmelsrichtungen noch Zwischenrichtungen waren mehr zu erkennen; alles war nur Wasser, Luftraum und Himmel, o Stier unter den Männern.
sā baddhā tatra tais tūrṇam ṛṣibhir bharatarṣabha naur matsyasya vacaḥ śrutvā śṛṅge himavatas tadā
Rasch wurde dort das Schiff von den Weisen festgebunden, o Stier der Bharatas, nachdem sie das Wort des Fisches gehört hatten, an der Spitze des Himālaya, damals.
Wort für Wort
sā baddhā tatra tais tūrṇam ṛṣibhir bharatarṣabha naur matsyasya vacaḥ śrutvā śṛṅge himavatas tadā
Rasch wurde dort das Schiff von den Weisen festgebunden, o Stier der Bharatas, nachdem sie das Wort des Fisches gehört hatten, an der Spitze des Himālaya, damals.
tac ca naubandhanaṃ nāma śṛṅgaṃ himavataḥ param khyātam adyāpi kaunteya tad viddhi bharatarṣabha
Und jene Spitze des Himālaya ist bis heute unter dem Namen Naubandhana, die Schiffsanbindung, berühmt, o Sohn der Kuntī; wisse dies, Stier der Bharatas.
Wort für Wort
tac ca naubandhanaṃ nāma śṛṅgaṃ himavataḥ param khyātam adyāpi kaunteya tad viddhi bharatarṣabha
Und jene Spitze des Himālaya ist bis heute unter dem Namen Naubandhana, die Schiffsanbindung, berühmt, o Sohn der Kuntī; wisse dies, Stier der Bharatas.
Da sprach der Blinzellose zu jenen versammelten Weisen: ‚Ich bin Prajāpati Brahmā; über mich hinaus gibt es nichts Höheres zu erreichen. In Fischgestalt habe ich euch aus dieser Gefahr errettet.
Da sprach der Blinzellose zu jenen versammelten Weisen: ‚Ich bin Prajāpati Brahmā; über mich hinaus gibt es nichts Höheres zu erreichen. In Fischgestalt habe ich euch aus dieser Gefahr errettet.
tapasā cātitīvreṇa pratibhāsya bhaviṣyati matprasādāt prajāsarge na ca mohaṃ gamiṣyati
Durch überaus heftige Askese wird ihm dies offenbar werden, durch meine Gnade; und bei der Erschaffung der Geschöpfe wird er nicht in Verwirrung geraten.‘
Wort für Wort
tapasā cātitīvreṇa pratibhāsya bhaviṣyati matprasādāt prajāsarge na ca mohaṃ gamiṣyati
Durch überaus heftige Askese wird ihm dies offenbar werden, durch meine Gnade; und bei der Erschaffung der Geschöpfe wird er nicht in Verwirrung geraten.‘
Nach diesen Worten verschwand der Fisch im Augenblick; und Manu Vaivasvata selbst, der die Geschöpfe erschaffen wollte, geriet bei der Erschaffung der Geschöpfe in Verwirrung und übte darauf große Askese.
Nach diesen Worten verschwand der Fisch im Augenblick; und Manu Vaivasvata selbst, der die Geschöpfe erschaffen wollte, geriet bei der Erschaffung der Geschöpfe in Verwirrung und übte darauf große Askese.