Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 280: Sāvitryupākhyānam (4) Das Gelübde und der letzte Gang in den Wald

Als der von Nārada prophezeite Todestag naht, unterzieht sich Sāvitrī einem strengen dreitägigen Steh-Fasten. Ihre Schwiegereltern versuchen vergeblich, sie davon abzubringen. Am entscheidenden Morgen erbittet sie sich - unter dem Vorwand, seit fast einem Jahr nicht mehr aus der Einsiedelei fortgekommen zu sein - die Erlaubnis, Satyavant bei seinem letzten Gang zum Holzsammeln in den Wald zu begleiten. Beide Eltern gewähren es. Auf dem Weg betrachtet Sāvitrī ihren ahnungslosen Gatten mit zwiegespaltenem Herzen, da sie ihn, Nāradas Wort im Sinn, bereits für so gut wie tot hält. Der seit Kap.277 offene Erzählrahmen Mārkaṇḍeyas setzt sich fort.

mārkaṇḍeya uvāca tataḥ kāle bahutithe vyatikrānte kadā cana prāptaḥ sa kālo martavyaṃ yatra satyavatā nṛpa

Darauf, als eine geraume Zeit verstrichen war, kam schließlich jene Zeit heran, zu der Satyavant sterben sollte, o König.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tataḥ kāle bahutithe vyatikrānte kadā cana prāptaḥ sa kālo martavyaṃ yatra satyavatā nṛpa
Darauf, als eine geraume Zeit verstrichen war, kam schließlich jene Zeit heran, zu der Satyavant sterben sollte, o König.

gaṇayantyāś ca sāvitryā divase divase gate tad vākyaṃ nāradenoktaṃ vartate hṛdi nityaśaḥ

Während Sāvitrī Tag für Tag, wie er verging, zählte, blieb jenes von Nārada gesprochene Wort beständig in ihrem Herzen gegenwärtig.

Wort für Wort
gaṇayantyāś ca sāvitryā divase divase gate tad vākyaṃ nāradenoktaṃ vartate hṛdi nityaśaḥ
Während Sāvitrī Tag für Tag, wie er verging, zählte, blieb jenes von Nārada gesprochene Wort beständig in ihrem Herzen gegenwärtig.

caturthe 'hani martavyam iti saṃcintya bhāminī vrataṃ trirātram uddiśya divārātraṃ sthitābhavat

In dem Gedanken, am vierten Tag werde er sterben, unterzog sich die Schöne, auf drei Nächte ausgerichtet, einem Gelübde und verharrte Tag und Nacht ohne Ruhe.

Wort für Wort
caturthe 'hani martavyam iti saṃcintya bhāminī vrataṃ trirātram uddiśya divārātraṃ sthitābhavat
In dem Gedanken, am vierten Tag werde er sterben, unterzog sich die Schöne, auf drei Nächte ausgerichtet, einem Gelübde und verharrte Tag und Nacht ohne Ruhe.

taṃ śrutvā niyamaṃ duḥkhaṃ vadhvā duḥkhānvito nṛpaḥ utthāya vākyaṃ sāvitrīm abravīt parisāntvayan

Als der von Kummer erfüllte König von dieser schmerzlichen Gelübderegel seiner Schwiegertochter hörte, erhob er sich und sprach, sie besänftigend, dieses Wort zu Sāvitrī:

Wort für Wort
taṃ śrutvā niyamaṃ duḥkhaṃ vadhvā duḥkhānvito nṛpaḥ utthāya vākyaṃ sāvitrīm abravīt parisāntvayan
Als der von Kummer erfüllte König von dieser schmerzlichen Gelübderegel seiner Schwiegertochter hörte, erhob er sich und sprach, sie besänftigend, dieses Wort zu Sāvitrī:

atitīvro 'yam ārambhas tvayārabdho nṛpātmaje tisṛṇāṃ vasatīnāṃ hi sthānaṃ paramaduṣkaram

‚Überaus streng ist dieses Unterfangen, das du begonnen hast, Königstochter; denn drei Nächte ohne Liegen zu verharren ist überaus schwer zu ertragen.‘

Wort für Wort
atitīvro 'yam ārambhas tvayārabdho nṛpātmaje tisṛṇāṃ vasatīnāṃ hi sthānaṃ paramaduṣkaram
‚Überaus streng ist dieses Unterfangen, das du begonnen hast, Königstochter; denn drei Nächte ohne Liegen zu verharren ist überaus schwer zu ertragen.‘

sāvitry uvāca na kāryas tāta saṃtāpaḥ pārayiṣyāmy ahaṃ vratam vyavasāyakṛtaṃ hīdaṃ vyavasāyaś ca kāraṇam

Sāvitrī sprach: ‚Du sollst dich nicht grämen, Vater; ich werde das Gelübde zu Ende bringen. Denn dies wurde aus festem Entschluss unternommen, und der feste Entschluss ist der Grund dafür.‘

Wort für Wort
sāvitry uvāca na kāryas tāta saṃtāpaḥ pārayiṣyāmy ahaṃ vratam vyavasāyakṛtaṃ hīdaṃ vyavasāyaś ca kāraṇam
Sāvitrī sprach: ‚Du sollst dich nicht grämen, Vater; ich werde das Gelübde zu Ende bringen. Denn dies wurde aus festem Entschluss unternommen, und der feste Entschluss ist der Grund dafür.‘

dyumatsena uvāca vrataṃ bhindhīti vaktuṃ tvāṃ nāsmi śaktaḥ kathaṃ cana pārayasveti vacanaṃ yuktam asmadvidho vadet

Dyumatsena sprach: ‚Ich bin nicht imstande, dir in irgendeiner Weise zu raten, das Gelübde zu brechen; einem wie mir geziemt es vielmehr, dir zu sagen, du mögest es vollenden.‘

Wort für Wort
dyumatsena uvāca vrataṃ bhindhīti vaktuṃ tvāṃ nāsmi śaktaḥ kathaṃ cana pārayasveti vacanaṃ yuktam asmadvidho vadet
Dyumatsena sprach: ‚Ich bin nicht imstande, dir in irgendeiner Weise zu raten, das Gelübde zu brechen; einem wie mir geziemt es vielmehr, dir zu sagen, du mögest es vollenden.‘

Die Sprechakte 'brich das Gelübde' und 'vollende es' werden hier als indirekte Rede wiedergegeben, um innerhalb von Dyumatsenas eigener direkter Rede keine weitere Zitatebene zu eröffnen.

mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā dyumatseno virarāma mahāmanāḥ tiṣṭhantī cāpi sāvitrī kāṣṭhabhūteva lakṣyate

Nachdem er so gesprochen hatte, verstummte der hochherzige Dyumatsena; und Sāvitrī, die dastand, erschien wie zu Holz erstarrt.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā dyumatseno virarāma mahāmanāḥ tiṣṭhantī cāpi sāvitrī kāṣṭhabhūteva lakṣyate
Nachdem er so gesprochen hatte, verstummte der hochherzige Dyumatsena; und Sāvitrī, die dastand, erschien wie zu Holz erstarrt.

śvobhūte bhartṛmaraṇe sāvitryā bharatarṣabha duḥkhānvitāyās tiṣṭhantyāḥ sā rātrir vyatyavartata

Da für Sāvitrī der Tod ihres Gatten am nächsten Morgen bevorstand, verging ihr, die von Kummer erfüllt dastand, jene Nacht, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
śvobhūte bhartṛmaraṇe sāvitryā bharatarṣabha duḥkhānvitāyās tiṣṭhantyāḥ sā rātrir vyatyavartata
Da für Sāvitrī der Tod ihres Gatten am nächsten Morgen bevorstand, verging ihr, die von Kummer erfüllt dastand, jene Nacht, Stier der Bharatas.

adya tad divasaṃ ceti hutvā dīptaṃ hutāśanam yugamātrodite sūrye kṛtvā paurvāhṇikīḥ kriyāḥ

Im Gedanken, heute sei jener Tag, brachte sie, als die Sonne eine Jochlänge über den Horizont gestiegen war, dem lodernden Feuer ein Opfer dar und vollzog die Vormittagsriten.

Wort für Wort
adya tad divasaṃ ceti hutvā dīptaṃ hutāśanam yugamātrodite sūrye kṛtvā paurvāhṇikīḥ kriyāḥ
Im Gedanken, heute sei jener Tag, brachte sie, als die Sonne eine Jochlänge über den Horizont gestiegen war, dem lodernden Feuer ein Opfer dar und vollzog die Vormittagsriten.

tataḥ sarvān dvijān vṛddhāñ śvaśrūṃ śvaśuram eva ca abhivādyānupūrvyeṇa prāñjalir niyatā sthitā

Darauf, nachdem sie der Reihe nach alle altgedienten Brahmanen, die Schwiegermutter und den Schwiegervater verehrt hatte, stand sie mit gefalteten Händen, gesammelt, da.

Wort für Wort
tataḥ sarvān dvijān vṛddhāñ śvaśrūṃ śvaśuram eva ca abhivādyānupūrvyeṇa prāñjalir niyatā sthitā
Darauf, nachdem sie der Reihe nach alle altgedienten Brahmanen, die Schwiegermutter und den Schwiegervater verehrt hatte, stand sie mit gefalteten Händen, gesammelt, da.

avaidhavyāśiṣas te tu sāvitryarthaṃ hitāḥ śubhāḥ ūcus tapasvinaḥ sarve tapovananivāsinaḥ

Alle im Büßerwald wohnenden Asketen aber sprachen ihr zum Wohl heilvolle Segenssprüche gegen die Witwenschaft aus.

Wort für Wort
avaidhavyāśiṣas te tu sāvitryarthaṃ hitāḥ śubhāḥ ūcus tapasvinaḥ sarve tapovananivāsinaḥ
Alle im Büßerwald wohnenden Asketen aber sprachen ihr zum Wohl heilvolle Segenssprüche gegen die Witwenschaft aus.

evam astv iti sāvitrī dhyānayogaparāyaṇā manasā tā giraḥ sarvāḥ pratyagṛhṇāt tapasvinām

Ganz der Versenkung in Meditation hingegeben, nahm Sāvitrī im Geiste alle jene Worte der Asketen zustimmend an.

Wort für Wort
evam astv iti sāvitrī dhyānayogaparāyaṇā manasā tā giraḥ sarvāḥ pratyagṛhṇāt tapasvinām
Ganz der Versenkung in Meditation hingegeben, nahm Sāvitrī im Geiste alle jene Worte der Asketen zustimmend an.

taṃ kālaṃ ca muhūrtaṃ ca pratīkṣantī nṛpātmajā yathoktaṃ nāradavacaś cintayantī suduḥkhitā

Jene Zeit und jene Stunde erwartend, an das von Nārada gesprochene Wort denkend, war die Königstochter tief bekümmert.

Wort für Wort
taṃ kālaṃ ca muhūrtaṃ ca pratīkṣantī nṛpātmajā yathoktaṃ nāradavacaś cintayantī suduḥkhitā
Jene Zeit und jene Stunde erwartend, an das von Nārada gesprochene Wort denkend, war die Königstochter tief bekümmert.

tatas tu śvaśrūśvaśurāv ūcatus tāṃ nṛpātmajām ekāntastham idaṃ vākyaṃ prītyā bharatasattama

Darauf sprachen Schwiegermutter und Schwiegervater, als sie allein war, aus Zuneigung dieses Wort zu der Königstochter, bester der Bharatas:

Wort für Wort
tatas tu śvaśrūśvaśurāv ūcatus tāṃ nṛpātmajām ekāntastham idaṃ vākyaṃ prītyā bharatasattama
Darauf sprachen Schwiegermutter und Schwiegervater, als sie allein war, aus Zuneigung dieses Wort zu der Königstochter, bester der Bharatas:

śvaśurāv ūcatuḥ vrato yathopadiṣṭo 'yaṃ yathāvat pāritas tvayā āhārakālaḥ saṃprāptaḥ kriyatāṃ yad anantaram

Die Schwiegereltern sprachen: ‚Dieses Gelübde, wie es vorgeschrieben war, hast du vorschriftsmäßig vollendet; die Zeit zur Nahrungsaufnahme ist gekommen - tue nun, was als Nächstes ansteht.‘

Wort für Wort
śvaśurāv ūcatuḥ vrato yathopadiṣṭo 'yaṃ yathāvat pāritas tvayā āhārakālaḥ saṃprāptaḥ kriyatāṃ yad anantaram
Die Schwiegereltern sprachen: ‚Dieses Gelübde, wie es vorgeschrieben war, hast du vorschriftsmäßig vollendet; die Zeit zur Nahrungsaufnahme ist gekommen - tue nun, was als Nächstes ansteht.‘

sāvitry uvāca astaṃ gate mayāditye bhoktavyaṃ kṛtakāmayā eṣa me hṛdi saṃkalpaḥ samayaś ca kṛto mayā

Sāvitrī sprach: ‚Erst wenn die Sonne untergegangen ist, will ich, nachdem mein Wunsch erfüllt ist, Nahrung zu mir nehmen; dies ist mein im Herzen gefasster Entschluss und die Frist, die ich mir gesetzt habe.‘

Wort für Wort
sāvitry uvāca astaṃ gate mayāditye bhoktavyaṃ kṛtakāmayā eṣa me hṛdi saṃkalpaḥ samayaś ca kṛto mayā
Sāvitrī sprach: ‚Erst wenn die Sonne untergegangen ist, will ich, nachdem mein Wunsch erfüllt ist, Nahrung zu mir nehmen; dies ist mein im Herzen gefasster Entschluss und die Frist, die ich mir gesetzt habe.‘

mārkaṇḍeya uvāca evaṃ saṃbhāṣamāṇāyāḥ sāvitryā bhojanaṃ prati skandhe paraśum ādāya satyavān prasthito vanam

Während Sāvitrī so bezüglich der Nahrungsaufnahme sprach, brach Satyavant, eine Axt auf die Schulter genommen, zum Wald auf.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evaṃ saṃbhāṣamāṇāyāḥ sāvitryā bhojanaṃ prati skandhe paraśum ādāya satyavān prasthito vanam
Während Sāvitrī so bezüglich der Nahrungsaufnahme sprach, brach Satyavant, eine Axt auf die Schulter genommen, zum Wald auf.

sāvitrī tv āha bhartāraṃ naikas tvaṃ gantum arhasi saha tvayāgamiṣyāmi na hi tvāṃ hātum utsahe

Sāvitrī sprach zu ihrem Gatten: ‚Du sollst nicht allein gehen; ich werde mit dir kommen, denn ich vermag es nicht, dich zu verlassen.‘

Wort für Wort
sāvitrī tv āha bhartāraṃ naikas tvaṃ gantum arhasi saha tvayāgamiṣyāmi na hi tvāṃ hātum utsahe
Sāvitrī sprach zu ihrem Gatten: ‚Du sollst nicht allein gehen; ich werde mit dir kommen, denn ich vermag es nicht, dich zu verlassen.‘

satyavān uvāca vanaṃ na gatapūrvaṃ te duḥkhaḥ panthāś ca bhāmini vratopavāsakṣāmā ca kathaṃ padbhyāṃ gamiṣyasi

Satyavant sprach: ‚Du bist noch nie zuvor in den Wald gegangen, und der Weg ist beschwerlich, Schöne; wie willst du, vom Gelübdefasten geschwächt, zu Fuß gehen?‘

Wort für Wort
satyavān uvāca vanaṃ na gatapūrvaṃ te duḥkhaḥ panthāś ca bhāmini vratopavāsakṣāmā ca kathaṃ padbhyāṃ gamiṣyasi
Satyavant sprach: ‚Du bist noch nie zuvor in den Wald gegangen, und der Weg ist beschwerlich, Schöne; wie willst du, vom Gelübdefasten geschwächt, zu Fuß gehen?‘

sāvitry uvāca upavāsān na me glānir nāsti cāpi pariśramaḥ gamane ca kṛtotsāhāṃ pratiṣeddhuṃ na mārhasi

Sāvitrī sprach: ‚Vom Fasten spüre ich weder Erschöpfung noch Ermüdung; und du sollst mich, die zum Gehen fest entschlossen ist, nicht daran hindern.‘

Wort für Wort
sāvitry uvāca upavāsān na me glānir nāsti cāpi pariśramaḥ gamane ca kṛtotsāhāṃ pratiṣeddhuṃ na mārhasi
Sāvitrī sprach: ‚Vom Fasten spüre ich weder Erschöpfung noch Ermüdung; und du sollst mich, die zum Gehen fest entschlossen ist, nicht daran hindern.‘

satyavān uvāca yadi te gamanotsāhaḥ kariṣyāmi tava priyam mama tv āmantraya gurūn na māṃ doṣaḥ spṛśed ayam

Satyavant sprach: ‚Wenn du fest entschlossen bist mitzugehen, werde ich dir zu Willen sein; doch bitte du meine Eltern um Erlaubnis, damit mich diese Verfehlung nicht treffe.‘

Wort für Wort
satyavān uvāca yadi te gamanotsāhaḥ kariṣyāmi tava priyam mama tv āmantraya gurūn na māṃ doṣaḥ spṛśed ayam
Satyavant sprach: ‚Wenn du fest entschlossen bist mitzugehen, werde ich dir zu Willen sein; doch bitte du meine Eltern um Erlaubnis, damit mich diese Verfehlung nicht treffe.‘

mārkaṇḍeya uvāca sābhigamyābravīc chvaśrūṃ śvaśuraṃ ca mahāvratā ayaṃ gacchati me bhartā phalāhāro mahāvanam

Sie, dem großen Gelübde treu, ging zu ihrer Schwiegermutter und ihrem Schwiegervater und sprach: ‚Mein Gatte hier geht in den großen Wald, um Früchte zu sammeln.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca sābhigamyābravīc chvaśrūṃ śvaśuraṃ ca mahāvratā ayaṃ gacchati me bhartā phalāhāro mahāvanam
Sie, dem großen Gelübde treu, ging zu ihrer Schwiegermutter und ihrem Schwiegervater und sprach: ‚Mein Gatte hier geht in den großen Wald, um Früchte zu sammeln.

iccheyam abhyanujñātum āryayā śvaśureṇa ca anena saha nirgantuṃ na hi me virahaḥ kṣamaḥ

Ich möchte von der edlen Herrin und dem Schwiegervater die Erlaubnis erhalten, mit ihm auszuziehen; denn die Trennung von ihm ist mir nicht erträglich.

Wort für Wort
iccheyam abhyanujñātum āryayā śvaśureṇa ca anena saha nirgantuṃ na hi me virahaḥ kṣamaḥ
Ich möchte von der edlen Herrin und dem Schwiegervater die Erlaubnis erhalten, mit ihm auszuziehen; denn die Trennung von ihm ist mir nicht erträglich.

gurvagnihotrārthakṛte prasthitaś ca sutas tava na nivāryo nivāryaḥ syād anyathā prasthito vanam

Euer Sohn ist um des Feueropfers willen aufgebrochen und darf nicht gehindert werden; anders wäre es, wenn er aus einem bloßen anderen Grund in den Wald aufgebrochen wäre.

Wort für Wort
gurvagnihotrārthakṛte prasthitaś ca sutas tava na nivāryo nivāryaḥ syād anyathā prasthito vanam
Euer Sohn ist um des Feueropfers willen aufgebrochen und darf nicht gehindert werden; anders wäre es, wenn er aus einem bloßen anderen Grund in den Wald aufgebrochen wäre.

saṃvatsaraḥ kiṃ cid ūno na niṣkrāntāham āśramāt vanaṃ kusumitaṃ draṣṭuṃ paraṃ kautūhalaṃ hi me

Fast ein ganzes Jahr bin ich nicht aus der Einsiedelei fortgegangen; großes Verlangen habe ich, den blühenden Wald zu sehen.‘

Wort für Wort
saṃvatsaraḥ kiṃ cid ūno na niṣkrāntāham āśramāt vanaṃ kusumitaṃ draṣṭuṃ paraṃ kautūhalaṃ hi me
Fast ein ganzes Jahr bin ich nicht aus der Einsiedelei fortgegangen; großes Verlangen habe ich, den blühenden Wald zu sehen.‘

dyumatsena uvāca yataḥ prabhṛti sāvitrī pitrā dattā snuṣā mama nānayābhyarthanāyuktam uktapūrvaṃ smarāmy aham

Dyumatsena sprach: ‚Seit dem Tag, an dem Sāvitrī mir von ihrem Vater als Schwiegertochter gegeben wurde, erinnere ich mich nicht, dass sie je eine unschickliche Bitte geäußert hätte.

Wort für Wort
dyumatsena uvāca yataḥ prabhṛti sāvitrī pitrā dattā snuṣā mama nānayābhyarthanāyuktam uktapūrvaṃ smarāmy aham
Dyumatsena sprach: ‚Seit dem Tag, an dem Sāvitrī mir von ihrem Vater als Schwiegertochter gegeben wurde, erinnere ich mich nicht, dass sie je eine unschickliche Bitte geäußert hätte.

tad eṣā labhatāṃ kāmaṃ yathābhilaṣitaṃ vadhūḥ apramādaś ca kartavyaḥ putri satyavataḥ pathi

So möge denn die Schwiegertochter ihren Wunsch erfüllt bekommen, wie sie es sich ersehnt hat; doch sei achtsam, Tochter, auf dem Weg mit Satyavant.‘

Wort für Wort
tad eṣā labhatāṃ kāmaṃ yathābhilaṣitaṃ vadhūḥ apramādaś ca kartavyaḥ putri satyavataḥ pathi
So möge denn die Schwiegertochter ihren Wunsch erfüllt bekommen, wie sie es sich ersehnt hat; doch sei achtsam, Tochter, auf dem Weg mit Satyavant.‘

mārkaṇḍeya uvāca ubhābhyām abhyanujñātā sā jagāma yaśasvinī saha bhartrā hasantīva hṛdayena vidūyatā

Von beiden mit Erlaubnis versehen, zog die ruhmreiche Sāvitrī zusammen mit ihrem Gatten fort, scheinbar lächelnd, doch mit von Angst gequältem Herzen.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca ubhābhyām abhyanujñātā sā jagāma yaśasvinī saha bhartrā hasantīva hṛdayena vidūyatā
Von beiden mit Erlaubnis versehen, zog die ruhmreiche Sāvitrī zusammen mit ihrem Gatten fort, scheinbar lächelnd, doch mit von Angst gequältem Herzen.

sā vanāni vicitrāṇi ramaṇīyāni sarvaśaḥ mayūraravaghuṣṭāni dadarśa vipulekṣaṇā

Sie, die Großäugige, erblickte die bunten, überall lieblichen, vom Ruf der Pfauen widerhallenden Wälder.

Wort für Wort
sā vanāni vicitrāṇi ramaṇīyāni sarvaśaḥ mayūraravaghuṣṭāni dadarśa vipulekṣaṇā
Sie, die Großäugige, erblickte die bunten, überall lieblichen, vom Ruf der Pfauen widerhallenden Wälder.

nadīḥ puṇyavahāś caiva puṣpitāṃś ca nagottamān satyavān āha paśyeti sāvitrīṃ madhurākṣaram

Satyavant sprach mit süßer Stimme zu Sāvitrī, ihr die heiligen Flüsse und die blühenden, prächtigen Bäume zeigend: ‚Sieh!‘

Wort für Wort
nadīḥ puṇyavahāś caiva puṣpitāṃś ca nagottamān satyavān āha paśyeti sāvitrīṃ madhurākṣaram
Satyavant sprach mit süßer Stimme zu Sāvitrī, ihr die heiligen Flüsse und die blühenden, prächtigen Bäume zeigend: ‚Sieh!‘

nirīkṣamāṇā bhartāraṃ sarvāvastham aninditā mṛtam eva hi taṃ mene kāle munivacaḥ smaran

Sie, die Untadelige, betrachtete ihren Gatten in all seinem Tun, doch hielt sie ihn, an das Wort des Weisen über den herannahenden Zeitpunkt denkend, bereits für so gut wie tot.

Wort für Wort
nirīkṣamāṇā bhartāraṃ sarvāvastham aninditā mṛtam eva hi taṃ mene kāle munivacaḥ smaran
Sie, die Untadelige, betrachtete ihren Gatten in all seinem Tun, doch hielt sie ihn, an das Wort des Weisen über den herannahenden Zeitpunkt denkend, bereits für so gut wie tot.

anuvartatī tu bhartāraṃ jagāma mṛdugāminī dvidheva hṛdayaṃ kṛtvā taṃ ca kālam avekṣatī

Ihrem Gatten folgend, ging sie, die sanft Schreitende, mit gleichsam zwiegespaltenem Herzen weiter, während sie zugleich jenen Zeitpunkt im Blick behielt.

Wort für Wort
anuvartatī tu bhartāraṃ jagāma mṛdugāminī dvidheva hṛdayaṃ kṛtvā taṃ ca kālam avekṣatī
Ihrem Gatten folgend, ging sie, die sanft Schreitende, mit gleichsam zwiegespaltenem Herzen weiter, während sie zugleich jenen Zeitpunkt im Blick behielt.

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