Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 290: Kuntyupākhyānam (4) Kuntī erprobt den Zauberspruch an Sūrya

Nach dem Weggang des Brahmanen erprobt die neugierige Kuntī den erhaltenen Zauberspruch an der aufgehenden Sonne. Sūrya erscheint ihr - durch Yoga-Kraft zweigeteilt, sodass er zugleich am Himmel weiterscheint - und besteht darauf, den Ruf nicht unerfüllt zu lassen: da sie ja einen Sohn von ihm gewünscht habe, solle sie sich ihm hingeben, andernfalls drohe er, sie samt dem unwissenden Brahmanen und ihrem Vater zu verfluchen und zu verbrennen. Kuntī bittet zunächst erschrocken um Rückzug, verweist auf den ihr obliegenden Schutz ihrer Jungfräulichkeit und auf die Verfügungsgewalt ihrer Eltern über ihren Leib sowie darauf, den Zauberspruch nur kindlich-neugierig erprobt zu haben. Sūrya gewährt ihr zwar Nachsicht für ihre Jugend, besteht aber unbeirrt darauf, dass sie sich ihm hingebe, da er sonst vor allen Göttern dem Spott ausgesetzt wäre.

vaiśaṃpāyana uvāca gate tasmin dvijaśreṣṭhe kasmiṃś cit kālaparyaye cintayām āsa sā kanyā mantragrāmabalābalam

Nachdem jener beste der Zweifachgeborenen gegangen war, überlegte jene Jungfrau nach einiger Zeit, wie stark oder schwach wohl die ihr von jenem Hochherzigen gegebene Gruppe von Zaubersprüchen sei; sie werde deren Kraft wohl bald erproben.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca gate tasmin dvijaśreṣṭhe kasmiṃś cit kālaparyaye cintayām āsa sā kanyā mantragrāmabalābalam
Nachdem jener beste der Zweifachgeborenen gegangen war, überlegte jene Jungfrau nach einiger Zeit, wie stark oder schwach wohl die ihr von jenem Hochherzigen gegebene Gruppe von Zaubersprüchen sei; sie werde deren Kraft wohl bald erproben.

Kuntīs innerer Gedankengang (V.1-2 im Sanskrit als kurze, mit 'cintayām āsa' eingeleitete Selbstansprache formuliert) wurde zur Vermeidung unnötiger Anführungszeichen in indirekte Rede umgeformt.

ayaṃ vai kīdṛśas tena mama datto mahātmanā mantragrāmo balaṃ tasya jñāsye nāticirād iva

Wie beschaffen wohl diese ihr gegebene Gruppe von Zaubersprüchen sei, das werde sie nicht mehr lange hinausschieben zu erfahren.

Wort für Wort
ayaṃ vai kīdṛśas tena mama datto mahātmanā mantragrāmo balaṃ tasya jñāsye nāticirād iva
Wie beschaffen wohl diese ihr gegebene Gruppe von Zaubersprüchen sei, das werde sie nicht mehr lange hinausschieben zu erfahren.

evaṃ saṃcintayantī sā dadarśartuṃ yadṛcchayā vrīḍitā sābhavad bālā kanyābhāve rajasvalā

Während sie so nachsann, bemerkte sie zufällig ihre Monatsblutung; beschämt war das Mädchen, da sie noch unverheiratet menstruierte.

Wort für Wort
evaṃ saṃcintayantī sā dadarśartuṃ yadṛcchayā vrīḍitā sābhavad bālā kanyābhāve rajasvalā
Während sie so nachsann, bemerkte sie zufällig ihre Monatsblutung; beschämt war das Mädchen, da sie noch unverheiratet menstruierte.

athodyantaṃ sahasrāṃśuṃ pṛthā dīptaṃ dadarśa ha na tatarpa ca rūpeṇa bhānoḥ saṃdhyāgatasya sā

Da erblickte Pṛthā den aufgehenden, leuchtenden Tausendstrahligen; und sie wurde nicht satt am Anblick der zur Dämmerung gekommenen Sonne.

Wort für Wort
athodyantaṃ sahasrāṃśuṃ pṛthā dīptaṃ dadarśa ha na tatarpa ca rūpeṇa bhānoḥ saṃdhyāgatasya sā
Da erblickte Pṛthā den aufgehenden, leuchtenden Tausendstrahligen; und sie wurde nicht satt am Anblick der zur Dämmerung gekommenen Sonne.

tasyā dṛṣṭir abhūd divyā sāpaśyad divyadarśanam āmuktakavacaṃ devaṃ kuṇḍalābhyāṃ vibhūṣitam

Ihr Blick wurde göttlich; sie sah den Gott von göttlichem Aussehen, mit angelegtem Panzer, durch die beiden Ohrringe geschmückt.

Wort für Wort
tasyā dṛṣṭir abhūd divyā sāpaśyad divyadarśanam āmuktakavacaṃ devaṃ kuṇḍalābhyāṃ vibhūṣitam
Ihr Blick wurde göttlich; sie sah den Gott von göttlichem Aussehen, mit angelegtem Panzer, durch die beiden Ohrringe geschmückt.

tasyāḥ kautūhalaṃ tv āsīn mantraṃ prati narādhipa āhvānam akarot sātha tasya devasya bhāminī

Neugier erfasste sie hinsichtlich des Zauberspruchs, Herrscher der Menschen; da vollzog jene Schöne die Anrufung jenes Gottes.

Wort für Wort
tasyāḥ kautūhalaṃ tv āsīn mantraṃ prati narādhipa āhvānam akarot sātha tasya devasya bhāminī
Neugier erfasste sie hinsichtlich des Zauberspruchs, Herrscher der Menschen; da vollzog jene Schöne die Anrufung jenes Gottes.

prāṇān upaspṛśya tadā ājuhāva divākaram ājagāma tato rājaṃs tvaramāṇo divākaraḥ

Nachdem sie ihre Lebenshauche gereinigt hatte, rief sie damals den Tagesmacher herbei; da kam, o König, eilends der Tagesmacher herbei.

Wort für Wort
prāṇān upaspṛśya tadā ājuhāva divākaram ājagāma tato rājaṃs tvaramāṇo divākaraḥ
Nachdem sie ihre Lebenshauche gereinigt hatte, rief sie damals den Tagesmacher herbei; da kam, o König, eilends der Tagesmacher herbei.

madhupiṅgo mahābāhuḥ kambugrīvo hasann iva aṅgadī baddhamukuṭo diśaḥ prajvālayann iva

Honigfarben, starkarmig, mit einem Hals wie eine Muschel, gleichsam lächelnd, mit Armreifen geschmückt, das Diadem gebunden, gleichsam die Himmelsrichtungen entflammend.

Wort für Wort
madhupiṅgo mahābāhuḥ kambugrīvo hasann iva aṅgadī baddhamukuṭo diśaḥ prajvālayann iva
Honigfarben, starkarmig, mit einem Hals wie eine Muschel, gleichsam lächelnd, mit Armreifen geschmückt, das Diadem gebunden, gleichsam die Himmelsrichtungen entflammend.

yogāt kṛtvā dvidhātmānam ājagāma tatāpa ca ābabhāṣe tataḥ kuntīṃ sāmnā paramavalgunā

Durch Yoga-Kraft hatte er sich zweigeteilt; so kam er, während er zugleich weiter [am Himmel] wärmte, und sprach dann zu Kuntī mit überaus lieblicher, versöhnlicher Rede.

Wort für Wort
yogāt kṛtvā dvidhātmānam ājagāma tatāpa ca ābabhāṣe tataḥ kuntīṃ sāmnā paramavalgunā
Durch Yoga-Kraft hatte er sich zweigeteilt; so kam er, während er zugleich weiter [am Himmel] wärmte, und sprach dann zu Kuntī mit überaus lieblicher, versöhnlicher Rede.

Sūrya teilt sich mittels Yoga-Kraft in zwei Gestalten, sodass er am Himmel weiterscheint und zugleich Kuntī erscheinen kann.

āgato 'smi vaśaṃ bhadre tava mantrabalātkṛtaḥ kiṃ karomy avaśo rājñi brūhi kartā tad asmi te

‚Gekommen bin ich, Gute, in deine Macht, durch die Kraft deines Zauberspruchs gezwungen; was soll ich tun, machtlos wie ich bin, Fürstin? Sag es mir, das werde ich für dich tun.‘

Wort für Wort
āgato 'smi vaśaṃ bhadre tava mantrabalātkṛtaḥ kiṃ karomy avaśo rājñi brūhi kartā tad asmi te
‚Gekommen bin ich, Gute, in deine Macht, durch die Kraft deines Zauberspruchs gezwungen; was soll ich tun, machtlos wie ich bin, Fürstin? Sag es mir, das werde ich für dich tun.‘

kunty uvāca gamyatāṃ bhagavaṃs tatra yato 'si samupāgataḥ kautūhalāt samāhūtaḥ prasīda bhagavann iti

Kuntī sprach: ‚Kehre zurück, Erhabener, dorthin, von wo du gekommen bist; aus Neugier habe ich dich herbeigerufen - sei mir gnädig, Erhabener.‘

Wort für Wort
kunty uvāca gamyatāṃ bhagavaṃs tatra yato 'si samupāgataḥ kautūhalāt samāhūtaḥ prasīda bhagavann iti
Kuntī sprach: ‚Kehre zurück, Erhabener, dorthin, von wo du gekommen bist; aus Neugier habe ich dich herbeigerufen - sei mir gnädig, Erhabener.‘

sūrya uvāca gamiṣye 'haṃ yathā māṃ tvaṃ bravīṣi tanumadhyame na tu devaṃ samāhūya nyāyyaṃ preṣayituṃ vṛthā

Sūrya sprach: ‚Ich werde gehen, wie du es mir sagst, du Schlanke; doch es ist nicht recht, einen Gott herbeizurufen und ihn dann vergeblich, unverrichteter Dinge, wieder fortzuschicken.

Wort für Wort
sūrya uvāca gamiṣye 'haṃ yathā māṃ tvaṃ bravīṣi tanumadhyame na tu devaṃ samāhūya nyāyyaṃ preṣayituṃ vṛthā
Sūrya sprach: ‚Ich werde gehen, wie du es mir sagst, du Schlanke; doch es ist nicht recht, einen Gott herbeizurufen und ihn dann vergeblich, unverrichteter Dinge, wieder fortzuschicken.

tavābhisaṃdhiḥ subhage sūryāt putro bhaved iti vīryeṇāpratimo loke kavacī kuṇḍalīti ca

Deine Absicht war ja, Schönhüftige: Von Sūrya möge mir ein Sohn werden, an Heldenkraft unvergleichlich in der Welt, mit Panzer und Ohrringen versehen.

Wort für Wort
tavābhisaṃdhiḥ subhage sūryāt putro bhaved iti vīryeṇāpratimo loke kavacī kuṇḍalīti ca
Deine Absicht war ja, Schönhüftige: Von Sūrya möge mir ein Sohn werden, an Heldenkraft unvergleichlich in der Welt, mit Panzer und Ohrringen versehen.

sā tvam ātmapradānaṃ vai kuruṣva gajagāmini utpatsyati hi putras te yathāsaṃkalpam aṅgane

So gib dich mir denn hin, du mit dem Gang eines Elefanten; ein Sohn wird dir ja entstehen, ganz nach deinem Wunsch, du Holde.

Wort für Wort
sā tvam ātmapradānaṃ vai kuruṣva gajagāmini utpatsyati hi putras te yathāsaṃkalpam aṅgane
So gib dich mir denn hin, du mit dem Gang eines Elefanten; ein Sohn wird dir ja entstehen, ganz nach deinem Wunsch, du Holde.

atha gacchāmy ahaṃ bhadre tvayāsaṃgamya susmite śapsyāmi tvām ahaṃ kruddho brāhmaṇaṃ pitaraṃ ca te

Gehe ich aber, Gute, ohne mich mit dir zu vereinigen, du Schönlächelnde, so werde ich dich im Zorn verfluchen, sowie den Brahmanen und deinen Vater.

Wort für Wort
atha gacchāmy ahaṃ bhadre tvayāsaṃgamya susmite śapsyāmi tvām ahaṃ kruddho brāhmaṇaṃ pitaraṃ ca te
Gehe ich aber, Gute, ohne mich mit dir zu vereinigen, du Schönlächelnde, so werde ich dich im Zorn verfluchen, sowie den Brahmanen und deinen Vater.

tvatkṛte tān pradhakṣyāmi sarvān api na saṃśayaḥ pitaraṃ caiva te mūḍhaṃ yo na vetti tavānayam

Deinetwegen werde ich sie alle verbrennen, ohne Zweifel, auch deinen Vater, den Törichten, der dieses dein Vergehen nicht erkennt.

Wort für Wort
tvatkṛte tān pradhakṣyāmi sarvān api na saṃśayaḥ pitaraṃ caiva te mūḍhaṃ yo na vetti tavānayam
Deinetwegen werde ich sie alle verbrennen, ohne Zweifel, auch deinen Vater, den Törichten, der dieses dein Vergehen nicht erkennt.

tasya ca brāhmaṇasyādya yo 'sau mantram adāt tava śīlavṛttam avijñāya dhāsyāmi vinayaṃ param

Und jenem Brahmanen, der dir heute den Zauberspruch gegeben hat, ohne dein Wesen und Betragen zu kennen, werde ich höchste Zurechtweisung auferlegen.

Wort für Wort
tasya ca brāhmaṇasyādya yo 'sau mantram adāt tava śīlavṛttam avijñāya dhāsyāmi vinayaṃ param
Und jenem Brahmanen, der dir heute den Zauberspruch gegeben hat, ohne dein Wesen und Betragen zu kennen, werde ich höchste Zurechtweisung auferlegen.

ete hi vibudhāḥ sarve puraṃdaramukhā divi tvayā pralabdhaṃ paśyanti smayanta iva bhāmini

Denn all diese Götter im Himmel, angeführt von Puraṃdara, sehen, gleichsam lächelnd, wie du mich getäuscht hast, du Schöne.

Wort für Wort
ete hi vibudhāḥ sarve puraṃdaramukhā divi tvayā pralabdhaṃ paśyanti smayanta iva bhāmini
Denn all diese Götter im Himmel, angeführt von Puraṃdara, sehen, gleichsam lächelnd, wie du mich getäuscht hast, du Schöne.

paśya cainān suragaṇān divyaṃ cakṣur idaṃ hi te pūrvam eva mayā dattaṃ dṛṣṭavaty asi yena mām

Und sieh diese Scharen der Götter; dieses göttliche Auge nämlich habe ich dir schon zuvor gegeben, mit dem du mich erblickt hast.‘

Wort für Wort
paśya cainān suragaṇān divyaṃ cakṣur idaṃ hi te pūrvam eva mayā dattaṃ dṛṣṭavaty asi yena mām
Und sieh diese Scharen der Götter; dieses göttliche Auge nämlich habe ich dir schon zuvor gegeben, mit dem du mich erblickt hast.‘

vaiśaṃpāyana uvāca tato 'paśyat tridaśān rājaputrī sarvān eva sveṣu dhiṣṇyeṣu khasthān prabhāsantaṃ bhānumantaṃ mahāntaṃ yathādityaṃ rocamānaṃ tathaiva

Da erblickte die Königstochter alle dreißig Götter, jeden auf seinem Sitz im Himmel weilend, und ebenso den großen, leuchtenden Bhānu erstrahlen wie die Sonne selbst.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato 'paśyat tridaśān rājaputrī sarvān eva sveṣu dhiṣṇyeṣu khasthān prabhāsantaṃ bhānumantaṃ mahāntaṃ yathādityaṃ rocamānaṃ tathaiva
Da erblickte die Königstochter alle dreißig Götter, jeden auf seinem Sitz im Himmel weilend, und ebenso den großen, leuchtenden Bhānu erstrahlen wie die Sonne selbst.

sā tān dṛṣṭvā vrīḍamāneva bālā sūryaṃ devī vacanaṃ prāha bhītā gaccha tvaṃ vai gopate svaṃ vimānaṃ kanyābhāvād duḥkha eṣopacāraḥ

Sie, die Göttliche, die beim Anblick jener wie beschämt war, sprach furchtsam zu Sūrya dieses Wort: ‚Gehe du, Herr der Strahlen, zu deinem eigenen Himmelswagen zurück; aus meinem unverheirateten Stand ist mir diese Zuwendung ein Leid.

Wort für Wort
sā tān dṛṣṭvā vrīḍamāneva bālā sūryaṃ devī vacanaṃ prāha bhītā gaccha tvaṃ vai gopate svaṃ vimānaṃ kanyābhāvād duḥkha eṣopacāraḥ
Sie, die Göttliche, die beim Anblick jener wie beschämt war, sprach furchtsam zu Sūrya dieses Wort: ‚Gehe du, Herr der Strahlen, zu deinem eigenen Himmelswagen zurück; aus meinem unverheirateten Stand ist mir diese Zuwendung ein Leid.

pitā mātā guravaś caiva ye 'nye dehasyāsya prabhavanti pradāne nāhaṃ dharmaṃ lopayiṣyāmi loke strīṇāṃ vṛttaṃ pūjyate deharakṣā

Vater, Mutter und die anderen Lehrer sind es, die über die Hingabe dieses meines Körpers verfügen dürfen; nicht werde ich den Dharma in der Welt verletzen - der Frauen verehrtes Betragen ist die Bewahrung ihres Leibes.

Wort für Wort
pitā mātā guravaś caiva ye 'nye dehasyāsya prabhavanti pradāne nāhaṃ dharmaṃ lopayiṣyāmi loke strīṇāṃ vṛttaṃ pūjyate deharakṣā
Vater, Mutter und die anderen Lehrer sind es, die über die Hingabe dieses meines Körpers verfügen dürfen; nicht werde ich den Dharma in der Welt verletzen - der Frauen verehrtes Betragen ist die Bewahrung ihres Leibes.

mayā mantrabalaṃ jñātum āhūtas tvaṃ vibhāvaso bālyād bāleti kṛtvā tat kṣantum arhasi me vibho

Um die Kraft des Zauberspruchs zu erproben, habe ich dich, Vibhāvasu, herbeigerufen; aus Kindlichkeit, weil ich noch ein Kind bin - dies sollst du mir verzeihen, Gebieter.‘

Wort für Wort
mayā mantrabalaṃ jñātum āhūtas tvaṃ vibhāvaso bālyād bāleti kṛtvā tat kṣantum arhasi me vibho
Um die Kraft des Zauberspruchs zu erproben, habe ich dich, Vibhāvasu, herbeigerufen; aus Kindlichkeit, weil ich noch ein Kind bin - dies sollst du mir verzeihen, Gebieter.‘

sūrya uvāca bāleti kṛtvānunayaṃ tavāhaṃ dadāni nānyānunayaṃ labheta ātmapradānaṃ kuru kuntikanye śāntis tavaivaṃ hi bhavec ca bhīru

Sūrya sprach: ‚Weil du ein Kind bist, gewähre ich dir Nachsicht; eine andere Bitte um Nachsicht würde ich nicht gewähren. Gib dich mir hin, Tochter Kuntis; so allein wird dir Friede zuteilwerden, du Furchtsame.

Wort für Wort
sūrya uvāca bāleti kṛtvānunayaṃ tavāhaṃ dadāni nānyānunayaṃ labheta ātmapradānaṃ kuru kuntikanye śāntis tavaivaṃ hi bhavec ca bhīru
Sūrya sprach: ‚Weil du ein Kind bist, gewähre ich dir Nachsicht; eine andere Bitte um Nachsicht würde ich nicht gewähren. Gib dich mir hin, Tochter Kuntis; so allein wird dir Friede zuteilwerden, du Furchtsame.

na cāpi yuktaṃ gantuṃ hi mayā mithyākṛtena vai gamiṣyāmy anavadyāṅgi loke samavahāsyatām sarveṣāṃ vibudhānāṃ ca vaktavyaḥ syām ahaṃ śubhe

Und es geziemt sich auch nicht, dass ich, getäuscht, einfach gehe; sollte ich dennoch gehen, du Makellose, würde ich in der Welt Gegenstand des Spottes werden, und alle Götter müssten schlecht über mich reden, du Holde.

Wort für Wort
na cāpi yuktaṃ gantuṃ hi mayā mithyākṛtena vai gamiṣyāmy anavadyāṅgi loke samavahāsyatām sarveṣāṃ vibudhānāṃ ca vaktavyaḥ syām ahaṃ śubhe
Und es geziemt sich auch nicht, dass ich, getäuscht, einfach gehe; sollte ich dennoch gehen, du Makellose, würde ich in der Welt Gegenstand des Spottes werden, und alle Götter müssten schlecht über mich reden, du Holde.

sā tvaṃ mayā samāgaccha putraṃ lapsyasi mādṛśam viśiṣṭā sarvalokeṣu bhaviṣyasi ca bhāmini

So vereinige dich mit mir; einen Sohn wirst du erlangen, mir gleich, und wirst in allen Welten ausgezeichnet sein, du Schöne.‘

Wort für Wort
sā tvaṃ mayā samāgaccha putraṃ lapsyasi mādṛśam viśiṣṭā sarvalokeṣu bhaviṣyasi ca bhāmini
So vereinige dich mit mir; einen Sohn wirst du erlangen, mir gleich, und wirst in allen Welten ausgezeichnet sein, du Schöne.‘

Dieses Kapitel in der Leseansicht