Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 190: Maṇḍūkyupākhyānam / Śaladalopākhyānam Die Erzählung von der Froschprinzessin und von Śala und Dala

Auf Yudhiṣṭhiras Bitte, noch mehr von der hohen Bedeutung der Brahmanen zu hören, erzählt Mārkaṇḍeya die Geschichte des alten Ikṣvāku-Königs Parikṣit, der die Froschprinzessin Suśobhanā zur Frau nimmt, unter der Bedingung, ihr niemals Wasser zu zeigen; als er die Bedingung bricht, verschwindet sie, und ihr Vater, der Froschkönig Āyu, erklärt, dass ihre Nachkommen den Brahmanen feindlich gesinnt sein werden. Es folgt die Geschichte der Söhne Śala und Dala, die dem Weisen Vāmadeva die entliehenen Wunderrosse Vāmya vorenthalten: Śala wird deshalb von Rākṣasas getötet, und Dala wird, nachdem er auf Vāmadevas Geheiß seinen eigenen Sohn erschossen hat, durch die Fürbitte seiner Gemahlin von seiner Schuld befreit und gibt schließlich die Rosse zurück.

vaiśaṃpāyana uvāca bhūya eva brāhmaṇamahābhāgyaṃ vaktum arhasīty abravīt pāṇḍaveyo mārkaṇḍeyam

Vaiśaṃpāyana sprach: Da bat der Sohn des Pāṇḍu den Mārkaṇḍeya, ihm noch einmal von der hohen Bedeutung der Brahmanen zu erzählen.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca bhūya eva brāhmaṇamahābhāgyaṃ vaktum arhasīty abravīt pāṇḍaveyo mārkaṇḍeyam
Vaiśaṃpāyana sprach: Da bat der Sohn des Pāṇḍu den Mārkaṇḍeya, ihm noch einmal von der hohen Bedeutung der Brahmanen zu erzählen.

athācaṣṭa mārkaṇḍeyaḥ

Da begann Mārkaṇḍeya zu erzählen:

Wort für Wort
athācaṣṭa mārkaṇḍeyaḥ
Da begann Mārkaṇḍeya zu erzählen:

ayodhyāyām ikṣvākukulotpannaḥ pārthivaḥ parikṣin nāma mṛgayām agamat

„In Ayodhyā lebte ein aus dem Geschlecht der Ikṣvāku entstammender König namens Parikṣit, der zur Jagd auszog.

Wort für Wort
ayodhyāyām ikṣvākukulotpannaḥ pārthivaḥ parikṣin nāma mṛgayām agamat
„In Ayodhyā lebte ein aus dem Geschlecht der Ikṣvāku entstammender König namens Parikṣit, der zur Jagd auszog.

Dieser Parikṣit ist eine ältere, von dem berühmten Parikṣit, dem Enkel Arjunas, verschiedene Gestalt desselben Namens.

tam ekāśvena mṛgam anusarantaṃ mṛgo dūram apāharat

Als er, nur mit einem Pferd, einem Hirsch nachjagte, führte ihn der Hirsch weit fort.

Wort für Wort
tam ekāśvena mṛgam anusarantaṃ mṛgo dūram apāharat
Als er, nur mit einem Pferd, einem Hirsch nachjagte, führte ihn der Hirsch weit fort.

athādhvani jātaśramaḥ kṣuttṛṣṇābhibhūtaś ca kasmiṃś cid uddeśe nīlaṃ vanaṣaṇḍam apaśyat tac ca viveśa

Da er unterwegs müde geworden war und von Hunger und Durst überwältigt wurde, erblickte er an einer Stelle ein dunkelgrünes Waldstück und betrat es.

Wort für Wort
athādhvani jātaśramaḥ kṣuttṛṣṇābhibhūtaś ca kasmiṃś cid uddeśe nīlaṃ vanaṣaṇḍam apaśyat tac ca viveśa
Da er unterwegs müde geworden war und von Hunger und Durst überwältigt wurde, erblickte er an einer Stelle ein dunkelgrünes Waldstück und betrat es.

tatas tasya vanaṣaṇḍasya madhye 'tīva ramaṇīyaṃ saro dṛṣṭvā sāśva eva vyagāhata

Dann erblickte er inmitten dieses Waldstücks einen überaus lieblichen See und stieg mitsamt seinem Pferd in ihn hinab.

Wort für Wort
tatas tasya vanaṣaṇḍasya madhye 'tīva ramaṇīyaṃ saro dṛṣṭvā sāśva eva vyagāhata
Dann erblickte er inmitten dieses Waldstücks einen überaus lieblichen See und stieg mitsamt seinem Pferd in ihn hinab.

athāśvastaḥ sa bisamṛṇālam aśvasyāgre nikṣipya puṣkariṇītīre samāviśat

Nachdem er sich erholt hatte, warf er Lotuswurzeln und Lotusfasern seinem Pferd vor und setzte sich am Ufer des Lotusteichs nieder.

Wort für Wort
athāśvastaḥ sa bisamṛṇālam aśvasyāgre nikṣipya puṣkariṇītīre samāviśat
Nachdem er sich erholt hatte, warf er Lotuswurzeln und Lotusfasern seinem Pferd vor und setzte sich am Ufer des Lotusteichs nieder.

tataḥ śayāno madhuraṃ gītaśabdam aśṛṇot

Während er dort lag, vernahm er den lieblichen Klang eines Gesangs.

Wort für Wort
tataḥ śayāno madhuraṃ gītaśabdam aśṛṇot
Während er dort lag, vernahm er den lieblichen Klang eines Gesangs.

sa śrutvācintayat neha manuṣyagatiṃ paśyāmi kasya khalv ayaṃ gītaśabda iti

Als er ihn hörte, dachte er: ‚Ich sehe hier doch keinen Zugang für Menschen – wessen Gesang mag das nur sein?‘

Wort für Wort
sa śrutvācintayat neha manuṣyagatiṃ paśyāmi kasya khalv ayaṃ gītaśabda iti
Als er ihn hörte, dachte er: ‚Ich sehe hier doch keinen Zugang für Menschen – wessen Gesang mag das nur sein?‘

athāpaśyat kanyāṃ paramarūpadarśanīyāṃ puṣpāṇy avacinvatīṃ gāyantīṃ ca

Da erblickte er eine Jungfrau von überaus schöner Gestalt, die Blumen pflückte und sang.

Wort für Wort
athāpaśyat kanyāṃ paramarūpadarśanīyāṃ puṣpāṇy avacinvatīṃ gāyantīṃ ca
Da erblickte er eine Jungfrau von überaus schöner Gestalt, die Blumen pflückte und sang.

atha sā rājñaḥ samīpe paryakrāmat

Dann näherte sie sich dem König.

Wort für Wort
atha sā rājñaḥ samīpe paryakrāmat
Dann näherte sie sich dem König.

tām abravīd rājā kasyāsi subhage tvam iti

Der König sprach zu ihr: ‚Wessen Tochter bist du, Holde?‘

Wort für Wort
tām abravīd rājā kasyāsi subhage tvam iti
Der König sprach zu ihr: ‚Wessen Tochter bist du, Holde?‘

sā pratyuvāca kanyāsmīti

Sie erwiderte: ‚Ich bin eine Jungfrau.‘

Wort für Wort
sā pratyuvāca kanyāsmīti
Sie erwiderte: ‚Ich bin eine Jungfrau.‘

tāṃ rājovāca arthī tvayāham iti

Der König sprach zu ihr: ‚Ich begehre dich.‘

Wort für Wort
tāṃ rājovāca arthī tvayāham iti
Der König sprach zu ihr: ‚Ich begehre dich.‘

athovāca kanyā samayenāhaṃ śakyā tvayā labdhum nānyatheti

Da sprach die Jungfrau: ‚Nur unter einer Bedingung kannst du mich gewinnen, nicht anders.‘

Wort für Wort
athovāca kanyā samayenāhaṃ śakyā tvayā labdhum nānyatheti
Da sprach die Jungfrau: ‚Nur unter einer Bedingung kannst du mich gewinnen, nicht anders.‘

tāṃ rājā samayam apṛcchat

Der König fragte sie nach der Bedingung.

Wort für Wort
tāṃ rājā samayam apṛcchat
Der König fragte sie nach der Bedingung.

tataḥ kanyedam uvāca udakaṃ me na darśayitavyam iti

Da sprach die Jungfrau: ‚Wasser darf mir niemals gezeigt werden.‘

Wort für Wort
tataḥ kanyedam uvāca udakaṃ me na darśayitavyam iti
Da sprach die Jungfrau: ‚Wasser darf mir niemals gezeigt werden.‘

sa rājā bāḍham ity uktvā tāṃ samāgamya tayā sahāste

Der König sagte ‚Ja, gewiss‘, vermählte sich mit ihr und lebte fortan mit ihr zusammen.

Wort für Wort
sa rājā bāḍham ity uktvā tāṃ samāgamya tayā sahāste
Der König sagte ‚Ja, gewiss‘, vermählte sich mit ihr und lebte fortan mit ihr zusammen.

tatraivāsīne rājani senānvagacchat padenānupadaṃ dṛṣṭvā rājānaṃ parivāryātiṣṭhat

Während der König dort verweilte, folgte ihm sein Heer Schritt für Schritt seiner Spur nach und blieb, als es ihn fand, um ihn herum stehen.

Wort für Wort
tatraivāsīne rājani senānvagacchat padenānupadaṃ dṛṣṭvā rājānaṃ parivāryātiṣṭhat
Während der König dort verweilte, folgte ihm sein Heer Schritt für Schritt seiner Spur nach und blieb, als es ihn fand, um ihn herum stehen.

paryāśvastaś ca rājā tayaiva saha śibikayā prāyād avighāṭitayā svanagaram anuprāpya rahasi tayā saha ramann āste nānyat kiṃ canāpaśyat

Nachdem er sich erholt hatte, reiste der König mit ihr in einer verhüllten Sänfte fort; in seiner Stadt angekommen, verweilte er im Verborgenen mit ihr, sich vergnügend, und achtete auf nichts anderes mehr.

Wort für Wort
paryāśvastaś ca rājā tayaiva saha śibikayā prāyād avighāṭitayā svanagaram anuprāpya rahasi tayā saha ramann āste nānyat kiṃ canāpaśyat
Nachdem er sich erholt hatte, reiste der König mit ihr in einer verhüllten Sänfte fort; in seiner Stadt angekommen, verweilte er im Verborgenen mit ihr, sich vergnügend, und achtete auf nichts anderes mehr.

atha pradhānāmātyas tasyābhyāśacarāḥ striyo 'pṛcchat kim atra prayojanaṃ vartata iti

Da fragte der oberste Minister die Frauen aus ihrer Umgebung: ‚Was ist hier der Grund für dieses Verhalten?‘

Wort für Wort
atha pradhānāmātyas tasyābhyāśacarāḥ striyo 'pṛcchat kim atra prayojanaṃ vartata iti
Da fragte der oberste Minister die Frauen aus ihrer Umgebung: ‚Was ist hier der Grund für dieses Verhalten?‘

athābruvaṃs tāḥ striyaḥ apūrvam iva paśyāma udakaṃ nātra nīyateti

Da sprachen jene Frauen: ‚Wir sehen etwas noch nie Dagewesenes: Hierher wird kein Wasser gebracht.‘

Wort für Wort
athābruvaṃs tāḥ striyaḥ apūrvam iva paśyāma udakaṃ nātra nīyateti
Da sprachen jene Frauen: ‚Wir sehen etwas noch nie Dagewesenes: Hierher wird kein Wasser gebracht.‘

athāmātyo 'nudakaṃ vanaṃ kārayitvodāravṛkṣaṃ bahumūlapuṣpaphalaṃ rahasy upagamya rājānam abravīt vanam idam udāram anudakam sādhv atra ramyatām iti

Da ließ der Minister einen wasserlosen Park anlegen, mit prächtigen Bäumen und reich an Wurzeln, Blüten und Früchten; im Verborgenen trat er vor den König und sprach: ‚Dieser prächtige Park ist ohne Wasser – möge man sich dort wohl vergnügen.‘

Wort für Wort
athāmātyo 'nudakaṃ vanaṃ kārayitvodāravṛkṣaṃ bahumūlapuṣpaphalaṃ rahasy upagamya rājānam abravīt vanam idam udāram anudakam sādhv atra ramyatām iti
Da ließ der Minister einen wasserlosen Park anlegen, mit prächtigen Bäumen und reich an Wurzeln, Blüten und Früchten; im Verborgenen trat er vor den König und sprach: ‚Dieser prächtige Park ist ohne Wasser – möge man sich dort wohl vergnügen.‘

sa tasya vacanāt tayaiva saha devyā tad vanaṃ prāviśat sa kadā cit tasmin vane ramye tayaiva saha vyavaharat atha kṣuttṛṣṇārditaḥ śrānto 'timātram atimuktāgāram apaśyat

Auf sein Wort hin betrat der König mit seiner Gemahlin jenen Park; einige Zeit verweilte er in dem lieblichen Park mit ihr zusammen. Da erblickte er, von Hunger und Durst gequält und über die Maßen erschöpft, ein von Schlingranken überwachsenes Lusthaus.

Wort für Wort
sa tasya vacanāt tayaiva saha devyā tad vanaṃ prāviśat sa kadā cit tasmin vane ramye tayaiva saha vyavaharat atha kṣuttṛṣṇārditaḥ śrānto 'timātram atimuktāgāram apaśyat
Auf sein Wort hin betrat der König mit seiner Gemahlin jenen Park; einige Zeit verweilte er in dem lieblichen Park mit ihr zusammen. Da erblickte er, von Hunger und Durst gequält und über die Maßen erschöpft, ein von Schlingranken überwachsenes Lusthaus.

tat praviśya rājā saha priyayā sudhātalasukṛtāṃ vimalasalilapūrṇāṃ vāpīm apaśyat

Dort trat der König mit seiner Geliebten ein und erblickte einen aus Stuck kunstvoll gefertigten Brunnen, gefüllt mit klarem Wasser.

Wort für Wort
tat praviśya rājā saha priyayā sudhātalasukṛtāṃ vimalasalilapūrṇāṃ vāpīm apaśyat
Dort trat der König mit seiner Geliebten ein und erblickte einen aus Stuck kunstvoll gefertigten Brunnen, gefüllt mit klarem Wasser.

dṛṣṭvaiva ca tāṃ tasyā eva tīre sahaiva tayā devyā vyatiṣṭhat

Kaum hatte er ihn erblickt, verweilte er zusammen mit seiner Gemahlin an eben seinem Ufer.

Wort für Wort
dṛṣṭvaiva ca tāṃ tasyā eva tīre sahaiva tayā devyā vyatiṣṭhat
Kaum hatte er ihn erblickt, verweilte er zusammen mit seiner Gemahlin an eben seinem Ufer.

atha tāṃ devīṃ sa rājābravīt sādhv avatara vāpīsalilam iti

Da sprach der König zu seiner Gemahlin: ‚Wohlan, steige hinab in das Wasser des Brunnens.‘

Wort für Wort
atha tāṃ devīṃ sa rājābravīt sādhv avatara vāpīsalilam iti
Da sprach der König zu seiner Gemahlin: ‚Wohlan, steige hinab in das Wasser des Brunnens.‘

sā tadvacaḥ śrutvāvatīrya vāpīṃ nyamajjat na punar udamajjat

Sie, dieses Wort vernehmend, stieg in den Brunnen hinab und tauchte unter – und tauchte nicht wieder auf.

Wort für Wort
sā tadvacaḥ śrutvāvatīrya vāpīṃ nyamajjat na punar udamajjat
Sie, dieses Wort vernehmend, stieg in den Brunnen hinab und tauchte unter – und tauchte nicht wieder auf.

tāṃ mṛgayamāṇo rājā nāpaśyat

Der König suchte nach ihr, doch fand sie nicht.

Wort für Wort
tāṃ mṛgayamāṇo rājā nāpaśyat
Der König suchte nach ihr, doch fand sie nicht.

vāpīm api niḥsrāvya maṇḍūkaṃ śvabhramukhe dṛṣṭvā kruddha ājñāpayām āsa sarvamaṇḍūkavadhaḥ kriyatām iti yo mayārthī sa mṛtakair maṇḍūkair upāyanair mām upatiṣṭhed iti

Er ließ sogar den Brunnen leerschöpfen, und als er an der Öffnung einer Höhle einen Frosch erblickte, befahl er zornentbrannt: ‚Alle Frösche sollen getötet werden! Wer mir wohlgesinnt ist, der bringe mir tote Frösche als Gabe dar.‘

Wort für Wort
vāpīm api niḥsrāvya maṇḍūkaṃ śvabhramukhe dṛṣṭvā kruddha ājñāpayām āsa sarvamaṇḍūkavadhaḥ kriyatām iti yo mayārthī sa mṛtakair maṇḍūkair upāyanair mām upatiṣṭhed iti
Er ließ sogar den Brunnen leerschöpfen, und als er an der Öffnung einer Höhle einen Frosch erblickte, befahl er zornentbrannt: ‚Alle Frösche sollen getötet werden! Wer mir wohlgesinnt ist, der bringe mir tote Frösche als Gabe dar.‘

atha maṇḍūkavadhe ghore kriyamāṇe dikṣu sarvāsu maṇḍūkān bhayam āviśat te bhītā maṇḍūkarājñe yathāvṛttaṃ nyavedayan

Als nun das schreckliche Töten der Frösche vollzogen wurde, erfasste in allen Himmelsrichtungen die Frösche die Furcht; erschrocken meldeten sie dem Froschkönig, was sich zugetragen hatte.

Wort für Wort
atha maṇḍūkavadhe ghore kriyamāṇe dikṣu sarvāsu maṇḍūkān bhayam āviśat te bhītā maṇḍūkarājñe yathāvṛttaṃ nyavedayan
Als nun das schreckliche Töten der Frösche vollzogen wurde, erfasste in allen Himmelsrichtungen die Frösche die Furcht; erschrocken meldeten sie dem Froschkönig, was sich zugetragen hatte.

tato maṇḍūkarāṭ tāpasaveṣadhārī rājānam abhyagacchat

Da näherte sich der Froschkönig, in der Gestalt eines Asketen gekleidet, dem König.

Wort für Wort
tato maṇḍūkarāṭ tāpasaveṣadhārī rājānam abhyagacchat
Da näherte sich der Froschkönig, in der Gestalt eines Asketen gekleidet, dem König.

upetya cainam uvāca mā rājan krodhavaśaṃ gamaḥ prasādaṃ kuru nārhasi maṇḍūkānām anaparādhināṃ vadhaṃ kartum iti

Er trat vor ihn und sprach: ‚Verfalle nicht dem Zorn, o König; übe Gnade. Du solltest nicht die Tötung schuldloser Frösche vollbringen.

Wort für Wort
upetya cainam uvāca mā rājan krodhavaśaṃ gamaḥ prasādaṃ kuru nārhasi maṇḍūkānām anaparādhināṃ vadhaṃ kartum iti
Er trat vor ihn und sprach: ‚Verfalle nicht dem Zorn, o König; übe Gnade. Du solltest nicht die Tötung schuldloser Frösche vollbringen.

mā maṇḍūkāñ jighāṃsa tvaṃ kopaṃ saṃdhārayācyuta ślokau cātra bhavataḥ prakṣīyate dhanodreko janānām avijānatām

Trachte nicht danach, die Frösche zu töten, bezähme deinen Zorn, du Standhafter; auch hierzu gibt es zwei Verse: Der Übermut jener Menschen, die nichts recht erkennen, schwindet von selbst dahin,

Wort für Wort
mā maṇḍūkāñ jighāṃsa tvaṃ kopaṃ saṃdhārayācyuta ślokau cātra bhavataḥ prakṣīyate dhanodreko janānām avijānatām
Trachte nicht danach, die Frösche zu töten, bezähme deinen Zorn, du Standhafter; auch hierzu gibt es zwei Verse: Der Übermut jener Menschen, die nichts recht erkennen, schwindet von selbst dahin,

Der Übergang zwischen der Prosarede und den beiden angekündigten Versen ist im Sanskrit stark verdichtet; die Übersetzung folgt dem wahrscheinlichsten Sinn.

pratijānīhi naitāṃs tvaṃ prāpya krodhaṃ vimokṣyase alaṃ kṛtvā tavādharmaṃ maṇḍūkaiḥ kiṃ hatair hi te

so verspreche mir, dass du, sobald du das begriffen hast, deinen Zorn ablegen wirst. Genug damit, Unrecht zu üben – was nützt dir das Töten der Frösche?‘

Wort für Wort
pratijānīhi naitāṃs tvaṃ prāpya krodhaṃ vimokṣyase alaṃ kṛtvā tavādharmaṃ maṇḍūkaiḥ kiṃ hatair hi te
so verspreche mir, dass du, sobald du das begriffen hast, deinen Zorn ablegen wirst. Genug damit, Unrecht zu üben – was nützt dir das Töten der Frösche?‘

tam evaṃvādinam iṣṭajanaśokaparītātmā rājā provāca na hi kṣamyate tan mayā haniṣyāmy etān etair durātmabhiḥ priyā me bhakṣitā sarvathaiva me vadhyā maṇḍūkāḥ nārhasi vidvan mām uparoddhum iti

Zu ihm, der so sprach, sagte der König, dessen Seele vom Kummer um die geliebte Person ergriffen war: ‚Das kann ich nicht verzeihen; ich werde sie töten. Von diesen Bösewichten wurde meine Geliebte verschlungen; auf jeden Fall müssen die Frösche getötet werden. Du solltest mich nicht daran hindern, du Kundiger.‘

Wort für Wort
tam evaṃvādinam iṣṭajanaśokaparītātmā rājā provāca na hi kṣamyate tan mayā haniṣyāmy etān etair durātmabhiḥ priyā me bhakṣitā sarvathaiva me vadhyā maṇḍūkāḥ nārhasi vidvan mām uparoddhum iti
Zu ihm, der so sprach, sagte der König, dessen Seele vom Kummer um die geliebte Person ergriffen war: ‚Das kann ich nicht verzeihen; ich werde sie töten. Von diesen Bösewichten wurde meine Geliebte verschlungen; auf jeden Fall müssen die Frösche getötet werden. Du solltest mich nicht daran hindern, du Kundiger.‘

sa tad vākyam upalabhya vyathitendriyamanāḥ provāca prasīda rājan aham āyur nāma maṇḍūkarājaḥ mama sā duhitā suśobhanā nāma tasyā dauḥśīlyam etat bahavo hi rājānas tayā vipralabdhapūrvā iti

Als er diese Worte vernommen hatte, sprach er, in Sinn und Gemüt bestürzt: ‚Sei gnädig, o König. Ich bin Āyu, der Froschkönig. Sie ist meine Tochter, Suśobhanā mit Namen; dies ist ihr schlechter Charakterzug, denn schon viele Könige wurden zuvor von ihr getäuscht.‘

Wort für Wort
sa tad vākyam upalabhya vyathitendriyamanāḥ provāca prasīda rājan aham āyur nāma maṇḍūkarājaḥ mama sā duhitā suśobhanā nāma tasyā dauḥśīlyam etat bahavo hi rājānas tayā vipralabdhapūrvā iti
Als er diese Worte vernommen hatte, sprach er, in Sinn und Gemüt bestürzt: ‚Sei gnädig, o König. Ich bin Āyu, der Froschkönig. Sie ist meine Tochter, Suśobhanā mit Namen; dies ist ihr schlechter Charakterzug, denn schon viele Könige wurden zuvor von ihr getäuscht.‘

Dieser Froschkönig Āyu ist eine von dem gleichnamigen Sohn des Purūravas verschiedene Gestalt.

tam abravīd rājā tayāsmy arthī sā me dīyatām iti

Der König sprach zu ihm: ‚Ich begehre sie; sie sei mir gegeben.‘

Wort für Wort
tam abravīd rājā tayāsmy arthī sā me dīyatām iti
Der König sprach zu ihm: ‚Ich begehre sie; sie sei mir gegeben.‘

athaināṃ rājñe pitādāt abravīc cainām enaṃ rājānaṃ śuśrūṣasveti

Da gab der Vater sie dem König und sprach zu ihr: ‚Diene diesem König.‘

Wort für Wort
athaināṃ rājñe pitādāt abravīc cainām enaṃ rājānaṃ śuśrūṣasveti
Da gab der Vater sie dem König und sprach zu ihr: ‚Diene diesem König.‘

sa uvāca duhitaram yasmāt tvayā rājāno vipralabdhās tasmād abrahmaṇyāni tavāpatyāni bhaviṣyanty anṛtakatvāt taveti

Und er sprach zu seiner Tochter: ‚Weil du Könige getäuscht hast, darum werden deine Kinder den Brahmanen feindlich gesinnt sein – wegen deiner Falschheit.‘

Wort für Wort
sa uvāca duhitaram yasmāt tvayā rājāno vipralabdhās tasmād abrahmaṇyāni tavāpatyāni bhaviṣyanty anṛtakatvāt taveti
Und er sprach zu seiner Tochter: ‚Weil du Könige getäuscht hast, darum werden deine Kinder den Brahmanen feindlich gesinnt sein – wegen deiner Falschheit.‘

sa ca rājā tām upalabhya tasyāṃ surataguṇanibaddhahṛdayo lokatrayaiśvaryam ivopalabhya harṣabāṣpakalayā vācā praṇipatyābhipūjya maṇḍūkarājānam abravīt anugṛhīto 'smīti

Der König, nachdem er sie wiedererlangt hatte, sein Herz durch die Freuden der Liebesvereinigung an sie gebunden, als hätte er die Herrschaft über die drei Welten erlangt, verneigte sich mit vor Freudentränen erstickter Stimme, erwies dem Froschkönig Ehre und sprach zu ihm: ‚Ich bin begnadet.‘

Wort für Wort
sa ca rājā tām upalabhya tasyāṃ surataguṇanibaddhahṛdayo lokatrayaiśvaryam ivopalabhya harṣabāṣpakalayā vācā praṇipatyābhipūjya maṇḍūkarājānam abravīt anugṛhīto 'smīti
Der König, nachdem er sie wiedererlangt hatte, sein Herz durch die Freuden der Liebesvereinigung an sie gebunden, als hätte er die Herrschaft über die drei Welten erlangt, verneigte sich mit vor Freudentränen erstickter Stimme, erwies dem Froschkönig Ehre und sprach zu ihm: ‚Ich bin begnadet.‘

sa ca maṇḍūkarājo jāmātaram anujñāpya yathāgatam agacchat

Und der Froschkönig, nachdem er von seinem Schwiegersohn Abschied genommen hatte, ging, wie er gekommen war.

Wort für Wort
sa ca maṇḍūkarājo jāmātaram anujñāpya yathāgatam agacchat
Und der Froschkönig, nachdem er von seinem Schwiegersohn Abschied genommen hatte, ging, wie er gekommen war.

atha kasya cit kālasya tasyāṃ kumārās trayas tasya rājñaḥ saṃbabhūvuḥ śalo dalo balaś ceti tatas teṣāṃ jyeṣṭhaṃ śalaṃ samaye pitā rājye 'bhiṣicya tapasi dhṛtātmā vanaṃ jagāma

Nach einiger Zeit wurden dem König von ihr drei Söhne geboren: Śala, Dala und Bala. Da salbte der Vater zur rechten Zeit den ältesten von ihnen, Śala, zum König und zog, seinen Sinn der Askese zugewandt, in den Wald.

Wort für Wort
atha kasya cit kālasya tasyāṃ kumārās trayas tasya rājñaḥ saṃbabhūvuḥ śalo dalo balaś ceti tatas teṣāṃ jyeṣṭhaṃ śalaṃ samaye pitā rājye 'bhiṣicya tapasi dhṛtātmā vanaṃ jagāma
Nach einiger Zeit wurden dem König von ihr drei Söhne geboren: Śala, Dala und Bala. Da salbte der Vater zur rechten Zeit den ältesten von ihnen, Śala, zum König und zog, seinen Sinn der Askese zugewandt, in den Wald.

atha kadā cic chalo mṛgayām acarat mṛgaṃ cāsādya rathenānvadhāvat

Einst nun zog Śala zur Jagd aus, und als er einen Hirsch erspähte, verfolgte er ihn mit dem Wagen.

Wort für Wort
atha kadā cic chalo mṛgayām acarat mṛgaṃ cāsādya rathenānvadhāvat
Einst nun zog Śala zur Jagd aus, und als er einen Hirsch erspähte, verfolgte er ihn mit dem Wagen.

sūtaṃ covāca śīghraṃ māṃ vahasveti

Und er sprach zu seinem Wagenlenker: ‚Fahre mich schnell.‘

Wort für Wort
sūtaṃ covāca śīghraṃ māṃ vahasveti
Und er sprach zu seinem Wagenlenker: ‚Fahre mich schnell.‘

sa tathoktaḥ sūto rājānam abravīt mā kriyatām anubandhaḥ naiṣa śakyas tvayā mṛgo grahītuṃ yady api te rathe yuktau vāmyau syātām iti

So angesprochen, sprach der Wagenlenker zum König: ‚Verfolge ihn nicht weiter; diesen Hirsch kannst du nicht einholen, selbst wenn die Vāmya-Rosse an deinen Wagen gespannt wären.‘

Wort für Wort
sa tathoktaḥ sūto rājānam abravīt mā kriyatām anubandhaḥ naiṣa śakyas tvayā mṛgo grahītuṃ yady api te rathe yuktau vāmyau syātām iti
So angesprochen, sprach der Wagenlenker zum König: ‚Verfolge ihn nicht weiter; diesen Hirsch kannst du nicht einholen, selbst wenn die Vāmya-Rosse an deinen Wagen gespannt wären.‘

tato 'bravīd rājā sūtam ācakṣva me vāmyau hanmi vā tvām iti

Da sprach der König zum Wagenlenker: ‚Sage mir, was die Vāmya-Rosse sind, sonst töte ich dich.‘

Wort für Wort
tato 'bravīd rājā sūtam ācakṣva me vāmyau hanmi vā tvām iti
Da sprach der König zum Wagenlenker: ‚Sage mir, was die Vāmya-Rosse sind, sonst töte ich dich.‘

sa evam ukto rājabhayabhīto vāmadevaśāpabhītaś ca sann ācakhyau rājñe vāmadevasyāśvau vāmyau manojavāv iti

So angesprochen, aus Furcht vor dem König und zugleich aus Furcht vor dem Fluch Vāmadevas, verkündete er dem König: ‚Die Vāmya-Rosse sind die beiden windschnellen Pferde des Vāmadeva.‘

Wort für Wort
sa evam ukto rājabhayabhīto vāmadevaśāpabhītaś ca sann ācakhyau rājñe vāmadevasyāśvau vāmyau manojavāv iti
So angesprochen, aus Furcht vor dem König und zugleich aus Furcht vor dem Fluch Vāmadevas, verkündete er dem König: ‚Die Vāmya-Rosse sind die beiden windschnellen Pferde des Vāmadeva.‘

„Vāmya“ ist der Name jener beiden Wunderrosse, die dem Weisen Vāmadeva gehören.

athainam evaṃ bruvāṇam abravīd rājā vāmadevāśramaṃ yāhīti

Da sprach der König zu ihm, der so redete: ‚Fahre zur Einsiedelei Vāmadevas.‘

Wort für Wort
athainam evaṃ bruvāṇam abravīd rājā vāmadevāśramaṃ yāhīti
Da sprach der König zu ihm, der so redete: ‚Fahre zur Einsiedelei Vāmadevas.‘

sa gatvā vāmadevāśramaṃ tam ṛṣim abravīt bhagavan mṛgo mayā viddhaḥ palāyate taṃ saṃbhāvayeyam arhasi me vāmyau dātum iti

Er fuhr zur Einsiedelei Vāmadevas und sprach zu dem Weisen: ‚Erhabener, ein von mir getroffener Hirsch entflieht; ich möchte ihn erreichen – du solltest mir die Vāmya-Rosse geben.‘

Wort für Wort
sa gatvā vāmadevāśramaṃ tam ṛṣim abravīt bhagavan mṛgo mayā viddhaḥ palāyate taṃ saṃbhāvayeyam arhasi me vāmyau dātum iti
Er fuhr zur Einsiedelei Vāmadevas und sprach zu dem Weisen: ‚Erhabener, ein von mir getroffener Hirsch entflieht; ich möchte ihn erreichen – du solltest mir die Vāmya-Rosse geben.‘

tam abravīd ṛṣiḥ dadāni te vāmyau kṛtakāryeṇa bhavatā mamaiva niryātyau kṣipram iti

Der Weise sprach zu ihm: ‚Ich gebe dir die Vāmya-Rosse; hast du dein Vorhaben vollbracht, so gib sie mir selbst rasch zurück.‘

Wort für Wort
tam abravīd ṛṣiḥ dadāni te vāmyau kṛtakāryeṇa bhavatā mamaiva niryātyau kṣipram iti
Der Weise sprach zu ihm: ‚Ich gebe dir die Vāmya-Rosse; hast du dein Vorhaben vollbracht, so gib sie mir selbst rasch zurück.‘

sa ca tāv aśvau pratigṛhyānujñāpya carṣiṃ prāyād vāmyasaṃyuktena rathena mṛgaṃ prati gacchaṃś cābravīt sūtam aśvaratnāv imāv ayogyau brāhmaṇānām naitau pratideyau vāmadevāyeti

Er nahm die beiden Pferde entgegen, verabschiedete sich von dem Weisen und fuhr mit dem von den Vāmya-Rossen gezogenen Wagen davon; während er dem Hirsch nachjagte, sprach er zu seinem Wagenlenker: ‚Diese beiden Juwelen unter den Pferden ziemen sich nicht für Brahmanen; sie sollen dem Vāmadeva nicht zurückgegeben werden.‘

Wort für Wort
sa ca tāv aśvau pratigṛhyānujñāpya carṣiṃ prāyād vāmyasaṃyuktena rathena mṛgaṃ prati gacchaṃś cābravīt sūtam aśvaratnāv imāv ayogyau brāhmaṇānām naitau pratideyau vāmadevāyeti
Er nahm die beiden Pferde entgegen, verabschiedete sich von dem Weisen und fuhr mit dem von den Vāmya-Rossen gezogenen Wagen davon; während er dem Hirsch nachjagte, sprach er zu seinem Wagenlenker: ‚Diese beiden Juwelen unter den Pferden ziemen sich nicht für Brahmanen; sie sollen dem Vāmadeva nicht zurückgegeben werden.‘

evam uktvā mṛgam avāpya svanagaram etyāśvāvantaḥpure 'sthāpayat

So sprechend, erlangte er den Hirsch, kehrte in seine Stadt zurück und stellte die Pferde im inneren Gemach unter.

Wort für Wort
evam uktvā mṛgam avāpya svanagaram etyāśvāvantaḥpure 'sthāpayat
So sprechend, erlangte er den Hirsch, kehrte in seine Stadt zurück und stellte die Pferde im inneren Gemach unter.

atharṣiś cintayām āsa taruṇo rājaputraḥ kalyāṇaṃ patram āsādya ramate na me pratiniryātayati aho kaṣṭam iti

Da dachte der Weise: ‚Der junge Königssohn erfreut sich an dem erlangten guten Los und gibt es mir nicht zurück – wie bedauerlich!‘

Wort für Wort
atharṣiś cintayām āsa taruṇo rājaputraḥ kalyāṇaṃ patram āsādya ramate na me pratiniryātayati aho kaṣṭam iti
Da dachte der Weise: ‚Der junge Königssohn erfreut sich an dem erlangten guten Los und gibt es mir nicht zurück – wie bedauerlich!‘

manasā niścitya māsi pūrṇe śiṣyam abravīt gacchātreya rājānaṃ brūhi yadi paryāptaṃ niryātayopādhyāyavāmyāv iti

Nachdem er sich in Gedanken entschieden hatte, sprach er, als ein Monat verstrichen war, zu seinem Schüler: ‚Geh, Ātreya, und sage dem König: Wenn es dir genügt, so gib die Vāmya-Rosse deines Lehrers zurück.‘

Wort für Wort
manasā niścitya māsi pūrṇe śiṣyam abravīt gacchātreya rājānaṃ brūhi yadi paryāptaṃ niryātayopādhyāyavāmyāv iti
Nachdem er sich in Gedanken entschieden hatte, sprach er, als ein Monat verstrichen war, zu seinem Schüler: ‚Geh, Ātreya, und sage dem König: Wenn es dir genügt, so gib die Vāmya-Rosse deines Lehrers zurück.‘

sa gatvaivaṃ taṃ rājānam abravīt

Er ging und sprach so zu dem König.

Wort für Wort
sa gatvaivaṃ taṃ rājānam abravīt
Er ging und sprach so zu dem König.

taṃ rājā pratyuvāca rājñām etad vāhanam anarhā brāhmaṇā ratnānām evaṃvidhānām kiṃ ca brāhmaṇānām aśvaiḥ kāryam sādhu pratigamyatām iti

Der König erwiderte ihm: ‚Dies ist ein Reittier für Könige; Brahmanen sind solcher Kleinode nicht würdig. Und was sollen Brahmanen überhaupt mit Pferden? Geh nun in Frieden zurück.‘

Wort für Wort
taṃ rājā pratyuvāca rājñām etad vāhanam anarhā brāhmaṇā ratnānām evaṃvidhānām kiṃ ca brāhmaṇānām aśvaiḥ kāryam sādhu pratigamyatām iti
Der König erwiderte ihm: ‚Dies ist ein Reittier für Könige; Brahmanen sind solcher Kleinode nicht würdig. Und was sollen Brahmanen überhaupt mit Pferden? Geh nun in Frieden zurück.‘

sa gatvaivam upādhyāyāyācaṣṭa

Er ging und berichtete dies so seinem Lehrer.

Wort für Wort
sa gatvaivam upādhyāyāyācaṣṭa
Er ging und berichtete dies so seinem Lehrer.

tac chrutvā vacanam apriyaṃ vāmadevaḥ krodhaparītātmā svayam eva rājānam abhigamyāśvārtham abhyacodayat na cādād rājā

Als Vāmadeva dieses unliebsame Wort vernahm, von Zorn ergriffen, ging er selbst zum König und forderte die Pferde; doch der König gab sie nicht heraus.

Wort für Wort
tac chrutvā vacanam apriyaṃ vāmadevaḥ krodhaparītātmā svayam eva rājānam abhigamyāśvārtham abhyacodayat na cādād rājā
Als Vāmadeva dieses unliebsame Wort vernahm, von Zorn ergriffen, ging er selbst zum König und forderte die Pferde; doch der König gab sie nicht heraus.

vāmadeva uvāca prayaccha vāmyau mama pārthiva tvaṃ; kṛtaṃ hi te kāryam anyair aśakyam mā tvā vadhīd varuṇo ghorapāśair; brahmakṣatrasyāntare vartamānaḥ

Vāmadeva sprach: ‚Gib mir die Vāmya-Rosse zurück, o König; dein Vorhaben, das anderen unmöglich gewesen wäre, ist vollbracht. Möge dich Varuṇa nicht mit seinen furchtbaren Schlingen töten, während er zwischen Brahmanentum und Kriegertum waltet.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca prayaccha vāmyau mama pārthiva tvaṃ; kṛtaṃ hi te kāryam anyair aśakyam mā tvā vadhīd varuṇo ghorapāśair; brahmakṣatrasyāntare vartamānaḥ
Vāmadeva sprach: ‚Gib mir die Vāmya-Rosse zurück, o König; dein Vorhaben, das anderen unmöglich gewesen wäre, ist vollbracht. Möge dich Varuṇa nicht mit seinen furchtbaren Schlingen töten, während er zwischen Brahmanentum und Kriegertum waltet.‘

rājovāca anaḍvāhau suvratau sādhu dāntāv; etad viprāṇāṃ vāhanaṃ vāmadeva tābhyāṃ yāhi tvaṃ yatra kāmo maharṣe; chandāṃsi vai tvādṛśaṃ saṃvahanti

Der König sprach: ‚Zwei Zugochsen, wohlgezähmt und fromm gehorsam – das ist das rechte Reittier für Brahmanen, o Vāmadeva. Fahre mit diesen, wohin dein Wunsch dich führt, o großer Weise; die heiligen Verse tragen einen wie dich.‘

Wort für Wort
rājovāca anaḍvāhau suvratau sādhu dāntāv; etad viprāṇāṃ vāhanaṃ vāmadeva tābhyāṃ yāhi tvaṃ yatra kāmo maharṣe; chandāṃsi vai tvādṛśaṃ saṃvahanti
Der König sprach: ‚Zwei Zugochsen, wohlgezähmt und fromm gehorsam – das ist das rechte Reittier für Brahmanen, o Vāmadeva. Fahre mit diesen, wohin dein Wunsch dich führt, o großer Weise; die heiligen Verse tragen einen wie dich.‘

vāmadeva uvāca chandāṃsi vai mādṛśaṃ saṃvahanti; loke 'muṣmin pārthiva yāni santi asmiṃs tu loke mama yānam etad; asmadvidhānām apareṣāṃ ca rājan

Vāmadeva sprach: ‚Die heiligen Verse, die in jener anderen Welt vorhanden sind, tragen freilich einen wie mich, o König; doch in dieser Welt hier ist dies mein Fahrzeug – das meinesgleichen und anderer, o König.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca chandāṃsi vai mādṛśaṃ saṃvahanti; loke 'muṣmin pārthiva yāni santi asmiṃs tu loke mama yānam etad; asmadvidhānām apareṣāṃ ca rājan
Vāmadeva sprach: ‚Die heiligen Verse, die in jener anderen Welt vorhanden sind, tragen freilich einen wie mich, o König; doch in dieser Welt hier ist dies mein Fahrzeug – das meinesgleichen und anderer, o König.‘

rājovāca catvāro vā gardabhās tvāṃ vahantu; śreṣṭhāśvataryo harayo vā turaṃgāḥ tais tvaṃ yāhi kṣatriyasyaiṣa vāho; mama vāmyau na tavaitau hi viddhi

Der König sprach: ‚Mögen dich vier Esel tragen, vorzügliche Maultiere oder braune Rosse – mit ihnen fahre du; dies ist das Reittier eines Kṣatriya. Die Vāmya-Rosse sind mein – wisse, sie gehören nicht dir.‘

Wort für Wort
rājovāca catvāro vā gardabhās tvāṃ vahantu; śreṣṭhāśvataryo harayo vā turaṃgāḥ tais tvaṃ yāhi kṣatriyasyaiṣa vāho; mama vāmyau na tavaitau hi viddhi
Der König sprach: ‚Mögen dich vier Esel tragen, vorzügliche Maultiere oder braune Rosse – mit ihnen fahre du; dies ist das Reittier eines Kṣatriya. Die Vāmya-Rosse sind mein – wisse, sie gehören nicht dir.‘

vāmadeva uvāca ghoraṃ vrataṃ brāhmaṇasyaitad āhur; etad rājan yad ihājīvamānaḥ ayasmayā ghorarūpā mahānto; vahantu tvāṃ śitaśūlāś caturdhā

Vāmadeva sprach: ‚Ein furchtbares Gelübde nennt man dies für einen Brahmanen, o König, der hiervon lebt: Mögen dich eiserne, schreckliche, gewaltige, scharfgespitzte Lanzen von allen vier Seiten forttragen.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca ghoraṃ vrataṃ brāhmaṇasyaitad āhur; etad rājan yad ihājīvamānaḥ ayasmayā ghorarūpā mahānto; vahantu tvāṃ śitaśūlāś caturdhā
Vāmadeva sprach: ‚Ein furchtbares Gelübde nennt man dies für einen Brahmanen, o König, der hiervon lebt: Mögen dich eiserne, schreckliche, gewaltige, scharfgespitzte Lanzen von allen vier Seiten forttragen.‘

rājovāca ye tvā vidur brāhmaṇaṃ vāmadeva; vācā hantuṃ manasā karmaṇā vā te tvāṃ saśiṣyam iha pātayantu; madvākyanunnāḥ śitaśūlāsihastāḥ

Der König sprach: ‚Diejenigen, die dich, Vāmadeva, als Brahmanen erkennen, mit Wort, Gedanke oder Tat zu töten vermögen – sie sollen dich samt deinem Schüler hier zu Fall bringen, von meinem Wort getrieben, mit scharfen Lanzen und Schwertern in den Händen.‘

Wort für Wort
rājovāca ye tvā vidur brāhmaṇaṃ vāmadeva; vācā hantuṃ manasā karmaṇā vā te tvāṃ saśiṣyam iha pātayantu; madvākyanunnāḥ śitaśūlāsihastāḥ
Der König sprach: ‚Diejenigen, die dich, Vāmadeva, als Brahmanen erkennen, mit Wort, Gedanke oder Tat zu töten vermögen – sie sollen dich samt deinem Schüler hier zu Fall bringen, von meinem Wort getrieben, mit scharfen Lanzen und Schwertern in den Händen.‘

vāmadeva uvāca nānuyogā brāhmaṇānāṃ bhavanti; vācā rājan manasā karmaṇā vā yas tv evaṃ brahma tapasānveti vidvāṃs; tena śreṣṭho bhavati hi jīvamānaḥ

Vāmadeva sprach: ‚Brahmanen unterliegen keiner Vergeltung, sei es durch Wort, Gedanke oder Tat, o König. Wer aber, weise, das Brahman auf solche Weise durch Askese ergründet, der lebt fortan als der Höchste.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca nānuyogā brāhmaṇānāṃ bhavanti; vācā rājan manasā karmaṇā vā yas tv evaṃ brahma tapasānveti vidvāṃs; tena śreṣṭho bhavati hi jīvamānaḥ
Vāmadeva sprach: ‚Brahmanen unterliegen keiner Vergeltung, sei es durch Wort, Gedanke oder Tat, o König. Wer aber, weise, das Brahman auf solche Weise durch Askese ergründet, der lebt fortan als der Höchste.‘

mārkaṇḍeya uvāca evam ukte vāmadevena rājan; samuttasthū rākṣasā ghorarūpāḥ taiḥ śūlahastair vadhyamānaḥ sa rājā; provācedaṃ vākyam uccais tadānīm

Mārkaṇḍeya sprach: Als Vāmadeva so gesprochen hatte, o König, erhoben sich furchtbar gestaltete Rākṣasas; von ihnen, die Lanzen in den Händen trugen, getötet werdend, rief der König damals laut folgendes Wort aus:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam ukte vāmadevena rājan; samuttasthū rākṣasā ghorarūpāḥ taiḥ śūlahastair vadhyamānaḥ sa rājā; provācedaṃ vākyam uccais tadānīm
Mārkaṇḍeya sprach: Als Vāmadeva so gesprochen hatte, o König, erhoben sich furchtbar gestaltete Rākṣasas; von ihnen, die Lanzen in den Händen trugen, getötet werdend, rief der König damals laut folgendes Wort aus:

ikṣvākavo yadi brahman dalo vā; vidheyā me yadi vānye viśo 'pi notsrakṣye 'haṃ vāmadevasya vāmyau; naivaṃvidhā dharmaśīlā bhavanti

‚Mögen die Ikṣvākus, o Brahmane, oder Dala mir untertan sein, oder auch andere Untertanen – ich werde die Vāmya-Rosse Vāmadevas dennoch nicht herausgeben! So handeln keine dem Dharma Ergebenen!‘

Wort für Wort
ikṣvākavo yadi brahman dalo vā; vidheyā me yadi vānye viśo 'pi notsrakṣye 'haṃ vāmadevasya vāmyau; naivaṃvidhā dharmaśīlā bhavanti
‚Mögen die Ikṣvākus, o Brahmane, oder Dala mir untertan sein, oder auch andere Untertanen – ich werde die Vāmya-Rosse Vāmadevas dennoch nicht herausgeben! So handeln keine dem Dharma Ergebenen!‘

evaṃ bruvann eva sa yātudhānair; hato jagāmāśu mahīṃ kṣitīśaḥ tato viditvā nṛpatiṃ nipātitam; ikṣvākavo vai dalam abhyaṣiñcan

Noch während er so sprach, wurde der Herrscher der Erde von den Dämonen getötet und sank alsbald zu Boden. Als die Ikṣvākus erfuhren, dass der König gefallen war, salbten sie Dala zum König.

Wort für Wort
evaṃ bruvann eva sa yātudhānair; hato jagāmāśu mahīṃ kṣitīśaḥ tato viditvā nṛpatiṃ nipātitam; ikṣvākavo vai dalam abhyaṣiñcan
Noch während er so sprach, wurde der Herrscher der Erde von den Dämonen getötet und sank alsbald zu Boden. Als die Ikṣvākus erfuhren, dass der König gefallen war, salbten sie Dala zum König.

rājye tadā tatra gatvā sa vipraḥ; provācedaṃ vacanaṃ vāmadevaḥ dalaṃ rājānaṃ brāhmaṇānāṃ hi deyam; evaṃ rājan sarvadharmeṣu dṛṣṭam

Da, als jener in sein Königsamt eingetreten war, begab sich der Brahmane Vāmadeva dorthin und sprach folgendes Wort zu König Dala: ‚Den Brahmanen muss gegeben werden – so ist es, o König, in allen Rechtslehren bezeugt.

Wort für Wort
rājye tadā tatra gatvā sa vipraḥ; provācedaṃ vacanaṃ vāmadevaḥ dalaṃ rājānaṃ brāhmaṇānāṃ hi deyam; evaṃ rājan sarvadharmeṣu dṛṣṭam
Da, als jener in sein Königsamt eingetreten war, begab sich der Brahmane Vāmadeva dorthin und sprach folgendes Wort zu König Dala: ‚Den Brahmanen muss gegeben werden – so ist es, o König, in allen Rechtslehren bezeugt.

bibheṣi cet tvam adharmān narendra; prayaccha me śīghram evādya vāmyau etac chrutvā vāmadevasya vākyaṃ; sa pārthivaḥ sūtam uvāca roṣāt

Fürchtest du, o Herrscher der Menschen, das Unrecht, so gib mir noch heute unverzüglich die Vāmya-Rosse zurück.‘ Als er diese Worte Vāmadevas vernommen hatte, sprach der König voller Zorn zu seinem Wagenlenker:

Wort für Wort
bibheṣi cet tvam adharmān narendra; prayaccha me śīghram evādya vāmyau etac chrutvā vāmadevasya vākyaṃ; sa pārthivaḥ sūtam uvāca roṣāt
Fürchtest du, o Herrscher der Menschen, das Unrecht, so gib mir noch heute unverzüglich die Vāmya-Rosse zurück.‘ Als er diese Worte Vāmadevas vernommen hatte, sprach der König voller Zorn zu seinem Wagenlenker:

ekaṃ hi me sāyakaṃ citrarūpaṃ; digdhaṃ viṣeṇāhara saṃgṛhītam yena viddho vāmadevaḥ śayīta; saṃdaśyamānaḥ śvabhir ārtarūpaḥ

‚Bring mir jenen einen wunderbar gestalteten, mit Gift bestrichenen Pfeil, wohlverwahrt, mit dem getroffen Vāmadeva daliegen soll, von Hunden zerfleischt, von Schmerz gequält.‘

Wort für Wort
ekaṃ hi me sāyakaṃ citrarūpaṃ; digdhaṃ viṣeṇāhara saṃgṛhītam yena viddho vāmadevaḥ śayīta; saṃdaśyamānaḥ śvabhir ārtarūpaḥ
‚Bring mir jenen einen wunderbar gestalteten, mit Gift bestrichenen Pfeil, wohlverwahrt, mit dem getroffen Vāmadeva daliegen soll, von Hunden zerfleischt, von Schmerz gequält.‘

vāmadeva uvāca jānāmi putraṃ daśavarṣaṃ tavāhaṃ; jātaṃ mahiṣyāṃ śyenajitaṃ narendra taṃ jahi tvaṃ madvacanāt praṇunnas; tūrṇaṃ priyaṃ sāyakair ghorarūpaiḥ

Vāmadeva sprach: ‚Ich kenne deinen zehnjährigen Sohn, o Herrscher der Menschen, geboren von deiner Hauptgemahlin, mit Namen Śyenajit. Ihn, deinen Liebling, töte du, von meinem Wort getrieben, rasch mit deinen furchtbar gestalteten Pfeilen.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca jānāmi putraṃ daśavarṣaṃ tavāhaṃ; jātaṃ mahiṣyāṃ śyenajitaṃ narendra taṃ jahi tvaṃ madvacanāt praṇunnas; tūrṇaṃ priyaṃ sāyakair ghorarūpaiḥ
Vāmadeva sprach: ‚Ich kenne deinen zehnjährigen Sohn, o Herrscher der Menschen, geboren von deiner Hauptgemahlin, mit Namen Śyenajit. Ihn, deinen Liebling, töte du, von meinem Wort getrieben, rasch mit deinen furchtbar gestalteten Pfeilen.‘

mārkaṇḍeya uvāca evam ukto vāmadevena rājann; antaḥpure rājaputraṃ jaghāna sa sāyakas tigmatejā visṛṣṭaḥ; śrutvā dalas tac ca vākyaṃ babhāṣe

Mārkaṇḍeya sprach: So von Vāmadeva angesprochen, o König, erschlug er, mit dem entsandten, scharf glühenden Pfeil, den Königssohn im inneren Gemach. Als Dala dieses Wort vernommen hatte, sprach er also:

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam ukto vāmadevena rājann; antaḥpure rājaputraṃ jaghāna sa sāyakas tigmatejā visṛṣṭaḥ; śrutvā dalas tac ca vākyaṃ babhāṣe
Mārkaṇḍeya sprach: So von Vāmadeva angesprochen, o König, erschlug er, mit dem entsandten, scharf glühenden Pfeil, den Königssohn im inneren Gemach. Als Dala dieses Wort vernommen hatte, sprach er also:

ikṣvākavo hanta carāmi vaḥ priyaṃ; nihanmīmaṃ vipram adya pramathya ānīyatām aparas tigmatejāḥ; paśyadhvaṃ me vīryam adya kṣitīśāḥ

‚Wohlan, Ikṣvākus, ich vollbringe euch nun einen Gefallen! Ich werde diesen Brahmanen heute niederschlagen und vernichten. Man bringe mir einen weiteren scharf glühenden Pfeil! Seht heute meine Heldenkraft, ihr Herrscher der Erde!‘

Wort für Wort
ikṣvākavo hanta carāmi vaḥ priyaṃ; nihanmīmaṃ vipram adya pramathya ānīyatām aparas tigmatejāḥ; paśyadhvaṃ me vīryam adya kṣitīśāḥ
‚Wohlan, Ikṣvākus, ich vollbringe euch nun einen Gefallen! Ich werde diesen Brahmanen heute niederschlagen und vernichten. Man bringe mir einen weiteren scharf glühenden Pfeil! Seht heute meine Heldenkraft, ihr Herrscher der Erde!‘

vāmadeva uvāca yaṃ tvam enaṃ sāyakaṃ ghorarūpaṃ; viṣeṇa digdhaṃ mama saṃdadhāsi na tvam enaṃ śaravaryaṃ vimoktuṃ; saṃdhātuṃ vā śakṣyasi mānavendra

Vāmadeva sprach: ‚Diesen furchtbar gestalteten, mit Gift bestrichenen Pfeil, den du gegen mich anlegst – diesen vorzüglichsten der Pfeile wirst du weder abschießen noch von der Sehne lösen können, du Herrscher der Menschen.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca yaṃ tvam enaṃ sāyakaṃ ghorarūpaṃ; viṣeṇa digdhaṃ mama saṃdadhāsi na tvam enaṃ śaravaryaṃ vimoktuṃ; saṃdhātuṃ vā śakṣyasi mānavendra
Vāmadeva sprach: ‚Diesen furchtbar gestalteten, mit Gift bestrichenen Pfeil, den du gegen mich anlegst – diesen vorzüglichsten der Pfeile wirst du weder abschießen noch von der Sehne lösen können, du Herrscher der Menschen.‘

rājovāca ikṣvākavaḥ paśyata māṃ gṛhītaṃ; na vai śaknomy eṣa śaraṃ vimoktum na cāsya kartuṃ nāśam abhyutsahāmi; āyuṣmān vai jīvatu vāmadevaḥ

Der König sprach: ‚Ihr Ikṣvākus, seht mich gefangen! Ich vermag diesen Pfeil weder abzuschießen, noch bin ich imstande, ihn zu vernichten. Möge Vāmadeva lange leben!‘

Wort für Wort
rājovāca ikṣvākavaḥ paśyata māṃ gṛhītaṃ; na vai śaknomy eṣa śaraṃ vimoktum na cāsya kartuṃ nāśam abhyutsahāmi; āyuṣmān vai jīvatu vāmadevaḥ
Der König sprach: ‚Ihr Ikṣvākus, seht mich gefangen! Ich vermag diesen Pfeil weder abzuschießen, noch bin ich imstande, ihn zu vernichten. Möge Vāmadeva lange leben!‘

vāmadeva uvāca saṃspṛśaināṃ mahiṣīṃ sāyakena; tatas tasmād enaso mokṣyase tvam

Vāmadeva sprach: ‚Berühre mit diesem Pfeil deine Hauptgemahlin; dann wirst du von dieser Schuld erlöst sein.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca saṃspṛśaināṃ mahiṣīṃ sāyakena; tatas tasmād enaso mokṣyase tvam
Vāmadeva sprach: ‚Berühre mit diesem Pfeil deine Hauptgemahlin; dann wirst du von dieser Schuld erlöst sein.‘

mārkaṇḍeya uvāca tatas tathā kṛtavān pārthivas tu; tato muniṃ rājaputrī babhāṣe yathā yuktaṃ vāmadevāham enaṃ; dine dine saṃviśantī vyaśaṃsam brāhmaṇebhyo mṛgayantī sūnṛtāni; tathā brahman puṇyalokaṃ labheyam

Mārkaṇḍeya sprach: Da tat der König so, wie es ihm geheißen war. Darauf sprach die Königstochter zu dem Weisen: ‚Wie es sich geziemt, o Vāmadeva, habe ich Tag für Tag, wenn ich zur Ruhe ging, ihn gesegnet und von den Brahmanen wahrhaftige Segensworte erbeten; so möge auch ich, o Brahmane, eine heilvolle Welt erlangen.‘

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tatas tathā kṛtavān pārthivas tu; tato muniṃ rājaputrī babhāṣe yathā yuktaṃ vāmadevāham enaṃ; dine dine saṃviśantī vyaśaṃsam brāhmaṇebhyo mṛgayantī sūnṛtāni; tathā brahman puṇyalokaṃ labheyam
Mārkaṇḍeya sprach: Da tat der König so, wie es ihm geheißen war. Darauf sprach die Königstochter zu dem Weisen: ‚Wie es sich geziemt, o Vāmadeva, habe ich Tag für Tag, wenn ich zur Ruhe ging, ihn gesegnet und von den Brahmanen wahrhaftige Segensworte erbeten; so möge auch ich, o Brahmane, eine heilvolle Welt erlangen.‘

vāmadeva uvāca tvayā trātaṃ rājakulaṃ śubhekṣaṇe; varaṃ vṛṇīṣvāpratimaṃ dadāni te praśādhīmaṃ svajanaṃ rājaputri; ikṣvākurājyaṃ sumahac cāpy anindye

Vāmadeva sprach: ‚Von dir wurde das Königsgeschlecht gerettet, du Holdäugige; wähle dir eine unvergleichliche Gabe, ich will sie dir gewähren. Herrsche über dein eigenes Volk, o Königstochter, und über das überaus große Reich der Ikṣvākus, du Makellose.‘

Wort für Wort
vāmadeva uvāca tvayā trātaṃ rājakulaṃ śubhekṣaṇe; varaṃ vṛṇīṣvāpratimaṃ dadāni te praśādhīmaṃ svajanaṃ rājaputri; ikṣvākurājyaṃ sumahac cāpy anindye
Vāmadeva sprach: ‚Von dir wurde das Königsgeschlecht gerettet, du Holdäugige; wähle dir eine unvergleichliche Gabe, ich will sie dir gewähren. Herrsche über dein eigenes Volk, o Königstochter, und über das überaus große Reich der Ikṣvākus, du Makellose.‘

rājaputry uvāca varaṃ vṛṇe bhagavann ekam eva; vimucyatāṃ kilbiṣād adya bhartā śivena cādhyāhi saputrabāndhavaṃ; varo vṛto hy eṣa mayā dvijāgrya

Die Königstochter sprach: ‚Eine einzige Gabe erwähle ich, Erhabener: Möge mein Gatte noch heute von seiner Schuld befreit werden, und mögest du ihn samt Sohn und Verwandten mit Segen umhüllen – diese Gabe habe ich erwählt, du Bester der Zweifachgeborenen.‘

Wort für Wort
rājaputry uvāca varaṃ vṛṇe bhagavann ekam eva; vimucyatāṃ kilbiṣād adya bhartā śivena cādhyāhi saputrabāndhavaṃ; varo vṛto hy eṣa mayā dvijāgrya
Die Königstochter sprach: ‚Eine einzige Gabe erwähle ich, Erhabener: Möge mein Gatte noch heute von seiner Schuld befreit werden, und mögest du ihn samt Sohn und Verwandten mit Segen umhüllen – diese Gabe habe ich erwählt, du Bester der Zweifachgeborenen.‘

mārkaṇḍeya uvāca śrutvā vacaḥ sa munī rājaputryās; tathāstv iti prāha kurupravīra tataḥ sa rājā mudito babhūva; vāmyau cāsmai saṃpradadau praṇamya

Mārkaṇḍeya sprach: Als der Weise die Worte der Königstochter vernommen hatte, sprach er ‚So sei es‘, o Bester der Kurus. Da wurde der König froh und gab ihm, sich verneigend, die Vāmya-Rosse zurück.“

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca śrutvā vacaḥ sa munī rājaputryās; tathāstv iti prāha kurupravīra tataḥ sa rājā mudito babhūva; vāmyau cāsmai saṃpradadau praṇamya
Mārkaṇḍeya sprach: Als der Weise die Worte der Königstochter vernommen hatte, sprach er ‚So sei es‘, o Bester der Kurus. Da wurde der König froh und gab ihm, sich verneigend, die Vāmya-Rosse zurück.“

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