Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 4: Akṣayapātraprāptiḥ Die Gabe der unerschöpflichen Schale und der Aufbruch in den Kāmyaka-Wald

Sūrya erscheint Yudhiṣṭhira und gewährt ihm zwölf Jahre lang eine unerschöpfliche Speisegabe (die berühmte 'Akṣayapātra', wörtlich hier als vierfache, sich stets erneuernde Nahrung beschrieben), damit er die ihn begleitenden Brahmanen versorgen kann. Yudhiṣṭhira bewirtet fortan zuerst die Brahmanen und seine Brüder, isst dann selbst den Rest, und Draupadī isst zuletzt. Die Pāṇḍavas ziehen darauf mit Dhaumya und den Brahmanen in den Kāmyaka-Wald.

vaiśaṃpāyana uvāca tato divākaraḥ prīto darśayām āsa pāṇḍavam dīpyamānaḥ svavapuṣā jvalann iva hutāśanaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Da erschien, erfreut, die Sonne dem Pāṇḍava, strahlend in eigener Gestalt, wie loderndes Feuer.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato divākaraḥ prīto darśayām āsa pāṇḍavam dīpyamānaḥ svavapuṣā jvalann iva hutāśanaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Da erschien, erfreut, die Sonne dem Pāṇḍava, strahlend in eigener Gestalt, wie loderndes Feuer.

yat te 'bhilaṣitaṃ rājan sarvam etad avāpsyasi aham annaṃ pradāsyāmi sapta pañca ca te samāḥ

„Was du dir wünschst, o König, all das wirst du erlangen. Ich werde dir Speise geben - für sieben und fünf Jahre.

Wort für Wort
yat te 'bhilaṣitaṃ rājan sarvam etad avāpsyasi aham annaṃ pradāsyāmi sapta pañca ca te samāḥ
„Was du dir wünschst, o König, all das wirst du erlangen. Ich werde dir Speise geben - für sieben und fünf Jahre.

[Anm.: „sapta pañca ca“, wörtlich „sieben und fünf [Jahre]“ - eine Umschreibung für die Zahl zwölf, die Dauer des Waldexils.]

phalamūlāmiṣaṃ śākaṃ saṃskṛtaṃ yan mahānase caturvidhaṃ tadannādyam akṣayyaṃ te bhaviṣyati dhanaṃ ca vividhaṃ tubhyam ity uktvāntaradhīyata

Früchte, Wurzeln, Fleisch und Gemüse, in der Küche zubereitet - diese vierfache Speise wird dir unerschöpflich sein, und mancherlei Reichtum wird dir zuteilwerden.“ Mit diesen Worten verschwand er.

Wort für Wort
phalamūlāmiṣaṃ śākaṃ saṃskṛtaṃ yan mahānase caturvidhaṃ tadannādyam akṣayyaṃ te bhaviṣyati dhanaṃ ca vividhaṃ tubhyam ity uktvāntaradhīyata
Früchte, Wurzeln, Fleisch und Gemüse, in der Küche zubereitet - diese vierfache Speise wird dir unerschöpflich sein, und mancherlei Reichtum wird dir zuteilwerden.“ Mit diesen Worten verschwand er.

labdhvā varaṃ tu kaunteyo jalād uttīrya dharmavit jagrāha pādau dhaumyasya bhrātṝṃś cāsvajatācyutaḥ

Nachdem er die Gunst erlangt hatte, stieg der Sohn der Kuntī, der Kenner des Rechts, aus dem Wasser, ergriff die Füße Dhaumyas und umarmte, der Unwandelbare, seine Brüder.

Wort für Wort
labdhvā varaṃ tu kaunteyo jalād uttīrya dharmavit jagrāha pādau dhaumyasya bhrātṝṃś cāsvajatācyutaḥ
Nachdem er die Gunst erlangt hatte, stieg der Sohn der Kuntī, der Kenner des Rechts, aus dem Wasser, ergriff die Füße Dhaumyas und umarmte, der Unwandelbare, seine Brüder.

draupadyā saha saṃgamya paśyamāno 'bhyayāt prabhuḥ mahānase tadānnaṃ tu sādhayām āsa pāṇḍavaḥ

Nachdem er mit Draupadī zusammengetroffen war, kehrte der Herr, von allen gesehen, zurück; in der Küche bereitete darauf der Pāṇḍava die Speise.

Wort für Wort
draupadyā saha saṃgamya paśyamāno 'bhyayāt prabhuḥ mahānase tadānnaṃ tu sādhayām āsa pāṇḍavaḥ
Nachdem er mit Draupadī zusammengetroffen war, kehrte der Herr, von allen gesehen, zurück; in der Küche bereitete darauf der Pāṇḍava die Speise.

saṃskṛtaṃ prasavaṃ yāti vanyam annaṃ caturvidham akṣayyaṃ vardhate cānnaṃ tena bhojayate dvijān

Die zubereitete, aus dem Wald stammende vierfache Speise vermehrt sich unerschöpflich wachsend, und damit speist er die Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
saṃskṛtaṃ prasavaṃ yāti vanyam annaṃ caturvidham akṣayyaṃ vardhate cānnaṃ tena bhojayate dvijān
Die zubereitete, aus dem Wald stammende vierfache Speise vermehrt sich unerschöpflich wachsend, und damit speist er die Zweifachgeborenen.

bhuktavatsu ca vipreṣu bhojayitvānujān api śeṣaṃ vighasasaṃjñaṃ tu paścād bhuṅkte yudhiṣṭhiraḥ yudhiṣṭhiraṃ bhojayitvā śeṣam aśnāti pārṣatī

Nachdem die Brahmanen gespeist hatten und auch die jüngeren Brüder gespeist worden waren, isst Yudhiṣṭhira danach den Rest, „vighasa“ genannt; und nachdem sie Yudhiṣṭhira gespeist hat, isst die Tochter des Pṛṣata [Draupadī] den Rest.

Wort für Wort
bhuktavatsu ca vipreṣu bhojayitvānujān api śeṣaṃ vighasasaṃjñaṃ tu paścād bhuṅkte yudhiṣṭhiraḥ yudhiṣṭhiraṃ bhojayitvā śeṣam aśnāti pārṣatī
Nachdem die Brahmanen gespeist hatten und auch die jüngeren Brüder gespeist worden waren, isst Yudhiṣṭhira danach den Rest, „vighasa“ genannt; und nachdem sie Yudhiṣṭhira gespeist hat, isst die Tochter des Pṛṣata [Draupadī] den Rest.

[Anm.: „vighasa“ bezeichnet die geweihten Speisereste nach der Bewirtung der Gäste - vgl. Śaunakas Lehre in Kap. 2 über das rechte Essen als „vighasa“ und „amṛta“.]

evaṃ divākarāt prāpya divākarasamadyutiḥ kāmān mano 'bhilaṣitān brāhmaṇebhyo dadau prabhuḥ

So von der Sonne die Gabe erlangend, gewährte der Herr, an Glanz der Sonne gleich, den Brahmanen die von seinem Geist ersehnten Wünsche.

Wort für Wort
evaṃ divākarāt prāpya divākarasamadyutiḥ kāmān mano 'bhilaṣitān brāhmaṇebhyo dadau prabhuḥ
So von der Sonne die Gabe erlangend, gewährte der Herr, an Glanz der Sonne gleich, den Brahmanen die von seinem Geist ersehnten Wünsche.

purohitapurogāś ca tithinakṣatraparvasu yajñiyārthāḥ pravartante vidhimantrapramāṇataḥ

Und angeführt vom Hauspriester schreiten sie, den Opferzwecken zugewandt, an den heiligen Tagen, Mondhäusern und Festzeiten fort, gemäß Vorschrift, Sprüchen und Maß.

Wort für Wort
purohitapurogāś ca tithinakṣatraparvasu yajñiyārthāḥ pravartante vidhimantrapramāṇataḥ
Und angeführt vom Hauspriester schreiten sie, den Opferzwecken zugewandt, an den heiligen Tagen, Mondhäusern und Festzeiten fort, gemäß Vorschrift, Sprüchen und Maß.

tataḥ kṛtasvastyayanā dhaumyena saha pāṇḍavāḥ dvijasaṃghaiḥ parivṛtāḥ prayayuḥ kāmyakaṃ vanam

Darauf, nachdem die Segenszeremonie vollzogen war, zogen die Pāṇḍavas mit Dhaumya, umgeben von Scharen der Zweifachgeborenen, in den Kāmyaka-Wald.

Wort für Wort
tataḥ kṛtasvastyayanā dhaumyena saha pāṇḍavāḥ dvijasaṃghaiḥ parivṛtāḥ prayayuḥ kāmyakaṃ vanam
Darauf, nachdem die Segenszeremonie vollzogen war, zogen die Pāṇḍavas mit Dhaumya, umgeben von Scharen der Zweifachgeborenen, in den Kāmyaka-Wald.

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