Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)
Kapitel 218: Skandābhiṣekaḥ
Skandas Weihe zum Heerführer und seine Vermählung
Die Seher wollen Skanda zum Indra machen; in einem höflichen Wortwechsel lehnt Skanda dies ab und überlässt Indra die Königswürde der drei Welten, lässt sich stattdessen auf eigenen Wunsch zum Heerführer (Senāpati) der Götter weihen. Es folgt eine Beschreibung seiner Pracht, seiner Waffen und seines Gefolges sowie eine ausdrückliche Gleichsetzung mit der Rudra(Śiva)-Sohn-Tradition (Agni = Rudra). Alle Götterheere huldigen ihm als ihrem Herrn. Indra erinnert sich an sein Versprechen und übergibt ihm Devasenā, die von Brahmā seit ihrer Geburt für ihn bestimmt war, zur Frau; Bṛhaspati vollzieht die Hochzeitsriten. Devasenā wird mit mehreren Glücks- und Muttergöttinnen gleichgesetzt (Ṣaṣṭhī, Lakṣmī, Sinīvālī, Kuhū). Das Kapitel schließt mit der ätiologischen Erklärung der bis heute begangenen Festtage Śrī-Pañcamī (fünfter Tag) und Ṣaṣṭhī (sechster Tag) und beendet damit den gesamten Geburts- und Erhöhungszyklus Skandas.
mārkaṇḍeya uvāca upaviṣṭaṃ tataḥ skandaṃ hiraṇyakavacasrajam hiraṇyacūḍamukuṭaṃ hiraṇyākṣaṃ mahāprabham
Mārkaṇḍeya sprach: „Darauf saß Skanda, mit goldener Rüstung und Girlande, mit goldenem Haarschopf und Diadem, mit goldenen Augen, überaus glanzvoll,
Wort für Wort mārkaṇḍeya uvāca upaviṣṭaṃ tataḥ skandaṃ hiraṇyakavacasrajam hiraṇyacūḍamukuṭaṃ hiraṇyākṣaṃ mahāprabham Mārkaṇḍeya sprach: „Darauf saß Skanda, mit goldener Rüstung und Girlande, mit goldenem Haarschopf und Diadem, mit goldenen Augen, überaus glanzvoll, lohitāmbarasaṃvītaṃ tīkṣṇadaṃṣṭraṃ manoramam sarvalakṣaṇasaṃpannaṃ trailokyasyāpi supriyam
in rote Gewänder gehüllt, mit scharfen Zähnen, bezaubernd, mit allen günstigen Kennzeichen ausgestattet, den drei Welten überaus lieb.
Wort für Wort lohitāmbarasaṃvītaṃ tīkṣṇadaṃṣṭraṃ manoramam sarvalakṣaṇasaṃpannaṃ trailokyasyāpi supriyam in rote Gewänder gehüllt, mit scharfen Zähnen, bezaubernd, mit allen günstigen Kennzeichen ausgestattet, den drei Welten überaus lieb. tatas taṃ varadaṃ śūraṃ yuvānaṃ mṛṣṭakuṇḍalam abhajat padmarūpā śrīḥ svayam eva śarīriṇī
Darauf huldigte dem gabenspendenden Helden, dem Jüngling mit den glänzenden Ohrringen, Śrī selbst, in Lotosgestalt, leibhaftig.
Wort für Wort tatas taṃ varadaṃ śūraṃ yuvānaṃ mṛṣṭakuṇḍalam abhajat padmarūpā śrīḥ svayam eva śarīriṇī Darauf huldigte dem gabenspendenden Helden, dem Jüngling mit den glänzenden Ohrringen, Śrī selbst, in Lotosgestalt, leibhaftig. śriyā juṣṭaḥ pṛthuyaśāḥ sa kumāravaras tadā niṣaṇṇo dṛśyate bhūtaiḥ paurṇamāsyāṃ yathā śaśī
Von Śrī umworben, von weitreichendem Ruhm, so wurde jener beste der Knaben, dasitzend, von den Wesen erblickt, wie der Mond zur Vollmondzeit.
Wort für Wort śriyā juṣṭaḥ pṛthuyaśāḥ sa kumāravaras tadā niṣaṇṇo dṛśyate bhūtaiḥ paurṇamāsyāṃ yathā śaśī Von Śrī umworben, von weitreichendem Ruhm, so wurde jener beste der Knaben, dasitzend, von den Wesen erblickt, wie der Mond zur Vollmondzeit. apūjayan mahātmāno brāhmaṇās taṃ mahābalam idam āhus tadā caiva skandaṃ tatra maharṣayaḥ
Die hochherzigen Brahmanen verehrten ihn, den Mächtigen; und die großen Seher sprachen dort auch dieses zu Skanda:
Wort für Wort apūjayan mahātmāno brāhmaṇās taṃ mahābalam idam āhus tadā caiva skandaṃ tatra maharṣayaḥ Die hochherzigen Brahmanen verehrten ihn, den Mächtigen; und die großen Seher sprachen dort auch dieses zu Skanda: hiraṇyavarṇa bhadraṃ te lokānāṃ śaṃkaro bhava tvayā ṣaḍrātrajātena sarve lokā vaśīkṛtāḥ
‚Goldfarbener, Heil dir! Werde der Wohltäter der Welten; durch dich, den in sechs Nächten Geborenen, wurden alle Welten bezwungen.
Wort für Wort hiraṇyavarṇa bhadraṃ te lokānāṃ śaṃkaro bhava tvayā ṣaḍrātrajātena sarve lokā vaśīkṛtāḥ ‚Goldfarbener, Heil dir! Werde der Wohltäter der Welten; durch dich, den in sechs Nächten Geborenen, wurden alle Welten bezwungen. abhayaṃ ca punar dattaṃ tvayaivaiṣāṃ surottama tasmād indro bhavān astu trailokyasyābhayaṃkaraḥ
Und Sicherheit wurde ihnen wiederum eben von dir gewährt, o Bester der Götter; deshalb sollst du Indra werden, der den drei Welten Sicherheit bringt.‘
Wort für Wort abhayaṃ ca punar dattaṃ tvayaivaiṣāṃ surottama tasmād indro bhavān astu trailokyasyābhayaṃkaraḥ Und Sicherheit wurde ihnen wiederum eben von dir gewährt, o Bester der Götter; deshalb sollst du Indra werden, der den drei Welten Sicherheit bringt.‘ skanda uvāca kim indraḥ sarvalokānāṃ karotīha tapodhanāḥ kathaṃ devagaṇāṃś caiva pāti nityaṃ sureśvaraḥ
Skanda sprach: ‚Was tut Indra hier für alle Welten, ihr Askese-Reichen? Wie beschützt der Götterherr beständig die Götterscharen?‘
Wort für Wort skanda uvāca kim indraḥ sarvalokānāṃ karotīha tapodhanāḥ kathaṃ devagaṇāṃś caiva pāti nityaṃ sureśvaraḥ Skanda sprach: ‚Was tut Indra hier für alle Welten, ihr Askese-Reichen? Wie beschützt der Götterherr beständig die Götterscharen?‘ ṛṣaya ūcuḥ indro diśati bhūtānāṃ balaṃ tejaḥ prajāḥ sukham tuṣṭaḥ prayacchati tathā sarvān dāyān sureśvaraḥ
Die Seher sprachen: ‚Indra verleiht den Wesen Kraft, Glanz, Nachkommenschaft, Glück; zufrieden gewährt der Götterherr ebenso alle ihre Anteile.
Wort für Wort ṛṣaya ūcuḥ indro diśati bhūtānāṃ balaṃ tejaḥ prajāḥ sukham tuṣṭaḥ prayacchati tathā sarvān dāyān sureśvaraḥ Die Seher sprachen: ‚Indra verleiht den Wesen Kraft, Glanz, Nachkommenschaft, Glück; zufrieden gewährt der Götterherr ebenso alle ihre Anteile. durvṛttānāṃ saṃharati vṛttasthānāṃ prayacchati anuśāsti ca bhūtāni kāryeṣu balasūdanaḥ
Die Übeltäter vernichtet er, den Rechtschaffenen gewährt er Gaben; und der Bezwinger Balas leitet die Wesen bei ihren Aufgaben an.
Wort für Wort durvṛttānāṃ saṃharati vṛttasthānāṃ prayacchati anuśāsti ca bhūtāni kāryeṣu balasūdanaḥ Die Übeltäter vernichtet er, den Rechtschaffenen gewährt er Gaben; und der Bezwinger Balas leitet die Wesen bei ihren Aufgaben an. asūrye ca bhavet sūryas tathācandre ca candramāḥ bhavaty agniś ca vāyuś ca pṛthivy āpaś ca kāraṇaiḥ
Bei fehlender Sonne wird er zur Sonne, ebenso bei fehlendem Mond zum Mond; er wird zu Feuer, Wind, Erde und Wasser durch entsprechende Ursachen.
Wort für Wort asūrye ca bhavet sūryas tathācandre ca candramāḥ bhavaty agniś ca vāyuś ca pṛthivy āpaś ca kāraṇaiḥ Bei fehlender Sonne wird er zur Sonne, ebenso bei fehlendem Mond zum Mond; er wird zu Feuer, Wind, Erde und Wasser durch entsprechende Ursachen. etad indreṇa kartavyam indre hi vipulaṃ balam tvaṃ ca vīra balaśreṣṭhas tasmād indro bhavasva naḥ
Dies ist von Indra zu vollbringen, denn in Indra ist gewaltige Kraft; und du, Held, bist der Beste an Kraft – deshalb werde unser Indra.‘
Wort für Wort etad indreṇa kartavyam indre hi vipulaṃ balam tvaṃ ca vīra balaśreṣṭhas tasmād indro bhavasva naḥ Dies ist von Indra zu vollbringen, denn in Indra ist gewaltige Kraft; und du, Held, bist der Beste an Kraft – deshalb werde unser Indra.‘ śakra uvāca bhavasvendro mahābāho sarveṣāṃ naḥ sukhāvahaḥ abhiṣicyasva caivādya prāptarūpo 'si sattama
Śakra sprach: ‚Werde Indra, Starkarmiger, uns allen Glück bringend; lass dich noch heute weihen, denn du hast die rechte Gestalt dafür erlangt, du Bester.‘
Wort für Wort śakra uvāca bhavasvendro mahābāho sarveṣāṃ naḥ sukhāvahaḥ abhiṣicyasva caivādya prāptarūpo 'si sattama Śakra sprach: ‚Werde Indra, Starkarmiger, uns allen Glück bringend; lass dich noch heute weihen, denn du hast die rechte Gestalt dafür erlangt, du Bester.‘ skanda uvāca śādhi tvam eva trailokyam avyagro vijaye rataḥ ahaṃ te kiṃkaraḥ śakra na mamendratvam īpsitam
Skanda sprach: ‚Beherrsche du selbst die drei Welten, unbeirrt, dem Sieg zugetan; ich bin dein Diener, Śakra, ich begehre die Indraschaft nicht.‘
Wort für Wort skanda uvāca śādhi tvam eva trailokyam avyagro vijaye rataḥ ahaṃ te kiṃkaraḥ śakra na mamendratvam īpsitam Skanda sprach: ‚Beherrsche du selbst die drei Welten, unbeirrt, dem Sieg zugetan; ich bin dein Diener, Śakra, ich begehre die Indraschaft nicht.‘ śakra uvāca balaṃ tavādbhutaṃ vīra tvaṃ devānām arīñ jahi avajñāsyanti māṃ lokā vīryeṇa tava vismitāḥ
Śakra sprach: ‚Deine Kraft ist wunderbar, Held; du sollst die Feinde der Götter erschlagen. Die Welten werden mich verachten, erstaunt über deine Tapferkeit.
Wort für Wort śakra uvāca balaṃ tavādbhutaṃ vīra tvaṃ devānām arīñ jahi avajñāsyanti māṃ lokā vīryeṇa tava vismitāḥ Śakra sprach: ‚Deine Kraft ist wunderbar, Held; du sollst die Feinde der Götter erschlagen. Die Welten werden mich verachten, erstaunt über deine Tapferkeit. indratve 'pi sthitaṃ vīra balahīnaṃ parājitam āvayoś ca mitho bhede prayatiṣyanty atandritāḥ
Selbst im Indra-Amt würde man mich, Held, als kraftlos und besiegt ansehen; und bei einer Entzweiung zwischen uns beiden würden sie unermüdlich darauf hinwirken.
Wort für Wort indratve 'pi sthitaṃ vīra balahīnaṃ parājitam āvayoś ca mitho bhede prayatiṣyanty atandritāḥ Selbst im Indra-Amt würde man mich, Held, als kraftlos und besiegt ansehen; und bei einer Entzweiung zwischen uns beiden würden sie unermüdlich darauf hinwirken. bhedite ca tvayi vibho loko dvaidham upeṣyati dvidhābhūteṣu lokeṣu niściteṣv āvayos tathā vigrahaḥ saṃpravarteta bhūtabhedān mahābala
Und wärest du entzweit, o Herr, würde die Welt sich spalten; wenn sich die Welten so in zwei Teile geteilt hätten, würde sich zwischen uns beiden ein Streit entwickeln, aus der Spaltung der Wesen, du Mächtiger.
Wort für Wort bhedite ca tvayi vibho loko dvaidham upeṣyati dvidhābhūteṣu lokeṣu niściteṣv āvayos tathā vigrahaḥ saṃpravarteta bhūtabhedān mahābala Und wärest du entzweit, o Herr, würde die Welt sich spalten; wenn sich die Welten so in zwei Teile geteilt hätten, würde sich zwischen uns beiden ein Streit entwickeln, aus der Spaltung der Wesen, du Mächtiger. tatra tvaṃ māṃ raṇe tāta yathāśraddhaṃ vijeṣyasi tasmād indro bhavān adya bhavitā mā vicāraya
Dabei würdest du mich im Kampf, mein Sohn, ganz nach Belieben besiegen; deshalb sollst du heute Indra werden – zögere nicht.‘
Wort für Wort tatra tvaṃ māṃ raṇe tāta yathāśraddhaṃ vijeṣyasi tasmād indro bhavān adya bhavitā mā vicāraya Dabei würdest du mich im Kampf, mein Sohn, ganz nach Belieben besiegen; deshalb sollst du heute Indra werden – zögere nicht.‘ skanda uvāca tvam eva rājā bhadraṃ te trailokyasya mamaiva ca karomi kiṃ ca te śakra śāsanaṃ tad bravīhi me
Skanda sprach: ‚Du selbst, Heil dir, bist der König der drei Welten und auch meiner; was soll ich tun? Nenne mir deinen Befehl, Śakra.‘
Wort für Wort skanda uvāca tvam eva rājā bhadraṃ te trailokyasya mamaiva ca karomi kiṃ ca te śakra śāsanaṃ tad bravīhi me Skanda sprach: ‚Du selbst, Heil dir, bist der König der drei Welten und auch meiner; was soll ich tun? Nenne mir deinen Befehl, Śakra.‘ śakra uvāca yadi satyam idaṃ vākyaṃ niścayād bhāṣitaṃ tvayā yadi vā śāsanaṃ skanda kartum icchasi me śṛṇu
Śakra sprach: ‚Wenn dieses Wort wahrhaftig ist, aus fester Überzeugung von dir gesprochen, und wenn du, Skanda, meinen Befehl ausführen willst, so höre:
Wort für Wort śakra uvāca yadi satyam idaṃ vākyaṃ niścayād bhāṣitaṃ tvayā yadi vā śāsanaṃ skanda kartum icchasi me śṛṇu Śakra sprach: ‚Wenn dieses Wort wahrhaftig ist, aus fester Überzeugung von dir gesprochen, und wenn du, Skanda, meinen Befehl ausführen willst, so höre: abhiṣicyasva devānāṃ senāpatye mahābala aham indro bhaviṣyāmi tava vākyān mahābala
Lass dich zum Heerführer der Götter weihen, du Mächtiger; ich werde auf dein Wort hin Indra bleiben, du Mächtiger.‘
Wort für Wort abhiṣicyasva devānāṃ senāpatye mahābala aham indro bhaviṣyāmi tava vākyān mahābala Lass dich zum Heerführer der Götter weihen, du Mächtiger; ich werde auf dein Wort hin Indra bleiben, du Mächtiger.‘ skanda uvāca dānavānāṃ vināśāya devānām arthasiddhaye gobrāhmaṇasya trāṇārthaṃ senāpatye 'bhiṣiñca mām
Skanda sprach: ‚Zur Vernichtung der Dānavas, zur Erfüllung der Zwecke der Götter, zum Schutz von Kühen und Brahmanen weihe mich zum Heerführer.‘
Wort für Wort skanda uvāca dānavānāṃ vināśāya devānām arthasiddhaye gobrāhmaṇasya trāṇārthaṃ senāpatye 'bhiṣiñca mām Skanda sprach: ‚Zur Vernichtung der Dānavas, zur Erfüllung der Zwecke der Götter, zum Schutz von Kühen und Brahmanen weihe mich zum Heerführer.‘ mārkaṇḍeya uvāca so 'bhiṣikto maghavatā sarvair devagaṇaiḥ saha atīva śuśubhe tatra pūjyamāno maharṣibhiḥ
Von Maghavan, zusammen mit allen Götterscharen, geweiht, erstrahlte er dort überaus, von den großen Sehern verehrt.
Wort für Wort mārkaṇḍeya uvāca so 'bhiṣikto maghavatā sarvair devagaṇaiḥ saha atīva śuśubhe tatra pūjyamāno maharṣibhiḥ Von Maghavan, zusammen mit allen Götterscharen, geweiht, erstrahlte er dort überaus, von den großen Sehern verehrt. tasya tat kāñcanaṃ chatraṃ dhriyamāṇaṃ vyarocata yathaiva susamiddhasya pāvakasyātmamaṇḍalam
Sein goldener Schirm, über ihm gehalten, erstrahlte gleich der Feuerscheibe des gut entfachten Opferfeuers selbst.
Wort für Wort tasya tat kāñcanaṃ chatraṃ dhriyamāṇaṃ vyarocata yathaiva susamiddhasya pāvakasyātmamaṇḍalam Sein goldener Schirm, über ihm gehalten, erstrahlte gleich der Feuerscheibe des gut entfachten Opferfeuers selbst. viśvakarmakṛtā cāsya divyā mālā hiraṇmayī ābaddhā tripuraghnena svayam eva yaśasvinā
Und seine göttliche, goldene, von Viśvakarman gefertigte Girlande wurde ihm vom ruhmreichen Zerstörer der Tripura selbst umgebunden.
Wort für Wort viśvakarmakṛtā cāsya divyā mālā hiraṇmayī ābaddhā tripuraghnena svayam eva yaśasvinā Und seine göttliche, goldene, von Viśvakarman gefertigte Girlande wurde ihm vom ruhmreichen Zerstörer der Tripura selbst umgebunden. āgamya manujavyāghra saha devyā paraṃtapa arcayām āsa suprīto bhagavān govṛṣadhvajaḥ
Er kam, zusammen mit der Göttin, o Tiger unter den Menschen, du Feindebezwinger, und der erhabene, dessen Banner den Rinderstier zeigt, verehrte ihn hocherfreut.
Wort für Wort āgamya manujavyāghra saha devyā paraṃtapa arcayām āsa suprīto bhagavān govṛṣadhvajaḥ Er kam, zusammen mit der Göttin, o Tiger unter den Menschen, du Feindebezwinger, und der erhabene, dessen Banner den Rinderstier zeigt, verehrte ihn hocherfreut. rudram agniṃ dvijāḥ prāhū rudrasūnus tatas tu saḥ rudreṇa śukram utsṛṣṭaṃ tac chvetaḥ parvato 'bhavat pāvakasyendriyaṃ śvete kṛttikābhiḥ kṛtaṃ nage
Die Zweifachgeborenen nennen Agni auch Rudra; deshalb ist jener der Sohn Rudras. Der von Rudra ausgeschüttete Same wurde jener weiße Berg; und Agnis Samen wurde auf dem weißen Berg von den Kṛttikās aufgenommen.
Wort für Wort rudram agniṃ dvijāḥ prāhū rudrasūnus tatas tu saḥ rudreṇa śukram utsṛṣṭaṃ tac chvetaḥ parvato 'bhavat pāvakasyendriyaṃ śvete kṛttikābhiḥ kṛtaṃ nage Die Zweifachgeborenen nennen Agni auch Rudra; deshalb ist jener der Sohn Rudras. Der von Rudra ausgeschüttete Same wurde jener weiße Berg; und Agnis Samen wurde auf dem weißen Berg von den Kṛttikās aufgenommen. Dieser Vers verknüpft die hier erzählte Agni-Geburt Skandas ausdrücklich mit der andernorts geläufigen Śiva(Rudra)-Geburtstradition, indem Agni und Rudra gleichgesetzt werden.
pūjyamānaṃ tu rudreṇa dṛṣṭvā sarve divaukasaḥ rudrasūnuṃ tataḥ prāhur guhaṃ guṇavatāṃ varam
Als sie ihn, von Rudra verehrt, sahen, nannten ihn da alle Himmelsbewohner den Sohn Rudras, Guha, den Besten der Tugendhaften.
Wort für Wort pūjyamānaṃ tu rudreṇa dṛṣṭvā sarve divaukasaḥ rudrasūnuṃ tataḥ prāhur guhaṃ guṇavatāṃ varam Als sie ihn, von Rudra verehrt, sahen, nannten ihn da alle Himmelsbewohner den Sohn Rudras, Guha, den Besten der Tugendhaften. anupraviśya rudreṇa vahniṃ jāto hy ayaṃ śiśuḥ tatra jātas tataḥ skando rudrasūnus tato 'bhavat
Nachdem Rudra in Agni eingegangen war, ist dieser Knabe geboren worden; dort geboren, wurde Skanda dadurch zum Sohn Rudras.
Wort für Wort anupraviśya rudreṇa vahniṃ jāto hy ayaṃ śiśuḥ tatra jātas tataḥ skando rudrasūnus tato 'bhavat Nachdem Rudra in Agni eingegangen war, ist dieser Knabe geboren worden; dort geboren, wurde Skanda dadurch zum Sohn Rudras. rudrasya vahneḥ svāhāyāḥ ṣaṇṇāṃ strīṇāṃ ca tejasā jātaḥ skandaḥ suraśreṣṭho rudrasūnus tato 'bhavat
Durch die Glutkraft Rudras, Agnis, Svāhās und der sechs Frauen wurde Skanda geboren, der Beste der Götter; so wurde er zum Sohn Rudras.
Wort für Wort rudrasya vahneḥ svāhāyāḥ ṣaṇṇāṃ strīṇāṃ ca tejasā jātaḥ skandaḥ suraśreṣṭho rudrasūnus tato 'bhavat Durch die Glutkraft Rudras, Agnis, Svāhās und der sechs Frauen wurde Skanda geboren, der Beste der Götter; so wurde er zum Sohn Rudras. araje vāsasī rakte vasānaḥ pāvakātmajaḥ bhāti dīptavapuḥ śrīmān raktābhrābhyām ivāṃśumān
In zwei makellose, rote Gewänder gekleidet, erstrahlt der Sohn Agnis mit leuchtendem Körper, glanzvoll, wie die Sonne zwischen zwei roten Wolken.
Wort für Wort araje vāsasī rakte vasānaḥ pāvakātmajaḥ bhāti dīptavapuḥ śrīmān raktābhrābhyām ivāṃśumān In zwei makellose, rote Gewänder gekleidet, erstrahlt der Sohn Agnis mit leuchtendem Körper, glanzvoll, wie die Sonne zwischen zwei roten Wolken. kukkuṭaś cāgninā dattas tasya ketur alaṃkṛtaḥ rathe samucchrito bhāti kālāgnir iva lohitaḥ
Und der von Agni gegebene Hahn, sein geschmücktes Banner, erhoben auf dem Wagen, erstrahlt rot wie das Weltuntergangsfeuer.
Wort für Wort kukkuṭaś cāgninā dattas tasya ketur alaṃkṛtaḥ rathe samucchrito bhāti kālāgnir iva lohitaḥ Und der von Agni gegebene Hahn, sein geschmücktes Banner, erhoben auf dem Wagen, erstrahlt rot wie das Weltuntergangsfeuer. viveśa kavacaṃ cāsya śarīraṃ sahajaṃ tataḥ yudhyamānasya devasya prādurbhavati tat sadā
Und die Rüstung ging in seinen Körper ein, ihm angeboren; sie erscheint stets, wenn der Gott kämpft.
Wort für Wort viveśa kavacaṃ cāsya śarīraṃ sahajaṃ tataḥ yudhyamānasya devasya prādurbhavati tat sadā Und die Rüstung ging in seinen Körper ein, ihm angeboren; sie erscheint stets, wenn der Gott kämpft. śaktir varma balaṃ tejaḥ kāntatvaṃ satyam akṣatiḥ brahmaṇyatvam asaṃmoho bhaktānāṃ parirakṣaṇam
Speerkraft, Rüstung, Stärke, Glut, Lieblichkeit, Wahrhaftigkeit, Unversehrtheit, Brahmanenfreundlichkeit, Unbeirrbarkeit, der Schutz der Ergebenen,
Wort für Wort śaktir varma balaṃ tejaḥ kāntatvaṃ satyam akṣatiḥ brahmaṇyatvam asaṃmoho bhaktānāṃ parirakṣaṇam Speerkraft, Rüstung, Stärke, Glut, Lieblichkeit, Wahrhaftigkeit, Unversehrtheit, Brahmanenfreundlichkeit, Unbeirrbarkeit, der Schutz der Ergebenen, nikṛntanaṃ ca śatrūṇāṃ lokānāṃ cābhirakṣaṇam skandena saha jātāni sarvāṇy eva janādhipa
sowie die Vernichtung der Feinde und der Schutz der Welten – all dies entstand zusammen mit Skanda, o Herrscher der Menschen.
Wort für Wort nikṛntanaṃ ca śatrūṇāṃ lokānāṃ cābhirakṣaṇam skandena saha jātāni sarvāṇy eva janādhipa sowie die Vernichtung der Feinde und der Schutz der Welten – all dies entstand zusammen mit Skanda, o Herrscher der Menschen. evaṃ devagaṇaiḥ sarvaiḥ so 'bhiṣiktaḥ svalaṃkṛtaḥ babhau pratītaḥ sumanāḥ paripūrṇendudarśanaḥ
So, von allen Götterscharen geweiht und reich geschmückt, erstrahlte er, zuversichtlich, wohlgesinnt, im Anblick dem vollen Mond gleich.
Wort für Wort evaṃ devagaṇaiḥ sarvaiḥ so 'bhiṣiktaḥ svalaṃkṛtaḥ babhau pratītaḥ sumanāḥ paripūrṇendudarśanaḥ So, von allen Götterscharen geweiht und reich geschmückt, erstrahlte er, zuversichtlich, wohlgesinnt, im Anblick dem vollen Mond gleich. iṣṭaiḥ svādhyāyaghoṣaiś ca devatūryaravair api devagandharvagītaiś ca sarvair apsarasāṃ gaṇaiḥ
Mit angenehmen Rezitationsklängen der Veden, mit dem Schall göttlicher Musikinstrumente, mit Gesängen der Götter und Gandharvas, und mit allen Scharen der Apsaras –
Wort für Wort iṣṭaiḥ svādhyāyaghoṣaiś ca devatūryaravair api devagandharvagītaiś ca sarvair apsarasāṃ gaṇaiḥ Mit angenehmen Rezitationsklängen der Veden, mit dem Schall göttlicher Musikinstrumente, mit Gesängen der Götter und Gandharvas, und mit allen Scharen der Apsaras – etaiś cānyaiś ca vividhair hṛṣṭatuṣṭair alaṃkṛtaiḥ krīḍann iva tadā devair abhiṣiktaḥ sa pāvakiḥ
mit diesen und anderen mannigfaltigen, hocherfreuten, geschmückten Begleiterscheinungen wurde der Sohn Agnis, wie im Spiel, von den Göttern geweiht.
Wort für Wort etaiś cānyaiś ca vividhair hṛṣṭatuṣṭair alaṃkṛtaiḥ krīḍann iva tadā devair abhiṣiktaḥ sa pāvakiḥ mit diesen und anderen mannigfaltigen, hocherfreuten, geschmückten Begleiterscheinungen wurde der Sohn Agnis, wie im Spiel, von den Göttern geweiht. abhiṣiktaṃ mahāsenam apaśyanta divaukasaḥ vinihatya tamaḥ sūryaṃ yathehābhyuditaṃ tathā
Die Himmelsbewohner sahen den geweihten Mahāsena wie die Sonne, die, die Finsternis vertreibend, hier aufgegangen ist.
Wort für Wort abhiṣiktaṃ mahāsenam apaśyanta divaukasaḥ vinihatya tamaḥ sūryaṃ yathehābhyuditaṃ tathā Die Himmelsbewohner sahen den geweihten Mahāsena wie die Sonne, die, die Finsternis vertreibend, hier aufgegangen ist. athainam abhyayuḥ sarvā devasenāḥ sahasraśaḥ asmākaṃ tvaṃ patir iti bruvāṇāḥ sarvatodiśam
Da traten alle Götterheerscharen zu Tausenden zu ihm heran, von allen Seiten sprechend: ‚Du bist unser Herr!‘
Wort für Wort athainam abhyayuḥ sarvā devasenāḥ sahasraśaḥ asmākaṃ tvaṃ patir iti bruvāṇāḥ sarvatodiśam Da traten alle Götterheerscharen zu Tausenden zu ihm heran, von allen Seiten sprechend: ‚Du bist unser Herr!‘ tāḥ samāsādya bhagavān sarvabhūtagaṇair vṛtaḥ arcitaś ca stutaś caiva sāntvayām āsa tā api
Diese empfangend, der Erhabene, von allen Wesensscharen umgeben, verehrt und gepriesen, beruhigte auch sie.
Wort für Wort tāḥ samāsādya bhagavān sarvabhūtagaṇair vṛtaḥ arcitaś ca stutaś caiva sāntvayām āsa tā api Diese empfangend, der Erhabene, von allen Wesensscharen umgeben, verehrt und gepriesen, beruhigte auch sie. śatakratuś cābhiṣicya skandaṃ senāpatiṃ tadā sasmāra tāṃ devasenāṃ yā sā tena vimokṣitā
Und nachdem Śatakratu Skanda da zum Heerführer geweiht hatte, erinnerte er sich an jene Devasenā, die von ihm einst befreit worden war.
Wort für Wort śatakratuś cābhiṣicya skandaṃ senāpatiṃ tadā sasmāra tāṃ devasenāṃ yā sā tena vimokṣitā Und nachdem Śatakratu Skanda da zum Heerführer geweiht hatte, erinnerte er sich an jene Devasenā, die von ihm einst befreit worden war. ayaṃ tasyāḥ patir nūnaṃ vihito brahmaṇā svayam iti cintyānayām āsa devasenāṃ svalaṃkṛtām
‚Dieser hier ist gewiss ihr Gatte, von Brahmā selbst bestimmt‘ – so denkend, ließ er die reich geschmückte Devasenā herbeibringen.
Wort für Wort ayaṃ tasyāḥ patir nūnaṃ vihito brahmaṇā svayam iti cintyānayām āsa devasenāṃ svalaṃkṛtām ‚Dieser hier ist gewiss ihr Gatte, von Brahmā selbst bestimmt‘ – so denkend, ließ er die reich geschmückte Devasenā herbeibringen. skandaṃ covāca balabhid iyaṃ kanyā surottama ajāte tvayi nirdiṣṭā tava patnī svayaṃbhuvā
Und der Bala-Bezwinger sprach zu Skanda: ‚Dieses Mädchen, o Bester der Götter, wurde, noch bevor du geboren warst, von dem Selbstentstandenen als deine Gattin bestimmt.
Wort für Wort skandaṃ covāca balabhid iyaṃ kanyā surottama ajāte tvayi nirdiṣṭā tava patnī svayaṃbhuvā Und der Bala-Bezwinger sprach zu Skanda: ‚Dieses Mädchen, o Bester der Götter, wurde, noch bevor du geboren warst, von dem Selbstentstandenen als deine Gattin bestimmt. tasmāt tvam asyā vidhivat pāṇiṃ mantrapuraskṛtam gṛhāṇa dakṣiṇaṃ devyāḥ pāṇinā padmavarcasam
Deshalb ergreife du nach der Vorschrift, von Mantras begleitet, mit deiner Hand die rechte Hand der Göttlichen, die dem Lotos an Glanz gleicht.‘
Wort für Wort tasmāt tvam asyā vidhivat pāṇiṃ mantrapuraskṛtam gṛhāṇa dakṣiṇaṃ devyāḥ pāṇinā padmavarcasam Deshalb ergreife du nach der Vorschrift, von Mantras begleitet, mit deiner Hand die rechte Hand der Göttlichen, die dem Lotos an Glanz gleicht.‘ evam uktaḥ sa jagrāha tasyāḥ pāṇiṃ yathāvidhi bṛhaspatir mantravidhiṃ jajāpa ca juhāva ca
So angesprochen, ergriff er ihre Hand nach der Vorschrift; Bṛhaspati murmelte die Mantra-Formeln und vollzog die Opferspenden.
Wort für Wort evam uktaḥ sa jagrāha tasyāḥ pāṇiṃ yathāvidhi bṛhaspatir mantravidhiṃ jajāpa ca juhāva ca So angesprochen, ergriff er ihre Hand nach der Vorschrift; Bṛhaspati murmelte die Mantra-Formeln und vollzog die Opferspenden. evaṃ skandasya mahiṣīṃ devasenāṃ vidur budhāḥ ṣaṣṭhīṃ yāṃ brāhmaṇāḥ prāhur lakṣmīm āśāṃ sukhapradām sinīvālīṃ kuhūṃ caiva sadvṛttim aparājitām
So kennen die Weisen Devasenā als Skandas Hauptgemahlin – sie, die die Brahmanen auch Ṣaṣṭhī nennen, Lakṣmī, Āśā, die Glückspendende, Sinīvālī und Kuhū, die Tugendhafte, Unbesiegte.
Wort für Wort evaṃ skandasya mahiṣīṃ devasenāṃ vidur budhāḥ ṣaṣṭhīṃ yāṃ brāhmaṇāḥ prāhur lakṣmīm āśāṃ sukhapradām sinīvālīṃ kuhūṃ caiva sadvṛttim aparājitām So kennen die Weisen Devasenā als Skandas Hauptgemahlin – sie, die die Brahmanen auch Ṣaṣṭhī nennen, Lakṣmī, Āśā, die Glückspendende, Sinīvālī und Kuhū, die Tugendhafte, Unbesiegte. Devasenā wird hier ausdrücklich mit mehreren, teils schon früher genannten Göttinnen gleichgesetzt (u.a. Sinīvālī und Kuhū, Kap. 208) sowie mit Ṣaṣṭhī, der bis heute verehrten Kindersegen-Göttin, deren Festtag der sechste Tag der Monatshälfte ist.
yadā skandaḥ patir labdhaḥ śāśvato devasenayā tadā tam āśrayal lakṣmīḥ svayaṃ devī śarīriṇī
Als Skanda von Devasenā als ewiger Gatte erlangt wurde, da nahm die Göttin Lakṣmī selbst, leibhaftig, bei ihm Zuflucht.
Wort für Wort yadā skandaḥ patir labdhaḥ śāśvato devasenayā tadā tam āśrayal lakṣmīḥ svayaṃ devī śarīriṇī Als Skanda von Devasenā als ewiger Gatte erlangt wurde, da nahm die Göttin Lakṣmī selbst, leibhaftig, bei ihm Zuflucht. śrījuṣṭaḥ pañcamīṃ skandas tasmāc chrīpañcamī smṛtā ṣaṣṭhyāṃ kṛtārtho 'bhūd yasmāt tasmāt ṣaṣṭhī mahātithiḥ
Da Skanda am fünften Tag von Śrī umworben wurde, gilt seitdem der fünfte Tag als Śrī-Pañcamī; und da er am sechsten Tag sein Ziel erreichte, ist der sechste Tag der große Festtag.“
Wort für Wort śrījuṣṭaḥ pañcamīṃ skandas tasmāc chrīpañcamī smṛtā ṣaṣṭhyāṃ kṛtārtho 'bhūd yasmāt tasmāt ṣaṣṭhī mahātithiḥ Da Skanda am fünften Tag von Śrī umworben wurde, gilt seitdem der fünfte Tag als Śrī-Pañcamī; und da er am sechsten Tag sein Ziel erreichte, ist der sechste Tag der große Festtag.“
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