Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 246: Mudgalopākhyānam Die Erzählung von Mudgala

Vyāsa erzählt die berühmte Geschichte des Weisen Mudgala, der von Ährenlese lebte und trotz äußerster Armut sechsmal seine gesamte, mühsam erworbene Speise dem grob auftretenden, verkleidet als Wahnsinniger erscheinenden Durvāsas gab, ohne je Zorn, Neid oder Verwirrung zu zeigen. Beeindruckt von dieser makellosen Freigebigkeit offenbart sich Durvāsas als Prüfer und lobt Mudgalas Tugend überschwänglich; ein Götterbote erscheint sodann mit einem himmlischen Flugwagen, um ihn leibhaftig in den Himmel zu holen. Mudgala aber bittet zunächst um genauere Auskunft über die Eigenschaften, Freuden und Mängel des Himmels, bevor er sich entscheidet - Vyāsas Antwort auf Yudhiṣṭhiras Frage nach dem größeren Verdienst zwischen Geben und Askese setzt sich damit in Form dieser Lehrerzählung fort.

yudhiṣṭhira uvāca vrīhidroṇaḥ parityaktaḥ kathaṃ tena mahātmanā kasmai dattaś ca bhagavan vidhinā kena cāttha me

Yudhiṣṭhira sprach: „Wie wurde die Droṇa-Maß Reiskörner von jenem Hochherzigen hingegeben, wem wurde sie gegeben, und nach welcher Vorschrift, Erhabener - das sage mir.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca vrīhidroṇaḥ parityaktaḥ kathaṃ tena mahātmanā kasmai dattaś ca bhagavan vidhinā kena cāttha me
Yudhiṣṭhira sprach: „Wie wurde die Droṇa-Maß Reiskörner von jenem Hochherzigen hingegeben, wem wurde sie gegeben, und nach welcher Vorschrift, Erhabener - das sage mir.

pratyakṣadharmā bhagavān yasya tuṣṭo hi karmabhiḥ saphalaṃ tasya janmāhaṃ manye saddharmacāriṇaḥ

Wessen Taten den Erhabenen, dessen Wesen unmittelbar sichtbar ist, zufriedenstellten - dessen Geburt halte ich für fruchtbringend, ihn, der den wahren Dharma übt.“

Wort für Wort
pratyakṣadharmā bhagavān yasya tuṣṭo hi karmabhiḥ saphalaṃ tasya janmāhaṃ manye saddharmacāriṇaḥ
Wessen Taten den Erhabenen, dessen Wesen unmittelbar sichtbar ist, zufriedenstellten - dessen Geburt halte ich für fruchtbringend, ihn, der den wahren Dharma übt.“

vyāsa uvāca śiloñchavṛttir dharmātmā mudgalaḥ saṃśitavrataḥ āsīd rājan kurukṣetre satyavāg anasūyakaḥ

Vyāsa sprach: „Es lebte, o König, in Kurukṣetra ein rechtschaffener, von scharfem Gelübde erfüllter Weiser namens Mudgala, der von Ährenlese lebte, wahrhaftig redend und neidlos.

Wort für Wort
vyāsa uvāca śiloñchavṛttir dharmātmā mudgalaḥ saṃśitavrataḥ āsīd rājan kurukṣetre satyavāg anasūyakaḥ
Vyāsa sprach: „Es lebte, o König, in Kurukṣetra ein rechtschaffener, von scharfem Gelübde erfüllter Weiser namens Mudgala, der von Ährenlese lebte, wahrhaftig redend und neidlos.

atithivratī kriyāvāṃś ca kāpotīṃ vṛttim āsthitaḥ satram iṣṭīkṛtaṃ nāma samupāste mahātapāḥ

Dem Gastrecht verpflichtet, rituell tätig, der 'Tauben-Lebensweise' folgend, verrichtete er, von großer Askese, ein Opfer namens Iṣṭīkṛta.

Wort für Wort
atithivratī kriyāvāṃś ca kāpotīṃ vṛttim āsthitaḥ satram iṣṭīkṛtaṃ nāma samupāste mahātapāḥ
Dem Gastrecht verpflichtet, rituell tätig, der 'Tauben-Lebensweise' folgend, verrichtete er, von großer Askese, ein Opfer namens Iṣṭīkṛta.

saputradāro hi muniḥ pakṣāhāro babhūva saḥ kapotavṛttyā pakṣeṇa vrīhidroṇam upārjayat

Denn der Weise, samt Sohn und Gattin, nahm nur alle zwei Wochen Nahrung zu sich; nach Taubenart erwarb er sich innerhalb von zwei Wochen eine Droṇa-Maß Reiskörner.

Wort für Wort
saputradāro hi muniḥ pakṣāhāro babhūva saḥ kapotavṛttyā pakṣeṇa vrīhidroṇam upārjayat
Denn der Weise, samt Sohn und Gattin, nahm nur alle zwei Wochen Nahrung zu sich; nach Taubenart erwarb er sich innerhalb von zwei Wochen eine Droṇa-Maß Reiskörner.

darśaṃ ca paurṇamāsaṃ ca kurvan vigatamatsaraḥ devatātithiśeṣeṇa kurute dehayāpanam

Indem er das Neumond- und das Vollmondopfer verrichtete, frei von Neid, erhielt er seinen Körper am Leben mit dem Rest, der nach den Göttern und Gästen übrigblieb.

Wort für Wort
darśaṃ ca paurṇamāsaṃ ca kurvan vigatamatsaraḥ devatātithiśeṣeṇa kurute dehayāpanam
Indem er das Neumond- und das Vollmondopfer verrichtete, frei von Neid, erhielt er seinen Körper am Leben mit dem Rest, der nach den Göttern und Gästen übrigblieb.

tasyendraḥ sahito devaiḥ sākṣāt tribhuvaneśvaraḥ pratyagṛhṇān mahārāja bhāgaṃ parvaṇi parvaṇi

Indra, zusammen mit den Göttern, der Herr der drei Welten selbst, nahm bei jedem einzelnen Opferfest, o Großkönig, dessen Anteil entgegen.

Wort für Wort
tasyendraḥ sahito devaiḥ sākṣāt tribhuvaneśvaraḥ pratyagṛhṇān mahārāja bhāgaṃ parvaṇi parvaṇi
Indra, zusammen mit den Göttern, der Herr der drei Welten selbst, nahm bei jedem einzelnen Opferfest, o Großkönig, dessen Anteil entgegen.

sa parvakālaṃ kṛtvā tu munivṛttyā samanvitaḥ atithibhyo dadāv annaṃ prahṛṣṭenāntarātmanā

Nachdem er die Opferzeit vollzogen hatte, gab er, der Weisenlebensweise gemäß, den Gästen Speise, mit hocherfreutem innerem Sinn.

Wort für Wort
sa parvakālaṃ kṛtvā tu munivṛttyā samanvitaḥ atithibhyo dadāv annaṃ prahṛṣṭenāntarātmanā
Nachdem er die Opferzeit vollzogen hatte, gab er, der Weisenlebensweise gemäß, den Gästen Speise, mit hocherfreutem innerem Sinn.

vrīhidroṇasya tadaho dadato 'nnaṃ mahātmanaḥ śiṣṭaṃ mātsaryahīnasya vardhaty atithidarśanāt

Von der Droṇa-Maß Reiskörner jenes Hochherzigen, der an jenem Tag Speise gab, vermehrte sich der Rest bei dem Neidlosen durch den Anblick der Gäste.

Wort für Wort
vrīhidroṇasya tadaho dadato 'nnaṃ mahātmanaḥ śiṣṭaṃ mātsaryahīnasya vardhaty atithidarśanāt
Von der Droṇa-Maß Reiskörner jenes Hochherzigen, der an jenem Tag Speise gab, vermehrte sich der Rest bei dem Neidlosen durch den Anblick der Gäste.

tac chatāny api bhuñjanti brāhmaṇānāṃ manīṣiṇām munes tyāgaviśuddhyā tu tadannaṃ vṛddhim ṛcchati

Selbst hunderte weise Brahmanen speisten davon; durch die Reinheit der Freigebigkeit des Weisen wuchs jene Speise immer weiter an.

Wort für Wort
tac chatāny api bhuñjanti brāhmaṇānāṃ manīṣiṇām munes tyāgaviśuddhyā tu tadannaṃ vṛddhim ṛcchati
Selbst hunderte weise Brahmanen speisten davon; durch die Reinheit der Freigebigkeit des Weisen wuchs jene Speise immer weiter an.

taṃ tu śuśrāva dharmiṣṭhaṃ mudgalaṃ saṃśitavratam durvāsā nṛpa digvāsās tam athābhyājagāma ha

Von jenem rechtschaffenen, in seinem Gelübde gefestigten Mudgala hörte aber Durvāsas, o König, der in die Himmelsrichtungen Gekleidete, und kam da zu ihm.

Wort für Wort
taṃ tu śuśrāva dharmiṣṭhaṃ mudgalaṃ saṃśitavratam durvāsā nṛpa digvāsās tam athābhyājagāma ha
Von jenem rechtschaffenen, in seinem Gelübde gefestigten Mudgala hörte aber Durvāsas, o König, der in die Himmelsrichtungen Gekleidete, und kam da zu ihm.

bibhrac cāniyataṃ veṣam unmatta iva pāṇḍava vikacaḥ paruṣā vāco vyāharan vividhā muniḥ

Eine ungeordnete Erscheinung tragend, wie ein Wahnsinniger, o Pāṇḍava, mit zerzaustem Haar, mancherlei harte Worte äußernd, kam der Weise.

Wort für Wort
bibhrac cāniyataṃ veṣam unmatta iva pāṇḍava vikacaḥ paruṣā vāco vyāharan vividhā muniḥ
Eine ungeordnete Erscheinung tragend, wie ein Wahnsinniger, o Pāṇḍava, mit zerzaustem Haar, mancherlei harte Worte äußernd, kam der Weise.

abhigamyātha taṃ vipram uvāca munisattamaḥ annārthinam anuprāptaṃ viddhi māṃ munisattama

Er näherte sich jenem Brahmanen und sprach, der beste der Weisen: ‚Wisse, dass ich, um Speise bittend, hierher gekommen bin, bester der Weisen.‘

Wort für Wort
abhigamyātha taṃ vipram uvāca munisattamaḥ annārthinam anuprāptaṃ viddhi māṃ munisattama
Er näherte sich jenem Brahmanen und sprach, der beste der Weisen: ‚Wisse, dass ich, um Speise bittend, hierher gekommen bin, bester der Weisen.‘

svāgataṃ te 'stv iti muniṃ mudgalaḥ pratyabhāṣata pādyam ācamanīyaṃ ca prativedyānnam uttamam

‚Willkommen sei dir!‘ - so erwiderte Mudgala dem Weisen, und nachdem er ihm Wasser für die Füße und zum Mundspülen gereicht hatte, bot er ihm vortreffliche Speise an.

Wort für Wort
svāgataṃ te 'stv iti muniṃ mudgalaḥ pratyabhāṣata pādyam ācamanīyaṃ ca prativedyānnam uttamam
‚Willkommen sei dir!‘ - so erwiderte Mudgala dem Weisen, und nachdem er ihm Wasser für die Füße und zum Mundspülen gereicht hatte, bot er ihm vortreffliche Speise an.

prādāt sa tapasopāttaṃ kṣudhitāyātithivratī unmattāya parāṃ śraddhām āsthāya sa dhṛtavrataḥ

Er, dem Gastrecht verpflichtet, von festem Gelübde, gab ihm, dem Hungrigen, dem Wahnsinnigen, die durch Askese erworbene Speise, mit höchster Hingabe.

Wort für Wort
prādāt sa tapasopāttaṃ kṣudhitāyātithivratī unmattāya parāṃ śraddhām āsthāya sa dhṛtavrataḥ
Er, dem Gastrecht verpflichtet, von festem Gelübde, gab ihm, dem Hungrigen, dem Wahnsinnigen, die durch Askese erworbene Speise, mit höchster Hingabe.

tatas tadannaṃ rasavat sa eva kṣudhayānvitaḥ bubhuje kṛtsnam unmattaḥ prādāt tasmai ca mudgalaḥ

Darauf verzehrte er, der Wahnsinnige, von Hunger erfüllt, jene wohlschmeckende Speise vollständig, die Mudgala ihm gegeben hatte.

Wort für Wort
tatas tadannaṃ rasavat sa eva kṣudhayānvitaḥ bubhuje kṛtsnam unmattaḥ prādāt tasmai ca mudgalaḥ
Darauf verzehrte er, der Wahnsinnige, von Hunger erfüllt, jene wohlschmeckende Speise vollständig, die Mudgala ihm gegeben hatte.

bhuktvā cānnaṃ tataḥ sarvam ucchiṣṭenātmanas tataḥ athānulilipe 'ṅgāni jagāma ca yathāgatam

Nachdem er alle Speise verzehrt hatte, beschmierte er sich darauf mit den Speiseresten seine Glieder und ging, wie er gekommen war.

Wort für Wort
bhuktvā cānnaṃ tataḥ sarvam ucchiṣṭenātmanas tataḥ athānulilipe 'ṅgāni jagāma ca yathāgatam
Nachdem er alle Speise verzehrt hatte, beschmierte er sich darauf mit den Speiseresten seine Glieder und ging, wie er gekommen war.

evaṃ dvitīye saṃprāpte parvakāle manīṣiṇaḥ āgamya bubhuje sarvam annam uñchopajīvinaḥ

Als so das zweite Opferfest des Weisen, der von Ährenlese lebte, herangekommen war, kam er wieder und verzehrte alle Speise.

Wort für Wort
evaṃ dvitīye saṃprāpte parvakāle manīṣiṇaḥ āgamya bubhuje sarvam annam uñchopajīvinaḥ
Als so das zweite Opferfest des Weisen, der von Ährenlese lebte, herangekommen war, kam er wieder und verzehrte alle Speise.

nirāhāras tu sa munir uñcham ārjayate punaḥ na cainaṃ vikriyāṃ netum aśakan mudgalaṃ kṣudhā

Der Weise aber, ohne Nahrung, erwarb sich wiederum Ährenlese; und der Hunger vermochte Mudgala nicht zu einer Gemütsveränderung zu bewegen.

Wort für Wort
nirāhāras tu sa munir uñcham ārjayate punaḥ na cainaṃ vikriyāṃ netum aśakan mudgalaṃ kṣudhā
Der Weise aber, ohne Nahrung, erwarb sich wiederum Ährenlese; und der Hunger vermochte Mudgala nicht zu einer Gemütsveränderung zu bewegen.

na krodho na ca mātsaryaṃ nāvamāno na saṃbhramaḥ saputradāram uñchantam āviveśa dvijottamam

Weder Zorn noch Neid noch Verachtung noch Verwirrung erfasste den besten der Zweifachgeborenen, der samt Sohn und Gattin von Ährenlese lebte.

Wort für Wort
na krodho na ca mātsaryaṃ nāvamāno na saṃbhramaḥ saputradāram uñchantam āviveśa dvijottamam
Weder Zorn noch Neid noch Verachtung noch Verwirrung erfasste den besten der Zweifachgeborenen, der samt Sohn und Gattin von Ährenlese lebte.

tathā tam uñchadharmāṇaṃ durvāsā munisattamam upatasthe yathākālaṃ ṣaṭkṛtvaḥ kṛtaniścayaḥ

So suchte Durvāsas, der beste der Weisen, jenen der Ährenlese-Pflicht Folgenden, sechsmal zur rechten Zeit auf, mit festem Entschluss.

Wort für Wort
tathā tam uñchadharmāṇaṃ durvāsā munisattamam upatasthe yathākālaṃ ṣaṭkṛtvaḥ kṛtaniścayaḥ
So suchte Durvāsas, der beste der Weisen, jenen der Ährenlese-Pflicht Folgenden, sechsmal zur rechten Zeit auf, mit festem Entschluss.

na cāsya mānasaṃ kiṃ cid vikāraṃ dadṛśe muniḥ śuddhasattvasya śuddhaṃ sa dadṛśe nirmalaṃ manaḥ

Und der Weise sah keinerlei Veränderung in dessen Gemüt; er sah den reinen, makellosen Sinn dessen, der von reinem Wesen war.

Wort für Wort
na cāsya mānasaṃ kiṃ cid vikāraṃ dadṛśe muniḥ śuddhasattvasya śuddhaṃ sa dadṛśe nirmalaṃ manaḥ
Und der Weise sah keinerlei Veränderung in dessen Gemüt; er sah den reinen, makellosen Sinn dessen, der von reinem Wesen war.

tam uvāca tataḥ prītaḥ sa munir mudgalaṃ tadā tvatsamo nāsti loke 'smin dātā mātsaryavarjitaḥ

Darauf sprach jener Weise, erfreut, zu Mudgala: ‚Dir gleich gibt es keinen Geber in dieser Welt, frei von Neid.

Wort für Wort
tam uvāca tataḥ prītaḥ sa munir mudgalaṃ tadā tvatsamo nāsti loke 'smin dātā mātsaryavarjitaḥ
Darauf sprach jener Weise, erfreut, zu Mudgala: ‚Dir gleich gibt es keinen Geber in dieser Welt, frei von Neid.

kṣud dharmasaṃjñāṃ praṇudaty ādatte dhairyam eva ca viṣayānusāriṇī jihvā karṣaty eva rasān prati

Hunger vertreibt das Bewusstsein der Pflicht und nimmt sogar die Standhaftigkeit; die den Sinnesobjekten nachjagende Zunge zieht immer wieder zu den Geschmäckern hin.

Wort für Wort
kṣud dharmasaṃjñāṃ praṇudaty ādatte dhairyam eva ca viṣayānusāriṇī jihvā karṣaty eva rasān prati
Hunger vertreibt das Bewusstsein der Pflicht und nimmt sogar die Standhaftigkeit; die den Sinnesobjekten nachjagende Zunge zieht immer wieder zu den Geschmäckern hin.

āhāraprabhavāḥ prāṇā mano durnigrahaṃ calam manasaś cendriyāṇāṃ cāpy aikāgryaṃ niścitaṃ tapaḥ

Die Lebenskräfte entstehen aus der Nahrung; der Geist ist schwer zu zügeln und unstet; die Einspitzigkeit von Geist und Sinnen gilt als die eigentliche Askese.

Wort für Wort
āhāraprabhavāḥ prāṇā mano durnigrahaṃ calam manasaś cendriyāṇāṃ cāpy aikāgryaṃ niścitaṃ tapaḥ
Die Lebenskräfte entstehen aus der Nahrung; der Geist ist schwer zu zügeln und unstet; die Einspitzigkeit von Geist und Sinnen gilt als die eigentliche Askese.

śrameṇopārjitaṃ tyaktuṃ duḥkhaṃ śuddhena cetasā tat sarvaṃ bhavatā sādho yathāvad upapāditam

Das mit Mühe Erworbene mit reinem Sinn herzugeben ist schwer; all dies hast du, Rechtschaffener, in gebührender Weise vollbracht.

Wort für Wort
śrameṇopārjitaṃ tyaktuṃ duḥkhaṃ śuddhena cetasā tat sarvaṃ bhavatā sādho yathāvad upapāditam
Das mit Mühe Erworbene mit reinem Sinn herzugeben ist schwer; all dies hast du, Rechtschaffener, in gebührender Weise vollbracht.

prītāḥ smo 'nugṛhītāś ca sametya bhavatā saha indriyābhijayo dhairyaṃ saṃvibhāgo damaḥ śamaḥ

Erfreut und begnadet sind wir, mit dir zusammengetroffen zu sein; die Bezwingung der Sinne, Standhaftigkeit, das Teilen, Selbstbeherrschung, innerer Friede,

Wort für Wort
prītāḥ smo 'nugṛhītāś ca sametya bhavatā saha indriyābhijayo dhairyaṃ saṃvibhāgo damaḥ śamaḥ
Erfreut und begnadet sind wir, mit dir zusammengetroffen zu sein; die Bezwingung der Sinne, Standhaftigkeit, das Teilen, Selbstbeherrschung, innerer Friede,

dayā satyaṃ ca dharmaś ca tvayi sarvaṃ pratiṣṭhitam jitās te karmabhir lokāḥ prāpto 'si paramāṃ gatim

Mitleid, Wahrhaftigkeit und Rechtschaffenheit - all dies ist in dir gegründet; durch deine Taten hast du die Welten erobert, du hast das höchste Ziel erlangt.

Wort für Wort
dayā satyaṃ ca dharmaś ca tvayi sarvaṃ pratiṣṭhitam jitās te karmabhir lokāḥ prāpto 'si paramāṃ gatim
Mitleid, Wahrhaftigkeit und Rechtschaffenheit - all dies ist in dir gegründet; durch deine Taten hast du die Welten erobert, du hast das höchste Ziel erlangt.

aho dānaṃ vighuṣṭaṃ te sumahat svargavāsibhiḥ saśarīro bhavān gantā svargaṃ sucaritavrata

Ach, dein Geben ist von den Himmelsbewohnern als überaus groß verkündet worden; du wirst, mit deinem eigenen Körper, in den Himmel eingehen, du von rechtschaffenem Gelübde.‘

Wort für Wort
aho dānaṃ vighuṣṭaṃ te sumahat svargavāsibhiḥ saśarīro bhavān gantā svargaṃ sucaritavrata
Ach, dein Geben ist von den Himmelsbewohnern als überaus groß verkündet worden; du wirst, mit deinem eigenen Körper, in den Himmel eingehen, du von rechtschaffenem Gelübde.‘

ity evaṃ vadatas tasya tadā durvāsaso muneḥ devadūto vimānena mudgalaṃ pratyupasthitaḥ

Während der Weise Durvāsas so sprach, erschien da ein Götterbote auf einem Flugwagen vor Mudgala,

Wort für Wort
ity evaṃ vadatas tasya tadā durvāsaso muneḥ devadūto vimānena mudgalaṃ pratyupasthitaḥ
Während der Weise Durvāsas so sprach, erschien da ein Götterbote auf einem Flugwagen vor Mudgala,

haṃsasārasayuktena kiṅkiṇījālamālinā kāmagena vicitreṇa divyagandhavatā tathā

mit Schwänen und Kranichen bespannt, mit einem Netz von Glöckchen geschmückt, nach Belieben fliegend, wunderbar gestaltet, und ebenso von himmlischem Duft erfüllt.

Wort für Wort
haṃsasārasayuktena kiṅkiṇījālamālinā kāmagena vicitreṇa divyagandhavatā tathā
mit Schwänen und Kranichen bespannt, mit einem Netz von Glöckchen geschmückt, nach Belieben fliegend, wunderbar gestaltet, und ebenso von himmlischem Duft erfüllt.

uvāca cainaṃ viprarṣiṃ vimānaṃ karmabhir jitam samupāroha saṃsiddhiṃ prāpto 'si paramāṃ mune

Und er sprach zu jenem Brahmanen-Weisen: ‚Besteige den durch deine Taten errungenen Flugwagen; du hast, o Weiser, die höchste Vollendung erlangt.‘

Wort für Wort
uvāca cainaṃ viprarṣiṃ vimānaṃ karmabhir jitam samupāroha saṃsiddhiṃ prāpto 'si paramāṃ mune
Und er sprach zu jenem Brahmanen-Weisen: ‚Besteige den durch deine Taten errungenen Flugwagen; du hast, o Weiser, die höchste Vollendung erlangt.‘

tam evaṃvādinam ṛṣir devadūtam uvāca ha icchāmi bhavatā proktān guṇān svarganivāsinām

Zu jenem so sprechenden Götterboten sagte der Seher: ‚Ich möchte, dass du mir die Eigenschaften der Himmelsbewohner nennst.

Wort für Wort
tam evaṃvādinam ṛṣir devadūtam uvāca ha icchāmi bhavatā proktān guṇān svarganivāsinām
Zu jenem so sprechenden Götterboten sagte der Seher: ‚Ich möchte, dass du mir die Eigenschaften der Himmelsbewohner nennst.

ke guṇās tatra vasatāṃ kiṃ tapaḥ kaś ca niścayaḥ svarge svargasukhaṃ kiṃ ca doṣo vā devadūtaka

Welche Eigenschaften haben die dort Wohnenden, welche Askese, welche Gewissheit gibt es im Himmel, was ist des Himmels Glück, und was sein Makel, Götterbote?

Wort für Wort
ke guṇās tatra vasatāṃ kiṃ tapaḥ kaś ca niścayaḥ svarge svargasukhaṃ kiṃ ca doṣo vā devadūtaka
Welche Eigenschaften haben die dort Wohnenden, welche Askese, welche Gewissheit gibt es im Himmel, was ist des Himmels Glück, und was sein Makel, Götterbote?

satāṃ saptapadaṃ mitram āhuḥ santaḥ kulocitāḥ mitratāṃ ca puraskṛtya pṛcchāmi tvām ahaṃ vibho

Die Rechtschaffenen, den edlen Geschlechtern Entstammenden, nennen den, mit dem man sieben Schritte gemeinsam gegangen ist, einen Freund; und in den Vordergrund unserer Freundschaft stellend, frage ich dich, o Mächtiger.

Wort für Wort
satāṃ saptapadaṃ mitram āhuḥ santaḥ kulocitāḥ mitratāṃ ca puraskṛtya pṛcchāmi tvām ahaṃ vibho
Die Rechtschaffenen, den edlen Geschlechtern Entstammenden, nennen den, mit dem man sieben Schritte gemeinsam gegangen ist, einen Freund; und in den Vordergrund unserer Freundschaft stellend, frage ich dich, o Mächtiger.

yad atra tathyaṃ pathyaṃ ca tad bravīhy avicārayan śrutvā tathā kariṣyāmi vyavasāyaṃ girā tava

Was hierbei wahr und heilsam ist, das sage mir ohne Zögern; nachdem ich es gehört habe, werde ich meinen Entschluss gemäß deinem Wort fassen.‘“

Wort für Wort
yad atra tathyaṃ pathyaṃ ca tad bravīhy avicārayan śrutvā tathā kariṣyāmi vyavasāyaṃ girā tava
Was hierbei wahr und heilsam ist, das sage mir ohne Zögern; nachdem ich es gehört habe, werde ich meinen Entschluss gemäß deinem Wort fassen.‘“

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